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Entscheidung des Herzens

GeschichteFreundschaft, Liebesgeschichte / P16 / Gen
Baron Haru Yoshioka Muta Run / Lune Yuki
30.12.2013
18.08.2016
15
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30.12.2013 2.198
 
"Muta, würdest du mir bitte helfen? Ich bräuchte dich hier." Der Baron in seiner üblichen Manier gekleidet half seinem Freund dabei, ein Bett in das neue Schlafzimmer zu bringen. Das Bettzeug war mit cremefarbenen Musterungen verziert und mit flauschiger weicher Wolle bestückt. Asaki, Mutas Freundin hatte darauf bestanden und der konnte seiner Angebeteten kaum einen Wunsch abschlagen. Deshalb war sie es, die sich um den größten Teil der Einrichtung gekümmert hatte. Seit den frühen Morgenstunden waren sie schon am Arbeiten und es schien noch immer kein Ende in Sicht zu sein.
Es waren nun bereits sechs Monate vergangen, seit die Ereignisse im Königreich der Katzen passiert waren. Baron, Muta und Toto waren wieder zu ihrem Zuhause, nämlich das Refugium zurückgekehrt. Obwohl sich augenscheinlich nicht viel geändert hatte, hatte sich das Leben der Drei doch in der vergangenen Zeit sehr verändert. Haru hatte ihre Entscheidung getroffen und das Leben gewählt, welches sie wollte. Sie hatte ihr menschliches Dasein aufgegeben und war in ihrer Katzengestalt geblieben, damit sie und Baron zusammen leben konnten. Dieser hatte nun seine Prinzipien geändert und hatte eingesehen, dass er seine Liebe zu Haru nicht weiter verbergen, geschweige denn ignorieren konnte. Seit ihrem letzten gemeinsamen Abenteuer lebten sie zusammen im Katzenbüro und waren verliebter denn je. Auch Muta hatte sein Glück gefunden und zwar in Asaki. Die zarte, hübsche Katze mit hellem braunen Fell und wunderschönen, tiefgründigen blauen Augen hatte sein Herz erobert, auch wenn Muta dies niemals zugegeben hätte. Ihr draufgängerisches und stürmisches Wesen hatte ihn vom ersten Augenblick an beeindruckt und wie Baron und Haru waren sie seit einem halben Jahr ein Paar. Nach reiflicher Überlegung hatten sie sich dazu entschlossen eines der leerstehenden Häuser in der Nähe des Katzenbüros zu beziehen. Die Vorbereitungen liefen auf Hochtouren und ihre Freunde halfen ihnen natürlich eifrig dabei. Während Muta und Baron die Möbel in das neue Heim der Beiden brachten, räumte Asaki
sämtliche Klamotten und Utensilien in die Schränke ein. Im Katzenbüro, wie auch im Königreich der Katzen herrschte eine fröhliche Stimmung. Denn in zwei Tagen war es endlich soweit und die langersehnte Hochzeit von Lune und Yuki würde stattfinden. Natürlich würde es ein rauschendes und prächtiges Fest werden, da Lune der Kronprinz und künftige König des Reiches war. Zudem waren Lune und Yuki sehr gut mit den Agenten des Katzenbüros befreundet, insbesondere mit Baron und Haru.
Die Letztgenannte befand sich zur Zeit im Königreich der Katzen, wo sie Yuki bei den Hochzeitsvorbereitungen kräftig unterstützte. Mittlerweile waren die Zwei so etwas wie beste Freundinnen geworden.

