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Daily Madness

Kurzbeschreibung
GeschichteKrimi, Schmerz/Trost / P18 / MaleSlash
Beyond Birthday L Light Yagami Matt Mello Misa Amane
04.01.2014
21.06.2014
48
97.456
1
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Dieses Kapitel
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04.01.2014 1.805
 
~Freitag~


Gelangweilt saß Matt auf seinem Stuhl und lauschte dem Gespräch der anderen nur mit halbem Ohr. Sie diskutierten jetzt bestimmt schon seit Stunden über das Thema des Schulfestes und irgendwann war ihm das einfach zu langweilig geworden. Zum Glück hatte er sich sicherheitshalber seine PSP eingesteckt, da er ein solches Szenario schon vorausgeahnt hatte. So konnte er ganz gemütlich unter dem Tisch zocken und musste sich nicht langweilen.
Im Moment war eine hitzige Diskussion zwischen Misa und Kiyomi entbrannt, die langsam aber sicher in einen regelrechten Streit auszuarten schien. Light versuchte verzweifelt wieder Frieden zu schaffen, während L sich wie er komplett aus dem ,Gespräch' heraushielt. Die beiden Mädchen hatten sich schon seit einiger Zeit auf dem Kicker und er war davon überzeugt, dass der Grund dafür sein Freund war, allerdings sah dieser das natürlich total anders. Entweder checkte Light wirklich nicht was hier lief oder aber er verdrängt es gekonnt.
„Matt! Jetzt sag doch auch mal was!“ Light wirkte inzwischen schon fast verzweifelt, aber er konnte da auch nicht viel machen. Oder wollte, je nachdem. Da musste sein Freund schon alleine durch. Ohne die Bitte des Brünetten zu beachten spielte er weiter.
„Du bist ja echt ein toller Freund! L, hilfst du mir?“
Tatsächlich erhob sich der Schwarzhaarige und ging zwischen die beiden Streithähne, die sich inzwischen auch allerlei themenunabhängige und obszöne Wörter an den Kopf warfen. „Wir werden die beiden verschiedenen Themen einfach miteinander kombinieren und fertig. Damit beenden wir die Sitzung jetzt.“
„Siehst du, Light, so muss man das machen! Du bist wirklich so ein Schwächling!“, fuhr Kiyomi Light nun an und verschwand dann erhobenen Hauptes aus dem Raum.
Erleichtert speicherte Matt sein Spiel und ließ die Konsole wieder in seiner Tasche verschwinden. Endlich würden sie hier raus kommen. L war zwar nicht unbedingt der sozialste Mensch den er kannte, aber wenn es nötig war konnte er gut durchgreifen. Da war es egal, ob es gegenüber jüngeren oder älteren Schülern oder Lehrern war. Mit dieser Fähigkeit würde der Schwarzhaarige bestimmt einmal ein grandioser Firmenboss oder auch Polizeipräsident werden.
Noch während er aufstand zog er die Schachtel mit den Zigaretten und sein Feuerzeug aus der Tasche. Er musste jetzt unbedingt erst einmal eine Rauchen. Ja ja, die Sucht... Wie oft hatte er nicht schon versucht damit aufzuhören? Viel zu oft, um das noch nachhalten zu können.
Allerdings endete sein Weg schon im Flur, wo er fast mit Aimi zusammenstieß. Die Brünette schien auf irgendjemanden zu warten, höchstwahrscheinlich auf Misa. Vielleicht waren die beiden verabredet, schließlich hatte ihr Treffen fast doppelt so lange wie normalerweise gedauert?
