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An der Front

GeschichteAllgemein / P18 / Gen
Commander Shepard Garrus "Archangel" Vakarian James Vega Jeff "Joker" Moreau OC (Own Character) Urdnot Wrex
25.12.2013
25.04.2021
155
725.182
43
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14.04.2021 7.688
 
Es geht weiter...
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„Halt still, verdammt!“, fluchte Garrus, als wir der Shalmar Plaza langsam näher kamen. Das Phantom näherte sich und war dabei so flink, dass der Turianer es nicht erwischte.

„Die gehen mir mächtig auf die Nerven!“, rief James zustimmend herüber, bevor er sich aus der Deckung lehnte und mit der Revenant auf die Sturmschützen schoss. Eine Nemesis explodierte in der Ferne, als ein Zenturio weitere Truppen in den Kampf führte. Eine Rauchgranate ging hoch und ich rollte die Augen, bevor ich meine Viper zog und dem Thermozielfernrohr die Arbeit überließ.

„Wir werden flankiert!“, warnte Shepard vor, als wir plötzlich von links beschossen wurden.

„Ich geh rüber!“, rief ich über den Gefechtslärm hinweg, tauschte zurück zu meiner Phaeston und legte einen kleinen, putzigen Sprung hin, nur knappe 20 Meter, um den Cerberustruppen den Vorteil zu rauben. Ich rammte die Wand mit meiner Schulter als ich landete, und ging eilig in Deckung, bevor ich mich vorlehnte und das Sturmgewehr erhob. Die erste Salve traf den Sturmschützen recht unerwartet, offenbar hatte er meinen Sprung nicht mitbekommen. Er fiel schneller, als ich erwartet hätte, als Garrus mir hinterherkam, um Unterstützung zu leisten.

„Diese Phantome…als hätten die Nemesis nicht gereicht!“, beschwerte er sich und visierte den Zenturio, der gerade gelandet war, mit der Krysae an.

„Da geb ich dir völlig Recht“, erwiderte ich verbissen und legte das Sturmgewehr ab, um meine Viper zu ziehen. Eine Scharfschützin verbarg sich in einiger Entfernung, aber das würde sie auch nicht retten können. „Komm, ich bin doch harmlos!“, murmelte ich, und sie zeigte für einen Moment ihren Kopf. Das war ihr letzter Fehler. Ich drückte dreimal ab, die erste Kugel warf sie ein wenig zurück, die zweite brachte sie ganz aus der Balance, als die Schilde aufgaben, und die dritte durchschlug ihren Kopf. „Danke“, frotzelte ich, als die Nemesis detonierte und wir Shepard folgen konnten.



„Keine Feinde vor uns, weiter vorrücken!“, befahl der Commander und sprang in das Hochbeet unter uns.

„Darf ich Sie korrigieren, Shepard?!“, fragte Garrus mit einem schnellen Mandibelklacken, als ein Atlas landete, nur wenige Meter vor uns, und bereits voll gefechtsbereit.

„Ja, ja…krieg dich ein, Vakarian!“, meckerte der Commander zurück und wechselte zu seiner Hydra. „Distanz halten, geht nicht zu nah ran!“, befahl er, bevor er den Schuss mit der schweren Waffe abgab. Die drei Zielsuchraketen flogen sofort auf den Atlas zu, und so war es kein Hexenwerk, den Mech gemeinsam niederzuringen.

„Sie haben die Shalmar Plaza erreicht, Commander! Der Rat versucht, mit dem Fahrstuhl zum Shuttlelandeplatz zu kommen!“, meldete sich Bailey.

„Zu den Fahrstühlen!“, befahl Shepard, und erschoss im Laufschritt einen Sturmschützen. Ich nahm zwei Thermomagazine von der Brustplatte eines leblosen Zenturios und pinnte sie mir an die Beinschiene.

„Jemand folgt ihnen…Jemand mit einem Schwert?“, erkannte Bailey offenbar auf den Kamerafeeds. Ein leises Knurren entkam mir, als er den Attentäter ansprach. Ich würde diesen widerlichen Mistkerl für Thane zahlen lassen, und wenn es das Letzte war, das ich tat…

„Na toll“, kommentierte Shepard und schlug ein neues Magazin in die Maschinenpistole.

„Ich hab ne Mitfahrgelegenheit für Sie, Commander. Nehmen Sie den Fahrstuhl!“, forderte Bailey uns auf. John sprintete los, und ich gab noch einen Schuss auf den Sturmschützen ab, als Shepard bereits auf den Türsensor schlug.

„Da!“, rief Garrus, als die Tür aufging und wir den Attentäter sahen, der mit einigen Phantomen in einen der Fahrstühle einstieg. Wir sprinteten mit erhobenen Waffen los, doch es war vergebens.

Shepard fluchte, als sich die Türen schlossen, und sie verschwanden.

„Hier drüben!“, rief James, der die Türen zu einem Fahrstuhlschacht öffnete.

„Gute Arbeit“, lobte Shepard und sprang auf das Dach des Lifts. „Wir sind drinnen“, gab er an Bailey durch.

„Festhalten, das wird ne schnelle Fahrt!“, warnte der C-Sec-Commander, und der Fahrstuhl fuhr mit einem heftigen Ruck los. Ich schwankte für einen kurzen Moment, bevor ich mich fing und im Schacht nach oben sah.

„Sagen Sie mir, dass der Attentäter den Rat noch nicht erreicht hat, Bailey!“, forderte Shepard.

„Er versuchts. Aber ich lasse seinen Fahrstuhl auf jedem Stockwerk anhalten!“, bekamen wir zur Antwort.

„Gut! Geht das Ding nicht noch schneller?“, erwiderte der Commander, als wir eh schon mit gefühlter Lichtgeschwindigkeit nach oben rasten.

„Seien Sie nicht lächerlich, Shepard! Sind Sie sicher? Das wäre ne wahnsinnige Geschwindigkeit!“, warnte Bailey, als John plötzlich richtig fies grinste.

„Was ist los mit Ihnen, Commander Bailey? Haben Sie Schiss?“, fragte der Commander, und ich schluckte, als der Fahrstuhl nocheinmal deutlich schneller wurde. Ich schickte ein Stoßgebet nach oben, in der Hoffnung, dass es irgendwer erhörte und den Lift stoppte, bevor wir das Ende des Schachts erreichten. „Ich habe Sichtkontakt!“, rief John in den Funk, als der Boden eines anderen Fahrstuhls auftauchte.

„Die Stromversorgung ist darunter! Schießen Sie drauf!“, forderte Bailey lautstark, und James ließ sich das nicht zweimal sagen. Er hob die Revenant an die Schulter, und drückte den Abzug, bis der Fahrstuhl plötzlich in die Tiefe stürzte. Oder war er nur stehengeblieben? Kurz sah ich zu den Fahrstuhlschachtwänden, und mir wurde bewusst, wie schnell wir uns wirklich nach oben bewegten…

Gerade als ich etwas sagen wollte, schoss auf der anderen Seite ein Fahrstuhl herauf, auf dessen Dach sich zwei Phantome versteckten.

„Aaah!“, schrie ich, als ich angesprungen wurde. Im letzten Moment brachte ich einen biotischen Abwehrangriff zustande, mit dem ich ihre Barriere zerreißen und sie zurückwerfen konnte. Sie knallte gegen die Wand und ich hob eilig meine Phaeston, um Garrus dabei zu helfen, die flinke Cerberussoldatin zu erledigen.

„Komm nur!“, rief James, der den zweiten Schuss mit seiner Schrotflinte abgab, mit dem er das Phantom ebenfalls zurückwarf und Shepard damit Zeit gab, um einen perfekten Kopfschuss abzugeben.

