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An der Front

GeschichteAllgemein / P18 / Gen
Commander Shepard Garrus "Archangel" Vakarian James Vega Jeff "Joker" Moreau OC (Own Character) Urdnot Wrex
25.12.2013
03.06.2021
156
731.943
43
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Dieses Kapitel
2 Reviews
 
01.04.2017 5.100
 
Ein neues Kapitel für euch :-)
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„So hab ichs mir hier vorgestellt…“, murmelte ich, als ich aus dem Shuttle ausstieg.

Der ganze Planet bestand aus Felsbrocken, Staub und Stahlbetonstücken.

Asche wurde durch die Luft gewirbelt, es wirkte nicht sonderlich einladend.

Eine Asari sprach mit einem Kroganer über ihre Beziehung, und Shepard grinste dümmlich in ihre Richtung.

„Mein Verdienst“, sagte er zufrieden, als plötzlich drei Kroganer vor uns standen, mit erhobenen Schrotgewehren und sehr stoischen Mienen.

„Halt! Sind Sie Shepard von der Normandy?!“, fragte uns der Mittlere.

Meine rechte Hand lag an meiner Pistole, und ich beobachtete sie argwöhnisch. Mit der Linken hielt ich Grunt zurück, der sich bei dieser Bedrohung am liebsten gleich auf seine drei Artgenossen gestürzt hätte. Mittlerweile war ich geübt darin, ihn einzubremsen.

„Eben der. Ich habe nicht vor, hier Ärger zu machen“, erklärte Shepard und hob beschwichtigend die Hände. Der Kroganer nickte seinen Kameraden zu, und sie verstauten ihre Waffen.

„Der Klanführer erwartet Sie. Und wenn Sie keinen Ärger haben wollen, halten Sie Ihr brünftiges Haustier lieber an der kurzen Leine. Das Ritual wird fällig, sonst haben Sie bald ganz schöne Probleme mit dem Burschen“, erklärte er und machte einen Schritt zur Seite, um uns durchzulassen.

„Was für ein Ritual?“, fragte ich, nach einem kurzen Blick zu Zaeed. Vielleicht gab es ja doch noch einen Hoffnungsschimmer für Grunt!

„Reden Sie einfach mit dem Klanführer!“, erwiderte der Kroganer genervt und machte eine auffordernde Handbewegung in Richtung der massiven Panzertür.

„Na auf den bin ich ja mal gespannt“, raunte Garrus, als wir die Stahltreppe erreichten.

„Vielleicht weiß er ja, wo Wrex ist“, überlegte ich und hoffte innständig, dass wir den alten Haudegen wiedersehen würden.

Tali blieb dicht bei mir und Garrus, genau hinter Shepard. Ihr war das hier alles nicht so ganz geheuer, wobei ich mich mit so vielen fremden Kroganern auch nicht sonderlich wohl fühlte.

Vorallem, wenn man sich die Blicke ansah, die sie meinem Grunt zuwarfen.

Thane blieb still und sagte kein Wort, während er neben Zaeed ging und unauffällig den Blick umherschweifen ließ.

„Kroganer nehmen feindliche Körperhaltung ein, schlage defensives Verhalten vor, um sie nicht zu provozieren“, murmelte Mordin, der mit rasanten Kopfbewegungen die Umgebung analysierte.

„Commander, ich habe den Nachrichtenverkehr des Urdnot-Klans dechiffriert. In Dialogen mit dem Kundschafter ist von einem gefangenen Salarianer die Rede“, erklärte EDI, zu der wir überraschenderweise recht guten Empfang hatten.

„Sehr gut. Dann Gespräch mit dem Kundschafter. Oder dem Klanführer. Akzeptiere beides“, kommentierte Mordin.

„Ich konnte allerdings keine medizinischen Unterlagen einsehen. Ich schlage vor, den Klanführer um Hilfe für Grunts Problem zu bitten“, fuhr EDI fort.

„Ich habe kein Problem. Ich will töten und zerfleischen! Mein ganzer Schädel ist voll mit diesen Bildern und Gedanken!“, fuhr Grunt die VI an und stampfte auf den Boden.

Tali machte einen kleinen Hüpfer zur Seite und schob sich zwischen die Wand und mich, weiter weg von Grunt.

„Dieser Planet ist scheiße. Wo ist die großartige Heimatwelt? Wo ist das Land meiner hochgeachteten Vorfahren?!“, grunzte Grunt, als wir die nächste Tür hinter uns ließen.

„Reiß dich zusammen, Bursche, hier sieht alles genau so hübsch aus wie Du“, knurrte Zaeed zurück, ohne sich von dem jungen Kroganer beeindrucken zu lassen. Wir gingen über ein paar Schutthügel, die eher weniger durch Stabilität glänzten.

„Ich will wieder in meinen Tank“, grummelte Grunt genervt und trat gegen einen Felsbrocken, der erst knappe vier Meter weiter zum Liegen kam.

„Dann hättest du ihn nicht kaputtschlagen dürfen. Jetzt reiß dich zusammen, bis wir mit diesem Klanführer gesprochen haben“, fuhr ich ihn an und warf dem Kroganer einen entschuldigenden Blick zu, der beinahe von dem Brocken getroffen worden war.