„Tut mir leid“, entschuldigte sich Aimi schnell und lächelte verlegen, „ich wollte eigentlich nur Misa abholen.“
„Sie müsste gleich kommen.“
„Flirtet sie wieder mit Light?“, seufzte sie leise und dann schien ihr plötzlich wieder etwas einzufallen. „Ach so, wegen dem Eis essen... hättest du vielleicht morgen Zeit?“ Sie wirkte ein wenig nervös, lächelte ihn aber so offen an, dass man eigentlich gar nicht absagen konnte ohne ein schlechtes Gewissen zu bekommen.
„Morgen ist gut. Wollen wir uns um vierzehn Uhr am Schultor treffen?“
„Ja, klar! Vielen Dank!“ Überglücklich lächelte sie ihn an.
„Dann bis morgen“, verabschiedete er sich und verließ das Schulgebäude, um endlich eine Kippe zu rauchen. Der Nikotinentzug machte sich langsam wirklich bemerkbar. Endlich draußen angekommen widmete er sich seinem Glimmstängel und genoss den Rauch in seinen Lungen. Jetzt musste er seine schöne Zockerzeit auch noch für einen Ausflug in die Stadt hergeben. Aber er konnte eine solche Einladung auch nicht einfach abschmettern wie es sein Freund jedes Mal tat, besonders nicht von so einem fröhlichen und netten Mädchen wie Aimi. Auch wenn er viel lieber zusammen mit Mello ein Eis essen gehen würde...
„Matt!“
Plötzlich stand Light hinter ihm und schaute ihn nicht gerade glücklich an. Im Gegenteil, er schien sauer zu sein und das so richtig. Nahm er ihm jetzt etwa übel das er sich nicht todesmutig zwischen die beiden Kampfhühner geworfen hatte?
„Ich finde es richtig scheiße von dir, dass du mich einfach so stehen lässt“, beschwerte sich Light geradeheraus und verschränkte die Arme vor der Brust, „ein wenig mehr Unterstützung erwarte ich schon von meinem Freund. Pass auf, demnächst werde ich ins Fujiwara kommen um mich mit L zu treffen anstatt mit dir.“
„Dann hätte ich wieder mehr Zeit zum Zocken...“, überlegte er laut und nahm einen tiefen Zug seiner Zigarette, „und außerdem kann dir L auch mehr beibringen als ich.“ Nachdenklich blies er den Rauch wieder in die Luft und beobachtete, wie sich der Qualm auflöste.
„Du bist mir ja ein toller Freund! Übrigens, was wollte Aimi von dir?“
„Sie hatte mich zum Eis essen eingeladen, weil ich ihr bei ihrem Computer geholfen habe.“
„Ein Date also?“, hakte Light neugierig wie er war nach.
„Date?“, wiederholte Matt amüsiert und schüttelte leicht den Kopf. „Du weißt doch ganz genau das ich auf Mello stehe.“
„Ich finde Aimi würde ganz gut zu dir passen. Versuch´s doch mal mit ihr.“
Auf was für Ideen Light immer kam... Aimi war nett und er half ihr gerne, aber das war´s auch schon. Er hatte keinerlei Interesse an dem Mädchen, er wollte nur Mello haben. Eigentlich sollte Light das inzwischen verstanden haben, aber anscheinend schien er es noch immer nicht ganz wahrhaben zu wollen.
„Sorry, Light, aber das wird nichts.“ Freundschaftlich klopfte Matt dem Jüngeren auf die Schulter und trat seine Kippe auf dem Boden aus. „Bevor ich Mello einfach so aufgebe wirst du schwul.“
„Nie im Leben!“
„Siehst du, meine Worte.“ Mit einem Zwinkern wandte er sich zum Gehen und zog noch im Laufen erneut seine PSP aus der Tasche, um sein Spiel weiter zu zocken.


