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An der Front

GeschichteAllgemein / P18 / Gen
Commander Shepard Garrus "Archangel" Vakarian James Vega Jeff "Joker" Moreau OC (Own Character) Urdnot Wrex
25.12.2013
25.04.2021
155
725.182
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20.03.2021 7.455
 
„Seht euch diese Bauten an…“, murmelte ich wenig später, als wir die oberirdischen Ruinen erreicht hatten.

„Hier fließt irgendwo Wasser, hört ihr das?“, fragte Garrus und deutete ungenau nach vorne rechts. Ich warf einen Blick in die Tiefe, als wir weiter voran marschierten, und erkannte einen Fluss.

„Wrex, wir sind wieder draußen“, meldete Shepard an den kroganischen Klanführer, als sich die ganze Ruinenstadt vor uns zeigte.

„Ist schon ein Fortschritt, wenn ihr die Sonne sehen könnt“, kommentierte er und klang hoch konzentriert.

„Nicht nur das, hier gibt’s Pflanzen“, fiel mir auf, als der grüne Schimmer irgendwie fehl am Platz wirkte, wenn einem bewusst wurde, dass wir uns auf Tuchanka befanden. Moos, Pflanzen mit dicken Wurzeln und großen Blättern, Gräser, die in den Spalten wuchsen…

„Vor euch liegt die Hoffnung…Alles, was davon auf Tuchanka noch übrig ist…“, sprach Eva andächtig, als mir plötzlich die Dalatrasse wieder durch die Gedanken huschte. Ich zuckte für einen Moment zusammen, als mir das Gespräch und die Mantelsabotage wieder einfiel, und wäre beinahe über eine Wurzel gestolpert. „Einst war diese Welt voller Schönheit… Sie könnte es wieder sein, wenn sie die Chance dazu bekommt…“, fuhr sie fort, voller Zuversicht und Erwartungen.

Ich schluckte, und sah über meine linke Schulter zu James. Er nickte knapp, als wir Shepard folgten.

„Dieser Reaper steht immer noch zwischen uns und dem Mantel. Wenn ihr nen Weg zu uns findet, holen wir euch ab“, versprach Wrex, als auch Garrus meinen Blick erwiderte und mit den Mandibeln klackte.

„Verstanden, wir geben Gas“, antwortete Shepard. Ich räusperte mich leise, als der Funk wieder still wurde.

„Der Reaper wird ein Problem werden. Irgendwie müssen wir Mordin daran vorbeibekommen, damit er das Heilmittel in den Mantel einschleusen kann“, fing ich an, doch mehr als ein Nicken bekam ich nicht als Antwort. „Nicht wahr, Shepard? Wir heilen die Genophage?“, fragte ich und riskierte damit, aufzufliegen.

„Natürlich ist das der Plan. Wieso fragst du?“, wollte Shepard wissen. Er sah mich mit deutlicher Skepsis an, die auch in seiner Stimme zu hören war.

„Nur so…“, zuckte ich mit den Schultern, als James sich räusperte.

„Sie wollten Bescheid geben, wenn sich noch was ergibt, Loco“, sprach der Kalifornier und ich merkte John deutlich an, dass er am Liebsten innegehalten und ein Gespräch mit verschränkten Armen geführt hätte.

Und?“, fragte er stattdessen nach hinten, ohne die Aufmerksamkeit wirklich von der Umgebung zu nehmen.

„Sie haben kein Update weitergegeben“, warf Garrus ein und das brachte den Commander dazu, eine geschlossene Faust zu heben.

Du!“, sagte er vorwurfsvoll in meine Richtung, als er sich umdrehte. „Hast du Wrex‘ Funk angezapft? Wer hat euch davon erzählt? Eva? Mordin? Es war bestimmt Wrex“, schüttelte er den Kopf.

„Wovon erzählt? Gibt es…etwas zu erzählen?“, fragte ich ein wenig nervös. Joker würde mich auf Lebenszeit aus dem Cockpit verbannen, wenn ihm wegen mir seine Kopfhörer abgenommen wurden.

„Die Dalatrass hat etwas angesprochen“, erwiderte John knapp, bevor er sich mit einem Kopfschütteln abwendete.

„Was Tragisches?“, wollte James von hinten wissen, nachdem wir wieder in den Laufschritt verfallen waren.

„Nichts, was Mordin nicht in den Griff bekommt. Der Mantel wurde sabotiert, damit das Heilmittel nicht verbreitet werden kann. Aber er war sich sicher, dass er dieses Problem lösen kann“, klärte er uns endlich auf.

Mordin wusste Bescheid.

Konnte in seinem rasend schnellen, salarianisch-brillanten Hirn eine Lösung ausarbeiten.

„Also heilen wir die Genophage?“, fragte ich nach, um auf Nummer sicher zu gehen.

„Ja, das tun wir. Seht euch um, die Kroganer verdienen eine zweite Chance auf so ein Leben“, bestätigte Shepard mit einer ausschweifenden Bewegung seiner Hurricane. „Ich hätte nie gedacht, dass…“, fing er noch an, als plötzlich ein Langdistanzschuss an seinem Ohr vorbei zischte.

¡Dios!“, rief James, der dem Reaperprojektil gerade noch rechtzeitig ausgewichen war.

„Bewegung vor uns!“, rief Garrus. „Jede Menge Bewegung!“, fuhr er fort und sprang eilig in Deckung. Ich rannte voran, und rammte mich gegen eine halbhohe Wand, hinter der ich mir Schutz versprach.

„Drei Verwüster direkt vor uns, ich sehe mehrere Kannibalen auf meiner elf!“, meldete Shepard, der sich binnen weniger Sekunden einen Überblick über das Feld vor uns verschafft hatte. Ein großer Feuerball wurde in einiger Entfernung abgeworfen.

„Ich darf noch ein paar Marodeure dazuzählen!“, warnte ich meine Kameraden und legte meine Phaeston neben mir auf dem Boden ab, bevor ich mein Scharfschützengewehr zog.

„Aus der Distanz ausschalten, lasst sie nicht zu nah ran!“, befahl Shepard verbissen, der bereits seine Black Widow angelegt hatte.

„Ich hab eure Deckung“, versprach James mit seiner Revenant im Anschlag.

Hrmm-Paff!

Bumm!

Blaff!

Ratatatatatatatatatatatatatatatatatatatatatatatatata!

Viel mehr hörte ich nicht.

Garrus‘ turianisches Scharfschützengewehr, die Krysae, zoomte geräuschvoll ein, und er konnte damit wirklich jede Menge Schaden anrichten. Er hatte es auf die Marodeure abgesehen, die aus der Entfernung auf uns schossen, und sie fielen wie die Fliegen.

Shepard, der das gigantische Antimateriegewehr trug, landete einen perfekten Kopfschuss nach dem anderen, und nicht mal die Verwüster hatten eine großartige Chance dagegen, vor allem hier, wo sie beinahe auf dem Präsentierteller vor uns standen und wir die besseren Deckungsmöglichkeiten auf unserer Seite hatten.

Meine Viper war wesentlich weniger Durchschlagsstark, aber der größere Clip machte das beinahe wieder wett. Die Kannibalen waren mir hoffnungslos unterlegen, ohne dass ich sonderlich viele Schuss brauchte. Einer nach dem anderen kippte um, und das trotz dem stetigen Nachschubs, der die Ruinen vor uns flutete.