Energisch packte ich Grunt an seiner Rüstungsplatte am Oberarm und zog ihn weiter, vorbei an Thane, der uns mit einem großen Schritt nach hinten Platz machte.

„Da sieht’s doch nach Klanführer aus, da hockt n fetter Kroganer auf nem Thron“, bemerkte Zaeed und nickte auf einen großen Schutthaufen, den Shepard sogleich erklomm.

„Na los jetzt, und benimm dich gefälligst!“, fauchte ich Grunt an, bevor ich ihn den Haufen hochscheuchte. Tali hielt sich eng bei Garrus, als Shepard von einem anderen Kroganer zurückgehalten wurde.

„Halt, Stop, Sie müssen warten bis der Klanführer Sie zu sich ruft. Er hat gerade keine Zeit!“, fuhr er den Commander an, als wir die Anhöhe erreichten.

Ein Kroganer schimpfte über Politik, als ich mir den Anführer genauer ansah. Rote Kopfplatte. Tiefe Narben, die sich über die ganze rechte Kopfseite bis zur Kehle zogen.

Wrex!“, freute ich mich, und schob den kroganischen Leibwächter mit biotischer Verstärkung zur Seite, als er uns noch immer den Weg versperrte.

Dank Grunt hatte ich damit einige Übung.

Wrex‘ Kopf schoss in unsere Richtung, als er lauthals auflachte und von seinem Thron sprang. Gerade als die Kroganerwache sich knurrend zu mir umdrehte, wurde er von Wrex zu Boden geschubst.

Shepard! Und Sie haben meine Mädchen mitgebracht!“, lachte der Kroganer und schlug dem Commander mit viel Schwung auf die Schulter.

Er knickte unter der Wucht ein wenig ein, doch Wrex merkte das gar nicht.

Garrus räusperte sich lautstark, doch der alte Kroganer lachte nur.

„Keine Sorge, Garrus, ich sagte doch: meine Mädchen! Das schließt dich ein! Wahahaha!“, dröhnte der Klanführer, bevor er Tali und mich gleichzeitig gegen seine Rüstung presste.

Jiihbs!“, quiekte Tali, als sie mit der Brustplatte kollidierte. Sie hielt sich an meinem Arm fest, als er uns wieder losließ.

Ich grinste den Kroganer breit an, als er Garrus mit ordentlich Wumms anerkennend auf die Schulter klopfte, der Turianer zuckte ein wenig, was Wrex nur noch lauter lachen ließ.

„Ach du je… Ich war zu lange nur unter Kroganern, da muss ich mich wohl erst wieder an euch Pyjaks gewöhnen!“, freute er sich und musterte Shepard genauer. „Für nen Toten sehen Sie nicht schlecht aus, Shepard. Das Mädchen hat geschrieben, dass es die Normandy und Sie zerlegt hat. Und jetzt meldet sich Commander Shepard von der Normandy wieder bei mir an und ich werde von meinen Lieblingsaliens zuhause besucht! Ich hätte wissen müssen, dass das Nichts Sie nicht lange halten kann“, sagte der Kroganer und wirkte dann wieder ernster.

„Ihre Hilfe mit Saren und den Geth scheint sich ausgezahlt zu haben“, stellte Shepard fest und sah sich um.

„Wer ist der alte Knacker?“, fragte Zaeed mürrisch und nickte in Wrex‘ Richtung.

„Der beste Kroganer in dieser Galaxie“, grinste ich, ohne meinen Blick von Wrex zu nehmen. „Neben Grunt“, fügte ich noch schnell hinzu. Zaeed schnaubte kopfschüttelnd. „Er hat mit uns gegen Saren und die Geth gekämpft, auf der ersten Normandy“, erklärte ich weiter, während Wrex von seiner Arbeit hier erzählte, und davon, wie Virmire die Klanvereinigung erst ermöglicht hatte.

Gerade als ich allerdings Grunt schimpfen wollte, weil er schon wieder einen Felsbrocken weggekickt hatte, knallten plötzlich zwei Kroganerschädel aneinander.

„Sie reden nur, wenn Sie gefragt werden, Uvenk! Ich führe Ihren Klan zu Ruhm und Ehre, ob Sie das nun wollen oder nicht!“, knurrte Wrex, als sich der andere Kroganer die grüne Kopfplatte rieb. Wrex ließ sich wieder auf seinen steinernen Thron fallen und machte eine auffordernde Handbewegung zu Shepard. „Erzählen Sie, Shepard. Was führt Sie hier her?“, wollte er wissen und lehnte sich zurück.

„Nun, nachdem die Kollektoren die SR-1 abgeschossen haben und ich zwei Jahre tot war…“, begann er, als Wrex zu lachen begann.

„Ein Hoch auf die redundanten Nervensysteme! Sonst sähen Sie jetzt nicht mehr so gut aus“, lachte er bellend.

„Ähm ja, wir haben sowas nicht wirklich“, warf ich mit einem knappen Kopfschütteln ein.

