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Precious Memories

GeschichteHumor, Freundschaft / P6
Azusa Nakano Mio Akiyama Ritsu Tainaka Tsumugi Kotobuki Yui Hirasawa
01.01.2014
03.09.2016
10
8.612
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01.01.2014 1.237
 
“Hast du sie gefunden, Schwesterherz?”, wollte Ui Hirasawa von ihrer großen Schwester Yui wissen. Aus dem Zimmer der Älteren drang nur ein verzagtes “Nein…” Nun ging Ui seufzend geradewegs zu Yui hin, die vor ihrem ziemlich unordentlichen Schrank stand und verzweifelt versuchte, ihre Handschuhe zu finden. “Ich kann sie nicht finden…”, klagte Yui. “Du solltest den Schrank heute Abend mal etwas aufräumen.”, ordnete Ui an. Yui sah nicht so aus, als hätte sie da Lust drauf, aber selbst sie sah ein, dass es gemacht werden musste. Nun lächelte Ui. “Aber jetzt lass uns losgehen, ja?!” Yui nickte kurz. Die beiden Schwestern machten sich auf, damit sie pünktlich waren. Auf dem Weg vergrub Yui ihre eiskalten Hände in ihren Jackentaschen. Ui nahm sich vor, Yui neue Handschuhe zu kaufen, wenn sie das nächste Mal einkaufen ging. Nach einer kurzen Zeit waren die beiden Schwestern dort angekommen, wo sie beide hinwollten. Ui musste ungewollt etwas grinsen. Auf Yuis Frage, warum sie das tat, antwortete sie glücklich: “Ich habe nur gerade dran gedacht, wie weit wir nun schon gekommen sind. Ich habe mein eigenes Cafe’ und du arbeitest da mit, so gut du kannst, Yui. Wenn ich da an früher denke, als wir noch auf der Oberschule waren… Da warst du eine ganz andere.” Yui nickte. “Stimmt.” Nun waren Yui und Ui schon erwachsen und Ui hatte in der Innenstadt ihr eigenes kleines Cafe’ aufgemacht. Auf diese Idee hatte Yui ihre Schwester gebracht. Schließlich lag es nahe, dass Ui ihr Hobby, zu backen, zum Beruf machte. Yui arbeitete auch in Uis Cafe’ und zwar als Kellnerin. Da es ja nur wenige Tische waren, hatte Yui nie sehr viel zu tun. Und ihre Tollpatschigkeit bekam sie mittlerweile auch in den Griff, weswegen Ui sehr zufrieden sein konnte mit ihrer großen Schwester.
Die Jüngere von beiden schloss nun das Cafe’ auf und sie traten ein. Sie hatten noch einiges vorzubereiten, bevor die ersten Gäste kommen konnten. Während Ui in der Küche schon fleißig am Backen war, räumte die Ältere etwas im Cafe’ auf und man konnte sie leise singen hören. Ui musste grinsen. Sie mochte es, wenn ihre große Schwester sang. Es klang noch genauso wie damals, als Yui noch im Popmusikklub gewesen war. Nach einer Weile trat Ui aus der Küche und schaute auf die Uhr. “Es wird langsam Zeit zu öffnen.”, murmelte sie und drehte das Schild an der Tür um, so dass jetzt “Open” draufstand, anstatt “Closed”. Yui brach ihren Gesang ab und nickte nun entschlossen. “Ein neuer Arbeitstag beginnt.”, sagte sie leise, aber trotzdem voller Tatendrang. Die ersten Gäste traten ein, setzten sich und bestellten. Yui erledigte ihre Arbeit so souverän, wie man es gar nicht von ihr kannte. Schließlich mochte sie ihren Job ja auch. Allgemein hätte sie sehr zufrieden sein können mit ihrem ganzen Leben, aber Yui spürte, dass etwas fehlte. Was es war, wusste sie nicht. Nun bedankte sie sich mit einem freundlichen Lächeln für die Bestellung und lief eilig zu ihrer kleinen Schwester in die Küche. “Zwei Cafe’ Latte, einmal den Schokoladen-Eisbecher und ein Stück Aprikosentorte.”, sagte sie nun. “Gut.”, meinte die Jüngere mit einem kurzen Nicken und machte sich ans Werk. So verging der ganze Tag, Yui verabschiedete lächelnd die letzten Gäste und war ziemlich geschafft, als das Cafe’ zumachte. “Ich helfe dir noch etwas beim Aufräumen, ja?!”, meinte sie nun an Ui gerichtet. Die Angesprochene antwortete mit einem Nicken und den Worten: “Danke, Yui.” Als sie auch damit fertig waren, verließen beide das Gebäude, um nach Hause zu laufen. Die beiden Schwestern wohnten immer noch im selben Haus, allerdings nur zu zweit, ihre Eltern waren nach Deutschland gezogen, wo sie ja auch