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An der Front

GeschichteAllgemein / P18 / Gen
Commander Shepard Garrus "Archangel" Vakarian James Vega Jeff "Joker" Moreau OC (Own Character) Urdnot Wrex
25.12.2013
25.04.2021
155
725.182
43
Alle Kapitel
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Dieses Kapitel
2 Reviews
 
06.04.2021 7.328
 
Hallihallo ihr Lieben!
Heute gibts mal wieder ein kleines Bisschen Action, wir haben Noveria erreicht, und es wird Zeit, dass der Plan durchgeführt wird ;-)
Viel Spaß beim Lesen!
Angel
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„Ich fühle mich wie damals, als wir die Normandy gekidnappt haben, um nach Ilos zu kommen“, sprach ich nervös und ging im Shuttle auf und ab.

„Noch können wir umkehren und behaupten, wir hätten nen Testflug mit den neuen Stabilitätsdämpfern gemacht“, warf Steve aus dem Cockpit ein.

„Ja, weil uns das jemand glaubt“, erwiderte ich mit einem Augenrollen und griff nach meinem Sturmgewehr, das ich noch nicht an meiner Rückenplatte befestigt hatte.

„Ich mein ja nur…Shepard wird verdammt sauer sein“, warf der Pilot ein.

„Er wird es überstehen, da bin ich mir sicher“, sprach Garrus. „Solange wir Liara nicht mitnehmen, kann uns nicht viel passieren“, beruhigte er Steve, aber ich war mir nicht sicher, ob das so hilfreich war.

„Mensch…wir haben eine Mission. Jetzt ist keine Zeit für Zweifel“, sprach Javik, der trotzdem noch mit verschränkten Armen auf der Bank saß und ein wenig schmollte.

„Ja, ja… ich hab Blickkontakt zur Basis. Wie Liara gesagt hat, da gibt’s eine kleine Landeplattform, direkt über dem Hauptlandeplatz“, erkannte Steve. „Ich kriege euch da unerkannt rein, aber dann muss es jetzt sofort sein“, erklärte er, und ich sah zu Garrus. Der Turianer nickte, und zog seine Phaeston.

„Ziehen wir es durch, Steve“, befahl ich endgültig und zog ebenfalls mein Sturmgewehr. EDI erhob sich und nahm ihre Maschinenpistole von der Hüfthalterung, während Javik sein Partikelgewehr an die Schulter hob.

„Zu Befehl. Lasst das mal gut gehen…“, murmelte Steve kopfschüttelnd.

„Jetzt tu nicht so, als wären wir ohne Shepard absolut aufgeschmissen. Wir kriegen das schon hin!“, versicherte ich dem Shuttlepiloten und schlug gegen den Türsensor, als er das Kodiak geradezog und auf Absprungposition brachte. „Wie abgesprochen, wir bleiben zusammen, schalten die Verteidigungsanlagen aus und räumen der Allianz den Weg frei. Auf geht’s!“, befahl ich und sprang aus dem Kodiak.



Garrus lief, um fast zwei Meter versetzt, zu meiner Linken hinter mir, während Javik sich rechts von mir auf Höhe des Turianers hielt. EDI lief direkt hinter mir zwischen den beiden Soldaten und Steve hatte einen Sicherheitsabstand zwischen die Basis und das Kodiak gebracht, um uns im Notfall rausholen zu können, ohne entdeckt zu werden.

Der Wind war eiskalt, und biss unangenehm am Gesicht, aber nach unserem recht kurzen Morgen war es vielleicht nicht schlecht, ein wenig harscher aufgeweckt zu werden.

Außerdem war es ein kleiner Vorgeschmack auf die Strafe, die zweifellos auf uns wartete, sobald Shepard von unserem Ausflug auf den Eisplaneten erfuhr.

„Feindpräsenz auf 12!“, rief ich über meine Schulter und eröffnete das Feuer, als die Cerberusbodentruppen vor uns auftauchten.

„Nemesis positioniert sich, Lieutenant“, meldete sich EDI, die neben mir in Deckung ging. In der Hocke ging ihr der Schnee bis zum Knie, doch das schien sie nicht zu stören.

„Köpfe unten halten! Garrus, bleib hinten und schalte sie aus der Ferne aus! EDI, Schilde ausschalten, Javik, wir gehen nach vorne!“, befahl ich und sprang über eine halbhohe Mauer, um mich weiter vorne hinter eine Kiste zu ducken.

„Sie werden meine Rache spüren, Lieutenant“, erwiderte der Protheaner.

„Das hoffe ich doch!“, rief ich über meine Schulter, und legte das Sturmgewehr an. Die erste Salve riss einem Sturmschützen den Kopf von den Schultern, als der Zenturio neben ihm durch einen Überlastungsangriff seine Schilde verlor. Es verging nur ein winziger Moment, bevor ich den Lauf meiner Phaeston in seine Richtung ziehen konnte und einige Kugeln die ungeschützten Panzerungsplatten durchschlugen.

„Stirb!“, rief Javik und warf einen Schmetterangriff mit seiner fremdartigen Biotik auf zwei Wachen, als die Nemesis sich endlich durch ihren roten Ziellaser zeigte.

„Die gehört mir“, meldete sich Garrus, und ich hörte das Einzoomgeräusch der Krysae, bevor die Scharfschützin mit zwei perfekten Schüssen getroffen wurde. Sie explodierte heftig, aber meine Konzentration lag auf dem Zenturio links von uns, der eine ganze Horde Sturmschützen und Wachen ins Feld führte.

„Feinde nähern sich von links“, gab ich an meine Kameraden durch, als ein richtig eisiger Wind aufkam, der einige Schneeflocken aufwirbelte.

„Sichtweite wird beeinträchtigt. Ich empfehle die Verwendung von unterstützenden Zielsuchvorrichtungen und Thermozielfernrohren“, hörte ich EDI, und daraufhin Garrus‘ Lachen.

„Ja! Ich will nie wieder nen blöden Spruch wegen meinem Visor hören, Liz!“, höhnte er, als der Schneesturm immer stärker wurde. Mit einem Augenrollen streckte ich meine Hand nach vorne aus und spürte mit meiner Biotik nach den Wachen, die der Turianer eine nach der anderen ausschaltete. Mit einem kräftigen Schub stoppte ich ihr Vorankommen und setzte sie auf den Hintern, damit sie Javik und mir nicht zu nah kommen konnten.

„Kannst du das auch mit deinem tollen Visor?“, fragte ich grimmig nach hinten, als eine Raptorkugel neben EDI einschlug. Der rote Ziellaser leuchtete die Schneeflocken an, doch bevor ich meine Viper ziehen konnte, fand die Nemesis ihr Ende durch eine ordentliche Salve aus dem protheanischen Partikelgewehr.

„Täuschkörper wird eingesetzt!“, meldete sich EDI, als wir angefunkt wurden.

„Wie läufts bei euch?“, fragte Liara, in einem merkwürdig beiläufigen Ton.

„Ist er wach?“, erwiderte ich zähneknirschend.

„John? Nein. Vega, ja schon eher“, antwortete sie, und ich hörte ein Räuspern.

„Denk dran, dass das hier quasi deine Idee war, Liara. Hey, James, was macht der…“, fing ich an und machte einen gewagten Sprung gegen einen schildlosen Zenturio, um mehr Boden gutzumachen. „…Rücken?“, knurrte ich und brachte einen heftigen Novaimpuls zustande, der den beiden Sturmschützen vor mir nicht sonderlich guttat.

