Die Sache mit dem Vertrauen

GeschichteFamilie / P12
Felix Gaber Magnus von Hagen
23.12.2013
23.12.2013
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Einmal mehr gibts nen kleinen Magnus/Felix OS von mir, weil ich die beiden einfach süß zusammen finde.
Gehören tut mir nichts, Geld gibts auch nicht, aber ich würde mich freuen, wenn ich ein paar von euch lesern damit den Tag versüßen kann :D

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Langsam wandte sich der dunkelhaarige junge Mann vom Fenster seines Büros ab. Draußen zog ein Gewitter auf, es war den ganzen Tag über schwül-warm gewesen, ein widerliches Wetter, die Luft kaum zu atmen und man fühlte sich, als würde man zerfließen, obwohl alle Fenster offen waren. Einer der Gründe, warum Klimaanlagenvertriebe sich derzeit eine goldene Nase verdienen dürften.
Sein Blick schweifte über den Schreibtisch, neben den Akten und Zettelbergen neben dem Laptop stand ein gerahmtes Foto.

Liebevoll fuhr Magnus die Konturen des Gesichts darauf nach, als er wieder in seinem Ledersessel saß. Egal wie viel Stress er in der Firma seines Vaters hatte, wie viel Arbeit er als stellvertretender Firmenchef hatte, sobald er nach Hause kam, war alles vergessen. Zumindest war das früher so gewesen. Ein Schatten legte sich auf sein Gesicht, als er an seinen Felix dachte. Seit fast 10 Jahren waren sie nun verheiratet, hatten sich gegen so ziemlich alles gestellt, was ihnen das Leben schwer machte.

Doch irgendwas war anders geworden, als hätte sich eine Mauer zwischen ihnen gebildet. Angefangen hatte es, als sein Vater ihn gebeten hatte, die neue Abteilungsleiterin für Marktforschung in die wirtschaftlichen Verhältnisse der Firma einzuarbeiten. Zwar war ihm nicht ganz klar, warum das ausgerechnet ihm zufiel, doch er hatte sich nicht wirklich gesträubt, die hübsche Brünette Anfang der 30 war ihm sympathisch gewesen.
Es hatte zwar einige Abende länger gedauert, bis er nach Hause konnte, weil die Dame alles bis ins Detail wissen wollte, doch eigentlich war es nichts, was wirklich der Rede wert gewesen wäre.

Und doch hatte sich Felix seither merklich von ihm distanziert. Auch wenn er nichts sagte, Magnus spürte, dass etwas nicht stimmte. Doch wie sollte er etwas klären, richtig stellen oder was auch immer, ohne zu wissen, was Felix ihm da im Stillen vorwarf? Aufseufzend fuhr er sich durch die Haare und schaltete den PC aus. Es war erst 17.00 Uhr, aber seine Konzentration war sowieso kaum vorhanden, viel zu sehr beschäftigte ihn die Krise, auf die er zuzusteuern schien, als dass er etwas sinnvolles hätte erarbeiten können.
Langsam ging er zu seinem Auto, ein schwarzer Audi A7 Kombi, der mehr Stauraum hatte, als Magnus je brauchen würde, es sei denn, er und Felix würden doch noch ein oder zwei Kinder adoptieren. Was er sich ja insgeheim wünschen würde, er hatte eigentlich immer Kinder gewollt, aber eigene würde er nie haben und seinen Felix hergeben kam überhaupt nicht in Frage und wenn er dafür einen ganzen Stall eigener Kinder haben könnte.

Vorsichtig setzte er zurück, das Parkhaus der Firma war zwar groß, doch trotzdem wollte er nicht ausgerechnet heute irgendwo ansetzten, war er doch mit dem Kopf wo ganz anders. Eine knappe halbe Stunde später fuhr er den Wagen in die Garage seines Hauses. Größenmäßig war es eher eine kleine Villa, aber es war das Haus seiner Ururgroßeltern, dass er nicht hatte veräußern wollen und Felix hatte sich auch direkt wohlgefühlt, als sie eingezogen waren.

„Schatz?“, rief Magnus, als er durch eine Verbindungstür direkt aus der Garage ins Haus trat. Es war seltsam still im Haus, doch Felix' Wagen, ein dunkelroter BMW M6 stand an seinem Platz in der Garage und er hatte Magnus auch keine Nachricht hinterlassen, wie er es immer tat, wenn er ohne den Wagen unterwegs war. Jedenfalls lag kein Zettel auf dem Schuhregal, wo sie solche Nachrichten neben den Schlüsseln deponierten, damit der jeweils andere sie zwangsläufig sehen musste.

