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Daily Madness

Kurzbeschreibung
GeschichteKrimi, Schmerz/Trost / P18 / MaleSlash
Beyond Birthday L Light Yagami Matt Mello Misa Amane
04.01.2014
21.06.2014
48
97.456
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04.01.2014 2.102
 
Noch ein letztes Mal rubbelte Mello mit dem Handtuch durch seine feuchten Haare und ließ es dann einfach fallen, um nach der Bürste zu greifen und die wilde Mähne zu bändigen. Er war wütend. Wütend auf Beyond. Der Schwarzhaarige hatte es mal wieder maßlos übertrieben und so war er L regelrecht in die Arme gelaufen, obwohl er genau das tunlichst vermeiden wollte. Er hatte keine Lust, dass nachher die halbe Schule von seiner Affäre mit Beyond wusste und ihn zudem noch als Schwuchtel abstempelte.
Nachdem er seine Haare wieder halbwegs in Form gebracht hatte, legte er die Bürste beiseite, kickte das benutzte Handtuch einfach in die Ecke und begann sich die bereitgelegten, frischen Sachen anzuziehen. Er musste unbedingt dafür sorgen, dass Beyond seine Spielchen nicht noch weiter trieb und sie dann doch irgendwann von L oder Matt erwischt wurden. Er würde Beyond eigenhändig umbringen, falls das jemals der Fall sein sollte.
Fertig angezogen verließ er das Badezimmer und ging hinüber in die Küche, die er sich leider Gottes genau wie den Rest der Wohnung mit seinen beiden Mitbewohnerinnen teilen musste. Er hatte im Grunde nichts gegen Misa und Aimi, allerdings konnten sie ihm mit ihren Schwärmereien schon einmal gehörig auf den Zeiger gehen. Viele Jungs beneideten ihn darum, dass er mit gleich zwei Mädchen in einer Wohnung leben durfte und er musste zugeben, es hatte auch seine positiven Seiten, aber besonders Misa konnte schon einmal ein wenig Zickig werden. Aimi war da viel ausgeglichener und sozusagen der ruhige Pol. Zudem bekam sie immer mal wieder ihren Putzwahn und konnte außerdem noch am besten von ihnen Drei kochen. Allerdings hatte sie als Schulsanitäterin auch viele Verpflichtungen und so mussten sie doch meistens auf Dosenfraß zurückgreifen.
Die Beiden saßen plaudernd am Küchentisch, jede eine Tasse Kaffee vor sich und schienen sich mal wieder über Jungs zu unterhalten. In letzter Zeit eines ihrer Lieblingsthemen. Besonders Misa war im Moment total verknallt in den Vorsitzenden des Schülerrates, Light Yagami. Dass dieser eine Stufe unter ihnen und somit auch jünger war, schien die Blondine dabei kein Stück zu interessieren. Okay, Beyond war auch gleich zwei Jahre älter als er, aber irgendwie war das was anderes. Und selbst wenn, was interessierten ihn Misa und ihr Schwarm eigentlich?
Ohne das die Beiden seine Anwesenheit groß registrierten ging er hinüber zum Vorratsschrank und nahm sich nach kurzem Zögern eine Nussschokolade heraus.
„Und? Wann habt ihr jetzt euer erstes Date?“, fragte Misa die Brünette gerade und schaute sie gespannt an.
„Das ist doch kein Date“, murmelte Aimi und blickte etwas verlegen in ihre Kaffeetasse, „wir gehen nur ein Eis essen als Dankeschön, mehr nicht.“
„Nur ein Eis essen...? Mensch, Aimi, Matt ist so scharf auf dich, das glaubst du gar nicht!“
„Meinst du wirklich?“
„Klar doch! Hast du mal mitbekommen wie er dich ansieht? Der ist total verknallt in dich, glaub mir!“
Innerlich die Augen verdrehend verließ Mello die Küche wieder und verschwand in seinem Zimmer, wo er sich auf´s Bett fallen ließ und die Schokotafel aus ihrem Gefängnis befreite. Genüsslich biss er ein Stück ab und ließ es sich auf der Zunge zergehen.
