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An der Front

GeschichteAllgemein / P18 / Gen
Commander Shepard Garrus "Archangel" Vakarian James Vega Jeff "Joker" Moreau OC (Own Character) Urdnot Wrex
25.12.2013
25.04.2021
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725.182
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Vorsichtig lehnte ich mich um die Kiste herum.

„Sind Sie hier, um mit mir zu tanzen?“, fragte ich den Commander skeptisch.

„Nein“, erwiderte er knapp.

„Oh…also…ist Ihnen aufgefallen, dass ich Liara nicht mit in den Einsatz genommen hab? Und dass die schlimmste Verletzung Garrus‘ angekratzter Stolz ist?“, warf ich ein und traute mich, einen Schritt nach vorne zu machen.

„Das habe ich bemerkt“, antwortete er mit einem Nicken. „Gute Arbeit auf Noveria, das muss ich zugeben“, lobte der Commander, und ich wog mich für einen Moment in Sicherheit, sodass ich einen weiteren Schritt aus meiner Deckung heraus machte.

„Danke, nichts leichter als das“, nickte ich knapp und erwiderte das Lächeln, als ich weiter auf ihn zuging. Er beobachtete mich wie ein Habicht, und ich quiekte ein wenig, als er plötzlich mit der Faust ausholte. „Co…?“, fing ich panisch an, und wich dem Schlag aus.

„Muss ich es dir auf die harte Tour beibringen?!“, donnerte seine Stimme durch die Shuttlebucht, und ich riss meine Arme hoch, um den linken Haken abzuwehren. „Liara ist eine Asari!“, rief er aufgebracht, als ich über eine Bodenfuge stolperte. Ich nutzte den Moment, in dem er für einen winzigen Augenblick abgelenkt war, und sprang hoch genug, um ihm meine Beine um die Hüfte schlingen zu können. Mit einem groben Ruck ließ ich mich nach hinten fallen und brachte ihn zu Boden.

Uff“, machte ich, als ich auf den unnachgiebigen Stahlplatten landete.

„Sie ist der gottverdammte Shadow Broker, und du glaubst, sie kann dich nicht manipulieren?!“, schrie der Commander, der wild nach mir schlug, und ich rappelte mich eilig auf die Beine, als mein Körper vollends in den Verteidigungsmodus schaltete.

„Shep…“, fiepte ich, und wich dem harten Schlag aus, der mir mit Sicherheit den Kopf von den Schultern gerissen hätte.

„Du hast es doch selbst gesagt, der Hundeblick ist ein Dreck gegen diesen Augenaufschlag!“, rief er erbost, und ich sprang einem erneuten Angriff aus dem Weg.  

„Ich dachte, sie wollen nicht tanzen!“, quiekte ich und duckte mich unter seiner Faust durch, bevor ich einen harten Schlag in seine Magengrube riskierte. Meine Hand schmerzte höllisch, als ich am Oberarm berührt wurde und aus dem Schlaf hochschreckte.

„Wen willst du denn erschlagen?“, fragte der Commander amüsiert, als ich instinktiv meine rechte Hand mit der Linken umklammerte.

„Ich?!“, brachte ich heraus und sprang eilig auf die Füße. „Ich würde niemals jemanden erschlagen!“, beteuerte ich und sah ein wenig verwirrt zu meinem Datenpad, das noch immer aktiviert auf meinem Schlafsack lag und mir mit den aktuellen Verlusten entgegenleuchtete.

„Gut, dann hab ich leichtes Spiel! Hier, leg die an“, erwiderte Shepard und reichte mir zwei schmale, schwarze Stoffrollen. Erst jetzt fiel mir auf, dass auch seine Hände ordentlich bandagiert waren

„Ich wusste es…Muss das sein, Shepard?“, fragte ich unzufrieden und konnte mir den dezent nöligen Ton nicht verkneifen.

„Garrus hat mich auf die Idee gebracht, vor der Selbstmordmission. Auf turianischen Schiffen werden Spannungen einfach durch Sparring geklärt“, zuckte er mit den Schultern. Ich erstarrte für einen Moment, bevor ich meine Hände weiter umwickelte.

„Hat er Ihnen die ganze Geschichte erzählt?“, fragte ich skeptisch und verschloss den Klett der ersten Bandage, bevor ich ihm langsam aus meinem Quartier heraus folgte.

„Gibt’s da ne Geschichte?“, wollte Shepard wissen und ließ sein Genick knacken. Ein Grinsen schlich sich auf meine Lippen.

„Ohja…Man kann Stress auf verschiedene Arten abbauen. Er hat also nichts zum Thema Reichweite und Gelenkigkeit gesagt?“, fragte ich unschuldig, woraufhin Shepard langsam den Kopf schüttelte, als ihm offenbar klar wurde, in welche Richtung ich mit dem Gespräch abzielte. „Na dann…Ist es vielleicht besser so, wir wollen Liara ja nicht wieder auf Ideen bringen“, winkte ich ab und zog die Bandage ein wenig fester, bevor ich das Ende ebenfalls fixierte. Ich schloss meine Hände kurz zur Faust und hörte ein zufriedenstellendes Knarzen des Stoffs.

„Nein, das wollen wir nicht“, stimmte Shepard mir zu, als ich meine rechte Schulter knacken ließ.

„Ist Ihnen eigentlich klar, dass bei der ach so angepriesenen Selbstmordmission niemand drauf gegangen ist? Können wir die Angelegenheit nicht irgendwie anders betiteln?“, überlegte ich.

„Pures Glück. Ist ja nicht so, als hättest du es nicht drauf angelegt“, erwiderte der Commander abwehrend und hob die Fäuste, als ich die Augen rollte.

„Das letzte Mal, dass ich mit jemanden in den Vollkontakt gegangen bin, war bei der N1. Ein bisschen Nachsicht, ja?“, bat ich, bevor ich mich ebenfalls kampfbereit machte. „Mit der Teilnahme hab ich übrigens Ihren Befehl befolgt, falls mir das jetzt helfen sollte“, warf ich noch ein, bevor ich seinem ersten Schlag auswich.

„Eins der wenigen Male“, erwiderte er unbeeindruckt und blockte meinen Kinnhaken.

„Ich tu immer, was Sie wollen…nur eben vielleicht nicht so, wie sie es gerne hätten“, warf ich ein, und lachte kurz auf, als ich einen Kinnhaken seinerseits abfing. „Ich hab immer noch keine Ahnung, ob ich Ihnen dankbar für die Ablenkung nach dem Absturz sein soll“, knurrte ich, als seine Faust mit meinem Unterarm kollidierte. Ich nutzte die Chance sofort, und trat ihm mit Schmackes gegen den Oberschenkel, um ihn ein wenig aus dem Gleichgewicht zu bringen.

„Das war anders geplant, glaub mir“, sprach er und fing sich nach einem kurzen Schritt sofort wieder. Ich sprang zurück, um seinem Tritt auszuweichen und duckte mich nur einen Sekundenbruchteil später unter seiner Faust durch, bevor ich ihm einen Schlag meinerseits einbrachte.

„Glaub ich Ihnen sofort“, nickte ich und wich ein wenig zurück. Ich beobachtete den Commander wie ein Habicht, jede Beinbewegung, jede angetäuschte Annäherung. „Aber manchmal müssen wir auch mit den Geschehnissen gehen und uns anpassen, wenn über uns hinweg entschieden wird“, versuchte ich, ihn ein wenig zu triggern und blockte den Schlag, mit dem ich gerechnet hatte.

