Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Daily Madness

Kurzbeschreibung
GeschichteKrimi, Schmerz/Trost / P18 / MaleSlash
Beyond Birthday L Light Yagami Matt Mello Misa Amane
04.01.2014
21.06.2014
48
97.456
1
Alle Kapitel
88 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
04.01.2014 1.842
 
~Sonntag~



Mello hatte die halbe Nacht wach gelegen und sich den Kopf über das Gespräch mit L zerbrochen. Er war wirklich wütend und peinlich berührt gewesen, dass tatsächlich jemand Wind von seiner Affäre mit Beyond bekommen hatte. Genau das hatte er immer verhindern wollen. Was ihn dann aber stutzig gemacht hatte war die Aussage, dass Matt tiefere Gefühle für ihn hegen soll. Matt und er kannten sich nicht und zudem ging der doch mit Aimi. L hatte da mit Sicherheit irgendwas falsch verstanden, auch wenn er sich das bei so einem Superhirn wie dem Schwarzhaarigen nicht wirklich vorstellen konnte. Aber irgendwann machte doch jeder einmal Fehler, oder?
Und doch ging ihm der Rothaarige seitdem nicht mehr aus dem Kopf. Matt war freundlich, sah gut aus und man musste sich nun wirklich nicht wegen ihm schämen. Aber wie gesagt, er war mit Aimi zusammen und von daher auch nicht schwul. Gestern Abend hatte er von Misa nahezu jedes einzelne Detail des Dates erfahren und von daher war er voll im Bild. Er sollte gar nicht mal daran denken, sich an Matt ranmachen zu wollen. Er hatte ja Beyond, auch wenn ihre Beziehung nun wirklich nur eine reine Fickbeziehung war.
Das erinnerte ihn an ihr Treffen gestern und das er sich dafür noch an Misa rächen musste. Es war ja alles nur ihre Schuld gewesen. Nur weil sie diese blöde SMS verschicken musste.

Ein wenig nervös klopfte Mello an die Wohnungstür, die Sekunden später geöffnet wurde. Beyond stand ihm gegenüber, das Handy in der Hand und hielt ihm dieses auch gleich unter die Nase. „Erkläre mir mal was dieses 'Süße' da zu suchen hat? Das war doch mit Sicherheit ein Tippfehler, oder irre ich mich?“ Beyond klang schon wieder so verflucht freundlich, dass bedeutete niemals etwas gutes bei ihm.
„Ja... klar“, antwortete Mello und versuchte seine Stimme so fest wie möglich klingen zu lassen. Da hatte ihn Misa echt in die Scheiße geritten, dieses kleine Miststück.
„Dann ist ja alles gut. Komm doch rein.“ Grinsend ließ Beyond ihn in die Wohnung und schubste ihn dann ein wenig ungeduldig in sein Zimmer. „Na los, ausziehen und auf den Bauch legen!“
„Beyond, muss das-“
„Ja mein Kleiner, das muss sein. Du bist nämlich meine 'Süße', vergiss das nicht!“, unterbrach ihn der Schwarzhaarige und gab ihm noch einen letzten Schubs Richtung Bett.

Danach war Beyond direkt über ihn hergefallen und hatte ihm regelrecht das Hirn aus dem Leib gevögelt. Er mochte diese schnelle Nummern zwar sehr gerne, aber ab und an wünschte er sich auch einmal ein wenig Zärtlichkeit und Romantik. Etwas, was Beyond ihm nicht einmal im Traum geben würde. Wo seine Gedanken wieder bei Matt angelangt wären.
Vielleicht sollte er ja doch mal anfühlen, ob L nicht doch recht mit seiner Annahme hatte. Er würde schon mal gerne ausprobieren, ob Matt anders als Beyond war. Wie es sich mit jemand anderem anfühlte. Ob es genauso gut sein würde?
Verzweifelt schüttelte er den Kopf und versuchte seine Gedanken auf ein anderes Thema zu lenken, bevor er nachher noch mit einem Ständer hier rum lag.
Er wusste ja, dass Matt Mitglied im Schülerrat war und der sich nach der Schule immer noch traf. Vielleicht sollte er dort mal ansetzten.



