Fröhliche Weihnacht überall

von - Leela -
GeschichteAllgemein / P12
Eddie Jessica Tracy
17.12.2013
17.12.2013
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Diese Geschichte wurde inspiriert durch das Projekt »Auf dem Weihnachtsmarkt« von Jugolas.

Würfe (aus Block 1):
6 – Kerzenzieherstand
6 – staunen
1 – Sahne
(Anm. d. Aut.: Wenn ich beim Mensch-Ärgere-Dich-Nicht nur auch so ein Glück hätte… ^^)

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Erstaunliches Handwerk

Der große New Yorker Weihnachtsmarkt war eröffnet. Während die ersten neugierigen Besucher auf den Platz strömten, stand Reporterin Jessica Wray mit dem Mikrofon vor dem Eingang und sprach in die Kamera.
      „Meine sehr verehrten Zuschauer, heute wurde der große Weihnachtsmarkt eröffnet. Mit seinen vielen interessanten Ständen und Attraktionen, den Lichtern und dem Duft von frischen Backwaren lädt er seine Gäste zu einem besinnlichen Rundgang ein. Zentraler Dreh- und Angelpunkt des Platzes ist der große Weihnachtsbaum, der auch dieses Jahr wieder großartig geschmückt wurde.
      Sehen wir uns doch mal ein bißchen auf dem Markt um, und begleiten Sie mich auf einer Tour über den Platz, auf der Sie bereits einen kleinen Einblick erhalten können, was Sie hier an faszinierenden Darbietungen erwartet.“ Sie machte eine einladende Geste in die Kamera und ging voraus auf den Markt.
      Durch ein festlich geschmücktes Tor ging es auf einen der breiten Wege, die über den Markt führten.
      Jessica suchte sich einen der nahem Stände aus und blieb davor stehen. „Was wir hier hinter uns sehen, ist ein Kerzenzieherstand. Der Handwerksberuf des Kerzenziehers, oder Kerzengießer, wurde bis gegen Ende des 19. Jahrhunderts traditionell ausgeführt. Der Name leitet sich aus der Art und Weise ab, wie die Kerzen hergestellt werden. Dabei wird der Docht immer wieder in flüssiges Wachs getaucht, bis die Kerze die gewünschte Dicke erreicht hat. Dieses Verfahren läßt sich industriell leicht automatisieren, so daß der Beruf des Kerzenziehers um 1850 an Bedeutung verlor. Hier können wir aber noch sehen, wie Kerzen nach diesem Verfahren in Handarbeit hergestellt werden!“ Sie machte einen Wink zu dem Stand hin, und ihr Kameramann folgte ihr.
      An dem kleinen Holzhäuschen standen bereits einige Leute und staunten unverhohlen, als der Mann hinter dem Ladentisch die Holzstäbe, an denen jeweils drei Kerzendochte in gleichmäßigen Abständen befestigt waren, in das flüssige Wachs in einem Kessel tauchte und wieder herauszog, um sie für die nächste Lage zum trocknen aufzuhängen.
      Gerade war der Kerzenzieher mit seinen Gästen im Gespräch, was Jessica gleich für ihren Bericht ausnutzte. Andrew ging mit der Kamera näher an den Stand heran.
      Ein Mann fragte gerade: „Wie lange braucht man, bis so eine Kerze fertig ist?“
      „Wenn man eine vernünftige Dicke haben will, mindestens drei Stunden!“ erklärte der etwas kräftigere Mann. „Für eine Kerze von ungefähr zwei Zentimeter Dicke braucht man das schon.“
      Ein paar Kinder schauten gebannt auf die baumelnden Kerzen, die der Mann gerade wieder in das Gestell hängte, um die nächsten in den Kessel zu tauchen.
      „Kleben die nicht bald aneinander?“ fragte ein Junge.
      Der Kerzenzieher lachte. „Wenn du das zu lange machst, irgendwann schon!“
      Jessica lächelte und nahm ihren Bericht wieder auf. „Hier an Mister Johnsons Kerzenzieherstand kann man nicht nur frisch gezogene Kerzen erwerben, sondern auch viele andere Kerzen in den verschiedensten Formen und Farben. Auch kleine Figuren aus Wachs, wie zum Beispiel als Christbaumschmuck oder als Tischdeko sind erhältlich. Dabei sind viele Handwerksarbeiten so täuschend echt nachgebildet, daß sie kaum vom Original zu unterscheiden sind, wie zum Beispiel der legendäre Wachs-Hotdog…“ Noch während sie in die Kamera sprach, wurde es hinter ihr hektisch. Zuerst versuchte sie noch, es professionell zu ignorieren, doch irgendwann hielt sie doch irritiert inne.
      „Tracy, nein!“ rief gerade eine alarmierte Stimme, und Andrew versuchte ebenfalls, sich nicht aus der Ruhe bringen zu lassen, als der Gorilla, der in der Zwischenzeit zusammen mit dem Pärchen hinter ihnen an den Stand herangetreten war, für Aufsehen sorgte.
      „Was ist denn da los…?“ bemerkte Jessica in die Kamera und drehte sich zu dem Stand um.
      Andrew hielt weiter die Kamera auf die nun deutlich interessantere Szene, in der Tasha und Eddy händeringend versuchten, Tracy davon abzuhalten, die Sahnehäubchen von einer Wachstorte zu stibitzen.
      „Nein, Tracy, nein, die Sahne ist doch nicht echt! Die ist aus…“ rief Tasha verzweifelt, doch es war bereits zu spät. Sie und Eddy konnten gar nicht so schnell eingreifen, wie er sich die Sahnetupfer genüßlich in den Mund schob. „… Wachs…“ vollendete Tasha resigniert ihren Satz.
      Mittlerweile bemerkte Tracy das auch und begann, das Wachs erschüttert wieder auszuspucken.
      Tasha und Eddy wechselten einen Blick, und sie stöhnte auf, während Eddy ein paar Schritte auf den Platz ging und so tat, als würde er nicht dazugehören.
      Während nun die Blicke der staunenden Zuschauergruppe auf dem Gorilla lagen, wandte sich Jessica wieder ihrer Zuschauerschaft zu. „Und das war der eindeutige Beweis: Johnsons Wachsdeko ist absolut lebensnah! Also, passen Sie das nächste Mal gut auf, wenn Sie jemand zu einem Hotdog oder einer Sahnetorte einlädt! – Folgen Sie mir nun weiter über den Weihnachtsmarkt zu weiteren interessanten Ständen und Attraktionen.“ Sie gab Andrew einen Wink, und ließ damit den Kerzenzieherstand mit seinen Gästen wieder allein.
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