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Alles für ein Huhn

von Vermis
GeschichteFreundschaft, Liebesgeschichte / P12 / Het
Charlotte Slättberg /Sprotte Friedrich Baldwein / Fred
27.12.2013
05.02.2014
4
13.847
19
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35 Reviews
Dieses Kapitel
7 Reviews
 
 
27.12.2013 1.430
 
Hallöchen :)
Diese FF habe ich geschrieben, als ich die "Die Wilden Hühner"-Bücher noch einmal gelesen habe und sofort etwas dazu schreiben MUSSTE. Ich konnte gar nicht anders.
Ganz lieb habe ich mich sogar an den Canon gehalten und nicht Fred und Willi oder Wilma und Melli verslasht (auch wenn der Gedanke einfach verführerisch ist. ;)).
Vielleicht gibt es noch ein paar nostalgische Hühner-Fans da draußen, die diese FF lesen. Und wenn nicht, auch nicht schlimm, es war ein Riesenspaß, die FF zu schreiben ^^
Edit: Aufgeteilt wegen besserer Lesbarkeit und so! Gefällt mir besser...


Alles für ein Huhn

Eine ‚Die Wilden Hühner’-Fanfiction


Nichts war so langweilig, wie Ferien ohne die Wilden Hühner, da waren sich die Pygmäen einig. Was lag also näher, als einen ihrer legendären Zeltausflüge zum Reiseziel der Mädchen zu unternehmen?


Für Saskia



» Tag 1:

Fred hatte immer nur ein Lieblingshuhn gehabt. Natürlich war es das Oberhuhn, denn er wusste immerhin, was gut war.

Sprotte war lustig, frech und er hatte sie schon immer bewundert und gemocht. Sie hatten sich zwar immer Streiche gespielt und manche davon waren ziemlich fies gewesen, aber das war ja nur geschehen, weil sich die Hühner so schön ärgerten.

Es war auch ziemlich langweilig, wenn die Hühner nicht da waren und zur Zeit waren alle fünf auf einem verfluchten Reiterhof.

Die Pygmäen hatten sich noch nie so gelangweilt.

„Wenigstens gibt es da keine Jungs“, murrte Torte, der immer noch Frieda nachstellte.
„Melli hat erzählt, die Besitzerin hat einen Sohn“, machte Willi das wieder kaputt. Es schien ihm aber kein Vergnügen zu bereiten, denn er starrte trostlos in den Wald und hielt dabei irgendeinen Zettel in der Hand. Wahrscheinlich immer noch der Brief von Melanie, die ihm den bei ihrer Abreise gegeben hatte – zumindest stammte er dem Geruch nach von Melanie.
Torte starrte Willi entsetzt an. „Ist der wenigstens potthässlich?“
„Nee“, sagte Willi nur. „Melli hat gesagt, Sprotte und Frieda starren ihm wie hypnotisierte Karnickel hinterher.“

Nun wurde Fred hellhörig. Sprotte sollte einem Kerl nachstarren? Sprotte? Die konnte doch sich nicht einfach verlieben. Das war Sprotte!

Auch die anderen schienen das kaum glauben zu können. „Sprotte?“, fragte Steve kieksend. „Das Ich-hasse-alle-Kerle-Huhn?“
Willi grinste. „Scheinbar. Melli hat doch einen Riecher für so was.“ Er seufzte und knitterte den Brief noch mehr.
Steve kicherte. „So sitzt wohl die Liebe junger Leute bloß in den Augen und nicht im Herzen!“ Er zitierte seit Ewigkeiten ständig Shakespeare. Fred begann immer mehr, dieses Theaterstück zu verfluchen.
„Halt die Klappe, Steve“, sagte auch Willi. „Keiner kann Shakespeare noch hören.“
Torte sah ziemlich wütend aus über die Neuigkeit von Friedas Schwärmerei. Dabei hatte Frieda ihm mehr als klar gemacht, dass er keine Chance mehr bei ihr hatte.
In diesem Moment konnte Fred ihn aber ganz gut verstehen… Sprotte starrte dem Typen ja auch hinterher…

„Wir waren eine ganze Weile nicht mehr zelten“, verkündete Fred und setzte sich auf. „Ich denke, jetzt ist ein guter Zeitpunkt.“

Die Reaktionen waren alles andere als begeistert. Willi krauste die Stirn, Steve starrte besorgt zum Himmel hoch und Torte schien Fred nicht einmal zugehört zu haben. „Aber es sieht nicht nach gutem Wetter aus“, versuchte Steve halbherzig, Fred umzustimmen.

„Mir ist todlangweilig – und euch auch. Willi ist zu nichts zu gebrauchen und ihr habt auch nicht gerade die besten Ideen, also ändern wir was an diesem Zustand!“ Fred stand entschlossen auf. „Wir machen diesen verfluchten Reiterhof ausfindig!“

Willis Gesicht hellte sich auf. „Du willst zu dem Reiterhof?“
„Aber…“, begann Torte unsicher. „Da sind doch überall Pferde!“
Dieser Gedanke schien Steve noch gar nicht gekommen zu sein. „Oh Gott“, murmelte er. Ihm fiel auf die Schnelle nicht einmal ein Zitat ein.

