Call of Duty - Ghosts

GeschichteAbenteuer / P18
02.01.2014
29.01.2014
18
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"Charlie, du springst mit Keegan und rettest meine Jungs", tragt mir Elias auf und drückt mir das Seil in die Hand. Sofort hacke ich mich bei dem Karabiner ein, montiere es beim Helikopter und warte auf das Zeichen von Merrick.
"Keine Sorge, wir werden Ajax rächen", muntert mich Keegan auf, der bereit neben mir steht. Wortlos zucke ich mit den Schultern, da ich jetzt nicht über den Verlust unseres Partners reden möchte. "Los!", gibt uns Merrick das Zeichen zum Springen.
Eingeübt ziehe ich die Türe auf und springe bewaffnet kopfüber aus dem Helikopter. "Mauer!", ruft Keegan über den Wind hinweg. Sicher ziele ich auf die besagte Mauer und schieße sie durch, damit wir uns nicht den Schädel einschlagen.
"Achtung!", protestiert einer der Walker Jungs, als wir durch die Decke brechen und Keegan seine Hand ergreift. Vorsichtig lege ich mir den Arm des anderen Typs um den Hals, der anscheinend von einem Soldat der Föderation verletzt wurde. "Okay, Kick, hol uns hier raus", sage ich ins Headset.
Verlässlich wie eh und je, zieht man uns an den Seilen wieder nach oben, während sich Keegans Opfer wehrt. Ein wenig brutal stoßt mein Freund den Walker Jungen in den Heli, als wir oben ankommen. Ich hingegen befördere den Verletzten vorsichtiger in den Vogel hinein.
"Hey, wir gehen nirgendwo hin!", protestiert der Walker schon wieder, als ich seinen Bruder auf die Sitzbank auf der Seite setze. "Sei ruhig, Kleiner", versucht Keegan den Walker zu beruhigen.
"Hey, wir haben euch gerade gerettet!", platzt Merrick der Kragen und stellt sich dem Walker in den Weg. "Wir kamen relativ gut klar!", erwidert der Gerettete eingeschnappt. Das habe ich selten gesehen, dass jemand Merrick die Stirn bietet.
"Am Arsch", sagt mein Partner ruhig. "Ruhe! Ihr alle!", mischt sich ein weiterer Ghost ein.  "Wir müssen sofort zurück nach Santa Monica, unser Vater ist dort! Wir werden nicht ohne ihn gehen!", erklärt Hesh ein wenig wütend.
"Das ist wirklich bewundernswert...Aber euer Dad ist längst nicht mehr dort!", gibt sich Elias zu erkennen und nimmt seine Ghost Maske ab, "Charlie, kümmere dich bitte um Logan."
Wiedermal stumm nicke ich nur, nehme ebenfalls meine Maske ab und hole die nötigen Utensilien zum Verarzten.
Meine Haare, die ich meist zum Zopf gebunden habe, sind ein wenig elektrisiert von der Ghost Maske und stehen ein wenig weg. "E...eine", stottert Hesh plötzlich, als er erkennt, dass ich eine Frau bin. Eine Frau hatte ihm den Hintern gerettet, passiert anscheinend nicht alle Tage.
"Hey, ruhig, Junior! Das ist dein Vorgesetzter und eine Partnerin!", gibt Merrick befehlend von sich, während er im Heli auf und ab geht. Vorsichtig begutachte ich Logans Wunde auf der Brust, die nicht allzu tief ist. Routinemäßig desinfiziere ich den Schnitt.
Logan zieht die Luft schmerzvoll ein. Entschuldigend sehe ich ihn an und lege den Tupfer zur Seite. Diesmal vorsichtiger verbinde ich die Wunde, während ein Kribbeln sich in meinem Körper ausbreitet. Seine Muskeln spannen sich an, wie ich die Mullbinde etwas fester anziehe, damit sie auch ja hält. Ich werde mich doch nicht...?
"Charlie, wie sieht es aus?", fragt Elias besorgt, als ich das Ende der Mullbinde festklebe. "Ist alles nur halb so schlimm. Die Wunde wird ein wenig schmerzen in den nächsten Tagen, aber es bleibt keine Narbe oder andere Schäden zurück", beruhige ich meinen Chef, während ich die Utensilien im Erste Hilfe Rucksack verstaue.
