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Daily Madness

Kurzbeschreibung
GeschichteKrimi, Schmerz/Trost / P18 / MaleSlash
Beyond Birthday L Light Yagami Matt Mello Misa Amane
04.01.2014
21.06.2014
48
97.456
1
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04.01.2014 1.947
 
~Montag~


Schon wieder herrschte dieses angespannte Klima in dem Hörsaal, wo sich die fünf Mitglieder des Schülerrats zu ihrer Beratung zurückgezogen hatten. Das Schulfest rückte unaufhaltsam näher und sie kamen mit den Vorbereitungen nur schleppend voran. Hauptgrund dafür waren die ständigen Zickereien der beiden weiblichen Mitglieder. Nachdem sie das Thema des Festes endlich geklärt hatten, stritten sie sich jetzt um die passende Musik. Eigentlich war Misa für diesen Teil verantwortlich, aber Kiyomi hatte gegen jeden Vorschlag etwas auszusetzen.
Light hatte schon vor einiger Zeit aufgegeben einen Kompromiss zu schaffen, da ihm das nicht viel mehr als ein paar böse Worte der Schwarzhaarigen eingebracht hatten. Wahrscheinlich hatte sie Wind von dem Stadtbummel der Beiden am vergangenen Samstag bekommen und es als Date gewertet. Manchmal würde er beide am liebsten einfach vor die Tür setzen und ohne sie weitermachen. Da kämen sie wohl deutlich schneller voran.
Nach einigen weiteren Minuten stand Matt einfach auf und packte seine Sachen zusammen. „Ich bin raus, Leute. Wenn ihr eine Playlist habt, gebt mir Bescheid.“ Mit diesen Worten verließ er den Raum und überhörte einfach mal den Protest seines Freundes. Er konnte im Moment sowieso nicht viel ausrichten. Die Mädels hörten in ihrem Streit nicht auf ihn und ohne die ausgewählte Musik konnte er nichts vorbereiten. Damit musste Light schon alleine klarkommen, schließlich war er ja auch der Verursacher dieses Problems und wollte das einfach nicht einsehen.
Gemütlich schlenderte er durch die Flure nach draußen und wäre an der Türschwelle am liebsten sofort wieder umgekehrt, als er den Jungen entdeckte der dort lässig an der Schulmauer lehnte und auf irgendwas zu warten schien. Allerdings hatte Mello ihn in diesem Moment entdeckt und somit war eine Flucht zurück nicht mehr möglich. Sofort spürte er die Aufregung in seinem Körper empor steigen, sein Mund wurde ganz trocken und sein Körper begann leicht zu kribbeln. Trotz allem versuchte er sich so gelassen und normal wie möglich zu geben und sich nichts anmerken zu lassen.
Aus dem Augenwinkel konnte er beobachten, wie sich der Blonde von der Wand abstieß und auf ihn zukam. Mello kam zu ihm? Das war wahrscheinlich eher Wunschdenken als Wirklichkeit, schließlich hatte Mello noch nie wirklich ein Wort mit ihm gewechselt. Warum sollte er dann plötzlich heute damit anfangen?
„Mail Jeevas!“
Überrascht blieb er stehen und holte erst einmal tief Luft, bevor er sich zu dem Blonden umdrehte. Sein Herz schlug von innen hart gegen seine Brust, schien den Brustkorb zum Bersten bringen zu wollen und doch durfte er sich nichts anmerken lassen, um keinerlei Verdacht zu erregen. Ruhig erwiderte er den Blick des Jüngeren, der ihn inzwischen schon fast erreicht hatte.
„Ich muss mit dir reden!“ Mello blieb vor ihm stehen, schaute sich noch einmal prüfend um und deutete dann auf den Kiesweg, der vom Gebäude weg führte. „Können wir vielleicht ein Stück gehen?“
„Klar“, brummte Matt und ging neben dem Blonden her über den Kiesweg zu den Wohnhäusern. Er fragte sich wirklich was Mello von ihm wollte, anscheinend war es ja etwas ziemlich wichtiges.
Einige Zeit gingen sie schweigend nebeneinander her und mit jeder Sekunde wurde er unruhiger. Wieso sagte Mello nichts? „Was ist jetzt?“, fragte er schließlich nach und blieb stehen. Er wurde hier noch völlig verrückt, wenn der Blonde nicht langsam mal mit der Sprache rausrückte.
„L hat mir erzählt, dass du dich für mich interessierst“, platzte Mello heraus und schien ihn mit seinem Blick regelrecht zu durchbohren, „ist da was dran?“
Matt klappte bei diesen Worten regelrecht die Kinnlade herunter. Mit vielem hatte er gerechnet, aber damit sicherlich nicht. Woher wusste bitteschön L von seinen Gefühlen für Mello und wieso band er das ausgerechnet ihm auf die Nase? Er hatte doch extra aufgepasst sich nicht auffällig zu verhalten und erzählt hatte er es nur Light. Ob dieser es weitererzählt hatte? Eigentlich vertraute er seinem Freund in diesem Punkt, aber woher sollten plötzlich alle davon wissen, wenn er sich nur Light anvertraut hatte? Er konnte auf keinen Fall zulassen das dieses Gerücht die Runde machte.
