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Daily Madness

Kurzbeschreibung
GeschichteKrimi, Schmerz/Trost / P18 / MaleSlash
Beyond Birthday L Light Yagami Matt Mello Misa Amane
04.01.2014
21.06.2014
48
97.456
1
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Dieses Kapitel
3 Reviews
 
04.01.2014 1.944
 
Ebby East – das fünfte Opfer des Serienmörders von Los Angeles.
Angespannt starrte L auf den neusten Bericht, den seine Übermittlerin ihm soeben geschickt hatte. Erneut hatte der Täter zugeschlagen und wie er bereits erwartet hatte, war das Opfer mit den Initialen E.E eine Frau. Allerdings war dieses Mal etwas anders als bei den vorherigen vier Morden. Die Leiche war schlimm zugerichtet wie immer, die Polizei war erneut nur durch Zufall auf sie gestoßen und auch das mit Blut geschriebene „B“ war da, was aber dieses Mal anders war, war der Schriftzug auf dem Körper der toten Frau. Mit einem spitzen Gegenstand hatte jemand die Worte >>Viel Erfolg, Meisterdetektiv<< in ihre Haut geritzt. Die Nachricht war ganz klar an ihn gerichtet und das hieß, dass der Mörder von seinen Ermittlungen wusste. Er war bisher nicht in Erscheinung getreten und hatte lediglich aus dem Hintergrund beobachtet, also dürfte eigentlich niemand von ihm wissen. Es sei denn, es gäbe einen Verräter in den Reihen des FBI.
Nachdenklich legte er den Daumen an seine Unterlippe und runzelte die Stirn. Jetzt war es Fakt, dass der Mörder nur Katz und Maus mit der Polizei, dem FBI und ihm spielte. Er handelte nicht allein des Mordens Willen, er wollte gejagt werden. Der Kerl war genauso gerissen und strategisch wie er vermutet hatte. Die gefährlichste Kombination für einen Mörder.
Kurz fiel sein Blick auf das vergilbte Buch neben dem Laptop. „The A.B.C Murders“. In dem Buch lenkte der wahre Täter den Verdacht auf seinen an Epilepsie erkrankten Bruder, um an dessen Reichtum zu gelangen. Er legte die falschen Spuren so geschickt, dass selbst sein Bruder irgendwann glaubte, er würde die Morde begehen und könne sich aufgrund seiner Krankheit nur nicht daran erinnern. Nur dank den brillanten Schlussfolgerungen des belgischen Detektivs Poirot konnte der wahre Täter schlussendlich überführt werden.
Er hatte das Buch gestern fertig gelesen und konnte jetzt mithilfe der neuen Informationen mit nahezu hundertprozentiger Wahrscheinlichkeit ausschließen, dass der Täter sich dieses Werk zum Vorbild nahm. Es gab einfach zu wenig Übereinstimmungen in dem Verhaltensmuster des Mörders. Wieder ein Weg, der in einer Sackgasse endete. Aber das war gar nicht so schlimm, schließlich hatte er jetzt einen neuen Ansatz. Als nächstes würde er die ermittelnden FBI-Mitglieder näher unter die Lupe nehmen. Irgendwo war die Information über seine Existenz in diesem Fall durchgesickert und dieses Leck musste er finden.
Schnell tippte er die Mail für seine Informantin, in der er um Einsicht in die Akten bat. Es war nicht legal und er baute damit auch nicht gerade ein Vertrauensverhältnis zum FBI auf, aber darauf konnte und wollte er keine Rücksicht nehmen. Das hatte er bei seinen bisherigen Fällen nicht und er würde es auch bei zukünftigen nicht. Das war seine Methode die Fälle zu lösen. Die Welt war inzwischen schon so verdorben, dass man niemanden einfach so blindlings vertrauen konnte, egal, was dieser Mensch für einen Rang oder Ansehen besaß.
Nachdem er die Mail abgeschickt hatte, schaltete er den Laptop aus und widmete sich dem Rest seines Mittagessens. Das erinnerte ihn an das Gespräch mit Light eben am Küchentisch. Dass der Brünette Beyond konsequent aus dem Weg ging, war ihm schon des öfteren aufgefallen und wundern tat es ihn auch nicht. Light war da bei weitem nicht der einzige. Viele, besonders der jüngeren Schüler, machten lieber einen großen Bogen um den Rotäugigen. Es kursierten inzwischen so einige Gerüchte über ihn und L konnte nicht abstreiten, dass alle davon frei erfunden waren. Genauso gab es aber auch Schüler, die geradezu von dem Schwarzhaarigen angezogen wurden wie Motten vom Licht. Bestes Beispiel für einen solchen Fall war sicherlich Mello.
Bei dem Blondschopf musste er unweigerlich an Matt denken. Sein Mitbewohner war nach seinen durchgezockten Nächten wirklich jedes Mal unerträglich. Es wunderte ihn, dass Light sich dann dennoch mit ihm abplagte. Die Beiden mussten wirklich richtig eng miteinander befreundet sein, besonders wenn Matt Light auch noch den Grund für seinen Hass auf Beyond anvertraut hatte. Er wusste, dass der Rotschopf gar nicht gerne daran dachte und nie ein Wort darüber verlor, da das eigentlich immer so endete wie die letzte Nacht. Trotz allem war ihm nicht verborgen geblieben, woher der plötzliche Sinneswandel seines Wohnungsgenossen damals gekommen war. Jeder Idiot könnte aus den Beobachtungen nur einen vernünftigen Schluss ziehen. Zuerst verhielten sich die beiden fast wie Freunde und von einem Tag auf den anderen begegneten sie sich mit so viel Hass und zeitgleich trennte sich Matt von seiner Freundin. Und Beyond tat das alles mit voller Absicht um Matt zu verletzten, genauso wie er es momentan auch mit Mello versuchte. Er konnte Matts Hass sehr gut nachvollziehen.
Mit einem letzten Bissen vernichtete er die Schokotorte, packte das schmutzige Geschirr auf einen Haufen und trug dieses hinüber in die Küche. Light und Matt waren nicht mehr hier.
Beyond war heute schon irgendwann in der Frühe abgehauen, ohne ein Wort zu sagen und er war auch mehr als froh darüber. Obwohl er bezweifelte, dass der Rotäugige etwas tat, was ihm gefallen würde. Höchstwahrscheinlich war es wieder ein Treffen mit Mello. Er konnte wirklich nur hoffen, dass der Blonde über seine Warnung nachgedacht hatte und sich seine Worte zu Herzen nahm. Auch wenn er den Jüngeren eher so einschätzte, dass er sich von niemanden etwas sagen ließ. Und wenn schon, sollten sich seine beiden Mitbewohner gegenseitig umbringen, würde vielleicht endlich einmal Ruhe in die Wohnung einkehren. Er wusste schon gar nicht mehr, wie sie sich anfühlte, diese Ruhe...