James hielt alles und jeden davon ab, uns in irgendeiner Hinsicht gefährlich zu werden oder unsere Deckung zu umlaufen. Die Revenant, die ich zum ersten Mal in der Hand des ehemaligen Shadow Brokers gesehen hatte, war wahnsinnig laut und hatte einen massiven Rückstoß, den man erstmal ausgleichen musste. Die Streuung, die sich schnell ausfächerte, machte ein präzises Dauerfeuer beinahe unmöglich, doch darauf kam es bei dem Maschinengewehr auch nicht an. Sperrfeuer und Feinde auf Distanz zu halten, dafür war das gigantische, rote Gewehr gemacht.



„Nicht schon wieder!“, knurrte Shepard, als ich einen Schuss auf einen Marodeur verriss.

„Das war bestimmt Kalros!“, hörte ich Garrus, als das Erdbeben langsam wieder an Intensität verlor.

„Wir sollten wirklich die Trucks ausfindig machen!“, rief ich nach vorne zum Commander.

„EDI, wie weit noch?“, wollte Shepard wissen. „EDI!“, forderte er, als die KI nicht antwortete. „Verdammt“, fluchte er leise, doch da er neben mir in Deckung hockte, hörte ich ihn deutlich.

„Einer von den großen kommt auf uns zu!“, rief Garrus plötzlich, als ein Rohling auftauchte.

„Der hat nen Kumpel dabei!“, warnte James und ich seufzte leise, als Shepard seinen Raketenwerfer zog. Ich verschoss ein Magazin auf den vorderen Rohling, während der Commander den hinteren ausschaltete. Mit einem Biotikstoß rammte ich drei Husks gegen eine Wand, während James und Garrus die verbliebenen Marodeure und Kannibalen eliminierten.

„Commander, wo seid ihr? Der Reaper bewegt sich nicht vom Mantel weg, und der Himmel sieht zusehends schlimmer aus!“, funkte Wrex uns an. „Ihr müsst euch beeilen!“, forderte er uns auf.

„Geduld. Sie sind jetzt alle älter. Und langsamer“, warf Mordin ein, was mir ein abfälliges Schnauben entlockte.

„Das ist keine Entschuldigung! Ich bin Jahrhunderte älter als alle vier zusammen, und bin trotzdem schneller“, meckerte der Kroganer.

„Du sitzt auch in einem Panzer, Wrex“, erinnerte ich ihn und legte dennoch einen Zahn zu. Im Laufschritt rannten wir durch die Ruinen, ohne die Umgebung aus den Augen zu lassen oder die Waffen zu senken. Wir konnten hier schnell in einen Hinterhalt geraten…

Oder einem gigantischen Dreschschlund gegenüberstehen.

„Kalros ist wirklich unterwegs, Wrex“, bestätigte Shepard, als der Boden erneut bebte.

„Mir kam da gerade ne Idee, wir…Was?“, fing der Kroganer an, bevor er unterbrochen wurde.

„Nicht jetzt…sie haben genug Sorgen!“, herrschte Eva den Kampfmeister an.

„Worum geht’s?“, wollte Shepard wissen, und auch meine Neugier war geweckt.

„Sprechen wir später drüber. Schaut zu, dass ihr endlich aus den Ruinen raus kommt!“, lenkte Wrex ab, als würden wir nicht schon durch die verlassene Stadt rennen. Der Kroganer hatte wirklich Nerven…



Eilig rammte ich die Schwärmer gegen eine Wand, bevor sie Garrus zu nah kommen konnten. Er klickte dankbar mit den Mandibeln, als ich mich kurz zu ihm umsah.

„Das muss die Brücke sein, von der Wrex gesprochen hat!“, rief Shepard über seine Schulter, als die Trucks auch schon angerast kamen. „Schnell, weiter!“, befahl er und ich verlängerte meine Schritte nocheinmal, den Servogelenken sei Dank.

„Achtung! Kalros!“, brüllte Wrex plötzlich, als ein gigantischer Dreschschlundbuckel sich vor der Brücke aus dem Boden erhob. Shepard rammte die Fersen in den staubigen Steinboden, und hielt uns mit zwei ausgestreckten Armen eilig zurück. „Abbrechen! Weg hier!“, rief der Kroganer, als die Brücke vor uns der gewaltigen Kraft der riesigen Kalros nicht standhalten konnte. Die Steinblöcke krachten zu Boden und hinterließen eine große Lücke.


„Territorialinstinkt der Dreschschlunde. Habe bereits davon gelesen“, warf Mordin ein, als Shepard mit geweiteten Augen den Panzern hinterher sah.

„Ja, ja…Die kriegt uns nicht, Pyjak“, knurrte Wrex unnachgiebig, als der Commander sich aus seiner Starre löste.

„Habt ihr…“, fragte er mit einem erhobenen Finger und nickte in Richtung der zerstörten Brücke. „…und so riesig!“, brachte er heraus, bevor er den Kopf schüttelte und seine Maschinenpistole erhob. „Wir müssen weiter…“, murmelte er und sprang über die Lücke.



„Metallpanzerung ist ausgezeichnete Eisenquelle für den Speiseplan des Schlunds“, kommentierte Mordin, der nicht so beunruhigt schien, wie er es vielleicht sein sollte.

„Gibt’s hier eigentlich auch irgendwas, das einen nicht fressen will?“, fragte Garrus, als wir offenbar endlich das Ende der Ruinen vor uns hatten. „Wobei… Wrex hat sicherlich Spaß dabei…“, murmelte er laut genug, dass wir es hören konnten.

Es brauchte nur einen Schuss, der an James‘ Schilden abprallte, um uns eilig in Deckung zu treiben. Ich ging in die Hocke, damit der Kalifornier ungehindert über mich hinweg auf die Reapertruppen schießen konnte.

„Hier Mordin. Wrex fährt und ist beschäftigt, lebt ihr noch?“, fragte der Salarianer, als wir uns nur wenige Minuten später inmitten eines Feuergefechts befanden.

„Wir tun unser Bestes, wie läufts bei euch?“, antwortete der Commander, der sich neben Garrus verschanzt hatte.

„Anstrengend, aber unterhaltsam. Kalros ist ziemlich hartnäckig“, sprach der Salarianer, doch mittlerweile hörte man die Anspannung auch in seiner Stimme. Shepard streckte zwei Kannibalen mit einem einzigen Schuss nieder, als ein Beben die Ruinen erschütterte.

„Wreav, bleib dran!“, forderte Wrex seinen Brutsbruder auf.  

„Schneller! Ich rieche den Atem von diesem verdammten Vieh!“, beschwerte sich Wreav, und ich sah unwillkürlich zum Commander. Die Sache mit dem Dreschschlund behagte ihm so überhaupt nicht, doch war das wirklich eine Überraschung, nachdem er auf Akuze sein ganzes Team verloren hatte, wegen eben so einem Tier?

„Garrus, kommst du an den verdammten Marodeur dran?“, rief der Commander verbissen, als der turianische Reaper aus seiner Deckung heraus auf ihn schoss.

„Nichts leichter als das!“, versicherte Garrus, und hob seine Krysae an. „Jetzt schieb ihn doch endlich aus der Deckung, Liz!“, forderte er auf, als der verdammte Reaper sich als überaus störrisch erwies.

