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Daily Madness

Kurzbeschreibung
GeschichteKrimi, Schmerz/Trost / P18 / MaleSlash
Beyond Birthday L Light Yagami Matt Mello Misa Amane
04.01.2014
21.06.2014
48
97.456
1
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Dieses Kapitel
3 Reviews
 
04.01.2014 2.008
 
~Donnerstag~

Schlecht gelaunt stiefelte Matt am nächsten Tag über den Kiesweg zu seiner Wohnung. Der Schultag heute war ihm so richtig auf den Keks gegangen und er war mehr als froh, wenn er sich gleich einfach nur auf sein Bett schmeißen und ´ne Runde zocken konnte. Die Lehrer schienen ihn heute allesamt auf dem Kicker gehabt zu haben und hatten ihn nur mit nahezu unlösbaren Aufgaben konfrontiert. Er war kein schlechter Schüler, andernfalls hätte er auch nie auf diese Schule gehen können, aber manchmal erschien ihm das alles wie ein unlösbares Rätsel aus Hieroglyphen.
In der Wohnung angekommen ließ er die Tür hinter sich zu knallen und ging in die Küche. Er brauchte jetzt unbedingt etwas Nervennahrung und konnte nur schwer hoffen, dass Beyond dieses Mal nicht so patzig war. Sie konnten sich zwar noch nie wirklich ausstehen, aber manchmal herrschte ein regelrechter Kleinkrieg zwischen ihnen. Zu seinem Glück fand er heute nur L in der Küche vor, der mit einer Schüssel Pudding vor seinem Schulbuch saß.
„Ich habe dir auch etwas Pudding gemacht“, begrüßte ihn der Schwarzhaarige ohne von seinem Buch aufzusehen, „aber wenn du den nicht magst, dann kannst du ihn auch mir geben.“
Matt seufzte leise. Das war mal wieder klar gewesen. Er wusste doch, dass L mehr als nur scharf auf den Pudding war und geradezu betete, dass er das Angebot abschlug und ihm den Pudding überließ. Da er gerade auch nicht wirklich Hunger darauf verspürte, nahm er sich nur eine Chipstüte aus dem Schrank. „Tu dir keinen Zwang an“, meinte er und verschwand in seinem Zimmer. Dort ließ er sich sogleich aufs Bett fallen und schnappte sich seine PSP, die wie immer unter seinem Kopfkissen ruhte und begann zu spielen.
Er hätte nicht wenig Lust nach so einem beschissenen Tag einfach zu Mello zu gehen und sich von ihm aufheitern zu lassen, genauso wie jeder es in einer normalen Beziehung auch tun würde. Allerdings waren sie kein Paar und würden es wohl auch nie werden. Alleine schon die Vorstellung war viel zu abwegig und deshalb hatte er es schon lange abgeschrieben. Er war eigentlich nicht schwul, hatte sich nie für andere Typen interessiert und tat es noch immer nicht, ging lieber ein paar Mädels aufreißen, aber seitdem er Mello kennengelernt hatte schien plötzlich alles anders zu sein. Er hatte sich noch nie so extrem von einer Person, die er eigentlich gar nicht kannte, angezogen gefühlt und dann war diese Person auch noch ein Mann. Es war seltsam für ihn und er glaubte auch nicht, dass Mello seine Gefühle verstehen würde, wo er es doch selbst nicht tat. Zudem wäre es ziemlich krass-krank, wenn er einfach zu dem Blonden gehen und so was sagen würde wie „Hi, du kennst mich zwar nicht, aber hey, ich bin total in dich verknallt und wollen wir nicht zusammen sein“? Nein, das ging echt gar nicht!
Seufzend pausierte er das Spiel und kramte sein Handy hervor. Er brauchte jetzt unbedingt etwas Ablenkung von Mello, sonst würde er irgendwann noch die Beherrschung verlieren und einfach über den Blonden herfallen oder vielleicht sogar depressiv werden. Es viel ihm so schon schwer, sich in der Umgebung des Jüngeren ganz neutral zu verhalten, sodass wirklich niemand etwas von seinen Gefühlen mitbekam.
>>Hey, Lust rüber zu kommen und ´ne Runde zu zocken? Brauche etwas Ablenkung<<
Es dauerte ein paar Minuten, bis sein Handy endlich piepte und so eine Antwort ankündigte.
>>Wenn du mich abfragst, bin am Lernen<<
Das war mal wieder mehr als typisch. Sein Freund dachte wirklich nur an Lernen und gute Noten, aber solange es nur um das Abfragen ging, sollte es ihn nicht stören.
>>OK<<
