Lebenslüge

von Anneliese
GeschichteDrama / P16
Kommissar Sebastian Berger
04.12.2013
24.04.2014
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Sebastian holte tief Luft, sie standen kurz davor Contis Tochter Angela wieder zu finden und den  Massenmorden ein Ende zu setzten. Die Ereignisse in den letzten Tagen hatten ihm zugesetzt, so viele unschuldige Tote. Eigentlich hätte er Mitleid mit ihnen haben müssen, sie hatten noch ihr ganzes Leben vor sich. Doch er beneidete sie, wie oft hatte er in den letzten Tagen über den Tot nachgedacht. Wenn du tot bist gehören deine Probleme der Vergangenheit an, und Sebastian hatte einige Probleme. Man bekommt jahrelang eingetrichtert das man seine Probleme doch mit seinen Freunden teilen sollte: „Halbes Leid ist geteiltes Leid“. Doch erstens hatte er keine „Freunde“, nur Kollegen. Und diese würden ihn nicht verstehen. Sie sind Polizisten, genauso wie er, doch sie sind bestimmt noch nie vom rechten Weg abgekommen. Er wünschte sich in diesem Moment zurück nach Berlin, in seine kleine Altbauwohnung, seinem alten Sofa, dem Aquarium und seinem Sohn Erik. Das war das Stichwort. Erik, das war das einzige Problem was ihm in den letzten Tagen wieder Lebensmut eingebracht hatte. Gestern hatte er versucht Kathrin zu erreichen, doch es ging nur die Mailbox ran. Einen Monat war es jetzt her dass sie sich seit sechs Jahren wiedergesehen haben. Und sie hatte nebenbei erwähnt dass sie einen Sohn hatte, er war fünf Jahre alt und hieß Erik. Fünf Jahre! War Sebastian der Vater? Wenn Ja, könnte Sebastian einen guten Vater abgeben? Sozial gesehen schon, aber was wäre wenn seine Geheimnisse ans Licht kämen? Es würde nicht nur Sebastians Existenz kosten, auch für Erik würde es Folgen haben. Und wieder Sah er den Tot vor sich. Sein einziger Ausweg aus seinem beschissenen Leben. Doch war er für Selbstmord mutig genug?
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