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Bücherliebe

Kurzbeschreibung
KurzgeschichteFreundschaft, Liebesgeschichte / P12 / Gen
Cedric
08.12.2013
08.12.2013
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1.089
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Der Regen prasselte unbarmherzig auf die Stadt Heatherfield hinab. Wie Orube dieses sinnflutartige verhalten des Wetters auf der Erde verabscheute.
Ohne eine Jacke eilte sie die Straße entlang während der Matsch ihr die schöne neue Hose versaute. Vielen Dank auch, dachte sie zerknirscht und rette sich in die Wärme des Buchladens, der auch ihr Ziel gewesen war. Orube schüttelte sich Regentropfen aus dem kurzen scharzblauen Haar und seufzte als sie ihr gemeinerweise im Gesicht kleben bliebeb.
"Dass du mir die Regale nicht einsaust!", kam es leicht amüsiert aus der hinteren Ecke des Ladens. Die Stimme klang leicht rau und doch so zuckersüß wie Honig.
"Ich finds auch schön dich zu sehen Cedric!", rief sie und putzte sich die Schuhe an der Fußmatte, so gut es eben ging. Ein Mann mit langem bloden Haar, dass  im Nacken mit einem Gummie zusammen gehalten wurde, und einer eckigen Brille auf der Nasenspitze kam mit einem gewaltigen Stapel Bücher im Arm zwischen den Regalen hervor geschwankt.
"Na wie laufen die Weltherrschaftspläne?", grinste Orube und nahm ihm ein paar der Wälzer ab. "Recht passabel", auf Cedrics schmale Lippen erschien ein schiefes Grinsen. Sie folgte ihm einen Gang entlang und stellte den Stapel auf ein leeres Regalbrett.
"Wie geht es dir?", fragte er mit seiner leisen eindringlichen Stimme und kletterte auf eine Leiter währed sie ihm die Bücher reichte. "Regen. Ich kann Regen nicht ausstehen. In Bassilade gibt es wenn dann nur Niesel doch hier..." - "Weltuntergang?" - "Genau!" Sie lachte. "Und bei dir?" Cedric schien kurz zu überlegen und strich mit seinen feingliedrigen Händen ein paar Büchereien auf Kante. "Ich gewöhne mich an das Leben hier. Seltsam, dass es mir Spaß macht den Alltag mit einem Haufen altem Papier zu verbringen." Er zwinkerte ihr zu und stieg die Leiter wieder hinab.
<Mit einem Haufen Papier und mit mir. Wenn ichs mir recht überlege bin ich ziemlich oft hier.> Orube wurde etwas rot. Es stimmte. Sie war gerne in diesem Laden und unterhielt sich mit dem alten Feind der Wächterinnen von Kandrakar. Cedric war unglaublich klug und schlagfertig. Vielleicht war er aber auch der einzige, der das Gefühl verstand in der falschen Welt zu sein."Du siehst aus als könntest du ein Handtuch gebrauchen." - "Ja bitte!" Cedric nickte und übernahm wieder die Führung. Orube war noch nie in seiner Wohnung gewesen. Ein bisschen neugierig war sie schon. "Gibt es ein bestimmten Grund für deinen Besuch?" Sie liefen hölzerne Stufen aufwärts, die etwas knarrten. <Ja ich fühle mich einsam. Ich brauch dringend ein neues Buch und...ich wollte dich... sehen.> Orube entschied sich für zweitens. Cedric lachte über ihre Antwort. "Ach schade. Ich hatte schon gehofft ,dass du mich ein bisschen gern hast." Sie verdrehte die Augen. <Mistkerl...> Cedrics Wohnung bestand nur aus zwei Räumen. Einem kleinen Bad und einem großen Wohnzimmer mit Küchenzeile. Die Wände waren mit hellem Holz verkleidet und das Bett in einer Ecke sah unglaublich gemütlich aus. "Moment. Ich muss glaub ich noch eins hier irgendwo haben", murmelte Cedric und verschwand im Badezimmer. Währenddessen schlenderte Orube zu dem Bett hinüber um ein paar Zeichnungen genauer in Augenschein zu nehmen die darüber an die Wand gepinnt worden waren. Sie zeigten wunderschöne Landschaften und einen gläsernen Palast. Cedrics Heimat.
