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»Ich gehöre zu meinem Bruder.«

von lila-lida
KurzgeschichteDrama, Familie / P12 / Gen
Bard Fili Kili Tauriel Thorin Eichenschild
11.12.2013
11.12.2013
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1.640
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Dieses Kapitel
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11.12.2013 1.640
 
»Ich gehöre zu meinem Bruder.«


Autorin: lilalida
Titel: »Ich gehöre zu meinem Bruder.«
Disclaimer: Diese Geschichte handelt von Figuren aus »Der kleine Hobbit« und diese gehören J.R.R. Tolkien. Die Handlungsstränge sind an den Geschichtenverlauf des Buches angelegt, aber nicht genau übernommen. Es sind keine Copyright- oder Trademarkverletzungen beabsichtigt.
Claimer: Idee und Geschichtenverlauf gehören mir. Kopien meiner Geschichten dürfen nur mit meiner ausdrücklichen Erlaubnis erfolgen.
Rating: P12
Personen: Fíli, Kíli, Thorin
Warnung: Spoiler (zum zweiten Film)
Inhalt: Fíli war damit aufgewachsen, dass ihm niemals etwas wichtiger sein durfte als sein Volk, denn als späterer König hatte er Verpflichtungen. Doch es gibt etwas, das für Fíli immer an erster Stelle stehen würde, egal, was man ihm auch beigebracht hatte: sein Bruder.
Hinweis: Wenn ihr den Film seht, wird ihr merken, dass die Unterhaltung nicht genauso gelaufen ist, natürlich nicht, ich konnte mir ja schlecht jedes einzelne Wort merken. Es ist also sinngemäß wiedergegeben. Ich weiß nichtmal ob die Reihenfolge stimmt. Mir ging es auch eher um Fílis Gefühle, weniger darum den Wortlaut widerzugeben


_____________________________

Hallo ihr Lieben,

seit ich das Kino um halb 3 Uhr nachts verlassen habe, habe ich an nichts mehr denken können, als an alles was im Film mit Kíli (und Fíli) passiert und ich musste es einfach niederschreiben.
Es ist zum Teil eine Nacherzählung, die Gespräche sind, wie oben erwähnt, nur sinngemäß wiedergegeben und ich bin mir nicht mal sicher, ob die Handlung 100% so stimmt, ich war einfach so geflasht und reizüberflutet :D
Also wer nicht im Kino war und nicht gespoilert werden will, sollte das hier nicht lesen, ich hab versucht die Zusammenhänge aber irgendwie klar zu machen, dass man es auch versteht, wenn man es nicht gesehen hat. Ich hoffe mal, dass es mir gelungen ist :D
Mal gucken, ob ich das ganze nochmal auf den Kopf stelle, wenn ich das nächste Mal im Kino war. Für den Moment ist es einfach eine Niederschrift meiner GEdanken und - ganz was neues für mich - aus der Sicht von Fíli.

Genug geredet :D
Viel "Spaß",
Lida


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Eine Aufregung hatte Fíli seit dem Morgen gepackt, die kaum noch abzuschütteln war. Das letzte Stück ihrer Reise hatte begonnen, noch heute würden sie auf die letzten Strahlen der Sonne am Durinstag warten und einen Weg in ihre alte Heimat finden. Die geheime Tür würde sich öffnen lassen, sie würden einen Eingang finden …

Er stand im Boot, das sie vom Volk von Esgaroth bekommen hatten. Thorin hatte ihnen Schätze versprochen, natürlich hatten die Menschen sie daraufhin mit allem ausgestattet was sie brauchten. Immerhin hatten sie eine Aussicht auf einen reicheres Leben, ein würdigeres, denn diese Stadt war fürwahr sehr heruntergekommen und ärmlich.

Fíli sah, dass Kíli mit langsamen Schritten auf das Boot zukam. Er hatte noch Schmerzen, hatte ihn doch gestern erst dieser widerwärtige Orkpfeil getroffen. Natürlich war er noch nicht wieder genesen, allerdings lief er zielstrebig auf das Boot zu, welches sie mit Proviant und Waffen beluden, doch Thorin hielt ihn auf.

»Du nicht«, sagte er barsch und Kíli sah ihren Onkel halb erstaunt, halb belustigt an.