„Dann hats sicher Scheiße weh getan… Aber jetzt stehen Sie hier, haben ein starkes neues Schiff und eine recht ansehnliche Crew! Genau wie damals, wir gegen das Unbekannte, und mit großen Kanonen haben wir es erledigt!“, rief der Kroganer. „Ha. Es waren gute Zeiten“, seufzte er und klang ziemlich zufrieden.

„Naja, jetzt ists eher ‚Wir gegen den Unbekannten‘“, erklärte Garrus schulterzuckend, was Wrex einem verwirrten Laut entlockte. Ein ziemlich geistreiches ‚Hä?‘.

„Es ist so. Shepard wurde von Cerberus wieder zusammengesetzt, um gegen die Kollektoren zu kämpfen und…“, begann ich, doch Wrex unterbrach mich mit einem erhobenen Zeigefinger.

„Cerberus… Waren das nicht die mit Käpt'n Kanu? Und die, die die Rachni losgelassen haben?“, wollte der Kroganer wissen und kratzte sich an seinem schuppigen Kinn.

„Sein Name war Admiral Kahoku, und…“, wollte ich erklären, als Grunt mich zur Seite schob.

Rachni?!“, fragte er mit einem begeisterten Glitzern in den Augen.

„Zur Hölle, ja! Wir haben jede Menge davon kalt gemacht, auf Noveria und wo wir nicht überall waren“, erzählte Wrex mit einer heroischen Handbewegung. „Ich war ja immer mit den Mädchen und dem langen Dürren unterwegs. Und das Menschlein hier ist wohl auch die Einzige, die 'nen jungen Kroganer mit sich rumschleppen würde, der noch nicht mal seinen Ritus hinter sich hat. Ehrlich, Liz, das kann nach hinten losgehen!“, warnte Wrex und nickte in Grunts Richtung.

„Was stimmt denn nicht mit Grunt? Der vorhin hat auch schon von nem Ritual gesprochen!“, fragte ich aufgeregt. Vielleicht konnten wir Grunt ja doch behalten? Gott, das klang irgendwie falsch…

„Mit dem stimmt doch alles! Kräftig, groß… Woher kommst du, Bursche?“, wollte Wrex wissen, als ich Grunt nach vorne schob.

„Warlord Okeer hat mich in einem Tank gezüchtet… Destilliert aus den Ahnenreihen von Shiagur, Kredak, Moro…“, wollte Grunt sich erklären, als der andere Kroganer sich einmischte, der, der zuvor schon von Wrex  umgekippt wurde.

„Sprich nicht von Warlords, als würdest du sie kennen, Bursche! Du bist nicht mehr als das Ergebnis von irgendwelchen Laborspielereien!“, fuhr er Grunt an, doch mein kleiner Zögling ließ sich nicht einschüchtern.

„ICH bin ein reiner Kroganer… Sie sollten Ehrfurcht zeigen!“, knurrte er zurück.

„Okeer… Ein sehr alter Name. Ein sehr verhasster Name“, erklärte Wrex, bevor er sich wieder erhob und Grunt umrundete.

„Er ist tot“, murmelte Grunt, doch er klang dabei nicht all zu traurig.

„Natürlich ist er das. Sie sind jetzt mit Shepard unterwegs, wie könnte er dann noch am Leben sein?“, erwiderte Wrex mit einem Schulterzucken.

„Grunt hat sich nicht im Griff, und ich brauche ihn voll einsatzfähig. Was stimmt nicht mit ihm?“, wollte Shepard wissen.

„Er wird doch bloß erwachsen, jetzt tut doch nicht so, als wäre er krank!“, lachte Wrex und klopfte Grunt auf die Schulter.

„Wie wärs mit ein paar Tänzen auf Omega?“, warf Garrus ein, doch er wurde unterbrochen, bevor er eine Antwort erhalten konnte.

„Ah! Pubertätsritual! Verbreitet bei Spezies mit hormongesteuertem Fortpflanzungstrieb!“, rief Mordin, scheinbar froh, endlich etwas Medizinisches von sich geben zu können.

„Ja, ja, nenn es wie du willst, Pyjak. Jeder Kroganer durchläuft den Initiationsritus“, erklärte Wrex, doch da stob der andere Kroganer wütend davon.

„Das geht zu weit, Wrex! Ihr Klan hat zwar das Sagen, aber dieses Ding ist kein Kroganer!“, beschwerte er sich und verschwand aus unserem Sichtfeld.

IDIOT!“, brüllte Wrex ihm lautstark hinterher.

„Ghaaa!“, stöhnte ich auf, da ich rein zufällig am Ausgang seines verbalen Ausdrucksorgans stand. Ich hielt mir eine Hand auf mein geschundenes Ohr, als Wrex sich mit einem Grinsen zu Grunt umdrehte.

„Nun, Bursche. Willst du ein Urdnot werden?“, wollte der Klanführer wissen, und es wunderte mich beinahe, als Grunt sich mit einem fragenden Gesicht zu Garrus, Zaeed und mir umdrehte.

„Guck nicht so, sonst hörst du auch nicht auf uns. Es ist deine Entscheidung“, erwiderte ich und als Zaeed zustimmend murmelte, testete ich mein Gehör auf dem linken Ohr. Hörte sich gut an.