„Ich warte auf ein Zauberwort!“, antwortete ich, ohne den Beschuss auf die Kannibalen einzustellen, die ohne Unterlass auf den ehemaligen Versammlungsplatz strömten, von jeder Menge Husks begleitet. Garrus knurrte unzufrieden, und ich gab nach, als Shepard sich angespannt räusperte. Ich senkte mein Sturmgewehr und spürte mit meiner Biotik nach vorne, um das blaue Energiefeld zu generieren. „Lass mich vorbei, ich krieg ihn auch nicht“, murrte ich nach oben zu James und fragte nicht nach Erlaubnis, bevor ich sprang.

Ziehen, nicht nur schieben.

Abbremsen, und den vorderen Fuß leicht zu Boden bringen, bevor man das gesamte Gewicht mit dem hinteren Bein abfängt.

Den Husks ausweichen, die einen anspringen wollen.

Den verdammten Marodeur, dessen Schilde der Commander schon fleißig dezimiert hatte, aus der Deckung reißen und auf die frei beschießbaren Treppenstufen werfen, damit der werte Turianer zufrieden war.

Hrmm-Bumm!-Paff!

Zwei Schüsse fielen zeitgleich, als ich die Husks zurückwarf und in Deckung ging.

Der Marodeur explodierte hinter mir, als James mit seinem Maschinengewehr zu mir aufschloss und die Husks niederstreckte, die sich wieder auf die Beine stemmten.

„Zufrieden?“, fragte ich über meine Schulter, als wir die großen Treppenstufen erreichten, die uns zu den beiden kroganischen Trucks brachten, die noch übrig geblieben waren. Garrus tätschelte mir knapp die Schulter, bevor wir die hohen Stufen hinuntersprangen.

„Rein, schnell! Wreav, halt den Schlund im Auge!“, befahl Wrex, und das Tomkah hielt direkt vor uns an. „Ich will nicht, dass er sich anschleicht“, knurrte er, als Shepard die Panzertür aufriss und Garrus sofort hineinsprang.

Der Boden bebte gefährlich, wir waren hier nicht mehr länger sicher… da konnte Wreav die Augen offen halten, wie er wollte…

„Beeilung, Wrex! Wir sind ungeschützt!“, erwiderte Wreav, und ich schubste James hinter dem Turianer in den Truck, bevor ich selbst etwas unfreiwillig hineinbefördert wurde.

Ein metallisches, ziemlich ekliges Kreischen hallte durch die Ruinen der Ahnenstadt.

„Wir sind drin! Schnell, weiter!“, rief Shepard, der mit einem großen Satz neben mir gelandet war und die Panzertür zuknallte. Der Panzer verlor immer wieder den Bodenkontakt, als Wrex ihn startete und losfuhr, bis das Beben plötzlich endete.

Ein undefinierter, panischer Schrei drang aus dem Funkgerät.

Ich zog mich mit großen Augen auf die Beine, nach dem von Shepard verursachten Bauchplatscher.

„Was ist mit Wreav?“, fragte Eva, als das Tomkah über einen großen Felsblock rumpelte.

„Ach, der war sowieso ne Nervensäge“, erwiderte Wrex ziemlich ungerührt.

„Hat…hat Kalros den Truck gefressen?“, fragte Shepard fassungslos. „Einen ganzen Truck?“, wollte er wissen.

„Ja, ist nicht weiter schlimm, das machen die öfter“, zuckte Wrex mit den Schultern.

„Ich glaube nicht, dass Shepards Frage aus Angst um das Wohlergehen des Dreschschlunds gestellt wurde“, warf ich vorsichtig ein und ließ mich neben Eva auf die Bank nieder. Sie betrachtete mich mit einem milden Lächeln, das ich etwas müde erwiderte.

„Dachte ich mir schon! Aber das lenkt das Mistvieh wenigstens ab, bis wir nen Plan für den verdammten Reaper haben. Keine Ahnung, ob ihr Pyjaks dafür bereit seid“, sprach Wrex, der um eine Kurve driftete und das Tomkah zum Stillstand brachte. Mit einem Grunzen erhob er sich, und folgte James nach draußen.

„Ich hätte ehrlich gesagt gerne einen für Pyjaks geeigneten Plan, Wrex“, hörte ich Shepard, als Garrus neben mir stehen blieb. Mein Blick wurde von dem gigantischen Reaper vor uns gebannt. Er stand immer noch zwischen uns und dem Mantel und meine Befürchtung, dass wir Mordin irgendwie unter diesem gigantischen Feind durchmogeln mussten, wurde zu einer schrecklichen Gewissheit.

„Hmm. Problematisch. Dürfen nicht zulassen, dass die Mission scheitert“, kommentierte der Salarianer mit einer knappen Handbewegung nach vorne.

„Wir heilen die Genophage um jeden Preis. Alles, was unser Volk jemals sein wird, hängt davon ab“, nickte Wrex zustimmend.

„Ihr habt gesehen, was der mit dem Jäger gemacht hat? Mit dem Schlachtschiff auf der Erde? Ein Treffer und wir sind hinüber!“, warf James ein und hob eine Augenbraue, als wäre er sich nicht sicher, wie bewusst uns die Übermacht des Reapers war. Es war ja nicht so, als wären wir vier der Sovereign nicht genauso nah gewesen, vor ungefähr dreieinhalb Jahren.

„Wir hatten ja schon oft schlechte Chancen, aber das hier…ich weiß nicht, Shepard“, schüttelte Garrus nachdenklich den Kopf. Wrex seufzte kaum hörbar neben mir, bevor er tatsächlich ernst wurde. Das erlebte ich selten bei dem alten Kroganer, daher wogen seine Worte umso schwerer.

„Eines sollt ihr wissen, ihr verrückten Pyjaks“, sprach er ruhig. „Was auch immer passiert, heute, morgen…Kein Kroganer wird vergessen, was ihr für uns getan habt. Dafür werde ich sorgen. Ihr seid meine Brüder…Schwester… und eure Namen werden auf ewig mit unserer Geschichte verbunden bleiben!“, versprach er feierlich und klopfte Shepard begeistert auf die Schulter, während er mir die Hand nur auf die Rückenplatte legte, direkt unter den Läufen meiner beiden Gewehre.

„Sag doch sowas nicht, ich werd noch ganz sentimental“, murmelte ich und legte meinen Arm um den massigen Rumpf, der in der roten Panzerung steckte. Ich versuchte es zumindest.

„Wir schaffen das, Wrex. Also, was ist dein Plan?“, fragte Shepard, der die große Pranke des Kroganers ergriff und drückte, bevor er ihn nochmal tätscheln konnte.

„Ich will mich nicht mit fremden Haaren verzieren, wie ihr Menschen das sagt. Der Plan kommt von ihr“, gab der Kroganer zu, und Eva richtete sich ein wenig auf. Ich lächelte ihr zu und entließ Wrex aus der halbseitigen Umarmung, um meine linke Hand auf der Pistole abzulegen. Man konnte ja nie wissen…

„Kalros. Vor uns liegt eine Kampfarena, die zu ihren Ehren erbaut wurde, der Mantel wurde dort platziert, um Feinde abzuhalten. Zumindest war das der Plan der Salarianer“, erklärte Eva.

„Mit Erfolg, wie es scheint“, warf Mordin schulterzuckend ein, bevor Shepard der Kroganerin auffordernd zunickte.

„Wir locken sie an, damit sie den Reaper ablenkt und wir ungehindert zum Turm kommen“, fuhr sie fort, und Shepard schüttelte sofort den Kopf.

