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Stille Nacht, heilige Nacht

GeschichteDrama, Familie / P16
Harry Potter James "Krone" Potter Lily Potter Lord Voldemort / Tom Vorlost Riddle Peter "Wurmschwanz" Pettigrew
01.12.2013
26.12.2013
24
33.358
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01.12.2013 867
 
1. Dezember - Home (Zuhause)



:
home || alles schläft, einsam wacht
:


Laut knallte die Tür hinter dem kleinen Jungen zu, ließ ihn in trostloser Einsamkeit zurück. Laute Schritte und ein verärgertes Murmeln zeigten dem Jungen, dass seine Mutter schon wieder auf den Weg nach unten war.
Er fürchtete sich vor der Dunkelheit, aber er wagte es nicht, das Licht einzuschalten - er wusste, dass sie einen Zauber über sein Zimmer gelegt hatte, der ihn kontrollieren sollte.
Von stummen Schluchzern geschüttelt, rutschte er langsam an der Tür hinunter, sackte auf den Boden und umschlang seine knochigen Knie fest mit seinen dünnen Ärmchen.
Seine erhitzte Wange, die ein dunkelroter Handabdruck zierte, legte er auf sein rechtes Knie.
Heute war der erste Dezember und unten feierte seine Familie den ersten Advent mit einem großen Essen, vielen Gästen und einer - in Harrys Augen - einsam brennenden Kerze mitten auf dem großen Tisch.
Nur er, das ewig ungeliebte und ungewollte Kind, musste hier oben in tiefster Dunkelheit in seinem Zimmer verharren und den süßen Klängen lauschen, die von unten zu ihm hinaufdrangen; das Gelächter, das Klirren des Bestecks, die lauten Gespräche.
Er kniff seine Augen fest zusammen, in der kläglichen Hoffnung, dass ihm die Dunkelheit dann nicht so schlimm erscheinen würde, und atmete tief durch.


Er musste eingeschlafen sein, denn das Nächste, was er wahrnahm, war ein lautes Klopfen direkt hinter ihm und die unterwürfige Stimme seines Vaters.
Harry blinzelte müde und zuckte erschrocken zusammen, als ihn immer noch Dunkelheit umgab, als er die Augen geöffnet hatte.
Ein neuerliches Klopfen erschütterte die Tür, an der lehnte und er fuhr noch erschrockener zusammen, sprang rasch auf und stolperte ein paar Schritte zurück.
"Junge, mach die Tür auf!", drang die harte Stimme seines Patenonkels durch die Tür und ließ in Harry noch mehr Angst und Unverständnis aufsteigen - Angst vor dem Mann, Unverständnis, weil er die Tür öffnen sollte und sie nicht einfach eingetreten wurde, wie es sonst üblich war.
Langsam schlich Harry näher und griff vorsichtig nach der Türklinge. Noch ein paar Sekunden lauschte er mit leicht schief gelegtem Kopf, aber es waren keine Geräusche mehr zu hören.
Das Erste, was Harry sah, als er sich dazu durchgerungen hatte, die Tür doch zu öffnen, war ein langer, schwarzer Umhang, der definitiv sehr wertvoll war.
"Hallo, Kleiner", sagte eine erschreckend sanfte Stimme, und als langsam den Blick nach oben wandte, sah er die roten Augen, die ihn seit frühster Kindheit in Tausenden Geschichten begleitet hatten.
"Hallo", sagte er leise.


Harry wusste, dass er hier unwillkommen war und seine Eltern ihn viel lieber oben in seinem dunklen Zimmer gewusst hätten. Er wusste, dass er sich nur wegen dem Wunsch des hohen Lords hier unten befand.
Aber er wusste nicht, warum der Lord ihn hier haben wollte.
Lily Potter knallte mit nur schwer unterdrückter Wut einen gefüllten Teller vor seine Nase und zischte ein leises "Essen" - sie hasste es, wenn sich jemand in ihre Erziehung einmischte.
Harry nickte brav, griff mit zitternden Fingern nach der Gabel und wich dem hasserfüllten Blick seiner Mutter krampfhaft aus, während er eine Mohrrübe aufspießte.
"Na, na, Lily", erklang seine sanfte Stimme hinter ihm und Harry ließ seine Gabel erschrocken wieder auf den Teller fallen. "Was gibt es denn für einen Grund, so hart mit deinem Kind umzugehen?"
Nun sah Harry doch auf und war beinahe überrascht, als er das ausdruckslose Gesicht seiner Mutter sah - er hätte mit tiefem, kaum verhohlenen Hass gerechnet. Aber offenbar besaß dieser Lord wirklich so viel Macht, dass selbst seine Mutter kuschte.
"Verzeihung, Lord", sagte sie, wartete auf sein Nicken und ging dann wieder fort - und ließ ihn mit dem Lord allein, wie Harry schlagartig bewusst wurde.
Das Sofa gab neben ihm ein wenig nach, und als Harry durch seine Haare nach oben blinzelte, sah er den Lord entspannt zurückgelehnt neben ihm sitzen und ihn augenscheinlich beobachtend.
Harry schluckte trocken.
"Es ist lange her, seit ich dich das letzte Mal gesehen habe", sagte er Lord sanft. "Wie alt bist du jetzt gleich?"
"Sechs", antwortete Harry leise, während er darüber nachdachte, wann der Lord ihn schon einmal gesehen haben könnte.
"Sechs schon...", murmelte der Lord und Harry meinte, in seinen Augen einen noch tieferen Rotton aufblitzen zu sehen. "Dann ist es noch länger her, als ich gedacht hätte; als ich dich das letzte Mal sah, warst du gerade mal drei Monate alt"
Unsicher sah Harry zu dem älteren Mann hinauf - wie sollte er darauf reagieren? Was wurde von ihm erwartet? Durfte er eigentlich mit einem so mächtigen Mann, wie dem hohen Lord, reden?
Doch dann lächelte der Lord, steckte die Hand aus und strich leicht über seine langen Haare, anstatt ihn zu schlagen und nickte zu seinem vollen Teller.
"Iss etwas, Harry", forderte er sanft und Harry entspannte sich etwas, weil der Lord so anderes war, als seine Mutter und ihn vielleicht nicht wegen jedem kleinen Vergehen so hart bestrafen würde, wie sie es normalerweise tat.


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Der Titel und die Überschrift für dieses und die folgenden Kapitel stammen aus dem Weihnachts-Kinderlied: Stille Nacht, heilige Nacht.
Die Stichwörter stammen aus diesem Kleinen Adventskalender
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