Ihm war nicht entgangen, dass Matt in letzter Zeit ungewöhnlich oft hierher kam. Meistens um Aimi bei einem Problem mit ihrem Rechner zu helfen, genauso musste es auch eben gewesen sein. Er hatte Misa erst heute Morgen an dem Computer herum fummeln gesehen und war sich inzwischen ziemlich sicher, dass sie Schuld an den ganzen Problemen hatte. Es würde sogar sehr gut zu der Blondine passen, dass sie so versuchte Aimi und Matt zu verkuppeln und anscheinend sprangen beide darauf an.
Er kannte Matt nicht sonderlich gut, ebenso wenig wie L, da er sich lieber von den Beiden fernhielt um keine Aufmerksamkeit zu erregen und so einen begründeten Verdacht zu schaffen. Und vor Beginn seiner Affäre mit Beyond hatte er sich einen Dreck um die älteren Schüler geschert. Er hatte die Beiden bis zu dem Zeitpunkt nur als Mitglieder des Schülerrats gekannt, aber das war es auch schon gewesen.
Erneut biss er ein Stück ab und schloss die Augen. In manchen Momenten wünschte auch er sich eine ganz normale Beziehung, ohne Heimlichtuereien und Zeitstress. Allerdings hatte Beyond ihm von Anfang an klar gemacht, dass das zwischen ihnen nichts weiter als ein Geben und Nehmen war. Eine reine Fickbeziehung. Er war damit einverstanden gewesen und bereute diese Entscheidung bis heute nicht. Der Sex mit dem Schwarzhaarigen war gut, auch wenn er manchmal etwas ruppig und anstrengend war, er hegte keinerlei Interesse daran ihr Verhältnis aus irgendeinem Grund zu beenden. Zumindest solange Beyond auch den Teil ihrer Abmachung hielt und auf Diskretion achtete.


„Beyond! Hör auf mit dem Scheiß und rück´ den Schlüssel raus!“
Inzwischen schon leicht ungeduldig schaute L ihn an.Vor fünf Minuten hatte der Jüngere noch einmal raus gewollt, allerdings seinen Schlüssel nicht dort gefunden, wo er ihn zurückgelassen hatte. Kein Wunder, schließlich hatte er ihn auch an sich genommen und machte nun ein Spiel aus der ganzen Angelegenheit.
„Du bekommst den Schlüssel, aber ich will eine Gegenleistung dafür haben“, verlangte er grinsend. L sollte langsam wirklich mal aufhören sich so rar zu machen. Anfangs war es ja noch ganz amüsant gewesen, aber inzwischen nervte es nur noch, auch wenn er das nicht durchscheinen ließ. Er wusste, dass L ihn wahrscheinlich schon längst durchschaut hatte und somit genau wusste, worauf er mit ,Gegenleistung' anspielte. Genau das machte das Spiel für ihn sowohl interessanter, als auch schwieriger. L schien nämlich keinerlei Interesse an Kontakten dieser Art zu haben.
„Vergiss es. Her mit dem Schlüssel oder ich verpasse dir einen Tritt in deinen Allerwertesten!“
„Glaub mir, mein lieber L“, flüsterte Beyond mit einem hinterhältigen Grinsen auf den Lippen, „irgendwann wirst du es bereuen.“ Mit diesen Worten zog er den Wohnungsschlüssel aus seiner Hosentasche und hielt ihn seinem Gegenüber hin. „Du wirst es so sehr bereuen, dass du in Selbstmitleid versinken wirst. Das wird kein schönes Ende für dich nehmen...“
„Träum weiter“, brummte L und schnappte sich den Schlüssel.