„Okay, jetzt hab ich wirklich schlechte Nachrichten!“, meldete sich Bailey, und Shepard atmete einmal durch, bevor er antwortete.

„Gibt’s denn auch andere?“, fragte er frustriert.

„Der Attentäter ist auf einen anderen Fahrstuhl gesprungen und hat meine Steuerung deaktiviert“, erklärte Bailey. „Er ist auf dem Weg nach oben, ich kann ihn nicht stoppen!“, rief er.

„Wir kümmern uns drum“, antwortete der Commander grimmig und sah am Fahrstuhl nach unten.

„Da kommen sie!“, warnte Garrus, als sich ein Lift näherte.

„Ist für diese Dinger kein Geschwindigkeitslimit vorgeschrieben?!“, rief ich und schlug ein neues Magazin in die Phaeston.

„Wirklich, Liz? DAS wundert dich?“, erwiderte Shepard und visierte die Stromversorgung am anderen Fahrstuhl an. Ich hob das Sturmgewehr ebenfalls in Gefechtsposition und drückte den Abzug, sodass der Lift in die Tiefe rauschte.

„Sie müssten gleich auf Höhe des Rats sein, Commander!“, mahnte Bailey, als wir uns von unten an einen weiteren Lift annäherten.

„Springen wir! Los!“, befahl Shepard, und wir übersprangen den breiten Spalt zwischen den beiden Fahrstühlen.



„Nicht schießen!“, rief John eilig, als jemand durch das Dach des Lifts schoss. Plötzlich hielt der Fahrstuhl mit einem heftigen Ruck an, ich strauchelte und hielt mich für einen kurzen Augenblick an James’ Schulter fest, als Shepard die Klappe im Dach aufriss und hinuntersprang. „James, Liz, nach oben und Udina im Blick behalten! Garrus, du kommst mit mir!“, befahl der Commander und folgte dem Rat

„Jawohl!“, erwiderte ich schnell, und bog nach rechts ab, um die Treppen zu erreichen. James folgte mir mit großen Schritten, und so erreichten wir die Tür, die zu dem Balkon über dem Shuttledock führte. „Halt die Umgebung im Auge“, bat ich den Lieutenant und legte eilig meine Phaeston ab, um meine Viper ziehen zu können. Ich ließ mich auf die Knie fallen und legte das Scharfschützengewehr an.

„Shepard?! Was geht hier vor?“, rief Kaidan verwirrt, als ich den Dockbereich genau betrachtete und mich gleichzeitig dazu zwang, ruhiger zu atmen.

Kaidan platzierte sich zwischen Shepard, Garrus und den drei Ratsmitgliedern, James und mich hatte er offenbar noch nicht entdeckt. Er wirkte mehr als skeptisch, als er den Commander nur in Begleitung des Turianers sah, und hob seinen Blick, bis er mir durch das Zielfernrohr ins Auge sah.

„Shepard blockiert uns, er gehört zu Cerberus!“, behauptete Udina, und ich visierte ihn an, genau zwischen die Augenbrauen. Im Notfall wäre ich bereit.

„Ganz ruhig, ich kläre das!“, erwiderte Kaidan und suchte eine Position, in der er sowohl mir, als auch Garrus gut genug im Weg stand, sodass wir keinen Schuss wagen konnten.

„Was tut Shepard?“, fragte ich leise, und James sah nach unten.

„Senkt die Waffe ab. Er geht ein paar Schritte auf Alenko zu“, flüsterte er eilig, und ich nickte knapp. Ich würde nur auf den Befehl des Commanders hin schießen, und die Verhandlung ihm überlassen. Als sich Kaidan erneut umpositionierte, betete ich darum, dass wir eine friedliche Lösung fanden…

„Ich kann das alles erklären!“, rief Shepard, als ich Garrus in der Teamintercom hörte.

„Liz, bist du auf Position?“, fragte er leise nach.

„Positiv“, antwortete ich konzentriert und beruhigte meinen Puls, so gut es ging.

„Sie bedrohen einen Ratsherrn, Commander…das sieht nicht gut aus“, sprach Kaidan fassungslos. Ich schluckte, als er meine Schussbahn ganz bewusst mit seinem eigenen Kopf blockierte.

„Geh zur Seite, Kaidan“, knurrte ich, als er mir durch das Zielfernrohr erneut genau ins Auge sah.

„Wir haben jetzt keine Zeit, um zu verhandeln! Sie wurden alle getäuscht!“, sprach der Commander, als James sich nocheinmal weiter über die Brüstung lehnte.

„Scars kann ihn von da aus nicht treffen, ohne den Major zu erwischen…“, flüsterte er mir ins Ohr, sodass ich meine Aufmerksamkeit nicht von Udinas Schädeln nehmen musste, um mich umzusehen.

„Udina steckt hinter dem Angriff, der salarianische Ratsherr hat es bestätigt“, hörte ich den Commander und sah kurz von meiner Viper auf, um Kaidan einen bittenden Blick zuwerfen zu können. Er antwortete mit einem grimmigen, knappen Kopfschütteln.

Ich wusste, was Shepard von mir erwartete.

Wenn der Rat in Gefahr war, würde ich Udina ausschalten müssen.

Egal, wer oder was mir dabei im Weg stand…

Ich schluckte, bevor ich mich zusammenriss. Jegliche Emotion verbannte ich ganz weit nach hinten, jeden Gedanken an Thane und Grunt, alles, was mich jetzt ablenken konnte.

‚Nimm die Waffe runter!‘, las ich von Kaidans Lippen ab. Ich hob den Lauf der Viper ein wenig höher. So konnte ich Udina…eventuell… plötzlich bewegte er sich, und ich folgte ihm schnell mit dem Zielfernrohr.

„Dafür haben Sie keine Beweise! Die haben Sie nie“, sprach Udina herablassend. Kaidan hielt Shepard immer noch im Visier, ohne die Pistole auch nur einen Moment lang abzusenken.

„Im Fahrstuhlschacht hinter uns sind Cerberussoldaten, die alle hier erschießen werden, sobald Sie die Tür öffnen!“, rief Shepard eindringlich.

„Wir haben Shepard schon einmal misstraut. Ein großer Fehler“, erinnerte sich Ratsherrin Tevos, und Sparatus nickte knapp.

„Für Debatten ist jetzt keine Zeit! Ich deaktiviere das Schloss“, sprach Udina mit einer abwinkenden Handbewegung.

Shepard…“, sprach ich leise, als ich für einen Moment ein perfektes Schussfeld hatte.

„Noch nicht“, erwiderte er fast lautlos, und Kaidan beeilte sich, um mich erneut zu blockieren. Ich schluckte angespannt und spürte, wie das flaue Gefühl im Magen wieder voll aufflammte.

„Gib mir die Sniper, wenn du‘s nicht kannst“, bot James leise an, doch ich schüttelte knapp den Kopf. Das Angebot war nicht aus Zweifeln an meiner Fähigkeit am Scharfschützengewehr geboren. Ich war Soldatin. Egal, wer uns gegenüberstand, ich musste mich zusammenreißen. Ich musste es können. Und danach damit zurechtkommen.

„Wehe, ich muss das bereuen“, sprach Kaidan grimmig, und drehte sich zu Udina um.

„Shepard geht näher ran…Alenko hat sich umgedreht und zielt auf Udina“, sprach James leise, doch dieses Mal antwortete ich nicht. Meine Finger krampften langsam, und ich gab mir Mühe, meinen Zeigefinger am Abzug ein wenig zu entspannen.