„Womit wir schon beim Thema wären“, nickte er, sichtlich unzufrieden und landete einen harten Treffer gegen meine Rippen, als ich seinen angetäuschten Tritt für zu voll nahm und seine Faust erst zu spät bemerkte.

„Kommen Sie schon, Shepard“, knurrte ich ein wenig und blies mir eine Haarsträhne aus dem Gesicht, die sich aus meinem Pferdeschwanz gelöst hatte. „Tun Sie nicht so, als würden Sie mir das nicht zutrauen“, warf ich ihm vor und grinste, als er meinen lockeren Fausthieb abwehrte und dadurch meinen rechten Fuß übersah, mit dem ich ihm gegen die Schulter trat. Er kam für einen kurzen Moment aus dem Gleichgewicht und ich zuckte schnell genug zurück, sodass er meinen Unterschenkel nicht mehr ergreifen konnte.

„Du weißt ganz genau, dass es nicht darum geht, Liz“, knurrte Shepard und ich machte einen merkwürdigen Ton, als ich einen Satz nach links machte, um seinem Angriff auszuweichen.

„Sie sind noch sturer als ich, Sie glauben doch nicht, dass Sie mal ne einfache Mission aussetzen, nur um sich für was Wichtigeres vorzubereiten?“, warf ich dem Commander vor und duckte mich in die Tiefe, um dem kräftigen Faustschlag zu entkommen.

„Es geht mir nur darum, in Entscheidungen eingebunden zu werden“, stellte er klar und wehrte meine Faust ab, bevor er mir mit der anderen Hand gegen das Schlüsselbein schlug.

„Liara war der Meinung, dass wir das nicht mehr abwarten können. Genau wie das restliche Bodenteam“, erwiderte ich, als der Fahrstuhl unten ankam.

„Was geht hier vor?“, fragte James alarmiert, und ich nutzte den kurzen Moment der Ablenkung, um Shepard beide Beine um den Oberkörper zu schlingen und ihn zu Fall zu bringen. Ich rollte mich ab und kam genauso schnell wieder auf die Füße, wie er. Erwartungsvoll sah ich ihn an, doch er schüttelte knapp den Kopf.

„Wir tanzen“, erwiderte ich über meine Schulter, ohne mich ablenken zu lassen. „Aber Shepard kann überhaupt nicht tanzen…“, murmelte ich leise.

„So etwas wie gestern wird nicht mehr vorkommen“, stellte Shepard fest und startete einen weiteren Angriff, den ich mühevoll blockte.

„Dann geben Sie was ab!“, fauchte ich, als ich James näherkommen sah und etwas sagen wollte, woraufhin ich mich in einem stählernen Schwitzkasten wiederfand. Ich machte ein quakendes Geräusch beim Einatmen und Garrus sah mich verwirrt an, als er uns mit verschränkten Armen beobachtete. Ich rettete mich mit einem Ellbogen in Shepards Magengrube, bevor er mich erneut packte und über die Schulter zu Boden warf. Mit einem unangenehmen Knall landete ich auf den harten Stahlplatten und rollte mich ab.

„Wenn ich das letzte Wort habe“, forderte der Commander eisern, und reichte mir die Hand. Mit einem grimmigen Nicken ergriff ich sie, und ließ mich auf die Füße ziehen. Mit einem vorwurfsvollen Blick ließ ich meine rechte Schulter knacken.

„Ist angekommen“, versicherte ich ihm ehrlich, auch wenn ich ihm ganz bewusst nichts versprach.

„Sehr schön! Ich muss so oder so noch was mit dir besprechen“, winkte der Commander ab, und legte mir einen Arm um die Schultern. „Ursprünglich wollte ich dir nur zeigen, dass da einige graue Barthaare dazugekommen sind. Damit du Bescheid weißt und dich ein wenig schlecht fühlst“, erklärte er, als wir an James vorbeikamen. Ich lächelte knapp, bevor ich mich weiter in Richtung des Fahrstuhls entführen ließ.

„Gibt niemanden, der sich deswegen jemals schlechter fühlen könnte, Commander“, beteuerte ich mit einem Nicken, als der Lift automatisch die Türen öffnete und wir einstiegen. Leise räusperte ich mich. „Geht’s um Ihr Gespräch mit Valern?“, wollte ich wissen, als er seinen Arm runternahm.

Leise seufzte er.

„Davon weißt du auch schon?“, fragte er tadelnd.

„Joker hat vielleicht was erwähnt…“, ruderte ich zurück und biss mir auf die Unterlippe.

Joker…Manchmal frage ich mich, ob der Kerl irgendwas für sich behalten kann…“, murmelte er, als wir das Loft erreichten und ich ihm zu dem schwarzen Sofa folgte. „Valern wollte nicht mit der Sprache rausrücken, worum genau es geht, aber…“, fing er an, als wir uns setzten. „…er hat Bedenken wegen Udina. Korruption und dergleichen“, erklärte John. Ich überschlug meine Beine und verschränkte die Arme.

„Der Kerl war mir noch nie sympathisch“, nickte ich und war irgendwie so überhaupt nicht überrascht von den Anschuldigungen.

„Ja, mir auch nicht. Es wird noch ein wenig dauern, bis wir dort sind, aber ich will herausfinden, was es mit Valerns Verdacht auf sich hat. Hattest du nochmal Kontakt mit Kaidan? Hat er irgendwelche Andeutungen gemacht?“, fragte Shepard und erinnerte mich an den letzten Schriftwechsel zurück. Langsam schüttelte ich den Kopf und öffnete mein Universalwerkzeug.

„Nein, nicht dass ich wüsste“, erwiderte ich nachdenklich. „Wir haben nicht viel über seinen neu erlangten Spectrestatus gesprochen. Es ging hauptsächlich drum, dass er bald aus dem Krankenhaus raus darf und sich drauf freut, wieder auf die Normandy zu dürfen“, erklärte ich und überflog die letzten Nachrichten.

„Dann ahnt er vielleicht noch gar nichts“, nickte Shepard nachdenklich, bevor er nach oben sah. „Joker, wie lange noch, bis wir die Citadel erreichen?“, wollte er wissen.

„Nicht mehr lange, vielleicht zwei Stunden, bis wir andocken können?“, erwiderte der Pilot.

„Das ist ne ziemliche Anschuldigung, Commander. Was tun wir, wenn er sich nur wegen der Genophage rächen will und wir Udina zu Unrecht beschuldigen?“, überlegte ich, doch er machte eine abwehrende Handbewegung.

„Wir fliegen ja nicht in voller Kampfmontur ein, um Udina festzunehmen…Ich werde ein Treffen mit Valern abhalten, und sehen, was ich von seinen Anschuldigungen halte. Für den Notfall wäre es mir aber lieber, ich hätte Rückendeckung“, sprach er ruhig.

„Mich?“, fragte ich nach einem kurzen Moment, was er mit einem Nicken beantwortete. „Ich bin bereit, wenn Sie es sind, Commander“, versprach ich, und sah auf die Uhr.

„Komm mir jetzt nicht wieder mit ‚Wir sollten die Zeit für ein wenig Schlaf nutzen‘“, mahnte er, und ich grinste unwillkürlich.

„Hey, wir hatten noch ganz andere Pläne, um Sie außer Gefecht zu setzen, so viel kann ich Ihnen verraten“, lachte ich für einen Moment und erhob mich von seiner Couch.