„Meine Güte, die sind eingesperrt“, spottete Fred auch wenn ihm auch ein wenig mulmig bei dem Gedanken an die großen Tiere war. „Wir sind Pygmäen, wir werden doch wohl mit ein paar Pferden fertig, wenn die Hühner sogar auf dem Rücken von den Viechern rumkrabbeln!“

Steve und Torte tauschten Blicke, die deutlich zeigten, dass es ihnen absolut egal war, wenn sie feige aussahen. Willi, der vor nichts und niemandem Angst hatte, sah ziemlich zufrieden aus – wahrscheinlich weil er bald wieder bei seiner Melli sein würde. „Wann fahren wir?“

Fred grinste. „Ich such die Route raus, ihr könnt ja schon mal alles einpacken. Ich denke, wir werden morgen fahren. Torte, kontrollier noch mal dein Rad, und Steve, pack nicht zu viel Futter ein. Willi, wie viel Geld hatten wir noch gleich in der Kasse?“

Torte murmelte irgendwas darüber, dass er nichts dafür konnte, dass beim letzten Zeitausflug sein Ventil verschütt gegangen war. Steve zuckte nur mit den Schultern und Willi stand grummelnd auf, um die Kasse zu stürzen.

Fred lächelte. Es würde ein guter Zeltausflug werden. Und mal sehen, ob Sprotte diesem Cowboy immer noch nachstarrte, wenn er auch da war.


Fred ging nach dem Bandentreffen noch zum Schrebergarten seines Opas. Er wässerte den Kohl und die Tomaten und rupfte hier und da ein wenig Unkraut aus und warf es auf den Kompost.
Der kleine Garten lag still da und Fred starrte unglücklich auf die Stelle, wo sonst sein Großvater in seinem Lehnstuhl saß und Pfeife rauchte. Ganz schwach hing der Geruch des Tabaks noch in der Tischdecke und den Sitzkissen.

Sein Opa würde bald wieder aus dem Krankenhaus kommen, das hatten seine Eltern und die Ärzte ihm versichert, aber dennoch hatte Fred Angst um ihn.

Bisher hatte sein Opa nicht alt gewirkt. Fit wie ein Turnschuh hatte er noch die Obstbäume selbst beschnitten und hatte Unkraut gejätet und sich dabei nicht einmal über seine Hüfte oder den Rücken oder sonst irgendwas beschwert.
Er hatte mit Fred Klettergitter für die Kiwi gebaut und sogar nach einem Sturm die Dachpappe auf der kleinen Laube wieder festgenagelt.

Er war so vital, dass er für Fred einfach wie eine alte Eiche gewirkt hatte. Er stand da und kein Sturm konnte ihn umhauen.
Und nun das. Ein Herzinfarkt. Kein schwerer und er war auch rechtzeitig ins Krankenhaus gekommen, aber die Ärzte behielten ihn lieber noch ein paar Tage da. Fred war fast selbst das Herz stehen geblieben, als seine Mutter es ihm erzählt hatte.

Sie hatten ihn im Krankenhaus besucht und sein Opa hatte in dem weißen, grellen Raum furchtbar klein und gebrechlich gewirkt. Selbst sein schiefes Lächeln hatte nicht die übliche Wärme in dem kalten Raum erzeugen können.

Fred riss sich von den düsteren Gedanken los. Es war eine gute Idee, zelten zu fahren. Sie würden wiederkommen, bevor sein Opa aus dem Krankenhaus kam und bis dahin konnte er sich von all diesen Sorgen, die da plötzlich in sein Leben gerauscht waren, ablenken.

Er räumte die Gießkanne weg und überlegte, ob er das Laub, das auf dem Rasen lag, zusammenharken sollte. Aber er wusste, dass morgen wieder genauso viel daliegen würde. Er würde harken, bevor sein Opa zurückkam, damit er alles so vorfand, wie er es selbst hinterlassen hatte.
Fred musste unbedingt daran denken, seinen Eltern genaue Instruktionen wegen des Gartens zu hinterlassen – und wegen der Hühner. Diesmal den echten Hühnern. Immerhin mussten die auch versorgt werden.

Fred schwang sich auf sein Rad und fuhr den kleinen schlammigen Pfad entlang, der zwischen den Schrebergärten hindurch zu einer größeren Straße führte, die ihn nach Hause brachte.

Die Herbstsonne schien ihm auf die Nase und er fragte sich, was nun mit Sprotte und diesem Typen war.
Normalerweise würde er darüber lachen, wenn Melanie so was behauptete, aber er konnte sich hier ja kein Bild von der Situation machen und wenn Sprotte schon so auffällig war, konnte es durchaus sein, dass sie den Kerl wirklich gut fand.

Fred mochte sich selbst nicht dafür, dass er eifersüchtig war. Sprotte hatte niemals Interesse an Fred vermeldet und dennoch fühlte er sich verraten.
Vielleicht weil er immer gedacht hatte, dass das mit ihnen beiden noch was werden würde.

Es war ja nicht so, als würden die Mädchen Fred nicht mögen. Er hatte schon oft genug gesehen, wie ihn manche von den kichernden Trauben ansahen und – meine Güte – er hatte ja schon Freundinnen gehabt. Da war er sich ja auch nicht wie ein Verräter an Sprotte vorgekommen.
Er dachte an Tina, ein Mädchen, das durchaus an ihm interessiert war, und das bis vor ein paar Stunden noch eine potenzielle Freundin gewesen war. Aber jetzt dachte er nur noch an Sprotte und diesen blöden Reiterhof-Fuzzi.

Wütend trat er schneller in die Pedale und stand bald vor seinem Haus.
Jetzt würde er seiner Mutter beibringen, dass er mit den Jungs zelten ging. Vielleicht half ihm seit Vater auch, die Route zu planen. Das konnte der nämlich verteufelt gut.
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