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Daily Madness

Kurzbeschreibung
GeschichteKrimi, Schmerz/Trost / P18 / MaleSlash
Beyond Birthday L Light Yagami Matt Mello Misa Amane
04.01.2014
21.06.2014
48
97.456
1
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04.01.2014 1.974
 
~Freitag~


Aufgebracht lief Mello über den Kiesweg hinüber zum Fujiwara. Er war wütend. Richtig wütend! Und dabei ging es seltsamer Weise gar nicht um ihn oder Beyond, sondern um seine Mitbewohnerin. In der Regel kümmerten ihn die Probleme der Mädels nicht weiter und er würde sich da auch niemals einmischen, aber nach der Situation eben konnte er nicht anders.
Er war etwas früher als gewöhnlich nach Hause gekommen und hatte dort ein total aufgelöstes Mädchen vorgefunden. Noch nie hatte er Aimi weinen gesehen. Die Brünette war stets fröhlich und aufgeschlossen, sodass ihn diese Entdeckung dann doch etwas überrascht hatte. Natürlich war ihm aufgefallen, dass sie schon gestern etwas ruhiger und in sich gekehrter gewesen war, aber sie hatte nur gemeint es wäre alles in Ordnung. War es aber nicht gewesen, wie er jetzt wusste. Nach ein wenig hin und her hatte ihm Aimi endlich alles erzählt und jetzt war er auf dem Weg sich dieses unsensible Arschloch vorzuknöpfen. So eine Behandlung hatte sie nämlich definitiv nicht verdient!
Schon vor der Tür entdeckte er den Älteren beim Rauchen seiner Zigarette. Stand da seelenruhig und machte sich die Lunge kaputt, während Aimi sich in ihrem Zimmer wegen diesem Dreckskerl die Augen ausheulte.
„Hey, Scheißkerl!“, rief er und stemmte die Fäuste in die Hüfte. „Was fällt dir eigentlich ein meine Mitbewohnerin so fertig zu machen?!“
Nur widerwillig schien der Rothaarige ihm seine Aufmerksamkeit schenken zu wollen, inhalierte noch einmal den tödlichen Rauch der Zigarette und blies diesen in die Luft. „Ich habe niemanden ,fertiggemacht', sondern lediglich gesagt, dass ich kein Interesse habe.“ Seine Stimme war dabei so kühl und distanziert, dass es Mello regelrecht auf die Palme brachte.
„Hör mal!“, fauchte der Blonde und packte Matt am Kragen seines Hemdes. „Sie heult sich wegen dir die Augen aus und versucht das zu verstecken, weil sie sich selbst die Schuld dafür gibt! Mit so einer Zicke wie Misa kann man das ja machen, aber Aimi hat das wirklich nicht verdient, du selbstsüchtiger Bastar-“
Abrupt brach Mello mitten im Wort ab, als sich plötzlich Matts Lippen auf seine legten. Für einen Moment war er einfach nur völlig überfordert mit dieser Situation und starrte den Rothaarigen irritiert an. Sekunden später war dieser Moment auch schon vorbei und Matt drehte sich einfach wortlos um und verschwand im Hausflur.
Nur langsam realisierte Mello, was hier gerade passiert war. Dieser Kerl hatte ihn doch gerade nicht ernsthaft geküsst?! Verflucht, warum hatte er das getan? Matt hatte ihm doch klar und deutlich zu verstehen gegeben, dass er nicht schwul war und nicht auf ihn stand, so wie L es behauptet hatte.
Moment, und wenn da doch etwas dran war? Wenn es L war, der hier die Wahrheit gesagt hatte und Matt ihn angelogen hatte? Ihm war das Verhalten des Rothaarigen während ihres Gespräches sowieso merkwürdig vorgekommen. Also hieße das, dass Matt wirklich schwul war und Interesse an ihm hatte? Er musste das geklärt haben und zwar sofort!
Augenblicklich nahm er die Verfolgung auf und lief die Treppe hinauf zu der Wohnung des Rothaarigen. Einen Aspekt hatte er bei der ganzen Sache allerdings außer acht gelassen und der stand nur wenig später in Form eines schwarzhaarigen Mannes vor ihm in der Tür. Matt und Beyond wohnten ja in derselben Wohnung, wie hatte er diese Tatsache nur ausblenden können? „Hallo... Beyond“, meinte er wenig begeistert.
„Mello, dass ist ja eine Überraschung! Du hast mich vermisst, richtig?“ Selbst er konnte den falschen Tonfall aus seiner Stimme heraushören. Normalerweise war das nie der Fall, aber im Moment scherte er sich auch nicht darum. Es regte ihn nur auf, dass er jetzt nicht an Matt herankam. Versteckt sich dieser feige Kerl allen ernstes hinter Beyond, nachdem er ihn so mir nichts, dir nichts geküsst hatte.
„Nicht einmal ansatzweise“, gab er etwas unterkühlt von sich und hob seinen linken Arm. Die blauen Flecken waren dank des regelmäßigen Einschmierens inzwischen nahezu komplett gelb, aber noch immer sehr druckempfindlich. Er würde Beyond auf jeden Fall noch etwas zappeln lassen, etwas anderes hatte dieser nach seiner Aktion auch gar nicht verdient.
„Ach, und was verschafft mir dann die Ehre?“ War Beyond etwa genervt? Er wirkte heute viel angespannter und zerstreuter als sonst, nicht so abgebrüht und verstellt wie sonst immer. Es war sehr interessant zu sehen, dass auch der Schwarzhaarige nicht immer so perfekt war wie er tat.
„Ach, nichts besonderes“, wimmelte ihn Mello ab und ging einfach wieder. Kaum das er außer Sichtweite der Wohnung war, verschwand das aufgesetzte Grinsen und machte einer ernsten Miene Platz. Er spürte noch immer ein merkwürdiges Kribbeln auf seinen Lippen. Es fühlte sich anderes an, als wenn Beyond ihn küsste. Dabei war dieser kurze Kontakt ihrer Lippen noch nicht einmal ein richtiger Kuss gewesen und vorbei, bevor er es überhaupt richtig realisiert hatte. Er musste Matt unbedingt noch einmal alleine erwischen, so etwas konnte er einfach nicht auf sich sitzen lassen. Erst belog er ihn und dann küsste er ihn ohne Vorwarnung in aller Öffentlichkeit. Und schließlich war da auch noch die Sache mit Aimi, die er jetzt zwar ansatzweise nachvollziehen, aber trotzdem nicht dulden konnte. Da war das letzte Wort noch lange nicht gesprochen!




