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Veraenderug

von Jules12
GeschichteDrama, Fantasy / P16 / Gen
Adrien DuCraine Dawn Warden Julien DuCraine
03.01.2014
18.02.2015
9
9.372
 
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04.01.2015 1.483
 
Seien wir mal ehrlich, die Kindermode in Frankreich hat jetzt nicht wirklich viel hergegeben.
Es hat gerade mal für eine Seite gereicht.
Groß geschrieben.
Mit vielen Absätzen.
Ohje... Und darüber sollte ich einen Vortrag halten? Dafür würde ich keine drei Minuten brauchen! Aber gut die anderen hatten ja auch noch etwas.
Naja alles außer Cyn. Sie hatte die ganze Zeit über am Handy gesessen und eigentlich nichts getan. Tja warum wunderte mich das jetzt nicht?
Beth hingegen hatte glaube ich drei Seiten oder so, Tim auch nicht viel weniger... Naja aber die beiden mussten ja auch nicht noch die ganze Zeit Dawn überwachen. Die ehrlich gesagt sehr, sehr langweilig ist, und Cyn in gewisser Weise ähnelt. Ihr Handy hatte sie zumindest nicht einmal aus der Hand gelegt.
„Lucy?“
Mhm? Was wollte Beth denn?
„Ja?“
Ohne sie anzusehen starrte ich weiter auf mein Blatt, eventuell könnte ich noch ein paar Überleitungen einbauen, dann würde es auf jeden Fall so wirken als hätte ich mir Gedanken gemacht und...
„Weißt du, die Kindermode in Frankreich gibt zwar wirklich nicht viel her, aber dein Blatt hat auch noch eine Rückseite.“
Wie bitte?! Erschrocken schaute ich sie an, nicht ihr Ernst?
Hektisch griff ich mir mein Textblatt und drehte es um. Tatsache, da gab es ja wirklich noch eine Rückseite.
„Oh man...“ Ich seufzte, lehnte mich zurück und sah flehentlich zum Himmel hoch, wie hatte das nur passieren können. Neben mir kicherte Beth, klar sie war ja schon fertig, und ich hatte mir gerade eben selber eine tolle Hausaufgabe eingebrockt...
„Soll ich dir schnell helfen?“
Verwirrt sah ich zu ihr, meinte sie das ernst? Aufrichtig und freundlich lächeln tat sie jedenfalls. „Ähm, also wenn du magst gerne, du musst das aber nicht ich meine es ist ja nicht schwierig oder so....“
Und schon hatte sie mein Blatt in den Händen und schrieb drauf los. Perplex starrte ich erst meine leeren Hände und dann sie an.
„Äh Beth du musst das wirklich nicht....“
„Psssst!“ Unterbrach sie mich zischend. Während der gesamten nächsten 5 Minuten versuchte ich sie davon zu überzeugen das sie das nun wirklich nicht zu tun brauchte, aber ohne Erfolg. Irgendwann blieb ich dann einfach still und sah ihr zu.
Lange brauchte sie ja nicht. Genau mit dem klingeln gab sie mir mein Blatt wieder, lächelte mich freundlich an, sagte gern geschehen und lief zu Dawn. Sie ließ mir nicht mal Zeit mich zu bedanken!
„Komisch...“. Murmelnd räumte ich meine Sachen in meine Tasche und wollte gerade aufstehen als ich einen Arm kommen spürte.
Ja ich spürte, dass einer kam, das ist etwas was mein Dad mir beigebracht hatte.
Ohne lange zu fackeln ging ich in den Angriff über, packte das Handgelenk, verdrehte es und drehte mich selbst in der gleichen Sekunde um.
Es war Tim. Und er stöhnte vor Schmerzen auf, dabei hatte ich ihm weder etwas gebrochen noch sonstiges.
„Aua!“
Oh ja loslassen stimmt ja. Langsam löste ich meine Finger von seinem Arm und sah ihn abwartend an, wenn er dachte ich würde mich entschuldigen war er wohl schief gewickelt, selbst Schuld wenn er mich so erschrecken musste!
„Aua, was sollte das Lucy?“
Bitterböse sah er aus. Eigentlich ja schon fast süß. Grinsen musste ich auf jeden Fall.
„Sorry.“
WAS? Ich hatte doch nicht wirklich? Wie zur Hölle.
Jetzt grinste er auch. Sowas. Ich hatte mich wirklich entschuldigt. Seltsam.
Heute ist wirklich ein denkwürdiger Tag.
Schnell drehte ich ihm den Rücken zu und wollte raus gehen doch dieses Mal hielt mich seine Stimme auf.
„Hey Lucy, hast du Lust heute mit mir zu Mittag zu essen?“ Irgendwie ja schon süß, dass er das fragt... Bevor ich darüber nachdenken konnte nickte ich. Ja heute war echt ein seltsamer Tag. Zusammen gingen wir in die Cafeteria.
Er redete ununterbrochen über seine Geschwister und seine Haustiere. Über seinen Sport und wie gern er seinen Computer zusammen und auseinander schraubt.
Eigentlich hätte mich das langweilen müssen doch ich spürte wie ich es genoss, nicht direkt ihn, so Leid es mir auch tut, aber allgemein, dass jemand mit mir redete ohne, dass es um die Schule oder um Lamia ging.
Es war richtig nett.
Aber daran gewöhnen sollte ich mich wohl besser nicht, denn trotz meines Plans, echte Freunde konnte ich mir einfach nicht erlauben. Sie würden doch nur in Gefahr geraten.
„Was ist mit dir Lucy? Was machst du gerne?“
Und sie würden Fragen stellen die ich nicht beantworten wollte.
„Nicht viel.“
Meine Stimme kalt, meine Haltung starr und abweisend.
Mein Gang zu schnell und mein Kopf gesenkt. Ja verdammt ich bin eine schlechte Lügnerin.
„Oh mhm okay, weißt du, wenn du nicht drüber reden magst ist das okay, ich meine wir kennen uns ja nicht.“
Ich nickte, sehr freundlich.
„Was willst du trinken? Ich geb‘ dir was aus.“
Hatte ich mich gerade verhört? Ruckartig sah ich auf, er grinste einfach nur freundlich. In seinen Augen blitzten keine Hintergedanken und er wirkte wie die Unschuld vom Lande.
Jetzt zuckten meine Mundwinkel zynisch.
„Wo ist der Haken?“
Da fing er an loszulachen. So richtig laut. Alle im Gang drehten sich zu uns um und ich selbst musste an mich halten um nicht selber auch zu lachen. Dabei gab es nicht mal einen Grund. Naja doch, Tim‘s lachen. Es gibt einfach so Menschen, die haben so ein ansteckendes Lachen und Tim gehört definitiv zu dieser Kategorie.
„Ich wusste, dass das kommt.“ Er gluckste. „Ich wusste es einfach.“
Und wieder lachte er los. Dieses Mal lachte ich mit. Aus vollem Herzen, und verdammt es tat gut. Er grinste und sah mich an, in seinen Augenwinkeln hingen Tränen.
„Kein Haken Lucy, ich geb‘ dir ein aus, weil ich dich nett finde.“
Ich spürt wie ich leicht rot wurde. Wie süß und so verdammt kitschig. Vor allem er sagte es mit so einem Ernst, so als sei das wichtig, selbstverständlich und ich weiß nicht, einfach etwas tolles.
„Na gut Tim, aber nur ausnahmsweise.“ Er grinste. Ich glaube ich habe einen neuen Freund gefunden. Denn ich grinste zurück.