„Dem geht’s prima, wieso habt ihr nichts gesagt?“, fragte die empörte Stimme des Kaliforniers, doch mit dem beinahe endlosen Nachschub an Cerberustruppen blieb mir keine Zeit für Erklärungen.

„Vorrücken, wir müssen zum Kontrollraum!“, befahl ich über meine Schulter hinweg und gab meinen Kameraden Feuerschutz, damit sie mir folgen konnten. „Beeil dich, Garrus!“, forderte ich den Turianer auf.

„Ich bin doch hier!“, erwiderte er und joggte zu uns. Ich nickte zufrieden, und zog meine Viper, um mit dem Zielfernrohr die Umgebung direkt vor uns zu scannen.

„Weitere Truppen sammeln sich im Inneren der Basis. Wir sollten die Verteidigungsanlagen im Kontrollraum deaktivieren, damit die Allianz landen kann“, sprach EDI neben mir, als ihr Täuschkörper sich in Luft auflöste. Ich nickte, und hob mein Scharfschützengewehr über meine linke Schulter, bevor ich mit Rechts nach hinten griff um meine Phaeston zu ziehen.

„Haben wir schon Kontakt zur Allianz, Joker?“, fragte ich in den Funk und erhob mich, um die Spitze zu übernehmen. Vorsichtig, aber dennoch zügig ging ich voran und war heilfroh, als der heftige Schneefall etwas sanfter wurde.

„Die Wellington ist im Orbit und wartet darauf, dass die Verteidigungsanlagen deaktiviert werden. Sie kommen mit den Shuttles rein, sobald es möglich ist“, antwortete der Pilot. „Ich geb ihm deinen Kontakt weiter, oder?“, fragte Joker, als Garrus‘ Explosivkugeln einen Sturmschützen direkt über uns sprengten. Gewebeteile und dunkles Blut regneten auf uns nieder, von einigen mehr oder weniger weißen Rüstungsteilen begleitet.

„Ja…bitte“, erwiderte ich und warf dem Turianer einen pikierten Blick zu.

„Was? Wärs dir lieber, er hätte uns erwischt?“, fragte er mit einem Mandibelklacken und nahm seinen Platz in der Formation wieder ein. Wir rückten weiter vor, der Kontrollraum erschien schon auf der Umgebungskarte, als sich eine Tür öffnete.

„Ziele bestätigt. Vakarian und Ryan sind auf dem Feld, unterstützt durch eine synthetische Spezialeinheit und einen…unbekannten Feind, Klassifizierung nicht möglich!“, meldete ein Zenturio, der zwei Kampftechnikern Deckung gab. Ich knurrte leise, und zog eine der Granaten von meiner Oberschenkelplatte.

„Granate“, warnte ich meine Kameraden vor, und warf sie eilig auf den Zenturio. Sie landete genau auf der Brustplatte des Kampftechnikers und detonierte, bevor er sein verdammtes Geschütz aufstellen konnte. Ich hob meine Phaeston an die Schulter, als EDI zuverlässig die Schilde des Zenturios deaktivierte und somit die Panzerungsplatten für Javiks Partikelgewehr freilegte.

„Umgebungsscan, EDI“, forderte Garrus, der den zweiten Kampftechniker ausschaltete. Das Geschütz lag inaktiv am Boden, und ich warf es mit einem Biotikschub über die Brüstung. Würde uns noch fehlen, dass das Teil sich doch noch hochfuhr und uns den Rückzug versperrte.

„Keine Feinde in der näheren Umgebung. Warnung: Meine Sensoren werden gestört“, meldete die KI und ich nickte. Das war keine absolut zuverlässige Aussage, aber besser als nichts.

„Dann riskieren wir es, ich geh die Leiter runter und gebe euch Deckung“, gab ich meinem Team Bescheid und sprang die wenigen Meter hinab, bevor ich mich hinter einer Kiste verschanzte. „Los!“, forderte ich sie auf, umhüllte meine Schilde mit einer Barriere und schlug ein neues Thermomagazin in mein Sturmgewehr. Ich stand auf, hob die Phaeston an meine Schulter und drückte den Abzug nach hinten, als ich die Sturmschützen erkannte, die den Kontrollraum bemannten.

Ein dunkler Kanal entstand nur wenige Meter vor mir und zerfetzte einen der Sturmschützen, bevor sich der Partikelgewehrbeschuss gegen die Cerberustruppen wendete.

„Geh vor!“, befahl Garrus der KI, und EDI tauchte wenige Sekunden später neben mir auf und ging in Deckung. Der Schnee, der sich gegen die Wand sammelte, dämpfte sogar den Aufprall der großen Turianerfüße, als er hinter mir landete. Ich wartete noch einen Moment ab, bis er in Deckung war, und duckte mich dann ebenfalls, um nachzuladen.

„Lieutenant Ryan, hier spricht Major Steve Davies, hören Sie mich?“, wurde ich angefunkt.

„Klar und deutlich, Major“, erwiderte ich und reichte Garrus ein Thermomagazin. Er, Javik und EDI hatten das Gefecht im Griff, und so konnte ich mich für einen Moment auf den Funkkontakt konzentrieren, um die sichere Übergabe an die Allianz zu planen.

„Unsere Shuttles sind bereit, und wir kommen rein, sobald die Verteidigungsanlagen außer Gefecht sind“, meldete er, als Garrus neben mir fluchte. Eilig sah ich über die Deckungsmauer, und fluchte ebenfalls.

„Ich melde mich sofort, wenn wir soweit sind, Major!“, versprach ich, und hob meine Phaeston an. „EDI, die Schilde überlasten!“, forderte ich die KI auf, als das Geschütz aktiviert wurde und den Beschuss aufnahm.

„Verstanden, Lieutenant“, sprach der Major der Wellington, und ich nickte knapp, auch wenn er das nicht sehen konnte.



Perspektivenwechsel: Jeff ‚Joker‘ Moreau, Flight Lieutenant der Allianz


„Die haben das schon im Griff, kein Grund, mir so in den Nacken zu atmen“, erinnerte ich den Lieutenant Commander und schob die Einsatzkameramonitore ein wenig auseinander, um sie zu vergrößern.

„Is‘ trotzdem scheiße… was haben sich die nur dabei gedacht?“, beschwerte sich der Soldat, als Liara ein wenig zusammenzuckte.

„Er hat sich bewegt!“, flüsterte sie schnell und umklammerte das Datenpad ein wenig fester, auf dem die Liveaufnahmen der Bordkamera des ‚Lofts‘ angezeigt wurden.

„Steht er auf?“, fragte ich schnell und ließ meine Hand über dem Funkmikro schweben, um dem Bodenteam Bescheid zu geben.

„Nein, nur eine Handbewegung…“, murmelte die Asari erleichtert, als wir einen deftigen, turianischen Fluch hörten.

Deckung!“, brüllte Liz, und plötzlich wurde ihr Kamerabild von einem blauen Schimmer überzogen, als es sich mit rasender Geschwindigkeit nach vorne bewegte. Der verzerrte Schrei eines Kampftechnikers endete abrupt, als er zu Boden knallte. „Weiter vorrücken! Verschanzt euch, da kommen noch mehr!“, rief die Soldatin und machte ein merkwürdiges Geräusch, als sie in Deckung hechtete.

„Unser Glück, dass hier kein Platz für nen Atlas ist!“, rief Garrus.