„Wir locken sie an? Wo wir doch gerade vor ihr geflohen sind? Dieses Monster hat gerade einen kompletten Panzer samt Besatzung gefressen!“, rief der Commander aufgebracht. Leise räusperte ich mich. Ich war ja nun doch kein Neuling, was Kroganer und ihre Rituale anging, zumindest bildete ich mir das ein.

„Läuft das so wie bei dem Initiationsritus? Gibt es auch wieder einen Schlüsselstein?“, fragte ich nach, ohne Shepards Protest zu viel Aufmerksamkeit zu schenken.

„In der Arena gibt es die größten Schlundhämmer, die je gebaut wurden. Wenn wir sie rufen, wird sie kommen. Das hier ist auch ihr Zuhause…“, nickte Eva zustimmend.

„Kleines Team eskortiert Eva und mich zum Turm, und Ablenkungsteam ruft Kalros. Dann kann Heilmittel synthetisiert und freigesetzt werden“, fasste Mordin zusammen.

„Moment mal! Ich hab nicht gesagt, dass…“, fing Shepard an, und ich räusperte mich leise, sodass er meinen Blick erwiderte.

Es dauerte einen langen Moment des Anstarrens, bevor er seufzte.

„Schau mich nicht schon wieder so an!“, beschwerte er sich, als Wrex breit grinste.

„Was? Das ist ein einwandfreier Plan! Ist ja nicht so, als müssten wir es mit Kalros aufnehmen, ich kann den ersten Hammer auslösen und mit nem Sprung unter dem Reaper durchschlüpfen, das merkt der gar nicht. Dann kann ich den zweiten aktivieren und zack, Kalros frisst den Reaper, wir haben freie Bahn. Ehrlich gesagt haben Sie wahrscheinlich mit mehr Widerstand zu rechnen, als ich“, zuckte ich mit den Schultern. Das gab mir durchaus etwas zu denken, aber auf der anderen Seite war ich allein tatsächlich schneller unterwegs und konnte mich vor dem Reaper leichter verbergen.

„Das…“, fing der Commander an, als Wrex mir mit einem begeisterten Klopfen beinahe die Schulter brach.

„Dann bilden wir das Team, das Mordin und Eva zum Mantel bringt“, überlegte Garrus und klackte nachdenklich mit den Mandibeln. „Wird ein harter Kampf, die Umgebungskarte zeigt jede Menge Bodentruppen“, erkannte er auf seinem Universalwerkzeug.

„Genau! Ihr kämpft euch zum Labor durch und gebt Mordin und Shepard Rückendeckung, wenn sie zum Mantel durchbrechen. Ich unterstütze euch, so schnell ich kann“, versprach ich. Irgendwie mussten wir Shepard überzeugen, das hier wirklich durchzuziehen… Es ging um die Kroganer!

„Und du nennst mich verrückt!“, warf Shepard James vor, der unserer Planungsbesprechung ziemlich skeptisch beiwohnte, als Mordin immer nervöser zum Mantel sah.

„Atmosphärenvergiftung wird bald kritische Werte erreichen, Commander. Haben nicht mehr viel Zeit“, warnte der Wissenschaftler.

„Da sehen Sie es, Shepard, wir können nicht länger warten. Überlassen Sie mir den Dreschschlund“, bat ich und suchte eindringlich nach seinem Blickkontakt.

Ich sah, dass er bei der Nennung des gigantischen Wurms ein wenig zuckte.

Immerhin wusste ich genau, was auf Akuze vorgegangen war.

Was er erlebt hatte.

Wie er jedes Mal, wenn wir einem dieser grausamen Wesen gegenüber standen, für einen kurzen Moment erstarrte.

„Ich mach das schon“, versprach ich zuversichtlich und erkannte den Moment, als ihm klar wurde, dass er mich davon nicht abbringen konnte.

„Das wird nicht nochmal sowas wie auf der Kollektorenstation, mit der Panzertür“, befahl er mit erhobenem Zeigefinger, bevor er sich James und Garrus zuwendete. „Ihr beide seid für Eva verantwortlich. Mordin, du bleibst dicht hinter mir. Wir gehen gemeinsam, bis wir das Labor erreichen und trennen uns dann. Wrex holt euch ab, wir kümmern uns um die Freisetzung des Heilmittels und dann sehen wir uns auf der anderen Seite, alle, und unversehrt. Abmarsch“, forderte er uns auf, und Wrex klatschte in die Hände, als er plötzlich breit zu grinsen begann und seine Claymore von der Rückenplatte zog.

„Die übernehme ich!“, rief er, als ich die Verwüster erkannte, die sich näherten. „Ich bin Urdnot Wrex! Und das ist mein Planet!“, brüllte er, bevor er den ersten Schuss abgab und einen biotisch verstärkten Sturmangriff startete.

„Dann mal los“, lächelte ich und stieß James an der Schulter an, bevor ich meine Phaeston zog und dem Commander folgte. Er hielt Mordin und Eva direkt hinter sich, James und Garrus flankierten den Wissenschaftler und die Kroganerin, während ich mich neben Shepard hielt. „Einen Dreschschlund auf einen Reaper hetzen… wenn das mal gut geht“, murmelte John mit einem kleinen Kopfschütteln.

„Kommen Sie, wir befinden uns in einer absoluten Ausnahmesituation. Da muss man kreativ werden. Denken Sie nur mal an die N2, hat McConnor Ihnen damals auch die Story mit dem Huhn vorgepredigt? Das ist ja quasi das Gleiche“, zuckte ich mit den Schultern.

„Kaum ein Unterschied“, stimmte Shepard sarkastisch zu, bevor er mich auffordernd ansah und seine Schritte ein wenig beschleunigte. „Dass du ja deinen Arsch aus dem Weg bekommst, bevor Kalros hier auftaucht“, raunte er, doch er hätte mich genauso gut anbrüllen können. Das hier war ein Befehl, und mir war klar, dass ich die nächsten Jahre die Toiletten auf der Normandy schrubben würde, wenn ich mich ihm widersetzte.

„Wird gemacht, Commander“, antwortete ich leise, aber nicht weniger ernsthaft.

„Und ihr haltet die Köpfe unten!“, befahl er über seine Schulter hinweg nach hinten, als plötzlich drei Feuerbälle direkt vor uns auf den Steinboden prallten. „Deckung!“, brüllte Shepard, und Mordin huschte eilig hinter eine Mauer, während James sich direkt vor Eva positionierte, um ihr lange genug Zeit zu geben, bis sie in Sicherheit war.

„Die Rachni sind hinüber! Aber jemand muss die Schlundhämmer anheben, damit sie einsatzbereit sind!“, meldete sich Wrex über Funk, als ich den ersten Kannibalen anvisierte. Die Phaeston machte kurzen Prozess mit der Reapereinheit und so konnte ich drei Husks umwerfen, bevor sie zu nah an uns herankamen. James‘ Schrotflinte erledigte sie mit einem einzigen Schuss.

„Dafür haben wir gerade keine Zeit, Wrex!“, erwiderte Shepard, als weitere Kannibalen auftauchten und von einigen Marodeuren begleitet wurden.

„Keine Sorge, dafür habt ihr ja mich. Ist so gut wie erledigt, und dann mach ich mich auf dem Weg zum Truck, für die Abholung“, teilte uns der Kroganer mit. Ich sah für einen kurzen Moment über die Wand, die mir als Deckung diente, und sprang dann darüber. Eilig sprintete ich weiter nach vorne um mich hinter einer umgestürzten Säule zu ducken.