Mit aufgeblasenen Wangen saß der blonde Junge am Tisch und starte seinen Teller mit Brokkoli an. Er hasste dieses undefinierbare, grüne Zeugs und das wusste seine Mama ganz genau, wieso also setzte sie es ihm immer wieder vor? Wer mochte schon Brokkoli, das Zeug aßen doch nur alte Leute und Hasen? Er wollte Pizza und Eis und Pommes und Gummibärchen und... Schokolade! Aber nein, seine Mama kochte ihm nur so gesundes Zeug. Sie sagte immer, dass dieses ganze fettige und süße Zeug schlecht für ihn sei. Es war unfair, dass alle Kinder so etwas essen durften und er nicht. Manchmal gaben ihm seine Freunde aber etwas von ihren Sachen ab, dass erzählte er seiner Mama aber nicht.
„Nun mach nicht so ein Gesicht und iss“, wies ihn seine Mutter streng zurecht.
„Ich hab keinen Hunger“, erwiderte er trotzig und schob den Teller von sich.
„Mihael...!“, drohte seine Mutter, legte das Spültuch zur Seite und verschränkte die Arme vor der Brust. „Dafür rackere ich mich nicht den ganzen Tag in der Küche ab! Papa wird das gar nicht gefallen, wenn ich es ihm heute Abend erzähle.“
Diese Ankündigung verfehlte ihre Wirkung nicht. Wenn sein Papa hiervon erfuhr, dann würde es wieder Ärger geben. Sein Papa wurde immer ganz schnell böse. Er hatte dann große Angst und versuchte sich irgendwo zu verstecken, aber sein Vater fand ihn jedes Mal und haute ihn. Er schrie dann immer laut nach seiner Mama, aber sie hörte ihn nicht. Sie glaubte ihm auch nicht, wenn er ihr davon erzählte. Sie sagte immer, er würde lügen. Aber er wollte kein Lügner sein, deshalb erzählte er es auch keinem mehr. Von diesen Gedanken eingeschüchtert zog er den Teller wieder zu sich und begann das verhasste Gemüse zu essen.
„Hast du die Schulaufgaben fertig? Und dein Zimmer aufgeräumt?“, leierte seine Mutter die üblichen Fragen herunter, während sie sich wieder dem Abwasch widmete.
„Hm“, brummelte er vor sich hin und stopfte sich eine weitere Ladung in den Mund.
„Antworte gefälligst ordentlich! Und schling nicht so! Zum Teufel, Mihael, so habe ich dich nicht erzogen!“
Erschrocken zuckte der Junge bei den scharfen Worten seiner Mutter zusammen, schluckte das Essen hastig herunter und hätte sich dabei fast noch verschluckt. Verzweifelt schnappte er nach Luft und musst dann doch ein paar Mal husten.
„Sag ich doch! Wann lernst du endlich mal auf mich zu hören, du dummer Junge!“
Tränen sammelten sich in den Augen des Blonden. Wieso sagte seine Mama immer so gemeine Sachen zu ihm? Er gab sich doch große Mühe und lernte auch ganz viel für die Schule, aber er konnte sich im Unterricht einfach nicht konzentrieren. Deshalb schrieb er schlechte Noten und deshalb nannten ihn alle dumm. Und deshalb wurde sein Papa auch böse auf ihn.
„Flenn nicht rum, iss lieber!“, wies ihn seine Mutter zurecht und ignorierte komplett, dass ihm inzwischen die Tränen übers Gesicht liefen. Sie reagierte nie darauf. Früher hatte sie das, aber die Zeit war schon lange vorbei. Er erinnerte sich schon gar nicht mehr daran.
„Wenn dir mein Essen nicht schmeckt, dass muss ich dir ja auch keines mehr kochen. Geh sofort auf dein Zimmer!“
Das war zu viel für den jungen Schüler. Hektisch sprang er auf, warf dabei den Stuhl nach hinten um und rannte nach draußen. Er gab sich doch so viel Mühe und versuchte alles richtig zu machen, aber trotzdem war alles was er tat falsch. Seine Eltern schienen ihn nicht mehr zu lieben. Ob sie das überhaupt jemals getan hatten?