"Danke, Charlie", meint Logan ehrlich, als ich ihm helfe seinen Ausrüstung wieder anzulegen. "Kein Thema", erwidere ich mit einem seichten Lächeln.
"Ihr Jungs wisst nicht, wie schwer mir das gefallen ist... Aber wenn ich mich entscheide, war's das. Du und dein Bruder müsst noch viel lernen, aber ihr habt alle Tests bestanden. Willkommen bei den Ghosts", offenbart Elias seinen Jungs ihren Beitritt. Wortlos ziehe ich mich zu Keegan und Merrick zurück, die bei Kick, der den Heli fliegt, stehen.
"Charlie, dein...", beginnt Merrick, macht aber eine kurze Pause, "Rorke hat die Feuerbasis nach dir benannt. Feuerbasis Charlie." Mit großen Augen sehe ich ihn an, bevor er meine Wut und Trauer sehen kann, drehe ich mich zu Elias und den Walker Jungs um. Keegan gibt seinem Freund eine Kopfnuss, als er merkt, dass ich das nicht hören wollte.
Mit geheucheltem Interesse öffne ich die große Metallkiste, in der sich unsere Waffen befinden. "Wir sind bereit. Wir werden dich sicher nicht enttäuschen", meint Hesh zu seinem Beitritt.
"Das könntet ihr doch niemals. Ich bin einfach stolz auch euch - auf euch beide", erwidert Elias zu seinen Söhnen. Mit einem lauten Knall schließe ich die Kiste voller Wut auf Rorke.
"Alles schön und gut, aber was zum Teufel machen wir jetzt wegen Rorke?", versucht Merrick die Situation zu entschärfen, als sich alle Blicke zu mir wenden. "Rorke...Das ist doch der Typ, der die Ghosts jagt, oder?", fragt Hesh interessiert.
Noch immer wütend stelle ich mich zu einem Fenster hin und balle die Hand zur Faust. "Ja, leider. Er ist gut.. Sehr gut", bestätigt Elias seine Vermutung, während er sich zu mir ans Fenster gesellt, "Und er weiß, wie wir arbeiten."
"Wie kann das möglich sein?", will Hesh verwirrt wissen und Elias legt mir aufbauend eine Hand auf meine Schulter. "Rorke war einer von uns", beantworte ich stattdessen die Frage.
"Es hat vor zwölf Jahren begonnen, wie das Militär der Föderation Südamerika bedrohte. Ihr Anführer, General Almagro, hatte vor alle in den USA geborenen Bürger verhaften oder hinrichten zu lassen. Rorke überzeugte Washington, dass die Ghosts das Problem aus dem Weg räumen können. Die USA starteten eine Invasion. Rorke führte uns an, um Almagro auszuschalten", erzählt Elias seinen Söhnen die Geschichte.
"Aber Rorke war wie besessen von Almagro. Für ihn war dieser Mann seine Beute. Und es war klar, nichts könnte ihn davon abhalten, sich seine Belohnung zu holen. Für die Ghosts war Rorke eine Legende. Der Mann konnte tatsächlich durch die Hölle laufen, ohne dabei zu schwitzen. Die Ghosts sind die Besten der Besten, aber wegen Rorke wurden wir von allen gefürchtet ", spricht unser Anführer weiter.
Elias rollt die Geschichte von Rorke sachlich wieder auf, während ich die ganze Zeit aus dem Fenster starre. Die weißen Knöchel stechen bei meiner Hand raus, so stark balle ich sie zur Faust. Hesh beachtet mich überhaupt nicht, aber Logan wirft mir immer wieder verwirrte Blicke zu. So gut wie es geht versuche ich sie zu ignorieren.
"Und was hast du dann getan?", fragt Hesh zum Schluss. "Ich traf wahrscheinlich die schwerste Entscheidung meines Lebens.. Ich ließ ihn nach kurzem Zögern los und rettete somit die anderen", sagt Elias verächtlich, weil er sich noch immer für diese Entscheidung hasst.
"Was ist mit ihm danach passiert?", will Hesh weiter wissen. "Wir haben seine Leiche Woche um Woche gesucht. Dann wurden wir davon abgezogen und er wurde als vermisst gemeldet", antwortet Elias ehrlich. "Aber wieso jagt er die Ghosts?", fragt Walker seinem Vater Löcher in den Bauch.