Orube lächelte und strich mit dem Figer eine Horizontlinie nach. Dann fiel ihr Blick auf ein Portrait. Es zeigte sie selbst in einem der Sessel unten im Laden, die Knie angezogen und in ein Buch vertieft. "Ich konnte nicht wiedererstehen." Orube hatte garnicht gemerkt wie Cedric hinter sie getreten war. "Die sind wunderschön.", sagte sie leise. "Ich wünschte ich könnte auch so zeichnen. Die Bilder verblassen in der Erinnerung viel zu schnell." Sie blickte ihn über die Schulter an. <Es ist war. Ich hab dich unglaublich gern obwohl ich das eigentlich nicht sollte.> Cedric räusperte sich und ging zu einem Schreibtisch, der an einem der Fenster stand und Blätterte in irgendwelchen Unterlagen. "Was für ein Buch schwebt dir den vor?" Irrte sie sich oder hatte sie ihn vorhin in Verlegenheit gebracht. "Was für ein Buch?", fragte sie etwas zerstreut und verschrenkte die Arme vor der Brust. "Weshalb du gekommen bist", sagte er und das Lächeln war deutlich in seinen Worten zu hören. "Nein ich bin eigentlich nicht wegen einem Buch hier sondern wegen diesen fantastischen Handtücher.Sie sind so unglaublich flauschig." Cedric griste. Er hatte scheinbar gefunden was er gesucht hatte. "Flauschig?"-"Ja flauschig. Menschen sind so unglaublich kreativ in ihrer Wortwahl."-"Das ist war."
Mit nun etwas trockneren Haaren folgte sie Cedric wieder nach unten. Es waren ein paar Kunden in den Laden gekommen, um die sich Cedric mit seinem freundlichsten Lächeln kümmerte. Orube strich noch etwas durch die Regale und dann verließ sie leise den Laden. Cedric war beschäftigt. Sie wollte ihn nicht bei der Arbeit stören und doch , als sie die Straße schon überquert hatte kam er ihr hinterher gelaufen. Es hatte aufgehört zu regnen und es ließen sich sogar ein paar Sonnenstrahlen blicken. "Du wolltest gehen ohne dich zu verabschieden?" Er strich sich eine blonde Strähne aus den Augen - mit der linken Hand, denn in der Rechten hielt er ein eckiges Paket. "Du warst beschäftigt", erwiderte sie. "Ich weiß. Hier! Das wollte ich dir eigentlich noch geben." Sie nahm das Paket entgegen und schlug das Papier zur Seite. Schon der Titel brachte ihre Augen zum Leuchen. "Die Stadt der Träumenden Bücher. Oh mein Gott!" Orube konnte nicht anders und umarmte ihn.Sie wusste selbst nicht genau woher sie plötzlich den Mut dazu nahm aber es fühlte sich richtig an.Ihr Herz wummerte gegen ihre Rippe, ihre Wangen verfärbten sich. Sie war eindeutig, unumstreitbar -verliebt.
Nachdem Cedric sich erst einmal von dem kleinen Schock erholt hatte, erwidere auch er die Umarmung.
"Dankeschön", flüsterte Orube ganz nah an seinem Ohr und hauchte ihm einen Kuss auf die Wange. "Und ich hab dich gern. Ein kleines bisschen." Sie kicherte und ließ ihn ein wenig verdattert auf der Straße stehen. Ihre Schritte waren beschwingt und an ihre Brust hatte sie das Buch gedrückt. Morgen würde sie wiederkommen und auf ihr Gewissen keinen Pfiferling mehr geben. Sie lebte endlich und das würde sie in vollen Zügen genießen .
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