Irgendwas schrie seine Mutter ihm noch hinterher, aber er hörte es schon gar nicht mehr. Die Haustür fiel hinter ihm ins Schloss und er rannte die Straße herunter. Noch immer liefen die Tränen in Strömen über sein Gesicht, wurden ihm vom Wind entrissen und brannten in seinen Augen. Die kühle Luft stach ihn seinen Lungen und seinem Hals, aber er trieb seinen Körper weiter vorwärts. Er wusste nicht mehr, was er tun sollte. Sollte sein Papa hiervon erfahren, dann würde er wieder böse werden und ihn hauen. Er hatte Angst. Er musste weglaufen.
Inzwischen war seine Sicht komplett verschwommen und er konnte nichts mehr richtig erkennen, aber trotzdem rannte er weiter. Ein paar Autos fuhren an ihm vorbei und ein Hund bellte irgendwo neben ihm, aber es war egal. Alles war egal. Er war egal.
Inzwischen hatte er die große Bundesstraße erreicht, aber er rannte einfach weiter, bemerkte es schlichtweg nicht. Erst das Hupen riss ihn aus seinen Gedanken, dem sturen Vorwärtsrennen heraus und ließen ihn wie ein scheues Reh ihm Licht der Scheinwerfer verharren. Er sah das rote Auto auf sich zurasen, nahm seine Umwelt in diesem Moment wie in Zeitlupe wahr. Erneutes Hupen, das Quietschen der Bremsen, ein dumpfer Knall und dann schien sich die ganze Umgebung zu drehen und auf den Kopf zu stellen.
Der Schmerz kam erst, als er auf der Straße aufschlug, ihm regelrecht die Luft aus den Lungen gepresste wurde und ihm für einen Moment schwarz vor Augen wurde. Er konnte nicht sagen was gerade passiert war, warum er plötzlich hier lag und warum sein Körper vor Schmerzen zu brennen schien. Er sah nur das rote Auto vor sich, wie es ihn aus hungrigen Scheinwerfern musterte, ihn ins Visier nahm wie ein Raubtier seine Beute und sich dann mit einem lauten Kreischen auf ihn stürzte.
Plötzlich berührte ihn jemand an der Schulter, redete irgendwelches wirres Zeug auf ihn ein, schrie herum, weinte und lachte, machte einen Handstand und schmolz wie eine Eisskulptur in der Sonne. In seinem Kopf hämmerte es und seine Sicht wurde immer schlechter, zeigte ihm nun alles in Regenbogenfarben, total verzerrt und verpixelt. Seine Augen schlossen sich, um ihn herum war nun nichts weiter mehr ein schwarzes Bild mit vielen bunten Punkten und einem riesigen, roten Fleck in der Mitte.
„Junge, bitte, du musst wach bleiben! Bitte! Der Rettungswagen ist schon unterwegs, bitte bleib jetzt wach!“
Doch er konnte die Stimme der jungen Frau schon gar nicht mehr hören. Er war inzwischen komplett eingetaucht in eine dunkle Welt. Eine Welt, in der nichts außer Finsternis und Vergessen regierte.


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Hallo ihr Lieben :)
Sagt mal, seid ihr über Karneval ausgeflogen? So gar keine Rückmeldung... verunsichert mich immer ein wenig... hm...
Okay, aber nichts desto trotz gibt es trotzdem jetzt das neue Kapitelchen für euch.
Ein ganz bisschen Matt&Mello und etwas aus Mellos Vergangenheit. Ich bin echt über eure Meinung dazu gespannt ^^

Obwohl ich selbst ja eher nicht so DER Karnevalsmensch bin, hatte ich auf den zwei kleinen Zügen, wo ich mit meiner Sis war, totalen Spaß. Vielleicht mögt ihr ja auch mal auf meiner FB-Seite vorbeischauen?^^
https://www.facebook.com/pages/Blue-Sky/1404727549747698

So, dann freue ich mich über eure Meinung und bis Samstag :)
Eure Blue <3
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