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Jeder Hat Einen Platz In Dieser Welt

GeschichteDrama, Familie / P12 / Gen
Jacob "Jake" Long / American Dragon Rose / Das Jägergirl
04.01.2014
15.06.2014
5
3.894
 
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04.01.2014 1.512
 
Kapitel 4: Wendung

Haley runzelte die Stirn, als es um 21:30 Uhr bei ihr schellte. Sie sah auf die Uhr. Dann stand sie auf und öffnete die Tür und erschrak. Vor ihrer Tür stand ihre Nichte Alyssa, die Kapuze über den Kopf gezogen, da es draußen, wie Fu Dog es formulierte, Bindfäden regnete. In ihrem jungen Gesicht stand Verwirrtheit und viele Fragen.
„Lyss.“, sagte sie überrascht, „Komm rein, du wirst ganz nass.“
„Danke Tante Haley.“, sagte das junge Mädchen und zog sich die Kapuze vom Kopf.
Haley schloss die Tür.
„So Lyssi. Jetzt erzähl mir bitte was dich um die Uhrzeit zu mir treibt.“
„Mom und Dad haben sich gestritten.“
Haley sah ihre Nichte stirnrunzelnd an.
„Ja, genau das habe ich auch gedacht.“, sagte Alyssa.
„Wir reden hier von Jake und Rose, ja?“
Alyssa sah ihre Tante an:
„Ja, also ich für meinen Teil habe nur ein Elternpaar.“
Haley kicherte kurz:
„Tschuldige. Es ist nur, dass ich mir die beiden nicht vorstellen kann wenn sie streiten.“
„Ich konnte es mir bis vor 10 Minuten auch nicht vorstellen!“, sagte Alyssa aufgebracht.
„Worum ging es in dem Streit denn?“
„So weit ich das mitbekommen habe um Mom´s Vergangenheit. Obwohl ich absolut nicht weiß wovon sie geredet haben. Es ging um Mom´s Leben, dass sie nie leben konnte und...ihren Eltern und ihre Beziehung zu Dad...alles okay Tante Haley? Du bist so blass.“
Haley erstarrte innerlich.
„Weißt du was über Mom´s Vergangenheit, oder weißt du was sie gemeint haben könnten?“
Haley schüttelte schon fast hysterisch den Kopf:
„Nein, keine Ahnung.“
„Mhm...es muss etwas schreckliches sein...“
„Mhhmm...“, sagte Haley.
Natürlich, was sollte sie sonst sagen? Dass ihre Mutter ihren Vater umbringen musste und sie Todfeinde waren? Dass ihre Mutter, die sie liebte zum Jägerclan gehört hatte?
Nein.
Nein, nein. Das würde sie nie erfahren.
Es gab Dinge, die zum Schutz von Alyssa lieber im Verborgenen blieben.
Sie nahm ihre Nichte in den Arm:
„Seh doch einfach drüber hinweg, Lyssi. Erwachsene streiten sich eben ab und an. Das ist nun mal so. Selbst deine Eltern. Und sie vertragen sich auch wieder. Man kann nicht jahrelang zusammen leben ohne nicht einmal zu streiten. Das ist wissenschaftlich erwiesen. Weißt du, 76,78 % -“
„Mich interessiert es nicht, was wissenschaftlich erwiesen ist, Tante Haley. Wir reden hier von dem Ausnahmefall.“
Haley sah ihre Nichte an und hob hilflos die Arme:
„Was soll ich tun, Alyssa? Das müssen die beiden unter sich klären.“
„Glaubst du...glaubst du denn, dass alles wieder gut wird?“
Diesmal konnte Haley lächeln:
„100%-ig.“


