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Daily Madness

Kurzbeschreibung
GeschichteKrimi, Schmerz/Trost / P18 / MaleSlash
Beyond Birthday L Light Yagami Matt Mello Misa Amane
04.01.2014
21.06.2014
48
97.456
1
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Dieses Kapitel
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04.01.2014 1.988
 
Mit einer Einkaufstüte in der Hand schloss L die Wohnungstür auf und brachte diese in die Küche. Er hatte seinen freien Vormittag dafür genutzt, sich ein paar Informationen zu der Mordserie zu besorgen und seinen Süßigkeitenvorrat wieder aufzufüllen. Stundenlang hatte er in der Stadtbibliothek gehockt und sich ein Buch nach dem nächsten durchgelesen. Es war wenig brauchbares dabei gewesen und wirklich neue Erkenntnisse hatte er nicht gewonnen.
Ganz unten in der Tüte befand sich ein altes Taschenbuch mit schon deutlich vergilbten Seiten. Es war eine der Erstausgaben des Kriminalromans von Agatha Christie´s „The A.B.C. Murders“. Er wusste nicht, ob der Täter tatsächlich nach dem Schema dieses Buches mordete, aber er wollte die Möglichkeit nicht außer acht lassen.
„Hallo L, schon wieder zurück?“ Wie aus dem Nichts stand Beyond im Türrahmen und man musste wirklich kein Meisterdetektiv sein um erahnen zu können, was dieser bis vor kurzem noch getrieben hatte. Alleine sein Blick verriet ihm alles.
„Ich lade nur kurz die Einkäufe ab und muss dann direkt weiter zu einem Meeting.“
„Wirklich schade, ich dachte wir könnten uns eine schöne Zeit machen, solange Matt weg ist.“
„Vielleicht wann anders.“ Mit diesen Worten schob sich L an seinem Mitbewohner vorbei und verließ kurz darauf wieder die Wohnung. Er hatte zwar eigentlich kein Meeting, aber diese kleine Notlüge war nötig gewesen. Denn so konnte das definitiv nicht weitergehen. Wäre jetzt Matt vor ihm wiedergekommen, dann hätte es mit Sicherheit Mord und Totschlag gegeben. Beyond ging einfach viel zu weit und er musste dem ein Ende setzten, nur konnte man mit dem Schwarzhaarigen nicht reden. Beyond tat das doch sicherlich alles mit Absicht, er hat sich noch nie wirklich mit Matt verstanden. Jetzt hoffte er wenigstens Mello zur Vernunft bringen zu können.
An der Eingangstür des Gebäudes blieb er stehen und schob sich eine Hand Bonbons in den Mund. Er hegte keine Zweifel daran, dass Mello in kürzester Zeit hier heraus kommen würde.
Tatsächlich dauerte es nur wenige Minuten bis die Tür aufging und sich ein blonder Haarschopf hinausschob. Er musste gar nicht erst auf sich aufmerksam machen, Mello erblickte ihn noch im selben Moment wo er den Fuß vor die Tür setzte.
„Eh... L?!“ Geschockt starrte der Blonde ihn an, bevor er hastig den Blick abwandte und gehen wollte.
„Mello? Hast du mal einen Moment?“
„Nein“, schoss der Jüngere scharf zurück, ohne auch nur einen Blick über die Schulter zu werfen. Anscheinend war er sauer oder so. Weil er sich ertappt fühlte? Wahrscheinlich...
„Es geht um Beyond und dich.“
Bei den Worten stoppte Mello schlagartig. Seine geballte Faust zitterte leicht. „Was willst du? Ich kenne dich nicht!“
„Wir sollten das nicht hier draußen besprechen. Lass uns in den Waschraum gehen“, schlug er vor und hielt einladend die Eingangstür auf. Er würde Mello nicht zwingen mit ihm zu sprechen, der Blonde musste selbst entscheiden ob er seine Hilfe annehmen wollte oder nicht. Er hoffte es nur.
Mello schien in Gedanken kurz abzuwägen und stapfte dann schnaubend wieder zurück. Trotz der deutlich genervten Miene spürte er die Anspannung. Wahrscheinlich hatte Mello niemals gewollt das jemand von seiner Beziehung mit Beyond etwas mitbekam. Damit stiegen die Chancen, dass er bei dem Blonden auf Einsicht hoffen konnte.
In dem kleinen Raum im Erdgeschoss angekommen ließ sich L auf den Stuhl gegenüber der Waschmaschinen und dem Trockner sinken. Mello lehnte sich an eine der Maschinen und zog eine ganze Tafel Schokolade aus der Tasche. „Was ist jetzt? Ich hab nicht ewig Zeit!“
„Ich weiß, dass du etwas mit Beyond am Laufen hast.“
„Und?“, knurrte Mello und zerbröselte bei dem Versuch die Schokolade auszupacken diese fast komplett.
„Du solltest ihm klare Grenzen setzen, wenn du nicht willst, das es jemand mitbekommt.“
Mit einem Knacken brach die Schokolade in der Mitte durch. „Und was interessiert es dich?!“, fauchte Mello leise.