»Was redest du da?«, fragte er. »Natürlich komme ich mit.«

»Du bist verletzt. Ich kann dich nicht brauchen. Bleib hier«, sagte er barsch, doch dann glitt Thorins Hand glitt in einer liebevollen Geste in Kílis Haare. »Werde gesund, dann kannst du nachkommen.«

Mit wachsendem Entsetzen verfolgte Fíli diese Unterhaltung. Oín sollte bei Kíli bleiben. Das war … nein, das würde Fíli nicht zulassen. Kíli war von einem Orkpfeil getroffen worden, ja, aber die Wunde war doch verbunden worden. Und er wollte den Berg sehen, Kíli und er hatten so lange schon von kaum mehr etwas anderem gesprochen als den Erebor endlich mit eigenen Augen zu sehen.

»Das kannst du nicht machen, Onkel«, sagte Fíli und starrte zu Thorin hinauf, der noch auf dem Steg stand. »Wir haben so viele Geschichten über den Erebor gehört … du hast sie uns erzählt. Du kannst Kíli nicht zurücklassen.«

»Ich kann keinen verletzten Zwerg brauchen«, antwortete Thorin. »Auch nicht, wenn es mein Neffe ist.«

Fíli haderte mit sich. Sein Blick schweifte zwischen dem Boot und seinem Bruder hin und her, der in sich zusammen gesunken am Steg stand und sehnsüchtig auf das Boot hinunterstarrte. Nein, Fíli würde ihn nicht zurücklassen. Niemals.

Entschlossen stieg er aus dem Boot, wurde aber sofort von Thorin aufgehalten. »Wo willst du hin?«

»Ich bleibe.«

»Du kannst nicht bleiben. Du bist ein Prinz. Eines Tages wird dieses Königreich dir gehören. Du gehörst zu deinem Volk.«

»Ich gehöre zu meinem Bruder«, antwortete Fíli mit fester Stimme und wandte sich von Thorin ab. Es schmerzte ihn, so groß war die Sehnsucht gewesen die Heimat, die er nur aus Geschichten kannte, endlich zu erblicken. Doch niemals würde er Kíli alleine in einer fremden Stadt zurücklassen, auch dann nicht, wenn es um ihr ganzes Königreich ging. Er war verantwortlich für Kíli, nicht, weil er der Ältere war und auch nicht, weil er seiner Mutter versprochen hatte, ein Auge auf seinen jüngeren Bruder zu haben, sondern weil es sich falsch anfühlte ihn zurückzulassen. Sie waren immer eine Einheit gewesen, schon als sie noch Zwerglinge waren, hatte Fíli stets auf Kíli achtgegeben und ihn beschützt. Er hatte in seinem ganzen Leben noch nicht einen einzigen Tag ohne Kíli verbracht und heute würde er gewiss nicht damit beginnen.

Entweder sie würden beide gemeinsam zum Erebor gelangen oder aber keiner von ihnen. So einfach war es. Also fiel ihm diese Entscheidung auch nicht schwer.

Auch nicht, als ihm fast übel wurde, als die anderen ablegten, ohne ihn und Kíli, auch ohne Oín. Und Bofur war ebenso zurückgeblieben, wenn auch nicht ganz freiwillig.

»Fíli«, hörte er plötzlich einen erstickten Laut neben sich und als er sich umwandte, war Kíli bleich geworden. Schweiß stand ihm auf der Stirn. »Fíli, mein Bein …«

Die Wunde an Kílis Bein. »Wir bringen ihn sofort zu Bard«, ordnete Fíli an und mit der Hilfe von Oín und Bofur schaffte er es recht schnell seinen Bruder zu dem kleinen Haus zu bringen, in dem sie in der letzten Nacht noch Unterschlupf gefunden hatten. Doch Bard war nicht gut auf sie zu sprechen, der gestrige Streit mit Thorin schien ihn noch zu beschäftigen. Doch Fíli schaffte es, dass er sie doch einließ, als er erkannte, wie schlecht es Kíli ging.

Er brauchte dringend Hilfe.