Nachdenklich drehte Light die Pappschachtel in seinen Händen. Es war ein neues Videospiel, von dem Matt ihm in letzter Zeit so viel erzählt hatte, dass er es eigentlich schon gar nicht mehr spielen musste um den Inhalt zu kennen. Er hatte es gestern auf seiner Shopping-Tour mit Misa gekauft, die dann doch länger geworden war als geplant. Die Blondine hatte ihn von einem Laden in den nächsten geschleppt und hatte sich einfach für kein Handy entscheiden können.
Jetzt stand er bestimmt schon zwei Minuten im Treppenhaus des Fujiwara und wägte ab, ob er weitergehen sollte oder doch lieber nicht. Eigentlich hatte er Matt besuchen und sich etwas mit ihm unterhalten wollen, aber inzwischen zweifelte er an der Genialität seiner Idee. Er hatte keine Ahnung, ob Matt überhaupt da war und er hatte keine Lust nachher noch Beyond in die Arme zu laufen. Manchmal hatte er wirklich das Gefühl, dass sich der Schwarzhaarige versuchte an ihn heranzumachen.
Aber es hatte auch keinen Sinn weiter hier auf´m Flur herumzustehen, dadurch kam er auch nicht weiter. Endlich überwand er sich und klopfte an die Wohnungstür. Es dauerte nicht lange, bis die Tür geöffnet wurde und ihm ein schwarzer Haarschopf gegenüber stand.
„Hallo, Light“, begrüßte ihn der junge Mann und trat einen Schritt zur Seite. „Matt ist in seinem Zimmer, ich weiß aber nicht ob er schon wach ist.“
„Vielen Dank!“ Light war wirklich erleichtert, dass es nur L war und nicht der Rotäugige. „Matt!“, rief er und klopfte an die Zimmertür seines Freundes, allerdings regte sich im Inneren nichts. „Matt!“
Lautes Poltern aus dem Zimmer, leises Fluchen und dann wurde die Tür geöffnet. Ein total zerstrubbelter Matt mit tiefen Augenringen stand ihm gegenüber, sich mit einer Hand die leicht gerötete Stirn haltend. Allem Anschein nach hatte der Rothaarige noch geschlafen und war durch sein Klopfen aus dem Bett gestürzt.
„Was willst du?!“, giftete Matt ihn an.
„Ich wollte mit dir sprechen, aber anscheinend hast du wieder die ganze Nacht gespielt.“ Es war nicht das erste Mal und es würde wohl auch nicht das letzte Mal sein. Matt war spielsüchtig, auch wenn er das immer abstritt. Leider war er nach einer solchen durchgezockten Nacht immer ziemlich unleidlich.
„Was dagegen?!“, fuhr ihn Matt auch sogleich an.
„Und ich habe dir sogar dieses neue Spiel mitgebracht. Du bist echt undankbar.“ Kopfschüttelnd schaute er noch einmal auf die Videospielverpackung in seiner Hand und wandte sich dann zum Gehen.
„Schon gut, ich mache mich eben fertig.“
„Ich warte solange in der Küche auf dich, du alter Miesepeter.“  Mit diesen Worten ließ er seinen Freund in Ruhe und machte sich auf den Weg zur Küche. Dort saß L bereits am Tisch und aß ein Stück Schokoladentorte. Light wunderte sich wirklich jedes Mal auf´s Neue, wie der Schwarzhaarige all den Süßkram in sich rein stopfen konnte und dabei trotzdem so schlank blieb. Noch dazu eine Schokotorte am späten Vormittag.
„Er hat also noch geschlafen“, mutmaßte L, „kein Wunder eigentlich, er hat bis heute Morgen vor seiner Flimmerkiste gehockt. Willst du auch ein Stück?“ Fragend deutete er mit der Gabel auf den Tortenrest auf der Anrichte.
„Nein danke, ich kann so etwas nicht zur Mittagszeit essen.“
„Da bist du nicht der Einzige“, schmunzelte L leicht und schob sich ein weiteres Mal die Kuchengabel in den Mund.
„Ich frage mich wirklich, wie Matt und du es die ganze Zeit mit so einem Kerl wie Beyond aushaltet. Ich finde ihn ziemlich suspekt.“
Kurz hielt L in seinem Tun inne und musterte ihn durchdringend. Fast kam es Light so vor als würden die tiefschwarzen Iriden ihn durchbohren, tief in seinen Kopf schauen und seine Gedanken lesen. Ein wenig unheimlich war ihm schon zumute und er kam nicht drumherum, L mit Beyond zu vergleichen. Sie hatten in diesem Moment eine so ähnliche Ausstrahlung, dass man wirklich zweimal hinschauen musste, um sich sicher zu sein, wen man da gerade vor sich hatte. Beyond und L, waren sie ein und dieselbe Person?
