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Entscheidung des Herzens

GeschichteFreundschaft, Liebesgeschichte / P16 / Gen
Baron Haru Yoshioka Muta Run / Lune Yuki
30.12.2013
18.08.2016
15
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30.12.2013 1.448
 
Sie lächelte ihn an und ihre Augen schienen dabei in den hellsten Blautönen zu strahlen.
„Nach 50 Jahren sehen wir uns also wieder, du hast dich kein bisschen verändert.“
„Das ist doch nicht möglich..Ich dachte du wärst..“
„Du dachtest ich wäre nicht mehr am Leben oder? Es tut mir Leid, dass wir uns erst jetzt wiedersehen. Nach all den Jahren...“
Sie lächelte ihn an und er konnte nichts anderes tun als sie ungläubig anzustarren und versuchen seine Fassung zu wahren. Nie hätte er gedacht, dass er sie jemals wiedersehen würde.
„Ich hätte nie geglaubt dich noch einmal zu treffen, aber komm erst mal rein.“
Sie betrat das Katzenbüro und der Baron schloss die Tür hinter ihr. Louise schaute sich um und besah sich weiterhin lächelnd das Büro.
„Schön hast du es dir hier..Es erinnert mich an unser früheres Zuhause. Weißt du es noch?“
Der Baron trat neben ihr und sah sich das Gemälde an, welches sie bestaunte. Es zeigte einen maskierten Tänzer, einen Kater mit goldgelben Fell. Er tanzte mit einer brünetten Schönheit in einem blassen, gelben Kleid. Haru hatte es gemalt und gemeinsam hatten sie beschlossen, es in ihrem Zuhause aufzuhängen. Es sollte sie immer an jenes Abenteuer erinnern, als sie sich kennengelernt hatten.
„Es ist wunderschön, der Tänzer hat eine große Ähnlichkeit mir dir. Erinnerst du dich noch an das Fest, wo wir zusammen getanzt haben?“
„Wie könnte ich das vergessen? Ich weiß nicht wie oft wir damals auf dem Boden gelandet sind. Unsere ersten Tanzschritte sind nie besonders gut gewesen.“ erwiderte er lachend.
Sie drehte sich zu ihm um und starrte ihn aus ihren blauen Augen an.
„Ja das ist wahr..und wie ist es dir so in den vergangenen Jahren so ergangen? Ich meine du hast dir das hier aufgebaut und dir wahrhaftig einen Namen gemacht.“
„Ach na ja die Leute übertreiben ganz gerne. Setze dich doch und ich werde uns einen Tee zubereiten.“
„Gerne, immer noch der Gentleman in Person.“ Sie lächelte ihn weiterhin an und er verschwand mit einem knappen Nicken in die Küche. Schmunzelnd setzte sie sich und streifte ihren dunklen Umhang ab.

Währenddessen hantierte der Baron in der Küche und wusste nicht so recht, was er von dem überraschenden Besuch halten sollte. Er hatte Louise die letzten 50 Jahre nicht gesehen und er hatte damals schwer mit ihrem Tod abgeschlossen. Er dachte sie wäre damals ums Leben gekommen, da sie sich nicht mehr nach dem vergangenen Krieg gemeldet hatte. Wie schwer war die Zeit des Trauerns für ihn gewesen und nun saß sie in ihren Wohnzimmer und war quicklebendig. Er dachte an sie und an ihre vergangenen Erlebnisse, wie schön damals die Zeit mit ihr gewesen war. Kein Wunder der Meister hatte sie damals füreinander geschaffen, aber durch ihre Trennung war nun mal alles gekommen. In Gedanken versunken stellte er alles auf ein Tablett und machte sich daran wieder ins Wohnzimmer zu gehen.