Angewidert beobachtete ich einen der Kannibalen, der sich über einen seiner gefallenen Kameraden beugte und seinen Körper absorbierte. Ich warf einen weiteren mit einem Biotikschub um, als die Feindanalyse plötzlich die wachsende Chitinpanzerung anzeigte, konzentrierte ich mich eilig auf die Kannibalengruppe, die sich langsam um ihn sammelte.

„Völliger Wahnsinn!“, kommentierte Garrus, als er neben mir in Deckung sprang. „Und ein Dreschschlund soll es mit dem Reaper aufnehmen?!“, fragte er aufgebracht.

„Du hast das Vieh doch gesehen, wenn wir ne Chance haben, dann Kalros!“, erwiderte ich verbissen und schlug ein neues Thermomagazin in meine Phaeston.

„Das macht es nicht viel besser“, schüttelte Garrus den Kopf, als er mit einer einzigen Krysaekugel zwei Husks gleichzeitig ausschaltete.

„Vorrücken!“, befahl Shepard, und ich erhob mich aus der Deckung, nachdem ich meine Barriere über die Schilde gelegt hatte.

„Ich kümmere mich um den Marodeur hinter den Statuen!“, rief ich über meine Schulter und visierte ihn mit dem Sturmgewehr an. Er verbarg sich in knappen hundert Metern Entfernung hinter einem umgefallen Steinkroganer, doch das würde ihm gleich auch nicht mehr helfen. Die Kugeln, die die Kannibalen aus ihren Armkanonen abfeuerten, prasselten auf meine Barriere, die ich mit zusammengebissenen Zähnen aufrecht erhielt. Der Beschuss wurde mit jedem meiner Schritte weniger, bis der turianische Reaper mir endlich den Gefallen tat und sich zeigte. „Danke“, murmelte ich und drückte den Abzug. Seine Schilde waren bereits angekratzt, und so hielt er nur knappen 12 Kugeln stand, bevor er zu Boden ging.

„Das war der letzte! Schnell, wir müssen weiter!“, rief Shepard, und wir rückten weiter vor. Als wir die Treppen erreichten, befanden wir uns bereits wieder in Formation. Aus dem Augenwinkel sah ich den Reaper, als wir die Brücke betraten.

„Komm, Eva, wir beeilen uns besser“, sagte ich noch und sprang ab, um Shepard zu folgen, als nur einen halben Meter vor John plötzlich ein roter Reaperlaser einschlug und die Brücke zum Einsturz brachte. Ein heiserer Schrei entkam mir, als sich eine Hand um meinen Oberarm schloss und die Zeit plötzlich still stand.

Der Reaper verfehlte Shepard nur knapp, als er geistesgegenwärtig zur Seite hechtete.

Eva keuchte, als ich nach ihrem Bein griff und ihren Körper mit einer Barriere umhüllte.

James und Garrus landeten beide auf dem Felsblock unter uns und rollten sich ab, um größeren Schaden zu vermeiden.

Mordin umklammerte die Phiole mit dem Heilmittel und hielt sich am Brückengeländer fest, bevor er hinabsprang und auf seinen Füßen aufkam.

Ich landete hart auf dem steinernen Boden, genau neben Shepard, als ich die Fremdkörperbarriere nach Evas Aufprall nur noch für einen kurzen Moment aufrecht erhalten konnte. Die Biotik schnalzte zu mir zurück, und ich kämpfte mich eilig auf die Beine.

„Sind alle okay?!“, rief Shepard, der sich schon wieder kampfbereit in Deckung befand.

„Ging nie besser“, knurrte ich leise und half Eva hoch. Mein Blick ging zu dem Reaper, der uns mittlerweile wohl eindeutig erfasst hatte.

„Größtenteils! Hat das Reagenzglas überlebt, Mordin?“, fragte Garrus, der sich neben Shepard duckte.

„Ja! Wichtigste Entwicklung meiner Karriere. Reaper wird Heilung nicht weiter verzögern“, meldete sich der Salarianer.

„Bei Ihnen noch alles dran?“, fragte ich die Kroganerin und sah ihr in die dunklen Augen. Oder, aufgrund ihrer Kopfform, in das linke.

„Natürlich…ich bin eine Kroganerin!“, erwiderte sie mit ein wenig amüsierter Empörung in der Stimme. Ich lächelte entschuldigend, bevor ich eine auffordernde Kopfbewegung machte und wir in Deckung gingen.

„Wurden wir gerade wirklich von einem Reaper beschossen?“, fragte Garrus ein wenig fassungslos.

„Betrachten wir es als Training“, nickte Shepard grimmig, als Wrex sich über Funk meldete.

„Die Hämmer sind oben! Soll ich den Reaper mit dem Panzer ablenken, bis Kalros hier ist?“, überlegte der Kroganer, doch ihm wurde mit einem erschreckend synchronen ‚NEIN!‘ geantwortet.

Es dauerte einen kurzen Moment, in dem Shepard uns mit gerunzelter Stirn musterte.

„Ihr verbringt viel zu viel Zeit miteinander“, stellte er fest und schüttelte knapp den Kopf. „Wrex, du hast doch gesehen, was der Reaper mit der Forschungsstation gemacht hat. Bleib außer Sichtweite!“, befahl John und öffnete die Umgebungskarte auf seinem Universalwerkzeug.

„Ja, ja…Liz, du musst beide aktivieren! Und passt mir mit dem Riesenlaser auf! Wrex Ende!“, meldete sich der Kampfmeister ab, als Shepard die markierten NaviPunkte aufrief.

„Das Labor ist ganz in der Nähe. Das ist unser nächstes Ziel, damit Mordin das Heilmittel vorbereiten kann. Ihr schlagt euch mit Eva zu Wrex durch, sobald wir dort fertig sind…“, befahl Shepard und deutete auf James und Garrus. „…du kümmerst dich um Kalros…“, forderte er mich mit einem Nicken auf bevor er auf Mordin zeigte. „…und wir gehen zum Mantel. Abmarsch!“, befahl er, und erhob sich aus der Deckung. Ich wappnete mich, und zuckte ein wenig zusammen, als er mich plötzlich zurückhielt. „Kopf unten halten!“, fauchte er eindringlich, bevor er mich losließ und Mordin Deckung gab.

„Wir ziehen ihre Aufmerksamkeit auf uns, Lola!“, hörte ich James, der gerade seine Revenant zog und Eva hinter sich hielt.

„Natürlich werdet ihr das. Ich stoße zu euch, sobald ich kann“, versicherte ich nickend, grinste meinen Kameraden noch einmal zu, und sprang dann einen Vorsprung herunter, um es hinter mich zu bringen.



Flashback 68, Esstisch auf dem Crewdeck, SSV Normandy SR-2, Perspektive von Staff Commander John Sullivan Shepard, am 19 Stunden zuvor


„Ach komm schon! Er hätte hier wunderbar reingepasst!“, hörte ich Liz, als ich mit Liara aus dem Fahrstuhl kam.

„Ein biotischer Pyjak? Der hätte uns das ganze Schiff auseinander genommen!“, erwiderte Garrus, und ich rollte die Augen, ohne mir das kleine Lächeln verkneifen zu können.

