Stolz und Vorurteil

GeschichteFreundschaft, Schmerz/Trost / P12
Fiona "Fly" Watson Heath Carroll
02.01.2014
19.10.2015
9
7.165
 
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02.01.2014 1.101
 
Heath:  

Ich hatte heute Morgen so ein komisches Gefühl, das mir sagte, dass heute etwas Besonderes passieren würde. Und weil meine Gefühle mich nie trügen, passierte wirklich etwas Besonderes. Denn in der Schule sah ich SIE. Sie hatte braune lange Haare und wundervolle schwarzbraune Augen und sie sah mich direkt an. Ich hatte nur einen Gedanken: Das ist wohl Schicksal. Es konnte einfach kein Zufall sein, dass sie ausgerechnet mich ansah. Ich musste einfach zurückschauen. Und ich konnte auch nicht wegsehen, als Matt ankam. Ich bekam gar nicht richtig mit, was er sagte und ging, als wir schon draußen waren, unter dem Vorwand, meine Lektüre vergessen zu haben, zurück ins Schulgebäude. Doch als ich hineintrat, war der Flur leer. Kein Mädchen mehr. Aber dann hörte ich eine Stimme. Es musste einfach ihre sein. Und im nächsten Moment sah ich sie. Sie telefonierte. Nachdem sie aufgelegt hatte, sprach ich sie an. Wir redeten etwas und ich erfuhr, dass sie neu in der Stadt war und Jane hieß. Jane! Himmlisch! Der Name passte wirklich total zu ihr. Ich ging mit ihr hinaus und redete noch weiter mit ihr. Wir redeten über alles mögliche Zeugs. Mit ihr konnte man sich wirklich gut unterhalten. Sie war so ein typisches Mädchen, nicht so wie die in der Academy. Sie lachte über meine ganzen zugegebenermaßen nicht wirklich lustigen Witze und sie sprang überhaupt auf meine machohafte Art an. Mal ehrlich, welcher Junge würde sie nicht mögen? Und dann hatte ausgerechnet ich das Glück! Sie schien sich wirklich für mich zu interessieren. An der nächsten Ecke trennten wir uns. Ein Auto mit wahrscheinlich ihrer Mutter drin wartete auf sie. In diesem Moment fiel mir ein, dass ich etwas vergessen hatte…

Fly:

Wir warteten nur noch auf Heath…mal wieder. Edge hatte einen Strand vorgeschlagen, an dem heute tolle Wellen sein sollten. Und jetzt war Heath noch nicht da. Die anderen meinten, wir sollten ohne ihn losfahren. Ich fand das nicht so toll. Heath kam zwar ziemlich oft zu spät, aber vielleicht war ihm ja auch etwas zugestoßen…oder einfach etwas dazwischengekommen und er kam gleich. Ich wollte jedenfalls nicht ohne ihn fahren. Ich wusste nicht wirklich, warum, aber es würde ohne ihn nicht so schön werden. Wenn er dabei war, hatte ich irgendwie immer mehr Spaß. Außerdem war er immer auf meiner Seite und der einzige, der mich wirklich verstand. Der einzige, der mich nicht wie die kleine Schwester behandelte. Es kam mir vor wie Verrat, wenn wir ihn einfach hier zurückließen und ich war sogar bereit, auf ihn zu warten und gleich mit ihm nachzukommen. „Komm schon, Fly! Er hat eben Pech gehabt!“ Die anderen zerrten mich ins Auto und wir fuhren ohne ihn los.
Am Ende wurde es aber doch noch ein ganz schöner Nachmittag. Die Wellen waren wirklich richtig toll und wir hatten trotz, dass Heath nicht dabei war, jede Menge Spaß.
Ich musste aber trotzdem an ihn denken und als ich Matt fragte, wo er denn war, meinte er, dass er sein Buch geholt hatte. Allerdings kam das mir etwas seltsam vor, weil Heath gerade gestern sein Buch in den Pool hatte fallen lassen und es ziemlich unwahrscheinlich war, dass er schon ein neues hatte, immerhin war er Heath! Als wir wieder nach Hause kamen, machte ich mich sofort auf die Suche nach Heath, damit ich ihn zur Rede stellen konnte.

