Welcome to a new Nightmare~

von Val-chan
KurzgeschichteAllgemein / P12
Gary
22.12.2013
22.12.2013
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Ein flüchtiges Lächeln stahl sich auf seine Lippen, als er dem tapferen, jungen Mädchen hinterher blickte. Auch, falls er dies nicht überleben sollte...Ib war ein kluges und mutiges Mädchen, trotz ihres jungen Alters. Sie würde es schon schaffen, hier heraus zu kommen, da war Garry sich sicher...
So schnell wie es gekommen war, verging das Lächeln auch wieder.  Kalter, stechender Schmerz durchbohrte sein Inneres und ließen ein qualvolles Stöhnen über seine Lippen kommen. Sicherlich war Mary gerade dabei, seine Rose nach und nach zu zerstören - und ihn somit langsam und schmerzhaft zu töten. Sicherlich, er konnte sich einen besseren Tod vorstellen. Aber die Gewissheit, dass sein Opfer in Form seiner Rose Ib unbeschadet hier heraus kommen ließ, vertrieb jegliche Kälte, die sich immer mehr in seinem Körper ausbreitete.

Seine Sicht verschwamm, die Schmerzen durchfluteten seinen ganzen Körper - und dennoch fühlte er sich merkwürdig befreit. Vielleicht, weil dieser Albtraum endlich ein Ende für ihn hatte? Vor allem aber die Tatsache, dass er Ib retten konnte... Mit jedem Atemzug, den er tat, verließ das Leben mehr seinen Körper, doch sein Feuerzeug hielt er fest in der Hand. Ein letztes schwaches Lächeln lag auf seinen Lippen, als ihm schließlich schwarz vor Augen wurde und er zu Boden sackte.Das Letzte, was er noch erblickte war eine Person mit blauvioletten Haaren und einem dunklen Mantel, der durchaus zerrupft und alt wirkte...
Eben jene Gestalt kniete sich vor ihm, strich ihm in einer sanften Geste die Haare aus dem Gesicht. Ein schmales Lächeln war zu erkennen, verschwand rasch als die Person Schritte hörte. Rasch richtete sich auf, zog Garry in Richtung Wand und lehnte ihn an diese. "Du sollst es doch bequem haben, bis ich wieder da bin...", ein leises, kaum hörbares Kichern ertönte zusammen mit diesen Worten, ehe die Person so schnell verschwand, wie sie aufgetaucht war.

"Garry...? Garry!" ein Keuchen entkam Ib, als sie den jungen Mann an der Wand angelehnt sah. Sie eilte auf ihn zu, kniete sich neben ihn "Garry...?". Das Kinn ruhte auf seiner Brust, die Augen waren geschlossen und die Haare fielen ihm locker ins Gesicht. Seine Züge waren entspannt, auf seinen Lippen glaubte sie sogar ein leichtes Lächeln zu erkennen. Er wirkte so entspannt...beinahe befreit. Als würde er schlafen und einen wunderschönen Traum träumen...
Das braunhaarige Mädchen tastete nach der Hand ihres Gegenübers, fühlte unter ihren Fingerspitzen wie die Körpertemperatur des jungen Mannes immer mehr wich und nur Kälte zurückließ. Ihre Finger glitten über den Arm, weiter hoch und berührten seine Schulter, ohne irgendeine Wirkung zu erzielen. Garry saß weiterhin da und schien zu schlafen.

Leise seufzte Ib, als ihr plötzlich etwas auffiel. Er hatte etwas in der Hand...war das nicht sein Feuerzeug? Bei genaueren Betrachten stellte es sich tatsächlich als Garrys altes Feuerzeug heraus. Nun, vielleicht würde es ihr ja helfen...? Und er hatte sicherlich nicht dagegen, wenn sie es sich nahm. So blass und kalt, wie er war, würde es sicherlich dauern bis er wieder erwachen würde...und vielleicht könnte sie damit sogar die merkwürdigen Rosenstiele, die die Treppe im Raum über diesem Flur verdeckten, damit brennen und sich so Zutritt zu dem nächsten Raum zu verschaffen.
Doch schon nach kurzer Zeit stellte sie fest, dass sie nicht mehr wirklich Platz in der kleinen Tasche ihres Rockes hatte. Vielleicht...ein leises Knistern ertönte als Ib Garrys Bonbon hervorzog, es auspackte und sich in den Mund schob. Ein säuerlicher, doch zugleich süßer Geschmack breitete sich in ihrem Mund aus. Es war wohl ein Zitronenbonbon...

Behutsam löste sie das Feuerzeug aus Garrys Griff, steckte es ein und richtete sich dann auf. Wieder wurde ihr Blick traurig, doch eine seltsame Erleichterung machte sich in ihr breit. Sie war tatsächlich erleichtert, einfach, weil der junge Mann so...ruhig und entspannt wirkte. Auch wenn er es nie versucht hatte zu zeigen - die Galerie, die Monster, all das hatte an seinen Nerven gezerrt und ihn fast an den Rand des Wahnsinns getrieben, vorallem die Sache, die damals in dem Raum mit den vielen Häschen geschehen war.
Sie beugte sich vor, hauchte einen Kuss auf den blauvioletten Haarschopf "Danke...Danke für alles, Garry. Ich werde dich nicht...vergessen...". Dann wandte sie sich ab, eilte durch den Flur und die Treppe wieder hinauf....