„Das glaub ich euch sofort. Eine üble Mischung, wenn man Joker mit Liara, Garrus und dir zu lange allein lässt“, kommentierte er, doch ich sah ihm genau an, dass er das nicht ernst meinte. Oder zumindest nicht todernst.

„Nur zu Ihrem Besten, Commander, ich versprechs, wirklich. Wir haben es für Ihren Bart getan“, erwiderte ich gutmütig und tätschelte ihm die Schulter.

„Ja, ich weiß…Dieser Krieg verlangt uns alles ab, da müssen wir aufeinander achten“, gab er zu, nachdem er sich ein deutliches Augenrollen erlaub hatte.

„Schön, dass Sie es einsehen“, sagte ich noch, tätschelte ihm die Schulter, und verließ sein Quartier.

Heute war Adams mit der Zubereitung der Crewverpflegung dran, und das Gerücht, dass es etwas mit Käse Überbackenes geben würde, hielt sich hartnäckig im Buschfunk der Normandy, das konnte und wollte ich nicht verpassen…



„Hammermäßig…Da freu ich mich schon seit vor Tuchanka drauf!“, sprach Steve, der mit James in der Küche stand und sich eine große Portion auf einen Teller hob.

„Ging nicht früher. Habt ihr ne Ahnung, wie viel von dem Trockenkäse ein ausgewachsener Kroganer runterschlingen kann? Wie hätten wir das überleben sollen?“, fragte Adams, der mir ebenfalls einen Teller in die Hand drückte. Ich warf Garrus ein zufriedenes Grinsen zu, und setzte mich neben ihm an den Tisch. Der Turianer aß etwas, dass dem Nudelauflauf verdammt ähnlich sah, aber wohl hauptsächlich aus Dextrofleisch bestand. In freudiger Erwartung stach ich meine Gabel in unser heutiges Mittagessen, als James sich leise räusperte.

„Hey, Scars, Lola…“, fing er an, und ich hielt mit der zweiten, gefüllten Gabel einen Moment inne. „Was hat Shepard auf Tuchanka gemeint? Mit dem Panzertürvorfall?“, wollte er wissen und ich merkte, dass ihn das schon eine Weile beschäftigte. Ich sah zu Garrus, der sich wenig hilfreich ein großes Fleischstück in den Mund schob, als der Primarch ebenfalls zu uns stieß.

„Das ist eine wirklich lange Geschichte…“, räusperte ich mich. Liara setzte sich mir gegenüber, als ich nach einem guten Punkt suchte, um die Selbstmordmission zu beschreiben.



Perspektivenwechsel: Jeff ‚Joker‘ Moreau, Flight Lieutenant der Allianz


„Ich geh was Essen, hältst du den Kurs?“, fragte ich EDI, nachdem wir das Massenportal hinter uns gelassen hatten. Die KI nickte, und ich stand mit einem leisen Ächzen auf. Mit langsamen Schritten marschierte ich auf die Treppen zu und stieg langsam hinunter, wodurch ich genau an Traynor vorbei kam.

„Flight Lieutenant Moreau, Sir“, nickte sie, und verkniff sich im letzten Moment einen Salut.

Joker“, erinnerte ich sie. „Komm, wir gehen was essen. Ohne die Kroganer steigt die Nahrungsqualität hier deutlich“, versprach ich ihr und stieg in den Fahrstuhl.



„Jedenfalls haben wir es durch das Tartarus-Trümmerfeld geschafft und die Heimatwelt der Kollektoren erreicht“, hörten wir Liz, und ich musste mich unwillkürlich räuspern, als wir den Fahrstuhlschacht umrundeten. „Dank Joker, der uns absolut souverän hingeflogen hat“, fügte die Soldatin an, sehr zu meiner Zufriedenheit.

„Allerdings!“, versicherte ich der versammelten Mannschaft.



Perspektivenwechsel: Elizabeth Adrienne Ryan, Staff Lieutenant der Allianz


„Shepard hat das ganze Bodenteam aufgeteilt. Tali und Legion sind durch den Schacht, um die Panzertüren für die Teams zu öffnen, während Jack, Miranda und ich die Hitzesiegel für die Techniker geöffnet haben“, erklärte ich knapp. Wir haben uns in der nächsten Kammer gesammelt und dort die Normandycrew gefunden“, fuhr ich fort und nickte Karin zu, die es sichtbar schüttelte, als sie sich zurückerinnerte. Mein Blick huschte für einen Moment zu Steve, bevor ich mich räusperte. „Wir mussten uns erneut aufteilen, Grunt und Mordin haben die Crew zum Schiff gebracht, Shepard ist mit Zaeed und Garrus durch die rechte Kammer marschiert, während Samara sie mit einem biotischen Schild vor den Seekerschwärmen geschützt hat“, erzählte ich, als Garrus mit den Mandibeln klackte.



Perspektivenwechsel: Garrus Vakarian, Reaperexperte der turianischen Hierarchie, Ex-Citadelsicherheitsofficer und Milizanführer


Ich klackte mit den Mandibeln und richtete mich ein wenig auf, als Victus interessiert zuhörte.

„Die Abwehrmaßnahme, die Mordin entwickelt hatte, war nutzlos gegen so viele Seeker auf einem Fleck. Das Ablenkungsteam hat es uns ermöglicht, recht unbehelligt durch die Zentralkammer zu gelangen. Uns kamen nur etliche Husks und kleinere Kollektorentruppen entgegen, nichts, womit wir nicht fertig geworden wären“, zuckte ich mit den Schultern. Karin seufzte leise.

„Wir haben derweil das Schiff erreicht, das von Hannah, unserer Shuttlepilotin und Joker wieder fit gemacht wurde. An Bord haben Mordin und ich die Wunden und Verletzungen versorgt“, erklärte die Ärztin, als Liz ein wenig unbehaglich auf ihrem Stuhl die Beine überschlug.



Perspektivenwechsel: Elizabeth Adrienne Ryan, Staff Lieutenant der Allianz


Viele Gesichter sahen mir entgegen, und ohne Wrex, den geborenen Geschichtenerzähler, war diese Runde irgendwie nicht das Gleiche. Shepard würde es wohl überhaupt nicht gut finden, wenn er uns jetzt hier alle wieder auf einem Haufen sehen würde, aber da konnte ich ihm auch nicht helfen.

Außerdem tat es Cambell und Westmoreland bestimmt gut, ihren Sicherheitsscanner mal sich selbst zu überlassen…

„Ich habe das Ablenkungsteam angeführt, Sieben Kopf stark. Jeder Feind, der den Commander und sein Team in Ruhe gelassen hat, kam uns entgegen. Und als wir dann schlussendlich vor der Panzertür festgenagelt wurden, die Shepard von der anderen Seite öffnen sollte, wurde es irgendwann ein wenig…knapp…“, sprach ich und schluckte. „Die Tür ging auf, ich hab Rückendeckung gegeben, während Shepards Team den Rückzug durch Sperrfeuer gedeckt hat“, sprach ich und mir war klar, dass ich zu leise sprach. Ich kaute kurz auf meiner Unterlippe.