„Da muss ich ihm Recht geben“, zuckte ich mit den Schultern und sah an den Bildschirmen vorbei. Direkt vor uns lag die SSV Wellington, ein großer Allianzkreuzer, dessen Besatzung die Cerberusbasis bemannen würde. Laut den Umgebungsscans waren die Reaper noch nicht in dieses Gebiet vorgedrungen, aber wir hatten ja schon gesehen, wie schnell sich das ändern konnte.



Perspektivenwechsel: Elizabeth Adrienne Ryan, Staff Lieutenant der Allianz


„Kontrollraum sichern!“, befahl ich lautstark, als wir den letzten Zenturio niedergestreckt hatten. „Garrus, wie siehts aus?“, fragte ich den Turianer, der sich sofort auf die Kontrollkonsole gestürzt hatte.

„Das wird ne Weile dauern, ich brauche den Rücken frei“, stellte der Turianer fest, und klackte angespannt mit den Mandibeln.

„Ich kann meine Unterstützung anbieten, Mr. Vakarian“, bot EDI an, und ich nickte.

„Dann übernehmt ihr die Konsolen und wir die Verteidigung. Bereitmachen, Javik!“, forderte ich den Protheaner auf, der mit allen vier Augen rollte.

„Bodenteam, da kommt jede Menge Bewegung auf euch zu“, meldete sich Cortez, und ich hob mein Sturmgewehr eilig an die Schulter.

„Komm schon, du unleidiges Fossil. Halten wir ihnen den Rücken frei“, nickte ich und verschanzte mich hinter einer Tür.

Es wäre ja gelacht, wenn wir das hier nicht auf die Reihe bekommen würden…



„Ich wurde aus meiner Deckung vertrieben, ich ziehe mich auf minimale Sicherheitsdistanz zurück!“, meldete sich Cortez, als wir einen verbissenen Kampf gegen die Basisbesatzung führten.

„Pass auf dich auf, Steve, wir brauchen hier eh noch ne ganze Weile“, antwortete ich ihm knurrend und warf einen Biotikangriff auf drei Wachen, die einem Kampftechniker mit ihren Schilden Schutz gaben.

„Ich warte, bis ihr alles gesichert habt und teile dann der Einsatztruppe mi…“, kam noch eine Antwort des Shuttlepiloten, die plötzlich abbrach.

„Steve?!“, schrie ich aufgebracht in den Funk.

„Warnung! Warnung! Sicherheitsalarm, Notfallabriegelung wird eingeleitet!“, hörten wir eine Durchsage.

„Das fällt denen früh ein!“, rief Garrus, ohne seine Aufmerksamkeit von der Konsole abzuwenden.

„Die Kommunikation nach draußen ist abgebrochen, Lieutenant“, hörte ich EDI, was mich ziemlich erleichterte, zumindest was Steve anging.

„Kümmert ihr euch nur um die Verteidigungsanlage, alles andere kriegen wir schon hin“, befahl ich und erschoss einen Zenturio, der es auf Javik abgesehen hatte.



Perspektivenwechsel: Dr. Liara ‚Shadow Broker‘ T’Soni, Informationsmaklerin und promovierte Archäologin


Oh oh…“, murmelte Joker, als eine neue Nachricht einging. „Das ist was Offizielles“, erkannte er, als er den Absender sah.

„Ratsherr Valern? Ob er die Dalatrasse hintergehen will? Oder…ihr denkt doch wohl nicht, dass er wegen der Genophageheilung Probleme machen wird?“, überlegte ich schnell.

„Ich fürchte, das ist ‚etwas‘, oder?“, sagte Joker angespannt und öffnete den Funk zum Bodenteam.

„Liz, kommen!“, forderte er, doch dann brach plötzlich der Kontakt ab. Keine Videoübertragungen mehr, nichts!

„Kriegt ihr Esteban rein? Ich geh runter, das kann nichts Gutes bedeuten“, forderte James und stützte sich an der Rückenlehne des Piloten ab, als wolle er etwas auf den verrauschten Monitoren erkennen.

„Der Kontakt wird aktiv geblockt“, knurrte Joker. „Wir müssen Shepard Bescheid geben“, stellte er unzufrieden fest. „Weck ihn auf, sag ihm, dass Valern was will, dann hoffen wir, dass das ein verdammt langes Gespräch wird“, entschied der Pilot kopfschüttelnd.

„Ja, das…“, nickte ich nervös und sah zurück auf mein Datenpad. „Oh!“, erschrak ich, als ich das leere Bett erkannte. „Er ist weg!“, rief ich und sah schnell zum KIZ.

„Verdammt“, fluchte Joker, und James schüttelte langsam den Kopf.

„Euch ist klar, dass der Commander hier das kleinste Problem ist, oder? Wir haben keinen Kontakt zum Bodenteam mehr! Halloho!“, fuhr er uns an, aber Joker winkte mit einer knappen Handbewegung ab.

„Hast du ne Ahnung, wie oft das schon passiert ist? Solange der Planet nicht explodiert, ist alles in Ordnung, mach dir da keinen Kopf. Liara, du musst Shepard abfangen und ablenken!“, forderte der Pilot mich auf, und ich erinnerte mich an die Nachricht des salarianischen Ratsherren zurück.

„Ja…ich gehe sofort!“, nickte ich eilig, und verließ mit schnellen Schritten das Cockpit.



Perspektivenwechsel: Garrus Vakarian, Reaperexperte der turianischen Hierarchie, Ex-Citadelsicherheitsofficer und Milizanführer


„Ich habs gleich, Liz! Bereithalten, EDI, wir müssen den Shutdown gleichzeitig einleiten!“, rief ich über meine Schulter. Javik und Liz hielten uns den Rücken ordentlich frei, da ging es mit der Abschaltung schneller, als ich zuerst erwartet hatte.

„Ja, ist klar! Roll mir aus dem Schussfeld, du Arsch!“, knurrte die Soldatin, doch ich hatte keine Gelegenheit, um mich umzusehen.

„Ihr seid meiner Rache nicht würdig, niedere Kreaturen“, sprach Javik herablassend, ohne den Beschuss seines Partikelgewehrs allzu lange abzubrechen. Immer wieder ließ er seine Waffe abkühlen, während er seine Biotik nutzte, um die Cerberustruppen auf Abstand zu halten.

„Würdig müssen sie nicht sein, du musst sie nur umlegen!“, erwiderte Liz, als eine Rauchbombe geworfen wurde.

„Deaktivierung des Verteidigungssystems priorisiert. Warte auf Befehl zum Shutdown“, hallte eine Durchsage durch den Kontrollraum, und ich nickte EDI auffordernd zu. Zeitgleich gaben wir den Abschaltbefehl, und ich zog eilig mein Sturmgewehr, um den Kampf gegen Cerberus wieder aufzunehmen.

„Das müsste…“, fing ich an, als eine erneute Durchsage aus den Lautsprechern kam.

„Verteidigungssystem deaktiviert. Allgemeiner Befehl Sieben Strich Sieben ausgelöst. Notfallverteidigung aktiviert“, hörten wir, und ich klackte beunruhigt mit den Mandibeln.

„Was soll das jetzt heißen?!“, fragte Liz, die gerade einen biotischen Angriff einsetzte, um EDI einen Sturmschützen vom Leib zu halten.

„Cerberus setzt am Landeplatz manuelle Verteidigung ein, Lieutenant“, meldete die KI.