Es rauschte an Fíli vorbei was Bard und Oín taten, was Bards Töchter Sigrid und Tilda taten, er kniete nur neben dem schmalen Bett auf dem Boden und betrachtete besorgt seinen Bruder, der sich im Fieber hin und her wälzte. Besorgnis erfasste Fílis Herz, so groß, so tief, dass es ihm fast den Atem raubte. Dieser verdammte Orkpfeil war womöglich vergiftet worden, war das möglich? Diesem Pack traute Fíli alles zu und Kíli würde wohl kaum auf eine normale Wunde derart reagieren.

Als Oín Bard um Königskraut bat, sah Fíli auf. Diese wichtige Heilpflanze wurde in Esgaroth dazu verwendet Schweine zu füttern. Unkraut, nannte es Bard. Was waren das für Menschen? Niemals würden sie hier Kíli helfen können, wenn sie so wenig Ahnung von der Heilkunst hatten.

Bofur machte sich sofort auf die Suche nach Königskraut, Fíli war dankbar dafür, denn unter keinen Umständen würde er jetzt von der Seite seines Bruders weichen wollen um sich selbst auf die Suche zu machen. Zu groß war seine Sorge.

Wenn er Kíli verlieren würde … nein, darüber durfte er nicht nachdenken, konnte er nicht nachdenken. Es schnürte ihm die Kehle zu und er dachte, er müsste ersticken.

Bitte, flehte er, während er Kílis Hand drückte, bitte Kíli, du musst leben. Bitte.

Doch es schien Kíli von Sekunde zu Sekunde schlechter zu gehen. Und Fíli fühlte sich so hilflos, weil er nichts tun konnte als dazusitzen und zu warten. Er wusste nicht, ob er jemals etwas Schlimmeres erlebt hatte. Von Sekunde zu Sekunde schwand die Hoffnung. Es musste ein Wunder geschehen, Oíns Heilungskünste würden nicht reichen.

Noch hoffnungsloser wurde es, als plötzlich eine Orkmeute das Haus angriff. Schnell sprang Fíli auf, griff nach seiner Waffe und versuchte die Orks von seinem Bruder fernzuhalten, auch Oín kämpfte, während die Mädchen sich unter dem Tisch versteckten.

Doch die Orks waren zahlreich, immer mehr kamen durch Tür, Decke oder Fenstern hinein, egal wie viele sie auch besiegten, es kamen einfach immer weiter neue.

Womöglich hätte Fíli sich geschlagen gegeben, wenn Kíli nicht so hilflos gewesen wäre, wenn er nicht seine ganze Kraft darauf konzentrieren musste seinen Bruder zu retten. Doch die Rettung schien erst in dem Moment zu kommen, als zwei Elben herein kamen und sofort den Kampf gegen die Orks antraten.

Auch wenn Fíli die beiden kampferprobten Elben fürchtete, er hatte keine Zeit sich darum Sorgen zu machen, was sie tun würden, wenn das Orkpack vertrieben war, ob sie dann die Zwerge angreifen würden. Oín und er selbst würden nichts gegen die beiden ausrichten können, aber noch war es nichts mehr als eine vage Idee in seinem Kopf.

Allerdings schienen die Elben nicht die Absicht zu haben, sie erneut gefangen zu nehmen, denn sie verfolgten die Orks, nachdem diese das Haus verließen. Nur die Elbenfrau zögerte und warf einen Blick auf Kíli, als sie sie um Hilfe baten.

Sie schien zu schwanken, ob sie dem anderen Elb folgen oder zurückbleiben sollte. Dabei war Fíli sich sicher gewesen, dass sie Kíli mochte. Er hatte die beiden beobachtet, hatte sich noch mehr gesorgt, dass sein Bruder anscheinend dieser Elbenfrau vertraute – wo sie doch so genau wussten, dass man den Elben nicht trauen konnte.

Doch sie schien anders zu sein, sie zögerte zwar, aber dann kehrte sie doch zurück. Mit Bofur und einer Königskrautpflanze. Sie hoben Kíli auf den Tisch, Fíli setzte sich zu ihm, konnte ihn nicht alleine lassen, schwebte zwischen Hoffnung und Misstrauen. Er würde bei Kíli sein, ihn beschützen, ihm helfen, er würde alles tun was nötig war um ihn zu retten.

Wenn es nur helfen würde. Er flehte darum.
 
 
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