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„Mál er, dverga telia, þeir er sótto til Erebor

GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P16 / Gen
28.12.2013
31.05.2020
91
290.429
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28.12.2013 3.055
 
„Mál er, dverga telia, þeir er sótto til Erebor!

ZEIT IST S DIE ZWERGE AUFZUZÄHLEN, DIE NACH DEM EREBOR GINGEN!
                                                                                                                                                       - dvergatal - edda -

> Die Welt war jung, die Berge grün, als fleckenlos der Mond noch schien,
Nicht Berg noch Tal, nicht Strom noch Land war da zu Durins Zeit benannt.

Er gab den Dingen Nam und Stand, trank ersten Trunk vom Quellenrand
und sah im Spiegel Widerschein von Sternen, Gold und Edelstein.
Sah sich zu Haupte eine Kron aufblinken und verschatten schon.

Sein Grab liegt unter Schatten da in Khazad-dûm in Moria,
die Sterne glitzern wunderlich im Spiegelsee die Krone blich.

Tief ist der See, der sie begräbt, bis Durin sich vom Schlaf erhebt. >
                                                                                                                                                   J.R.R. Tolkien


Ihr Geschlecht ist fast so alt wie der Anbeginn der Zeit, geschaffen von Aule dem Meister der Materie, der Künste und des Wissens. Er erweckte einst durch Eru den Einen sein Werk, die sieben Väter der Zwerge zum Leben, die jedoch erst nach den erstgeborenen Kindern des Allvaters erwachen sollten...den Elben!

Doch das ist lange her, viele Zeitalter der Welt Arda...die von allen freien Völkern schlicht Mittelerde genannt wird sind längst verstrichen. Das Geschlecht der Zwerge ist alt...uralt und es schwindet ebenso, wie das der Unsterblichen. Lange schon sind es die Menschen, die ihren Platz in Mittelerde immer zahlreicher ausfüllen, als die Kinder der beiden erstgeborenen Völker.

In dieser harten, rauen Welt gilt es seinen Platz zu finden und stark zu sein, für das was eines Tages kommen mag.



Prolog...

En þessir kómu til Erebor ok er kominn þaðan Thorin.
Und diese kamen nach dem Erebor, woher Thorin stammt.



THORIN EICHENSCHILD -

2940 D.Z.

Rauch – bestialischer Gestank, der Gestank des Todes und beißender Qualm ist das erste was mir in die Nase sticht.

Feuer?

"F E U E R"

Das Wort füllt meine Lungen, ich brülle es so laut ich kann, muss die warnen, die mir am Herzen liegen...mein Vater, mein Großvater...mein Volk!

"L A U F T! Lauft um euer Leben Zwerge.....der Drache....er kommt....LAUFT!"

Ich weiß es einfach, denn ich habe ihn gesehen, den Tod der vom Himmel fällt, wie ein Feuersturm.  Nur äußerst langsam schaffe ich es selbst in die Gänge zu kommen, den Wachen zu helfen. Ich bin innerlich wie gelähmt, spüre meine Beine kaum, sie laufen beinahe wie automatisch in die Richtung aus der ich die Bestie hören kann. Alles in mir, will von Natur aus in die Gegenrichtung. Fort...nur fort von hier, will fliehen und doch zwinge ich mich, kämpfe mit aller Kraft dagegen an, es nicht zu tun.

Beim allmächtigen Schöpfer, mein Vater ist dort unten!

Lauf...lauf schneller Thorin....das befehle ich mir selbst, immer und immer wieder. Schlachtgetümmel und ohrenbetäubendes Gebrüll werden lauter und lauter, je näher ich dem feuerspeienden Ungetüm komme. Leichen stapeln sich auf meinem Weg, bekannte Gesichter. Verwandte und Freunde, alles das was ich hatte, hat er mir unbarmherzig genommen.

Ja der Tod vereint sie alle gleichermaßen, wie zum Spott des Schicksals.

WAS haben wir getan? Wie konnte das geschehen?

Eine Frage die sich so, nicht so einfach beantworten lässt. Aber eines Tages musste es ja so kommen....eines Tages! Das sagenhafte Gold und der Reichtum, der geradezu legendäre Reichtum hat ihn angelockt SMAUG den feurigen Wurm.
Die Pestilenz des Bösen, Ausgeburt aller Unterwelten, von Melkor allein ersonnen, um alle freien Völker von Mittelerde zu vernichten!