„Und dann hat sie die Nerven, mir Befehle zu erteilen. ‚Haut ab und verriegelt die Panzertür!‘ hat sie gesagt, als hätte sie die Befehlsgewalt!“, sprach Shepard, der langsam an uns vorbei ging. Er sah die versammelte Crew, ließ jedoch keinen Kommentar ab. „Ein Sprung später, und alles war wieder in Ordnung. Garrus, Liz und ich haben mit der Rückendeckung des restlichen Teams die Basis hochgejagt, wir sind zurückgekehrt und kaum ein Jahr später sind wir hier und heilen die Genophage. So kanns gehen“, zuckte er mit den Schultern, und ich war ihm wirklich dankbar. Shepard sah auf seine Universalwerkzeuguhr, bevor er sich einen Teller aus dem Schrank nahm. „Wir erreichen die Citadel bald. Esst fertig und geht zurück auf eure Posten“, befahl er mit einer knappen, auffordernden Handbewegung und ich erhob mich eilig. Die letzten zwei Stücke des Auflaufs schob ich mir auf dem Weg zur Küche noch in den Mund, bevor ich meinen Teller aufräumte.

„Sie melden sich, wenn Sie einen Termin mit Valern haben, oder?“, fragte ich den Commander, der mir mit einem Nicken antwortete, als EDI eine Durchsage machte.

„Commander Shepard, Assistenz auf der Brücke ist erforderlich“, sprach die KI, und sogar Joker wurde schnell, als er die weibliche Stimme in der Intercom hörte…



„Was gibt’s?!“, rief Joker, der eilig hinter uns herhumpelte.

„Der Kontaktaufbau mit der Allianzkontrolle der Citadel erweist sich als ungewohnt schwierig, Jeff“, meldete sich die KI auf dem Copilotensessel. Ich machte dem Piloten Platz, und er ließ sich vorsichtig auf den Ledersitz fallen.

„Lass mal sehen…Allianzkontrolle, hier die SSV Normandy, erbitte Landeerlaubnis“, sprach der Flight Lieutenant in den Funk, als Garrus neben mir die Arme verschränkte und mit den Mandibeln klackte.

„Da stimmt was nicht“, kommentierte der Turianer, als Joker verwirrt den Kopf schüttelte.

„Aber wir sind doch im richtigen…“, murmelte er, und kontrollierte den Funkkanal. „Allianz-Kontrolle, hier die SSV-Normandy! Wir sind unterwegs zu Bucht 1-4, Zakera Bezirk, haben wir Landeerlaubnis?“, fragte der Pilot erneut nach, ohne dass wir eine Antwort erhielten. Ich runzelte die Stirn und aktivierte mein Universalwerkzeug.

„Ich versuchs mal bei Kaidan, vielleicht weiß er was“, murmelte ich leise und ging an James vorbei, ein wenig näher zur Luftschleuse. Ich rief ihn an, doch ich bekam ebenso wenig eine Antwort, wie Joker.

„Was ist da nur los, zum Teufel? Selbst wenns ne Fehlfunktion gibt, müssten die Backups online sein!“, rief der Pilot, als ich auf Shepards aufforderndes Nicken mit einem kurzen Kopfschütteln antwortete. „Ich hab ein übles Gefühl, lasst mich mal die Notsignalkanäle durchprobieren“, überlegte Joker.

„Thane?“, raunte Shepard mir zu, doch das hatte ich gerade ebenso erfolglos versucht.

„Hey, ja, hier ist Joker!“, sprach unser Pilot plötzlich. „Ja, wirklich, ohne Witz. Ich hab Thane in der Leitung, ich stell ihn auf laut“, gab er bekannt, und aktivierte die Lautsprecher.

„Hier Thane! Shepard, die Citadel wird angegriffen. Überall sind Cerberustruppen, sie haben Kontrolle über die Docks“, sprach plötzlich die Reibeisenstimme des Drells.

„Geht’s dir gut?“, fragte ich eilig, noch bevor Shepard den Mund öffnen konnte.

„Derzeit. Ich musste die Elitesoldaten im Krankenhaus umgehen und bin jetzt in einer Ladenfront auf dem Präsidium“, erwiderte der Drell, und ich schlug mir erschrocken die Hand vor den Mund.

„Grunt!“, rief ich und suchte eilig nach dem Kontakt zu Dr. Assague, doch auch er war nicht erreichbar. Panik machte sich in mir breit… Kein Kontakt zu Kaidan, Thane versteckte sich auf dem Präsidium, und Grunt lag im Krankenhaus, während die Station von Cerberus angegriffen wurde… Das hier war überhaupt nicht gut für meinen Blutdruck…

„Hat Kaidan es rausgeschafft?“, fragte Shepard und ich war einmal mehr von seiner äußerlichen Ruhe fasziniert.

„Wir wurden getrennt. Er sagte, er müsse den Rat schützen. Ich bin unterwegs zum Hauptquartier von C-Sicherheit“, gab Thane durch, und der Commander nickte entschlossen.

„Alles klar, Thane. Halt durch, wir fliegen mit dem Shuttle direkt zum Hauptquartier. Bereitmachen!“, befahl Shepard und marschierte los.

„Thane, halt den Kopf unten, ja? Wir sind gleich da, kann nicht mehr lange dauern!“, versprach ich dem Drell.

„Natürlich. Wir sehen uns in wenigen Augenblicken, Liz“, erwiderte Thane, und ich folgte Garrus eilig zum Fahrstuhl.



„Ich brauche euch drei, ein eingespieltes, sicheres Team ist jetzt wichtig“, sagte Shepard knapp, als ich mit ihnen runterfuhr.

Meine Gedanken spielten verrückt und drehten sich in irrwitziger Geschwindigkeit um Thane, Grunt und Kaidan.

„Lola“, machte James mich aufmerksam, und ich folgte ihm eilig, als der Lift unten ankam.

„Joker hat mich informiert, wir können sofort los!“, rief uns Cortez entgegen, und ich schlüpfte schnell in meine Panzerung. Als ich die Schlösser an den Stiefeln zusammenschob, fiel mein Blick auf die weiße Scorpion. Entschlossen befestigte ich sie an der Maschinenpistolenhalterung.

Wir konnten einen salarianischen Glücksbringer gebrauchen, und Waffenkraft sowieso…



Steve heizte das Shuttle durch die Citadel, immer mal wieder verzeichneten die Schilde einen Einschlag, der jedoch keinen großen Schaden hinterließ. Das Adrenalin, das durch meine Adern kochte, machte mir das Atmen schwer. Mit verschränkten Fingern saß ich neben James auf der Bank und starrte den Lüftungsschlitz an. Der Luftstromwandler bewegte sich langsam hin und her, als Cortez Alarm schlug.

„Eine halbe Minute bis zum C-Sec-Hauptquartier“, meldete er, und ich erhob mich von der Bank. Mir war ein wenig schlecht, und ich hatte ein verdammt ungutes Gefühl bei dieser Mission.

„Ich öffne die Panzertür“, warnte Shepard, und schlug auf den Türsensor. Ein heftiges Feuergefecht tauchte vor uns auf, und die C-Sicherheitsmitarbeiter hatten keine Chance gegen die Cerberustruppen, die sie vollkommen überrannten.

Ich hörte ein grimmiges, turianisches Knurren neben mir, als Shepard den Absprungbefehl gab und ich ihm folgte.



„Warnung: Aus dem Präsidium und den Bezirken Zakera, Tayseri, Bachjret, Kitoi und Aroch werden zivile Unruhen gemeldet“, sprach die C-Sec-VI-Durchsage, die ich über den Gefechtslärm kaum verstand.