"Die Föderation hat ihn statt uns gefunden. Und wenn sie seinen Charakter umdrehen konnten, dann schaffen sie das wirklich mit jedem. Und ein Ghost hört erst dann auf, wenn seine Mission endgültig beendet ist", erklärt sein Vater sachlich. "Findet ihn, bevor er uns findet", meint Hesh darauf hin.
Elias winkt uns alle zu sich. "Genau. In Caracas ist ein Mann, der weiß, wo Rorke sich befindet. Er heißt Victor Ramos und leitet die Forschung für die Föderation. Nur wenige Menschen sind Rorkes  angebliche "Freunde". Ramos ist aber einer von ihnen. Für Rorke müssen wir zurück, wo alles begann. Nach Caracas", erklärt Elias unsere weiteren Schritte, "Aber zuerst müssen wir eine Zwischenlandung beim Quartier machen."
Kick macht uns, wie aufs Stichwort, auf unsere Landung aufmerksam. In Gedanken schultere ich meinen Rucksack und stecke meine Ghost Maske in eine Seitentasche des Rucksacks. "Charlie, du musst deine Augen aufs Ziel richten, okay?", sagt Keegan plötzlich und verwirrt sehe ich ihn an. "Er meint damit, dass du dich nicht ablenken lassen darfst", springt Merrick für seinen Freund ein.
"Hey! Habe ich je eine Mission versaut, weil ich mich habe ablenken lassen? Habe ich je mein Ziel verfehlt? Nein, also sagt mir nicht, was ich tun soll!", frage ich gereizt und starre die beiden böse an. Keegan hebt abwehrend die Hände, während Merrick Hilfe bei Elias sucht, der sich aber mit Kick unterhält.
"Charlie, du hast das falsch verstanden. Merrick ist auch nicht gerade die große Hilfe", versucht Keegan das Missgeschick aus dem Weg zu räumen und wirft seinem Freund einen bösen Blick zu, "Ich habe gemeint, dass du aufpassen sollst wegen Rorke."
Meine Wut verpufft augenblicklich und die Schuldgefühle machen sich breit. "Tut mir leid, ich bin ein wenig gereizt in letzter Zeit", entschuldige ich mich ehrlich bei meinen Partnern. Ein leichtes Lächeln zeigt sich auf Keegans Gesicht und Merrick grinst wieder breit.
"Du brauchst ein wenig Aufmunterung, Charlie", meint Merrick dann, wirft mich über seine Schulter und springt aus dem gelandeten Heli.
"Hey! Lass mich sofort runter!", protestiere ich lautstark und hämmere auf seinen Rücken ein. "Mach sie bloß nicht wütend, Merrick. Du weißt, wie stark sie zuschlagen kann", warnt Keegan seinen Freund grinsend und erinnert sich nur ungern an all die blauen Flecken zurück. Hinter uns kommen die restlichen Ghosts aus dem Helikopter.
Hesh und Logan schweigen zu der Situation, Elias muss leicht lächeln, weil wir doch so etwas wie eine zweite Familie für ihn sind. Kick läuft zu Merrick hin und durchwühlt meine Haare. Jetzt reißt mir der Geduldsfaden. "Merrick! Lass mich sofort runter! Ich muss Kick töten!", schreie ich stinksauer, doch dieser denkt gar nicht daran.
"Du hast es so gewollt", grummele ich unheilvoll, hebe meinen Ellbogen und mein Knie. Gleichzeitig ramme ich ihm das Knie in den Magen und den Ellbogen in den Rücken. Keuchend geht Merrick in die Knie und geschickt stoße ich mich mit den Händen von seinem Rücken ab. Leichtfüßig lande ich am Boden, drehe mich in Richtung Kick und springe ihn wie eine Bestie an.
"Hey! Ihr sollt euch nicht gegenseitig umbringen", mischt sich jetzt Elias ebenfalls ein und zieht Kick und mich auseinander, "Merrick und Kick, ihr seid heute für das Herrichten der Ausrüstung zuständig. Das habt ihr euch selbst zu zuschreiben."
"Das nächste Mal könntest du ruhig ein wenig netter zu meinen Körperteilen sein", beschwert sich Merrick, als er an mir vorbeigeht. "Charlie...", beginnt Elias nochmal, aber ich stürme nur an ihm vorbei ins Quartier hinein.

... So das war das erste Kapitel :) Hoffe es gefällt euch!
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