„Also dürfte ein tankgezüchteter Kroganer ihrem Klan beitreten?“, fragte Shepard mit hochgezogener Augenbraue.

„Nur, weil er bei Ihnen ist. Wir haben tausende davon umgelegt, die waren zwar nicht so groß, aber es waren verdammt viele“, gab Wrex grinsend zurück.

„Und wenn er den Ritus nicht durchläuft?“, fragte ich neugierig. Spannend klang das ja schon, aber ich konnte mir nichts darunter vorstellen.

„Bleibt er hier, wird er getötet. Klanlose haben keine Daseinsberechtigung, Tankzuchten noch viel weniger. Ritus oder nicht, es bleibt alles beim Alten. Er ist eben einfach ein Kroganer“, erklärte Wrex schulterzuckend. „Wenn du den Ritus durchlaufen willst, Frischling, musst du den Schamanen beeindrucken. Er ist irgendwo da oben“, erklärte Wrex und deutete vage zur Seite.

„Gut, dann machen wir das. Komm mit!“, befahl ich Grunt und marschierte los, mit Zaeed und Garrus im Schlepptau. Shepard würde sich noch wegen Mordins Problem informieren.



„Ich hab dir gesagt, dass sich Grunts Krantt doof anhört, aber hast du auf mich gehört? Nein, natürlich nicht!“, fuhr ich den jungen Kroganer an. „Ähm, Krantt vollständig und anwesend“, sagte ich zu dem Schamanen und verschränkte die Arme vor der Brust, als er nach den Gefährten fragte, die für Grunt kämpfen und sterben würden. Der Schamane lachte ein wenig, als er seinen Blick über uns schweifen ließ. Doch dann nickte er.

„Diese Aliens kennen weder die Bedeutung von Stärke, noch die eines ordentlichen Krantts! Meine Anhänger sind echte Kroganer! Dieser Grunt ist eine einzige Lüge!“, beschwerte sich Uvenk.

Es reichte mir.

Grunt mochte zwar ein hormongesteuerter, aggressiver und ungezügelter Kroganer sein, aber er war mein pubertierender Kroganer.

„Schnauze!“, knurrte ich Uvenk an, woraufhin er einen Schritt auf mich zu machte und sich bedrohlich aufbaute.

„Sonst was?“, grollte er zurück, als Grunt mich aus dem Weg schieben wollte.

Ich riss meine rechte Hand zurück, die vor lauter Zorn von Biotik umgeben war, und schlug dem Kroganer vor mir mit voller Wucht gegen den Unterkiefer. Er taumelte einen Schritt zurück, und der Schamane lachte bellend auf.

„Sie sind das Mädchen, von dem Wrex erzählt hat! Das gefällt mir“, freute er sich.

„Ich ziehe meine Verweigerung zurück…Das bringe ich woanders zuende…“, drohte Uvenk, bevor er mit seinem Krantt abzog.

„Jetzt finde ich Sie sympathisch. Aber die sind jetzt Ihr Problem! Während des Initiationsritus muss man auf alles gefasst sein! Es ist nur der Kandidat und sein Krantt von Nöten. Sind Sie bereit?“, fragte der Schamane. Ich drehte mich zu meinen Kameraden um.

„Seid ihr dabei?“, fragte ich in die Runde.

„Na was denkst du denn?“, erwiderte Zaeed mit einem Grinsen.

„Direkt hinter dir“, sagte Garrus mit einem kurzen Zucken mit seinen Mandibeln. Zufrieden drehte ich mich zu dem Schamanen um.

„Wir sind so weit“, stimmte ich zu und er schlug seine Fäuste zusammen.

„Großartig! Ich lasse alles vorbereiten“, freute er sich.



Wenig später betraten wir die Kampfarena. So hatte es Wrex wenigstens genannt, als er uns viel Erfolg gewünscht hatte.

Der Schamane hatte uns höchstpersönlich hierhergebracht und uns ein wenig von Tuchankas Geschichte erzählt, die ganze Stadt lag seit den kroganischen Rebellionen in Schutt und Asche.

Ebenso wie ein Großteil des restlichen Planeten. Ich sah mich ein wenig um, es wirkte alles mehr als mitgenommen, ein paar regungslose und halb verweste Kroganer lagen herum, es gab nur wenige Munitionskisten und eher windige Deckungsmöglichkeiten. Nicht das idealste Schlachtfeld, aber ich hatte schon Schlimmeres gesehen.

„Okay, Waffen raus und bereit machen“, befahl ich, als Grunt schon ganz hibbelig von einem Bein aufs andere hüpfte.

„Ich wurde schon bereit geboren!“, rief Grunt ungeduldig und hämmerte auf den sogenannten ‚Schlüsselstein‘.


„Zuerst eroberten die Kroganer Tuchanka, und machten sich eine Natur untertan, in der nur wir überleben konnten!“, rief eine tiefe Stimme durch unsere Intercomanlagen.

Eine gewaltige Säule wurde hochgezogen, und prallte mit einem heftigen ‚Wumm‘ auf den Boden. Die Vibrationen ließen die ganze Plattform erzittern, als ich mein Sturmgewehr zog. Da wir hier sicherlich nicht mit synthetischen Feinden konfrontiert wurden, lud ich meine Brandmunition.