„Das sollen die mal schön lassen!“, beschwerte sich die Soldatin, als ich ebenfalls wieder zu ihnen stieß. „Wie siehts mit dem Funk aus?“, fragte sie und öffnete ihr Universalwerkzeug. „SSV Wellington, hier Lieutenant Ryan. Die Luftabwehr ist deaktiviert, wir säubern jetzt den Landeplatz. Shuttleanflug vorbereiten!“, forderte sie, und ich war erleichtert, als wir eine Antwort bekamen.

„Verstanden, Lieutenant. Wir bemannen die Shuttles und warten außerhalb des Gefahrenbereichs!“, meldete sich der Kreuzer zurück, als ich meine Phaeston auf einen der Sturmschützen vor uns richtete.

„Sehr gut, Ryan Ende!“, rief sie noch in den Funk, als eine Granate explodierte.



Perspektivenwechsel: John Sullivan Shepard, Staff Commander der Allianz


Langsam beruhigte sich meine Atmung.

Ich rieb mir über die Schläfen und drehte das Wasser am Waschbecken auf, um es mir ins Gesicht zu klatschen. Die neun Stunden bis zu unserer Ankunft auf Noveria waren fast vergangen, und ich musste bereit sein.

Der Traum hing mir noch immer in den Knochen, doch ich war froh, dass er mich erst nach einigen Stunden so brutal geweckt hatte. Vielleicht hatten sie Recht, alle miteinander. Liara, Garrus, James…Liz… Ich hatte ein wenig Schlaf bitter nötig, auch wenn ich es nie zugeben würde.

Dennoch hatten die sieben Stunden wirklich Wunder bewirkt.

Ich stützte mich am Waschbecken ab und schloss für einen Moment meine Augen. Der Junge ging mir nicht aus dem Kopf. Ich war zu langsam, jedes gottverdammte Mal.

Die Stimmen machten das nicht besser.

Ashs letzte Worte, ihr heiserer Befehl, als ihr klar wurde, dass sie es nicht schaffen würde, rechtzeitig zur Normandy zu kommen…

Mordin, der so völlig selbstverständlich sein Leben für die Kroganer geopfert hatte, für die Zukunft einer ganzen Spezies…

Und das Lachen. So unbeschwert, so frei…

Die Flammen…

„John?“, hörte ich plötzlich Liaras Stimme, direkt vor meiner Tür.

„Ist offen, komm rein!“, erwiderte ich, und trocknete mir das Gesicht ab. Kurz sah ich mich im Spiegel an, bevor ich mein Bad mit ein paar schnellen Schritten verließ.

„Hattest du wieder den Albtraum?“, fragte die Asari besorgt und rang ihre Hände, als wäre sie nervös.

„Ja, aber…“, fing ich an, bevor ich ihr meinen Arm um die Hüfte legte. „Mach dir keine Gedanken darum“, bat ich, als mir ihr Unwohlsein ganz deutlich auffiel. Für einen Moment verharrte ich und hielt sie an den Schultern fest, um genauer an ihr heruntersehen zu können. „Ist alles in Ordnung?“, fragte ich und runzelte meine Stirn.

„Es…ja! Ratsherr Valern hat eine Nachricht gesendet und bittet um einen QVK-Anruf. Es…hat höchste Priorität“, erklärte sie schnell, und fing wieder an, an ihren Fingern zu zupfen.

„In Ordnung, ich übernehme das noch vor Noveria“, nickte ich und lehnte mich näher an sie heran, um ihre Stirn zu küssen. „Mach dir keine Gedanken, durch die QVK-Leitung wird er mir schon nichts tun“, witzelte ich, um sie ein wenig zu beruhigen.

Ha! Haha, ja... Das ist unwahrscheinlich!“, erwiderte sie, mit einer merkwürdig hohen Stimme.

„Ist wirklich alles okay?“, fragte ich nach und sah ihr eindringlich in die blauen Augen.

„Ja! Natürlich, was sollte schon sein?“, zuckte sie mit den Schultern, doch sie klang immer noch zu aufgeregt, als dass es beiläufig wirkte. „Nur…lass dir ruhig viel Zeit, ja? Worum auch immer es geht, er würde keinen Prioritätsanruf fordern, wenn es nicht wichtig wäre. Und vielleicht kannst du ihn ja überreden, uns Truppen oder Techniker zur Verfügung zu stellen! Ich würde die Salarianer nicht einfach so abschreiben. Sprich da ruhig mit ihm drüber, er schuldet dir was, erinnere ihn dran!“, sprach sie schnell. Meine Augenbraue wanderte für einen Moment nach oben und ich spürte, dass ein paar meiner Barthaare langsam an Farbe verloren.

Ich wusste nur noch nicht genau, wieso.

„Das ist eine gute Idee…“, erwiderte ich langsam, ohne sie aus den Augen zu lassen. Vielleicht war sie auch nur nervös, wegen dem anstehenden Gespräch mit Valern. Bestimmt interpretierte ich zu viel hinein, wie ich es oft tat. „Ich werde sehen, was er will“, nickte ich, und ging zum Fahrstuhl.



Perspektivenwechsel: Elizabeth Adrienne Ryan, Staff Lieutenant der Allianz


„Die wollen der Allianz aber auch keinen einzigen Atlas überlassen, oder?“, fragte ich aufgebracht, als ein zweiter auf dem Hauptlandeplatz auftauchte.

„Wieso auch? Das ist der letzte Versuch, uns umzulegen, die werden langsam nervös!“, rief Garrus zu mir herüber.

„Abstand wird empfohlen! Die Deaktivierung aus der Ferne wird angeraten!“, hörte ich EDI lautstark und schob Javik in Deckung, während er sich und sein Feuer auf einen Zenturio konzentrierte.

„Cortez, bleib noch auf Abstand, wir haben hier zwei schwere Einheiten und jede Menge Bodentruppen!“, rief ich in den Funk.

„Rakete! Lola, runter!“, hörte ich James und rollte die Augen, bevor ich einen biotischen Sprung machte.

„Mach mir keinen Stress, ja? Ich wollte da so oder so weg!“, meckerte ich, kaum dass ich wieder festen Boden unter den Füßen hatte.

„Ähm, Liara an Bodenteam!“, sprach die Asari plötzlich.

„Bodenteam hört! Wieso so förmlich, sag nicht, Shepard steht hinter dir!“, lachte ich heiser, und jagte dem vorderen Atlas eine volle Sturmgewehrsalve in den empfindlichen Rückenbereich.

„Nein, aber wohl bald. Der salarianische Ratsherr spricht mit ihm im Kommraum“, erklärte Joker, als ich mit einem panischen Fiepen einer Raptorkugel auswich.

„Die Nemesis übernehme ich“, rief Garrus.

„Beeil dich!“, forderte ich ihn auf, bevor ich den Funk wieder öffnete. „Also ist er wach? Verdammt!“, fluchte ich. „Wir brauchen hier noch ein paar Minuten, bis wir die Übergabe durch haben dauerts bestimmt noch ne halbe Stunde!“, rief ich aufgebracht. „Wir brauchen mehr Zeit, kann ihn nicht jemand im Kommraum einsperren? Ruft Hackett an, der soll ihm vom Tiegel erzählen! Lasst Karin auf ihn los, irgendwas! Hat Wrex nicht heute Morgen den Artikel über kroganische Fortpflanzungsstellungen in den SR-1-Verteiler geschickt? Lenkt ihn ab, irgendwie!“, forderte ich und warf eine Granate.