„Niemals“, hörte ich Shepard und atmete durch. Hoffnung flammte auf.

„Udina, weg von der Konsole!“, befahl Kaidan, und brachte sich erneut direkt in mein Schussfeld. Ich knurrte leise. Wäre ja etwas ganz Neues, dass er etwas selbst klären wollte, der werte Major…

„Zum Teufel damit!“, erwiderte der Ratsherr und begann, eilig auf der Tastatur zu tippen.

„Liz, bereithalten!“, forderte Shepard, und ich packte die Viper noch ein wenig fester.

Ich schluckte.

Atmete flach.

„Donnell…“, sprach die Asari, und ging an Kaidan vorbei. Ich zuckte, als er ihren Arm grob abschüttelte und Kaidan mir erneut den Schuss blockierte. Er sah genau in mein Zielfernrohr, als Udina die Ratsherrin ziemlich grob zu Boden stieß und eine Pistole auf sie richtete.

Ich spürte, wie mein Puls plötzlich ganz ruhig wurde, trotz der massiven Anspannung.

Meine etwas zittrigen Finger wurden für einen Sekundenbruchteil völlig ruhig.

Li…!!“, hörte ich, als ich den Abzug bereits durchdrückte.

Blaff!

Ich verriss den Schuss absichtlich, und sah, dass Kaidans dunkler Haarschopf sich um wenige Zentimeter wegduckte, noch bevor sich die Kugel in den Boden neben ihm bohrte. Die Schussbahn war frei, und ich zog meine Viper ohne zu zögern zurück zu Udina.

Einen Sekundenbruchteil später zog ich den Abzug erneut.

Blaff!

Ich traf Udina mit der zweiten Kugel in die linke Schläfe, als Kaidan vollständig aus dem Weg war. Udina fiel auf die Knie, bevor er ungebremst nach vorne umkippte.

Für einen Moment schloss ich die Augen und sank ein wenig zusammen.

„Komm, wir müssen zu Loco“, forderte James mich auf und nahm meine Phaeston, die neben mir auf dem Boden lag.

„Direkt hinter dir“, murmelte ich leise und hob meine Viper über die linke Schulter, wo sie sich zusammenfaltete und an meine Rückenplatte schmiegte. James nickte in Richtung des Geländers, und ich folgte ihm, als er hinuntersprang.

„Sichert die Tür!“, befahl Shepard lautstark, und marschierte an Kaidan vorbei. Der Major drehte sich mit einem schockierten Gesichtsausdruck in meine Richtung um, und ich nahm James mein Sturmgewehr ab, um den Rat zu schützen, während Shepard Udinas Puls kontrollierte.

Mir war schlecht.

Wirklich übel

„Tot“, stellte der Commander fest, als plötzlich Funken aus der verriegelten Tür stoben.

„Kommen Sie“, forderte ich die Asari auf, und schob sie am Oberarm ein wenig näher zu dem turianischen Ratsherrn. James und Garrus hielten ihre Waffen bereits genau auf die Tür, und ich beeilte mich, um meine Phaeston ebenfalls an die Schulter zu heben. Shepard tauchte direkt neben mir auf, und visierte den Türschlitz mit seiner Maschinenpistole an.

Ich schluckte.

Die Tür, die zu den Fahrstühlen führte, öffnete sich, und…

„Bailey?“, fragte der Commander verwirrt. Mit einem erleichterten Seufzen senkte ich das Sturmgewehr, als Bailey mit zwei seiner Mitarbeiter auf uns zu kam.

„Ging nicht schneller, Shepard! Aber anscheinend haben Sie hier schon…alles im Griff“, erwiderte der C-Sec-Commander und nickte anerkennend in Udinas Richtung.

„Ich verstehe nicht…Sie sagten, Cerberus wäre hinter uns her!“, sprach Tevos skeptisch und machte einen Schritt nach hinten.

„Das waren sie, Ratsherrin. Sie sind in die Keepertunnel geflohen, als wir kamen. Tut mir leid, aber um ehrlich zu sein, hat Shepard Ihnen gerade das Leben gerettet“, zuckte Bailey mit den Schultern.

„Dann verdanke ich Ihnen mein Leben schon zum zweiten Mal, Commander“, sprach Sparatus anerkennend und reichte Shepard die Hand. Ich vermied den Blickkontakt zu Kaidan, auch wenn er ihn unauffällig und dennoch eindringlich aufbauen wollte. „Ich stehe persönlich, und auch im Namen von Palaven in Ihrer Schuld“, nickte der Turianer aufrichtig.

„Wir machen nur unsere Arbeit, Ratsherr“, erwiderte Shepard. „In diesen Zeiten müssen wir zusammenhalten“, fuhr er fort und warf Kaidan einen vielsagenden Blick zu.

„Haben Sie eine Ahnung, was der Unbekannte mit dem Angriff bezweckt hat?“, fragte der turianische Ratsherr.

„Nein, weiß ich nicht“, gab Shepard knapp zurück, als sein Blick auf Udinas Leiche fiel. „Aber wir werden es herausfinden“, versprach er den beiden Ratsmitgliedern, woraufhin Tevos dankbar nickte.

„Sehr schön! Na los, jetzt, wo die wichtigsten Personen evakuiert sind, müssen wir uns um den Rest der Station kümmern. Bewegung!“, rief Bailey, und ich nickte eilig, bevor ich ihm folgte.



„Zurück auf die Normandy, Rüstungen ablegen!“, forderte Shepard, als ich mich davonstehlen wollte. Kaidan war beim Citadelrat geblieben, und nun gab es nur noch eine Priorität: Ab ins Krankenhaus, zu Thane und Grunt!

„Das kann..“, erwiderte ich störrisch, und er packte mich schneller am Arm, als ich schauen konnte.

Nein, es kann nicht warten. Keiner von uns marschiert in voller Ausrüstung in ein gottverdammtes Krankenhaus“, fuhr er mich eindringlich an, und ich schluckte, anstatt mit den Augen zu rollen.

„Zu Befehl“, sagte ich leise, und folgte ihm zum Fahrstuhl.



Meine Gedanken kreisten.

Ich hatte gerade den Ratsherrn der Menschen erschossen.

Mir war klar, wieso Shepard mir den Befehl erteilt hatte. Erstens konnte er sich so vollkommen auf eine eventuell friedliche Lösung konzentrieren, und wenn ein Schuss fallen musste, dann wäre ich unter seinem Befehl deutlich leichter zu schützen als Garrus, wenn irgendwelche Konsequenzen folgen würden…

Bailey hatte alle Hände voll zu tun gehabt, und kein Wort zu Thane verloren.

Von Grunt oder dem Krankenhaus gab es immer noch keine Meldung…

„Liz?“, fragte Shepard, und ich zuckte zusammen.

„Sofort“, erwiderte ich schnell und folgte ihm. Die Normandy war wieder an der Bucht D24 angedockt, und wir beeilten uns, um an Bord zu kommen.

„Seid ihr alle in Ordnung?“, fragte Joker, kaum dass wir die Luftschleuse verlassen hatten. Ich sah aus dem Augenwinkel, dass er von seinem Sessel aufstand.

„Soweit noch alles dran“, erwiderte der Commander, doch ich hielt mich nicht lange im Cockpit auf. Im Laufschritt joggte ich zum Fahrstuhl, der, dank EDI, bereits auf dem KIZ verharrte.

„Bring uns zur Waffenkammer“, befahl James, der mir schnell gefolgt war. Er musterte mich ein wenig kritisch, als auch Garrus noch schnell hineinschlüpfte. „Bist du okay?“, fragte er leise, und ich nickte knapp.

