Vorsätze fürs neue Jahr

von Kittyb0y
GeschichteRomanze, Fantasy / P12 Slash
Conrad Weller Gunther von Kleist Gwendal von Voltaire Murata Ken Shibuya Yuri Wolfram von Bielefeld
28.12.2013
06.01.2014
3
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Langsam öffnete er seine Augen und verspürte eine starke Wärme in seiner Nähe. Es dauerte eine Weile bis Yuri realisierte wer die Quelle dieser Wärme war. Vorsichtig zog er die Decke leicht herunter und sah einen selig ruhig schlafenden Wolfram eng an ihn kuschelt. Dieser Anblick bereitete ihm nicht wie sonst einen Schreck, im Gegenteil, ein Lächeln stand im Gesichts des Maohs.
Er musste zweifelsohne zugeben, dass der blonde Junge wirklich niedlich aussah, wenn er am schlafen war.
Ganz vorsichtig und langsam zog er sich aus der Umarmung von Wolfram und stieg aus dem Bett. Seit wann machte es ihm nichts mehr aus, dass dieser in seinem Bett schlief? Mit der Zeit gewöhnt man sich wohl an alles dachte der junge König. Er zog sich Sportsachen an, um anschließend mit Konrad sein allmorgendliches Training zu absolvieren. Als er den Raum schon verlassen wollte, fiel sein Blick zurück zu seinem Verlobten. Yuri ging ans Bett und deckte den noch schlafenden zu. Dieser würde sicherlich wie immer sehr lange schlafen. Anschließend verließ Yuri den Raum und schloss leise die Tür hinter sich zu. Auf dem Weg nach draußen bemerkte er, dass im Schloss bereits viel los war. Einige Bedienstete liefen ihm über den Weg und verbeugten sich und begrüßten ihn mit einem „Guten Morgen Eure Majestät!“. Yuri lächelte, winkte und wünschte ebenfalls einen Guten Morgen. Draußen auf dem Platz angekommen wartete Konrad bereits auf ihm. „Guten Morgen Majestät, wie immer seit ihr pünktlich.“ „Konrad nenn mich nicht Majestät. Ich bin Yuri! Du hast mir doch meinen Namen gegeben.“ Leicht schüttelte der schwarzhaarige den Kopf. Dies würde sich wohl nie ändern, obwohl er schon seit über einem Jahr Dämonenkönig war, sagte er Konrad jedes mal, dass er bei seinem Namen genannt werden wollte. Dieser zog es jedoch aus Anstand vor, ihn bei seinem Titel anzusprechen. Ehe Yuri weiter darüber nachdenken konnte, ging es auch schon los. Heute wollten die beiden wieder einmal gemeinsam laufen. Konrad lief an ihm vorbei und lächelte seine Hoheit an. Dieser stand zunächst total verdutzt da und sah dem älteren hinterher. Dann jedoch rannte er ihm hinterher und versuchte ihn einzuholen.

Woanders im Schloss, in einem königlichen Schlafgemach öffneten sich zwei strahlend grüne Augen. Wolfram von Bielefeld reckte und streckte sich ausgiebig. Es war nichts neues für ihn, dass Yuri deutlich früher als er aufstand. Doch etwas war anders. Er hatte ihn zugedeckt und... Der blondhaarige fuhr sich durch sein Haar. Yuri hatte sich gestern an ihn gekuschelt. So benahm er sich doch sonst nie. War er krank? Stand er unter dem Einfluss von Sara? Egal was es war, es kam Wolfram sehr komisch vor. Sonst meckerte Yuri immer und versuchte ihn aus dem Bett zu schmeißen und bestand darauf alleine zu schlafen. Daran hatte sich der sture Wolfram bereits gewöhnt. Aber so etwas wie kuscheln? Das ging eindeutig zu weit! Nicht ganz, denn es kommt dabei auf die Sichtweise an. Für ihn war es positiv, denn für Wolfram stand schon lange außer Frage, dass er sich in Yuri verliebt hatte. Es kostete ihn viel Kraft seine Gefühle unter Verschluss zu halten, doch mit der Zeit lernte er ein guter Schauspieler zu sein.