„¡Dios! Konzentrier dich auf den Atlas, Lola!“, schrie James, und ich quiekte ein wenig, als mich die Rakete um ein paar Zentimeter verfehlte.

„Schilde werden überlastet!“, meldete sich EDI.

„Ich bin immer konzentriert!“, verteidigte ich mich, als Garrus die Nemesis mit einem Kopfschuss niederstreckte.

„Das wird explodieren!“, warnte er, und die heftige Detonation zerriss die Schilde des Zenturios neben der Scharfschützin. EDI nutzte die Chance, und zielte mit ihrer Hornet genau auf den Helm.

„Die Schilde sind ausgefallen, Lieutenant!“, rief Javik, und zog meine Aufmerksamkeit damit auf den vorderen Atlas.

„Dann ringen wir ihn nieder! Auf geht’s!“, forderte ich meine Kameraden auf, und hob meine Phaeston an die Schulter. Ich drückte den Abzug nach hinten und hielt das Dauerfeuer genau auf die ungeschützte Glasscheibe, bis sie endlich einen deutlichen Riss bekam. Mit einem Hechtsprung entkam ich dem unnachgiebigem Beschuss der Massenbeschleunigerkanone, und die zielsicher geworfene Granate des Turianers sprengte die Glaskuppel endgültig. Der Pilot im Inneren geriet sichtlich in Panik, als Garrus entschlossen sein Sturmgewehr hob und ihn mit einem gezielten Kopfschuss umlegte. Er kippte aus dem Atlas zu Boden, und blieb regungslos liegen.

„Ich übernehme den Mech!“, rief Garrus, und ich rollte die Augen.

„Gebt dem Größenwahnsinnigen Feuerschutz“, forderte ich Javik und EDI auf, als der Turianer eilig auf den Mech zulief. Der zweite Atlas hob seinen Raketenwerfer, und verfehlte Javik nur um Haaresbreite.

„Ha! Jetzt hab ich dich!“, rief Garrus, der die Steuerung etwas schneller raus hatte, als der Commander damals auf der Grissomstation. Er beschoss den anderen Atlas mit der Massenbeschleunigerkanone, und die Schilde hatten genauso wenig Chancen, wie die Panzerungsplatten.

„Erledige ihn, Scars!“, hörte ich einen grimmigen James über Funk.

„Kannst du mir vielleicht nicht so ins Ohr brüllen?“, beschwerte sich Joker gleich darauf, als der feindgesteuerte Atlas mit einer heftigen Explosion in tausend Teile zersprang. Die Druckwelle warf mich ein wenig zurück, und ich hatte gut zu tun, um nicht von der Landeplattform zu segeln.

Klönk!

„Aua!“, rief Garrus, dem ein Panzerungsteil durch die gesprungene Scheibe gegen den Kopf geknallt war. Sein Visor war verrutscht, und ich sprang eilig aus der Deckung, um zu ihm zu kommen.

„Alles okay?“, fragte ich ein wenig heiser, als er aus dem Atlas ausstieg. Er rieb sich die Hornplatte über dem rechten Auge, und sah mich ein wenig pikiert an.

„Natürlich!“, erwiderte er, und ich ließ von ihm ab, um seinen Stolz nicht noch weiter zu verletzen. Mit einem Nicken wendete ich mich ab und öffnete den Funkkanal zu dem Allianzkreuzer, als EDI einen Umgebungsscan durchführte.

„SSV Wellington, hier Lieutenant Ryan. Der Landebereich ist sicher, wir halten die Stellung, bis die Shuttles eintreffen“, gab ich an den Kreuzer durch.

„Verstanden, Lieutenant. Shuttleankunft in ca. vier Minuten“, erwiderte der Kommandant des Kreuzers, und ich schloss den Funkkanal.

Vier Minuten, ihr habt Nerven!“, beschwerte ich mich kopfschüttelnd, und funkte Cortez an. „Steve, kommen“, bat ich, als ich das blaue Kodiak auch schon näherkommen sah.

„Bin sofort da!“, meldete er sich eilig, und ich schloss auch diesen Funkkanal, bevor ich seufzend die Normandy kontaktierte.

„Liz an Normandy, was ist unser Status an Bord?“, fragte ich vorsichtig und wappnete mich für das Schlimmste.

Die Verbannung von der Normandy, gemeinsam mit allen, die an dem Plan beteiligt waren.

„Er spricht noch mit Valern! Beeilt euch!“, forderte Joker.

„Beeilen hilft nichts, er wird so oder so mitbekommen, dass die Mission erledigt wurde“, erinnerte ich den eifrigen Piloten und kniff mir in die Nasenwurzel.

„Ach was, wir können den Befehl einfach aus dem System streichen und so tun, als hätte er sich das alles eingebildet!“, schwor Joker, was sogar Javik zu einem ungläubigen Kopfschütteln verleitete.



Perspektivenwechsel: John Sullivan Shepard, Staff Commander der Allianz


„Reden Sie nicht so um den heißen Brei herum, Ratsherr. Was ist mit Udina?“, fragte ich ungeduldig. Ich hatte nie ein sonderlich gutes Gefühl bei dem Kerl, dass der Salarianer jetzt so ungenaue Aussagen traf, machte das nicht besser.

„Ist dies ein abhörsicherer Quantenverknüpfungskanal?“, fragte er skeptisch.

„Gibt’s denn auch andere?“, erwiderte ich unbeeindruckt und verschränkte die Arme vor der Brust. „Er verschiebt große Geldsummen, so viel weiß ich jetzt. Haben Sie eine Ahnung, an wen?“, wollte ich wissen und machte eine auffordernde Handbewegung.

„Die Antwort wird Ihnen nicht gefallen, Commander“, mahnte Valern mit einem erhobenen Zeigefinger.

„Da bin ich mir sicher“, stimmte ich trocken zu, doch der Salarianer blieb stur.

„Kommen Sie zur Citadel, dann besprechen wir alles Weitere“, wiegelte er ab, als sich auf seiner Seite eine Tür öffnete. „Ich muss das Gespräch beenden, Commander. Valern Ende!“, sprach er schnell, und deaktivierte die Übertragung. Leise seufzte ich und rieb mir über die Stirn. Ich wollte den QVK-Raum schon verlassen, als sich plötzlich die Verbindung zu Anderson aktivierte. Er war also in Kommreichweite, irgendwo in der Nähe eines Quantenverknüpfungskommunikators auf der Erde.

Diese Gelegenheit wollte ich nicht ungenutzt lassen, und so aktivierte ich den Kommunikator.

„Ah, Commander! Was verschafft mir die Ehre?“, fragte er, nachdem er die Kontaktanfrage angenommen hatte. „Sie haben doch wohl nicht etwa die Geschichtsbücher der Galaxie umgeschrieben und so nebenbei die Genophage geheilt?“, lachte er erschöpft und fuhr sich durch die kurzen, dunklen Haare.

„Das haben wir. Ich werde gleich noch ein Gespräch mit dem Primarchen führen, um die turianische Unterstützung für die Erde sicherzustellen“, versprach ich ihm und sah gleich, dass sich sein Gesicht aufhellte.