„Oh, glaub mir, das und noch viel mehr.“ Kichernd steckte er sich einen weiteren Löffel der Erdbeermarmelade in den Mund und leckte sich das süße Zeug von den Lippen. Wie gerne er doch mal den anderen vollkommen in Ekstase, stöhnend und schreiend unter sich liegen haben würde. So wie sein kleines Blondchen. Hach ja, wie er dieses blonde Biest doch liebte. Obwohl es teilweise auch etwas langweilig war, wenn Mello zu willig war. Er mochte es lieber, wenn er seinen Partner unterwerfen und erobern musste, alles andere wurde auf die Dauer zu langweilig. Aber auch sein kleines Blondie war manchmal wirklich abweisend und musste dann ,überredet' werden. Genau das war einer der Punkte, der Mello noch interessant für ihn machte.
„Kannst du dieses Zeug nicht wie jeder normale Mensch auch essen?!“
Aus seinen Gedanken gerissen hob der Schwarzhaarige seinen Kopf und schaute den jungen Mann im Türrahmen an. Matt stand dort mit vor der Brust verschränkten Armen und schaute ihn missbilligend an. Sie waren noch nie wirkliche Freunde gewesen, obwohl sie sich schon seit zwei Jahren eine Wohnung teilten. Im Gegenteil, es herrschte eher eine angespannte Atmosphäre zwischen ihnen. Es war eigentlich nichts nennenswertes zwischen ihnen Vorgefallen, sie vertrugen sich einfach nicht und daran würde sich wohl auch nichts ändern.
„Verzieh dich einfach vor deine Flimmerkisten und lass mich essen wie ich will“, gab Beyond nur unterkühlt als Antwort zurück und schob sich demonstrativ einen weiteren Löffel in den Mund. Als ob er sich von diesem Freak vorschreiben ließe wie und was er zu tun und zu lassen hatte. Der konnte froh sein, dass er bisher nichts von der Sache mit Mello wusste. Matt würde sich wohl tierisch darüber aufregen. Wie gerne er das sehen würde. Allerdings würde Mello ihn dann wohl sitzen lassen und dafür waren ihm ihre Treffen echt zu schade. Momentan hatte er nur den Blonden und das wollte er nicht für so jemanden wie Matt aufs Spiel setzen. Noch nicht.
Kommentarlos hatte sich der Rothaarige abgewandt und nur wenig später hörte Beyond die Zimmertür zugehen. L schien sich auch schon aus dem Staub gemacht zu haben, so wie es aussah. Zufrieden kratze er die Reste aus dem Glas zusammen und stand dann auf. Er musste heute unbedingt noch ein paar Leute kontaktieren und die Dinge in die Wege leiten.


Routiniert setzte Near das Puzzle zusammen. Er saß in seinem Zimmer auf dem Boden und puzzelte das komplett weiß Puzzle jetzt schon zum dritten Mal. Es mochte auf den ersten Blick unsinnig erscheinen, aber es half ihm sich zu konzentrieren. Besonders nach einem langen Schultag war sein Konzentrationsvermögen so gut wie aufgebraucht und dann brauchte er ein wenig Ablenkung, um sich entspannen und wieder besser konzentrieren zu können. Allerdings brauchte ja jeder, der sein Gehirn auf solch hohem Niveau benutzte, irgendwann eine Art der Entspannung für dieses. Ansonsten machte es dicht und dann ging überhaupt nichts mehr.
„Near!“, rief plötzlich seine Mitbewohnerin aus dem Flur und ließ ihn von seinem Puzzle aufblicken. Er war jetzt etwa zur Hälfte fertig und wollte eigentlich nicht mitten drin unterbrechen. Einen Moment zögerte er noch, eines der kleinen Teile in der Hand.