„Da kommt was auf uns zu!“, rief Garrus, der sich in einer hinteren Ecke mit seinem Scharfschützengewehr verschanzt hatte.

„Bestätige!“, hörte ich Zaeed, als plötzlich ein tiefes Heulen durch die Ruine hallte. Tatsächlich tauchte nach wenigen Augenblicken ein Varren auf.

Und noch einer.

Und noch einer.

Und dahinter noch eine ganze Menge mehr!

Die Weltraumwölfe erstürmten die Plattform von beiden Seiten, und wir konnten die Rudelstärke auf die Distanz nur ausdünnen. Ich wollte meine Biotik noch nicht zu sehr auspowern, weshalb ich die Varren nur mit kleinen Biotikbällen auf Distanz hielt, wenn sie uns gar zu nahe kamen.

Mein Blick huschte immer wieder zu meinen Kameraden. Ich war zum ersten Mal seit der SR-2 ohne Shepard, bzw. ohne Funkkontakt zu ihm unterwegs, und fühlte mich mehr als verantwortlich für die Sicherheit meines Krantts.

Meiner Kameraden.

Ach du je, ich war schon viel zu lange hier, die Gegenwart von so vielen Kroganern brachte nicht gerade meine mädchenhaftesten Wesenszüge hervor. Das musste auch der Varren erleben, als ich ihm mit einem biotisch verstärken Schlag gegen den Hals das Genick brach.

„Liz! Auf deiner Zehn!“, rief Garrus quer über das Schlachtfeld, als ich gerade einen Varren erledigte, der es auf den abgelenkten Zaeed abgesehen hatte. Bevor ich reagieren konnte, wurde ich zu Boden gerissen, und der Varren schnappte nach meinem Kopf, doch ich konnte ihn mit der rechten Hand abwehren, die ich ihm fest gegen seine Schnauze schlug.

Ich hatte mein Gewehr verloren, und so riss ich meine linke Hand eilig zu meiner Pistole. Kaum hatte ich sie gezogen, biss der Varren wütend in meinen Unterarm. Meine Hand war samt Pistole in seinem Maul gefangen, ich spürte wie seine kräftigen Kiefer die Platten meiner Rüstung zusammenpressten.

Entschlossen zog ich den Abzug meiner Pistole, dreimal hintereinander, bis die Kiefer des Weltraumwolfs erschlafften und er leblos zu Boden sank. Ich atmete zittrig durch, bevor ich mich wieder aufrappelte. Die Zähne hatten es nicht durch meine mittelschwere Rüstung geschafft, mehr als ein blauer Fleck würde mich nicht an diesen Moment der Unachtsamkeit erinnern.

Eilig verstaute ich meine angesabberte Pistole und hob mein Sturmgewehr auf, während Grunt den letzten Varren zur Strecke brachte.

„Geht’s dir gut?“, fragte Zaeed mürrisch, als er mich musterte.

„Na was denn sonst?“, schnaubte ich und atmete tief durch, bevor Grunt zufrieden den Schlüsselstein aktivierte. In der Arena lagen haufenweise Varren rum, wir hatten recht ordentliche Arbeit geleistet. Ich war ja wirklich gespannt, was da als Nächstes auf uns zukam…



„Dann wurden die Kroganer zu den Sternen emporgehoben, um die Ängste einer Galaxie zu vernichten – einen Feind, den nur wir in seinen Bau verfolgen konnten!“, sprach die tiefe Stimme wieder durch die Intercomanlagen unserer Anzüge, bevor die Säule wieder auf den Boden krachte, wie ein Hammer auf den Amboss.


„Whhoa!“ rief ich erschrocken, als ein riesiges, geflügeltes Vieh nur wenige Meter neben uns auf der Plattform ladete.

„Kriecher! Kommt nur her!“, brüllte Grunt, als er genau auf das Monstrum zu rannte. Genauso schnell, wie es gekommen war, hob das Vieh wieder ab, und aus dem dunklen Staub, den seine Landung aufgewirbelt hatte, kamen zahlreiche Riesenkrabben auf uns zu.

„Ähm, EDI? Was sind das für Dinger?“, fragte ich die VI, als unsere neuen Feinde grausam zu kreischen anfingen. Sie spuckten Feuer, und als Grunt und Zaeed den Ersten niedergerungen hatten, explodierte der leblose Körper.

„Ich scanne“, erwiderte die VI, als ich die nur geringe Effizienz meines brandmunitionsgeladenen Sturmgewehrs erkannte. „Klixen. Insektenartig. Treten zumeist in Begleitung der sogenannten Heuschrecken auf. Ihre Körper werden durch organische Panzerungen geschützt. Empfehle die Eliminierung aus der Distanz“, gab EDI durch, und ich versuchte, mir die Viecher vom Leib zu halten.

„Die sind wie Rachni!“, freute sich Grunt, der unsere Feinde trotz ihres Feueratems im Nahkampf erledigte.

„Das sind Worte, die ich eigentlich nie wieder hören wollte“, rief Garrus, der mittlerweile zu seinem Sturmgewehr gewechselt hatte. Die großen, geflügelten Kreaturen warfen immer mehr dieser merkwürdigen Klixen ab, als wir uns durch sie hindurch kämpften.

