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Classified Matter: Das Tagebuch von E. M. Hernandez [XCOM Enemy Unknown]

von Jolle
GeschichteAbenteuer, Sci-Fi / P16 / Gen
03.01.2014
30.10.2015
15
9.290
1
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03.01.2014 352
 
„Gute Reflexe. Schon mal geschossen?“

Das sagte der Arzt, als ich ihm mit meinem gesunden Arm die Spritze aus den Händen schlug.

Es war der dritte Schlag an diesem Tag. Mit dem entscheidenden Unterschied, dass ich diesmal nicht einsteckte.

Der erste Schlag hatte mich am Gerät getroffen, ein urplötzlicher, unsagbar schmerzhafter Stoß in meinem Kopf, als würde jemand einen glühenden Eisenhammer von innen gegen meine Stirn dreschen.
Der zweite Schlag folgte keine Sekunde später, als ich ungebremst mit dem Arm voran gegen den unteren Holm krachte.

Und nun saß ich also beim Doc auf seiner blütenweißen Liege, den ganzen Körper in Alarmbereitschaft und höchst wehrhaft gegen alles, das mir die Sinne vernebeln könnte. Auch das Schmerzmittel. Ich wusste, dass meine Zeit an den Stufenbarren dieser Welt beendet war, also musste ich mich möglichst schnell damit abfinden – es gab keinen Grund, den Tatsachen nicht direkt ins Auge zu blicken! Und je mehr ich davon spürte, desto besser.

„Sie sollten darüber nachdenken, zum Militär zu gehen“, sagte der Arzt, während er seelenruhig die Spritze entsorgte. „Sie sind in allerbester körperlicher Verfassung, top trainiert, und Ihre Reflexe sind bemerkenswert.“

„Ich schieße nicht auf Menschen.“

Er lächelte ganz merkwürdig. „Das hoffe ich.“

„Bin ich dann hier fertig?“

„Das sind Sie. Und wenn Sie wissen wollen, wie es weitergeht, melden Sie sich.“ Er drückte mir eine Visitenkarte in die Hand.

Ich warf nur einen kurzen Blick darauf und dachte nicht im Traum daran, den dort benannten Dr. Vahlen jemals nach irgendeiner Prognose meine Zukunft betreffend zu fragen.
„Danke, Doc.“ Ich sprang von der Liege.

„Viel Erfolg, Senorita Hernandez“, wünschte der Arzt, und er klang dabei beinahe feierlich.

Ich weiß bis heute nicht, weshalb ich schließlich doch bei Dr. Vahlen angerufen habe. Vielleicht war ich zu neugierig, vielleicht habe ich die Suchmaschinen zu lange um den Namen bemüht. Vielleicht irritierte mich die Tatsache, dass besagter Doktor eine Frau war, die nichts mit Humanmedizin am Hut hatte, sondern ausgerechnet in der Xenobiologie forschte. Oder vielleicht hatte ich nach meinem Unfall auch nur schreckliche Langeweile.
Wer weiß? Vielleicht war es Schicksal. Ich persönlich denke, es war einfach Zufall.
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