Seufzend legte er das Handy neben sich auf das Bett und nahm seine Konsole wieder zur Hand. Es würde etwa zehn Minuten dauern, bis Light hier war,in der Zeit konnte er dieses Level noch beenden. Mit ein paar kleinen Handgriffen setzte sich seine Spielfigur wieder in Bewegung und vernichtete mit einem Schwertschlag drei der giftigen Monsterpilze. Plötzlich tauchte wie aus dem Nichts eine riesige, fleischfressende Pflanze auf und schnappte sofort nach seinem Spieler. Allein seinem Talent im Spiel und seinen schnellen Reflexen hatte er es zu verdanken, dass er rechtzeitig zur Seite sprang und seine Waffe nur Augenblicke später auf den Kopf des grünen Ungeheuers sausen ließ. Wütend bäumte sich das Gewächs auf und plötzlich schossen an mehreren Stellen Wurzeln aus dem Boden. Wild mit dem Schwert um sich schlagend versuchte er sowohl den gefährlichen Wurzeln, als auch den tödlichen Zähnen der Pflanze auszuweichen und diese gleichzeitig weiter auf den Kopf zu treffen. Endlich sank sein Gegner zu Boden und verschwand mitsamt den Wurzeln im Erdboden. An ihrer Stelle tauchte nun ein goldener Schüssel auf, mit dem er das Tor zum nächsten Level öffnen konnte.
„Erst reißt du mich vom Schreibtisch weg und jetzt zockst du ganz in Ruhe, während ich mir hier die Beine in den Bauch stehe?“
Überrascht hob Matt den Kopf und schaute seinen Freund etwas verwirrt an, der plötzlich wie aus dem Nichts in seinem Zimmer stand und nicht gerade glücklich wirkte. Verdammt, er hatte während des Spiels mal wieder komplett die Zeit vergessen. Light konnte so etwas gar nicht leiden, aber dennoch konnte er nicht verhindern das es ständig passierte. Er versank einfach in dem Spiel und vergaß dabei seine komplette Umwelt.
„Tut mir leid, kommt nicht wieder vor“, entschuldigte sich Matt schnell und speicherte seinen Spielstand.
Light hatte sich währenddessen an seinen Schreibtisch gesetzt und seine Unterlagen abgelegt. „Schon gut, inzwischen bin ich es ja gewohnt. Was gab es denn so dringendes?“
„Mello“, seufzte der Rothaarige und schmiss die PSP ans Bettende.
„Noch immer? Das Thema hatten wir doch schon mehrmals. Du hast doch selbst behauptet, dass es nur eine Phase ist und du nicht auf Männer stehst?“
„Ich weiß“, murmelte Matt und strich sich die Haare aus dem Gesicht, während er die Zimmerdecke anstarrte, „aber ich kann doch nichts dafür, dass ich mich so zu ihm hingezogen fühle.“
„Soweit ich weiß hast du bisher nicht ein Wort mehr als nötig mit ihm gewechselt. Du brauchst ganz dringend eine Freundin, mein Lieber“, teilte ihm Light seine Meinung mit und machte es dadurch nicht gerade besser. Er wollte keine Freundin, er wollte Mello, dessen war er sich inzwischen schmerzlich bewusst geworden.
„Hast du schon einmal eine Person so sehr geliebt, dass du nur an sie denken konntest und am liebsten für immer bei ihr wärst?“
„Ich war eine ganze Weile mit Kiyomi zusammen.“
„Und?“, fragte Matt und schaute seinen Freund an. „Hast du sie so sehr geliebt, dass es wehtat?
„Das kann man doch nicht vergleichen“, blockte Light ab und wandte sich seinen Unterlagen zu. Ob er hier wohl wieder einen wunden Punkt getroffen hatte? Wahrscheinlich... Light sprach nicht gerne über sein eigenes Liebesleben, gab aber für sein Leben gerne Ratschläge. Er hatte inzwischen gelernt damit umzugehen und bohrte dementsprechend auch nicht weiter nach. Es ging hier und jetzt ja auch nicht um Light, sondern um Mello und seinen Liebeskummer.
„Ich hatte auch schon viele Affären mit irgendwelchen Mädchen, aber ich habe dabei nie so starke Gefühle gehabt. Es ist keine Phase, ich bin wirklich in ihn verliebt, Light.“
Kurz verharrte Light und starrte stumm auf die Unterlagen vor sich. Matt wusste, dass Light mit dem Thema Homosexualität nicht viel anfangen konnte, da er recht konservativ erzogen wurde. Er würde also nicht nachvollziehen können, wie sich so etwas anfühlte, aber das nahm er ihm nicht übel. Light war sein bester Freund und der einzige, der von seinen Gefühlen zu Mello wusste. Er vertraute ihm.
„Wenn du das wirklich glaubst, dann geh zu ihm und schaff Klarheit.“ Noch während Light diese Worte sagte, stand er auf und reichte Matt seine Unterlagen. „Könntest du mich jetzt vielleicht abfragen?“


