1001 erotische Kurzgeschichten

von Beba
KurzgeschichteRomanze / P18
12.12.2013
21.09.2014
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Cora saß auf dem Balkon ihrer Wohnung und starrte in die Ferne. Es war noch früh am Morgen und das ganze Städtchen war in einem dicken Nebel eingehüllt, der etwas sehr gruseliges an sich hatte.
Etwas streifte Coras nackte Waden. Sie sah nach unten, wo ihr fetter schwarzer Kater ihren Blick erwiderte.
“Na, kannst wohl auch nicht schlafen?”, fragte sie gähnend und bekam nur ein jammerndes Miauen als Antwort. Sicher hatte er Hunger.
Schweigend stand sie auf, öffnete die Balkontür und lief ins Wohnzimmer. Auf dem Weg zur Küche streifte ihr Blick über den schlafenden männlichen Körper auf ihrer Couch. Sie schauderte und lief eilig weiter.
Während sie eine Tüte Katzenfutter aufriss, knirschte sie nachdenklich mit den Zähnen.
Was sollte sie bloß tun, wenn er aufwachte?

Die vergangene Nacht war einfach unglaublich gewesen. Noch nie hatte sie sich so sehr nach jemandem verzehrt, über Wochen, über Monate. Die lange Zurückhaltung hatte sie fast krank gemacht, und doch war ihr klar, dass sie - jetzt, wo sie ihrem Verlangen nachgegeben hatte - ein Problem hatte.
Wie lange hatte sie sich nicht gegen ihre Gefühle gewehrt, doch letztendlich war es ein hoffnungsloser Kampf gewesen - von Anfang an.

Sie stellte das Katzenfutter auf den Boden und sah ihrem Kater beim fressen zu.
“Schmatz nicht so grässlich”, brummte sie. Sie sah an sich herab und seufzte.
Sein Hemd war ihr viel zu groß, aber es roch so gut und sie wehrte sich schon jetzt gegen den Gedanken, es bald wieder ausziehen zu müssen.

Sie schrak auf, als sie ihr Mobiltelefon klingeln hörte.
Eilig rannte sie ins Wohnzimmer, krallte das laut bimmelnde Teil vom Couchtisch und nahm das Gespräch an.
“Ja, hallo?”
Sie sprach leise, um ihren schlafenden Gast nicht zu wecken.
“Cora? Ich bin’s, Mama”, erklang eine Stimme am anderen Ende der Leitung.
Hilflos biss die junge Frau sich auf die Unterlippe. Ausgerechnet ihre Mutter…
“Hi Mama”, erwiderte sie freundlich.
“Süße, du warst doch gestern mit Leonard und seinen Jungs weg, oder?“
Cora ahnte, was kommen würde.
“Ja, war ich” erwiderte sie knapp.
“Er ist nämlich noch nicht zuhause, und weil er sich nicht gemeldet hat, macht sich dein Stiefvater Sorgen um ihn.”
Cora sah zur Couch, wo ihr Gast inzwischen mit schläfrigem Blick ein Auge geöffnet hatte und sie durch rote, zerwuschelte Haare hindurch ansah.
“Ihr braucht euch keine Sorgen zu machen, Mama” meinte sie, während sie dem jungen Mann gebar, leise zu sein.
“Er ist hier bei mir. Er war so besoffen, dass er auf meiner Couch gepennt hat. Aber keine Sorge, es geht ihm gut”.
Sie hörte, wie ihre Mutter aufatmete.
“Wundervoll. Ich bin sehr erleichtert” seufzte sie glücklich,
“Es ist schön, dass ihr euch jetzt endlich versteht. Ihr wart ja wirklich sehr lange furchtbar distanziert zu einander. Ich verstehe ja auch, dass es ein Schock für dich war, plötzlich einen Stiefbruder zu haben, aber es ist toll, dass sich euer Verhältnis jetzt langsam bessert.”
“Ehh... Ja…” antwortete Cora ihr nur stöhnend, während sie sich an die Stirn griff.
“Kann ich ihn kurz sprechen, oder schläft er noch?”
“Nein nein, er ist wach. Moment.”
Sie reichte ihr Handy an den Rothaarigen weiter.
“Mama will dich kurz sprechen.” erklärte sie, als er sie nur mit fragendem Blick musterte.
Er verzog erschrocken sein Gesicht, nahm das Gespräch aber an.
“Hallo, Kathi” grüßte er mit rauer Stimme. Caro hörte, wie ihre Mutter redete, aber sie verstand nicht, was sie sagte, denn dafür war es zu leise.
“Ja, Cora hat sich gut um mich gekümmert”, hörte sie Leonard sagen. Sie sah ihn an und merkte, dass er verstohlen in ihre Richtung grinste.
Auch wenn sein Lächeln ihr Bauchkribbeln verschaffte, mischte sich momentan ein bitterer Beigeschmack in diese Verliebtheit.
“Na klar, das kann ich machen. Grüß Papa von mir”.
Er legte auf und schmiss das Handy neben sich auf die Couch.
Eine beklemmende Stille breitete sich aus.
“Guten Morgen, Cora” grüßte Leonard sie schließlich, um ihr Schweigen zu durchbrechen.
“Hey”, erwiderte sie knapp. Er legte den Kopf schief und versuchte, in ihren Augen zu lesen.
“Ist alles klar bei dir?” fragte er vorsichtig. Cora zuckte die Schultern.
“Ja, ich denke schon. Ich bin nur… verwirrt, glaube ich.” gab sie zu.
Wie sollte sie das nur ihrer Mutter und ihrem Stiefvater erklären?

Leonard streckte seine Arme nach ihr aus. Zuerst wollte sie nicht zu ihm gehen, doch er sah sie so herzzerreißend liebevoll an, dass sie nicht widerstehen konnte. Sie ließ sich auf seinem Schoß nieder und ließ sich von ihm umarmen. Er streichelte ihren Rücken und legte sanft eine Hand auf ihre Hüfte. Sie schauderte als sie merkte, wie seine Hände weiterwanderten und er sich immer mehr zwischen ihre Oberschenkel vergrub. Er öffnete Knopf um Knopf ihres Hemdes und schmiegte sein Gesicht an ihre Brüste. Sie trug keinen BH und ihre Erregung war klar ablesbar. Leonard rieb seine Nasenspitze an ihre linke Brustwarze, biss kurz hinein und zog sie dann näher an sich heran. Auch wenn noch eine Decke zwischen ihnen lag, spürte sie genau, dass auch sein Körper sich regte.

Sie hatte sich so fest vorgenommen, nicht noch mal schwach zu werden, ihn nicht noch mal an sich heran zu lassen, doch diese selbstauferlegten Vorhaben lösten sich in Rauch auf sobald sie seine Lippen auf die ihren spürte.
Wieder gab sie ihrer Lust nach, ließ Leonard von ihr Besitz ergreifen und ging völlig im darauf folgenden Liebesakt auf.