Es war zum Verrückt werden!

Kaum hatte man einen erledigt, kamen zwei weitere dafür nach!

Eilig lud ich die Kryomunition auf mein Sturmgewehr. Damit konnte man sich die Klixen wenigstens vom Leib halten und ihren schnellen Vormarsch ausbremsen.

„Was ist das überhaupt für ein Name? Klixen?“, fragte Garrus, der sich wieder in sichere Entfernung zurückgezogen hatte und einige der Krabben erledigte, bevor sie überhaupt zu uns kamen. Was Grunt nicht davon abhielt, sich inmitten unserer Feinde zu stürzen. Doch ich hatte es aufgegeben, ihn zurückzupfeifen.

Erstens hörte er ja so oder so nicht drauf, Zweitens war dies hier ja sein eigenes Ritual, und Drittens konnte er ganz offenbar wirklich gut auf sich aufpassen.

„Klingt als hätte jemand Schluckauf“, stimmte ich dem Turianer zu, doch ich bekam keine Antwort.

Gut, vielleicht hörte ich es auch nur nicht, weil eins der Viecher sich von hinten anschleichen wollte und ich damit erstmal beschäftigt war.

„Wie ein was?“, wollte Garrus wissen, mit deutlicher Verwirrung in der Stimme.

„Ein Menschenproblem, ich glaub nicht, dass ihr Turianer sowas macht“, erwiderte ich und schlug dem Klixen…oder der Klixe? Das Klixen? den Gewehrkolben über den gepanzerten Schädel, bevor Grunt ihr den Gar aus machte.

„Wie dieses Übergeben, wenn man einen Geth sieht?“, frotzelte Garrus amüsiert.

„Ein Portalsprung! Von Ilos zur Citadel! In einem verdammten Mako! Werd ich das denn nie los?“, rief ich beleidigt, als plötzlich kein weiterer Nachschub an Klixen angeliefert wurde.

„Ihr hört euch an wie’n altes Ehepaar!“, beschwerte sich Zaeed, als er sein Gewehr nachlud. Doch ich hatte das kurze, halbseitige Grinsen gesehen.

„Überhaupt nicht!“, erwiderten Garrus und ich gleichzeitig, was unseren Einwand jetzt nicht gerade unterstrich. Der Söldner rollte nur mit den Augen, als Grunt sich fassungslos umdrehte.

„Wie, ists schon vorbei? Ich will nochmal ne Runde!“, rief er aufgebracht und rannte mit ungeahnter Leichtfüßigkeit zu dem Schlüsselstein zurück. Die Klixen hatten wenigstens keine Leichen hinterlassen, beziehungsweise nur Asche und Brandflecken.

Gerade war ich über einen der Varren hinweggestiegen, um eine der Munitionskisten zu erreichen. Ich reichte Zaeed und Garrus jeweils zwei Thermomagazine, bevor ich mir selbst zwei an die Rüstung heftete.

„Grunt? Munition?“, fragte ich lautstark, doch seine Antwort wurde von der lauten Kroganerstimme der Ritualarena unterbrochen.

„Jetzt tragen alle Kroganer die Genophage in sich, unsere Belohnung und unseren Fluch. Bei diesem Kampf gibt es nur ein Ziel: Überleben!“, hörten wir die Stimme über unsere Intercomanlage, gefolgt von dem dumpfen Aufprall der Säulen. Doch die Vibrationen im Boden stoppten nicht.  Sie wurden vielmehr immer deutlicher.



„Liz! An was erinnert dich das?!“, hörte ich Garrus, der die Panik in seiner Stimme nicht gerade gut verbarg.

„Edolus…“, murmelte ich mit großen Augen, als am anderen Ende der Arena der Boden aufbrach.
„Ein Dreschschlund!“, schrie ich, und suchte hastig nach Deckung.
„Ein Dreschschlund!“, frohlockte Grunt, der eilig seine Schrotflinte gegen sein Sturmgewehr tauschte. Wenigstens sah er ein, dass hier ein wenig Distanz angebracht war.

„Ich hätte jetzt gerne einen Panzer!“, forderte Garrus, der mit einem ‚Humpf‘ hinter der Treppe zur Arena verschwand. Ein Säureball flog wenige Meter an Grunt vorbei, doch ich konnte mir nicht wirklich Gedanken darüber machen, als er meine Deckung erwischte und das windige Metallgestell zum Einsturz brachte. Kurze Zeit und einige Treffer meiner Kameraden später, verschwand der Dreschschlund im Boden.

Er zeigte nur noch seine bunte Schwanzflosse, als ich mich endlich einigermaßen von meinem Schock erholt hatte.

Ein Dreschschlund!

Und so gut wie keine Deckung! Keine Luft- oder Geschützunterstützung.

Vielleicht wollten die Kroganer uns einfach nur loswerden?

„Bleibt in Deckung! Wir müssen nur warten, bis das Vieh abzieht! Ihr habt die Durchsage doch gehört!“, rief Garrus, was ihm nur ein abfälliges Schnauben von Grunt einbrachte.