oft Urlaube verbracht hatten. Yui legte sie aufs Sofa im Wohnzimmer, als sie und Ui zu Hause angekommen waren. Sie schloss die Augen und meinte dann: “Jetzt könnte ich einschlafen…” - “Wolltest du nicht deinen Schrank aufräumen, Schwesterherz?!”, erinnerte die Jüngere Yui. “Wollte ich das…?”, stellte diese eine Gegenfrage. Ui war sich nicht sicher, ob Yui das wirklich vergessen hatte oder sich bloß drücken wollte. “Ja, wolltest du.”, antworte sie nun. “Ach nö.” Immer noch hatte Yui die Augen geschlossen und wirkte wirklich so, als würde sie auf der Stelle einschlafen. Ui seufzte. “Irgendwann musst du es doch machen.”, sagte sie kopfschüttelnd. Es gab eben doch Dinge, in denen Yui sich nicht verändert hatte. Tatsächlich schlug nun die Braunhaarige, die auf dem Sofa lag, die Augen auf. “Dann mach ich es halt doch…”, sagte sie nun mit etwas Lustlosigkeit in der Stimme. Sie ging in ihr Zimmer und öffnete den Schrank. Langsam blickte sie durch die Regale. “Oha…”, murmelte sie. Tagtäglich machte sie den Schrank auf, aber diese Unordnung wurde Yui erst jetzt so richtig bewusst. Sonst hatte sie nie drauf geachtet. Sie musste ihre Unordnung irgendwie beseitigen, aber sie wusste nicht, womit sie dabei beginnen sollte. “Am Besten oben.”, dachte die Braunhaarige und stellte sich auf die Zehenspitzen um an das oberste Regal zu gelangen. Sie sah nicht nach was sie nun griff, da sie ja zu klein war, um es zu sehen. Yui fühlte ein Buch in ihren Händen, was sie sehr irritierte. Schließlich las sie fast keine Bücher, Manga ausgenommen. Aber die waren ja auch nicht so dick wie dieses Buch. Die Braunhaarige betrachte das Buch, als sie es nun aus dem Schrank geholt hatte und musste dabei etwas grinsen. “Fotoalbum des Popmusikklubs”, konnte sie darauf in ziemlich unordentlicher Schrift lesen. “Eindeutig Ri-chans Schrift.”, schoss es Yui durch den Kopf. Niemand sonst hatte so eine undeutliche Schrift wie Ritsu Tainaka, die frühere Chefin und Schlagzeugerin des Popmusikklubs, in dem Yui damals die Gitarristin gewesen war. Lächelnd durchblätterte Yui die Seiten. Das erste Foto zeigte den Moment, an dem Yui sich zum Beitritt in den Klub entschlossen hatte. Sie selbst stand grinsend zwischen Mio Akiyama und Tsumugi Kotobuki im Hintergrund, von Ritsu sah man nur die Stirn, da sie zu weit an der Linse gewesen war. Auf dem Foto, was gleich darunter war, standen Yui, Mio, Tsumugi und Ritsu vor einer großen Villa und im Hintergrund konnte man das Meer sehen. Es war das Ferienhaus von Tsumugis Eltern gewesen, in dem der Popmusikklub sein Ferienlager verbracht hatte. Als nächstes sah Yui ein Foto vom Schulfest. Der Klub spielte den Song “Fuwa Fuwa Time”. Mio, die dieses Lied sang, wirkte glücklich und hatte ihre Schüchternheit anscheinend für diesen Moment etwas verloren. Allerdings stolperte sie nach dem Auftritt auf der Bühne und… Nun ja, was dann passierte, wusste die ganze Schule. Auf dem nächsten Bild sah man nicht nur die vier Mädchen, sondern auch noch die Betreuerin Sawako Yamanaka und das jüngst beigetretene Mitglied Azusa Nakano. Azusa trug Katzenohren und auf ihren Wangen war ein Rotschimmer zu erkennen, da dies ihr immer peinlich war. Nun blätterte die Braunhaarige zur nächsten Seite. Yui merkte nicht, wie die Zeit verflog. Sie war viel zu sehr damit beschäftigt dieses Fotoalbum anzusehen. Ganz hinten konnte sie sogar noch Fotos von Sawakos Zeiten im Popmusikklub entdecken und lose zwischen den Seiten lag ein Bild von Yui, auf dem sie einen ziemlich kurz geschnittenen Pony trug. Daran konnte sie sich genau erinnern: Sie hatte für das Abschlussalbum die perfekte Frisur haben wollen, aber es war ihr etwas missglückt, den Pony selbst zu schneiden, weil sie dabei niesen musste. Yui musste lachen. All diese Erinnerungen waren wunderbar, doch diese Zeit war vorbei. Sie wurde etwas wehmütig. Wenn sie doch nur all das zurückholen könnte…
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