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Entscheidung des Herzens

GeschichteFreundschaft, Liebesgeschichte / P16 / Gen
Baron Haru Yoshioka Muta Run / Lune Yuki
30.12.2013
18.08.2016
15
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30.11.2015 2.634
 
"Vielleicht könnt ihr etwas ausrichten. Er sitzt schon seit Stunden da und starrt die Wand an." Yuki und Lune sahen durch das Fenster und entdeckten Baron, der wie angewurzelt in seinem Sessel saß und stumm geradeaus starrte. Seine Freunde am Fenster schien er nicht zu bemerken. "Wie lange sitzt er da schon?" Muta zuckte die Schultern. "Keine Ahnung. Als wir vorbeischauten war er schon so und von Haru keine Spur. Ich habe versucht mit ihm zu reden, aber er schweigt nur." Yuki seufzte. "Eine Aussprache zwischen den beiden ist wohl nicht erfolgt...aber ich frage mich, wo sie ist." "Das wüsste ich auch nur zu gerne...Ich habe sie schon den ganzen Tag nicht gesehen", antwortete Asaki und verschränkte die Pfoten vor ihrem Oberkörper. "Ich sag euch, da ist irgendwas faul." "Aber Haru hat uns erst vor wenigen Stunden verlassen. Ich kann mir bei bestem Willen nicht vorstellen, was in dieser Zeit vorgefallen sein könnte", äußerte sich Lune und Yuki nickte. "Das Ganze ist äußerst merkwürdig." "Also ich weiß nicht wie es euch geht, aber ich werde hier nicht mehr stundenlang stehen und darauf warten, dass etwas passiert. Mit diesen Worten marschierte Muta an den Anderen vorbei und schritt geradewegs ins Büro. Die Anderen folgten ihm widerstrebend.
"Hey, Baron. Alles in Ordnung?"
"Er antwortet nach wie vor nicht", stellte Toto fest und blickte zu Muta.
"Er könnte auch in seiner Puppenform sein."
Muta schüttelte den Kopf.
"Für gewöhnlich tut er das nicht mehr. Und wenn, dann würde er in seinem Fenster stehen. Federvieh?"
"Fellknäul hat Recht", pflichtete Toto seinem Freund bei und hob eine Flügel.
"Baron? Ist etwas passiert?"
Noch immer keine Antwort.
"Langsam wird es echt unheimlich", kommentierte Asaki und wedelte mit einer Pfote vor den Augen der Katzenpuppen. Wie erwartet regte er sich wieder nicht.
"Ich bekomme mit jeder Sekunde den Eindruck, dass hier etwas nicht stimmt", sagte Lune und blickte nachdenklich seinen Freund an. "Wenn wir nur wüssten wo Haru ist..sie könnte sicherlich etwas ausrichten." "Ich fürchte der Grund seiner plötzlichen Starre ist Haru"; vermutete Yuki. "Ob es wieder einen Streit zwischen ihr und Lou..." "Erwähne nicht diesen Namen." Erstaunt sahen die fünf auf und blickten sich gegenseitig an, dann dämmerte es ihnen, dass niemand von ihnen gesprochen hatte.
"Baron?"
"Erwähne nie wieder diesen Namen."
Den Freunden erschien es fast eine Einbildung, dass Baron gesprochen und nun auch nur sich zu ihnen gewandt hatte. Er saß zwar noch immer sos steif wie zuvor, doch er hatte seinen Kopf zu ihnen gewandt. Das war schon mal ein Anfang.
"Baron, was ist passiert? Und wo ist Haru?"
Baron zeigte keine Mimik und wandte sich wieder Wand zu. Muta verdrehte die Augen.
"Na prima, jetzt geht das wieder los."
Doch es passierte alles ganz schnell. In einer Sekunde hatte Baron sich erhoben, in der Nächsten stand er schon am Tisch und in der danach...
Das Scheppern und das Klirren war im ganzen Haus zu hören. Fassungslos sahen die Freunde dabei zu, wie Baron mit einer Handbewegung seine gesamten Sachen von seinem Schreibtisch wischte. Den Wutschrei, den er dabei ausstieß taten sie als Einbildung ab.
"WIESO? WIE KONNTE ICH NUR SOLCH EIN DUMMKOPF SEIN? WIESO HABE ICH IHR VERTRAUT?"
"Baron, was..."
"UND JETZT? JETZT IST SIE FORT! UND DIE SCHULD LIEGT ALLEIN BEI MIR!"
"Baron?"
"ES IST MEINE SCHULD, WENN..."
"BARON!"
