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Am Ufer des Meeres

Kurzbeschreibung
KurzgeschichteFreundschaft / P6 / Gen
Cirno
11.12.2013
11.12.2013
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648
 
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Cirno verfluchte den salzigen Sprühregen, der ihr in den Augen brannte. Es machte die ganze Sache um einiges schwieriger. Die Eis-Fee wischte sich mit dem Ärmel über die Augen. „Zuviel Salz. Ich schaff es nicht.“ Ihre Unterlippe zitterte als sie beobachtete wie die Wellen gegen das Ufer schlugen.

Daiyousei mochte das Salzwasser auch nicht. Genauso wenig mochte sie Mamizou. Sie schlang die Arme um ihre Freundin, wobei sie darauf achtete nicht die kristallenen Flügel des Mädchens zu berühren.

„Ich versteh gar nicht, was so toll an diesem Ort sein soll“, murmelte Cirno. Ihre Tollkühnheit erhob sich wie die Wellen am Strand. Aber ihre Zuversicht verschwand so schnell wie sie gekommen war.
„Ich kann hier nicht einmal nen kleinen Eiswürfel machen.“

Daiyousei zuckte ein wenig zurück. „Aber jetzt hast du etwas gemacht das Reimu noch nie gemacht hat.“

Cirno lächelte, auch wenn Daiyousei es nicht sehen konnte. „Du weißt, dass ich viel besser als irgendwelche blöden Schrein-Mädchen.“ Sie schnippte mit den Fingern und dünner, silberner Frost hing für einen Moment in der Luft, bevor er sich in Dampf verwandelte. „Blöde Waschbär-Frau.“

„Dumme Mädchen, ihr habt doch noch nie das Ufer des Ozeans gesehen.“ Mamizous höhnische Bemerkung hallte in Daiyouseis Erinnerung nach. Wusste die ringschwänzige Trickserin nicht, dass ihre Worte eine Herausforderung für die stärkste Fee waren?

Die Reise an sich war einfach gewesen. Die große Hakurei Barriere schien für die beiden schelmischen Feen nicht zu existieren. Kinder kannten alle Wege durch den hinteren Gartenzaun, das war schon immer so gewesen. Danach war es nur ein kurzer Flug bis sie den Ort erreichten, an dem sich die Eisernen Pferde aufhielten. Mamizou hatte sie „Züge“ genannt, wenn sie die kleinen und nicht so kleinen Mädchen mit ihren Geschichten von der Außenwelt zum Staunen brachte.

Jetzt allerdings fühlten sich die beiden Einsam. Millionen von Reimus Art hasteten durch die Gegend, aber Daiyousei und Cirno konnten keine ihrer Feenschwestern entdecken. Wenn ein Mensch sein bedeutete in einer Masse von Leuten einsam zu sein, konnte die Menschen ihr Menschsein behalten.

„Ich finde es schön“, sagte die Feenkönigin mit einem schüchternen Lächeln. Sie führte ihre Freundin den sandigen Strand entlang, dem Wasser entgegen. „Sowas gibt es in Gensoukyo nicht. Mamizou Geschichten ließen nie vermuten das alles so groß ist.“ Tiefblaues Wasser und honiggelber Sand soweit das Auge reichte. Blau, Weiß, Grün, alle Farben tanzten leuchtender und lebendiger als in den meisten magischen Zufluchten im fantastischen Reich Gensoukyo.

„Ist es“, flüsterte Cirno. Sie atmete tief durch und eine letze kälte Welle flüchtete sich über den Strand. „Aber ich kann hier rein gar nichts machen. Ich habe nicht genug Kraft.“

Daiyousei seufzte. „Dann musst du stärker werden. Zeig der Welt was eine Fee alles kann!“

Cirnos Lächeln brachte ihre Augen zum Aufleuchten. Sie entzog sich der Umarmung ihrer Freundin und planschte durch das Wasser, bevor sie sich umdrehte. „Natürlich werde ich das! Ich bin immerhin die Stärkste!“ Wasser spritze ihr ins Gesicht.

„Lass uns spielen“, sagte Daiyousei, wobei die Fröhlichkeit ihre Augen zum funkeln brachte. Sie hielt sich die Hände vor die Brust und drückte sie dann von sich. Eine weitere Welle traf Cirno und riss sie von den Füßen.

„Glaub bloß nicht dass du damit durchkommst!“, keuchte Cirno und spuckte Salzwasser. Sie spreizte ihre Arme an der Wasseroberfläche und klatschte dann, womit sie Daiyousei mit den Fluten des Ozeans durchnässte.

Die Luft war erfüllt mit dem Lachen der beiden Feen. Für Jene die an diesem Tag den Strand besuchten, zeigte sich das Meer farbiger als jemals zuvor. Und die beschwingten und fröhlichen Winde und Wellen die über den Strand tanzten, und die Unachtsamen begossen, verstärkten nur die Magie dieses perfekten Tages.

„Lass uns zurück gehen“, sagte Cirno nach ein paar Stunden des Spielens, „Ich will Reimu und dieser doofen Waschbär-Frau zeigen was wir können.“

Eine Woche später, an einem sehr heißen Hochsommertag, fror der See zum ersten Mal überhaupt komplett zu.
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