*


Rose saß auf ihrer Seite des Bettes und betrachtete das Foto das sie in der Hand hielt. Es war das Foto vom Schulball. Von ihr und Jake als sie 15 waren.
Das war mittlerweile 18 Jahre her. Nun waren sie 33 Jahre, hatten eine Tochter und waren verheiratet.
Doch das Foto täuschte.
Zu der Zeit hatte sie noch dem Jägerclan angehört.
Zu der Zeit war noch nichts perfekt gewesen.
Es war eine der härtesten Zeiten für sie gewesen.
Plötzlich hatte sie Tränen in die Augen, die augenblicklich überquollen und über ihre Wangen liefen.
Warum hatte sie Jake nun dafür bestraft, weil sie so hatte leiden müssen damals?
Er war doch schließlich der Grund, warum sie den Mut hatte aus dem Clan auszutreten und ein neues Leben zu beginnen.
Sobald er wieder kam würde sie sich entschuldigen.
Plötzlich wurde ihr speiübel.
Sie legte das Foto zur Seite und ging in das anliegende Badezimmer.
Sie sah in den Spiegel als sie sich am Becken abstützte.
Sie war kreidebleich.


*

Alyssa schloss die Haustür auf und wollte in ihr Zimmer gehen. Doch vor dem Zimmer ihrer Eltern blieb sie stehen. Sie sah durch den Spalt. Das Licht war an, doch es war niemand da. Dann hörte sie ein leises gequältes Röcheln.
Sie ging in das Schlafzimmer.
„Mom?“, fragte sie.
Als sie die Tür vom Badezimmer ihrer Eltern öffnete, erschrak sie.
Ihre Mutter hatte ihre Arme um ihren Unterleib geschlungen und ihr Gesicht war schmerzverzerrt.
„Ahhh...“, entfuhr es ihr gequält und plötzlich gaben die zittrigen Beine ihrer Mutter nach und sie fiel zu Boden.
„Mom!“, schrie Alyssa und war sofort an der Seite ihrer Mutter, die sich krümmte vor Schmerz.
Sie rüttelte an der Schulter ihrer Mutter, doch bekam nichts als Schmerzensgeräusche zurück.
Und dann sah sie es in dem Spiegel des Waschbeckens. Sie stand auf und sah die Blutreste im Waschbecken.
Sie erstarrte, zog schließlich ihr Handy aus der Tasche und wählte den Notruf.
Währenddessen kniete sie sich wieder zu ihrer Mutter herunter.
„Ja, Hallo. Ich brauche dringend einen Krankenwagen. Meine Mutter ist zusammengebrochen, sie krümmt sich vor Schmerzen und reagiert nicht auf mich. Außerdem ist das Waschbecken voller Blut.“
„Wo hat sie die Schmerzen?“, fragte die männliche Stimme am andern Ende.
„Ich denke im Unterbauch. Jedenfalls hat sie ihre Arme darum geschlungen. Bitte kommen sie schnell!“, sagte Alyssa mit Angst in der Stimme.
„Wo befinden sie sich?“
Alyssa gab ihre Adresse durch und der Mann antwortete:
„Lassen sie sie so liegen, wie sie sich selbst hinlegt. Die Kollegen sind unterwegs.“
Damit legte er auch und Alyssa beugte sich zu ihrer Mutter:
„Hilfe ist unterwegs Mom.“, sagte sie und hatte Tränen in den Augen, „Bitte halte durch.“

