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[Adventskalender 2013] the moment I knew

von Lynnell
GeschichteHumor, Liebesgeschichte / P16
Erza Scarlet Gajeel Redfox Gerard Fernandez Levy McGarden Lucy Heartfilia Natsu Dragneel
01.12.2013
25.12.2013
24
21.318
1
Alle Kapitel
23 Reviews
Dieses Kapitel
4 Reviews
 
 
01.12.2013 1.171
 
Titel: the moment I knew
Genre: Meist Romanze & Humor
Altersbeschränkung: P16
Disclaimer: Fairy Tail gehört Hiro Mashima, ich verdiene kein Geld damit.

Achtung! Spoiler wahrscheinlich/meist vorhanden.

Herzlich Willkommen zu meinem ersten Adventskalenderprojekt! (Okay, die Idee kam von hier -> forum.fanfiktion.de/t/18328)
Ich habe schon im September angefangen zu schreiben, aber gerade mal zwei und halb One-Shots geschafft. Yay.
Ich wusste nicht wirklich ob ich das veröffentlichen soll, wo ich gerade tief im Klausurenstress stecke, aber es sind ja nur noch vier von zehn, die ich schreiben muss!
Jeder OS handelt von einem anderen Paar beziehungsweise anderen Charakteren. Nähere Informationen dann zum jeweiligen Kapitel.
Dieser OS wurde noch nicht gebetat.

Ansonsten viel Spaß!

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Tür 1: Surprise

Fairy Tail - Gérard x Erza

Es war der erste Dezembermorgen. Sie hatte ihn seit dem Turnier nicht mehr gesehen. Nach der Sache mit den Drachen, war er spurlos verschwunden, so wie Meredy und Ultear.

Sie sehnte sich furchtbar nach ihm, aber das würde sie niemals zugeben.

Die Sonne verschwand langsam im Horizont, es war früher Abend. Sie wollte eigentlich zur Gilde gehen, aber dann überlegte sie es sich abrupt anders. Stattdessen machte sie sich auf in den Wald um dort spazieren zu gehen. Ihr Gefühl drängte sie immer tiefer in den Wald, wo die Bäume riesige Kronen hatten und der Schatten überall herrschte.

So stand sie dort, ihre Gestalt neben den unzähligen Bäumen sehr zierlich und ihr Gesichtsausdruck undefinierbar. Sie musste sich von ihrer Sehnsucht trennen, es würde sie sonst zerstören.

Und doch konnte sie fühlen, wie ihre Herz beim bloßen Gedanken daran zerbrach. Sie versuchte die Tränen zurück zu drängen, die komischerweise ihre Sicht benebelten. Sie war die stärkste weibliche Magierin in Fairy Tail, sie gehörte zur S-Klasse und hatte im Prinzip immer gewonnen... und doch fühlte sie sich in diesem Moment so verloren, so unglaublich schwach, dass sie glaubte, sie würde gleich in Ohnmacht fallen.

Plötzlich hörte sie ein lautes Geräusch, dass die Stille unterbrach. Sie fuhr herum, angespannt und nervös. Wie hatte sie diese starke Präsenz nicht spüren können?

Es raschelte wieder, als eine vermummte Gestalt hinter einem Baum hervor kam.

Sie streckte ihre Hand aus und beschwor ihr Schwert.

„Erza“, sagte er nur und sie riss erschrocken die Augen auf. Unmöglich.

Seine Hand fuhr langsam zur Kapuze, die sein Gesicht verdeckte und zog sie zurück. Seine funkelnden Augen, seine blauen Haare und sein trauriges Lächeln.

„Gérard“, erwiderte Erza und ließ ihr Schwert wieder verschwinden. Sie blinzelte schnell die restlichen Tränen weg und versuchte ihre übliche stolze Haltung anzunehmen. „Was machst du hier? Und wo warst du?“

Er räusperte sich und ging auf sie, bis er ziemlich nah vor ihr stand. Sie musste ihren Kopf bisschen in den Nacken legen, damit sie ihm in die Augen schauen konnte. „Es ist gefährlich für mich hier zu sein, aber ich wollte mit dir reden.“

Verwirrung legte sich über ihr Gesicht. „Worüber denn? Gibt es wieder Ärger?“

„Ja- nein, also ich...“, stammelte er ganz verlegen und ungewohnt.

Das machte sie wieder nervös. Sie erlebte Gérard selten so, was aber auch daran lag, dass sie selten alleine zusammen waren.

„Ich wollte dich sehen.“, sagte er schließlich mit sehr sanfter Stimme. Sofort änderte sich ihre Haltung. Ihr Körper wurde starr, eine unangenehme Spannung lag in der Luft.