Die Katzenpuppe war genauso überrascht wie die Anderen, als sie Yukis Stimme hörten. Ihre sanfte, schöne Stimme hatte wie ein Furienschrei geklungen. Lune blickte sie verwundert an, dass sie so die Stimme erhoben konnte hatte er nicht gedacht.
"Gut, schön das wieder Ruhe herrscht", kommentierte Yuki das Schweigen der Anderen und ging auf Baron zu, dessen Gesicht vor Zorn gerötet war. "Du wirst uns jetzt mal genau erzählen, was passiert ist", Yuki stach ihre Pfote in seine Brust und sah ihn ungeduldig an. Barons Zorn wich einer ausdruckslosen Miene. "Yuki, ich.." "Keine Widerrede, Humbert! Du erzählst uns jetzt sofort was passiert ist oder du wirst eine ganz andere Seite an mir kennenlernen. Verstanden?"
"Yuki", versuchte Baron es noch einmal, doch die weiße Katze funkelte ihren Freund nur zornig an.
"Das ist ein Befehl", zischte sie und durchbohrte ihn mit ihrem Blick.
"Wusste gar nicht, dass sie so autoritär sein kann", murmelte Muta Lune zu, der wie gebannt auf seine Frau schaute. "Ich auch nicht", flüsterte er zurück. Ihm war es das erste Mal, dass Yuki Gebrauch von ihrer Stellung als Königin machte. So entschlossen und autoritär hatte er sie noch nie erlebt...doch irgendwie gefiel es ihm. Seine Frau überraschte ihn wirklich jeden Tag aufs Neue. Was für eine Königin sie doch war!
Baron schien nicht minder überrascht vom Verhalten der Katze zu sein, weswegen er nur stumm nickte.
"Natürlich, meine Königin."
"Dann fang an", forderte Yuki ihn ungeduldig auf und ließ die Katzenpuppe keinen Moment aus den Augen. Sie würde nicht von ihrem Verhalten abweichen, bis Baron ihnen alles erzählt hatte.
Dieser seufzte und begann schließlich zu erzählen.

"Dieser Dummkopf! Dieser arrogante, dämliche Egoist!" Louise war in ihrem Haus und schmiss ihre Sachen in ihre geöffnete Tasche. Die Kleider stapelten sich bereits, ebenso wie ihre anderen Habseligkeiten. Blind vor Wut griff sie sich die nächstbesten Dinge und warf sie auf einen Haufen. "Wieso musste er sich auch in diese Menschenbrut verlieben? Wäre ich nur eher zu ihm zurückgekehrt, dann wäre er jetzt Mein! Wie kommt er dazu mich einfach so abzuweisen? Und das nur wegen dieses Kindes! Dafür wird ..." Ein Klopfen riss sie aus ihrem Wutanfall und fragend wandte sie sich zur Tür um. Dann schich sich ein Lächeln auf ihr Gesicht, was sehr selbstzufrieden wirkte. "Kommt er also doch angekrochen? Oh der Arme. Jetzt muss jemand sein gebrochenes Herz heilen...aber so einfach werde ich es ihm nicht machen. Obwohl ich ihn gerne zu Kreuze kriechen sehen würde.." Mit eleganten Schritten ging Louise zur Tür. Sie fuhr sich einmal durch ihr weißes Fell und glättete ihr violettes Kleid. Jetzt würde sie ihrem Verlobten zeigen aus was für einem Holz sie geschnitzt war.
"Ich komme", flötete sie und öffnete die Tür. Doch anstatt einen gebrochenen Baron vor sich zu finden, traf ein Schlag sie ins Gesicht und sie taumelte nach hinten.
"Was zum...?"
"Liebling, knock sie nicht aus", sagte Asaki und legte eine Pfote auf den Arm ihres Freundes. Doch Muta hatte ganz andere Gedanken.
"Ich bring sie um für das, was sie Chicky angetan hat", zischte er und in seiner Stimme schwang eine Drohung mit, die keiner von ihnen missen wollte.
"Du kannst sie meinetwegen nach unserer Unterhaltung umbringen. Ich bin mir sicher, dass niemand etwas dagegen haben wird", schlug Lune vor und die Anderen nickten.
"Nicht im Geringsten" sagte Baron und klang so hasserfüllt und wütend, wie nie zuvor. Seine Wange war noch immer gerötet und Yukis Pfotenabdruck war deutlich zu erkennen. "Tut es noch weh?" Die Katzenpuppe schüttelte den Kopf und nickte ihr zu.
"Ich müsste dir eher für deine Ohrfeige danken. Es war Zeit, dass ich wieder zu Sinnen komme." "Den ersten vernünftigen Satz, den wir heute von dir hören", kommentierte Muta, der nach wie vor seine Augen auf Louise gerichtet hielt.