"Hey, es sieht ja schon richtig gut hier aus. Ich wollte fragen, ob euch das vielleicht gefällt?" Toto, ein schwarzer Rabe und einer der besten Freunde von Muta und Baron landete gezielt im Inneren des Hauses. Wie auch das Katzenbüro besaß Asaki und Mutas Heim ein großes, breites Fenster. In seinem Schnabel hielt er eine weiße Perlenkette, die im Licht der Sonne funkelte. Asaki lachte hellbegeistert auf und nahm dem Raben das Schmuckstück aus dem Schnabel. "Oh vielen Dank Toto, dass würde sich ganz wunderbar an der Wand machen. Muta, schau mal her." Es hatte nicht lange gedauert und Asaki war zu einem vollwertigen Mitglied des Katzenböros geworden. Sie verstand sich mit allen blendend und hatte endlich ihre düstere Vergangenheit hinter sich gelassen. Die vergangenen Gräultaten ihres alten Herrn kamen ihr nur noch wie grausame Erinnerungen vor. Das Einzige, was sie noch an die früheren Zeiten erinnerte war ihr Talisman, den sie immer um den Hals trug. Dabei handelte es sich um ein altes Medaillon, was ihre Mutter ihr hinterlassen hatte. Es war der einzige Gegenstand, den sie von ihrer Familie noch besaß. Asaki schüttelte den Kopf und versuchte die trüben Gedanken zu vertreiben. Sie blickte zu Muta, der die Treppe hinunter kam. Baron direkt hinter ihm. Vermutlich hatten sie das Bett schon an seinen rechten Platz platziert. Der weiße Kater sah erst Asaki an, dann begutachtete er die genannte Wanddekoration. "Wo hast du denn das aufgestöbert, Federvieh?" "Irgendwo in den Heidelbeerbüschen, innerhalb des Parks." "Gab es etwas Besonderes bei deinem Rundflug?" Toto schüttelte den Kopf.  "Nein, Baron. Sie sind dabei jeden Winkel in der Stadt nach Haru abzusuchen. Aber so wie es aussieht haben sie bald vor die Suche aufzugeben." Baron seufzte. "Das hoffe ich. Es wäre wirklich besser, wenn sie aufhören würden nach ihr zu suchen. Für Haru macht es die ganze Sache noch schwerer, als es für sie ohnehin schon ist."
Mit Harus Entschluss ihr Menschenleben aufzugeben hatte sie auch Lebewohl zu ihren Freunden und ihrer Familie sagen müssen. Besonders zu Hiromi, ihrer ehemals besten Freundin und ihrer Mutter. Beide hatten nach ihrem Verschwinden die Polizei eingeschaltet und seitdem suchte man in der ganzen Stadt mitsamt Umgebung nach ihr, natürlich ohne Erfolg. Dem einstigen Menschenmädchen war es anfangs sehr schwer gefallen, aber sie hatte sich damit abgefunden und sich an ihr neues Leben gewöhnt.
Sie liebte Baron, allein dies zählte für sie.

"Muta, sollen wir es über die Kommode hängen? Ich finde es würde sich dort ausgesprochen hübsch machen." Muta zuckte die Schultern."Wenn du es so wünscht, ich habe keine Ahnung von Inneneinrichtung, Liebes." Toto schmunzelte und musterte seinen Freund mit einem amüsierten Blick. Es bereitete ihn doch jedes Mal eine Freude zu sehen, wie Muta sich jedes Mal den Worten von Asaki fügte. Sie hatte ihn komplett um den Finger gewickelt, wie Toto es stets auszudrücken pflegte. Asaki drückte ihrem Freund einen Kuss auf die Wange und lief die Treppe nach oben. "Bin gleich wieder da, Jungs." Kaum hatte Asaki den Raum verlassen, konnte sich der Rabe nicht mehr beherrschen. "Muta, Schatz was sagst du zu den Vorhängen? Sie passen ausgezeichnet zu den Tein des Teppichs, findest du nicht? Liebling, würdest du mir bitte einen Keks geben?" In seiner höchsten und lieblichen Stimme flötete er amüsiert seinem Freund, der knurrend eine Augenbraue hochzog. "Übertreib es nicht, Spatzenhirn" grummelte er.
"Bärchen, würdest du mir bitte den Mantel reichen? Es ist heute so frisch draußen", machte der Gargoyle munter weiter und auch Baron konnte sich beim Klang seiner Stimme kein Schmunzeln verkneifen. "Okay, dass reicht. Komm her du Piepmatz." Muta hechtete nach Toto, doch der wich geschickt aus und landete hinter ihm. "War das schon alles? Du musst schon ein bisschen schneller sein, Moppelchen." "Moppel-Was? Jetzt bist du fällig!" "Falls du mich erwischt", konterte Toto lachend und flog durch das offene Fenster, Muta folgte ihm durch die Eingangstür.