*

Nach 10 Minuten kam der Krankenwagen mit Notarzt.
Alyssa machte ihnen die Tür auf und nun kniete der Notarzt neben ihrer Mutter.
„Wissen sie ob sie irgendetwas falsches gegessen hat?“, fragte er Alyssa.
„Nein, ich glaube nicht. Alles was sie gegessen hat habe auch ich gegessen.“
„Hat sie irgendwelche Allergien?“
„Nein.“
„Wissen Sie ob sie Tabletten genommen hat?“
„Nein. Ich...ich weiß es nicht. Ich bin gerade erst nach Hause gekommen als sie schon zusammen gebrochen ist.“
Der Arzt schüttelte sanft an der Schulter ihrer Mutter, die sich immer noch krümmte vor Schmerz und sich patu nicht aus der Embryonalen Stellung, in der sie sich befand, lösen ließ.
An die Rettungsassistenten gewandt sagte er:
„Nimmt sie mit zum Krankenhaus. Gebt ihr eine 500 NaCl Lösung mit-“, und schon begann er irgendwelche Fachwörter den Rettungsassistenten an den Kopf zu werfen.
Sie kamen mit einer Krankentransportliege und hoben Alyssas Mutter vorsichtig darauf. Dann fuhren sie sie aus dem Raum.
Der Notarzt begann an seine junge Assistentin, auf deren leuchtende Jacke „Arzthelferin“ stand:
„Bereiten sie bitte den Krankentransportschein und die Notfalleinweisung vor.“
Die junge Frau mit den schulterlangen blonden Haaren nickte und verließ den Raum.
An Alyssa gewandt sagte der Arzt:
„Wir nehmen sie mit ins Krankenhaus. Sie muss aufjedenfall stationär untersucht werden.“
„Kann ich bitte mit kommen? Ich möchte sie nicht alleine lassen.“, sage Alyssa.
Der Notarzt überlegte kurz. Alyssa wusste, dass er sagen würde, dass das nicht gehen würde, doch dann lächelte der Notarzt warm.
„Komm mit. Du kannst mit meiner Assistentin im Notarztwagen mitfahren. Ich helfe in der Zeit deiner Mutter.“
Alyssa nickte und folgte dem Notarzt nach draußen, wo zwei Autos standen.
Zum einen ein großes Auto, der Rettungswagen, und ein Kleintransporter von Mercedes, mit der Aufschrift „Notarzt“.
Der Notarzt machte Alyssa die Beifahrertür dieses Wagens auf und sagte zu seiner Helferin, die auf der Fahrerseite saß:
„Nehmen sie doch bitte das junge Mädchen mit zum Krankenhaus. Ich fahre bei den Rettis mit.“
„Geht klar.“, sagte sie und gab dem Arzt ein paar Blätter.
„Der Transportschein und die Einweisung.“
„Ja. Danke.“, damit verschwand der Arzt und Alyssa setzte sich in das Auto.
„Hi. Ich bin Nadja.“, stellte sich das junge Mädchen vor.
„Alyssa.“, sagte diese zurück und Nadja startete den Motor.
„Dann werden wir mal deiner Mom folgen.“


*

Sie kamen am Krankenhaus an und Alyssa bedankte sich bei Nadja.
„Kein Problem. Gute Besserung an deine Mom.“, sagte sie und Alyssa bedankte sich und ging.
Eine Schwester sagte ihr, dass sie doch im Warteraum platz nehmen möge, während sich die Ärzte um ihre Mutter kümmerten.
Alyssa nickte und setzte sich auf einen der Stühle.
Sie holte ihr Handy heraus und wählte die Nummer ihres Vaters.
Nach mehrfachem Leerzeichen ging die Mailbox dran.
Alyssa begann nach dem Piepton:
„Hey Dad...ich...wenn du diese Nachricht bekommst, komm bitte sofort zum Krankenhaus. Ich bin im Wartezimmer der Notfallaufnahme. Und...bitte beeil dich.“, sie versuchte ihre verängstigte Stimme nicht ganz so weinerlich anhören zu lassen. Ohne Erfolg.
Also saß sie da und wartete.


*


Als Jake wiederkam, sah er sein Handy auf dem Tisch in dem Hinterzimmer von dem Laden seines Großvaters liegen.
Es blinkte.
Fu Dog kam herein und sagte:
„Oh, Hey kleiner. Du hast es hier vergessen. Du solltest es nächstes mal mitnehmen. Es könnte Lebenswichtig sein.“
Während der Hund weiter plapperte sah er auf sein Handy.
Drei Anrufe in Abwesenheit.
Einer von Haley
Und zwei von Alyssa.
Einer davon mit Sprachnachricht.
„Warte kurz Fu.“, sagte er und unterbrach damit den Wortschwall des Hundes.
Die Stimme seiner Tochter ertönte.
„Hey...Dad. ..“, ihre Stimme war aufgelöst und ängstlich. Gar nicht Alyssas Art, „wenn du diese Nachricht bekommst, dann komm bitte sofort zum Krankenhaus. Ich bin in Wartezimmer der Notaufnahme...bitte beeil dich!“, letztes Klang so, als würde sie beginnen zu weinen.
Und das versetzte ihn in Panik.
Er schnappte sich seine Jacke, sein Autoschlüssel und stürmte aus der Tür.
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