"Trotzdem tut es mir Leid, Baron. Das ist gar nicht meine Art, ich war nur..." Er legte ihr eine Hand auf die Schulter und nickte. "Schon gut, ich hätte nicht anders gehandelt Yuki."
"Ich unterbreche euer Gequatsche nur ungerne, aber was willst du hier", fauchte Louise, die sich inzwischen wieder gefangen hatte. Muta hatte sie so hart erwischt, dass ihre Nase blutverschmiert war. Ihren Augen funkelten zornig und arrogant blickte sich die Gruppe an. Muta baute sich bedrohlich vor ihr auf.
"Jetzt hör mal zu, du Biest. Du wirst uns jetzt sagen, was du von Haru weißt oder wir..."
"Muta, lass mich das übernehmen", unterbrach Baron ihn und Muta ließ ihn vorbei. Er wusste, dass Barons Wut noch größer war, als seine eigene.
"Ich werde dir nichts sagen! Gar nichts..Du und diese Menschenbrut."
"DU wirst mir jetzt verraten, was es mit deiner Verbindung mit meinem Bruder auf sich hat. Und wohin er Haru gebracht hat."
"Du glaubst doch nicht allen Ernstes, dass ich..."
"Wir haben Beweise. Am Tag seiner Flucht bist du in der Nähe der Kerker gesehen worden", ergänzte Lune und Yuki stimmte ihm zu. "Die Wachen haben eine weiße Katze mit einem Umhang bemerkt. Die Beschreibung passt ganz genau auf dich, Louise."
Diese lächelte spöttisch.
"Oh, ich glaube wir sind uns einander noch gar nicht vorgestellt worden. Ihr müsst wohl das junge, unfähige Königspaar sein, welches noch nicht mal die eigenen Probleme des Reiches in den Griff kriegt. Mal ganz abgesehen davon einen Gefangenen an der Flucht zu hindern. Ich habe von Euch gehört König Lune und natürlich von der Haushaltshilfe, die ihr zu Eurer Frau gemacht hat. Edward gab mir nur zu gerne Auskunft."
Lune fuhr die Krallen aus und trat einen Schritt auf sie zu. Wut und Zorn funkelte in seinen Augen.
"Wage es nicht noch einmal meine Frau zu beleidigen. Sie ist mehr, als du es dir jemals vorstellen könntest."
"Du gibts also zu, dass du mit Edward in Kontakt stehst", sprach Baron und überging Lunes Drohung an Louise. Dafür würden sie noch genügend Zeit haben.
"Ich habe nie gesagt, dass ich es nicht tue. Aber ihr werdet niemals etwas von mir erfahren. Das fehlte noch, dass ich dir helfe diese Schlampe zu retten."
Kaum hatte Louise die Worte ausgesprochen, da ertönte ein Knall im Zimmer. Louises Augen weiteten sich und schockiert fasste sie sich an die Wange, die ganz gerötet war. Wutentbrannt ließ Baron seine Hand sinken, dann packte er seine Exverlobte bei den Schultern und drückte sie gegen die nächste Wand.
"Sag mir sofort, wo sie ist. Wo hält er sie gefangen?"
Louise schmunzelte nur überheblich.
"Das könnte dir so passen."
Barons Augen verengten sich zu Schlitzen, dann packte er sie noch fester.
"Sag. mir. wo. sie. ist."
"Niemals."
"Ich werde bis zum Äußersten gehen, Louise", knurrte er und die Augen weißen Katzenpuppe weiteten sich.
"Du meinst.."
Baron nickte.
"Ich werde unser Band trennen. Was einst erschaffen worden ist, kann auch wieder zerstört werden."
Louise lächelte selbstsicher, doch Baron sah die Angst in ihren Augen.
"Das würdest du nicht tun. Du weißt, dass du dann ebenfalls deine Seele verlieren würdest. Wie ich wärst du dann nur eine einfache, leblose Puppe. Dein Leben wäre verendet, Humbert. So wie meines."
"Was nützt mir mein Leben, wenn ich es mit niemanden teilen kann? Ich habe meiner Liebsten das Herz gebrochen und sie wird wahrscheinlich nie wieder mit mir reden wollen..und das zu recht.."
"Baron.." Seine Freunde blickten ihn betroffen an, doch er schüttelte den Kopf.
"Nein Yuki. Es ist meine Schuld. Ich hätte ihr hinterher reisen müssen, als ich die Chance dazu hatte. Doch nun befindet sich Haru meinetwegen in den Fängen meines Bruders - schon wieder. Vielleicht ist sie auch schon nicht mehr am Leben..." Sein Blick verklärte sie und er ließ Louise los. Diese stürzte zu Boden, doch hatte ihre Augen auf Baron gerichtet. "D-du lässt mich gehen?"