Die Katzenpuppe beobachtete seine beiden Freunde und schüttelte nur amüsiert den Kopf. Die Zwei waren wirklich unverbesserlich.
"Liefern Sie sich schon wieder einen Kampf draußen? Die Zwei sind wirklich wie Pech und Schwefel. Sie können sich nicht einen Moment benehmen oder?" Asaki trat neben Baron und verfolgte, wie ihr Freund das Wortgefecht zwischen der großen Katze und dem Raben. Sie trug ein rotes Kleid und hatte ihr silbernes Medaillon um den Hals gelegt.
"Wenn ich ehrlich bin habe ich sie noch nie anders erlebt. Sie werden sich nie ändern, die Hoffnung habe ich schon längst aufgegeben." "Bei den Beiden ist jegliche Hoffnung auch verloren", kicherte Asaki und spielte mit dem Medaillon um ihren Hals. "Ich habe dich noch nie ohne deinen Talisman gesehen." Die Katze lächelte. "Ich trage ihn immer bei mir, aber manchmal verdecke ich ihn auch. Er fällt zu sehr auf." "Er ist sehr hübsch. Ich finde, dass er sehr gut zu dir passt. Wenn ich mir diese Bemerkung erlauben darf."
Die Angesprochene lachte: "Ganz der wahre Gentleman, lass das bloß nicht Muta hören, sonst wird er noch eifersüchtig." Sie zwinkerte ihm zu und reichte ihm eine rote Schatulle. "Als ich neulich auf dem Markt war, habe ich das hier entdeckt. Da ich dir  noch einen Dank schuldig bin..." Baron öffnete die Schatulle und erblickte in ihrem Inneren eine wunderschöne, silberne Halskette, die auf purpurnen Samt gelegt war. Dabei handelte es sich um ein Medaillon in Form von zwei verschlungenen Herzen.
"Ich habe eure Anfangsbuchstaben eingravieren lassen und noch etwas Anderes. Sieh auf die Rückseite", sagte Asaki und Baron tat, wie ihm Geheißen. Er konnte einen einzelnen Satz lesen, der auf der Rückseite ebenfalls eingraviert war. "Wahre Liebe durchschreitet alle Welten", flüsterte er leise und strich behutsam über das Medaillon. "Asaki, dass ist wunderschön. Aber ich kann sie nicht annehmen." Die Katze schüttelte den Kopf und umschloss mit ihrer Hand Barons Finger um das Herz. "Du kannst und du wirst es annehmen. Ich weiß, was heute für ein Tag ist, Baron. Haru wird sich sehr darüber freuen." Die Katzenpuppe lächelte und nickte ergeben. "Ich danke dir Asaki. Das ist das perfekte Geschenk für sie." "Das habe ich mir auch so gedacht." Sie zwinkerte ihm zu.
Ehe Baron etwas erwidern konnte, unterbrachen zwei vertraute Stimme ihr Gespräch.
"Du wolltest es nicht anders wissen", rief Toto und ließ sich am Fensterbrett nieder. Muta knurrte nur etwas Unverständliches und rieb sich den Kopf. Asaki seufzte und schüttelte den Kopf. "Ich frag erst gar nicht. Zum Glück haben wir einen Vorrat an Kühlbeuteln", kommentierte sie und verschwand galant in Richtung Küche. Baron und Toto lachten leise, als Muta mit gesenkten Kopf hinter seiner Freundin hertrottete. Es gab Dinge, die sich wohl nie ändern würden.

Es dämmerte bereits, als Haru zum Refugium zurückkehrte. Das Portal brachte sie direkt auf den großen Platz, wenige Meter vom Katzenbüro entfernt. Ihre Haare hatte sie hochgesteckt und ein türkisfarbenes Kleid zierte ihren Körper. Sie lächelte, als sie ihr Zuhause vor sich sah und das Portal hinter ihr verschwand. Ein Blick verriet ihr, dass Toto noch nicht auf seinem Standplatz war, denn sein Sockel war leer. Im Hause von Muta und Asaki brannte kein Licht mehr, was sie nicht überraschte. Eher wunderte sie sich darüber, dass in den Räumen von Baron und ihr noch Licht zu brennen schien. Ihr Lächeln wurde breiter, denn dass hieß das ihr Freund noch auf war. Wie sie ihn kannte hatte er vermutlich auf sie gewartet. Mit schnellen Schritten öffnete sie die Tür des Katzenbüros und ließ sie hinter sich ins Schloss fallen. Doch von Baron war nirgendswo eine Spur sehen, wie Haru verwundert feststellte. Plötzlich ging das Licht aus und ehe sie reagieren konnte, spürte sie wie zwei Arme sich um ihre Taille schlangen. Baron hatte seinen Kopf auf ihre Schulter gebettet und küsste sanft ihr Schlüsselbein. "Ich habe dich schon erwartet", flüsterte er bedächtig und Haru bekam eine Gänsehaut. Wie sehr sie seinen klassischen, britischen Akzent liebte. Baron umfasste ihre Hand mit seiner und führte sie bis zur Treppe. Dann nahm er sie auf seine Arm und trug sie nach oben in ihr gemeinsames Schlafzimmer. Ihr Herzklopfen dröhnte in ihren Ohren und sie schmiegte sich an die Brust ihres Trägers. Im Schlafzimmer angekommen, erwartete Haru eine Überraschung. Das kleine, geräumige Zimmer wurde von wenigen brennenden Kerzen erhellt und auf ihrem Bett befand sich ein Herz, welches ganz aus Rosenblüten bestand. Haru fühlte sich wie in einem wunderschönen Traum. "Baron..", flüsterte sie entzückt und auf ihrem Gesicht breitete sich ein strahlendes Lächeln aus. Die Katzenpuppe drückte ihr einen zärtlichen Kuss auf die Stirn und setzte sie dann sanft auf dem Bett ab. Baron setzte sich neben sie und zog sie liebevoll in seine Arme. "Es gäbe nichts, was ich nicht für dich tun würde, Liebste. Alles Gute zum Halbjährigen." Er küsste sie zärtlich und Haru bemerkte, dass selbst im Dunkeln seine Augen smaragdgrün funkelten. Sie liebte seine Augen. Um ehrlich zu sein gab es nichts an Baron, was sie nicht liebte. Überrascht bemerkte sie, dass ihr Freund den Kuss unterbrochen hatte. "Ich habe etwas für dich", flüsterte er leise und legte in ihre Pfoten eine kleine, rote Schatulle. Haru sah ihn erstaunt an und öffnete sie. "Oh, Humbert sie ist fantastisch." Baron lächelte und strich ihr über die Wange. Er liebte es, wenn Haru ihn so ansprach. Er sah, wie behutsam und fein sie über die geprägten Initialen strich. "Dreh sie um", bat er sie leise und Haru tat was er sagte. "Wahre Liebe durchschreitet alle Welten", flüsterte sie und Baron drückte ihr einen Kuss auf die Stirn. "Gefällt sie dir?" "Sie ist wunderschön, Humbert. Vielen vielen Dank. Aber ich habe leider nichts für dich.." Die Katzenpuppe lachte leise und legte ihr sein Geschenk um den Hals. "Du hast mir schon etwas geschenkt." Auf ihren fragenden Blick musste er schmunzeln und beugte sich näher zu ihrem Ohr. "Du machst mir jeden Tag aufs Neue das schönste Geschenk, Haru. Du bist bei mir und mehr könnte ich mir nicht wünschen." Das einstige Menschenmädchen kicherte verhalten und schlang ihre Arme um seinen Hals. "Alles Gute zum Halbjährigen, Liebster. Ich liebe dich." Baron umfasste ihre Taille und zog sie näher zu sich. "Und ich liebe dich", wisperte er und sie versanken in einen weiteren leidenschaftlichen Kuss.
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