„Ja?! Was du nicht sagst!“, rief Garrus, als ein Kampftechniker kurz davor war, ein Geschütz aufzustellen. Eilig nahm ich meine rechte Hand vom Sturmgewehr und zog meine Scorpion, mit der ich drei Explosivgeschosse auf die Rüstung der Cerberustruppe heftete. Shepard und James hatten auf der anderen Seite bereits genug mit zwei Hochleistungsgeschützen zu tun, da mussten Garrus und ich uns das Leben nicht auch noch zusätzlich schwer machen.

„Überlebende auf eurer Seite?“, fragte Shepard in die Teamintercom.

„Nein“, knurrten Garrus und ich gleichzeitig. Wir hatten bei jedem nachgesehen, doch zumeist hatten uns nur aufgerissene Augen entgegengeblickt, die in eine unbekannte Ferne starrten. Ich duckte mich, als vier Wachen hinter einem Zenturio näherkamen.

„Ich leg sie dir frei und gehe gegenüber in Deckung“, warnte ich den Turianer vor, und erhob mich hinter der Kiste.

Man sollte sich nicht vom Gefühlen leiten lassen, wenn man mit der Biotik hantierte.

Aber mittlerweile musste ich Wrex recht geben.

Es half mir ungemein, auch das letzte Bisschen des biotischen Potenzials auszuschöpfen, dass mir gegeben war.

„Verstanden!“, rief Garrus mir noch hinterher und wechselte eilig zu seiner Krysae, als ich den Sprung hinlegte. Der Schwung war beeindruckend, wenn man mich fragte, und recht zielführend. Die Schilde des Zenturios wurden durch den Aufprall zerfetzt und ich rammte ihn mit meinem Körper bis in die zweite Reihe der Wachtruppen. „Weg!“, rief Garrus, als ich mich eilig hinter der Mauer in Sicherheit brachte und meine Phaeston an die Schulter hob. Wir kesselten die Cerberustruppen ein, und so hatten sie keine großartige Chance. Garrus kam zu mir, und wir teilten einen instinktiven Handschlag, als er neben mir in Deckung ging.

BAMM!

„Guter Schuss!“, musste ich zugeben, als der Commander dem Sturmschützen den Schädel mit einem einzigen Schuss von den Schultern hob, und das, obwohl er gerade in Deckung gehechtet war. Sein durchschlagener Helm flog noch einige Meter weiter, während der kopflose Körper dumpf auf dem Boden landete.

„Shepard! Ein Glück, dass Sie hier sind!“, hörten wir plötzlich eine Stimme, nur wenige Meter vom Commander entfernt.

„Commander Bailey!“, erwiderte John und aktivierte im vollen Lauf sein Universalwerkzeug, um ihm Medigel auf die Schusswunde zu schmieren.

„Ich hab Sie nur mit Ihrem Team landen sehen, dachte nicht, dass Sie dieses Gefecht überleben“, murmelte der C-Sec-Officer, der die Medigelportion dankbar annahm.

„Was tun Sie hier?“, wollte der Commander wissen und startete ein Scanprogramm, direkt über der Wunde.

„Ich versuche, das Hauptquartier zurückzuerobern! Cerberus hat es eingenommen, sie haben das gesamte Überwachungsnetzwerk gekappt, wir sind völlig blind“, erklärte Bailey und nahm Shepards Hand in seine, um sich auf die Beine ziehen zu lassen. Das Medigel war sichtlich ausgehärtet und hatte die Wunde fest versiegelt.

„Wie schlimm ist es? Wissen Sie, ob die Ratsmitglieder noch am Leben sind?“, fragte Garrus mit einem beunruhigten Mandibelklacken.

„Ich weiß nur, dass sie sich getrennt haben! Wenn ich drinnen Zugriff auf das Überwachungsnetzwerk bekomme, kann ich mehr sagen“, nickte Bailey und hielt sich die verwundete Seite, als er auffordernd nickte.

„Dann los. Wir nehmen ihn in die Mitte und geben Feuerschutz“, befahl Shepard, und es dauerte nur einen Augenblick, bis wir unsere Formation um den C-Sec-Officer gebildet hatten.



„Lassen Sie mich mal sehen…“, murmelte Bailey nur einige Meter später, als wir ein Terminal erreicht hatten.

„Umgebung im Blick behalten“, befahl der Commander mit einem auffordernden Nicken, ohne seine Hurricane zu senken. Wortlos kamen wir dem Befehl nach, als Bailey den Computer aktivierte.

„Okay…oh, da haben wir doch was…Ratsherr Valern soll sich hier mit dem Executor treffen“, las er ab. „Achtung: Verrat von Innen sehr wahrscheinlich…sonst nicht viel, aber wenn er da drinnen ist…“, schüttelte er den Kopf.

„Wieso sollte sich ein Ratsmitglied mit dem Executor treffen?“, wollte Shepard wissen. Ich hielt weiterhin die Umgebung im Blick. Es war zu still, zu leise…

„Jemand von Bedeutung soll angeklagt werden und offenbar hat dieser Jemand Freunde bei Cerberus, die nun genau das verhindern wollen“, kombinierte Bailey, und ich sah zum Commander. Sein Kiefer zuckte für einen Moment, bevor er entschlossen nickte.

„Valern hat Udina erwähnt, aber das wäre Wahnsinn!“, warf Garrus ein.

„Das hier sind wahnsinnige Zeiten“, erwiderte ich knapp.

„Hat der überhaupt einen solchen Einfluss?“, fragte James.

„Wenn man jemanden braucht, der mehr darüber weiß, wen fragt man dann? Ein Mitglied des Rates“, schüttelte Bailey entsetzt den Kopf.

„Ein Ratsmitglied ist mir lieber als gar keins. Wo müssen wir hin?“, wollte der Commander wissen.

„Er ist wahrscheinlich im Büro des Executors, eine Position, die sich gut verteidigen lässt“, überlegte Garrus und Shepard nickte entschlossen.

„Auf geht’s, sichern wir Valern und finden heraus, was hier vor sich geht“, befahl er, und übernahm die Spitze.

„Einen Moment!“, rief Bailey und aktivierte sein Universalwerkzeug. Er tippte kurz, bevor das vom Commander und auch das Universalwerkzeug von Garrus, James und mir einen Verbindungsaufbau anzeigten. „Alles klar. So habe ich Sie alle auf dem Schirm“, nickte er, und Shepard marschierte mit erhobener Maschinenpistole los.



„Thane, hast du mitgehört?“, fragte der Commander plötzlich, und mein Kopf ruckte so eilig in seine Richtung, dass ich beinahe über einen großen Stahlbrocken am Boden gestolpert wäre.

„Ja! Ich nähere mich dem Gebäude, aber das Rennen fällt mir schwer! Ich versuche, so bald wie möglich zu euch zu stoßen!“, gab der Drell durch, und ich hörte seine angestrengte Atmung ganz deutlich.

„Pass auf dich auf, und mach langsam!“, rief ich ein wenig panisch in Shepards Richtung.

„Natürlich. Bis gleich“, meldete Thane sich ab, und trennte die Verbindung.

„Wie haben Sie ihn erreicht?!“, fragte ich ein wenig schockiert. Ich hatte sämtliche Kanäle durchprobiert, und keine Antwort erhalten.

„Der Notfallcode vom Selbstmordkommando“, erwiderte Shepard knapp und zuckte im Laufschritt mit den Schultern, bevor er den Türsensor betätigte, der uns in den nächsten Raum führte.



Sofort erhob Shepard eine geschlossene Faust.