Ich höre die schmerzlichen Schreie meines Volkes, die nackte Verzweiflung, die Angst, versuche schneller zu laufen.

P E N G!

„Autsch...vedammt!“

Im selben Moment spüre ich bereits, wie der kalte, unnachgiebige Holzboden meiner Kammer, eine unangenehme Beule auf meiner Schädeldecke hinterlassen hat, mal wieder wie schon so oft und spätestens in diesem Augenblick bin ich hellwach.

Kalter Schweiß...mein Herz klopft.

Ich höre meine Atmung....keuchend...unnatürlich laut, in der Stille die mich umgibt.

NUR ein Traum, ein Albtraum, einer von unzähligen immer wieder kehrenden, seit diesem denkwürdigen Tag, den ich nicht mehr vergessen kann, nie wieder! Dieser unglückseelige Tag brannte sich mit all diesen schrecklichen Bildern förmlich auf meine Netzhaut, brannte sich in mein Gedächtnis und eines Tages werde ich sie rächen, alle die ich geliebt habe!

Smaug....hörst du...eines Tages!

Leise vor mich hin fluchend versuche ich mich aufzurappeln, um mich wieder in meine Hängematte sinken zu lassen, denn der Tag ist noch nicht angebrochen. Wie ich eben bemerke ist es immer noch stockdunkel, aber es kann nicht mehr lange dauern bis zum Sonnenaufgang. Meiner Vermutung nach nur noch etwa ein oder zwei Stunden.

Ich sollte vermutlich versuchen die ohnehin knappe Zeit zum Schlafen zu nutzen.

Kraft zu schöpfen für den kommenden Tag.

Kraft die ich dringend nötig haben werde, denn meine Arbeit ist hart, vielleicht manchmal zu hart, aber ich habe keine Wahl. Hier bin ich ein Niemand, hier kennt man vielleicht höchstens noch den nächsten Nachbarn oder dessen reichen Verwandten aber wer weiß schon etwas von Thorin Eichenschild, dem Enkel des Königs unter dem Berge.

Wer kennt mich, den Erben des Erebor?

Des einsamen Berges?

Keiner dieser Menschen hat jeh von mir gehört oder von meiner Geschichte. Also was nützt es mir schon ein König zu sein?

Nichts....rein gar nicht s, hier gibt es für uns nur harte Arbeit und Verachtung. Würden die Menschen unsere handwerklichen Künste nicht so schätzen und so notwendig brauchen, dann hätten sie uns Zwerge längst zum Teufel gejagt.

Wir sind nicht wie die Zwerge aus den Eisen Bergen, wie mein Vetter Dain Eisenfuß, nein wir sind heimatlos. Vertriebene ohne Rechte, ohne Hoffnung! Und doch kann ich den einsamen Berg nicht vergessen. Die Hallen aus Stein, das Lachen, die Freude an all dem Schönen was wir einst erschufen und am Schönsten was wir fanden...dem Arkenstein.

Und nun?

Nun ruht dieser elende Drache schon seit endlos langer Zeit in den Hallen meiner Vorväter auf dem größten Schatz in Mittelerde.

„Thorin?“

„Hmmm...was?“

„Leg dich wieder hin und schlaf, komm schon, zum Nachgrübeln hast du auch später immer noch genügend Zeit!“

„Ja ist ja gut Dwalin, ich habe es verstanden und es freut mich, dass du dich stets so um mich sorgst. Aber schlaf jetzt weiter, ich werde es auch tun...nun, das hoffe ich jedenfalls!“

Ein schmales aber durchaus nicht unamüsiertes Lächeln zieht sich kurz über meine Lippen. Mein Vetter und Freund, natürlich er hat immer ein wachsames Auge auf mich...er sorgt sich um mein Wohlergehen. Das liegt vermutlich zum Teil auch an der engen Bindung durch unsere über unsre beiden Urgroßväter miteinander verwandten Sippen.

Leise seufzend lege ich mich ob dieser Erkenntnis anschließend wieder zurück in meine Hängematte und versuche noch etwas Ruhe zu finden, bevor mich das Morgengrauen unbarmherzig von meinem Schlaflager scheuchen wird. Aber auch wenn es mir denkbar schwer fällt, wieder in den selten kostbaren Schlaf zurück zu finden, bemühe ich mich dennoch darum auszublenden, an was ich in den vielen einsamen nächtlichen Stunden meiner Hängematte so oft denken muss....

.....an meine Heimat, den einsamen Berg, denn der Gedanke daran ist all zu schmerzlich für mein Volk.