„Bald wieder“, antwortete ich, als sich die Türen auch schon öffneten. Ich entriegelte die Schlösser an meiner Brustplatte, und hielt mein Universalwerkzeug vor den Spind, um die Tür zu öffnen.

„Wenn wir Glück haben, funktioniert der Rapid-Transit noch. Dann können wir direkt zum Krankenhaus, ohne Zwischenstation“, sprach Garrus, der seine Bewaffnung eilig in die Aufbewahrungsschächte schob.

„Das klingt gut“, erwiderte ich knapp und stopfte meine Rüstung samt den Gewehren und den Pistolen in den Spind. Darum würde ich mich später kümmern, und das wusste James offenbar auch, denn er sagte kein Wort, den tadelnden Blick verkniff er sich nach einem kurzen Moment.

„Bereit?“, fragte Shepard, der sich offenbar im Lift ausgezogen hatte. Er verstaute sein Ausrüstung, bevor er mir einen erwartungsvollen Blick zu warf.

„Nein, aber das hilft nichts“, zuckte ich mit den Schultern. Das Adrenalin hatte meinen Körper mittlerweile ziemlich verlassen, und ich hatte ein entsetzlich schlechtes Gefühl, was unseren anstehenden Krankenhausbesuch anging…



Leise räusperte ich mich, nachdem wir uns durch die Patienten im Wartebereich gemogelt hatten.

„Hallo…ein Drell wurde eingeliefert, mit einer großen Stichverletzung? Ich weiß nicht, unter welchem Namen, Krios oder Nurara…“, brachte ich an der Anmeldung heraus und deutete auf meinen Oberkörper, als ich die Verwundung ansprach. Die Asari nickte knapp, und musste offenbar nicht mal auf ihren Computer sehen.

„Er wurde von C-Sicherheit eingeliefert. Sie dürfen zu ihm durch“, sagte sie und winkte einer der Krankenschwestern zu, die uns mit einem Nicken weiterführte.

Jeder Schritt machte es schwerer.

Ich schluckte, als ich Kolyat durch das Fenster sah, und war Shepard dankbar, dass er mich weiter voranschob. Ich hatte Thanes Sohn tatsächlich nur ein einziges Mal getroffen, und das mit vollem Körpereinsatz, doch dank Thanes Erzählungen kam es mir vor, als wäre ich mit ihm aufgewachsen.

„Ich…warte hier“, räusperte sich James, und ich nickte, ohne ihn anzusehen, als ein Arzt den Commander am Arm zurückhielt.

„Kann ich Ihnen helfen?“, fragte er und machte eine knappe Handbewegung in Richtung des Krankenzimmers.

„Wir wollen zu Thane Krios, einem Drell“, erwiderte Shepard und deutete auf die Tür hinter sich.

„Wir haben einen Drell, aber der heißt anders“, nickte der Arzt. „Sie sind wohl Commander Shepard. C-Sicherheit hat Sie angemeldet, ich darf die medizinischen Berichte an Sie weitergeben“, erklärte er und aktivierte sein Datenpad.

Mein Blick ging zu dem dunklen Glas, als Shepard sich abwendete, um mit dem Arzt zu sprechen. Er sah kurz über seine Schulter und machte eine auffordernde Handbewegung.

Ich war dankbar, dass Garrus mich nicht allein ließ.

„Danke“, murmelte ich leise, als er den Türsensor aktivierte.



„Oh, Hallo…“, sprach Kolyat, als er sich zu uns umdrehte. „Mein Vater hat von Ihnen beiden erzählt, Sie sind Garrus und Liz“, erkannte er uns. Ich war überrascht, dass Thane uns wohl so detailreich beschrieben hatte, sodass sein Sohn uns auf Anhieb erkannte, doch eigentlich sollte ich das nicht sein. Ich nickte mit einem kleinen, schwachen Lächeln, und Garrus schüttelte dem jungen Drell die Hand, als ich einen zögerlichen Schritt auf Thane zumachte. Er trug ein weißes OP-Hemd und wurde bis zur Brust von einer Decke verhüllt.

Hey…“, sagte ich, als er seinen Kopf langsam in meine Richtung drehte. Seine Hand zuckte, und ich machte einen weiteren Schritt, um sie zu ergreifen.

Thane, mein Fels in der Brandung. Wie oft hatte ich so von ihm gedacht oder gar gesprochen?

War es dann nicht auf merkwürdige Weise passend, dass sich unsere Rollen nun vertauschten?

Eine kleine Träne entwich meinem Auge, als ich die medizinischen Geräte sah, die allesamt bereitstanden.

Sie waren abgeschaltet, aber offenbar zuvor im Einsatz gewesen.

Die Entscheidung, ob sie weiterhin vonnöten waren, wurde scheinbar schon getroffen.

„Ich sollte ihm die Atemmaske abnehmen, damit er es bequemer hat“, sprach Kolyat leise, als sich die Tür öffnete.

Garrus klackte mit den Mandibeln, und ich konnte meinen Blick nicht von Thanes Gesicht wegreißen. Er war so blass, so schwach…er musterte mich still und ich war mir nicht sicher, ob er ganz bei Sinnen war. Sie hatten ihm mit Sicherheit Schmerzmittel gegeben, die Narkose nach der Operation musste auch noch nachwirken…

„Es dauert nicht mehr lange“, hörte ich die betroffene, aber gefasste Stimme des jungen Drells. Shepard räusperte sich, bevor er zu Sprechen begann.

„Wir haben gemeinsam viele Leben gerettet. Ist es in Ordnung für Sie, wenn wir bleiben?“, fragte er, stellvertretend für uns alle. Für einen kurzen Moment sah ich zu Kolyat. Ich würde seinen Wunsch respektieren, wenn er mit seinem Vater allein sein wollte. Doch wenn er uns die Wahl lassen würde…

„Natürlich“, nickte Kolyat, als Thane sich leise räusperte.

„Ich fürchte, ich werde mich euch nicht mehr anschließen“, sprach er krächzend und drückte meine Hand für einen kurzen Moment. Wie oft hatte er mich mit einem beherzten, starken Griff vor dem unfreiwilligen Bodenkontakt bewahrt? Und nun kostete es ihn so viel Kraft, seine Hand nur wenige Millimeter zu schließen…

„Du hast mehr als genug getan, Thane“, erwiderte Shepard, und Thane sah mühsam zu ihm.

„Dieser Attentäter sollte sich schämen…ein todkranker Drell hat ihn davon abgehalten, sein Ziel zu erreichen“, höhnte er leise und hustete schwach, bevor er sich wieder zurück auf die Liege sinken ließ. Plötzlich winkelte er seine Arme an, und ich beeilte mich, um ihn ein wenig zu stützen, damit er sich aufsetzen konnte.

„Langsam…lass dir Zeit“, sprach Kolyat, der ihm auf der anderen Seite half. Mein Blick fiel für einen Moment auf Garrus, der völlig erstarrt am Fußende stand. Ich war mir nicht sicher, ob er wirklich nur in diesem Krankenzimmer anwesend war, oder ob er gerade in Gedanken in eine ähnliche Situation versank.

„Ich…etwas muss ich noch tun…bevor es schlimmer wird“, sprach Thane plötzlich und hob eine zittrige Hand.

„Was brauchst du?“, fragte ich schnell, als er suchend nach vorne griff. Leise seufzte Kolyat und faltete die Hände, als Thane röchelte und sich entkräftet niedersinken ließ. Eine Träne lief an meiner Wange herab, als ich mir Mühe gab, ihn anzulächeln. Er erwiderte es für einen Moment, bevor er die Augen schloss.