Warum hatte Yuri das getan? Der junge Lord von Bielefeld fand einfach keine Erklärung dafür.
Es nützte alles nichts, er könnte Yuri einfach fragen, aber dieser würde sicher wieder nur abweisend reagieren und behaupten, dass Wolfram sich das ganze mit dem kuscheln nur eingebildet hätte. Kopfschüttelnd und seufzend stand er letztendlich auf und zog sich seine Militäruniform an. Für ihn stand auch etwas auf dem Morgenprogramm, nämlich das Training seiner Soldaten. Er fand  es schade, dass Yuri sich nicht für ihn interessierte und in der Zeit, in der er König war auch nur einmal gefragt hatte, was Wolfram den Morgen über so trieb.
Sollte dieses Weichei ruhig mit Konrad trainieren anstatt mit ihm! Wolfram hatte es ihm schon des Öfteren angeboten, aber der schwarzhaarige winkte immer nur mit der Hand ab und meinte, dass er stattdessen lieber mit seinem Namensgeber trainieren wolle. Es war zum Haare raufen.
Draußen auf der anderen Seite des Hofes stand, in seiner Militäruniform und gezücktem Schwert, der junge Wolfram von Bielefeld. Direkt vor ihm standen 12 junge Soldaten, welche in zwei Reihen aufgeteilt hintereinander standen und ihm lauschten. „Denkt immer daran, wenn ein Gegner vor euch steht, zeigt keine Gnade mit ihm, denn auch er wird mit euch keine Gnade haben!“ Innerlich hasste Wolfram genau wie Yuri Krieg und Gewalt, aber die Welt war nun mal voll davon. Was nützte es schwach und wehrlos zu sein, wenn man auch selbst etwas tun und die Menschen die einem wichtig waren beschützen konnte. Genau dieser Grund trieb den jungen Feuerdämon an. Der Grund hieß Yuri Shibuya und war der 27. Dämonenkönig von Shin Makoku. Die Liebe war in ihm so stark geworden, dass sie ihn zu verschlingen drohte. Ein klärendes Gespräch mit seinem älteren Bruder Konrad hatte ihm geholfen. Wolfram erinnerte sich daran zurück.

Es war in einer der warmen Sommernächte, in denen man noch lange zusammen saß und bis in die späten Abendstunden diskutierte. Yuri war bereits seit einem Monat wieder in seine Welt zurückgekehrt. Der junge Lord von Bielefeld hatte sich abseits auf den Balkon gestellt und sah sich den klaren Sternenhimmel und den vollen Mond an. Unbemerkt hatte sich jemand zu ihm gesellt, der eine schützende Hand auf seine Schulter legte. „Konrad...“ Er wusste sofort wer es war. Die anderen machten sich zwar auch Sorgen um ihn, aber der junge Mann schien der einzige zu sein, der ihn wirklich zu verstehen schien. „Wolfram du bist schon die ganze Zeit so abwesend. Dich bedrückt doch etwas. Geht es um Yuri?“ Wieso traf er immer den besagten Nagel auf den Kopf? Konrad kannte ihn wirklich zu gut. Was wohl auch daran lag, dass er seit dessen Geburt auf Wolfram aufgepasst hatte und ihm alles was er über den Schwertkampf wusste beigebracht hatte.
Ohne ein Wort zu sagen drückte sich der Blondschopf an die Brust des Mannes der bei ihm stand, welcher auch sofort seine starken Arme um ihn legte und behutsam den Kopf des jüngeren streichelte. „Habt ihr ihm erzählt, dass ihr euch in ihn verliebt habt?“ Angesprochener wurde augenblicklich rot im Gesicht. „Nein natürlich nicht!“ Stammelte er leise. „Es würde auch nichts nützen... Er ignoriert es, macht sich darüber lustig und sagt immer: Wir sind doch beides Männer.“ Ja es tat wirklich weh, dass Yuri ihn nicht ernst nahm, ihm nicht auch nur eine Minute mal richtig zu zuhören schien. Konrad der von Anfang an gemerkt hatte, dass sich seitens seines Bruders Gefühle entwickelt haben, hatte sich stets zurück gehalten, da er sich nicht in die Angelegenheiten anderer einmischen wollte, schon gar nicht in die des Königs. Doch seinen Bruder so niedergeschlagen zu sehen, machte ihn fertig. „Wolfram wir alle wissen wie viel von dir selbst du aufgibst. Du bist stets an der Seite seiner Majestät, beschützt ihn, gibst ihm Ratschläge und jetzt wo dich deine Gefühle für ihn zu verzehren drohen, musst du dich entscheiden. Entweder du sagst es ihm ins Gesicht oder du versucht diese Gefühle unter Kontrolle zu behalten. Letzteres wird nur ein Aufschieben sein, denn du wirst es ihm früher oder später sagen müssen.“ Wolfram seufzte auf. Zwar tat es weh diese direkten Worte zu hören, doch sie waren ehrlich. Konrad hatte Recht, wenn er seine Gefühle nicht Ausdruck verleihen würde, so würde er eines Tages daran zu Grunde gehen. Er musste sich also entscheiden. Wollte er am Hofe des Maoh bleiben, so würde er sich selbst aufgeben und seine Gefühle unterdrücken müssen. Denn eines war klar, Yuri würde seine Gefühle wohl niemals erwidern.
Mit einem „Danke Bruder“ löste er sich langsam aus dessen Umarmung und wischte sich mit dem Ärmel seiner Jacke Tränen aus dem Gesicht, die sich langsam einen Weg an seiner Wange hinunter bahnten. Es war das erste mal, dass er Konrad 'Bruder' nannte. Er holte einmal tief Luft und setzte dann ein Lächeln auf. „Lass uns zu den anderen zurückgehen.“ Dies war der Beginn seiner Unterdrückung der Gefühle. Von Tag zu Tag viel es Wolfram leichter, aber auch nur weil Yuri zur Zeit nicht anwesend war. Sobald dieser zurück käme, würde es sich sicherlich sofort ändern. Und so vergingen 2 Monate, ohne das der Dämonenkönig zurück in sein Land kam.

