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Daily Madness

Kurzbeschreibung
GeschichteKrimi, Schmerz/Trost / P18 / MaleSlash
Beyond Birthday L Light Yagami Matt Mello Misa Amane
04.01.2014
21.06.2014
48
97.456
1
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04.01.2014 1.946
 
„Beyond-Schatz!“, erklang die liebliche Stimme seiner Pflegemutter aus der Küche des Einfamilienhauses. Gemütlich schlurfte der schwarzhaarige Teenager die Treppe herunter und blieb ihm Rahmen der Küchentür stehen. Die blonde Frau stand am Herd und kochte gerade einen Auflauf zum Mittagessen. Als sie seine Anwesenheit bemerkte, lächelte sie ihn fröhlich an und deutete auf den Geschirrschrank. „Kannst du schon einmal den Tisch decken? Vater wird auch gleich kommen, dann können wir essen. Ich habe heute mal etwas neues ausprobiert. Einen vegetarischen Makkaroni-Auflauf!“
Kurz nickte Beyond und holte das Geschirr aus dem Schrank, um dieses auf dem Tisch zu platzieren. Drei Teller, drei Messer, drei Gabeln und drei Gläser. Das Abendessen in einer normalen, kleinen und glücklichen Familie. Dabei war diese Frau nicht seine Mutter und obwohl er sie ihr zuliebe so nannte, würde sie niemals auch nur ansatzweise die Rolle seiner echten Mutter annehmen können. Und der Mann dieser Frau, seinen Pflegevater, mochte er überhaupt nicht. Er war immer nett zu ihm und kümmerte sich auch ungewohnt liebevoll um ihn, aber trotzdem war er immer vorsichtig und wachsam in seiner Gesellschaft. Er spielte seinen Pflegeeltern das perfekte Kind vor, aber in Wahrheit waren sie für ihn nur ein Mittel zum Zweck.
„Ich wollte mich nachher noch mit ein paar Schulfreunden treffen. Wir wollten ein wenig feiern gehen. Ist das okay?“ Fragend schaute er seine Pflegemutter an und diese willigte nach einer kurzen Bedenkzeit ein.
„Aber übertreib es bitte nicht, sei vorsichtig und komm pünktlich wieder nach Hause.“
„Aber klar doch. Danke“, meinte er mit einem fröhlichen Grinsen und ließ sich auf seinem Platz sinken. Seine Pflegeeltern, der Psychologe und auch die Ärzte, bisher hatte niemand herausgefunden, dass er das alles nur spielte. Beyond war nur eine Rolle, genauso wie es auch Rue gewesen war. Er selbst existierte nicht, er spielte nur diese Rollen. Seine Pflegeeltern wollten einen lieben und folgsamen Jungen haben und mit ihm einen auf heile Familie spielen, und deshalb spielte er mit. Momentan noch brauchte er sie, aber schon bald würde er sie hinter sich lassen und sich selbst ein Leben aufbauen können. Die Menschen um ihn herum waren wirklich naiv. Sie kauften ihm die Geschichte mit dem Gedächtnisverlust noch immer ab und suchten nach seinen leiblichen Eltern. Ein vollkommen sinnloses Unterfangen.
„Ich liebe dich“, flüsterte ihm seine Pflegemutter zu, strich ihm durchs Haar und gab ihm einen sanften Kuss auf die Stirn.
„Ich dich auch“, hauchte er zurück.
Leere... Lügen... Diese Worte bedeuteten nichts. Es gab nur einen einzigen Menschen auf dieser Welt, denn er jemals von ganzem Herzen geliebt hatte und dieser eine Mensch hatte ihn schon vor langer Zeit verlassen und all seine Liebe mitgenommen.


„Glaubst du wirklich, dass du unseren Boss damit erpressen kannst?“
„Das ist eine sehr dumme Idee, Kleiner!“
Während seine beiden selbsternannten Bodyguards den jüngeren Schüler immer mehr bedrängten und ihn weiter bedrohten, hielt sich Beyond im Hintergrund und beobachte das Szenario. Der Junge hatte einige Wochen lang Drogen für ihn vertickt und war dann dank seiner Dummheit aufgeflogen und hatte jetzt eine saftige Anzeige am Hals. Natürlich wollte er ihm die Schuld dafür in die Schuhe schieben und ihn vor Gericht verpetzen. Er konnte das logischerweise nicht einfach so zulassen und hatte ihm heute deshalb einen Besuch abgestattet. Wäre auch ziemlich blöd, wenn seine kriminellen Machenschaften auffliegen würden, wo seine Pflegeeltern doch ein perfekten Sohn haben wollten.
„Jungs, bedrängt den Kleinen doch nicht so, er hat doch schon so genug Probleme“, bremste er seine Bodyguards aus und tatsächlich machten die großen Kerle sofort Platz für ihn. Gemächlich schritt er zu dem Jungen und lächelte ihn leicht an.
„Hör mir mal gut zu, mein Lieber. Wir können das alles ganz einfach klären, ohne das jemand zu schaden kommt. Du wirst schön brav weiter dicht halten und ich werde dir dafür eine kleine, feine Abfindung zahlen. Solltest du dann allerdings auf die blöde Idee kommen und mich hintergehen wollen, dann wirst du das deinen Lebtag bereuen. Haben wir uns verstanden?“ Obwohl sein Tonfall an Freundlichkeit kaum mehr zu übertreffen war, schien alleine sein Blick zu genügen, um seinen Worten die nötige Drohung zu verleihen. Nur den Bruchteil einer Sekunde überlegte der Junge noch, bevor er hastig nickte.
„Siehst du, damit hätten wir das auch geklärt. Jungs, könnt ihr ihn noch nach Hause begleiten? Es ist schon spät und wir wollen doch nicht, dass ihm noch etwas passiert. Richtig?“