„Wichtiges Testsubjekt! Biotische Veranlagung bei Tieren selten!“, warf Mordin ein.

„Ja! Fällt nur den Salarianern ein, so nen Schrott zu züchten“, lachte Wrex, der James gerade einen großen Topf abnahm.

„Teils dir mit Eva, ja?“, mahnte der Kalifornier, was ein übellauniges Murren zur Folge hatte. „Das hab ich gehört“, rief James über seine Schulter, als Liz zu lachen begann.

„Ihr habt echt keinen Sinn für Humor!“, grinste sie, als wir die Messe erreichten. „Hey, Liara! Du hast den biotischen Pyjak doch auch in den Helmkameras gesehen. Du stimmst mir doch zu, dass er ein großartiges Maskottchen gewesen wäre, oder?“, fragte sie auffordernd. Liara lachte leise, bevor sie sich neben der Soldatin niederließ.

„Natürlich“, stimmte sie gutmütig zu und nahm Garrus, der aus der Küche kam, die beiden Teller ab.

„Hey, hab ich da kein Wort mitzureden?“, fragte Joker empört. „Wenn jemand das Maskottchen aussuchen darf, dann ich! Ihr habt die Manöver nicht mitbekommen, die ich mit der Lady geflogen bin, nur um diesen Reapern zu entgehen“, nickte der Pilot, als Steve sich leise räusperte. „Ja, ja…das mit dem Shuttle war auch nicht schlecht“, erwiderte er und grinste dem Nachschuboffizier entgegen.

„Wir docken in ner halben Stunde an, oder?“, fragte James, der sich neben Liz auf den Stuhl fallen ließ.

„Ja. Wir beide übergeben Petrovsky, Liz und Garrus kümmern sich um die Artefakte, Adams und Steve nehmen die Ersatzteile für den Stützpfeiler entgegen. Planmäßig docken wir nach zwanzig Minuten wieder von der Nairobi ab“, erklärte ich meiner Crew.

„Und dann…heilen wir die Genophage…“, seufzte Wrex und streckte sich ein wenig auf dem Stuhl. Etwas knirschte, doch das ignorierten wir einfach.

„Hast du schon ne Ahnung, was du danach machst, Mordin? Gehst du endgültig in den Ruhestand?“, fragte ich den Salarianer. Er blinzelte nachdenklich, bevor er sich am Kinn kratzte.

„Zuerst muss Krieg gewonnen werden. Habe mich mit ehemaligen Kameraden in Verbindung gesetzt, wollen vielleicht den Tiegelbau unterstützen. Reaper besiegen, Krieg beenden…“, überlegte er. „Danach Ruhestand. Ein warmes Plätzchen finden, den Ozean beobachten, Muscheln sammeln“, zuckte er mit den Schultern.

„Du würdest nach einer Stunde durchdrehen“, stellte ich grinsend fest.

„Ich könnte Tests an den Muscheln durchführen…“, überlegte er weiter. „Ist auch einfacher. Muscheln springen nicht. Biotische Muscheln sehr unwahrscheinlich. Bis jetzt…“, sprach er verschwörerisch, bevor er breit grinste.

„Ja. Genau das brauchen wir noch, den Angriff der Meeresfrüchte“, zuckte Garrus mit den Mandibeln, als EDI sich meldete.

„Commander, die SSV Nairobi hat uns auf den Sensoren. Wir erreichen sie in 23 Minuten und 17 Sekunden“, sprach die KI, und Joker erhob sich.

„Bin unterwegs“, sagte er in Richtung der Stahldecke. Ich kratzte die Reste meines Mittagessens vom Teller, bevor ich ihm folgte. Die Übergabe von Petrovsky war bereits seit Tagen geplant, und musste wirklich ordentlich von Statten gehen…

„Dir ist schon klar, dass man normalerweise leere Muscheln sammelt, oder? Die leben nicht mehr“, hörte ich Liz.

„Ja? Ist auch besser so“, erwiderte Garrus.

„Aber wieso bei Muscheln aufhören. Stellt euch mal nen biotischen Tintenfisch vor“, überlegte Steve.

„Interessant!“, sprach Mordin ein, der sein Universalwerkzeug öffnete. „Intelligente Kopffüßer. Hochentwickeltes Nervensystem, wichtig für biotische Anwendung“, informierte er sich, als Joker mir einen Blick zuwarf.

„Das meint er nicht ernst, oder?“, fragte der Pilot, als wir den Fahrstuhlschacht umrundeten.

„Wollen wir es hoffen“, erwiderte ich kopfschüttelnd, als hinter uns grölendes Gelächter ausbrach, das ganz eindeutig von Wrex stammte.

„Erzähl mir mehr davon, Frischling!“, rief der Kroganer lautstark.

„Trau dich ja nicht, James!“, fuhr Liz den Kalifornier an, als ich den Lift rief.

„Also, wir waren im Tauchlehrgang der N5…“


Flashback Ende



„Album wird geladen. Audiodatei ‚Unter jeder Schuppe singt ein Vorcha‘ wird abgespielt“, meldete sich meine Anzug-VI, als ich mich vor dem Reaper im Schatten verbarg. Meine rechte Hand ging zu meiner kleinen Rüstungstasche, in der ich die kleine, flauschige Pyjakfigur versteckt hielt.

„Lass das mal schief gehen“, murmelte ich, und trat aus den Schatten.

Die turianischen Jäger waren zurückgekehrt, um den Reaper abzulenken, und das funktionierte tadellos. Das Geschwader Artimec umflog den Zerstörer, der jedes Mal einen Tick zu langsam war, um einen von ihnen zu erwischen. Garrus war mehr als stolz auf seine Kameraden und ich musste wirklich meinen Hut vor den Jägerpiloten ziehen.

Das salarianische Punkbandgeschrei drang an meine Ohren, so leise, dass ich die Teamintercom noch laut genug mitbekam.

Ein kleines Grinsen schlich sich auf meine Lippen, als ich den Reaper direkt vor mir sah.

Es war an der Zeit, dass Urdnot Liz ihrem Namen alle Ehre machte.

Es war an der Zeit, die Mutter aller Dreschschlunde zu rufen.

Es war an der Zeit, die Genophage zu heilen.

Halleluja!



Mir kamen tatsächlich kaum Feinde entgegen, mal ein verirrter Husk hier und da, die ich mit meiner Biotik locker in den Griff bekam, sodass ich meine Viper gezogen hatte. Ich wusste genau, wo sich meine Kameraden mit Mordin und Eva entlangkämpften, und ich gab mein Bestes, die Feindlinien aus der Ferne etwas auszudünnen, während ich auf den Reaper zulief.

„Ach ja?“, rief ich empört, als der Zerstörer zuckte und ein Bein nur einen guten Meter neben mir auf den Boden rammte. Eilig verstaute ich das Scharfschützengewehr und zog meine Pistole, als ich meine Beine in die Hand nahm.



Unter Schuppen, unter Qualen, wollte sich ein Vorcha wappnen!
Für den Kampf, den langen Krieg, spürt den Krampf in seinen Knien!

Unter jeder Schuppe singt ein Vorcha!

Singt von großen Kriegen und den Jahren ohne Frieden!
Hält sich an den Schuppen fest, erinnert sich noch an die Pest… auf Omega!

Unter jeder Schuppe singt ein Vorcha!