Als Wolfram seine Augen wieder öffnete, merkte er, dass er einen Tagtraum von der Erinnerung hatte. Sein starker Wille begann zu bröseln, als Yuri in der letzten Nacht mit ihm gekuschelt hatte. Für ihn war das alles wohl nur ein Scherz, aber für Wolfram war es Ernst, er liebte den Jungen über alles. Augenblicklich stieg eine unbeschreibliche Wut in ihm auf. Er befahl seinen Soldaten, sie sollen ihn alle gemeinsam angreifen. Zunächst sahen sich diese verdutzt an, gehorchten dann doch den Befehlen ihres Vorgesetzten. Der junge Graf von Bielefeld ließ seine gesamte angestaute Wut an seinen Soldaten aus. Nach etlichen Minuten legte er total erschöpft sein Schwert nieder. Er hatte sich gut geschlagen und alle Angriffe abwehren können. Tief Luft holend bedankte er sich und teilte seinen Soldaten mit, dass das Training für heute beendet sei. Danach beschloss er baden zu gehen, denn seine Kleidung war durch seinen Schweiß total nass.
Im Badezimmer angekommen entledigte sich der blonde Junge seiner Kleidung und stieg in die Badewanne, welche eher einem Pool glich. Erschöpft ließ er sich in das wohlig warme Wasser sinken und lehnte den Kopf nach hinten. Das tat wirklich gut. Hätte er seinem Druck nicht ein Ventil verschafft, hätte er womöglich beim Frühstück so eine schlechte Laune gehabt, dass er auch nur bei einem falschen Wort von Yuri herumgeschrien und ihm den Teller um die Ohren geworfen hätte.
Wolfram schloss die Augen und entschied sich nicht mehr über die letzte Nacht nachzudenken, es würde nur Schmerz verursachen, den er jetzt nicht gebrauchen konnte. Gleichzeitig dachte er darüber nach, ob es nicht besser wäre wieder in seinem eigenen Bett und nicht bei Yuri zu schlafen. So würde ihm dieser auch nicht zu nahe kommen und somit auch keine falsche Hoffnung machen können.

Nachdem er sich diesen Entschluss gesetzt hatte, begann sich der Feuerdämon zu waschen und benutzte dabei aus versehen eines der Shampoos seiner Mutter, welches einen lieblichen Duft von Vanille und Zimt verströmte. Er selbst nahm diesen Duft nicht richtig war und zog sich ganz normal eine neue Kluft seiner Militäruniform an und ging in den Speisesaal, wo schon alle auf ihn warteten. Sonst war er immer einer der ersten der dort Platz nahm. Sein Verlobter war es, der jeden Tag als letzter den Raum betrat, aber zu dessen Verwunderung saß dieser bereits am Tisch und der einzig freie Platz war neben ihm. Kaum hatte Wolfram sich gesetzt, kam der Dämonenkönig ihm sehr nahe und roch an Wolframs Hals. „Hmm Wolf was ist das für ein Duft? Der gefällt mir sehr gut!“ Will der mich verarschen? Dachte der blonde sich, als er seinen Kopf aufgrund seiner geröteten Wangen leicht zur Seite legte. „Ich muss wohl aus versehen das Shampoo meiner Mutter genommen haben.“ Yuri zog seinen Kopf wieder zurück und begann sein Brötchen zu zerschneiden und es mit Butter zu bestreichen. Puh Glück gehabt, diese Antwort hatte ihm wohl gereicht und er würde sich nichts dabei denken. Doch was der junge Feuerdämon nicht sah, war das der Maoh ein breites Lächeln im Gesicht hatte.
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