„Jungs! Wir müssen Grunt irgendwie durch die Prüfung kriegen! Ich glaub nicht, dass der so ohne weiteres verschwindet!“, warf ich ein, als der Dreschschlund wieder auftauchte. Ich hatte eine gute Schussposition, und so zielte ich mit meinem Scharfschützengewehr auf die türkisenen Gesichtsfelder. Dreimal zog ich ab, bevor ich ein neues Magazin brauchte.

„Was soll das jetzt wieder heißen, Mädchen?“, hörte ich Zaeed, als ich im vollen Lauf über einen Varren stolperte. Ja ja, die Viecher waren nicht gerade klein, aber irgendwie kam er mir eben doch in den Weg.

Ich fing mich an der Schulterplatte des Söldners ab, der mich mit einem beherzten Griff in Deckung zog.

„Weißt du nicht noch, in der Schule, wenn man für Zusatzaufgaben Extrapunkte bekommen hat?“, fragte ich grinsend. Ich hatte eine Idee, wie wir hier ein wenig Eindruck schinden konnten…

„Ich glaub das ist was anderes, als wie wenn man sämtliche Kolonieinsignien aufzeichnen kann!“, redete Garrus mir dagegen, doch wenigstens hatte ich Grunt auf meiner Seite. Das war mehr als selten geworden, in den letzten Tagen.

„Das Weib gefällt mir! Machen wir den Burschen kalt!“, lachte der Kroganer, bevor er den Dreschschlund unter Dauerfeuer nahm. Ich hob mein Scharfschützengewehr wieder an, und traf den riesigen Wurm in den Rumpf, als er gerade wieder verschwand. Immer wieder tauchte er an einer anderen Stelle wieder auf, und bespuckte uns mit Säure.

Ich hatte den Effekt an einem der toten Varren gesehen.

Der Ball ging glatt durch.

Meine Barriere schützte mich vor diesem Schicksal just in dem Moment, als ich von einer Deckung zur nächsten laufen wollte. Ich spürte den Treffer, sämtliche Härchen stellten sich mir auf, als die Säure an meiner Barriere hinunterlief.

Mit einer schnellen Handbewegung zog ich das biotische Feld von meinem Körper, bevor der Säureball sich hindurchfressen konnte.

Dr. Chakwas würde sich nicht sonderlich freuen, wenn ich mit einem kindskopfgroßen Loch in der Schulter zurückkommen würde…

Ich landete in Deckung, als Garrus einen recht guten Schuss landete. Hinter mir fiel meine mickrige Deckung in sich zusammen.

„Der hält ganz schön was aus!“, rief Zaeed über das Feld. Ich duckte mich unter einem Säureball hindurch, bevor ich mein Scharfschützengewehr wieder an meine Schulter hob. Ich visierte den Kopf an, und versuchte, den bläulichen, schlabberigen Auswuchs zu treffen, da hatte er zuvor schon bei Garrus ziemlich gezuckt. Nennen wir es doch einfach seine Zunge. Aber vielleicht war es auch sein Hintern, wer konnte das schon so genau sagen…


„Ist es…vorbei?“, fragte ich ein wenig unsicher. Die Anzeige des Schlüsselsteins war erloschen, wie zu Beginn des Rituals und der Dreschschlund war verschwunden und seit ein paar Minuten auch nicht mehr aufgetaucht.

„Indirekt“, kommentierte Garrus, und nickte zu Grunt, der an der Treppe stand.

„Wir bekommen Gesellschaft…Guuuut…“, freute er sich mit einem düsteren Lächeln.

„Bleib ruhig…“, fuhr ich ihn an, bevor ich einmal mehr Gatatog Uvenk gegenüberstand. Ich hatte mich zwischen ihn und Grunt gestellt, um eine weitere Eskalation zu vermeiden. Oder, um im Fall der Fälle selbst dran schuld zu sein.

„Sie sind am Leben…Und haben den Dreschschlund getötet. Das hat seit Generationen keiner mehr geschafft. Udnot Wrex war der Letzte…“, sprach der Kroganer und klang durchaus beeindruckt, wenn auch nicht sonderlich glücklich darüber.

„Mein Krantt hat mir eine Stärke jenseits meiner Gene verliehen. Und die sind schon verdammt gut“, erwiderte Grunt, und schob mich beinahe sanft aus dem Weg, um sich zwischen Uvenk und mich zu stellen.

„War das jetzt ein indirektes Kompliment?“, flüsterte Garrus.

„Denk schon“, antwortete Zaeed grummelnd.

Ich brachte sie mir einem „Pssst!“ zum Schweigen.

„Das wird zu Diskussionen führen. Ich frage mich… Sie behaupten, Sie seinen rein? Und es war kein Alien an der Herstellung beteiligt? Nur Warlord Okeer?“, wollte Uvenk wissen. Der Kerl gefiel mir nicht. Grunt nickte nur zustimmend, doch auch er schien nicht sonderlich begeistert  zu sein...

„Er wurde erschaffen um perfekt zu sein. In ihm sind die besten Eigenschaften der Kroganer vereint“, stellte ich klar. Er brauchte sich nicht zu verstecken.