„Ich soll mich für dich interessieren?“, wiederholte er und schüttelte leicht den Kopf, schaffte es tatsächlich ein leichtes Schmunzeln vorzutäuschen und seiner Stimme einen amüsierten Ton zu verleihen. „Ich kenne dich doch gar nicht und außerdem sind wir beide Kerle. Wie kommt der Typ nur auf solche Ideen?“
„Dasselbe habe ich mich auch gefragt. Ich wollte das nur klarstellen, nicht das es nachher zu Problemen kommt, schließlich bin ich ja auch vergeben.“ Mit diesen Worten, ohne ein weiteres Wort des Abschieds oder auch nur einen letzten Blick, wandte sich Mello von ihm ab und verschwand den Kiesweg herunter zum Taira.
Am liebsten würde Matt ihm hinterher laufen, ihn aufhalten ihn ihm seine Liebe gestehen, aber er tat es nicht. Konnte es nicht. Wie versteinert stand er dort, starrte dem Blonden hinterher und würde sich für seine Naivität am liebsten selbst ohrfeigen. Wie hatte er nur glauben können das so ein heißbegehrter Kerl wie Mello noch single war? Wie sehr er das Mädchen doch beneidete, das mit seiner großen Liebe zusammen war. Neid war da sogar schon fast freundlich ausgedrückt, er fühlte eigentlich nichts als Eifersucht, Wut und Trauer.
Seit Lilith ihn vor über zwei Jahren mit Beyond betrogen und er sie dabei in flagranti erwischt hatte, hatte er sich nicht mehr neu verliebt. Dieser Betrug seiner Freundin hatte sein Vertrauen immens geschädigt und eine neue Liebe unmöglich gemacht. Tief in sich drin hatte er zwar schon lange geahnt, dass das mit Mello nichts werden konnte und auch Light hatte das immer wieder gesagt, aber wie man nun einmal war, wenn man sich frisch verliebt hatte, verdrängte man diese offensichtlichen Tatsachen und lebte fröhlich in seiner rosaroten Traumwelt. Liebe war wirklich schrecklicher als jedes drittklassige Videospiel.
„Hier steckst du also!“
Im ersten Moment nahm Matt die Stimme seines Freundes überhaupt nicht wahr, war noch viel zu tief in seinen Gedanken versunken. Erst als Light ihm von hinten die Hand auf die Schulter legte und ihn damit halb zu Tode erschreckte, wurde er aus seinen Gedanken gerissen.
„Hast du sie noch alle?!“, fuhr er den Brünetten an und versuchte sein wild klopfendes Herz zu beruhigen. Light hatte wirklich Nerven ihn so zu erschrecken.
„Ich schon, du aber anscheinend nicht. Was ist denn heute los mit dir?“
„Es ist nichts, alles bestens“, antwortete Matt und ging einfach weg. Der Tag heute war doch echt für die Tonne, am besten verzog er sich einfach mit seiner PSP ins Bett und blieb dort bis morgen früh. Oder auch für den Rest seines Lebens, was machte das schon für einen Unterschied.
„Wir sind jetzt schon einige Zeit befreundet“, meinte Light und ging neben ihm her, „und von daher weiß ich, dass dich irgendwas bedrückt. Ich bin doch dein Freund, mir kannst du es erzählen, egal was es ist. Schlimmer als dein Outing kann´s nicht sein.“
„Damit du damit gleich wieder zu L rennen kannst oder stellst du es dieses Mal direkt auf die Schulhomepage?“ Er ließ seinen Frust gerade an dem Falschen aus, aber was sollte er tun? Er war sauer auf sich, sauer auf Mello und sauer auf dessen Freundin und leider war Light im Moment das einzige greifbare Ziel für diese Wut.
„Jetzt mal langsam! Was hat L mit der ganzen Sache zu tun?“
„Er hat Mello erzählt das ich auf ihn stehe“, eröffnete Matt und blieb ruckartig stehen, „und deswegen war er eben hier und wollte wissen, ob das stimmt.“
Selbst Light schien von dieser Nachricht zu überrascht, um irgendwas darauf zu erwidern. Ungläubig schüttelte er den Kopf und sucht schließlich seinen Blick. „Hast du es ihm gesagt? Die Wahrheit, meine ich?“
„Ist doch egal, er hat schließlich eine Freundin“, grummelte er und ging schnell weiter, den Blick konsequent auf den Kiesweg gerichtet.
