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Daily Madness

Kurzbeschreibung
GeschichteKrimi, Schmerz/Trost / P18 / MaleSlash
Beyond Birthday L Light Yagami Matt Mello Misa Amane
04.01.2014
21.06.2014
48
97.456
1
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04.01.2014 2.071
 
Es war inzwischen schon lange dunkel draußen. Matt saß noch immer an seiner Konsole und schaute alle paar Minuten auf, um jedes Mal dasselbe Bild vorzufinden. Noch immer schlief Mello tief und fest und es machte auch nicht den Anschein, als würde er so bald wieder aufwachen. Es nervte ihn. Er war nicht unbedingt der geduldigste Mensch und so langsam reichte es doch wirklich.
Endlich regte sich der Blonde etwas, seine Augenlider flatterten und er wälzte sich unruhig auf dem Sofa. Seine Gesichtszüge spannten sich an und seine Atmung wurde hektischer. Zeit, Dornröschen endlich aufzuwecken. Neben dem Sofa ging Matt etwas in die Hocke und schüttelte den Blonden an der Schulter, während er immer wieder seinen Namen sagte.
Endlich zeigten seine Weckversuche Erfolge und nur Sekunden später schlug Mello die Augen auf. Nein, er riss sie regelrecht auf und hätte Matt ihn nicht in diesem Moment losgelassen und einen Schritt zurück gemacht, hätte er sich wohl eine gefangen. Die Hand noch immer erhoben starrte Mello ihn an, ließ dann seine Hand langsam zurück auf die Decke sinken, als er ihn erkannte. „Was machst du denn noch immer hier?“
„Lenk nicht ab, wir müssen jetzt ganz dringend mal Tacheles reden!“ Ja, das war inzwischen wirklich mehr als nötig, auch wenn er sich damit outen und seine große Liebe wohl für alle Zeit verlieren würde, aber er musste ganz dringend erfahren in was Mello da steckte, bevor ihm nachher noch etwas schlimmes passierte. „Punkt eins: Was hast du in meinem Zimmer zu suchen? Punkt zwei: Was meinte Aimi damit, dass du da in irgendwas hineingeraten bist? Und Punkt drei: Was zum Teufel habe ich mit der ganzen Sache zu tun?“ Vielleicht ein wenig viele Fragen auf einmal für jemanden, der gerade erst aus einem Vollrausch-Tiefschlaf erwacht war, aber so langsam reichte es ihm wirklich.
„Was hat sie dir erzählt?“, hakte Mello sofort nach und warf ihm einen skeptischen Blick zu. Irgendwie gab ihm dieser Blick das Gefühl, als wüsste Aimi doch mehr als sie bereit war ihm zu erzählen. Aber was war es, was Mello unbedingt vor ihm verheimlichen wollte?
„Im Grunde gar nichts“, antwortete er möglichst gelassen, zog den Schreibtischstuhl in die Mitte des Raumes und setzte sich darauf. „Sie hat mir nur erzählt, dass du ihrer Meinung nach in irgendwas hineingeraten bist und sie macht sich wirklich Sorgen um dich. Sie hat sogar geweint, weil sie keine Ahnung hat, wie sie dir helfen soll.“
Sofort schien Mello sich wieder etwas zu entspannen und er atmete tief aus. „Es ist wirklich alles bestens und was meine privaten Angelegenheiten betrifft, dass geht euch einen Scheißdreck an!“
„Ist das der Dank dafür, dass ich die letzten Stunden auf dich aufgepasst habe, während du seelenruhig mitten in unserem Gespräch weggepennt bist?!“
„Habe ich darum gebeten?“, gab Mello patzig zurück und setzte sich äußerst langsam auf.
„Nein, aber ich kann dich ja auch nicht einfach da liegenlassen! Und es ist doch logisch, dass ich mich um dich sorge, schließlich-“ Kurz unterbrach er sich selbst, atmete noch einmal tief durch und straffte seine Haltung. Fest schaute er Mello in die Augen. „Schließlich liebe ich dich!“
„Netter Witz“, meinte Mello nach einer geschlagenen Minute des Schweigens und lächelte spöttisch. „Du solltest dir echt mal den Kopf untersuchen lassen, ich glaube du tickst nicht mehr ganz richtig.“