Mit einem fast schon als wahnsinnig zu beschreibenden Grinsen saß Beyond an dem Tisch der abgedunkelten Kneipe und genoss seinen Sake. Um ihn herum herrschte kaum Betrieb, was am frühen Nachmittag aber auch nicht anders zu erwarten war, schließlich stieg die richtige Party erst am Abend oder wahlweise auch am frühen Morgen. Aber deswegen war er auch gar nicht hier und je weniger los war, desto besser.
Leise Musik dudelte aus den Lautsprechern im vorderen Bühnenbereich, wo sich im zarten Licht der Scheinwerfer zwei junge Männer an ihren Stangen räkelten und den wenigen Besuchern eine Show boten. Sehr alt schienen die Beiden in seinen Augen noch nicht zu sein, vielleicht gerade einmal Volljährig, wenn überhaupt. Es war inzwischen bekannt, dass sich hier viele Jungs mit gefälschten Ausweisen einen Arbeitsplatz sicherten. Allerdings interessierte das weder die Kunden, noch den Inhaber.
Einer der beiden Tänzer hatte inzwischen einen Kunden ins Auge gefasst und hielt den Blickkontakt zu diesem aufrecht, während er seine grazilen Bewegungen rund um die Stange herum fortsetzte. Es war eine der typischen Maschen um sich hier einen Kunden zu angeln und so seine Kohle zu verdienen. Die kleinen Kerlchen waren nicht blöd und wussten genau, wie und wann sie welche Bewegung, welchen Blick, welche noch so zufällige Geste einsetzen mussten und wie sie sich den Rausch des Alkohols zunutze machen konnten. Und doch schafften sie es immer so aussehen zu lassen, als ginge die Initiative von ihren Kunden, oder wohl besser gesagt Opfern, aus.
Der Junge schien mit seiner Taktik Erfolg gehabt zu haben. Er konnte beobachten wie der deutlich ältere Mann zur Bühne trat und den jungen Tänzer noch einen Moment beobachtete, bevor sich dieser zu ihm herab beugte und sie kurz darauf durch eine Tür hinter der Bühne im Dunklen verschwanden.
Es war wirklich scheußlich, wie schwach manche Menschen doch waren. Wie konnte es jemanden erregen sich eine billige Hure zu kaufen, die tagtäglich von irgendwelchen Typen gefickt wurde und wo man nur einer von vielen war? Es war doch viel besser sich eine Person zu suchen und diese von sich abhängig zu machen, langsam und stetig, sodass sich diese Person irgendwann nach einem verzerrte und gar nicht bemerkte, dass sie langsam aber sicher zu seinem privaten Spielzeug wurde. Und falls ihm sein Spielzeug irgendwann zu langweilig wurde, dann hatte er meistens schon vorgesorgt und konnte es einfach fallen lassen, um sich voll und ganz seiner neuen Errungenschaft zu widmen. Mello war auch nur eines dieser Spielzeuge, ein wirklich wunderbares noch dazu, und irgendwann würde er auch L soweit haben. Der Schwarzhaarige war seine Herausforderung, an der er schon seit viel zu langer Zeit zu knabbern hatte, aber das machte doch gerade den Reiz aus.
Noch während er so in Gedanken versunken seine Sakeschale leerte, betrat eine weitere Person die Kneipe und kam zu seinem Tisch geschlendert, um sich dort niederzulassen. Eine dunkle Sonnenbrille verbarg sein Gesicht zusammen mit der tief ins Gesicht gezogenen Cappy. Nur ein paar vereinzelte blonde Strähnen lugten unter dieser hervor und verrieten damit die Herkunft des Mannes.