„Garrus“, sprach er beinahe lautlos, und binnen weniger Sekunden fielen zwei absolut perfekte Kopfschüsse, die die beiden Cerberustruppen auf der anderen Raumseite niederstreckten, bevor sie das Türschloss hacken konnten. Der Commander rückte vor, und bog nach links ab. „Deckung nehmen, schaltet sie aus!“, befahl er, als uns die nächsten Cerberussoldaten. Ich rammte die beiden Wachen mit einem Novaimpuls zu Boden, damit wir ein wenig Zeit gewannen, und verschanzte mich dann neben James am oberen Treppenabsatz.

„Geschütz!“, warnte Garrus den Commander, mit dem er gemeinsam weiter vorrückte. Das gewohnte Surren erklang, und binnen weniger Sekunden war das Hochleistungsgeschütz aktiviert und startete den Beschuss.

„Überlasten!“, forderte John und der Turianer machte eine knappe, intuitive Handbewegung, die den Sabotageangriff seines Universalwerkzeugs triggerte.

„Bleib unten!“, sprach James neben mir, und erhob sich mit voll geladenem Maschinengewehr. Die Revenant brachte die beiden letzten Zenturios zu Fall, als auch das Geschütz den Geist auf und den Weg frei gab.

„Bailey, in der Lobby hatten sich Truppen verschanzt“, gab Shepard in den Funk durch.

„Ich sehe alles über die Kamerafeeds! Die sind überall, auf der ganzen Station!“, antwortete er knapp, als Garrus neben einer Menschenfrau in die Hocke ging.

„Eintrittswunde am Hinterkopf. Kein aufgesetzter Schuss, eher ein Überraschungsangriff, als eine Hinrichtung. Das war absolut skrupelloser Verrat“, erkannte er, bevor er sich wieder aufrichtete.

„Wie auf dem Mars. Verdammt, Cerberus steht offenbar auf Schläferagenten“, knurrte Shepard.

„Das werden sie bereuen…“, murmelte James aufgebracht.

„Auf jeden Fall“, versprach ich ihm, und folgte dem Commander in den nächsten Raum.



„Richfield! Lamont?!“, rief Garrus, als wir den Fahrstuhl verlassen hatten.

„Psst! Willst du die ganze Station auf uns aufmerksam machen, Scars?“, fragte James herrisch.

„Wenn Schüsse ihre Aufmerksamkeit nicht wecken…wird es mir auch nicht gelingen“, erwiderte der Turianer niedergeschlagen. Manchmal verdrängte ich, dass er hier einen Großteil seines Erwachsenenlebens verbracht und mit Sicherheit einige Freunde hatte…

„Es tut mir so leid, Garrus“, sprach ich leise, als Shepard die Türsteuerung fand, die uns weiterbrachte.



„Liz?“, fragte der Commander, als die beiden Cerberustruppen am anderen Ende des Flurs auftauchten. Ich nickte knapp, und riss meine Hand hoch. Meine Biotik war sowas von begierig, eingesetzt zu werden, dass ich mich gegen die konventionelle Waffengewalt entschied und sie in eine Fremdkörperbarriere packte, bevor ich sie mit einem Warpangriff langsam zerfetzte. Man sah ihnen nicht viel an, als wir an ihnen vorbeikamen, doch ich wollte die Rüstung nicht öffnen, um das Innere genauer zu betrachten…

„Wisst ihr, was mir überhaupt nicht gefällt?“, fragte Garrus in die angespannte Stille hinein als wir eilig durch einen langen Flur schlichen.

„Hmm?“, erwiderte Shepard, ohne die Umgebung auch nur eine Sekunde aus den Augen zu lassen.

„Erst die Rachni, und nun sind wir hier auf der Citadel, um die Station zurückzuerobern. Liz, wir brauchen eine zweite Castingshow“, murmelte er und sicherte einen weiteren Gang, der unseren Flur kreuzte.

„Das können wir bestimmt kombinieren“, winkte ich ab, als wir erneut auf Cerberustruppen stießen und eilig in Deckung gingen. „Wer die Rachni überlebt, wird auf die Citadel losgelassen!“, schrie ich laut genug, damit der Turianer mich hörte. Ich riss den Zenturio, dessen Schilde von Shepard schon gut dezimiert wurden, aus der Deckung und somit genau vor den Lauf von James‘ Maschinengewehr.

„Weiter vorrücken!“, befahl Shepard, als ich zu meiner Viper wechselte, um es mit der verdammten Nemesis auf der anderen Seite des Büros aufnehmen zu können. „Garrus, wie weit noch?“, wollte er wissen, als ich der Scharfschützin mit drei Kugeln das Leben nahm. Sie explodierte, und ich zog den Lauf weiter, um mich den Wachtruppen zu widmen.

„Nur noch da vorne die Treppen hoch!“, antwortete der Turianer und deutete auf einen etwas dunkleren Bereich links von uns. Shepard verpasste einem Zenturio einen Kopfschuss, und machte dann eine auffordernde Handbewegung.

„Dann los!“, befahl er grimmig.



„Bailey, den Executor und zwei salarianische Leibwächter hats erwischt“, gab Shepard durch, als wir das Executorbüro erreicht hatten. Die Lichter waren aus, der Raum wurde nur von außen beleuchtet. Zwei leblos zusammengesunkene Salarianer lagen vor und neben dem Schreibtisch, der C-Sec-Executor saß noch auf seinem Bürostuhl, mit einer großen Schusswunde, direkt zwischen den Augen.

„Suchen Sie weiter, solange Sie die Leiche des Ratsherrn nicht gefunden haben, würde ich ihn nicht abschreiben!“, antwortete Bailey, als Garrus neben mir in den Raum unter uns sah. Der Visor scannte jede Ecke, und ich hörte ein konzentriertes Mandibelklacken, als sich plötzlich ein Stuhl bewegte.

„Da!“, rief der Turianer, und Shepard warf einen knappen Blick nach unten, als Valern seine optische Tarnung deaktivierte und aufstand.

„Wir haben ihn Bailey, offenbar unverletzt“, gab der Commander an das Hauptquartier durch, und nickte auffordernd in meine Richtung.

„Bringen Sie ihn in Sicherheit!“, rief Bailey in den Funk, als ich ein paar Schritte auf die Treppe zumachte und meine Phaeston wegsteckte, um dem Ratsherrn nicht noch unnötige Panik einzuflößen. James folgte mir mit einem knappen Meter Abstand, als Garrus plötzlich einen erschrockenen Laut ausstieß.

„Shepard!“, schrie ich, als ich den Mann sah, der aus dem Nichts direkt vor Valern gelandet war. Eilig übersprang ich das Treppengeländer, als Shepard die Glasscheibe durchschoss und den direkten Weg nach unten wählte.

„Waffen, Lola!“, fuhr James mich an, und ich zog mein Sturmgewehr schnell wieder von der Rückenplatte, während ich die Hand von der Pistole nahm.

„Denken Sie nicht mal dran…“, drohte Shepard mit erhobener Maschinenpistole, als der Cerberusagent den Salarianer mit Leichtigkeit übersprang und eine Hand hob. Offenbar war sein Handschuh mit einem Energierepulsor ausgestattet, den er stur auf den Kopf des Ratsherrn zielte.

Langsam und vorsichtig näherten wir uns, und vier Läufe konzentrierten sich auf den Schädel des Attentäters.

„Shepard, er wird uns alle töten!“, prophezeite Valern panisch.

„Das bleibt abzuwarten“, erwiderte Shepard unbeeindruckt.

„Udina plant einen Putsch! Die anderen Ratsmitglieder sind in seiner Hand, er wird sie an Cerberus übergeben!“, sprach der Salarianer eilig.