„Es interessiert mich nicht, ich wollte dich nur warnen. Matt und Beyond hassen sich, schon immer, und sollte Matt das mit euch jemals herausfinden, dann wird das ein unschönes Ende nehmen.“ Und das war noch harmlos ausgedrückt. Er war sich eigentlich ziemlich sicher, dass wenigstens einer der Beiden die Konfrontation nicht überstehen würde. Beyond zögerte so oder so nicht davor Gewalt einzusetzen und Matt würde wahrscheinlich auch rot sehen, wenn er mitbekam das sein verhasster Mitbewohner wieder eine Affäre mit seiner großen Liebe hatte. Wenn es soweit war wollte er nicht dazwischen stehen.
„Und was habe ich damit zu tun, wenn die sich die Köpfe einschlagen?“
„Du bist der Auslöser.“
„Wie meinst du das?“, fragte Mello skeptisch und biss von seiner inzwischen leicht ramponierten Tafel ab.
„Es besteht die Wahrscheinlichkeit, dass Matt tiefere Gefühle für dich hegt. Den Rest wirst du dir dann wohl denken können.“ Es war zwar nicht nett von ihm, Mello das hinter Matts Rücken zu erzählen, aber schließlich hatte er es selbst herausgefunden und war dementsprechend auch nicht an eine Schweigepflicht gebunden. Somit bereitete es ihm auch kein schlechtes Gewissen.
Nachdenklich runzelte Mello die Stirn und schüttelte schließlich den Kopf. „War´s das jetzt? Ich hab auch noch was anderes zu tun!“
„Das war´s.“
Kaum das er diese Worte gesagt hatte, verschwand der Blonde auch schon und ließ die Tür hinter sich zufallen. Er hatte getan, was er tun konnte, und hoffte jetzt damit Erfolg zu haben. Mello sollte jetzt mal vernünftig darüber nachdenken und dann zu einem Entschluss kommen. Er hoffte, dass der Blonde klug genug war die richtige Entscheidung zu treffen.



Schlecht gelaunt stiefelte Matt neben dem Mädchen her übers Schulgelände zum Taira. Am liebsten würde er im Moment den nächstbesten Baum zu Kleinholz zertrümmern, aber sich gleichzeitig auch heulend unters Bett verkriechen. Er fühlte sich so dermaßen zwiegespalten und das trug nicht gerade zu seiner Grundzufriedenheit bei. Zudem zitterten seine Hände bereits so stark, dass er sie vorsorglich in den Taschen seiner Jeans vergraben hatte. Er hatte ja schon immer gewusst das er süchtig war, aber diese Entzugserscheinungen waren selbst für ihn heftig. Und das alles nur, weil er seit nun mehr vier Stunden weder eine Kippe, noch seine Konsolen angepackt hatte. So etwas würde er mit Sicherheit nie wieder tun. Es fühlte sich einfach viel zu beschissen an.
„Kommst du noch kurz mit hoch?“, fragte Aimi und lächelte ihn an.
„Kurz“, antwortete er und verfluchte sich selbst dafür. Er würde sich gleich mit einer ganzen Schachtel vor seine Konsole kleben und den ganzen restlichen Tag nichts anderes mehr machen.
„Super, das freut mich.“
Wenigstens einer von ihnen schien gut drauf zu sein. Schweigend folgte er der Brünetten in die Wohnung im ersten Stock. Anscheinend waren sowohl Misa, wie auch Mello nicht da. Einerseits fand er das wirklich schade, andererseits war er auch froh darüber. Er befürchtete, dass er sich Mello gegenüber nicht wirklich normal verhalten könnte. Wie auch, wenn er in ihn verliebt war, obwohl sie sich gar nicht richtig kannten?
„Möchtest du noch etwas trinken?“, fragte Aimi und ging hinüber in die Küche.
„Vielen Dank, aber ich muss noch etwas erledigen. Bitte entschuldige.“ Er wollte nun wirklich nicht unhöflich sein, aber er wollte hier weg.
„Ach was, schon in Ordnung. Ich hoffe wir sehen uns bald nochmal wieder, Mail.“
„Bestimmt. Bis dann.“ Mit diesen Worten wandte er sich wieder zum Gehen und verließ die Wohnung. Schon im Treppenhaus zog er die Zigarettenschachtel und sein Feuerzeug aus der Tasche. Seine Hände zitterten noch immer, inzwischen wahrscheinlich auch aus Vorfreude auf das langersehnte Nikotin.
Endlich an der frischen Luft angekommen zündete er sich einen der Glimmstängel an und zog den Rauch tief in seine Lungen. Der Himmel auf Erden. In diesem Moment blendete er seine Umgebung fast komplett aus, sodass er Mello erst wahrnahm als es schon zu spät war. Der Blonde hatte ihn bereits entdeckt und runzelte leicht die Stirn, bevor er einfach an ihm vorbeischaute und weiter zur Haustür ging. „Was willst du hier?“, fragte er schließlich, die Tür bereits in der Hand.