„Was ist das für n Schrott im Funk?“, fragte Wrex, als die drallen Dalatrassen, in Fachkreisen auch als Triple D oder 3D bekannt, ihr bestes gaben um meine Nerven ein wenig zu beruhigen.

„Lass mir meine Musik, da stehen jede Menge Rohlinge unter dem verdammten Reaper“, murrte ich zurück, als mein Blick auf den rechten Schlundhammer fiel. „Seid ihr am Labor?“, fragte ich nach.

„Ja! Mordin ist fast fertig, wir halten den Eingang. Kümmer du dich um diese Hämmer“, meldete sich James.

„Und beeil dich, Ryan, wird langsam ungemütlich hier!“, rief Garrus.

„Mach dir nicht in die Rüstung, Vakarian, ist doch ganz kuschlig“, erwiderte ich heiser.

„Liz, konzentrier dich auf den Dreschschlund!“, forderte Shepard mich auf. „Wir sind bereit, fang an zu Hämmern!“, rief er in den Funk.

„Zu Befehl, Commander!“, nickte ich fest entschlossen, und sprang.



Biotik sorgsam über den ganzen Körper verteilen: Check.

Das gesamte Barrierefeld gleichzeitig antriggern, wenn man abspringt: Check.

Nicht mit dem gigantischen Reaperbein zusammenstoßen, während man durch die Luft segelt: Check.

Whuuuups!

Den Rohling, der sich hier mit einigen seiner Kumpels versammelt hatte, nicht als Landebahn nutzen? Tja… das konnte ich nicht abhaken…



Ich taumelte von dem gigantischen, turianisch-kroganischen Bodentruppenreaper herunter, und erkannte den Aktivierungsknopf, der dem Schlüsselstein gar nicht unähnlich sah. Ohne viel Zeit zu verlieren schlug ich darauf und bemerkte den Schatten, der sich hinter mir genähert hatte, ein wenig zu spät.

AAAAH!“, kreischte ich, als ich der massiven Klaue im letzten Moment auswich, mit der der Rohling mich packen wollte. „Hast du den Arsch offen?!“, fuhr ich ihn an, und zuckte vor einem weiteren Angriff zurück.

„Liz! Der zweite Hammer!“, beschwerte sich Wrex.

„Jaha!“, meckerte ich zurück und tauchte unter der gewaltigen Pranke des Rohlings durch.

„Wir schlagen uns zum Mantel durch! James und Garrus verschanzen sich mit Eva im Labor und warten auf dich, Liz! Beeilung!“, befahl Shepard, als ich zu einem weiteren Sprung ansetzte. Ich konnte nicht direkt zum zweiten Schlundhammer springen, da ich sonst ein ziemlich beklagenswertes Ende als zermatschte Allianzsoldatin an der Reaperpanzerung erleiden würde, und so sprang ich eine kürzere Strecke, direkt unter den Zerstörer.

„Alles klar!“, schrie ich, als ich auf dem Boden aufkam, und rannte weiter. Einer der Reaperfüße stampfte neben mir auf, und ich wäre beinahe dagegen gerannt, als ich einem der zahlreichen Rohlinge auswich.

„Hier kommen immer mehr Feinde rein, Lola!“, hörte ich James, als ich den nächsten Sprung ansetzte. Ich war bereits mit einem Fuß in der Luft, als ich am Arm gepackt wurde. Mit einem Schrei, und einer ziemlich instinktgesteuerten Reaktion, lenkte ich die Biotik um und warf den Rohling mehrere Meter weit zurück. Ein kleines Keuchen entkam mir, und ich verzichtete auf einen erneuten Sprung.

„Ich bin unterwegs, durchhalten!“, schrie ich und riss schützend meine Hände hoch, als ein Feuerball nur wenige Zentimeter neben mir landete und einen Rohling hervorbrachte.

Ich rannte.

Wich aus.

Sprang aus dem Weg.

Fluchte.

Und aktivierte den zweiten Schlundhammer.



„Die Hämmer sind aktiviert, Wrex! Wie lange dauerts, bis Kal…“, wollte ich fragen, als die beiden gigantischen Steinhämmer geräuschvoll aufprallten und sich wieder hoben. Ich wurde von einer heftigen Erschütterung und von einem beinahe panischen Geräusch des Reapers unterbrochen.

„Beantwortet das deine Frage?“, fragte der Kroganer begeistert, als Kalros aus dem Erdreich schoss und den Reaper angriff.

„Schei…“, fluchte ich und ging in Deckung, als der Dreschschlund auf dem Boden aufprallte. Ich suchte eilig nach einem Fluchtweg, und überlegte ernsthaft, ob das hier so eine gute Idee war.

„¡Mierda! Seht euch dieses riesige Ding an!“, rief James in die Intercom, als ich auf eine umgestürzte Säule sprang. Der Reaper wehrte sich nach Leibeskräften gegen den Angriff und rammte Kalros gegen einen großen Stahlträger.

Sie schrie auf, verstummte, und…

„Scheiße, der Reaper hat Kalros umgebracht! Was jetzt?!“, schrie ich panisch in den Funk, als eine Erschütterung mit den Boden unter den Füßen raubte. Ich wurde zurückgeworfen und landete hart auf der Seite, als Kalros wieder auftauchte. „Okay, sie ist wieder da, keine Sorge!“, keuchte ich, als ich plötzlich die Unterseite des gigantischen Wurms über mir sah. „Oh oh…“, murmelte ich, und legte einen ungezielten biotischen Sprung hin. Wo auch immer ich landete, es konnte mir dort nicht viel schlechter ergehen, als unter der Mutter aller Dreschschlunde…



„Wo bleibst du?!“, hörte ich die Stimme des Turianers, als ich etwas ungelenk hinter einer Säule landete.

„Lauft nur schonmal vor!“, rief ich eilig, als Kalros den Reaper umwarf und sich wie eine gigantische Würgeschlange einrollte.

„Vergiss es Lola, beweg deinen verdammten Arsch hier her!“, befahl James, als ich gebannt auf die Szene vor mir blickte. Der Reaper schrie, als der Dreschschlund ihn in die Tiefe zog, und erst ein lautes, gebrülltes ‚LOLA!‘, riss mich davon weg.

„Bin unterwegs, haltet durch!“, meldete ich mich eilig, und rannte los. Ich traf auf keinerlei Widerstand, was mich nur noch mehr beunruhigte, denn vor wenigen Minuten hatte es hier vor Rohlingen nur so gewimmelt…

„Wir haben den Mantel erreicht, Mordin kümmert sich um die Sabotagereparatur!“, sprach Shepard in den Funk, als ich endlich Blickkontakt zu James und Garrus bekam. Jede Menge leblose Bodentruppen lagen vor ihnen. „Schnell, zum Truck!“, rief ich ihnen entgegen, als ich erkannte, vor wem sie sich und die Kroganerin hinter der umgefallenen Steinsäule schützten.

„Lola, bleib weg!“, brüllte James mir entgegen, als ich die drei Rohlinge sah, die sich aus verschiedenen Richtungen näherten. James zielte mit seinem Maschinengewehr blind über die Deckung und drückte den Abzug runter, um dem unnachgiebigen Beschuss der Marodeure zu entgehen, die sich auf der anderen Seite verschanzt hatten. Er knackte die Panzerung des vordersten Rohlings, und die Kugeln wurden tief in das ungeschützte Fleisch getrieben, was ihn jedoch nur wenig ausbremste.