„Aber er wurde erschaffen, da liegt das Problem. Allerdings nicht von Aliens. Und er ist stark, da wäre das wohl ein tolerierbarer Mangel“, erwiderte Uvenk nachdenklich.

„Ein was?!“, fuhr Grunt ihn an, und er fand damit meine volle Zustimmung.

„Ein Grund, Sie zu akzeptieren. Sie sind ein Fehler, aber Ihr Potenzial könnte das derzeitige Gleichgewicht des Klans kippen“, erklärte der Kroganer.

„Sie spucken auf den Namen meines Vaters! Und auf mein verdammt gutes Krantt! Und nur weil ich stark bin, hören Sie plötzlich auf zu schimpfen?!“, rief Grunt wütend. Doch das war eine andere Art der Wut.

Der scheinbar unstillbare Blutdurst, der sein ganzes Denken beherrscht hatte, war verschwunden. Es war eine rationale Wut, aufgrund der Situation.

„Mit Einschränkungen. Sie könnten natürlich keinen Nachwuchs zeugen. Oder auf einem Alienschiff dienen. Aber zumindest dem Namen nach wären Sie Teil des Klans“, sprach Uvenk, als wäre Grunt die Trophäe, die ihm in seiner Sammlung fehlte.

„Sie kriegen Grunt aber nicht!“, entfuhr es mir, und ich klang dabei hoffentlich nicht so trotzig, wie ich mich fühlte.

Wenn Grunt das wollte, von mir aus. Aber so wirkte es absolut nicht.

Und überhaupt, ich hatte ihn aus dem Tank geholt, den ersten Schlag abbekommen und mich stundenlang über kroganische Fragen des Seins unterhalten, die Trainingseinheiten und die Streitereien mit Shepard, Zaeed, Garrus und Joker mal ganz ausgenommen.

Aber das erwähnte ich jetzt lieber nicht. 'Nehmen Sie ihn mir nicht weg! Ich habe seine ersten Schritte gesehen und die ersten Worte gehört!' Nein, diesen Ausruf behielt ich auch lieber für mich.

„Das werden wir sehen…Ich wollte nie mit dem Urdnot-Klan kooperieren, wurde aber dazu gezwungen. Der Gatatog-Klan steht am Scheideweg. Entweder er kommt zu seiner alten Macht, oder er zerfällt zu Staub…“, begann Uvenk und schien noch weitersprechen zu wollen, doch dafür hatte ich keine Geduld.

Ich sprach ja gerne mit Grunt, und mit Wrex, aber diese Anzahl an gesprächigen Kroganern reichte mir in diesem Moment vollkommen. Ich machte ein paar Schritte nach vorne, damit ich Grunt anschauen konnte und drehte Uvenk provokativ den Rücken zu.

„Ja ja… Grunt, willst du seinem Klan beitreten, oder nicht?“, fragte ich ihn frei heraus. Garrus ließ ein merkwürdiges Geräusch hören, es wäre bei einem Menschen wohl ein amüsiertes Schnauben gewesen.

„Pah. Mit dem Heuchler geh ich nirgendwo hin!“, erwiderte Grunt mit einer harschen Handbewegung.

Wenigstens das hatte ich ihm beigebracht. Man steigt nicht bei fremden Kroganern in den Panzer.

„Der Plastikschädel ist lebendig ebenso viel wert wie tot!“, knurrte Uvenk, und zog sein Schrotgewehr.



„Halt Stop! Ich meine, dürfen wir ihn so einfach abschießen oder kriegen wir dann eine auf den Deckel? So als Klanführer?“, rief ich, nachdem wir Uvenks Krantt ausgeschaltet hatten. Er war nur noch alleine, und verbarg sich hinter einer Säule.

„Ich fürchte, dass er uns keine andere Wahl lassen wird“, erwiderte Garrus konzentriert.

„Reiß dich zusammen, Weib!“, grunzte Grunt, als ich mit einem biotischen Angriff aus der Deckung geschleudert wurde und gegen eine Mauer prallte.

„Whoa“, keuchte ich, als Uvenk plötzlich vor mir stand. Uns trennten vielleicht 12 Meter, und er hatte seine Deckung verlassen, er hielt seine schwächelnde Barriere scheinbar für ausreichend. „Du regst mich heute schon viel zu sehr auf!“, knurrte ich, doch das brachte den Kroganer nur zum Lachen.

„Oh… Und was wird das kleine Menschlein da nun tun?“, fragte er, als Garrus ihm das letzte Bisschen seiner Barriere raubte. Ich stieß einen wütenden Schrei aus, bevor ich meine Biotik entfaltete und nach vorne sprang. Mit viel Wucht rammte ich den Kroganer von seinen Füßen, was meine eigene Barriere ebenso zerlegte.

Er fiel nach hinten um, und zehn Meter weiter kam er schliddernd zum Stillstand, während ich auf der Brustplatte seines Anzugs ins Straucheln kam, bis ich einigermaßen sicher stand, mein Sturmgewehr fest umschlossen.


„Der Kroganer… gehört mir“, fauchte ich, bevor ich den Abzug drückte und ihn mit einer Salve  in den ungeschützten Kopf erledigte.
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