Magnus spannte sich unwillkürlich an, hier konnte irgendwas nicht stimmen. Er warf die Jacke über den Schrank und die Schuhe neben diesen, völlig untypisch für den sonst so ordentlichen Firmenvize, und hastete ins Wohnzimmer. Keine Spur von Felix, auch in der angrenzenden Küche war er nicht. Mit einem flauen Gefühl im Magen suchte Magnus noch ihr hauseigenes „Fitnesscenter“ auf, das neben einigen Geräten zum Muskel- und Ausdauertraining auch ein großes Schwimmbecken und einen Whirlpool beherbergte. Auch hier keine Spur von Felix.

Magnus hastete die Stufen hinauf in den ersten Stock, irgendwo musste Felix doch sein! Nachdem er neben seinem Heimbüro noch drei weitere Zimmer durchsucht hatte, drangen ihm die leisen Töne eines Klaviers ans Ohr. Mit geradezu jagendem Puls hastete er auf den ehemaligen Tanzsaal zu, der nur noch für größere Feiern, wie etwa Weihnachten mit der gesamten Familie und Freunden genutzt wurde. Hier stand auch das große Musikinstrument, dass es Felix schon bei ihrem Einzug angetan hatte. Er hatte damals extra Klavierstunden genommen, um spielen zu können, ohne sich ständig in den Tasten zu vergreifen.

Langsam öffnete Magnus mit vor Unruhe zitternden Fingern die Tür und betrat den großen Raum. Und wirklich, da saß Felix am Klavier und spielte eine melancholisch anmutende Melodie. Magnus fiel ein ganzer Geröllhaufen vom Herzen, er hatte selbst nicht bemerkt, wie angespannt er wirklich gewesen war. Offenbar war sein erleichterter Seufzer doch lauter als angenommen gewesen, denn Felix hörte auf zu spielen und drehte sich zu Magnus um.

„Du bist ja schon da?“, fragte er überrascht und stand auf. Mit wenigen langen Schritten war Magnus bei ihm und zog ihn an sich. „Erschreck mich nie wieder so. Ich hab schon das Schlimmste befürchtet, als ich reinkam und absolut nichts zu hören war.“, wisperte er Felix ins Ohr und schmiegte das Gesicht in dessen Halsbeuge. Felix stand einen Moment wie erstarrt da, dann schlang er seinerseits die Arme um Magnus. „Du zitterst ja. Was ist denn heute los mit dir?“, fragte er nun besorgt, Magnus war doch sonst nicht aus der Ruhe zu bringen.

„Das wüsste ich auch gerne, was mit dir los ist in letzter Zeit.“, antwortete Magnus, seinen Unmut konnte er nicht ganz aus seiner Stimme verbannen. „Mit mir? DU kommst doch immer erst so spät nach Hause und erzähl mir nichts davon, du und diese Tussi hättet gearbeitet!“, fauchte Felix und schob Magnus von sich. Von der eben noch ruhigen Stimmung war nun nichts mehr da. „Und was sollen wir sonst gemacht haben? Karten gespielt? Wie oft noch, ich sollte Johanna auf Geheiß meines Vaters einarbeiten mehr war da nicht. Zumal ich mich frage, warum du nicht gleich was sagst, statt seit einer Woche unterschwellig sauer zu sein, aber behaupten es wäre nichts!“, antwortete Magnus merklich kühler und verschränkte herausfordernd die Arme vor der Brust.

„Ach, arbeiten nennst du es, wenn du den Kopf halb in ihrem Ausschnitt hast, ja? Bemüh` dich nicht, dein Vater hat mir das Foto aus dem Überwachungsvideo eures Konferenzraums mitgebracht, als er zwei Tage nachdem die Lady bei euch angefangen hat hier war! Den Rest hätte er mir ersparen wollen, meinte er. Du brauchst gar nicht so skeptisch zu gucken, warum sollte er mich so anlügen? Immerhin hat er sich mittlerweile damit abgefunden, dass sein Sohn einen Mann geheiratet hat.“, hielt Felix entgegen.
„Kann ich das Foto mal sehen?“, fragte Magnus ruhig und ließ die Arme sinken. Er hatte da so einen Verdacht, um was es ging, wollte aber keine voreiligen Schlüsse ziehen.

