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One Night

von claudrick
Kurzbeschreibung
KurzgeschichteLiebesgeschichte / P18 / Gen
Curtis Newton / Captain Future Joan Landor
24.12.2013
27.01.2014
2
3.416
 
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24.12.2013 1.074
 
Das Folgende wollte ich einfach noch loswerden, wobei ich mich teilweise am Anime (und dessen unsäglicher Synchro) bzw. dem neu erschienen Buch "Der Sternenkaiser" bedient habe.



Lautlos wie ein Schatten näherte sich Future der Westseite der Gouverneursvilla. Schon von weitem hörte er Stimmen, und als er um die Ecke des Anwesens herum auf eine Terrasse stieß, sah er dort zwei Personen. Schnell drückte er sich an die Wand, um nicht sofort bemerkt zu werden. In einem Stuhl saß, Future den Rücken zugewandt, Gouverneur Quale, ihm gegenüber am Tisch stehend... Zu seinem Erstaunen stieß er nun zum zweiten Mal innerhalb kürzester Zeit auf das Mädchen vom Strand, und ihm wurde klar, dass sie wohl doch mehr mit dem Atavismus-Fall zu tun hatte, als es zunächst den Anschein gehabt hatte. Momentan schien sie eine angespannte Unterhaltung mit Gouverneur Quale zu führen.

„Dr. Britt musste sich einfach für ein paar Tage frei nehmen, er war vollkommen erschöpft. Die Gefängnisse, die zu Krankenhäusern umgewandelt werden mussten, platzen aus allen Nähten. Die Zustände sind unhaltbar!“

„Ja, ich weiß“, entgegnete Quale, und es war seiner Stimme anzuhören, dass er nicht die geringste Ahnung hatte, wie man diese Seuche in den Griff bekommen könnte. „Aber wir haben keinen anderen Platz und außerdem kein Geld, um auf die Schnelle andere Unterkünfte zu errichten.“

Joan stützte sich mit den Händen auf die Tischfläche und sah Quale eindringlich an.

„Aber das hat doch nichts mit Geld zu tun! Wir müssen die Ursache für die Rückverwandlungen herausfinden, damit...“

Future verspürte das dringende Bedürfnis, das Mädchen in ihrem Anliegen vor dem Gouverneur zu unterstützen und trat aus seiner Deckung.

„Ich denke, ich könnte Ihnen dabei helfen“, sagte er schlicht anstelle einer Begrüßung.

Erschrocken sprang Quale aus seinem Stuhl auf.

„Was? Wer sind Sie? Wie sind Sie hier herein gekommen?“

Future erhob den linken Arm mit seiner einzigartigen Uhr, und den beiden wurde schlagartig klar, wen sie da vor sich hatten.

„Captain Future!“, stieß Joan ungläubig aus, und konnte sich gerade noch beherrschen, dass ihr nicht das Kinn herunter klappte. Vor ihr stand der junge Mann, den sie auf dem Empfang des New Yorker Bürgermeisters vor wenigen Tagen kennen gelernt hatte, und mit dem sie... Konnte er das wirklich sein? Mit der strengen, fast abweisend wirkenden Uniform, den Strahlenwaffen an seinem Gürtel und dem entschlossenen Auftreten schien er so wenig gemeinsam zu haben mit dem geheimnisvollen, anziehenden Mann vom Strand... Doch ein Blick in seine dunklen, grauen Augen räumte jeden Zweifel aus dem Weg, und das angedeutete wissende Lächeln um seine Mundwinkel, das nur Joan zu bemerken schien, bestätigte ihr, dass er sie ebenfalls wieder erkannte. Sie wusste nicht, ob sie blass oder rot werden sollte, und war äußerst erleichtert, als Vizegouverneur Kells auf die Terrasse trat.

„Sylvanus, unsere Gäste, Lucas Brewer und Mark Cannig, sind jetzt da“.

„Danke, Eldred“, entgegnete Quale und lud Joan und Future ein, an dem Gespräch mit dem Radiumminenbesitzer und seinem Vorarbeiter teilzunehmen.

Später begleitete die Agentin Captain Future auf dessen Wunsch hin zu einem der Gefängnisse, die zu Krankenhäusern umgewandelt worden waren. Eine seltsame Spannung herrschte zwischen ihnen, doch da Future ihr erstes Zusammentreffen nicht ansprach, erschien es Joan unangemessen, es von sich aus zu erwähnen. Sie hatte es immerhin nicht mit irgend jemandem zu tun, sondern mit Captain Future, dem größten Wissenschaftler der bekannten Galaxis! Es war wohl dieser respekteinflößende Gedanke, der Joan dazu brachte, Captain Future, entgegen ihrem ersten Treffen, wieder zu siezen.

„Warum haben Sie denn bei Gouverneur Quale am Schluss der Besprechung nach dem Herrscher von Megara gefragt?“

„Der Herrscher von Megara hat gewusst, dass mich die Regierung hierher geschickt hat, dass heißt einer von Gouverneur Quales Vertrauten muss also mit dem Herrscher Verbindung aufgenommen haben. Aber ich weiß nicht wer.“

Joan war einigermaßen entsetzt über diesen Gedanken, weniger wegen Lucas Brewer oder Mark Cannig, als vielmehr wegen Gouverneur Quale und dessen Vize Eldred Kells, die sie beide zu schätzen gelernt hatte.

„Es wäre wirklich unglaublich, wenn einer von ihnen ein Spion ist“, entgegnete sie und schaute Future mit einem unbehaglichen Blick an.

„Der Weltraum ist unendlich groß, und ich habe Dinge gesehen und erlebt, die mich gelehrt haben, grundsätzlich alles zunächst einmal für möglich zu halten“, entgegnete Future, und für einen kurzen Moment blitzte in seinen Augen der leise Humor auf, den sie schon bei ihrem ersten Treffen in New York bemerkt hatte.

„Natürlich, Sie haben sicher recht...“, entgegnete Joan vage. Sie bogen gerade von der belebten „Straße der Astronauten“ in eine ruhigere Seitenstraße ein, als Joan nicht mehr an sich halten konnte.

„Aber ich muss Ihnen sagen, dass ich es niemals für möglich gehalten hätte, einen der berühmtesten Wissenschaftler und Abenteurer unserer Galaxis auf einem langweiligen Empfang beim New Yorker Bürgermeister kennen zu lernen. Ich meine, jemand wie Sie, mit geradezu übermenschlichem Wissen, außergewöhnlichem Mut und Kräften, die sich mit nichts vergleichen lassen...

„Wie?“, entgegnete Future und blinzelte irritiert angesichts dieser unerwarteten Lobhudelei. „Das hat wirklich nichts mit Übermenschlichem zu tun“, antwortete er und lächelte sie wohlwollend an. „Wohl eher mit einer ungewöhnlichen Erziehung und Ausbildung.“

„Captain Future, es ist etwas ganz besonderes für mich, mit Ihnen arbeiten zu dürfen und ich hoffe, dass... Dass unser erstes Zusammentreffen nicht einen falschen Eindruck von mir bei Ihnen hinterlassen hat... Ich nehme meine Aufgaben sehr ernst, und ich bin kampferprobt und ausdauernd und...“ Sie lief Gefahr, sich zu verzetteln, und so sprach sie einfach aus, was ihr so wichtig erschien. „Und eigentlich bin ich nicht so leicht zu haben!“

Future grinste jetzt von einem Ohr zum anderen, und Joan merkte, wie ihre Wangen zu glühen begannen.

„Das fasse ich als Kompliment auf, Miss Landor“, sagte er und sein intensiver Blick ließ Joan noch mehr erröten.

„Wir waren schon einmal beim Du...“, entgegnete sie leise. „Ich heiße Joan“.

„Joan. Joan Landor“, wiederholte Future. „Mein Name ist Curtis Newton“.

„Schön, dich kennen zu lernen, Curtis“, antwortete Joan, lächelte und machte in ihrer Verlegenheit Anstalten, weiterzugehen.

Future zögerte einen kurzen Moment und sah ihr nach. Diese Frau bewegte etwas in ihm, dass er nie zuvor in dieser Form verspürt hatte. Und er musste sich eingestehen, dass er jeden Tag an sie gedacht hatte, seit er sie kennen gelernt hatte, die unbekannte Schöne vom Strand. Es gibt keine Zufälle, nur die Illusion des Zufalls... Future schloss sich der Agentin an und zum ersten Mal in seinem Leben konnte er sich vorstellen, neben Simon, Grag und Otho könnte noch eine andere Person fester Bestandteil seines künftigen Lebens sein...
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