„Kalahira…Herrin der unergründlichen Tiefen…vergib mir…Kalahira, deren Wellen Stein und Sand abtragen…“, brachte er heraus, bevor er erneut husten musste. Etwas Schweres legte sich auf meine Brust und machte mir das Atmen mit jeder Minute schwerer…

„Kalahira…spüle die Sünden von ihm ab und bringe ihn zur Küste des unendlichen Geistes…“, fuhr Kolyat fort, als Thanes Husten sich verschlimmerte. Er hielt meine Hand fester, für einen kurzen Moment, bevor er seinen Griff wieder erschlaffen ließ.

„Kolyat…Du…sprichst wie die Priester…Du hast Zeit…unter ihnen verbracht“, sprach Thane keuchend und fixierte seinen Sohn mit seinem geschwächten Blick. Ein seliges Lächeln schlich sich auf seine Lippen, als er erneut die Augen schloss. Kolyat nickte, und griff in seine Jackentasche. Das angestrengte Röcheln, das jeden einzelnen Atemzug des Drells begleitete, machte ganz deutlich wie sehr er um Luft rang.

„Ich habe ein Gebetbuch mitgebracht…Wollen Sie sich anschließen?“, fragte er, als ich plötzlich selbst in einer Erinnerung versank.

„Sehr gerne“, hörte ich Shepard ruhig, als ich die Augen schließen musste.

‚Stark sein, Liz…Geheule hilft ihm doch jetzt nicht!‘, fuhr mich meine innere Stimme an.

„Kalahira…dieses Herz ist rein, aber befallen von Bösartigkeit und Konflikten…“, sprach Kolyat sanft.

„…führe es an den Ort, an dem Reisende nie ermüden, Liebende nie weggehen und Hungernde nie hungern“, fuhr Shepard fort. „Führe ihn Kalahira, und er wird dir ein Begleiter sein, wie er mir einer war“, endete er, als ich es wagte, meine Augen wieder zu öffnen. Die Hand, die meine ergriffen hielt, wurde langsam schwächer. Thane blinzelte langsam, als ich ihm ins Gesicht sah.

Ein seliges Lächeln fror auf seinen Lippen fest, als sein Kopf sich langsam zur Seite neigte.

Mir entkam ein Schluchzen, und ich schloss die Augen, um die Tränen aufzuhalten.

Vergeblich.

Mein Blut rauschte mir in den Ohren.

Ich hörte, dass Shepard mit Kolyat sprach, doch ich verstand kein Wort.

„Sie ist eingeschlafen, Kleines… Lassen wir deinem Vater ein wenig Zeit mit ihr, ja? Du kannst ihre Hand loslassen“, sagte meine Tante vorsichtig.

„Einfach so?“, fragte ich tonlos, als ich eine Hand auf meiner Schulter spürte. Ich zuckte, und sah, dass Garrus bei mir stand. Betrübt nickte er und drückte meine rechte Schulter ein wenig.

„Leb wohl, Thane. Du wirst nicht lang allein sein“, sprach Shepard ruhig, als ich Thanes Hand zögerlich auf seiner Brust ablegte. Ich tätschelte Garrus‘ Hand auf meiner Schulter, als ich zittrig durchatmete.

„Komm…“, sprach der Turianer, und nickte in Richtung des Flurs. Ich folgte seinem Blick, und sah Dr. Assague, der ein Datenpad in der Hand hielt und zögerlich winkte.

„Grunt…“, murmelte ich nickend und erkannte meine eigene Stimme nicht mehr. Ich warf einen letzten Blick auf Thane, strich nocheinmal über seine Hand und tätschelte Kolyats Schulter, als ich an ihm vorbeiging. „Mein herzliches Beileid“, brachte ich heraus. Shepard nickte mir zu, ohne ein Wort zu verlieren. Ich tippte auf den Türsensor und brachte die Stufen unfallfrei hinter mich, was mich beinahe überraschte. Doch nun hatte ich ein neues Ziel. Mein Adoptivkroganer…

„Lieutenant…Ich wollte nicht unterbrechen, aber…“, sprach der Arzt vorsichtig.

„Ist okay…“, erwiderte ich tränenerstickt und riss mich zusammen.

Erfolglos.

„Gibt es Neuigkeiten von Grunt?“, fragte Garrus nach einem kurzen Räuspern, und ich war ihm unendlich dankbar, dass er seine Worte für mich fand.

„Wir konnten einen Teil des Krankenhauses evakuieren, unter anderem auch Ihren Kroganer“, erklärte Assague und wir folgten ihm durch das Krankenhaus. „Als wir von dem Angriff erfuhren, mussten wir schnell handeln, also haben wir ihn in die Abstellkammer geschoben“, sprach der Arzt und hielt uns vor einer unscheinbaren Tür auf. Ich runzelte meine Stirn, doch ich traute meiner Stimme noch nicht genug, um einen Kommentar dazu abzugeben.

„Und selbst das hat ihn nicht aufgeweckt?“, klackte Garrus mit den Mandibeln, als Assague den Türsensor aktivierte. Grunt lag, auf der fahrbaren Krankenliege, mitten in einer Vorratskammer, die auch einiges an Reinigungsutensilien beherbergte. Der Arzt schob einen Wischmopp aus dem Weg, damit er den Blick auf den jungen Kroganer freigeben konnte.

Ein merkwürdiges Gefühl der Erleichterung machte sich in mir breit, als ich unseren Kroganerzögling so vor uns sah. Unverletzt, selig schnarchend und absolut unbekümmert von allem, das um ihn herum geschehen war.

„Aber wieso wacht er nicht auf?“, fragte ich leise und besorgt, als zwei Krankenschwestern näherkamen, um Grunt in ein Stationszimmer zurückzufahren.

„Verstehen Sie mich nicht falsch, bitte“, fing Dr. Assague an, und ich spürte, wie meine Augenbraue in die Höhe wanderte. „Kroganer sind harte, zähe Burschen. Aber, und ich stütze mich hier besonders auf meine Kollegin, Dr. Girana, die in ihrer Lebenszeit schon einige Kroganer behandelt hat…Manchmal entwickeln Kroganer eine unterbewusste…Faulheit. Und nutzen die Ruhe, besonders, wenn sie davor stärkeren Strapazen ausgesetzt waren, ein wenig länger, als gewöhnlich. Dadurch, dass wir ihm Nährstoffe zuführen, muss er nicht so viele Reserven abbauen, das spielt auch eine Rolle“, erklärte Assague und deutete in Richtung einer Asari, die einige Meter weiter mit zwei Salarianern sprach.

Leise seufzte ich.

„Oh Grunt…“, murmelte ich und sah zu meinem Kroganerzögling, als Shepard zu uns stieß.

„Ich habe eine Besprechung mit Bailey. Kommt ihr zurecht?“, fragte er, bevor er Grunt entdeckte. „Hey! Wie geht’s ihm?“, wollte er eilig wissen, als ich dem Kroganer über den schuppigen Kopf strich.

„Er hat überlebt, weil er faul ist“, fasste ich knapp zusammen.

„Guter Kerl“, nickte Shepard zufrieden, und sah auf sein Universalwerkzeug.

„Wir kommen klar, gehen Sie ruhig“, forderte ich ihn auf und brachte ein Lächeln zustande, das ihn hoffentlich überzeugte. Er musterte uns für einen Moment, bevor er nickte und sich auf den Weg zu Bailey machte.