Genauso schnell wie dieses Gefühl gekommen war, war es auch schon wieder verschwunden und L hatte sich wieder voll und ganz seinem Tortenstück gewidmet. „Beyond ist manchmal ein wenig seltsam drauf, aber man gewöhnt sich daran. Man darf nur keine Angst vor ihm haben, genau das versucht er mit seinem Verhalten nämlich zu erreichen.“ Freundlich lächelte er und nahm sich ein weiteres Tortenstück von der Anrichte.
Verwirrt blinzelte Light und schüttelte sachte den Kopf. Das gerade war wirklich extrem seltsam gewesen. Bevor er jedoch weiter darüber grübeln konnte, taumelte Matt auch schon in die Küche. Er sah nur geringfügig besser aus als eben und setzte sich nun gähnend auf einen freien Stuhl.
„Morgen“, brummte er und rieb sich über die müden Augen. „Verdammt, was futterst du schon wieder so früh dieses süße Zeug?“ Leicht angewidert betrachtete er die Torte, bevor er seinen Blick wieder abwandte und den Kopf auf seinen Armen abstützte.
„Du siehst echt schlimm aus“, sagte Light und drehte das Videospiel nachdenklich in der Hand, „ich weiß gar nicht, ob ich dir das Spiel überhaupt geben kann oder ob dein Schlaf dann noch mehr darunter leidet.“
„Ich habe mich nur an etwas erinnert, was mich wütend gemacht hat und ich brauchte Ablenkung. Alles in Ordnung.“
„Wieder die Sache mit Beyond und Lilith?“, hakte Light nach. Matt hatte ihm die Geschichte vor einiger Zeit mal anvertraut und seitdem konnte er seinen Freund im Bezug auf den Schwarzhaarigen und Mädchengeschichten zwar verstehen, aber ganz aufgeben wollte er Matt als Hetero dennoch nicht.
„Ist doch egal“, blockte Matt ab und nahm das Spiel an sich, um sich die Rückseite des Kartons durchzulesen, die er bestimmt schon in- und auswendig kennen müsste. Anscheinend war ihm das Thema noch immer so verhasst, sodass er nicht darüber sprechen wollte. Manchmal wurde er aus seinem Freund wirklich nicht schlau.
„Ich lasse euch dann mal alleine“, sagte L plötzlich, stand auf und verschwand mit der Torte in seinem Zimmer.
Kurze Zeit herrschte Schweigen in der kleinen Küche, bevor Matt den Pappkarton auf den Tisch legte. „Musstest du damit vor L anfangen?“, fragte er und schien ein wenig gereizt zu klingen. Light wusste nicht genau, ob die Reizbarkeit an dem Schlafmangel lag oder aber ob Matt L tatsächlich nichts von der Geschichte erzählt hatte. Immerhin lebten die drei doch inzwischen schon fast drei Jahre zusammen in einer Wohnung? Manchmal war ihm sein Freund wirklich ein Rätsel.
„Ich bin nicht hier um deine schlechte Laune zu ertragen, ich wollte dir nur das Spiel mitbringen und erfahren, wie dein Date mit Aimi war?“
„Es war kein Date!“
„Natürlich nicht... tut mir leid.“
„Warst du gestern in der Stadt?“, fragte Matt und deutete auf das Spiel. „Es ist erst seit gestern draußen. Warum?“ Er wollte Matt nicht anlügen und hatte ihm dieses Spiel quasi als Entschuldigung für´s Beobachten gestern mitgebracht.
„Misa hat mich mit in die Stadt genommen und wir haben euch ein wenig beobachtet. Entschuldige.“
„So etwas habe ich mir schon gedacht“, sagte der Rothaarige und lächelte leicht. „Du würdest mir niemals ohne Grund einfach so ein Spiel mitbringen. Da du ja anscheinend alles schon weißt, kannst du mir ja von deinem Treffen erzählen?“
„Sie hat mich von einem Laden in den nächsten geschliffen und konnte sich für kein Handymodell entscheiden, egal, was ich gesagt habe. Alles hat ihr gefallen und dann auch wieder nicht. Das war es definitiv nicht wert.“
Schmunzelnd stand Matt auf und wedelte mit dem Spiel. „Komm, wir spielen eine Runde, schließlich hast du das Spiel mitgebracht.“
„Aber-“
„Kein aber, jetzt komm schon, ich lasse dich auch gewinnen. Na ja, vielleicht.“

_________________________________________

Abend meine Lieben :)
Vielen Dank an Dark-JD, ReWeJuIs und -Lumi- für ihr lieben Reviews! Ihr seit toll <3

So, dann hoffe ich ihr hattet viel Spaß mit dem Kapitel, Reviewantworten gibt´s wie immer heut Abend noch und dann sage ich mal bis Dienstag in alter Frische ^^
Eure Blue
Review schreiben
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast