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Entscheidung des Herzens

GeschichteFreundschaft, Liebesgeschichte / P16 / Gen
Baron Haru Yoshioka Muta Run / Lune Yuki
30.12.2013
18.08.2016
15
34.620
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08.07.2016 1.709
 
Baron eilte an ihre Seite und legte ihren Kopf in seinen Schoß. Harus Brustkorb senkte und hob sich langsam. Mit zitternder Hand tastete die Katzenpuppe nach ihrem Puls. Er war schwach, aber fand einen. Sanft strich er ihr über die Wange.
"Haru?"
Schwer und träge hoben sich ihre Augenlider. Ein erschöpftes Lächeln breitete sich auf ihrem Gesicht aus.
"Baron.."
"Es wird alles gut, Haru. Ich bin hier."
"D-du bist hier. Ich.."
"Wir bringen dich sofort ins Schloss, Liebling."
"Tut mir Leid, aber ich habe andere Pläne, Bruderherz."
Mit einer Handbewegung stieß Edward Lune und Muta zur Seite. Beide wurden nach hinten gestoßen und gegen die Wand geschleudert. Beide Gestalten fielen zu Boden und rührten sich nicht.
Baron sah auf. Er blickte erst zu seinen bewusstlosen Gefährten, dann zu seinem Bruder.
"Edward", knurrte er hasserfüllt und blickte in die dunklen Augen seines Zwillings.
"Ich freue mich auch dich wiederzusehen, Bruder. Es macht dir doch nichts, wenn ich deine Freunde außer Gefecht gesetzt habe? Das ist eine Sache, die wir unter uns klären sollten, findest du nicht auch?"
"Du hast meine Geliebte entführt, misshandelt und meine Freunde verletzt. Ich wüsste nicht, was ich mit dir noch klären sollte."
Haru stöhnte auf und ihre Augen schlossen sich wieder. Alarmiert wandte Baron den Blick ab und sah zu seiner Freundin.
"Liebling, du musst wach bleiben. Bitte."
Er griff nach ihrer Pfote und umschloss sie mit seiner Hand.
"Was für ein herzallerliebstes Paar ihr doch seid. Aber ich fürchte dir wird keine andere Wahl bleiben, Humbert. Wenn du deine geliebte Haru retten willst..."
"Was hast du ihr angetan?"
Edward schüttelte nachdenklich den Kopf.
"Angetan, ich? Nun sagen wir mal, dass ich ihr etwas zur Beruhigung gegeben hab. Ein altes Gift um genau zu sein, was ihr nicht sonderlich gut bekommen dürfte."
"Lass deine Spielchen mit mir und sag was du willst. Ich tue alles um sie zu retten."
"Jetzt hör sich doch mal einer deine Worte an! Du bist eine Creation, ein unsterbliches, mächtiges Wesen. Menschen sind nichts gegen uns, sie sind erbärmliche Geschöpfe, die versuchen in ihrer kurzen Sterblichkeit einen Sinn in ihrem Leben zu finden. Und hier bist du und bettelst förmlich um das Leben eines Menschenmädchens. Was für eine Schande." Edward schnaubte abwertend.
"Sterbliche wissen mehr vom Leben, als wir es je erfahren könnten. Sie haben Familie, Freunde und versuchen ihren Platz zu finden. Manche von ihnen sind eigennützig, andere gütig und selbstlos. Niemand von ihnen ist gleich, jeder ist in seiner Art einzigartig. Sie können Leben erschaffen, Edward. Leben und Freude."
"Deine Schwäche für Menschen war schon immer deine größte Schande, Bruder. Louise hatte noch versucht dich zu bekehren, aber du musstest dich ja unbedingt in einen verlieben und dich gegen uns stellen."
Baron schüttelte den Kopf und streichelte zärtlich Harus Wange.
"Ich wollte mich nie gegen dich stellen, Edward. Unsere Ansichten haben uns dazu verleitet getrennte Wege zu gehen. Erst durch Haru habe ich gelernt, was es wirklich bedeutet zu lieben und geliebt zu werden. Liebe, Freundschaft und Familie sind mehr als du je verstehen wirst.."
"Wie rührend. Du bettelst ja gerade zu darum einer von ihnen zu werden."
Louise tauchte neben Edward auf und blickte ihren einstigen Verlobten hochmütig an. Ein spöttisches Lächeln zierte ihr Gesicht.
"Wie tief du doch gesunken bist, Humbert."
"Wieso überrascht es mich nicht dich hier zu sehen", erwiderte Baron kalt und legte seine Arme näher um Haru.
"Du bist so töricht, mein Lieber. Aber deine Schwäche für die kleine Menschenbrut wird sie nicht vom Tod abhalten. Sie dürfte nicht mehr lange in dieser Welt verweilen."
"Darling, greif das Beste doch nicht vorweg. Wir wollen doch, dass unser kleines Endspiel spannend bleibt", lachte Edward und legte einen Arm um die Taille der weißen Katzenpuppe.
"Du hast von Anfang an ein falsches Spiel gespielt. Ich hätte es wissen sollen."
"Hast du aber nicht, Liebster. Ich habe dich all die Jahre zum Narren gehalten und du hast nicht den geringsten Verdacht gehabt. Und deine arme, geliebte Haru wird den Preis dafür zahlen."
Aus dem Augenwinkel sah Baron, wie Lune und Muta sich regten.
"Ich tue alles, was du von mir verlangst. Solange Haru lebt."
Louise trat vor und blickte ihm in die Augen.
"Du würdest mich heiraten?"
"Wenn das der einzige Weg ist, dann werde ich es tun", antwortete Baron ernst und nickte erneut.
Louise lächelte schelmisch.
"Warum denn nicht gleich so? Aber ich fürchte wir haben nun ein kleines Problem, Humbert."
Die weibliche Creation drehte sich um und stellte sich wieder neben Edward.
"Du hast mich deutlich abgelehnt, da habe ich mich anderweitig umgesehen. Nicht, dass ich es nicht zuvor getan hätte."
"Ich wusste immer, dass du ein Biest bist. Jetzt kann ich auch noch Miststück hinzufügen", knurrte eine Stimme hinter Louise und im nächsten Moment wurde diese zu Boden gerissen.

Es ging alles ganz schnell.
Weder Louise noch Edward hatten bemerkt, dass sich Lune und Muta wieder erholt und ihr Bewusstsein zurückerlangt hatten. Während Muta sich von Hinten auf Louise gestürzt hatte, tat Lune das Gleiche mit Edward. Während Muta bei Louise sofort die Oberhand gewann, lieferten sich Lune und Edward einen Zweikampf. Beide rangelten miteinander, während Baron noch immer Haru in seinen Armen hielt. Ein weiteres Mal ging die Tür auf und Asaki stürmte in den Raum. Wie aus dem Nichts erschien sie an Barons Seite, der die Katze überrascht bemerkte.
"Asaki, was...?"
"Ich ahnte, dass es Komplikationen geben würde, also bin ich euch gefolgt. Keine Sorge, Yuki befindet sich wohlbehalten im Schloss", ergänzte sie, als sie seinen nachdenklichen Blick sah.
"Geh und helf Lune. Ich kümmere mich währenddessen um Haru."
"Aber.."
"Ihr wird nichts geschehen, aber Lune und Muta brauchen deine Hilfe."
Baron sah nocheinmal zu Haru, dann nickte er. Alleine würden seine beiden Freunde es nicht schaffen, dazu war Edward zu mächtig geworden. Und Asaki würde sich gut um Haru kümmern, dass wusste er. Also erhob er sich und ging um Lune zu helfen. Dieser wich gerade den Angriffen von Edward aus und war mehr als erleichtert Baron an seiner Seite zu sehen.
"Wie geht es Haru?"
"Den Umständen entsprechend. Asaki kümmert sich um sie", gab er zurück und parierte einen Schlag mit seinem Stock. Lune hielt ebenfalls sein Schwert und zusammen drangen sie Edward zurück. Durch einen Moment der Unachtsamkeit schlug Baron ihm seinen Degen aus der Hand und Edward stand unbewaffnet da. Doch dieser gab sich noch längst nicht geschlagen.
"Du denkst wirklich, dass du dieses Spiel gewinnen könntest, Humbert? Du bist so töricht, Bruder."
"Du wirst nicht gewinnen, ganz egal was für  ein falsches Spiel du auch treiben magst", erwiderte Lune und hielt ihm sein Schwert unter die Kehle.
"Oh, ich sollte mich wohl geehrt fühlen, wenn der König sogar persönlich handelt."
"Du...", knurrte Lune, doch Baron hielt ihn zurück.
"Nein, Lune. Er wird einen Prozess bekommen und dann verurteilt werden. Lass dich von ihm nicht in Versuchung führen."
"Er hat meine Frau bedroht, Haru zweimal entführt und misshandelt und versucht sie zu töten. Er hätte es verdient, Baron."
"Ich stimme dir zu, aber du bist kein Mörder. Wir werden diese Sache so regeln, wie wir sie begonnen haben."
Edward lachte laut auf.
"Wie ehrenhaft von dir, Humbert. Allerdings scheinst du vergessen zu haben, dass ich einen unschätzbaren Trumpf in meiner Hand habe."
Zur gleichen Zeit ertönte erneut ein Schrei, dieses Mal von Asaki.


Während Baron zu Lune stieß, versuchte Asaki Haru bei Bewusstsein zu halten. Sie hatte den Oberkörper ihrer Freundin aufgerichtet und versuchte sie mit leisen Worten zu beruhigen und daran zu hindern einzuschlafen. Haru selbst hatte unter größter Kraftanstrengung ihre Augen halb geöffnet. Ihr Blick wirkte dämmerig und schien Asaki kaum wahrzunehmen.
"Haru, alles wird gut. Du musst durchhalten, hörst du?"
Ein Augenblick der Erkenntnis zeigte sich in ihren Augen und endlich schien sie die Person vor sich zu erkennnen.
"A-asaki?"
Die Katze nickte und drückte die Pfote ihre Freundin.
"Ja, ich bin es."
"W-wie k..ommst..?"
"Beruhige dich und schone deine Stimme. Du musst bei Kräften bleiben, Haru."
"O-okay."
"Und was deine Frage angeht. Denkst du ernsthaft, dass ich die vier Herrschaften einfach alleine losziehen lassen würde? Ohne eine weibliche Hand wären die Jungs doch verloren."
Haru brachte ein schwaches Lächeln zustande.
"J-ja. Das stimmt..", ihre Stimme wurde immer leiser bis sie schließlich ganz verstummte.
Alarmiert schüttelte Asaki ihre Freundin an der Schulter.
"Haru?!"
"Es..tu mir Leid, Asaki. Ich..Sag..Baron, dass ich..."
"Oh nein, meine Liebe! Das wirst du ihm schön selbst sagen und alles wird wieder gut werden. Du wirst wieder gesund werden und.."
"T-ut m-mir Leid."
Asaki fühlte Harus Pfote in ihrer erschlaffen und tätschelte ihrer Freundin verzweifelt die Wange.
"Haru, wag es dich nicht. Du lässt uns jetzt nicht einfach alleine, nicht jetzt! Haru, wach auf. WACH AUF, BITTE!"
Doch von der brünetten Katze kam keine Antwort. Asaki tastete zitternd nach ihrem Puls..doch es war keiner zu finden. Sie schüttelte ihre Freundin nochmals - vergebens.
Sie stieß einen lauten Schrei aus, der alle Anwesenden im Raum alarmierte. Tränen stiegen ihr in die Augen und sie wandte ihren Kopf Richtung Baron, der mit Lune Edward in die Ecke gedrängt hatte.
"Baron! Haru..sie atmet nicht mehr.!"


Hoffe ihr habt alle das Desaster von gestern Abend verdaut.
Aus meiner ursprünglichen Planung wurden jetzt doch zwei Kapitel mehr, aber umso besser für euch :D
Sollte ich mich genau an der Berechnung meiner Pläne halten, dann müsste die Story noch ungefähr drei Kapitel mit Epilog umfassen. Das Kapitel würde dann vermutlich am Montag folgen, vielleicht früher.
Wünsche euch ein schönes Wochenende :)
LG eure Mary :D
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