„Ha! Sie haben es geschafft, Shepard. Wer hätte gedacht, dass Urdnot Wrex sein Wort hält und die Turianer unterstützt? Sie sind genau der Richtige für diese Aufgabe, Commander. Ich kenne keinen, der es so geschickt fertig bringt, Allianzen aufzubauen und zu nutzen. Vielleicht haben wir wirklich eine Chance, diesen Krieg zu gewinnen“, sprach er mit neu gefasster Zuversicht.



Perspektivenwechsel: Elizabeth Adrienne Ryan, Staff Lieutenant der Allianz


„Ihr geht schonmal ins Shuttle. Ich hab keine Ahnung, wie ich einen nicht registrierten Roboter und einen Protheaner erklären soll“, schüttelte ich knapp den Kopf und machte eine auffordernde Handbewegung in EDIs und Javiks Richtung.

„Wie überaus aufmerksam“, grummelte der Protheaner, doch er marschierte dennoch hinter der KI her und ließ sich auf die Sitzbank im Kodiak fallen, als das erste Allianzshuttle ankam. Ich wischte mir einmal knapp über die Haare und entfernte ein paar Gewebestücke, die der explodierte Sturmschütze dort hinterlassen hatte, als sich die Panzertür öffnete.

„Ah, Lieutenant Ryan, nehme ich an“, sprach der Major, der mir entgegenkam.

„Eben die“, erwiderte ich und sah kurz auf seine Rüstung. Das N7-Emblem prangte darauf, und ich fühlte mich auf merkwürdige Weise gleich ein wenig verbundener mit dem Soldaten, als ich vor ihm salutierte. Er grinste plötzlich und erlaubte mir mit einem deutlichen Nicken, bequem zu stehen.

„Da werden wir schonmal zur legendären Normandy beordert, und dann kommt Shepard nicht mal selbst hier runter. Hätte den Guten ja gern nochmal gesehen, war damals gleich klar, dass er sich die N7 zuerst ergattert“, sprach er recht beiläufig, bevor er sich zu seinen Männern umdrehte.

Vorbei war der Plan, die Übergabe so schnell und knapp wie möglich über die Bühne zu bringen.

„Sie kennen den Commander persönlich?“, fragte ich vorsichtig nach, als er den Soldaten den Befehl gab, die Basis zu sichern.

„Ja, natürlich! So persönlich man jemanden nur kennen kann, wenn man zwei Jahre lang nur aufeinander sitzt“, zuckte er mit den Schultern und tippte dann auf mein eigenes N7-Abzeichen. „Sie kennen die Villa ja offensichtlich, und wissen aus erster Hand, wie das IKT abläuft“, nickte er anerkennend.

Ein Grinsen schlich sich langsam, aber sicher auf meine Lippen.

Eine Idee blühte auf.

Ein Ausweg.

So müssten wir auch nicht den beschädigten Atlas ins Shuttle stopfen, um John milde zu stimmen, wie Garrus vorgeschlagen hatte.

„Sie waren mit Shepard in einem Villa-Team? Erzählen Sie mir alles!“, forderte ich ihn auf, als ich ein vertrautes Räuspern hörte.



Perspektivenwechsel: Jeff ‚Joker‘ Moreau, Flight Lieutenant der Allianz


„Liara, du musst das tun!“, mahnte ich die Asari. „Karin spielt da nicht mit, sie schmollt immer noch, weil sie es nicht gut findet, dass wir was vor Shepard geheim halten“, beschwerte ich mich.

„Joker, das…“, schüttelte sie den Kopf. „Glaubst du nicht, er hält mich für vollkommen durchgeknallt, wenn ich ihm nach so langer Zeit panisch auf ein Rüstungsleck aufmerksam machen will? Er weiß doch, dass es zwei Fenster auf dem Crewdeck gibt!“, rief Liara aufgebracht, und James schüttelte langsam den Kopf.

„Ihr seid vollkommen wahnsinnig. Absolut loco“, sprach er ein wenig fassungslos.

„Shepard färbt ab“, stellte ich knapp fest, und fixierte die Asari dann mit meinem Blick. „Wir müssen uns irgendwas einfallen lassen, wenn du kein Opfer für deine eigene Idee bringen kannst…Und jetzt tu nicht so, ich weiß genau, dass du Liz absichtlich die Missionsparameter zugespielt hast, ohne Shepard Bescheid zu geben!“, unterstellte ich ihr und deutete auf den Bordkameramonitor.

„John brauchte eine Pause!“, verteidigte sie sich, als James lautstark seufzte und zur Stahldecke nach oben sah. Ich witterte meine Chance.

„Lizzie ist dir auf ewig dankbar, wenn du ihr jetzt den Rücken deckst, James“, säuselte ich, was mir einen dezent verstörten Blick einbrachte.

„Euch ist klar, dass Shepard die Mission nicht einfach so vergisst, oder? Ich geb ihm eine Stunde, bis er mit dem Shuttle und dem ganzen Bodenteam losfliegt, um da unten eine Cerberusbasis einzunehmen!“, rief er mit einer Menge Gestik begleitet.

„Ich krieg hier langsam das Gefühl, du willst uns überhaupt nicht helfen“, warf ich ihm vor, und wandte mich meinen Instrumenten zu, als sich ein Shuttle ankündigte.



Perspektivenwechsel: Elizabeth Adrienne Ryan, Staff Lieutenant der Allianz


„Natürlich, wer hat das nicht!“, lachte ich ein wenig gekünstelt.

„Und ihr wart wirklich oben in Kanada? Da wars bestimmt genauso arschkalt, wie hier“, schüttelte Major Davies den Kopf und wirkte ein wenig unzufrieden, was seinen aktuellen Einsatzort anging. Genau wie der Turianer hinter mir, der dem stetigen Schneefall irgendwie nicht sonderlich viel abgewinnen konnte.

„Hier gibt’s wenigstens nicht so gefährliche Tiere“, nickte Yasou, was mein Grinsen für einen Moment einfrieren ließ, als ich an die Rachnihorden zurückdachte, die wir hier vor wenigen Jahren bekämpft hatten.

„Ja, das glaub ich auch“, gab ich ihm Recht, als Garrus sich zum vierten Mal räusperte. „Ja, ich komme sofort“, vertröstete ich ihn mit einer knappen Handbewegung. „Erzählen Sie mir nochmal von dem Vorfall mit dem Jetpack, Major. Wo genau ist er dagegen geflogen, und…können Sie den Ton nochmal nachmachen?“, fragte ich nach, als sich eine ungeduldige Hand auf meine Schulter legte.

„Sie brauchen dringend Erpressungsmaterial, was?“, lachte der Major gutmütig, als Garrus sich besonders auffällig räusperte. „Richten Sie Johnny meine Grüße aus, Lieutenant. Und lassen Sie im Fall der Fälle einfach nur die Worte ‚Stacheldraht‘ und ‚elfter Durchgang‘ fallen, das wird Ihnen den Hals retten“, versprach er, und ich nickte dankbar.

„Danke, Major!“, rief ich, als Garrus mich unnachgiebig in Richtung des Shuttles schleifte. „Machs gut, Yasou! War schön, dich wieder gesehen zu haben!“, brachte ich noch heraus, bevor ich im Inneren des Kodiaks landete.

Klatschschwester“, murrte der Turianer, und schloss die Panzertür. „Wir fliegen, Cortez!“, befahl er dem Shuttlepiloten, der sofort Gas gab und in Richtung der Normandy flog.



Perspektivenwechsel: James Vega, Lieutenant Commander der Allianz


Leise räusperte ich mich, als Shepard aus dem Kommraum kam.