„Vier Elitesoldaten gegen einen. Es ist vorbei“, mahnte Shepard, als der Agent plötzlich grinste.

„Nein…Jetzt machts erst richtig Spaß“, erwiderte er mit einer rauen Stimme, als eine weitere Figur von den Deckenbalken sprang und direkt hinter ihm landete.

Thane“, flüsterte ich, als der Drell seine Pistole direkt auf den Cerberusagenten richtete. Mir blieb für einen Moment die Luft weg, als der unbekannte Mann plötzlich an den Waffenlauf griff und ihn zur Seite riss. Ich machte einen Schritt nach vorne, als Thane den Agenten mit sichtbarer Leichtigkeit abwehrte und Shepard den Ratsherren in James‘ Arme schob. Es geschah in einem einzigen Sekundenbruchteil, dass der Drell plötzlich neben mir landete und mit dem Bewegungsschwung auf die Füße sprang. Er gab zwei Schüsse ab, doch… der Agent war weg.

„Wa…“, brachte Shepard heraus, als plötzlich eine Blendgranate explodierte und ich nur noch grelles Weiß vor den Augen sah. Ich blinzelte panisch und griff blind nach dem Salarianer vor mir, um ihn zu schützen.

„Hab Sie!“, keuchte ich und fühlte eine Hand an meinem Oberarm.

Ich spürte die Biotik des Drells, als etwas durch die Luft zischte. Es dauerte eine grausame Ewigkeit, bis ich wieder sehen konnte.

Mir blieb die Luft weg.

Thanes Pistole lag auf dem Boden, außer Reichweite. Er hatte den Attentäter, der ein Katana in der Hand hielt, in einen unfairen aber dennoch ausgewogenen Kampf verwickelt. Ich fuhr meine Biotik hoch, als Thane ausholte, und…

THANE!“, schrie ich panisch, als der Cerberusagent ihm die Klinge durch den Körper stach. Garrus keuchte auf und machte einen geistesgegenwärtigen Schritt nach vorne, als der Attentäter sein Schwert befreite und mit einem Sprung nach hinten das Weite suchte. Der Turianer bewahrte den Drell vor dem harten Fußboden, indem er ihm eilig an den Rücken griff und ihn sanft zu Boden ließ.

Ich war erstarrt.

Es war SO viel Blut, frisches Blut, überall

Wann ich die vier Meter überbrückt hatte und auf die Knie gefallen war? Ich wusste es nicht mehr.

Nur schemenhaft bekam ich mit, dass Shepard dem Attentäter folgte.

„Du musst atmen, denk dran, immer atmen, einfach atmen“, brabbelte ich überfordert und schmierte eine große Medigelportion auf die Bauchwunde, während ich ein wenig hyperventilierte.

„Er wurde erstochen, er bekommt kein Kind!“, erinnerte mich Garrus. Offenbar war die panische Flachatmung unter Turianern nicht sonderlich verbreitet. Rein instinktiv schlug ich ihm gegen die gepanzerte Schulter und öffnete mein Universalwerkzeug.

„Bailey, wir brauchen sofort medizinische Hilfe!“, schrie ich in den Funk.

„Ihr…ich hab Zeit…ihr müsst hinterher…“, keuchte Thane und schloss für einen Moment die Augen.

„Das wird wehtun, tut mir leid, wirklich…“, entschuldigte ich mich und nickte Garrus auffordernd zu, damit er den Oberkörper des Drells anhob. „Ich muss die Wunde versorgen, es blutet so stark…“, sprach ich mit zittriger Stimme und schmierte mehr Medigel auf die Austrittswunde am Rücken. Schnelle Schritte näherten sich, und ich sah auf.

„Der Mistkerl ist entkommen“, sprach James, als ich Garrus half, Thane langsam an der Wand anzulehnen, damit ihm das Atmen leichter fiel.

Ich schluckte.

„Ihr müsst ihn schnappen“, hustete er und ich zwang mich zu einem Lächeln, bevor er angestrengt die Augen schloss.

„Ich bleibe hier und warte mit ihm auf die Citadelsicherheit“, hörte ich plötzlich den salarianischen Ratsherrn, als Shepard zu uns kam.

„Bailey schickt sofort jemanden her, damit Thane versorgt wird. Wir müssen weiter, sofort!“, befahl er, und seine Stimme allein ließ keinen Widerspruch zu. Von seinem ernsten Gesicht ganz zu schweigen.

Kurz schloss ich die Augen, bevor ich mich zögerlich erhob.

Ein Lächeln auf den grünen Lippen.

„Geh“, sprach er mit fester Stimme, und ich folgte dem Commander zu dem C-Sec-Skycar.



Mir war schlecht.

Ich rieb über den linken Handschuh, um das Blut loszuwerden.

„Sie müssten die Position des Rats auf der Navi-Karte haben, Commander“, unterbrach Bailey die angespannte Stille. John räusperte sich leise, mir war gar nicht aufgefallen, dass er am Steuer saß. Gerade war es mir auch egal.

„Ich sehs. Wir sind fast da“, antwortete Shepard konzentriert. Ich schloss für eine Sekunde die Augen, als das Shuttle plötzlich erschüttert wurde. Panisch riss ich die Augen wieder auf und sah den Cerberusagent, der auf der großen Windschutzscheibe des Skycars stand. Er starrte Shepard mit verdeckten Augen an und zog sein Schwert. James, der auf dem Beifahrersitz saß, zog eilig seine Pistole, doch jedes Projektil blieb in dem kugelsicheren Glas stecken.

„Tu was!“, fuhr Garrus mich an, als der Attentäter aus unserem Sichtfeld verschwand.

„Was denn?!“, erwiderte ich eilig, als er mir einen turianischen Ellbogen in die Rippen rammte. Durch die Panzerungsplatten spürte ich ihn kaum, sonst hätte er genau die Stelle erwischt, die noch vom Commander lädiert war.

„Übernimm das Steuer!“, knurrte Shepard und riss die Tür auf.

„Loco!“, rief James und griff eilig ans Lenkrad, als der Commander seine Pistole zog und sich aus dem Skycar hangelte. Er eröffnete das Feuer, und ich machte einen merkwürdigen Versuch, über Garrus in seine Richtung zu kommen, während der Turianer sein Sturmgewehr zog und es dabei in der Dachverkleidung verhakte.

„Motorenleistung beeinträchtigt“, sprach die Skycar-VI.

LOCO!“; schrie James, als eine Warnmeldung nach der anderen auftauchte. Ich gab meinen Versuch auf, als ein heftiger Ruck durch den Streifenwagen ging, und ich mir den Kopf an Garrus‘ Oberschenkelplatte stieß. Eilig ruderte ich zurück, als Shepard knurrend zurück ins Shuttle kam und James mit seinem Hintern zurück auf den Beifahrersitz scheuchte.

„Oh, wir schmieren ab…“, winselte ich und ergriff die Hand, die Garrus mir anbot, als das Skycar langsam aber sicher abstürzte.

„Ruhig bleiben, Männer“, befahl der Commander, als würden wir uns nicht einige hundert Meter über festem Boden befinden, in einem abstürzenden Streifenwagen der C-Sicherheit. Dennoch räusperte ich mich leise. „…Und Liz“, fügte er hinzu und unternahm einen letzten Versuch, das Skycar wieder hochzubringen. Überall entwickelte sich Rauch, die Sichtweite war nicht annähernd ausreichend bei dem Tempo.