Nachdenklich schritt Beyond durch die leeren Räume und wartete. Die Wohnung war wirklich nur mit dem nötigsten bestückt, man konnte noch nicht einmal von einer richtigen Einrichtung sprechen. Selbst einen Tisch suchte man hier vergeblich, aber für seine Zwecke war die Wohnung völlig ausreichend.
Noch einmal betrat er das abgedunkelte Zimmer im hinteren Teil der Wohnung, wo ein Bett der einzige Einrichtungsgegenstand war. In diesem lag ein junger, schwarzhaariger Mann und schlief. Zumindest sah es für Außenstehende so aus, denn in Wirklichkeit schlief L nicht nur, sondern war noch immer bewusstlos. Er war ihm bis hierher gefolgt und so hatte er ihm nur noch etwas über den Schädel ziehen müssen und konnte ihn ganz bequem hierher bringen. Wahrscheinlich würde er ziemliche Kopfschmerzen haben, wenn er wach wurde, aber das sollte noch seine geringste Sorge sein. Bisher verlief alles so gut nach Plan, dass es schon fast nicht mehr normal war.
Kurz ging er neben seinem Mitschüler in die Hocke, strich ihm ein paar der schwarzen Strähnen aus dem Gesicht und überprüfte noch einmal den Sitz der Fesseln. Er wollte jetzt nichts mehr dem Zufall überlassen. L war quasi zum Greifen nah und er war nicht blöd, er musste jetzt noch vorsichtiger sein als all die Wochen und Monate zuvor.
Plötzlich begannen die Augenlider des Anderen unruhig zu zucken und zu flattern. Ein leises Zischen kam über seine Lippen, als er sich wohl dem Schmerz in seinem Hinterkopf bewusst wurde.
Langsam schritt Beyond zum anderen Ende des kleinen Raumes und blieb dort an die Wand gelehnt stehen. Diese war, wie in all den anderen Räumen auch, in einem schmutzigen weiß-grau gestrichen, allerdings stach hier das große, mit blutroter Farbe geschriebene ,B' deutlich hervor. Das alles war ein Meisterwerk. Sein Meisterwerk.
„Hallo, L“, flog seine Stimme wie ein kleiner Pfeil durch den Raum und schien nur Sekunden später sein Ziel zu treffen. Sofort schlug L die Augen auf und starrte ihn im ersten Moment ziemlich verwirrt an. Mit der Hand versuchte er sich an den Kopf zu fassen, wurde allerdings durch die festsitzenden Stricke daran gehindert. Die Seile hielten was sie versprachen, er hatte sie extra schon an Mello getestet. Wenn der Knoten einmal saß, dann konnte man so viel ziehen und zerren wie man wollte, frei kam man dadurch nicht.
L schien seine Lage langsam zu realisieren und hielt den Blick unentwegt auf ihn gerichtet. „Was... hast du vor?“ Seine Stimme klang ein wenig rau und kratzig, aber etwas zu trinken hatte er nicht verdient. Zumindest für den Moment noch nicht.
„Kannst du dir das nicht denken?“, fragte er leise und lehnte sich an die Wand in seinem Rücken. Ihm gefiel seine Machtposition, genau das war es, was er brauchte. Egal, was L auch tun würde, er war auf seine Gnade angewiesen. Er bestimmte, was er tun konnte und tun durfte.
„Du warst es, der die Morde in Los Angeles angezettelt hat. Warum?“ Dieser plötzliche Wechsel von der Defensive in die Offensive, ob das ein Trick war, um ihn von seinen eigentlichen Absichten abzulenken, nur um sich in der Zwischenzeit eine Möglichkeit zur Flucht zu überlegen? L war wirklich gerissen, äußerst gerissen sogar. Aber er hatte wohl deutlich zu viele Kriminalromane gelesen, wenn er wirklich glaubte, dass er mit dieser Psychomasche Erfolg haben würde. Zumindest bei ihm war das zwecklos, denn er durchschaute seine Taktik sofort.
„Morde in Los Angeles?“, fragte er überrascht und schmunzelte leicht. „Aber mein lieber L, wie soll ich denn bitteschön in Los Angeles gemordet haben, wenn ich die ganze Zeit hier bin?“ Ein bisschen Leugnen konnte nicht schaden, schließlich spielte eine Katze auch noch oft mit ihrer Beute, bevor sie diese umbrachte. Wäre ja auch äußerst schade, wenn er es so schnell beenden würde, nachdem er so lange hierfür gearbeitet hatte.