Ganz genau beobachtete L die Miene seines Gegenüber, während dieser die aktuellen Ermittlungsergebnisse und ganz besonders den neuen Todesfall studierte. Wie nicht anders zu erwarten setzte sich das Phänomen mit den Initialen fort. Das vierte Opfer war Daniel Dearing, 21 Jahre, Bürokaufmann und er hatte eine Verlobte. Damit war er wie das zweite Opfer auch männlich, allerdings glaubte er nicht wirklich, dass diese Auffälligkeit von Bedeutung war. Die Chance war schwindet gering und sprach eher für einen Zufall, was aber nicht hieß, dass er diesen möglichen Aspekt außer Acht lassen durfte. Sollte nämlich der Fall eintreten und dieser minimale Prozentsatz zutreffen, dann wäre das nächste Opfer mit den Initialen E.E. eine Frau.
Er konnte genau sehen, wie sich die Gesichtszüge des Jüngeren beim Anblick der Tatortbilder und des Berichts des Tathergangs verhärteten und er eine blass-grüne Gesichtsfarbe annahm. Es war eigentlich auch nicht verwunderlich, wahrscheinlich war Near noch nicht oft mit solchen Bildern konfrontiert worden. Als er seine erste Leiche gesehen hatte, hatte er sich auch erst einmal die Seele aus dem Leib gekotzt. So etwas steckte man einfach nicht so leicht weg.
Das aktuelle Opfer schien die bisherigen in Brutalität und Abartigkeit sogar noch zu übertreffen. Wieder verschwand das Opfer drei Tage vor dem Fund der Leiche und wieder war es ein anonymer Anrufer, der die Polizei auf die Spur des Fundortes brachte. Am Tatort fand man neben der Leiche und dem mit Blut geschriebenen „B“ an der Wand keinerlei weitere Indizien. Die Autopsie hatte dann ergeben, dass der junge Mann wohl unter Drogen gesetzt wurde und am lebendigen Leib auseinandergenommen wurde. Haut, Organe oder ganze Körperteile hatte der Täter abgetrennt und dabei, wie bei den bisherigen Fällen auch, großes Wissen im Bereich der Medizin bewiesen. Er war so sauber und strategisch vorgegangen, sodass das Opfer erst nach mehr als einem Tag unter dieser Behandlung verstorben war. Es war wirklich ein grausames Bild und eigentlich wollte er das niemandem zumuten, aber er brauchte unbedingt die Meinung des Weißhaarigen.
„Was hältst du davon?“, fragte L, nachdem der Jüngere auch den letzten Abschnitt gelesen hatte und die Blätter vor sich auf das Bett legte. Gedankenverloren begann er mit einer Haarsträhne zu spielen, während er noch einmal die Bilder betrachtete.
„Ich schätze er spielt ein Spiel mit der Polizei. Eine Art Versteckspiel. Er will gefunden werden und hinterlässt deswegen Hinweise wie das „B“ und die Namen der Opfer. Seine Morde werden zudem immer brutaler, was dafür spricht, dass er mit jedem Mord mehr an Hemmungen verliert und neue Dinge ausprobiert. Vielleicht will er der Polizei aber auch zeigen, wie ernst ihm die Sache ist und sagen, dass sie ihn verstärkt suchen sollen. Zudem scheint er nicht sonderlich geduldig zu sein, aber schlau genug um trotz allem nicht seine Deckung zu vernachlässigen. Täter solcher Art sind am gefährlichsten.“
Genau so schätzte er den Täter auch ein. Psychisch labil und Intelligent, eine dieser Eigenschaften war schon schlimm genug, aber beide zusammen? In all seinen Fällen hatte er es noch nicht mit einem Täter, der diese beiden Charaktereigenschaften besaß, zu tun bekommen. Es würde schwer werden und eine waschechte Herausforderung sein, aber er konnte nicht einfach aufgeben und diesen Kerl munter weiter morden lassen. Er würde ihn kriegen.
„Vielen Dank für deine Einschätzung. Du hast mir sehr geholfen, Near.“ Mit einer Bewegung sammelte er die Unterlagen wieder ein und stand auf. „Bitte behalte diese Informationen für dich und behandle sie streng vertraulich.“
„Aber natürlich. Ich bin immer froh, wenn ich dir helfen kann einen Mörder zu fassen.“
Mit einem letzten Gruß verließ L das Zimmer des Weißhaarigen und ging durch den Flur zur Wohnungstür. Gerade als er diese fast erreicht hatte, öffnete sie sich und Light trat ein. Er wirkte etwas überrascht, als er ihn sah. „Hast du Near besucht?“, frage er schließlich und zog sich die Schuhe aus.
„Ja“, gab er knappe Auskunft. Es verwunderte ihn ein wenig, dass Light erst jetzt, über zwei Stunden nach Beendigung ihres Treffens, ins Minamoto zurückkam. Bisher hatte er immer geglaubt Light würde nach der Schule weiterlernen. Aber gut, vielleicht war er auch in der Bibliothek gewesen.
„Ist noch etwas?“, fragte Light und legte den Kopf etwas schief.
„Nein, ich war nur in Gedanken.“ Mit diesen Worten schob er sich an dem brünetten Jungen vorbei und verließ die Wohnung.
Light... Er und Near rangen momentan um den Titel des Jahrgangsbesten. Sie waren beide wirklich nicht dumm und er war sich sicher, würde Light sich auch nur ansatzweise so sehr für ihn interessieren wie Near es getan hatte, dann würde auch er seine zweite Identität als Detektiv herausfinden. Er war wirklich gespannt, ob dieser Fall jemals eintreten würde. Selbst Beyond hatte das bisher noch nicht geschafft und der interessierte sich nun wirklich für ihn, wenn auch auf einer ganz anderen Ebene. Ehrlich gesagt war es ihm aber auch ganz lieb, wenn so wenig Leute wie möglich davon wussten. Er agierte lieber im Geheimen und hatte so den Überraschungsmoment auf seiner Seite. Wer erwartete auch schon einen jungen Studenten hinter einem weltberühmten Detektiv?

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Abend zusammen,
hier ist das nächste Kapitel.
Vielen Dank an ReWeJuIs, -Lumi- und Dark-JD für ihre lieben Reviews <3

Ich hoffe euch hat das Kapitel gefallen und bis Dienstag!
Eure Blue
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