Matt zwang sich innerlich zur Ruhe und versuchte sein stark klopfendes Herz einfach zu ignorieren und in einem normalen Tonfall zu antworten. „Ich habe Aimi nach Hause gebracht.“ Hoffentlich klang es in Wirklichkeit genauso neutral, wie es sich für ihn angehört hatte. Mello durfte keinen Verdacht schöpfen.
„Hm“, brummte Mello nur und war schon im Inneren des Gebäudes verschwunden. Erleichtert stieß Matt die angehaltene Luft aus und machte sich auf den Weg zurück. Ihm war bewusst, dass es nicht auf ewig so weitergehen konnte und er Mello seine Gefühle entweder gestehen musste oder er ihn am besten direkt vergaß. Aber beides war nicht einfach und er wollte keine Abfuhr erleiden. Er wusste ja nicht einmal ob Mello überhaupt etwas mit Homosexualität anfangen konnte oder eine solche Liebe gar abartig fand. Oder vielleicht hatte er sogar eine Freundin? Das war doch auch eine komplett neue Situation für ihn, schließlich hatte er sich bisher nie zum männlichen Geschlecht hingezogen gefühlt und obwohl er sich als bisexuell bezeichnete, war es Tatsache das Mello hier eine große Ausnahme in seinem Leben als Hetero war. Er hatte keinerlei Interesse an anderen Männern.
Vor dem Fujiwara trat er seine Kippe aus und betrat das Wohnhaus. Er musste jetzt unbedingt ein wenig Zocken um den Kopf wieder etwas frei zu bekommen. Und natürlich auch um dieses fast schon süchtige Verlangen zu stillen. Gerade als er die ersten Treppenstufen erklimmen wollte, öffnete sich die Tür des Waschraumes im Erdgeschoss und L trat heraus.
„Du bist wieder zurück“, stellte L fest.
„Und was machst du im Waschraum?“ L und Wäsche waschen waren zwei Dinge die einfach nicht zusammenpassten. In den fast drei Jahren, die er den Schwarzhaarigen jetzt schon kannte, hatte dieser noch nie seine Wäsche gewaschen. Meistens jubelte er seine Sachen ihm unter.
„Ich hab Beyond erzählt ich hätte ein Meeting.“
„Du solltest dem Kerl mal klar die Meinung geigen und dich nicht vor ihm verkriechen!“ Dieser rotäugige Bastard machte ihn wirklich wütend und anfangs hatte er tatsächlich noch geglaubt sie könnten Freunde werden. Es war offensichtlich, dass Beyond L regelmäßig bedrängte und sich ihm regelrecht aufzwang und er konnte wirklich nicht verstehen, wie dieser dabei so ruhig bleiben konnte. Beyond gehörte dafür wirklich die Fresse poliert, aber er würde sich nicht in Angelegenheiten einmischen, die ihn nichts angingen. Solange Beyond ihn nicht dumm anmachte, ignorierten sie sich. Anders hätten sie die drei Jahre in einer Wohnung nicht überlebt.
„Glaub mir, ich verkrieche mich nicht vor ihm. Er kennt seine Grenzen und testest sie eben nur allzu gerne aus. So ist er eben.“
„Ich weiß“, knurrte Matt leise und stieg die Treppen nun empor. Beyond sollte es nur wagen und irgendeinen Spruch loslassen. Er konnte das gut und gerne ignorieren, wenn er denn wollte. Es war wirklich eine Schande, dass das damals zwischen ihnen vorgefallen war, ansonsten wären sie bestimmt heute noch befreundet. Obwohl, wenn er es sich recht überlegte wollte er eine solch miese und hinterhältige Schlange unter keinen Umständen zum Freund haben. Schon mit ihm unter einem Dach zu leben war eine Herausforderung und wenn die Schulleitung es zulassen würde, dann würde er sofort in eine andere Wohnung ziehen. Allerdings war das leider keine Option und so hieß es die Situation auszusitzen oder die Uni schmeißen, wobei zweites für ihn nicht in Frage kam.

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Hallo alle zusammen!!!
Und schon ist wieder Samstag, wie doch die Zeit verfliegt...
Erst gestern sind unsere drei Schweinchen"babys" bereits vier Jahre alt geworden, dabei kommt es mir noch gar nicht so lange vor, als sie geboren wurden. Und der Bruder der drei Mädels ist auch schon seit einem Jahr auf der Regenbogenwiese... Wo verdammt bleibt die ganze Zeit ?___?
*seufz*
Ich hoffe euch hat das Kapitel gefallen und ich werde euch schon einmal so viel verraten, dass wir am Dienstag ein wenig über Matts Vergangenheit erfahren werden ^^
So, dann noch ein dickes Danke an ReWeJuIs, -Lumi- und Dark-JD für ihre lieben Reviews, die im Laufe des Abends auch noch beantwortet werden(!).
Und damit sage ich bis später, weil die Zeit bis Dienstag bestimmt wieder nur so vorbeifliegt ;D
Liebe Grüße,
eure Blue
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