„Bei den Geistern…lasst mich nicht so enden“, murmelte Garrus, und ich packte seine Hand noch fester, als wir mit etwas kollidierten. Ich sah nicht, was es war. Ich hatte meine Augen geschlossen und war so überhaupt nicht drauf aus, sie allzu bald wieder zu öffnen.

„Festhalten!“, knurrte Shepard, und ich spürte die turianische Hand, die sich noch fester um meine schloss. Ich wagte es, das rechte Auge einen Spalt zu öffnen.

BAMM!

KRRRRRRCCCHHHHHZZZZZZZZZCHCHCH!

BUMM!

„Raus hier, bevor das Ding hochgeht“, hörte ich den Commander, als das Skycar offenbar eine heftige Bruchlandung hingelegt hatte.

„Lola, Scars, raus mit euch!“, befahl James lautstark, und ich kämpfte gegen den Schwindel an, als ich seine Hand ergriff und einen Augenblick später aus dem Skycar gezogen wurde.

„Nicht kotzen!“, rief Garrus mir atemlos hinterher, bevor er folgte.

„Würde mir nie einfallen…“, keuchte ich und hielt mir die Rippen, als der Boden langsam weniger schwankte. Ich hörte einen Schrei, und Shepard, der bereits wieder aufrecht stand und die Umgebung in Augenschein nahm, zog seine Pistole.

„Runter!“, rief er, als ich ebenfalls nach meinem Sturmgewehr griff und James‘ Hand mit einer gemurmelten Entschuldigung losließ. Eine Frau rannte über den Balkon, direkt vor das Visier eines Sturmschützen. Shepard erledigte ihn mit drei perfekten Schüssen, und die Frau rettete sich hinter eine Tür.

„Was ist da los, mir wird angezeigt, dass Ihr Wagen angehalten hat?“, fragte Bailey, als wir unsere Formation wiederfanden und losmarschierten.

„Wir sind zu Fuß unterwegs. Haben Sie Thane erreicht?“, erwiderte Shepard knapp.

„Er wird versorgt! Aber ich kann den Rat nicht erreichen, die Wachen sind tot. Wenigstens empfangen wir noch Lebenszeichen von den Transpondern, der Rat ist also noch am Leben. Die Frage ist nur, wie lange noch“, sprach Bailey angespannt.

Ich fragte nicht weiter nach. Das würde niemandem helfen, weder Thane, noch dem Rat, und uns auch nicht. Ich musste mich konzentrieren.

„Feindliches Shuttle, Commander!“, warnte James, als sich ein Kodiak mit offensichtlicher Cerberuslackierung näherte.

„Bereitmachen!“, befahl John, als die Shuttletür geöffnet wurde und Cerberustruppen heraussprangen. Ich hob mein Sturmgewehr an die Schulter und beschoss die beiden Sturmschützen, eine Barriere ersetzte meine Schilde, als sie unter dem Beschuss ausfielen. Hinter uns explodierte etwas, doch ein schneller Blick über meine Schulter zeigte, dass es nur der Streifenwagen war, der wohl endgültig den Geist aufgegeben hatte. Eine schnelle Bewegung im Schatten riss meine Aufmerksamkeit wieder von dem ausbrennenden Skycar zu den Cerberustruppen.

„Was bist du denn?!“, fragte ich, als eine schlanke Figur zu den starkgepanzerten Bodentruppen stieß und ein Schwert zog. Ich riss meine Biotik nach vorne und spürte deutlich, wie sie mit der Barriere des Phantoms verschmolz.

„Bailey, können Sie den Rat über die Transponder lokalisieren?“, fragte Shepard, der es mit einer Nemesis am anderen Balkonende aufnahm, nachdem sie seine massiven Schilde beinahe auf Null gebracht hatte.

„Sie sind unterwegs zum Shuttlelandeplatz über der Shalmar Plaza. Udina ist bei ihnen!“, meldete der C-Sec-Commander zurück. „Wenn er sie in Reichweite dieses Attentäters bringt, ist alles vorbei!“, mahnte er, als das Phantom zu einem Sprint ansetzte. Für einen kurzen Moment wurde ich von Garrus‘ Aufschrei abgelenkt, als ein Zenturio nur wenige Meter vor ihm landete und seinen Schockstab zog.

„Lo…!“, hörte ich nur noch und riss geistesgegenwärtig meine Universalklinge hoch, um den Schwerthieb zu parieren. Mit großen Augen konzentrierte ich meine Biotik, als ihre Barriere unter Shepards Beschuss zerplatzte, und rammte sie mit einem unnachgiebigen Schub in die Tiefe.

„Schwerter, Schilde…Wenn uns jetzt noch einer mit Pfeil und Bogen beschießt, kündige ich!“, schwor ich James ein wenig atemlos und folgte Shepard, der einen neuen NaviPunkt von Bailey erhalten hatte.

„Das war knapp! Nicht zu unterschätzen!“, erwiderte James, als wir weiter vorrückten und seine Schilde plötzlich mit einem einzigen Schuss ausfielen.

Hu!“, machte ich, und schubste ihn mit biotische Unterstützung in Deckung, bevor ich ihm mit einem Hechtsprung folgte.

„Verdammte Nemesis!“, schrie Shepard aufgebracht und zog seine Black Widow, als ein weiteres Phantom auftauchte, von drei Sturmschützen und einem Zenturio begleitet. Bei jedem Versuch, sich aus der Deckung zu lehnen, hatte die Scharfschützin uns im Visier, und ich tauschte einen knappen, vielsagenden Blick mit dem Commander, bevor er nickte. Ich legte eine Hand auf den Rand des Hochbeets, zog mich nach oben und fuhr mit der Bewegung die Biotik hoch, um mich nach vorne zu katapultieren. Mit einer Handbewegung triggerte ich die Nova, als ich die Nemesis gegen die Wand rammte und brachte damit zwei der Sturmschützen zu Fall, als die Scharfschützin explodierte. Eine Klinge raste auf mich zu, als ich mich eilig duckte und mit einem zweiten Sprung zurück zu meinen Kameraden brachte. Keuchend ging ich neben James in Deckung, als der Commander volle drei Schuss auf das Phantom verriss und fluchend nachlud.

„Was fällt denen als nächstes ein?!“, knurrte er. James und Garrus kümmerten sich mehr als erfolgreich um den Zenturio und seine Sturmschützen, während ich den kurzen Moment nutzte, um Luft zu holen. Ich schloss für einen Augenblick die Augen, bevor ich mich zusammenriss und die Phaeston an die Schulter hob.

Es musste weitergehen...

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Hallo ihr Lieben!
Heute melde ich mich mal wieder hier unten :-D
Es gibt schlechte Nachrichten für die Besatzung der Normandy...die Citadel wurde von Cerberus gestürmt!
Thane, zu dem sie kurz Kontakt hatten, schwebt nach der Begegnung mit dem mysteriösen Attentäter in Lebensgefahr, und zu Grunt und Kaidan besteht keinerlei Kontakt.
Dazu kommt, dass der Rat von dem korrupten Udina in Gefahr gebracht wird.
Bleibt nur die Frage: Können sie das schaffen?
Hoffen wir, dass unsere Helden bald mit einem freudigen "Yo, wir schaffen das!" antworten können... XD
Denn wenn es jemanden gibt, der die Situation noch retten kann, ist das ja wohl Commander Shepard und seine tollkühne Crew!
Liebe Grüße und bis bald,
Angel
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