Garrus warf eine Granate und traf, doch laut meiner Feindanalyse war der Panzerungsschaden nicht groß genug, um ihnen eine wahre Chance zu geben.

Einer der gigantischen Reaper bäumte sich gerade zu seiner vollen Größe auf, und mir wurde ganz anders, als er nur einen Augenblick später einen riesigen Felsblock anhob und mit voller Wucht auf die Steinsäule warf.

„Weg!“, schrie Garrus, als der Fels in zwei große Hälften zerbrach und er Eva gerade noch rechtzeitig aus dem Weg schubsen konnte. Die Kroganerin landete auf ihren Knien, und der Turianer direkt neben ihr. James hechtete aus dem Weg, als ich die Biotik spürte, die sich im vollen Lauf um meinen Körper hüllte.

Ich erkannte, wie Eva plötzlich die schwere Schrotflinte von James‘ unterer Rückenplatte zog.

Meine Feindanalyse zeigte, dass die Panzerungen der Rohlinge bereits ziemlich angekratzt waren.

Eva hob die Flinte mit mehr Routine, als ich ihr zugetraut hatte.

Meine Füße hatten den staubigen Arenaboden längst verlassen.

Garrus‘ Mandibeln standen von seinem Unterkiefer ab, als er panisch nach einer neuen Deckungsmöglichkeit suchte und seine Phaeston anhob.

James fluchte, doch ich hörte ihn gar nicht, als ich meine rechte Hand zur Faust schloss und mit der Linken umklammerte.

Die Biotik konzentrierte sich völlig automatisch an meiner rechten Körperhälfte, als ich mit dem ersten Rohling kollidierte.

Bammmm!

Etwas klingelte in meinem Ohr, als die schwere Schrotflinte abgefeuert wurde.

Bammmm!

Ich spürte, die der Rohling aus der Balance kam und gegen den zweiten krachte.

Knack!

Irgendetwas brach und ich hoffte inständig, dass es nicht zu mir gehörte.

Bammmm!

Wurde die Scimitar ein weiteres Mal abgefeuert.

Ich rollte schwungvoll von dem Rohling herunter, als Eva die Schrotflinte schulterte und den Turianer hinter eine umgestürzte Kroganerstatue zog.

„Da soll nochmal einer sagen, ich wäre nicht umwerfend“, grinste ich erschöpft, als James mich in Deckung zog. Ich zuckte ein wenig zusammen, als ich die Phaeston zog und hoffte, dass es dem Kalifornier entging.

„Hab ich nie behauptet“, erwiderte James und nahm die verbliebenen Marodeure unter Beschuss. Ich hob mein Sturmgewehr, als Garrus‘ Krysae kurzen Prozess mit zwei Kannibalen gleichzeitig machte. Mit der Phaeston visierte ich einen der Marodeure an, der sich verbarg, und schaffte es, ihn auszuschalten.

„He, ihr Pyjaks! Soll ich hier warten, bis der Panzer verrostet?“, rief Wrex in den Funk. Garrus erschoss den letzten der Reaper, und so erhoben wir uns aus der Deckung.

„Weiter, im Laufschritt!“, forderte Garrus uns auf, und joggte los, um ins sichere Tomkah zu kommen.



„Hat lange genug gedauert! Ihr wollt doch nicht, dass wir die Heilung verpassen! Ich will ganz vorne An der Front dabei sein“, rief Wrex, als James die Tür öffnete. Er reichte Eva die Hand, und die Kroganerin stieg ein.

„Ja, war n bisschen komplizierter“, antwortete ich ihm und reichte dem Kalifornier ebenfalls die Hand. Ich hievte mich in das Tomkah und funkte Shepard an. „Commander, wir sind am Truck. Wie siehts bei Ihnen aus?“, fragte ich und ließ mich auf die Sitzbank fallen.

„Mordin kümmert sich darum“, bekamen wir als knappe, angespannte Antwort. Ich warf Garrus einen Blick zu, der die Mandibeln klackte.

Irgendetwas stimmte nicht, das hörten wir dem Commander an.

„Seht!“, rief Wrex plötzlich, als wir den Mantel erreichten. „Seht es euch doch an!“, lachte er überwältigt, und brachte den Truck zum Stillstand. Schnell verließ er das Lenkrad und sprang nach draußen. Garrus folgte ihm, ich ließ Eva den Vortritt und nickte James auffordernd zu, bevor ich dem Kalifornier aus dem Panzer folgte.

„Was meint ihr, hat das Auswirkungen auf uns? Wenn wir so viel davon abbekommen?“, fragte Garrus, als die gelblichen Flocken auf uns niedersanken. Der Mantelturm wurde immer instabiler, an verschiedenen Stellen explodierte etwas, Funken stoben aus dem Fahrstuhlschacht und ein Feuer brach aus.

„Dein erstes Kind wird n Kroganer, aber sonst wird schon nichts passieren“, zuckte ich mit den Schultern, als Wrex völlig gebannt zur Mantelspitze sah. Shepard stand zwischen den Kontrollkonsolen und betrachtete die Heilmittelflocken, die auf seinem Handschuh landeten.

Leise räusperte ich mich, als ich näherkam.

„Commander?“, fragte ich vorsichtig. „Wo ist…Mordin?“, wollte ich wissen, doch ich suchte nur nach Gewissheit. Ein flaues Gefühl machte sich in mir breit, als Shepard einen Schritt auf mich zumachte und mir eine Hand auf die Schulter legte.

„Er musste da hoch. Seine Entscheidung, ging nicht anders“, sprach er knapp, als Garrus verstehend mit den Mandibeln klackte.

„Soll ich…  soll ich springen und nachsehen, ob er wirklich…“, überlegte ich schnell und spürte, wie meine Biotik unbewusst getriggert wurde. Augenblicklich verhärtete sich Shepards Griff um meine Schulter, und ich verzog das Gesicht.

„Ich glaube nicht, dass das nötig ist“, sprach er ruhig und seufzte, bevor er in Richtung meiner Schulter nickte.

„Bin mit nem Rohling zusammengestoßen“, erklärte ich knapp.

„Natürlich bist du das“, erwiderte er resigniert. „Wir sollten hier verschwinden, bevor der Turm völlig einstürzt“, sprach er etwas lauter. Wrex nickte schnell, voller Begeisterung, während Eva sichtlich betrübt war.

„Ich weiß genau den richtigen Platz!“, rief der Klanführer und marschierte voran, sodass wir ihm zum Truck folgten und einstiegen.

Ein Sieg, um jeden Preis.

Jemand anderes hätte es nicht geschafft…

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Huhu ihr Lieben!
Es ist getan, die Genophage ist geheilt, die Kroganer gerettet... und wir haben einen weiteren Kameraden verloren... Jeden Tod werde ich nicht verhindern, das kann Liz auch gar nicht... auch wenn sie es mit Sicherheit versuchen wird.
Das hier ist Kapitel 150, und eigentlich war geplant, dass jedes Spiel ca. 50 Kapitel bekommt...XD So viel zu meiner Planung also...
Wie ihr gerade gelesen habt, habe ich mir die Freiheit genommen und den späteren Verlauf vor dem Reaper ein wenig umzuschreiben. Es kam mir schon immer ein wenig komisch vor, dass Eva und Mordin so völlig allein durch das reaperverseuchte Gebiet marschieren :-/ Das konnte ich nicht so zulassen, dafür gibts ja die FFs...
Liebe Grüße,
Angel
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