„Komm, Liz…Die neue Normandy hat eine Bar, und wir werden sie im Andenken an Thane und Mordin einweihen“, forderte mich der Turianer auf, und legte mir einen Arm um die Schultern.

„Geben wir James Bescheid?“, fragte ich leise nach, als ich den Kalifornier in der Ferne erkannte.

„Natürlich! Irgendwen müssen wir ja vom Stuhl trinken“, zuckte der Turianer mit den Schultern und führte mich weiter.



„Nein, es…Er hatte eine schwere Krankheit, im Endstadium. Ich hätte es ihm nur wirklich gewünscht, noch ein wenig mehr Zeit zu haben…nicht so schmerzhaft und plötzlich sterben zu müssen…“, murmelte ich tonlos und stieg neben James aus der Bahn aus. Ich hielt meine Arme verschränkt, und war mir nicht ganz sicher, ob ich allein zurück zur Normandy gefunden hätte oder ob ich mich einfach irgendwo hingesetzt und in die Ferne gestarrt hätte. Zumindest für eine Weile

„Tut mir leid…Loco hat von ihm erzählt, war ein guter Kerl“, sprach James, als Garrus seufzte.

„Erst Mordin, jetzt Thane…und das ist erst der Anfang“, hörte ich den Turianer, der nach der Bahntür zu mir aufholte und nun auf meiner linken Seite ging. Plötzlich verharrte er, und ich folgte seinem Blick nach vorne, als ich ebenfalls stehenblieb.

Kaidan stand vor der Luftschleuse der Normandy, mit verschränkten Armen, und einem ziemlich ernsten Gesicht.

Leise seufzte ich.

Shepard war noch im Gespräch mit Bailey, vielleicht traf er sich auch noch mit dem Rat.

So bald würde er hier nicht auftauchen.

Ein Job für den Executive Officer der SSV Normandy SR-2.

Danke, Shepard…

„Ich mach das schon, geht ruhig schonmal runter“, nickte ich auffordernd und wappnete mich innerlich, als ich mich aufrichtete und auf Kaidan zumarschierte. Er musterte mich mit leicht gerunzelter Stirn, meine geröteten Augen bemerkte er mit Sicherheit.

„Ist al…“, wollte er fragen, aber ich konnte jetzt nicht darüber sprechen. Nicht mit ihm.

„Major Alenko, was verschafft uns die Ehre? Wenn Sie mit Commander Shepard über Ihre Rückversetzung sprechen wollen, werden Sie sich noch gedulden müssen“, sprach ich viel ruhiger und kühler, als ich mich fühlte. Er sah mich ein wenig verständnislos an, bevor er sich aufrichtete.

„Ist es nicht Ihre Aufgabe, als XO, solche Gespräche in Abwesenheit des Commanders zu führen, Staff Lieutenant?“, fragte er herausfordernd und ich spürte es ganz genau.

Den Moment, in dem zwei kanadische Sturschädel entsichert und geladen wurden.

Es war nur die Frage, wer zuerst den Abzug drückte…



Es dauerte nicht lange, bis wir uns in der Shuttlebucht gegenüberstanden und langsam aber sicher die Fassung verloren.

„Du hast auf mich geschossen!“, schrie Kaidan aufgebracht.

„Ich hab an dir vorbeigeschossen!“, wehrte ich mich, nicht minder lautstark.

„Weil ich ausgewichen bin, verdammt nochmal!“, erwiderte er mit einer wutgeladenen Handbewegung. Wie es überhaupt so weit gekommen war? Keine Ahnung. Aber jetzt nachgeben? Keine Chance. „Du hättest mir fast das Ohr weggeschossen!“, fuhr er mich an und deutete auf sein linkes Ohrläppchen.

„Ja, weil du nie nen Helm aufhast!“, schoss ich zurück und verschränkte die Arme vor der Brust.

„Ich sollte keinen Helm tragen müssen, nur damit du auf mich schießen kannst!“, stellte er klar, ohne sein Stimmvolumen zu reduzieren.

„Man sollte im Einsatz immer einen Helm tragen, egal wer auf einen schießt!“, zuckte ich mit den Schultern, und der herablassende Ton erschreckte mich selbst. „Außerdem hab ich nen Warnschuss abgegeben, ja?! Wenn ich dich hätte treffen wollen, Kaidan, wär das so überhaupt kein Problem gewesen!“, versprach ich ihm mit einem eindringlichen Nicken.

„Du erlaubst dir hier jede Menge, ist dir das klar?!“, sprach Kaidan, ruhiger, aber absolut schneidend. „Ich stehe deutlich über dir in der Rangfolge, und wenn ich dir nen Schuss vereitle, wird es einen guten Grund haben!“, knurrte er, aber das trieb mir nur die Augenbrauen in die Höhe.

„Ich unterstehe Shepard, nicht dir. Ich habe seinen Befehl ausgeführt“, verteidigte ich mich.

„Ja? Ausgerechnet dann hältst du dich an nen Befehl? Ist ja schön, wenn man sich das so aussuchen kann, wie es einem passt!“, beschwerte sich Kaidan, und ich rollte die Augen. „Sei nicht so respektlos!“, fuhr er mich an und hob eine Hand, die von einem winzigen, blauen Schimmer umgeben war. „Ash hätte nie einen Befehl verweigert“, fing er kopfschüttelnd an, und damit reichte es mir.

„Ich bin aber nicht Ash!“, schrie ich und spürte ganz deutlich, wie meine eigene Biotik an meinem Implantat anklopfte und klarstellte, dass sie jederzeit einsatzbereit war.

„Wenn Shepard dich mit den Salarianern mitgeschickt hätte, wäre sie vielleicht noch hier!“, brüllte er mir entgegen.

„Mit Sicherheit! Aber das war nicht unsere Entscheidung!“, schoss ich wütend zurück.

„Wag es ja nicht, ihr die Schuld zu geben!“, schrie der Major.

„Tu ich doch gar nicht!“, verteidigte ich mich. „Aber wer hat denn mit ihr angefangen?!“, fragte ich frustriert und warf die Hände in die Luft. „Du denkst vielleicht, dass du immer Recht hast, aber da irrst du dich Kaidan“, rief ich wütend.



Perspektivenwechsel: Dr. Liara ‚Shadow Broker‘ T’Soni, Informationsmaklerin und promovierte Archäologin


„Für Kanadier haben die beiden ganz schön Haare auf den Zähnen“, kommentierte Joker mit einer knappen Handbewegung in Richtung der Shuttlebucht unter uns.

„John, meinst du nicht, wir sollten eingreifen?“, fragte ich besorgt. Der Streit war heftig, wenn auch sehr ausgeglichen. Keiner schenkte dem anderen etwas…



„Ach ja?! Du hast keine Ahnung, wie oft du Unrecht hattest!“, schrie Kaidan.

„Dann hilf mir auf die Sprünge! Komm schon, Alenko, zeig mir, was du hast!“, forderte Liz ihn heraus und machte eine höhnische Handbewegung in seine Richtung.

„Du hättest Pyrril nicht einfach mitnehmen dürfen! Ich habe dir einen Befehl erteilt, und dir war das völlig egal!“, fing Kaidan an.

„Sag nicht, dass du immer noch eifersüchtig auf die VI bist?!“, lachte Liz freudlos auf.



„Wir warten noch ein wenig ab“, entschied John, und ich biss mir auf die Unterlippe.

„Da war wieder ne Biotikwarnung, Commander“, warf Joker ein, als Liz eine Handbewegung machte.

„Wenn das so weitergeht, müssen wir dazwischen gehen, Loco“, mahnte James mit verschränkten Armen. Garrus klackte zustimmend mit den Mandibeln, als ich nervös meine Hände knetete.