„Er hat...? Oh, Matt, dass tut mir leid.“ Light schien wirklich betroffen zu sein und das, obwohl er nicht viel von seinen Schwärmereien hielt und ihn lieber mit einem süßen Mädchen verkuppeln würde. Light war eben doch ein wahrer Freund.
„Du hattest einfach recht, wieso sollte ausgerechnet so ein Typ wie Mello schwul sein und sich dann auch noch in mich verlieben? Es ist langsam wirklich Zeit aufzuwachen und der Realität ins Gesicht zu sehen.“
„Matt, das kannst du doch nicht tun! Du hast dich doch hoffnungslos in diesen Kerl verliebt, da musst du gerade in Situationen wie diesen mit allen Mitteln kämpfen! Du kannst doch nicht irgendeiner aufgebrezelten Gans kampflos das Feld überlassen?!“
Diese Worte aus Lights Mund? Aber was sollte er schon tun, wenn Mello bereits eine Freundin hatte? Sich einfach so dazwischen drängen, auch wenn er vermutlich unerwünscht war? Herzlichen Glückwunsch.
„Weißt du was wir machen? Wir werden jetzt erst einmal herausfinden wer dieses Mädchen ist. Das kannst du ruhig mir überlassen, Misa weiß das doch bestimmt. Und dann denken wir uns eine Strategie aus, wie wir die beiden auseinander bringen und dann kann sich Mello an deiner Schulter ausheulen.“
Light schien so überzeugt von seinem Plan. Es wäre wirklich zu schön, wenn das alles so ablaufen könnte. Aber wollte er wirklich für seine Zwecke eine bestehende Beziehung zerstören? War das nicht extrem egoistisch? Aber hatte Beyond nicht damals genau dasselbe gemacht? Da hatte sich auch keiner darum geschert wie es ihm bei der ganzen Sache ging. Jetzt hatte er doch auch mal etwas Glück verdient.
„Okay“, willigte er schließlich ein und lächelte leicht. „Tut mir übrigens leid das ich dich eben mit den beiden Kampfhühnern alleine gelassen hab.“
„Schon in Ordnung, L hat mir geholfen einen Kompromiss zu schaffen.“
Schon wieder L? In letzter Zeit häufte sich das untypische Verhalten für den Schwarzhaarigen wirklich extrem. Er versteckte sich vor Beyond im Waschraum, mischte sich in den Streit der beiden Mädels ein und erzählte Mello von seinen Gefühlen, woher auch immer er das wusste. Vielleicht sollte er seinen Mitbewohner die nächste Zeit mal etwas besser im Auge behalten, möglicherweise verstand er dann was hier abging?
„Wir schreiben morgen eine Vorprüfung, für die ich noch etwas lernen muss. Ist wirklich alles okay bei dir?“ Light schien sich wirklich Sorgen um ihn zu machen, aber im Moment völlig unbegründet. Er hatte ihm genug Mut gemacht, sodass er wieder etwas optimistischer in die Zukunft schauen konnte. „Klar, geh du nur zu deinen heißgeliebten Büchern, ich werde dann mal dein Spiel beenden. Wir sehen uns morgen.“
„Und mach dir keine Sorgen, wir kriegen aus Mello und dir schon noch ein Paar.“ Aufmunternd zwinkerte Light ihm zu, bevor sich ihre Wegen trennten und jeder in seinem Wohnheim verschwand.
Obwohl er wirklich glauben wollte, dass die Idee seines Freundes Erfolg hatte, saß der Zweifel noch immer hartnäckig in seinem Magen und schien auch nicht vorzuhaben ihn in absehbarer Zeit zu verlassen. Wenn Mello doch eine Freundin hatte, dann gingen die Chancen das er extra nur für ihn schwul wurde gegen null. Er würde ja auch nicht anders handeln. Wenn plötzlich ein ihm fremder Kerl auftauchte, ihm seine unendliche Liebe gestand und auch noch erwartete das er diese erwiderte, dann würde er das höchstens für einen schlechten Witz halten und dem Typ die Tür vor der Nase zuhauen.
Die Wohnung war leer als er diese betrat, also war L nach der Schulratssitzung wohl noch woanders hingegangen und wo Beyond war interessierte ihn sowieso einen Dreck, er war froh über jeden Moment wo der Schwarzhaarige nicht in seiner Nähe war. So konnte er sich wenigstens ganz in Ruhe mit einer Tüte Chips vor seine Konsole hocken und endlich das Spiel beenden, das Light ihm gestern mitgebracht hatte und musste sich solange keine weiteren Gedanken um die Begegnung mit Mello machen.

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Guten Abend zusammen :)
Ich wollte mich nur kurz bei meinen lieben Reviewern ReWeJuIs, -Lumi- und Dark-JD bedanken, muss leider auch schon wieder los.
Dann bis Dienstag^^
Eure Blue
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