Nach der besten Mittagspause meines Lebens und vor allem der lustigsten, begleitete Tim mich noch zu Mathe, er selber musste weiter in Chemie. Es war schön mit jemanden zu reden einfach über belangloses Zeug und es war schön, dass es nicht gezwungen war.
Bevor ich mein Klassenzimmer betrat atmete ich nochmal tief durch, streckte meinen Rücken und setzte das beste und falscheste Lächeln auf, das ich hatte.
Die Spiele mögen beginnen Lamia.
Leichtfüßig lief ich zu unserem Tisch. Julien war schon da und starrte aus dem Fenster.
„Hei.“
Ich klang freundlich. Sehr freundlich.
Verwirrt blickte er auf und sah mich an, meiner Meinung nach total perplex aber wer kann das schon sagen bei einer so riesigen Brille?
„Hi.“
Seine Stimme war relativ emotionslos. Davon ließ ich mich aber nicht einschüchtern.
Schnell setzte ich mich auf den Platz neben ihn und grinste ihn dann leicht verschämt an.
„Du, ist mir n bisschen peinlich, aber ich hab mein Mathebuch vergessen, kann ich bei dir mit reinschauen?“
Vergessen? Das ich nicht lache, absichtlich daheim gelassen traf es wohl eher. Irgendeinen Vorwand um ihn anzusprechen hatte ich schließlich gebraucht.
„Klar.“ Er nickte und schob sein Buch weiter in die Mitte.
Eins musste man dem Kerl lassen, seine Stimme ist einfach nur schön. Einfach wunderschön. Und tödlich.
„Und wie geht es so?“ Das der auch gar keine Lust auf ein Gespräch hatte. Meine Herren, ich hasste Smalltalk, konnte er nicht einfach so drauf los plappern wie Tim?
Jetzt zuckten seine Mundwinkel verräterisch.
Er roch die Lunte, zu hundert Prozent.
Langsam und gemächlich drehte er sich um, seine ganze Haltung verwandelte sich in sexy und gefährlich.
Ohje, jetzt fing es wohl erst richtig an.
Langsam kam er mir näher. Ich unterdrückte den Impuls ihm eine zu scheuern und blieb einfach still sitzen.
„Wunderbar.“ Schnurrte er in mein Ohr. Alle Mädchen wäre jetzt wohl dahin geflossen, nicht so ich. Ich spürte genau, dass er etwas plante.
„Und selbst Madmosielle?“ Französischer Akzent, und sexy Stimme. Er spielte. Aber das konnte ich auch.
Langsam beugte ich mich selber vor, sodass uns nur noch wenige Zentimeter trennten. Ich merkte genau wie alle um uns rum leiser wurden und ich spürte auch wie er sich anspannte, was er erwartete wusste ich nicht, aber das was ich tat war es auf jeden Fall nicht.
Den blitzschnell biss ich ihm leicht ins Ohr, schnurrte ein:“ Es könnte nicht besser sein Monsieur.“ Und berührte mit meiner anderen Hand, unter dem Tisch, flüchtig seinen Oberschenkel.
Dann lehnte ich mich langsam und wie ich hoffte, ebenfalls sexy zurück und fing an mein Heft aufzuschlagen.
Im Klassenzimmer war es mucksmäuschenstill.
Ich hatte das Gefühl, man würde selbst eine Feder fallen hören. Neben mir hörte ich Julien tief durchatmen.
Dann drehte er sich ebenfalls weg.
Unser Lehrer betrat den Raum und der Unterricht begann.
Julien und ich redeten kein Wort mehr, doch ich wusste, jetzt hatte ich seine Aufmerksamkeit geweckt, und seine Neugier.
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