„Dein Vater hat es wieder mitgenommen.“, antwortete Felix, zwar mit gereiztem Unterton, doch auch sichtlich überrascht über Magnus Reaktion. „Gut, dann fahren wir jetzt nochmal in die Firma zurück. Komm.“, erklärte Magnus entschieden und wandte sich zur Tür. Felix, nun vollständig verwirrt, folgte ihm einfach durch die Tür und hinunter in den Flur.
Wenig später saßen sie in Magnus` Audi, auf dem Weg zurück zu „Von Hagen Enterprise“, dem Softwareunternehmen der Familie von Hagen.

Johanna Davis sah überrascht von ihrem PC-Bildschirm auf, als ihre Bürotür sich ohne Ankündigung öffnete. „Magnus?“, fragte sie überrascht und erhob sich, die Miene des Firmenvize kündete von einem wahren Sturm. „Was weißt du über die neueste Intrige meines Vaters gegen mich und meinen Mann?“, konfrontierte dieser sie mit kühler Stimme und fixierte sie genau, die blauen Augen funkelten vor unterdrückter Wut. „Wie bitte? Von was sprichst du?“, fragte Johanna irritiert zurück. Magnus musterte sie einen Moment, wohl nicht ganz überzeugt von ihren Worten, doch schließlich neigte er den Kopf.

„Du weißt wirklich nichts davon, wies ausschaut.“, stellte er fest, bevor er jedoch weitersprechen konnte betrat auch Felix den Raum und musterte seine „Konkurrentin“ scharf. Magnus hob die Hand und sagte ruhig: „Lass sie, sie hat keine Ahnung, was Frederic wieder verzapft hat.“  „Ich unterbreche ja nur ungern, aber was ist hier los? Und wer ist das?“, fragte nun Johanna dazwischen und musterte nun Felix.

„Stimmt, ihr kennt euch ja noch nicht. Felix, das ist unsere neue Chefin in der Marktforschung, Johanna Davis. Johanna, das ist mein Mann Felix.“, stellte nun Magnus die beiden einander vor und Johanna streckte, wenn auch ein wenig verunsichert, die Hand aus, die Felix nach kurzem Zögern drückte. „So und jetzt wüsste ich wirklich gerne, was hier los ist?“, fragte Johanna noch einmal nach und bot den beiden mit einer Handbewegung die Stühle vor ihrem Schreibtisch an, auf denen beide sich niederließen.

Und Johannas Augen weiteten sich immer mehr, als Magnus ihr in ruhigem Tonfall erklärte, was scheinbar bei ihm zu Hause in seiner Abwesenheit vorgefallen war und warum er sie eben so harsch angegangen war. „Das ist jetzt nicht dein Ernst oder? Das kann doch einfach nicht sein, er ist dein Vater.“, stammelte sie schließlich, als Magnus am Ende angekommen war. „Das ist leider mein voller Ernst.“, antwortete Magnus, er klang nach wie vor vollkommen unbeteiligt, als ginge ihn das gar nichts an, doch wer ihn kannte, sah das Brodeln unter der Oberfläche.
„Also nur um das klarzustellen, Herr von Hagen, ich bin seit sechs Jahren glücklich vergeben, seit einem halben Jahr verlobt und werde in einem Monat heiraten. Ich kann Ihnen also wahrheitsgemäß versichern, dass ich keinerlei Interesse an Ihrem Mann habe. Ich arbeite gerne mit ihm und er ist mir auch sehr sympathisch aber mehr auch nicht. Das Foto, von dem ich mir denken kann, welche Situation gemeint ist, ist aus einem ungünstigen Winkel aufgenommen, aus einer anderen Perspektive sähe man sehr deutlich, dass wir uns nicht mal im Ansatz berührt haben. Aber was soll jetzt weiter geschehen? Wenn dieses Foto an die Öffentlichkeit kommt, ist dein Ruf im Eimer Magnus und meiner vermutlich gleich mit.“, überlegte Johanna, auch sie wurde langsam wütend.

„Wir gehen zu Frederic und klären das ein für alle Mal würde ich vorschlagen.“, damit erhob sich Magnus von seinem Stuhl und ging zur Tür, ohne sich umzuwenden. Scheinbar ging er davon aus, dass die beiden anderen ihm sowieso folgen würden. Was sie auch taten, denn dieses Sache musste wirklich geklärt werden. So standen sie wenige Minuten später zu dritt vor Frederic von Hagen´s Büro, seine blasse Sekretärin steckte gerade den Kopf durch die Tür, um sie anzukündigen. Offenbar sah man an Magnus` Miene, wie es in seinem Inneren tobte, denn Frau Adano gab es als „dringende“ Angelegenheit durch, sodass sie die drei direkt hineinschicken konnte.

„Magnus, was gibt es denn so wichtiges, dass du nicht anrufen kannst und dir sogar noch Verstärkung mitbringen musst?“, fragte Frederic ungehalten und nickte Felix und Johanna lediglich kurz zu. „Das solltest du doch eigentlich wissen oder? Oder warst es nicht du, der mit irgendwelchen Fotos bei mir zu Hause stand und versucht hat, meine Ehe zu sabotieren?“, fragte Magnus eisig und stützte sich mit beiden Händen auf dem Schreibtisch ab, um seinen Vater besser ins Visier nehmen zu können.
„Wovon sprichst du?“, fragte Frederic und lehnte sich gelassen in seinem Bürosessel zurück. Zumindest nach Außen wirkte er gelassen, aber Magnus erkannte an den Augen seines Vaters, dass er sich unwohl fühlte. Offenbar hatten sie ihn erwischt.

„Felix, möchtest du die Geschichte nochmal wiederholen?“, fragte er daher nach hinten zu seinem Ehemann gewandt, der nun an seine Seite kam, Johanna blieb im Hintergrund stehen. „Ach, ich dachte du glaubst mir nicht? Jetzt auf einmal...“, begann Frederic höhnisch, ein Blick zu Magnus ließ ihn jedoch sofort verstummen. Sein Sohn funkelte ihn an, ihm stand der Zorn nur zu deutlich ins Gesicht geschrieben. „Wo ist dieses Foto? Und ich hoffe für dich, dass es nur dieses eine Exemplar gibt!“, fauchte dieser auch nun direkt, früher hätte er so nie mit seinem Vater gesprochen, aber nach zehn Jahren Kampf war nun der Punkt erreicht, an dem Magnus der Kragen platzte.
„Im Kamin verbrannt.“, antwortete Frederic kühl, er wirkte, als wolle er noch etwas hinzufügen, doch Magnus drehte sich bereits um, verabschiedete sich mit den Worten: „Das hoffe ich schwer für dich, sonst zeige ich dich wegen Verleumdung an und Johanna vermutlich ebenso, die du auch noch mit da rein ziehen wolltest! Obwohl sie wohl damit absolut nichts zu tun hat!“
„Magnus..“, begann Frederic, doch da knallte schon die Tür hinter diesem ins Schloss, nachdem Felix und Johanna an ihm vorbei nach draußen gegangen waren.

Am nächsten Morgen telefonierte Magnus kurz mit seinem Stiefvater und schrieb nebenbei seine Kündigung und kümmerte sich um den Verkauf seiner Firmenanteile, nachdem er von diesem die Zusage zu einem Job in Abteilungsleiterposition bekommen hatte. Mit dieser Aktion war Frederic zu weit gegangen, beinahe wäre Magnus` Ehe daran zerbrochen und das war ein zu großer Eingriff in sein Leben, als dass er diesen dulden würde.
Gerade war er fertig mit allem und steckte die Kündigung in einen Umschlag, da kam Felix ins Büro.

„Was hast du denn vor?“, fragte er irritiert, als er die Kisten mit den Akten und ähnlichem sah, die sich neben Magnus` Schreibtisch stapelten. „Ich bringe meinem Vater die Akten und alles andere, was mit „von Hagen Enterprise“ zu tun hat. Ich denke nicht, dass er möchte, dass die „Frater Tech“ weiß, was er so alles plant, schließlich sind sie Konkurrenten.“, erklärte Magnus ruhig und erhob sich, streckte den Rücken durch. „Du willst wirklich wechseln? Magnus, dass ist dein Erbe, dass du da grade aufgeben willst.“, gab Felix zu bedenken. „Das ist mir egal, er hat zum letzten Mal versucht, uns auseinander zu treiben. Erbe hin, Erbe her, du bist mir wichtiger als alles andere und wenn das heißt, dass ich einen niedrigeren Posten in einer anderen Firma annehmen muss, um endlich in Ruhe mein Leben mit dir genießen zu können, dann soll es so sein.“, erklärte Magnus sehr entschieden und kam um den Schreibtisch herum.