Mello stand inzwischen schon ziemlich angepisst vor der Tür des Jungenklo und wartete. Endlich tauchte Beyond hinter der nächsten Ecke auf und kam eilig auf ihn zu. „Hey, Kleiner. Was guckst du denn so mies gelaunt?“, fragte er, sich keiner Schuld bewusst. Mello entging jedoch nicht das schelmische Funkeln in den roten Iriden und das macht ihn noch wütender.
„Du hast mich für fünf Uhr hierher bestellt. Inzwischen ist es fast sechs! Glaubst du etwa es macht mir Spaß hier vor dem Klo Ewigkeiten auf dich zu warten?! Was wollen wir überhaupt hier?“ Aufgebracht stemmte Mello die Hände in die Hüfte.
„Dir vielleicht nicht“, meinte Beyond grinsend, „mir schon.“
„Ha ha, sehr witzig! Das nächste Mal werde ich dich warten lassen! Und jetzt verrate mir gefälligst mal was du um diese Zeit noch in der Schule willst? Ja wohl nicht lernen oder so´n Scheiß?“
„Natürlich nicht“, kicherte Beyond und schob den Blonden vor sich her durch die Tür, „aber du hast ja keine Lust auf Zuschauer und ich habe L beim besten Willen nicht aus der Küche rausbekommen. Zu dieser Uhrzeit ist niemand mehr in der Schule und somit kann uns auch keiner stören. Bin ich nicht nett?“
„Nett?!“, erboste sich Mello und befreite sich aus dem Griff des Schwarzhaarigen, um diesem einen finsteren Blick zuzuwerfen. „Du lässt mich stundenlang warten, willst mich auf der Schultoilette vögeln und bezeichnest dich dann allen ernstes als NETT?“
„Jetzt sei doch nicht so zickig. Wir können auch zu mir gehen, wenn es dir nichts ausmacht das L und wahrscheinlich auch Matt da sind? Ich wollte dir nur einen Gefallen tun und so dankst du es mir?“
„Wie wäre es wenn wir zu mir gehen würden? Misa und Aimi sind shoppen und werden bestimmt noch Stunden brauchen?“
„Hm“, überlegend zog Beyond die Stirn in Falten. „Schlechte Idee“, sagte er schließlich und zog Mello einfach weiter zu einer der Kabinen, „was würden die Anderen denken, wenn man mich beim Taira sieht? Wahrscheinlich kommen die nachher noch auf die Idee, dass ich dir nachlaufen würde. Total absurd, meinst du nicht auch?“ Grinsend schloss er die Kabinentür hinter ihnen ab und zog den Kopf des Blonden zu sich, um ihm einen groben Kuss auf die Lippen zu drücken.
Wütend blitzte Mello den Schwarzhaarigen an und vergrub die Fingernägel in seinem Oberarm. Wie sehr er doch diese egoistische Art des Typen hasste, aber gleichzeitig konnte er sich ihm auch nicht entziehen. Fast schon wie von selbst öffnete er seinen Mund und empfing die aufdringliche Zunge mit seiner eigenen. Während des Kusses drängte ihn Beyond immer weiter nach hinten, bis er plötzlich gegen die Porzellanschüssel stieß und von dem Schwarzhaarigen auf diese gedrückt wurde, ohne das einer von ihnen den Kuss auch nur für eine Sekunde unterbrach. Es missfiel ihm etwas, jetzt zu Beyond aufschauen zu müssen und so regelrecht in die unterlegene Rolle gedrängt zu werden, aber er tat auch nichts dagegen. Es hatte sowieso keinen Sinn sich gegen ihn aufzulehnen, Beyond würde ihm das alles in irgendeiner Form der Erniedrigung zurückgeben. Er kannte da wirklich keine Hemmungen und war sehr kreativ. Darauf hatte er im Moment keine wirkliche Lust. Es war schon schlimm genug, dass er es mit ihm auf der Toilette treiben wollte. Das hier war nicht gerade der Ort, den er sich dafür aussuchen würde und höchstwahrscheinlich würde er nie wieder ohne daran denken zu müssen hierher kommen können.
Beyond hatte inzwischen den Kuss gelöst und fuhr mit den Lippen über seinen Hals. „Wie wäre es, wenn du dich schon einmal ausziehst?“, hauchte er gegen seine Haut und bescherte ihm damit eine Gänsehaut.
„Wie wäre es, wenn du auch mal etwas tust?“, wagte er zu widersprechen.
„Werd´ nicht frech, Kleiner. Tu was ich dir sage und dann bin ich ausnahmsweise auch ganz lieb zu dir.“
Der und lieb? Dieses Wort war mitunter eines der letzten, das zu Beyond passen würde. Dennoch tat er jetzt widerstandslos das, was Beyond von ihm erwartete, schließlich hatte er auch keinen Bock das alles hier noch weiter herauszuzögern und die ganze Nacht auf dem Klo zu verbringen.

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Guten Abend meine Lieben!

Ich bedanke mich ganz doll bei meinen drei Reviewern -Lumi-, Dark-JD und ReWeJuIs <3

Dann wünsche ich euch noch eine schöne Restwoche und bis Samstag!

Eure Blue
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