Mit so einer Reaktion hatte er schon gerechnet und doch tat es weh, aber er versuchte es sich einfach nicht anmerken zu lassen. Ändern konnte er daran sowieso nichts mehr. „Das ist kein Scherz und mit meinem Kopf ist auch alles in Ordnung. Mein einziges Problem ist, dass du eine Freundin hast und von mir aus kannst du jetzt über mich denken was du willst und es auch in der ganzen Schule beitreten, aber ich habe keine Lust mehr auf irgendwelche Lügen. So absurd es auch klingen mag, aber ich habe mich in dich verliebt und ich werde dazu stehen!“ Fest hielt er den Blick auf Mello gerichtet und beobachtete jede einzelne seiner Regungen, ohne ihm dabei jedoch direkt in die Augen zu sehen. Das schaffte er trotz seiner Entschlossenheit dann doch nicht.
„Fuck, du bist also schwul? Deshalb hast du mich auch geküsst und- Moment mal, dann hat L ja die Wahrheit gesagt und das mit- Scheiße!“ Fluchend schlug sich der Blonde mit der Hand an die Stirn und stöhnte gequält. „Hast du vielleicht Kopfschmerztabletten?“
„Nein, aber ich kann Aimi Bescheid sagen, dass wollte sie sowieso.“
„Ne, lass mal. Geht schon.“
Grübelnd betrachtete Matt den Blonden. Irgendwas störte ihn an seiner Reaktion. Er hatte wirklich geglaubt, dass Mello ihn anschreien würde, so wie er es vor dem Kuss getan hatte, ihn beschimpfen würde und im großen und ganzen eher mehr wie Light reagieren würde. Aber er tat es nicht. Auch wenn er aus dem Gestammel eben nicht sonderlich schlau geworden war, so fehlte in seiner Reaktion einfach etwas.
Plötzlich legte sich ein leichtes Grinsen auf das Gesicht des Blonden. „Weißt du was, Matt?“, fing Mello an und strich sich mit der Hand ein paar wirre Strähnen aus dem Gesicht. „Wenn wir schon einmal bei Wahrheiten und so´m Kram sind, dann werde ich auch mal auspacken. Ich habe gar keine Freundin und zwar aus dem ganz einfachen Grund, weil ich schon seit ich denken kann auf Kerle stehe. Die Geschichte mit der Freundin ist auf Misas Mist gewachsen und ich habe sie der Einfachheitshalber übernommen.“
Mit einem solchen Geständnis hatte Matt beim besten Willen nicht gerechnet und ihm entgleisten für einen Moment sämtliche Gesichtszüge. Das konnte doch nicht sein Ernst sein?! Er machte sich hier einen Kopf, weil Mello allem Anschein nach hetero war und eine Freundin hatte und dann war das alles nur eine Lüge? Aber wenn das alles nicht stimmte, dann hätte er vielleicht sogar Chancen? Wenn Mello schwul war und, zumindest so wie es gerade klang, nicht vergeben, dann hatte er doch wirklich gute Chancen, oder?
„Tja, als Homosexueller hat man es leider nicht so einfach mit der Liebe. Etwas festes kommt da schon einmal gar nicht in Frage und dann diese ganze Geheimnistuerei... schrecklich!“ Seufzend schloss Mello die Augen. Es klang ganz so, als spräche der Blonde aus Erfahrung und alleine der Gedanke daran, versetzte Matt einen Stich und machte ihn eifersüchtig. Er konnte sich einfach nicht vorstellen, dass Mello sich mit einem anderen Mann vergnügte und sich ihm voll und ganz hingab. Jedes Mal erinnerte ihn das an Liliths Verrat und er konnte einfach noch nicht richtig damit umgehen. Er wollte der Einzige für Mello sein!
„Und wenn man es dann auch noch mit so einem egoistischen Kerl wie Beyond zu tun hat...“
Beyond?! Matt glaubte wirklich sich verhört zu haben, starrte Mello nur geschockt an, während sich eine unfassbare Wut in ihm breitmachte. Er hörte den Rest des Satzes schon gar nicht mehr, versuchte nur irgendwie zu realisieren, was er da gerade erfahren hatte.