Plötzlich klopfte es an seiner Tür und dann wurde diese auch schon geöffnet. L betrat das Zimmer und schloss die Tür hinter sich wieder. „Hi“, begrüßte ihn der Schwarzhaarige, „Kiyomi hat mich reingelassen. Ich hätte gerne deine Meinung zu einem Fall gehört.“
„Hallo L“, sagte der Weißhaarige und fuhr mit seinem Puzzle fort, „schön dich zu sehen.“ Auch wenn es auf den ersten Blick nicht so wirkte, er freute sich sehr über den Besuch des Älteren. L war schon lange so etwas wie ein Vorbild für ihn, noch bevor er selbst an diese Schule gekommen war und er war wirklich stolz darauf, dass der Schwarzhaarige ihn hin und wieder nach seiner Meinung fragte. Es zeugte nämlich davon, dass er ihn akzeptierte und sein Genie anerkannte. „Setz dich doch“, fügte er noch hinzu.
L kam dieser Einladung nach und setzte sich auf den Schreibtischstuhl. „Ich habe einen neuen Fall und würde gerne deine Meinung dazu hören“, erklärte er sein Anliegen, „und zwar geht es um eine Mordserie in Los Angeles, die bisher von der Polizei und dem FBI noch nicht aufgeklärt werden konnte. Zum jetzigen Zeitpunkt handelt es sich um drei Opfer und aufgrund der Brutalität der Verbrechen will man den Täter so schnell wie möglich dingfest machen und hat mich um Hilfe gebeten.“
Es war nicht der erste Fall, bei dem L ihn nach seine Meinung fragte. Er wusste schon seit einigen Monaten von Ls Arbeit als Detektiv und so auch von seiner zweiten Identität als Erald Coil. Er war schon immer ein Fan von dem brillanten Studenten gewesen und als dann der Detektiv Erald Coil auftauchte, hatte er schnell ziemlich viele Parallelen zwischen den Beiden entdeckt, auch wenn es nur Kleinigkeiten waren, die anderen Menschen wohl kaum auffielen. Trotzdem erstaunte es ihn immer wieder, dass L selbst von anderen Ländern und sogar von anderen Kontinenten Aufträge bekam.
„Wenn selbst das FBI nicht weiterkommt, dann müssen es wirklich raffinierte Täter sein. Der Fall sollte also auf jeden Fall deine Aufmerksamkeit erregt haben. Du zögerst wegen den anstehenden Prüfungen, oder?“, legte Near seine Vermutungen offen, während er das letzte Teil des Puzzles an seinen Platz setzte.
„Es wäre nachlässig, wenn ich mir zu diesem Zeitpunkt eine Auszeit nehmen würde. Den Verlust könnte ich nicht mehr auffangen, wenn ich jetzt nach Amerika reise.“
Nachdenklich betrachtete Near das weiße Puzzle und kippte die Teile schließlich wieder auf den Boden, um es ein weiteres Mal zusammenzubasteln. Er konnte Ls Bedenken nachvollziehen. L würde sich dem Fall wohl sehr gerne annehmen, aber er musste eben auch an seine Schulleistungen denken, insbesondere so kurz vor Ende des Schuljahres. „Kannst du den Fall nicht auch von hier lösen?“, fragte er schließlich nach. Es war die einzige Möglichkeit, die ihm unter diesen Umständen einfiel und er wusste, dass L so etwas auch schon das ein oder andere Mal gemacht hatte. „Du könntest eine Kontaktperson suchen, die dir Informationen zukommen lässt.“
„Das habe ich auch schon in Betracht gezogen, aber ich bräuchte eine zuverlässige Person und diese sind nicht einfach zu finden, besonders nicht auf die Schnelle.“ Kurz grübelte L noch, bevor er aufstand. „Ich danke dir für deine Einschätzung, Near.“
„Kein Problem, ich helfe dir immer gerne“, erwiderte der Weißhaarige und beobachtete, wie sein Idol das Zimmer wieder verließ.

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Hallo meine Lieben, hier ist dann auch schon das nächste Kapitel.
Erstmal bedanke ich mich bei meinen lieben Reviewern ReWeJuIs und Dark-JD für ihre Kommis <3
Dann wünsche ich euch noch ein schönes Restwochenende und wir sehen und hoffentlich Dienstag wieder ^^
Eure Blue
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