„Haru ist alles in Ordnung mit dir?“
Toto hatte sich auf einem Ast in einem Baum von Harus altem Zuhause niedergelassen und beobachtete seine Freundin, die sich neben ihm gesetzt hatte. Ihre Augen waren auf ihre Mutter und Hiromi gerichtet, die zusammen im Haus saßen. Durch den Baum am Fenstersims konnte sie alles genau sehen und die Menschen betrachten, die sie für ihr neues Leben hatte verlassen müssen.
Ihre Freundin und ihre Mutter sahen sich zusammen Bilder an, worauf sie zu sehen war. Sie redeten miteinander und lächelten ab und zu. Doch Haru konnten sie nicht täuschen, sie sah die Traurigkeit und die Tränen in ihren Augen. Ihr Herz schmerzte bei diesem Anblick und konnte sich nur mit größter Mühe von den Beiden abwenden. Natürlich liebte sie die Zwei immer noch und es würde sich auch nie etwas daran ändern, doch es war nun mal der Preis gewesen denn sie hatte zahlen müssen, um ihr neues Leben zu bekommen. Bei dem Gedanken an ihren Freund musste sie unwillkürlich lächeln und strich ihrem gefiederten Freund über den Hals. Dann kletterte sie wieder auf seinem Rücken und nickte.
„Es ist schwer, doch ich habe die richtige Wahl getroffen Toto. Komm lass uns zurück nach Hause fliegen, Baron wartet sicher schon.“
Der Rabe stimmte zu und schwang sich zurück in den Himmel.
„Der Tee ist wie immer köstlich, deine Spezialmischung nehme ich an?“
Louise stellte die Teetasse wieder auf den Tisch und sah ihr Gegenüber schmunzelnd an, der mit seiner Tasse in der Hand nickte.
„Natürlich, aber du weißt ja das sie mir nicht immer gelingt.“
Wie sie stellte er auch die Tasse auf den Tisch und wandte sich ihr zu.
„Bitte verstehe es nicht falsch, aber ich wundere mich noch immer ein wenig was dich hierher geführt hat. Wie hast du mich gefunden?“
Sie seufzte und schüttelte traurig den Kopf.
„Ich habe von dir gehört, deinen Taten und deinen Abenteuern. Ich wollte dich wiedersehen und benötige außerdem deine Hilfe. Einige Katzen haben mir den Weg zum Katzenbüro verraten und ich bin meinem Instinkt gefolgt, dass ist alles.“
„Ich verstehe.“
Er stützte sein Kinn auf seine rechte Hand ab und sah sie nachdenklich an.
„Wie kann ich dir helfen Louise?“
„Es ist eine lange Geschichte, ich werde dir nachher mehr darüber erzählen. Aber vorerst möchte ich wissen, was du in den letzten Jahren getan hast. Ich bin neugierig.“
„Nun also wie du sicher schon gehört hast, habe ich einigen Tieren geholfen und vor gut drei Jahren  habe ich Haru getroffen. Sie sollte auf dem Geheiß des Königs den Prinzen heiraten und wurde ins Königreich der Katzen gebracht. Dort haben Muta und ich sie gerettet und wieder zurück in die Menschenwelt gebracht. Sie ist etwas Besonderes, denn sie konnte in ihrer menschlichen Gestalt mit Katzen reden.“
Louise zog eine Augenbraue hoch und sah ihn fragend an.
„Sie war?“
„Nun vor etwa einem halben Jahr waren wir wieder in einem Abenteuer verwickelt und dabei habe ich sie wiedergesehen. Erinnerst du dich noch an Edward?“
„Deinen Bruder? Natürlich, wie könnte ich ihn vergessen! Aber was hat er mit der ganzen Geschichte zu tun?“
„Er entführte Haru und brachte sie in seine Gewalt. Schließlich ist es zu einer Auseinandersetzung zwischen uns gekommen, dabei hat er mich niederschlagen lassen und mich in den Kerker geworfen. Dann hat er sich als mich ausgegeben und wollte den Thron des Königreichs. Zum Glück aller ist die ganze Sache dennoch gut ausgegangen, denn Haru und ich konnten meinen Bruder letztendlich besiegen. Er verschmort nun in den Kerkern des Schlosses und wird niemanden etwas zu Leide tun können, nie mehr.“
Baron erhob sich und betrachtete erneut in Gedanken versunken das Bild, welches ihn und Haru zeigte.
Louise bemerkte seinen Blick, stand auf und trat hinter ihn.
„Was wurde aus dieser Haru? Aus dem Menschenmädchen? Und wieso hast du gesagt „Sie konnte in ihrer menschlichen Gestalt mit Katzen reden?“ Ihr Ton war nicht mehr der freudige oder sanftmütige wie zuvor, sondern hatte etwas misstrauisches an sich. Doch Baron merkte ihren Unterton nicht und kratzte sich verlegen am Kopf. Nun musste er es ihr wohl oder übel sagen.
„Louise es ist so..Haru ist nun kein Mensch mehr, sie ist..“ Bevor er weiter fortfahren konnte öffnete sich die Tür und die Genannte trat mit freundlichem Gesicht ins Haus. Sie legte ihre Jacke ab und schien die andere Katze im Raum nicht zu bemerken.
„Tut mir Leid, dass es ein wenig lange gedauert hat, aber ich hab noch bei Mom und Hiromi nach dem Rechten gesehen. Es ist schwer für sie, doch sie werden darüber hinwegkommen.“
Sie drehte sich um, in dem Glauben ihren Freund am Schreibtisch sitzen zu sehen und ihn mit einem Lächeln zu begrüßen. Doch ihre Miene erstarrte, als sie Baron erblickte und neben ihm eine bildschöne, weiße Katze. Sie hatte funkelnde blaue Augen und strahlendes, weißes Fell. Sie trug ein wunderschönes, violettes Kleid und sah sie mit dem selben fragenden Blick, wie sie selbst an.
Ihr Geliebter sah zwischen den Beiden hin und her und spürte die augenblicklichen Spannungen, die fast greifbar im Raum waren. Fragend sah Haru ihren Freund an.
„Eine neue Klientin?“
Bevor er etwas sagen konnte, kam Louise ihm zuvor.
„Wer ist das?“
Baron seufzte und blickte beide Frauen an, die ihn ebenfalls nicht aus den Augen ließen. Aus irgendeinem Grund fühlte er sich ganz unwohl in seiner Haut.
„Baron?“ hakte Haru nun ungeduldig nach.
„Ähm also...Louise das ist Haru meine Freundin und Gefährtin. Haru, dass ist Louise eine alte Freundin von mir. Sie ist..wir waren....“
Unbeholfen stakste er etwas mit seinen Worten herum, was ihm von Haru einen weiteren verwunderten Blick bescherte. Ihr Freund war niemals unsicher oder gar wortkarg gewesen.
Baron setzte zu einem erneuten Versuch an, den Louise erneut zuvorkam.
„Baron ist mein Verlobter.“

BAMM! Mieser Cliffhänger! :D
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