„Warum treffen wir uns eigentlich jedes Mal in so einem Schuppen wie diesem?“, fragte der Fremde und verzog leicht den Mund, als er einen Blick auf den einzelnen, noch verbliebenen Tänzer in seinem knappen Lederoutfit fiel.
Grinsend kippte Beyond den Rest Sake herunter und schob die Schüssel dann in die Mitte des Tisches. „Sind doch ganz hübsche Jungs dabei, findest du nicht?“Amüsiert beobachtete er wie sein Gegenüber die mit mehreren Goldringen bestückte Hand auf den Tisch legte und einen Zettel zu ihm rüber schob.
„Du scheinst vielleicht einen Fetisch für Schwänze zu haben, aber ich bleibe dann doch lieber meiner Freundin treu.“
„Gegen deine Freundin hätte ich auch nichts einzuwenden. Schon ein heißes Teil, die Kleine.“
„Solltest du auch nur auf die Idee kommen sie schief anzuschauen, dann hast du große Probleme, mein Freund!“ Der Blonde sagte das in einem fast schon freundlichen Plauderton, aber Beyond konnte sehr genau die unterschwellige Drohung heraushören. Der Andere schenkte seinen Worten kein Vertrauen und das war wahrscheinlich auch besser so. Momentan interessierte ihn das Weib zwar kein Stück, aber wer wusste schon, ob er diese Entscheidung nicht irgendwann einmal revidierte? Er band sich nicht an irgendwelche Personen oder Versprechen, er entschied immer nach Lust und Laune, wie es ihm gerade passte. So war das Leben viel unkomplizierter und aufregender.
„Vertraust du mir etwa nicht?“, fragte Beyond bestürzt und schob sich den Zettel in die Hosentasche.
„Nein, in diesem Punkt vertraue ich dir ganz und gar nicht. Ich weiß inzwischen, dass du zu allem fähig bist.“
„Stimmt auch wieder. Solange das keinen Einfluss auf unsere geschäftlichen Angelegenheiten hat, ist ja alles in Butter“, meinte Beyond jetzt schon wieder übertrieben fröhlich und stand auf. „War wirklich nett mal wieder mit dir zu plaudern, aber ich muss dann mal. Aber vielleicht probierst du ja doch noch die Spezialität des Hauses aus, der Kleine da vorne soll wohl die Nummer eins unter den Neueinsteigern sein und nicht übermäßig teuer. Wir sehen uns!“
Hinter sich konnte er ein empörtes Schnauben vernehmen, während er mit einem Grinsen im Gesicht die Kneipe verließ und sich auf den Weg zurück zur Schule machte. Im Gehen zog er den kleinen Zettel aus seiner Tasche und faltete ihn auseinander.
Zahlen und Buchstaben, anscheinend wahllos angeordnet, ohne Sinn und Verstand. Mit einem müden Lächeln betrachtete er die verschiedenen Kombinationen noch einmal eingehend, bevor er ein Feuerzeug aus der Tasche zog und den Zettel anzündete. Vor seinen Augen fing das Papier Feuer. Gierig fraß sich dieses innerhalb von wenigen Sekunden durch den gesamten Zettel und ließ nicht mehr als Asche im Wind zurück.

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Guten Abend zusammen :D
Und schon ist das zwölfte Kapitel vorbei. Mensch, das geht echt viel zu schnell, ich muss mich mit dem Schreiben echt ranhalten, dabei habe ich momentan echt wenig Motivation. Wahrscheinlich, weil es sich mal wieder dem Ende nährt. Das hasse ich am Schreiben echt am Meisten...

Aber vielen Dank an Dark-JD und ReWeJuIs für ihre lieben Reviews. Ich freue mich jedes Mal wie blöd sie zu lesen ^^
So, und dann sag ich mal tschüssi und bis Samstag, da haben wir übrigens ein Date mit Matt und Mello xDD
Eure Blue <3
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