Perspektivenwechsel: Elizabeth Adrienne Ryan, Staff Lieutenant der Allianz


„Ich bin nicht eifersüchtig, und war es nie!“, korrigierte mich Kaidan mit einem erhobenen Zeigefinger.

„Ja, das hab ich gemerkt. ‚Red nicht so mit der VI, Liz!‘, ‚Eine VI hat keine Gefühle, Liz!“, äffte ich ihn nach. „Das klingt überhau…“, stichelte ich, als er mich unterbrach.

„Vielleicht wollte ich ja auch nur nicht, dass…“, erwiderte er und verstummte, als er mein schockiertes Gesicht sah.

„Du fällst mir ins Wort?“, fragte ich leise. „DU…fällst mir ins Wort?! Was für ein Kanadier bist du, wenn du mich nicht mal ausreden lässt?!“, schrie ich erbost.



Perspektivenwechsel: Garrus Vakarian, Reaperexperte der turianischen Hierarchie, Ex-Citadelsicherheitsofficer und Milizanführer


„Einen Moment…wieso ist das plötzlich ein Problem?“, fragte ich verwirrt, als Joker zu lachen begann.

„Könnt ihr das glauben?“, schüttelte er amüsiert den Kopf und deutete in Richtung der Shuttlebucht, als die Warnung für biotische Felder im Schiffsinneren erneut ausschlug, diesmal lag der Wert höher, als die Male zuvor.

„Okay. Ich gehe rein, wünscht mir Glück“, entschied Shepard, als Liz zu uns sah. Ich klackte mit den Mandibeln, als sie Kaidan einen wirklich wütenden Blick zuwarf.



„Du willst zurück auf die Normandy? Dann klär das mit Shepard. Wir haben heute einen wirklichen Freund verloren, und vorgestern einen weiteren. Mit dir streite ich mich nicht länger“, fauchte Liz, wendete sich mit einer herablassenden, blauschimmernden Bewegung ab, und marschierte in Richtung des Lifts.



„So geht’s auch“, zuckte Shepard mit den Schultern, als der Fahrstuhl sich in Bewegung setzte. Liz hielt ihn auf dem Maschinendeck an, und machte eine auffordernde Handbewegung.

„Trinken wir jetzt, oder was?!“, sprach sie entzürnt, und ich nickte, bevor ich mit ihr einstieg.

„Übertreibts nicht, ja?“, mahnte Shepard, der Kaidan mit einer Handbewegung zum Warten aufforderte.

„Commander…habe ich es jemals übertrieben?“, fragte Liz schneidend, als James ebenfalls mit einstieg.

Shepard seufzte resigniert.



Perspektivenwechsel: Elizabeth Adrienne Ryan, Staff Lieutenant der Allianz

(etwas…sehr viel…später…?)


„‘S hat mich sssiemlich an meine Mom erinnad…S’is gestohrm, als ich noch soooo winssig war“, erklärte ich und hob zwei Finger hoch, zwischen denen vielleicht ein halber Zentimeter Platz war. „S’haab auch die Hand gehaldn…d gansse SSeid…“, murmelte ich lallend.

„Meine Mutter ‘s auch gestorb‘n…Aba da war ich schon ssssso groß!“, erwiderte Garrus, der hinter der Bar stand, und hob seine linke Hand bis zu seiner Stirn, bevor er mir noch mehr Eisbrandy nachschenkte.

„Das‘s‘ traurig, Scars…‘ch hab auch keine Mutter mehr…bin von meim Onkl groß‘ezogen wordn…Ti-to…“, erklärte James und gönnte sich einen großen Schluck aus seinem Glas, bevor er einen Finger hob. „Ti…to…is aba nich sein Name…“, flüsterte er mir laut ins Ohr.

„Ich heiß‘ auch nich Lola…Sags aba nich weita“, flüsterte ich, nicht minder lautstark. James zog seine Augenbrauen ein wenig zusammen, bevor er ernst nickte.

„Was ne Zeid…Alle sterben dawon, nur wir bleiben hia. Darauw trinken wir“, sprach Garrus, und stieß mit mir an. „Wups“, sagte er, als etwas von dem turianischen Likör in meinen Eisbrandy schwappte.

„‘Ss is oke…‘ch hab auch das Ryngol geschafft“, winkte ich ab, und trank den Brandyrest auf Ex aus. Es schüttelte mich ein wenig, aber vielleicht brauchte ich gerade ganz genau das.

„Wiss‘ ihr, wer noch keine Mutta mehr had? Thaaaali“, seufzte Garrus. „Had auch kein‘ Vata mehr“, sprach er bedrückt.

„Thahali is‘ schlau…weiß soooo viel von die Geth“, schwor ich James mit einem Grinsen und machte eine weitschweifende Handbewegung, die mich beinahe vom Barhocker katapultierte.

„Langsam, Lola, nich so schnell“, warnte James, bevor er einen Zeigefinger erhob. „Wiss‘ ihr, wassich schon imma wissn wollde? Wenn n Geth n Upgrade brauchd…Kauf‘ er eins für die Waffe…oder lähd ers nur runta?“, fragte der Kalifornier, als ich seinen Zeigefinger mit meinem antippte und dabei ‚Mööp‘ sagte. Aus mir später nicht mehr nachvollziehbaren Gründen, fand ich das furchtbar witzig.

„Dass’s ne gude Frage…“, nickte Garrus ernst. „Rufn wir se an! Ich hab de Nummer von einer Tali…kenn nur eine Tali, un was füa eine…“, schwärmte er und hatte arge Schwierigkeiten damit, sein Universalwerkzeug zu öffnen. Er schloss ein Auge, und spreizte seine linke Mandibel ab, um sich besser konzentrieren zu können.

„Aba…aba sag ihr nichd, dass ich wen erschossn hab…War wer Wichtiges…Is gar nich‘ so gut…“, rief ich dem Turianer entgegen, als sich die Tür zum Casino öffnete.

„Na ihr habt Spaß“, kommentierte Shepard trocken, und ich hielt ihm meinen Brandy entgegen.

„Nein…Allohohl, Shepp‘d“, erwiderte ich mit einem erhobenen Zeigefinger.

„Ja, und ich glaube, mehr als genug davon“, entschied er mit verschränkten Armen. „James, bring Liz nach unten. Garrus, keine Kalibrierungen mehr, bevor du nicht wieder nüchtern bist“, befahl der Commander, und ich rutschte langsam und vorsichtig von meinem Barhocker, bis ich auf dem Boden stand.

„Nieman‘ bringd mich irrenwo hin. Ich find den Blasso gans allein!“, versprach ich und machte mich zielsicher auf den Weg zur Tür, als der Commander James genau in die Augen sah.

„Wie dicht bist du?“, fragte er skeptisch.

„Noch nich‘ ausselaufn, Sir“, erwiderte James zuversichtlich, als ich den Lift fand.

„Damals…hattn wir noch die Treppe. Ssswei! Ssswei Trepps, hoch zu Joker. Durch die Luke, ab auf die Rachni. Bumm! Und weg!“, erklärte ich dem Fahrstuhl, als sich die Türen öffneten. Ich hielt mich vorsichtshalber an der Wand fest, als ich einstieg. „Gleich gehs los. Wird ne wilde Fahrt!“, rief ich nach draußen, als Shepard James in den Fahrstuhl schob.

„Garrus, immer weiter gerade aus! Liara, bringst du ihn?“, hörte ich den Commander.

„Natürlich. Komm, Garrus, hier lang“, sprach die Asari sanft, als Shepard den Lieutenant direkt neben mir platzierte.