Felix zog ihn in die Arme und küsste ihn zärtlich, dass Magnus einen solchen Schnitt ziehen würde hätte er nicht erwartet. „Du musst das nicht meinetwegen machen, dass weißt du, oder?“, fragte er trotzdem, schließlich wollte er nicht, dass Magnus sich zwischen ihm und seinem Vater entscheiden musste. „Ich weiß. Aber mein Vater lässt mir eben keine Wahl, so wie er jetzt wieder intrigiert hat. Und ich kann langsam nicht mehr, nicht gegen meinen eigenen Vater. Wer weiß, vielleicht versteht er es ja so.“, erwiderte Magnus leise an seinem Hals und schmiegte sich an Felix. So sehr er auch von seinem Entschluss überzeugt war, so schwer viel es ihm doch, sich von seinem Vater abzuwenden, für den er einst sogar Felix verraten hatte, damals, als Raven den Gral gewollt hatte und Magnus ohne nachzudenken für die Freiheit seines Vaters diesen unterstützt hatte.

Felix spürte, dass es Magnus schwer fiel, diese Entscheidung auch wirklich durchzuziehen und drückte ihn enger an sich. „Egal wie du dich entscheidest, ich liebe dich trotzdem und werde immer an deiner Seite sein.“, flüsterte er ihm sanft ins Ohr und drückte ihm einen Kuss auf die Schläfe.
Magnus entspannte sich merklich bei diesen Worten, hob dann den Kopf und hauchte Felix einen Kuss auf die Lippen. „Ich liebe dich auch. Und genau deshalb werde ich das jetzt durchziehen. Ich soll in vier Wochen bei Dominik anfangen, ich nehm mir die Zeit bis zur Wirksamkeit der Kündigung meinen Resturlaub und fliegen wir zwei irgendwo hin, wo uns keiner zu trennen versucht. Hilfst du mir, die Kisten ins Auto zu packen? Und dann suchst du dir schon mal ein Reiseziel und ein Hotel und was auch immer du noch haben willst aus und buchst für spätestens dieses Wochenende unseren Abflug und mindestens für 3 Wochen.“, sagte Magnus und löste sich von Felix, nahm den Brief vom Schreibtisch und steckte ihn in die Innentasche seines Jacketts, nahm dann einen der Kistenstapel auf.


Eine Stunde später hätte man meinen können, Frederic von Hagen´s Büro sei ein Aktenstauraum, denn die Kisten aus Magnus´ Heimbüro stapelten sich nun bei seinem Vater und seine Kündigung lag auf dem Schreibtisch, genauso wie der von Magnus als Noch-Firmenvize bereits genehmigte Urlaubsantrag bis zum Inkrafttreten der Kündigung.
Frederic starrte noch immer die Tür an, durch die sein Sohn vor etwa 5 Minuten gegangen war. Er konnte immer noch nicht glauben, dass sein Sohn gerade gekündigt hatte und sein Erbe an seinen Cousin abzutreten gedachte, der zur Zeit in der Programmierabteilung als Abteilungsleiter arbeitete und eigentlich gar nicht die Ausbildung zum Firmenleiter hatte, im Gegensatz zu Magnus, der seit seinem Abschluss auf nichts anderes vorbereitet worden war. Und nun war Magnus gegangen, hatte sich für seine Ehe und gegen sein Erbe entschieden. Für Frederic völlig unverständlich, der lediglich aus Zweckmäßigkeit geheiratet hatte und nicht aus Liebe, so wie sein Sohn.

Unten gab Magnus sämtliche Papiere und den Schlüssel zu seinem Geschäftswagen ab und verließ das Gebäude mit einem wesentlich kleineren Pappkarton, in dem alles Private aus seinem ehemaligen Büro untergebracht war, was er nicht hier hatte lassen wollen.
Draußen wartete bereits Felix mit dem Auto auf ihn. Magnus warf einen letzten Blick auf das Firmengebäude, das ihm einmal hätte gehören sollen, dann stieg er zu Felix in den BMW und sie fuhren los, Felix hatte einen Flug nach Südspanien gebucht, der in zwei Tagen ging und ihnen 3 ½ Wochen Ruhe und Entspannung bringen würde, was danach war, war jetzt erst einmal irrelevant.
Jetzt zählte nur, dass ein neuer Lebensabschnitt begann, wo ein alter, für beide nicht einfacher, Abschnitt endete, zumindest vorerst.
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