IMLADRIS  

1 Jahr später...

Thorin ist wieder erwarten mit der Gemeinschaft seiner zwölf Gefährten, dem Hobbit Bilbo und Mithrandir dem grauen Pilger unterwegs zum Erebor, den sie der Herrschaft des Drachens entreißen wollen. Ein gefährliches wie beinahe aussichtsloses Unterfangen...und doch wollen sie die Hoffnung nicht aufgeben.

Nach den eher unschönen Erlebnissen mit den Trollen und den Orks, sind die Gefährten inzwischen halbwegs wohlbehalten im letzten heimeligen Haus vor der Wildnis angelangt in Imladris...im Volksmund auch schlicht Bruchtal genannt.

Dort werden Wunden versorgt, körperliche, wie seelische Beschwerden gelindert oder auch ganz geheilt und auch wenn alle Zwerge, ein von Natur aus angeborenes Misstrauen gegenüber den Elben empfinden, so sind sie dennoch gewillt, ihre Hilfe insoweit anzunehmen, um ein Weiterkommen zu gewährleisten, denn der Erebor ist das nach wie vor angestrebte Ziel!


...irgendwo in Elronds Haus, es ist der Tag der Ankunft der Zwerge...und inzwischen früher Abend...

„Thorin...sieh mal, wir haben Besuch!“

Überrascht und etwas irritiert folge ich der Stimme meines Vetters Balin und drehe mich langsam um. Hinter uns inmitten des Raumes ist plötzlich eine fremde Gestalt aufgetaucht. Eine die mich irgendwie merkwürdig stutzig macht. Nun ich kann es nicht direkt erfassen, um was es sich dabei für eine Person handelt...aber, dass es eigentlich kein Elb sein kann, sieht man schon an den Körpermaßen.

Die Gestalt vor uns wirkt wesentlich zierlicher und gedrungener, als für Elben sonst eigentlich üblich. Auch das Geschlecht des Eindringlings lässt sich nicht sofort auf Anhieb definieren oder gar dirfferenzieren. Er oder auch sie trägt schlichte helle Kleidung. Hochgeschlossen und die Beinkleider, sowie die robusten Stiefel sind eindeutig aus dunklem Hirschleder angefertigt und zeugen dem Dreck nach zu schließen, der daran in deutlich sichtbaren Spuren haftet, von regem Gebrauch in der Wildnis.

Um die schon beinahe irritierend, breiten und somit weiblich wirkenden Hüften schlingt sich ein dunkler, kunstvoll verzierter Ledergurt mit Schwertscheide. Die allerdings leer erscheint, was hier in diesem Haus nicht ungewöhnlich ist, da in der Regel keiner bewaffnet herumläuft, außer vielleicht den Wachposten. Zudem gehört eine ganze Vielzahl verschieden großer Beutel und Taschen zu der Bekleidung des Fremden, die einen fast schon betörenden Geruch, nach allerlei Kräutern ausströmen.

Ein Heiler?

Denke ich verwirrt. Ja das muss es sein!? Und noch ein Gedanke drängt sich mir in diesem Zusammenhang unangenehm auf. Was in aller Welt kann der denn von uns wollen? Indem setzt der Fremde auch schon zu sprechen an, mit erstaunlich heller und melodiöser Stimme, fast schon einen Tick zu hell für einen Knaben, wie ich es angenommen hatte....sie klingt wie ein klarer Glockenton in absoluter Stille.  

„Mein Herr Elrond wünscht euch zu sehen Thorin Eichenschild.

Euch und den Zauberer, würdet ihr mich daher bitte begleiten?

Jetzt....gleich!“

Verblüfft starre ich den Fremden an, sprachlos, unfähig mich zu rühren. Es dauert einen ganzen Moment. Erst nachdem Gandalf ihm durch ein sachtes, sowie der Aufforderung angemessenes Handzeichen zu verstehen gibt, dass wir mit ihm gehen werden, kommt wieder Leben in mich.

„Was will dein Herr Elrond von uns, los sag schon?“

Frage ich den Fremden nicht eben begeistert, noch besonders höflich, da ich anstatt des gebräuchlichen "euch oder sie" kurzerhand die gewöhnliche Anrede gewählt habe, angesichts der Tatsache, einfach so vorgeladen zu werden, wie ein Schwerverbrecher. Es verunsichert mich so, als hätte ich etwas unrechtes getan.