„Liaaara. S‘ imma gud, ne Liaaara ssu habn“, sprach Garrus wertschätzend, als ich James mit einem viel zu breiten Grinsen musterte.

„Nimms‘u meine Hand?“, fragte ich begeistert, und griff nach seinem Arm.

„Na imma, Lola“, erwiderte der Kalifornier nickend und gab mir die Hand.

„EDI, bring uns in die Shuttlebucht“, befahl der Commander seufzend.

„Die Shuddlebuchd!“, wiederholte ich zufrieden und hielt mich an James‘ Hand fest, als sich der Lift in Bewegung setzte.

„Wenn ich dir jetzt sage, dass wir morgen eine Besprechung haben…Weißt du das dann noch, wenn du aufwachst?“, fragte mich der Commander mit einem skeptischen Unterton, samt ebenso erhobener Augenbraue.

„Keine Ahnung...“, gab ich zu. „Also jetz weiß ichs noch…“, überlegte ich laut, und schwankte ein wenig, als der Lift anhielt. „Imma noch…“, fiel mir auf. „James…ich hab ne Besprechung mid Shepp‘d…Gans wichdig“, erklärte ich James, der ernst nickte.

„Ich erinner dich gans bald, Lola!“, schwor er.

„Schlaft erstmal euren Rausch aus“, bat der Commander. „In getrennten Schlafsäcken, wenn ich bitten darf…“, murmelte er noch, und trennte unsere Hände, als er James weiter voranschob. Empört blieb ich stehen.

„Klau‘n Sie mir jetz‘ den James?“, fragte ich traurig, und ließ meinen Kopf ein wenig hängen. Leise seufzte ich, bevor ich mich abwendete.

„Nur bis ihr beide wieder nüchtern seid“, versprach Shepard, der den Kalifornier auf sein Feldbett verfrachtete.

„Dann is‘ ja gud“, nickte ich, und ging langsam auf mein Quartier zu. Ein heiserer Schrei entkam mir.

„Bleib liegen, ich geh nachsehen!“, hörte ich den ernsten Befehl des Commanders. „Liz?“, fragte er, und kam nur einen Moment später um die Frachtkisten herum.

„Da is der Blasso“, sagte ich glücklich und konnte mich offenbar nicht davon abhalten, die Titelmelodie der Filmserie zu summen. „Wiss‘n Sie…dass ich gans oft von Blasso träum? So ein schlechder Speggda“, sprach ich bedauernd, und Shepard seufzte.

„Leg dich hin, Liz. Ist besser so, schlaf dich einfach aus“, bat er nachsichtig, und ich nickte, bevor ich mich langsam hinlegte.

„Shepp’d?“, fragte ich noch, und er verharrte einen Moment, bevor er die letzten Reißverschlusszentimeter meines Schlafsacks schloss.

„Liz?“, erwiderte er mit fragendem Blick.

„Sie wissn, dass ich fass‘ jeden erschiese, wenn Sie das wolln…Auch einen ganzen Blasso“, versprach ich ihm ernst.

„Das ist gut zu wissen, Liz. Gute Nacht“, nickte er nachsichtig, und befahl EDI, das Licht auszuschalten.

Ich zog Blasto zu mir heran.

Erklärte ihm völlig ernst und bedrohlich, dass ich ihn erledigen müsste, wenn er seine Waffenweste jemals gegen mich einsetzen würde.

Drohte, dass ich einen Turianer kannte, der es mit jedem Plüschtier aufnahm, und er es sich gut überlegen sollte, mich zu hintergehen.

Langsam schlossen sich meine Augen, als ich müde wurde. Fest umarmte ich die Spectrequalle, als ich plötzlich Schritte hörte.

„Looo…laaah?“, fragte James.

„Hier ‘s nur ne Liz“, erwiderte ich ernst als er vor mir auftauchte, und er schien für einen kurzen Moment wirklich unglücklich, bis ich zu grinsen begann. „Nur Spaß, Lola is‘ auch hier!“, versprach ich mit einem Schnipsen, und öffnete meinen Schlafsack, in den Shepard mich zuvor eingepackt hatte.



Perspektivenwechsel: John Sullivan Shepard, Staff Commander der Allianz


„Danke, Adams. Nur für den Fall“, bedankte ich mich bei dem Cheftechniker, der mir mit zwei Eimern aushalf.

„Kein Problem, Commander. Und danke, für das Thermalrohr. Ich baue es ein, und wenn Sie mehr wegen den beiden Technikern wissen, sagen Sie einfach kurz Bescheid“, erwiderte er.

„Natürlich“, nickte ich und ging in Richtung des Hauptgeschützstands. Ich aktivierte den Türsensor, und lugte hinein. Garrus lag auf seinem Feldbett, sorgfältig in seinen Schlafsack gebettet, und schlief den Schlaf der Gerechten. Ich nickte zufrieden, und verließ sein Quartier. Turianer erbrachen sich nicht, also brauchte er auch keinen Eimer. Zumindest hoffte ich das.



„Liz, ich stell den Ei…“, fing ich an, als ich den leeren Schlafsack sah. Für einen Moment sah ich zur Decke und seufzte frustriert, bevor ich den einen Eimer auf die kleine Frachtkiste stellte und dann auf James‘ Quartier zumarschierte. „Ich will euch geraten haben, dass..“, fing ich drohend an, als EDI eine Lampe aktivierte.

Erneut seufzte ich und entschied mich, dass man das wohl auch so lassen konnte.

Liz lag in James‘ Armen, beide mit einem seligen Lächeln auf den Lippen. Der Schlafsack lag geöffnet über den beiden schlafenden Soldaten, und es war deutlich zu erkennen, dass sie vollständig bekleidet waren.

Ich rollte die Augen, und stellte den zweiten Eimer ab.

„Gute Nacht“, wünschte ich, und aktivierte schnell mein Universalwerkzeug, um ein Foto zu schießen.

Im Notfall konnte man so etwas immer gut gebrauchen…

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Hallo ihr Lieben...
Die Citadel ist wieder in sicheren Händen, der Rat ist gerettet, Udina ist hinüber... Thane ist...tot...
Glaubt mir, dass mir das nicht leicht fiel, weder die Entscheidung, noch, die Situation zu schreiben... Außerdem ist vielleicht dem ein oder anderen die Blendgranate im vorherigen Kapitel aufgefallen, die im Spiel fehlt. Aber diese ganze Kampfsequenz zwischen Kai Leng und Thane, es tut mir echt leid, aber... Vielleicht hätte Shepard sich da so rausgehalten, aber wie hätte ich es hier rechtfertigen sollen, dass Liz nicht eingreift? Also, Blendgranate...
Außerdem konnte ich mir hier einige Anspielungen oder sogar Zitate echt nicht verkneifen. Dass ich Herr der Ringe öfter mal mitspielen lasse, dürfte euch ja aufgefallen sein, aber ich hätte nie gedacht, dass wir mal bei Findet Nemo landen XD Aber was soll ich sagen, die Muse befielt, Angel macht XD So war das übrigens auch mit der Barszene und dem Streit zwischen Kaidan und Liz XD
Ich hoffe, ihr seid dennoch einigermaßen gut auf mich zu sprechen und lasst vielleicht eine kleine Rückmeldung da. Ein Engelchen freut sich :-)
Bis bald, liebe Grüße,
Angel

PS: Wenn man sich ein Worddokument zur Überprüfung vorlesen lässt, spricht es 'Skycar' als 'Skükaragraf' und 'XO' als 'Kuss' aus. Nur so am Rande bemerkt XD
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