Irgendwas stimmte nicht...vielleicht, weil kühle Luft in seine Lungen strömte? Die leise Stimme, die bis an sein Ohr drangen - laut genug, dass er sie hören konnte, doch zu leise um zu verstehen, was sie sagten?Oder vielleicht die Tatsache, dass er sich lebendig fühlte - obwohl er doch eigentlich tot sein müsste....
Blinzelnd schlug Garry die Augen auf, wurde von einem leisen Kichern begrüßt. "Ahh, bist du also endlich wach....", die Stimme kam ihm merkwürdig bekannt vor und er hätte nur zu gern gesehen, zu wem sie gehörte. Doch er konnte sich kaum rühren, jeder einzelne Muskel in seinem Körper schmerzte schon bei der kleinsten Bewegung und er fühlte sich, als wäre von einer hohen Klippe gestürzt und am Boden äußerst schmerzhaft wieder aufgekommen.

Dunkle Schuhe erschienen in seinem Sichtfeld, ein leises Plätschern ertönte und kurz darauf spürte Garry, wie der Schmerz langsam nachließ und er sich immer besser fühlte. Zwar noch nicht so gut wie früher, aber immerhin war der Schmerz um einiges weniger geworden und bewegen konnte er sich auch wieder. Vorsichtig setzte er sich auf, spürte, wie ihm einen Moment schwindelig wurde. Dann hob er den Kopf...
... und blickte direkt sich selbst an. Oder eher gesagt jemanden, den man wohl als Spiegelbild oder eineiigen Zwilling bezeichnen kann. Dasselbe, blauviolette Haar, dieselben violetten Augen. Die Gesichtzüge, selbst das Hemd und der dunkle, zerrupfte Mantel waren gleich. Einzig das Lächeln auf den Lippen seines Gegenübers war nicht so freundlich wie sein eigenes, sondern...er würde es düster nennen. Düster, beinahe boshaft und gespielt freundlich.

Kaum, dass er dies realisiert hatte keuchte er und rutschte rasch nach hinten. "Was...?", nun erkannte er auch, woher das Plätschern gekommen war. Der junge Mann, der ihm auf beängstigende Art und Weise so sehr ähnelte, hielt eine Karaffe in der Hand. Neben ihm war eine dunkelbraune Vase, wie er sie oft in den Gängen der Galerie gesehen hatte. Und in eben jener Vase befand sich seine Rose...
Nun, das erklärte warum er lebte und sich wieder halbwegs gut fühlte - wobei man das nicht wirklich gut nennen konnte, doch für seine derzeitige Situation würde es wohl genügen.  "Ohh, keine Angst. Ich werde dir nichts tuen...zumindest nicht, solange du dich benimmst und schön hier bleibst~", ja selbst die Stimme klang gleich. Schwankend erhob sich Garry auf die Füße, taumelte einige Schritte zurück und wäre aufgrund des plötzlich aufkommenden Schwindels beinahe wieder zu Boden gesackt. Rasch fing er sich wieder, drehte sich nun um und stolperte los.

Er kam aber nicht viel weiter als einige Schritte. Zum einen aufgrund seiner noch immer nicht vollständigen Genesung, zum anderen weil er spürte wie er zu Boden gestoßen wurde. Kaum, dass er es schaffte sich auf den Rücken zu drehen, blickte er auch schon in die dunklen Augen seines Spiegelbildes. Dessen schlanken Finger schlossen sich fest um seine Handgelenke, drückten diese zu Boden. Das Lächeln war nicht verschwunden, doch Verärgerung war in dessen Augen zu sehen, während sich der junge Mann über Garry kniete.
"Wo willst du denn hin, mein Lieber? Da rette ich dich, pflege deine Rose...und du willst vor mir weglaufen? Na, na, na...das ist aber unhöflich", Gereiztheit klang in der Stimme des anderen mit. Garry schnappte leise nach Luft, versuchte erfolglos, seine Hände zu befreien "Wer...wer bist du? Und...was willst du von mir?".

"Nun...ich bin du. Du bist ich, das sieht man doch....aber..du kannst mich Garry nennen~", wieder erklang ein leises Kichern, während die Lippen des anderen, falschen Garrys über das Kinn des jungen Mannes, berührten flüchtig dessen eigene Lippen, bis hin zu dessem Ohr. "Was ich will? Nun...das wirst du noch früh genug erfahren. Aber ich denke, wir werden noch eine Menge...Spaß haben. Und du brauchst nicht versuchen zu fliehen, du bist nicht mehr in den Gemälden Guertenas. Willkommen in meinem Reich, mein Lieber~"

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Dieses Pairing, es ist so awesome *-* Ich meine...es ist Selfcest, es ist Yaoi/Shonen-Ai und es ist mit Garry, da muss man es einfach lieben *o* ich habe nicht viel zu sagen...außer, dass das Ende irgendwie...komisch ist...xD
Titel wird so...absolut episch, dass er geändert wird sobald ich was besseres weiß :D
Val~