„Ich dich auch, aber wir beide wissen, dass unsere Beziehung zu verstrickt ist.“, presste sie langsam hervor. Sie wollte ihn umarmen und nie wieder los lassen. Wollte ihn so sehr für sich selber haben.

Ein Schatten huschte über sein Gesicht. „Ich weiß, aber ich halte es nicht mehr aus.“

Er legte seine Hand sanft an ihrer Wange. Sie schloss die Augen, genoss eine Sekunde die Berührung, dann drehte sie ihren Kopf zur Seite. „Mach es nicht noch schwerer für uns.“

Gérard zog seine Hand langsam zurück. „Wir haben keine Zukunft.“, fügte sie noch hinzu.

Diesen Satz hatte sie nie zuvor gedacht. Gewusst, ja, aber immer erfolgreich zurück gedrängt. Und als die Worte ihren Mund verließ, fühlte sie, wie ihr Herz zersplitterte.
Er war wahrscheinlich einer der meistgesuchten Verbrecher und sie hatte sehr viele Verpflichtungen zu erfüllen. Sie hatte ihm längst verziehen, aber sie wusste, er konnte sich selbst nicht verzeihen.

Und bevor sie sich versah, flossen ihre Tränen unaufhaltsam. Sie konnte noch mühsam ein Schluchzen unterdrücken, als Gérard sie an seine Brust presste.

„Es tut mir Leid.“, sagte sie.

„Mir auch.“, erwiderte er.

Als die Tränen dann endlich versiegten, wollte sie sich aus seiner Umarmung befreien, doch er hielt sie eisern fest. „Gérard...“, flüsterte sie unsicher und schaute zu ihm hoch. Seine dunklen Augen blickten direkt in ihre. Sie konnte nicht wegschauen.

Er beugte sich zu ihr, sein Blick fixierte sie immer noch. Nur eine Sekunde hatte er seinen Augen abgewendet, um ihre volle Lippen anzusehen. Dann presste Erza ihren Mund auf seinen.

Vergessen waren die vorherigen Worte, all ihre Bedenken und Unsicherheit. Nur die fahrigen Berührungen zählten.

Ihr Mund plünderte seinen und umgekehrt. Seine Hände fuhren ihren Körper entlang und hinterließen ein großes Verlangen nach mehr. Schon bald hatten sie sich ihrer Kleidung entledigt und einfach auf den Boden geworfen. Sie bemerkte nicht den Dreck, der überall war oder die kalte Nacht, die hineinbrach. Es waren nur sie beide alleine in der völligen Dunkelheit.

Beinahe verzweifelt klammerten sie sich aneinander, als bräuchten sie ein Beweis, dass der andere nicht plötzlich verschwinden würde.


Während Gérard friedlich neben Erza schlummerte, eingehüllt in den Decken, die Erza mit ihrer Magie geholt hatte, war sie hellwach. Sie konnte nicht einschlafen. Sie wollte nicht, dass er irgendwann aufwachte und ging, ohne sich noch einmal umzudrehen.

Sie wollte am Liebsten, dass er die ganze Zeit schlief oder dass die Zeit still stehen blieb, aber das passierte natürlich nicht.

Gegen Mittag erwachte er und erblickte eine traurig lächelnde Erza. Beide wussten, dass es Zeit für einen Abschied war. Er zog sich schnell an und begleitete sie den Weg zurück. Stille herrschte zwischen ihnen. Am Waldrand stoppte Gérard.

„Ich muss gehen.“, sagte er dann.

„Ich weiß.“, entgegnete Erza.

Sie öffnete ihren Mund, wollte so vieles sagen. 'Bleib bei mir.' oder 'Bitte geh nicht.', aber nicht ein Silbe verließ ihre Lippen. Er wusste sowieso was sie dachte.

Sie formte ein stummes „Ich liebe dich“.
„Ich dich auch.“, erwiderte er genauso wortlos.

Dann küssten sie sich ein letztes Mal. Der Kuss war kurz, unschuldig und süß.

„Auf Wiedersehen.“, sagte er und sie nickte. Sie schauten sich einen Moment lang an, bevor Erza sich abwendete und in die Sonne trat.  

Sie konnte es nicht lassen und warf einen Blick zurück, aber wie erwartet stand er nicht mehr dort. Eine Menge Gefühle durchflutete sie.

Erleichterung, dass es ihm gut ging, Angst, dass ihm was passieren könnte, Trauer, dass sie ihn wieder verlassen musste, aber auch Freude, dass sie ihn wiedersehen konnte.

Erza hoffte inständig, dass es nicht ihre letzte Begegnung gewesen war, trotz dem Wissen, dass es nicht richtig war.

Sie stand noch eine Weile dort und ließ sich von den Sonnenstrahlen wärmen, bevor sie sich zur Gilde aufmachte.
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