Baron schüttelte den Kopf.
"Nein. Unser Band, was einst durch unseren Erschaffer entstand, wird nicht durch dich zerstört werden...Sondern durch mich."
"Humbert.."
"Ohne Haru ist mein Leben sinnlos...Die einzige Hoffnung sie zu finden warst du...Daher bleibt mir keine andere Möglichkeit, als unsere Verbindung zu zerstören und mich von meiner Seele zu trennen. Lieber sterbe ich, anstatt eine weitere Sekunde ohne sie leben zu müssen."
Baron steckte seine Hand aus und ließ in seiner Handfläche einen Dolch erscheinen, der rot wie ein Rubin glänzte. Sein Griff war so schwarz, wie Louises Herz.
"Baron, du kannst doch nicht.."
"Wir werden Chicky schon finden...
"Tu es nicht!"
"Baron..."
Die Katzenpuppe drehte sich zu seinen Freunden um und lächelte traurig. "Glaubt nicht, dass ich eure Liebe und Freundschaft nicht zu schätzen weiß...aber ich kann nicht ohne Haru leben. Es tut mir Leid." Er umfasste den Griff des Dolches in seinen Händen und hielt ihn vor seinem Herzen. Gerade als er im Stande dazu war diesen in seine Brust zu stoßen, ertönte Louises Stimme:
"Warte!"
Baron verharrte und blickte zu Louise, die noch immer auf dem Boden saß und die Arme um ihren Oberkörper geschlungen hatte. Ängstlich sah zu ihm auf.
"Ich..ich will nicht wieder ohne Seele sein. Diese dunklen, kalten Jahre, du hast ja keine Ahnung, wie sich das anfühlt! Von Anfang an liebte unser Meister dich und gab dir somit eine Seele. Auch Edward wurde von ihm geliebt...doch ich durfte nie so viel Liebe erfahren...Nie. Selbst als man mich an diese Frau verkaufte, erfuhr ich nie soviel Liebe. Sie liebte mich gerade soviel, dass es mir eine Seele ermöglichte. Doch sie genügte nicht, um mich so geliebt zu fühlen, wie du." Ihr traten Tränen in die Augen und sie erhob sich langsam, dabei ließ sie Baron nicht aus den Augen.
"Wieso liebst du sie? Wieso? Ich hätte dir alles gegeben, uns hätte die Ewigkeit zur Verfügung gestanden! Wieso hast du dich für sie entschieden, obwohl sie eine Sterbliche ist? Wieso ist sie in deinem Herzen..und nicht ich?"
"Liebe kann man nicht erzwingen, Louise. Sie geht ihre eigenen Wege, niemand von uns kann bestimmen in wem man sich verliebt. Und seitdem ersten Augenblick an, als ich in ihre Augen sah...wusste ich, dass ich meine Liebe gefunden hatte. Allerdings hat es seine Zeit gebraucht, bis ich mir meine Liebe eingestehen konnte. Doch es wird niemals eine Andere für mich geben, Haru ist die Einzige für mich und diejenige, der mein Herz auf ewig gehört. Selbst wenn unsere Zeit nicht für immer währen kann, unsere Liebe dagegen wird ewig währen."
"Sie wird sterben! Wenn nicht heute, dann in der Zukunft!"
"Lieber bin ich in einem Jahrhundert wieder alleine, als nie das Gefühl der wahren Liebe erfahren zu haben", entgegnete Baron und im Zimmer wurde es still. "Du meinst es ernst." Baron nickte. "Ja."
"Das ist zwecklos, wir sollten selbst versuchen sie zu finden", kommentierte Lune und die Anderen nickten. Yuki ging zu Baron und legte ihm eine Pfote auf den Arm.
"Baron?"
Die Katzenpuppe nickte.
"Ihr habt Recht. Lasst uns gehen."
Die Freunde wandten sich zum Gehen. Sie waren schon fast aus dem Haus, als Louise aufstand und ihre Stimme Baron zurückhielt.
"Warte."
Überrascht drehte er sich um.
"Ich weiß nicht genau, wo er ist. Doch ich vermute, dass er sich an einem Ort zurückgezogen hat, wo er meint sicher zu sein..."
Baron starrte sie an, dann nickte er.
"Danke."
Dann stürmte er aus der Tür und eilte seinen Freunden nach. Louise sah ihm lächelnd hinterher.
"Du bist so töricht, Humbert...So töricht..."

Nächstes Kapitel folgt nächsten Montag :)
Wünsche euch einen schönen Dezemberanfang :D
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