„Du hast dir Leute gesucht, die es für dich machen. Rune Yitterdal ist Arzt, er besitzt die nötigen medizinischen Fähigkeiten, um die Opfer auf eine solche Art zu töten. Liam Skellte ist der Mann der ermittelnden FBI-Agentin, er hat Zugang zu den aktuellen Ermittlungsergebnissen der Mordfälle. Und Alf Langlo ist Journalist und agiert als Übermittler zwischen dir und den anderen Beiden. So konntest du die Morde einfädeln, ohne dich selbst verdächtig zu machen.“
Ja, genau das hatte er von dem geheimnisvollen Meisterdetektiv Erald Coil erwartet. Ein lückenloses Zusammenfügen der Puzzleteile, die er ihm immer wieder Brocken für Brocken hingeworfen hatte. Er hatte jedes Detail sofort erkannt und die richtigen Schlüsse gezogen, auch wenn viele seiner Hinweise Finten gewesen und ihn wie geplant auf andere Fährten gebracht hatten. Aber schlussendlich hatte er die richtige Lösung erkannt und war dem nahezu unmöglichen gefolgt. Aus genau diesem Grund war er jetzt hier. Er musste sich wirklich einmal selbst loben, denn er hatte L genau richtig eingeschätzt und jeden seiner Gedankengänge erraten und sich darauf vorbereitet.
Trotz dieser Gedanken tat er nach außen hin weiter so als sei er von dieser Theorie nicht so ganz überzeugt und zog zweifelnd eine Augenbraue hoch. „Das klingt zwar alles ganz nett, mein lieber L“, meinte er und schüttelte schließlich leicht den Kopf, „allerdings hast du in dieser brillanten Idee außen vor gelassen, wie ich diese Kerle kennengelernt haben soll, geschweige denn sie dazu gebracht habe eine Mordserie zu starten?“
L ließ sich dadurch jedoch nicht beunruhigen, zumindest zeigte er äußerlich keinerlei Anzeichen dafür. Starr hielt er den Blickkontakt aufrecht. „Ich weiß noch nicht sicher wie du es herausgefunden hast, aber du hast sie erpresst. Trotz der Anzeige wegen Geldwäsche damals besetzen sie noch immer hohe Positionen und es wäre fatal, wenn sich herausstellen sollte, dass die Geschichte doch wahr ist.“
„Nicht schlecht, wirklich nicht schlecht“, lobte Beyond ihn mit einem hinterhältigen Grinsen und setzte sich langsam in Bewegung. „Allerdings würde nur die reine Beschuldigung der Geldwäsche niemals ausreichen, damit sie so viele Morde begehen. Aber wenn sie stattdessen noch mehrere zivile Polizeibeamten aus dem Weg geräumt hätten, bevor diese die ganzen kriminellen Machenschaften der Bande auffliegen lassen konnten, das wäre doch ein nettes Motiv?“
Vor dem Bett ging er in die Hocke, sodass er mit L genau auf Augenhöhe war. Noch immer verzog dieser keine Miene und auch in seinen Augen war kein einziger Funken Unruhe zu erkennen. Ein wenig enttäuschte ihn das ja schon, aber das würde sich bestimmt schon bald ändern. „Weißt du, ich habe damals ein paar Dinge getan, die nicht immer erlaubt waren. Zum Beispiel habe ich lange Zeit mein Taschengeld mit einigen Drogenverkäufen aufgebessert, nicht weil ich es wirklich gebraucht habe, sondern einfach nur aus Spaß. Ich hatte somit einige Kontakte zur Drogenszene und da auch meine drei Freunde damit dealten, war es nun wirklich kein Kunststück noch mehr über sie herauszufinden und sie für mein Vorhaben zu gewinnen. Menschen sind so unglaublich leicht zu manipulieren, wenn sie Angst vor etwas haben. Auch du wirst das schon bald selbst erfahren, mein lieber L...“

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Tja, was soll ich sagen? Da hat´s L verdammt kalt erwischt, hm?
Bestimmt kein schönes Gefühl, Beyond schutzlos ausgeliefert zu sein. Immerhin ist es Beyond.
Und wie es weitergeht?
Das erfahrt ihr, wenn ihr euch Dienstag wieder einklickt und wenn ihr ein Review da lasst :D
(Ihr erfahrt es sicherlich auch ohne Review, aber ich freue mich mehr, wenn ihr etwas kleines da lasst ^^)

In diesem Sinne wünsche ich euch einen schönen Sonntag!
Eure Blue <3
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