Irgendwie werde ich in diesem ach so friedlichen Tal, das Gefühl nicht los, ständig beobachtet und kontrolliert zu sein, auch wenn diese Elben alle noch so sehr beteuern mögen, dass sie letztenendes auf unserer Seite sind. Es bleiben Elben und ich kann Elben nun mal nicht ausstehen! Der Angesprochene dreht sich just in der Sekunde, als mir diese Gedanken durch den Kopf gehen, unwillkürlich zu mir um.

Ich werde dabei vom Blick, seiner ungewöhnlich grünen Augen getroffen, wie vom verblassenden Schein eines Sonnenuntergangs. Dunkel und eigenartig goldengrün, wie Lichtstrahlen, die auf einen mosigen Waldboden fallen...und genauso leuchtend blicken sie mir im gedämpften Schein der Feuerschalen entgegen.

„Nun DAS...hat er mir nicht gesagt! Aber ich nehme an, dass er gerne mehr über seine Gäste heraus finden möchte, die ihm da so unverhofft in sein Haus herein "geschneit" sind.

"Meint ihr nicht? Also das wäre jedenfalls meines Erachtens durchaus nachvollziehbar...oder wolltet ihr nicht wissen WEN ihr euch da in euer Reich herein gebeten hättet.....vor allem wenn es in eurem Fall Elben wären?"

Entgegnet mir der Fremde gelassen, dessen langes, vom Farbton her eher "rostrot" anmutendes Haar offen und völlig ungebändigt in dichten Wellen auf die Schultern fällt, beinahe wie ein Schleier aus dunklem flüssigem Feuer. Der Fremde zuckt kurz mit den Schultern, er wirkt dabei eher unbeteiligt, so als ginge ihn das Ganze hier nichts an.

„Dennoch ist es nicht meine Aufgabe herauszufinden oder gar die Entscheidungen meines Herrn in Frage zu stellen! Ich bin lediglich seiner Bitte nachgekommen, euch und den Zauberer zu ihm zu geleiten..das ist alles!“

Setzt er plötzlich sichtlich amüsiert nach, so als würde ihn mein abweisendes Verhalten ungemein erheitern, im selben Atemzug stelle ich fest, dass sein Westron, die allgemeine Sprache, derer sich normalerweise alle Völker von Mittelerde zur Kommunikation untereinander bedienen, irgendwie seltsam klingt. Ein Akzent den ich nicht erfassen kann oder gar kenne. Die Wortlaute klingen zwar sauber, aber auch wie lange nicht genutzt. Kurzzeitig davon abgelenkt, versuche ich zum eigentlichen Kern der Sache zurückzukehren.

Warum findet  der Kerl das eigentlich so komisch?

Eine Frage auf die ich vermutlich keine vernünftige Antwort erhalten werde.

Ein wütendens Schnauben ist daher alles, was der Fremde Elb, oder was immer er sein mag dafür im Anschluss daran von mir erntet. Denn veralbern kann ich mich auch getrost alleine, dazu brauche ich dieses elbisch waibische Milchgesicht ganz bestimmt nicht auch noch!

Ich will demnach schon zu einer gesalzenen Antwort ansetzen, als ich des Zauberers Hand schwer auf meiner Schulter fühle. Er drückt kurz zu und ich weiß im selben Augenblick, dass er möchte, dass ich ihm das Sprechen überlasse, wie meistens. Gandalf kennt mein aufbrausendes und zuweilen stark Zwergenmäßig ausgeprägt, dickköpfiges Wesen inzwischen nur zu gut.

„Thorin mäßige dich und dein hitziges Temperament, der Herr dieses Hauses wird dafür gewiss einen triftigen Grund haben...meinst du nicht?“

Die klare kühle Stimme des Zauberers dämpft meinen latenten Zorn, meine innere Beunruhigung etwas, doch nicht für lange. Verflucht ich traue diesem Elbenpack nicht über den Weg. Daran kann auch der Zauberer nichts ändern. Ich traue ihnen nicht aus gutem Grund. Ich habe längst nicht vergessen, das Thranduil dereinst sein Wort nicht hielt und uns im Stich ließ....als der Drache kam. Also was wollen diese vermalldeiten Elben eigentlich?

Ein leises Lachen lässt mich aufhorchen, es klingt erstaunlich angenehm, nicht spöttisch oder verletzend...nein einfach nur belustigt.

„Ist dieser Zwerg eigentlich immer so überaus herzlich und zuvorkommend, Mithrandir?“

Ist die unmittelbare Frage unseres Führers an den Zauberer, als er sich halbwegs gefangen hat.