Unruhig tigerte Light durch sein Zimmer, schaute immer wieder auf den schwarzen Display seines Handys, aber es gab keine neue Nachricht. Er hatte Matt jetzt bestimmt fünfmal angerufen, mindestens viermal auf die Mailbox gesprochen und um Rückruf gebeten, von den unzähligen SMS mal ganz zu schweigen. Aber er reagierte nicht. Er musste unbedingt mit Matt sprechen, aber er konnte auch nicht einfach zum Fujiwara gehen, schließlich war Beyond dort. Alleine bei dem Gedanken an den Schwarzhaarigen begann seine Haut unangenehm zu kribbeln und würde am liebsten sofort noch einmal unter die Dusche steigen.
Er hatte sich vorhin so lange und ausgiebig geduscht wie noch nie in seinem Leben, hatte jede einzelne Stelle die Beyond berührt hatte solange geschrubbt, bis seine Haut knallrot gewesen war und bei der kleinsten Berührung gebrannt hatte. Doch das war ja noch lange nicht das schlimmste. Viel schlimmer war die Demütigung und das Wissen, dass Beyond über ihn triumphiert hatte und ihn nicht mehr in Ruhe lassen würde. Er hatte sein wahres Ziel noch nicht erreicht, hatte das absolute Grauen nur verschoben, ließ ihn im Ungewissen und quälte ihn dadurch psychisch und zermürbte ihn.
Ein letztes Mal wählte er Matts Nummer an, wartete das regelmäßige Tüten ab und legte auf, als die mechanische Frauenstimme der Mailbox in anquatschte. Es reichte, er konnte hier nicht einfach tatenlos herum sitzen. Wenn er schon nicht mit Matt sprechen konnte, dann würde er eben zuerst mit Mello über alles sprechen. Zumindest wenn der Blonde bereit dazu war, schließlich kannten sie sich ja im Grunde gar nicht. Aber er musste erfahren wie viel wirklich hinter der Sache steckte.
Schnell zog er sich eine dünne Jacke über und verließ die Wohnung. Aufmerksam ließ er seinen Blick durch die inzwischen schon recht dunkle Umgebung schweifen, versuchte hinter jedem Busch, hinter jeder Hausecke einen möglichen Feind zu erspähen. Oder besser gesagt, er versuchte Beyond zu sehen, bevor dieser ihn aus dem Hinterhalt angreifen konnte.
Glücklicherweise erreichte er nur wenig später unbeschadet das Taira. Dank Misa musste er auch nicht lange nach der richtigen Wohnung suchen und klopfte schließlich an die Tür. Es war schließlich Aimi, die ihm die Tür öffnete.
„Light?“, fragte sie überrascht und machte einen Schritt zur Seite, sodass er eintreten konnte. „Ist irgendwas passiert? Oder wolltest du zu Misa?“
„Nein, aber ich wollte Mello gerne etwas fragen. Ist er da?“
Kurz verharrte Aimi, holte einmal tief Luft und schüttelte dann den Kopf. „Es geht Mello nicht so gut und er kann im Moment keinen Besuch empfangen. Soll ich ihm etwas ausrichten?“ Sie wirkte auf einmal viel niedergeschlagener, auch wenn sie versuchte es mit einem Lächeln zu überspielen.
„Ähm.. nein, es ist etwas... eher persönlicheres. Es wäre auch nur eine kleine Frage und dann bin ich sofort wieder weg. Bitte, es ist wirklich wichtig“, versuchte er das Mädchen zu überzeugen und schenkte ihr ein aufrichtiges Lächeln.
Tatsächlich schien dies etwas zu bewirken, denn Aimi wiegte nachdenklich den Kopf und seufzte dann nachgebend. „Es geht Mello im Moment wirklich alles andere als gut, er ist heute Mittag zusammengebrochen und schläft jetzt den Rausch der Schlaftabletten aus. Vielleicht kannst du morgen zu ihm, ich werde ihm auf jeden Fall sagen das du da warst, wenn er wieder aufwacht.“
Wenn es wirklich so um Mello stand, dann schien Beyond tatsächlich die Wahrheit gesagt zu haben. Diese Erkenntnis bereitete ihm ein flaues Gefühl im Magen und am liebsten würde er sich übergeben. Es war also keine Lüge von Beyond um ihn einzuschüchtern, sondern die Wahrheit. Er hatte es ja geahnt, fast schon gewusst, aber das jetzt brachte ihm die endgültige Gewissheit. Er würde ihm das Leben zur Hölle machen, wenn er sich ihm nicht fügte.
„Light? Ist wirklich alles in Ordnung?“, riss Aimi ihn aus seinen Gedanken.
Schnell legte sich ein absolut falsches Lächeln in sein Gesicht. „Natürlich ist alles in Ordnung und vielen Dank noch einmal für die Auskunft.“
„Kein Problem. Übrigens... Misa wollte dich gerne noch einmal sehen. Sie versteht das Thema in Mathe überhaupt nicht und so kurz vor der Prüfung wird sie langsam doch etwas nervös. Wenn du noch etwas Zeit hast, könntest du ihr dann vielleicht kurz helfen?“ Nervös lächelte Aimi ihn an und verschränkte die Hände hinter dem Rücken ineinander.
Lust hatte er eigentlich keine, aber vielleicht hatte er ja das Glück und Mello wachte auf, während er Misa ein weiteres Mal Mathe erklärte und ihre Flirtversuche ertragen musste. Es war ja nicht so als würde er die Blondine nicht mögen, aber im Moment hatte er wirklich andere Probleme und somit weder Zeit, noch Lust sich von ihr anmachen zu lassen. Aber er musste mit Mello sprechen und hier bot sich ihm vielleicht gerade die Chance, es doch noch heute tun zu können. Wer wusste schon, ob er morgen überhaupt noch dazu in der Lage sein würde? Nein, nach dem heutigen Tag konnte er wirklich kein Risiko Beyond betreffend mehr eingehen und musste somit nach jedem Strohhalm greifen.


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Hallo meine Lieben.
Jetzt ist es tatsächlich mal passiert: Ich habe den Upload am Dienstag verpennt! Eigentlich war ich fest überzeugt ich hätte es getan, aber im Moment ist hier so viel los, da wundert es mich auch nicht wirklich.
Deshalb möchte ich Dark-JD ganz doll danken, ich mich darauf aufmerksam gemacht hat.
So, dass Kapitel ist jetzt ja endlich da und das nächste kommt dann wie gewohnt am Samstag. Und für die Zukunft könnt ihr euch ruhig melden, wenn ihr etwas vermisst :) Bin ja auch nur ein Mensch ^^

Ich hoffe sehr ihr verzeiht mir diese Verspätung und dann sehen wir uns jetzt ja schon am Samstag wieder :)
Eure Blue!
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