„Hey, Loco…Der Doc hat bei ihrer Untersuchung was entdeckt“, sprach ich und gab mir Mühe, möglichst betroffen zu wirken. Sofort runzelte er die Stirn und öffnete sein Universalwerkzeug.

„Ich hatte noch keine Gelegenheit, den medizinischen Teamstatus abzurufen…“, murmelte er und öffnete mein Profil. „Ein…blauer Fleck?“, fragte er verwirrt und ich knurrte leise. War auf Blue denn überhaupt kein Verlass?

„Ja, sie…“, fing ich an, als ich erkannte, dass sich plötzlich ein langer Text an die kurze Bemerkungsnotiz hängte. „Lesen Sie einfach weiter…“, seufzte ich und er schien für einen Moment ehrlich überrascht, dass ihm der weitere Text nicht aufgefallen war. Aus dem Augenwinkel sah ich den blauen, erhobenen Daumen, der schnell in Richtung des Wartungsschachts verschwand.

„Geprellte Wirbel, keine eindeutige Fraktur, Hämatome, Nervenquetschung…Und damit hat sie dich aus der Krankenstation gehen lassen?“, fragte er erstaunt. „Liz durfte nach der Kollektorenstation für ein paar Tage nicht mal aufstehen!“, wunderte er sich, als Traynor einen Schritt auf uns zu machte.

„Commander, Admiral Hackett erwartet Sie im Kommraum“, sprach die junge Frau, und ich schloss seufzend die Augen.

‚¡Maldito!‘, fluchte ich innerlich, als Shepard mir die Schulter klopfte und sich mit einem Nicken abwendete.



Perspektivenwechsel: Elizabeth Adrienne Ryan, Staff Lieutenant der Allianz


„Schnell, leg die Rüstung ab und aktivier‘ die Selbstreinigung, Garrus! Javik, versteck dich in deinem Quartier und EDI: Geh duschen!“, forderte ich meine Kameraden auf, als wir die Normandy erreichten. „Steve, du tust so, als würdest du die Vorräte prüfen oder irgendwas. Versucht einfach, ganz unauffällig zu wirken!“, befahl ich eilig und öffnete die Panzertür des Kodiaks.

„Zu Befehl, Lieutenant“, nickte EDI, die immer noch das ein oder andere Gewebestück des Sturmschützen am synthetischen Körper trug. Javik rollte alle vier Augen, murmelte etwas von wegen ‚All das nur für einen Haufen Primitivlinge‘, und marschierte neben der KI zum Fahrstuhl, als Liara aufgeschreckt aus dem Wartungsschacht kletterte.

„Beeilung!“, rief sie, und ich zog meine Gewehre von der Rückenplatte. „James lenkt ihn ab, aber ich glaube nicht, dass er ihn noch lange aufhalten kann!“, rief die Asari uns entgegen und entriegelte das Schloss meiner Brustplatte, als sie uns erreicht hatte.

„Commander Shepard befindet sich derzeit im Fahrstuhl“, stellte EDI fest, als der Lift unten ankam und die Türen öffnete.

Ich erstarrte.

Hörte Garrus‘ Mandibelklacken, als der Commander aus dem Fahrstuhl kam.

Es dauerte einen kurzen Moment, indem er sich einen Überblick über die Shuttlebucht verschaffte.


Liara erhob sich langsam neben mir und verschränkte die Arme hinter dem Rücken, während sie jeden Augenkontakt zu Shepard vermied.

EDI, die an der rechten Körperseite ein wenig sehr blutverschmiert aussah.

Javik, der die Arme vor der Brust verschränkte, bereit, jegliche Beteiligung sofort abzustreiten.

Garrus, der mit abstehenden Mandibeln seine Krysae in den Waffenschacht schob. Das metallische Quietschen tat sein Übriges.

Ich riss mich zusammen, und schüttelte meinen Panzerungsstiefel vom linken Fuß, sodass er mit einem lauten ‚Klonk!‘ auf dem Boden landete.

Steve, der langsam den Kopf aus dem Kodiak streckte und ihn in der gleichen Geschwindigkeit wieder zurückzog.

Das Räuspern war ohrenbetäubend laut in der totenstillen Shuttlebucht.

„Hackett lässt seinen Glückwunsch ausrichten. Für die erfolgreiche Mission“, sprach Shepard mit verschränkten Armen.

„Ja…Danke…fürs Ausrichten“, sagte ich ein wenig heiser und nickte langsam. „Sie sehen besser aus. Irgendwie…erholt?“, brachte ich nach einem etwas schmerzhaften Räuspern heraus, als wir Krach aus dem Wartungsschacht über uns hörten.

Klonk-klonk.

Klonk-klonk.

Keiner verlor ein Wort.

Klonk-klonk.

Klonk-klonk.

Für eine wirklich grausam angespannte, lange Zeit.

Klonk-klonk.

Klonk-klonk.

„Wie bist du da so schnell durchgekommen, Blue?“, fragte James‘ Stimme, bevor wir ihn sahen. Er tauchte auf, wischte sich die Hände an der Hose ab, und erstarrte ebenfalls.

„Hatte ich mich nicht absolut eindeutig ausgedrückt, dass ich geweckt werden will, wenn wir Noveria erreichen?“, fragte Shepard eisig, und Liara horchte auf.

„Genau genommen…“, warf ich ein, doch er unterbrach mich sofort.

„So genau nehmen wir es nun auch wieder nicht, Lieutenant Ryan!“, fuhr er mich herrisch an, als Javik unbeeindruckt den Fahrstuhl betrat und sich zurückzog.

Kameradenschwein.

„John, ich nehme das auf meinen Hut“, sprach Liara plötzlich, und mit einer festen Stimme. Sie sah auf, warf mir einen zuversichtlichen Blick zu, und marschierte auf den Commander zu.

„Liara, wir wissen beide, dass du am allerwenigsten damit zu tun hast“, sprach Shepard nachsichtig.

Garrus klackte mit den Mandibeln.

„Das…ist nicht ganz richtig“, gab die Asari zu, doch Shepard tätschelte ihr nur kurz die Schulter, als er an ihr vorbeiging. Er fixierte mich mit stechenden Augen, und ich öffnete eilig meine Oberkörperpanzerung, als er entschlossen auf mich zumarschierte.

„Major Steve Davies war auf Noveria!“, rief ich schnell, und etwas undeutlich, wenn ich genauer drüber nachdachte. Es hielt ihn nicht auf, und so entledigte ich mich eilig meiner restlichen Rüstung. „Und ich soll Sie an den Stacheldraht beim elften Durchgang erinnern. Perrys Hindernisbahn!“, rief ich laut und knockte mich beinahe selbst mit der Beinschiene aus, was man auch erstmal hinkriegen musste.

„Und weiter?“, fragte Shepard knurrend, als ich mich plötzlich fragte, wieso ich mit dem Rücken gegen den Ausrüstungsspind gedrängt vor ihm stand, mit seinem Gesicht nur wenige Zentimeter von meinem entfernt.

Mein Gedächtnis war wie leergefegt.

„Nichts weiter“, antworte ich mit einer deutlich zu hohen Stimme. Ein wirklich fieses Grinsen schlich sich auf seine Lippen, und das gefiel mir so überhaupt nicht.