Heath:

Na toll. Den Nachmittag musste ich mir jetzt allein um die Ohren schlagen. Auch, wenn es das wirklich wert gewesen war, war es doch sterbenslangweilig, alleine in der Academy rumzuhängen. Ich wäre ja gesurft, aber es waren absolut keine Wellen da. Schließlich beschloss ich aus lauter Langeweile, aufzuräumen. Ich musste grinsen, denn mir musste schon wirklich langweilig sein, wenn ich aufräumte! Aber immer noch besser als Hausaufgaben zu machen. Der Nachmittag zog sich quälend lang dahin. Am Ende war ich gerade dabei, die Betten neu zu beziehen, auch wenn ich das, wie ich zugeben muss, nicht wirklich hinbekam, als ich bemerkte, dass Fly in der Tür stand. Sofort schlug mein Herz schneller, doch ich ignorierte es. Fly hatte mir ja vor einigen Wochen klar zu verstehen gegeben, dass sie nichts von mir wollte. Außerdem mochte ich doch Jane!
Fly kam mit meinem Buch an und erwähnte meine Ausrede in der Schule. Es war klar, dass das eine Anspielung war. Ich kannte Fly gut und ich wusste, dass sie mich damit fragen wollte,  was wirklich passiert war. Aber das konnte ich ihr ja nun wirklich schlecht sagen, immerhin hatte ich ja vor kurzem noch sie gemocht und auch wenn das Ganze nichts gegeben hatte, wollte ich irgendwie nicht mit ihr über so etwas reden. Doch dann sah ich ihren Gesichtsausdruck…irgendwie wissend und… verletzt und… ja wütend. Fly war nie wütend! Ich wollte ihr nichts verheimlichen, aber es ging nicht anders. Wenn sie  von Jane erfuhr, würde sie nur noch verletzter sein.

Fly:

Okay, ich wollte ihn zur Rede stellen, nur wie? Ich war absolut nicht der Typ, der direkt zur Sache kommt. Also lief ich zum Wäschekorb und holte das Buch, das gestern noch im Pool gelegen hatte. Selbst wenn Heath wirklich schon ein neues hatte, war das doch total undankbar, immerhin war ich in den Pool gesprungen und hatte das Buch herausgefischt und ich war es gewesen, die es so weit es ging abgetrocknet und dann zum Trocknen hingelegt hatte. Das hätte Heath genauso gut selbst machen können! Aber ich war ja mal wieder zu nett gewesen…wie immer. Plötzlich war ich sauer. Auf Heath und vor allem auf mich. Und das, obwohl ich sonst nicht schnell sauer wurde, eigentlich war ich eine Seele von Mensch, meine Schwester sagte immer, ich wäre zu gut für diese Welt.
Gegen meinen Willen musste ich grinsen, als ich Heath sah. Er kämpfte regelrecht gegen den Bettbezug und hing nun darunter, wobei seine Arme mit zwei Ecken oben hervorstanden. Ich gab Heath also das Buch zurück und erklärte ihm mit einem spöttischen Unterton in der Stimme, was Stolz bedeutete. Denn ich wusste, dass er gerade zu stolz war, mir zu erzählen, was wirklich heute in der Schule gewesen war. Ich wurde immer wütender. Sonst erzählten wir uns doch alles! Und jetzt verheimlichte er mir etwas! Ich sah es an seinem verlegenen Gesichtsausdruck. Was konnte so schlimm sein, dass er es mir nicht erzählte?
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Hi, diese FF bezieht sich, wie ihr bestimmt gemerkt habt, auf die Folge Eifersucht. Darum ist der Anfang auch ziemlich gleich wie die Folge und vllt auch etwas langweilig. Aber ich hoffe trotzdem, dass es euch gefällt und ihr auch die nächsten Kapitel lest, weil die werden auf jeden Fall spannender:D
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