Ja natürlich unsere unfreiwillige Eskorte, das war ja klar dreistes Elbenpack, ich hätte es eigentlich wissen müssen. Doch noch bevor ich etwas sagen kann, um mich mit in s Spiel zu bringen, hat der Zauberer bereits die passende Antwort auf den Lippen.

„Ohh....und er kann noch sehr viel herzlicher werden, das kann ich euch gewiss versichern, Lyriel Câlenlass!“

Die Antwort des Zauberer s fällt knapp aus, aber nicht unfreundlich. Ich will gerade etwas dazu sagen, doch da fange ich wie zufällig seinen warnenden Blick auf und schweige lieber vorsorglich....zumindest vorerst!

„Um ehrlich zu sein, die Vorstellung fällt einem nicht sonderlich schwer!“ Hakt unser Führer schließlich wiederum lächelnd nach. Doch noch bevor ich mich erneut bemerkbar machen kann, setzt er seinen Weg sowie den Redeschwall auch schon ohne weitere Umschweife fort.

„Aber bitte kommt hier entlang, es ist nicht mehr weit, wir sind gleich da.“

Gandalf nickt. „Gut geht voran, wir folgen euch!“

Unser Begleiter gibt ein schwaches Geräusch von sich das ein neuerliches Lachen sein könnte und setzt sich danach erstaunlich leichtfüßig und elegant in Bewegung.

>>Hmm...also doch ein Elb? Aber die Größe, die Größe stimmt einfach nicht. Ich meine, der da ist ja kaum größer als ich, wenn nicht eher sogar kleiner, also kann es nicht sein...oder doch?>>

Um mir darüber nicht weiter den Kopf zerbrechen zu müssen sehe ich mich statt dessen lieber aufmerksam um. An und für sich gefällt mir die elbische Architektur und die Baukunst sogar. Sie haben Geschmack, das muss man ihnen lassen.

Als Zwerg aus Durins Geschlecht verstehe ich schließlich etwas davon, die schönen Künste sind uns nicht fremd. Sind wir doch selbst nicht ungeschickt in solchen Dingen. In diesem Augenblick  wird mein inneres Auge für einige Sekunden ungewollt zu den Wundern meiner eignenen Heimat gezogen..die weiten Hallen unter dem tiefen kalten grauen Stein. Erebor das verlorene Königreich...einst ein strahlendes Juwel, jetzt versunken in der Dunkelheit und auf ihm ruht ein Drache. Der Gedanke daran macht mich sehr traurig und lässt mich zweifeln...ob es wirklich je gelingen kann Smaug zu bezwingen?

Doch plötzlich wird mein Blick unwillkürlich, wie magisch von etwas bestimmten angezogen, meine trübsinnigen Gedanken verflüchtigen sich, da etwas anderes seine Aufmerksamkeit auf sich zieht. Ich sehe zunächst, die kunstvoll verzierten weitausladenden Balustraden, die schwungvollen mit Zeichen und Ornamenten bestückten Holzdecken und Böden. Alles wirkt hier sehr harmonisch und in sich geschlossen. Aber dann fällt mein eher zufälliger, als neugieriger Blick auf eine Art Podest an dem der Fremde uns leichten Fußes vorbeiführt, ohne es weiter zu beachten.

Darauf ruht ein geborstenes Schwert und ich frage mich just in diesem Augenblick, wem es wohl gehört haben mag? Ich selbst bin der Schmiedekunst durchaus mächtig und habe schon so manches scharfes Schwert aus blankem Stahl gehoben, doch ein solches wie dort liegt, habe ich noch nie zuvor gesehen.

Auch wenn es zerstört sein mag, strahlt es dennoch eine innere Kraft und solche Erhabenheit aus, die es mit einer unsichtbaren aber fast spürbaren Aura umgibt. Das fasziniert mich und doch weiß ich, dass ich darauf keine Antwort erhalten werde...denn wir sind nur ein paar Schritte weiter und gefühlt schon beinahe ein ganzes Zeitalter davon entfernt. Indem bleibt unser gewissenhafter Führer auf einmal vor einer Art Halle stehen aus der gedämpftes rötliches Licht von Kaminfeuer auf den ansonsten dunkleren Flur fällt, über den wir eben unzweifelhaft gekommen sind.

"Wir sind da!“

Sagt er anschließend schlicht, wobei er uns mit einer knappen Handgeste freundlich aber nachdrücklich zum Eintreten auffordert.
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