„Garrus, leg endlich deine Rüstung ab! Jeder zurück auf seine Position, sofort!“, brüllte Shepard plötzlich, ohne sich auch nur einen Millimeter von mir zu entfernen. Ich spürte ein kleines Spucketröpfchen auf meiner Stirn, doch ich traute mich nicht, es wegzuwischen.

Garrus klackte einmal mit den Mandibeln, bevor er seine Rüstung ablegte. Ich unterbrach den Augenkontakt mit dem aufgebrachten Commander erst, als sich eine Hand auf seine Schulter legte.

„John? Das hier ist wirklich auf meinem Haufen gewachsen“, versicherte die Asari und brachte einen so herzerweichenden Blick zustande, dass ich ihr diesen Gedanken sofort ausgeredet hätte, wenn er jetzt nicht so viel Arschrettungspotenzial hätte.

John ging es wohl ähnlich, denn er entfernte sich ein wenig von mir, wofür ich ziemlich dankbar war. Unauffällig wischte ich mir über die Stirn, als Liara plötzlich ein Schluchzen hervorbrachte, das mich zusammenzucken ließ.

„Willst du es nicht verstehen?!“, fuhr sie den Commander an, und Garrus stieß sich vor Schreck am Rüstungsspind den Fuß.

„Li…“, fing Shepard verwundert an und schüttelte den Kopf, als wir plötzlich ein Rascheln hörten. Verwirrt sah ich zu den Lautsprechern und hörte ein leises ‚Ups!‘, das verdammt nach Joker klang.

Wenn der Pilot wirklich mit Popcorn im Cockpit saß und uns mit den Bordkameras stalkte, würde ich ihn wohl einen Kopf kürzer machen, wenn es nicht gerade um meinen eigenen Kopf ging.

Liara schnalzte unzufrieden mit der Zunge, bevor sie Shepard mit ihrem Blick fixierte.

„Wenn du wirklich denkst, dass wir zulassen, dass du dich bis zum bitteren Ende völlig aufarbeitest, dann liegst du damit verdammt falsch! Liz ist als Executive Officer dazu berechtigt, Missionen in deiner Abwesenheit zu planen und durchzuführen! Ich hab das nachgelesen!“, rief die Asari empört, als ich möglichst unauffällig meinen rechten Fuß anhob, um meinen verbliebenen Rüstungsstiefel loszuwerden.

„Ich habe geschlafen, ich war nicht ab…“, wollte Shepard mit einem erhobenen Zeigefinger klarstellen, doch Liara machte eine schnelle Handbewegung, die so gar nicht zu der sonst so sanften Asari passen wollte.

„Wenn du also jemanden bestrafen willst, dann bleibe nur ich übrig, weil alle anderen nur ihren Job gemacht haben“, endete Liara ihre dezent theatralische Rede und hob entschlossen ihr Kinn.

Ich hörte das Knirschen seiner Zähne ganz deutlich und sah Steve aus dem Augenwinkel, der nocheinmal aus dem Shuttle spähte.

„Danke, Liara“, räusperte ich mich mit einem Nicken in ihre Richtung und schaffte es endlich, meinen Stiefel blind und einhändig auszuziehen. Geräuschvoll landete er auf dem Boden. Shepards Blick huschte kurz nach unten, bevor er mich erneut fixierte. Ein flaues Gefühl breitete sich in meinem Magen aus, bevor ich Shepard in die Augen sah. „Wäre das dann alles, Staff Commander Shepard, Sir?“, fragte ich mutig und reckte mein Kinn, um den Größenunterschied ein wenig zu verringern.

„Vorerst, Staff Lieutenant Ryan“, nickte Shepard langsam, verengte seine Augen für einen kurzen Moment und wendete sich dann Liara zu. „Komm, erzähl mir, wie es dazu gekommen ist“, forderte er die Asari auf, und ich traute mich, durchzuatmen, als er mir vollständig den Rücken zukehrte. „Ich erwarte Ehrlichkeit, das ist dir hoffentlich klar“, mahnte er Liara, die nickte.

„Im Rahmen meiner Verschwiegenheitsklausel“, stimmte sie zu, als sie den Lift erreichten.

„Welche…ach egal…War Joker involviert? Und wieso war James wirklich an Bord?!“, fragte Shepard, und ich schloss erleichtert die Augen, nur um sie einen Moment später wieder aufzureißen.

„Oh…okay?“, brachte ich heraus und erwiderte die Umarmung, in der ich mich wiederfand.

„Müssen wir nochmal in die Kiste steigen und das Gespräch wiederholen, Lola?“, fragte James eindringlich, ohne seinen Klammergriff zu lösen. Ein leises Seufzen entkam mir, als ich mich ein wenig entspannte und mein Kinn auf seiner Schulter ablegte.

„Ich hab nur die Notiz auf Karins Computer gesehen…und ich nehme es jedem übel, der mich bei ihr wegen so ner Kleinigkeit verpfeift“, gestand ich murmelnd. Er lachte leise, bevor er mich losließ.

„Aber du setzt mich auf die Bank, wegen nem blauen Fleck?!“, fragte er mit erhobenen Augenbrauen. „Dir ist klar, dass Blue den Teamstatus gehackt hat, oder? Und dass Loco denkt, ich hätte weitaus mehr als nur nen blauen Fleck?“, wollte er wissen.

„Das klärt sie auf, glaub mir“, nickte ich beruhigend und bückte mich nach meinem Stiefel. Garrus klackte belustigt mit den Mandibeln, was ihm einen warnenden Zeigefinger einbrachte, den er jedoch gekonnt ignorierte.

„Nimmst du das auf, Joker?“, fragte der Turianer süffisant.

„Jedes Wort!“, versprach ihm der Pilot, und ich rollte die Augen, bevor ich die Spindtür zuschlug.

„EDI?“, fragte ich in den Raum hinein und aktivierte mein Universalwerkzeug. „Spiel die Audiodatei bitte auf dem ganzen Schiff ab“, bat ich die KI und scrollte durch meine Downloads. Garrus‘ Augen wurden merkwürdig groß, als er das Datum erkannte.

Der Tag, an dem wir vor über einem Jahr das angeblich inaktive Kollektorenschiff infiltriert hatten.

„Abbrechen, EDI! Abbrechen!“, rief der Turianer panisch. „Victus ist noch an Bord, ist dir denn nichts heilig?!“, fuhr er mich an.

„Wenig, wenn es um die teaminterne Kriegsführung geht“, gab ich zu und ließ das fiese Grinsen auf meine Lippen schleichen. Seine Mandibeln standen von seinem Unterkiefer ab, und ich konnte stolz feststellen, dass sie beinahe die Mako-Portalsprung-Distanz erreicht hatten.

James grinste ein wenig, als er neben mir ein paar Schritte auf den Lift zumachte.

Ich konnte mich nicht zurückhalten, als ich seinen breiten Rücken so direkt neben mir hatte, und kniff genau in die Stelle, an der Karin das Hämatom lokalisiert hatte.

Au! Lola, was…?!“, brachte er heraus.

„Na siehst du? Und jetzt stell dir vor, du hättest dir dein Maschinengewehr auf die Stelle geknallt“, erwiderte ich zufrieden. „War schon besser so, dass du hiergeblieben bist“, rechtfertigte ich mich und hörte Steves amüsiertes Lachen aus dem Shuttle.

„Mit der Rüstung spür‘ ich den gar nicht, ja?! Das kriegst du zurück!“, drohte er und ich trat eilig die Flucht in Richtung des Wartungsschachts an.
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