Christmas Trouble

von - Leela -
KurzgeschichteFreundschaft / P12
Belfry Eddie Futura GB Jake Tracy
01.12.2013
31.12.2013
6
28112
 
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Diese Kurzgeschichten wurden geschrieben für das Adventsprojekt »Oh du fröhliche«, zu finden in einer Neuauflage im Projekt »Advent, Advent, ein Lichtlein brennt …«.

Das Projekt gehört zu den Meme-Projekten, in denen es darum geht, bestimmte Situationen anhand einer vorher festgelegten Liste von Charakteren zu schreiben, ohne vorher zu wissen, was auf welche Charaktere zukommt und welche Konstellationen sich daraus ergeben. Die Liste der Charaktere zu diesem Projekt lautet wie folgt:

1. – Tracy
2. – Tasha
3. – Eddy
4. – Jake
5. – Futura

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1. Advent:

Vorgabe:
● Nr. 1 möchte unbedingt einen Adventskranz, aber alle Läden haben zu. Nr. 1 überredet Nr. 4, mit ihm/ihr zusammen einen Adventskranz zu basteln. Dazu müssen sie allerdings auf dem nahegelegenen Friedhof Grünzeug klauen gehen …
● Tracy möchte unbedingt einen Adventskranz, aber alle Läden haben zu. Tracy überredet Jake, mit ihm zusammen einen Adventskranz zu basteln. Dazu müssen sie allerdings auf dem nahegelegenen Friedhof Grünzeug klauen gehen …


The Spirit of Christmas

Im Ghostkommando herrschte gute Laune, und alle waren bereits in fröhlicher vorweihnachtlicher Stimmung – zumindest dachte Jake das, als er zu den anderen in die Küche ging, um mit ihnen auf den Abend einen Weihnachtstee zu genießen. Als er jedoch zu den anderen kam, fand er Tracy deprimiert am Tisch sitzend vor, während der Rest des Teams versuchte, ihn aufzumuntern. „Hey, Tracy, was ist los?“ fragte Jake einfühlsam.
      Als Tracy nur seufzte, erklärte Eddy: „Tracy möchte so gerne einen Adventskranz haben. Aber jetzt haben die Läden schon alle zu, und morgen ist schon der erste Advent.“
      „Oh… Daran habe ich auch gar nicht mehr gedacht.“ gestand Jake. „Aber, ist denn das so schlimm? Wir besorgen einfach Montag einen, dann haben wir für die nächsten Sonntage einen schönen Adventskranz.“
      Tracy seufzte bald demonstrativ erneut, und offensichtlich vermochte nicht einmal Tashas tröstende Geste da zu helfen.
      „Okay, ich habe verstanden!“ lenkte Jake ein. „Du möchtest morgen nicht auf einen Adventskranz verzichten. Aber so schnell kriegen wir das nicht mehr organisiert! So leid’s mir tut, Großer!“
      „Jake hat Recht.“ stimmte Futura zu. „Komm’, laß uns den Tee genießen, und morgen machen wir es uns trotzdem richtig schön!“
      „Genau!“ stimmte Jake zu und schenkte Tee aus.
      Doch selbst die gute Laune seiner Freunde konnte Tracy nicht richtig aufheitern.

Am Abend kam Tracy in’s Büro, wo Jake sich gerade um die Buchhaltung kümmerte. Als Jake automatisch aufsah, fiel sein Blick auf den Karton in Tracys Händen – und auf dessen gewinnendes Lächeln. Er brauchte einen Moment um geistig umzuschalten, dann sagte er, mit Blick auf das Bastelzeug in dem Karton: „Du willst jetzt einen Adventskranz basteln!“
      „Oki Doki!“ erklärte der Gorilla.
      Jake seufzte. „Na gut! Laß mal sehen, was hast du denn da alles?“ Er schaute in die Kiste mit den Styroporelementen, Drähten, Schleifenbändern und ein bißchen Weihnachtsdeko. „Das sieht prinzipiell ja schon mal nicht schlecht aus! Nur, wir haben kein Tannengrün, Tracy. So nützt uns das leider nicht viel.“
      Tracy grinste bereits unheilvoll. „Weiß, wo es welches gibt!“
      „Ich auch, aber wir haben vorhin schon festgestellt, daß die Läden zu haben!“ erwiderte Jake. „Hast du mal zur Uhr gesehen, Dicker?“
      „Weiß, wo es trotzdem welches gibt!“
      Jake maß seinen Partner mit einem skeptischen Blick, doch da machte Tracy bereits eine auffordernde Geste. „Warum habe ich den Eindruck, daß ich das bereuen werde?“ murmelte Jake, als er ihm folgte.

Jakes ungutes Bauchgefühl hatte ihn nicht getrogen – das bestätigte sich spätestens, als Tracy GB gut verborgen etwas abseits vom Friedhof parkte.
      Der Gorilla gab Jake einen Wink, während er bereits ausstieg.
      „Bist du verrückt?“ zischte Jake. „Du kannst doch nicht auf dem Friedhof einbrechen und Grünzeug klauen!“
      „Nicht allein! Aber wir zusammen!“ war die präzise Antwort.
      Jake mußte aufpassen, nicht völlig desolat aufzustöhnen; da war Tracy aber schon bis zu dem großen Eisentor vorgegangen und holte mit einem Seilwerfer aus. Schnell sah der Gorilla sich um, dann zog er sich hoch, bis er die Mauer neben dem Tor erreicht hatte und streckte Jake die Hand entgegen, um ihm ebenfalls hochzuhelfen.
      „Ich kann nicht glauben, daß ich das wirklich mache.“ entfuhr es Jake leise und nahm das Seil. Er ließ sich das letzte Stück von Tracy hochziehen, der sich kurz darauf bereits umsah, und so schnell und unbemerkt wie möglich kletterten sie auf der anderen Seite wieder runter.
      Im Halbdunkel schlichen Tracy und Jake an der Friedhofsmauer entlang, bis sie auf die Seite kamen, wo die Tannenschnitte gelagert wurden.
      Tracy holte einen Leinensack hervor und drückte ihn Jake in die Hand, während er ihm bereits bedeutete, den Sack offen zu halten.
      Während Tracy nun das Tannengrün durchschaute und die besten Stücke in den Sack warf, zischte Jake: „Dafür habe ich etwas bei dir gut!“
      Tracy legte den Finger an die Lippen. „Psst!“ Dann sortierte er weiter emsig Tannenzweige aus.
      Jake verfiel in schmollendes Schweigen.
      Tracy war noch geschäftig im Gange, als plötzlich etwas Jakes Aufmerksamkeit erregte und ihn aus seiner gelangweilten Lethargie riß. Erst hielt er nur nachdenklich inne, bis sein Gehirn die Informationen umsetzen konnte, dann schoß ein unangenehmer Schauer durch seinen Körper. „Tracy!“
      Der Gorilla ignorierte die Panik in Jakes leiser Stimme gekonnt. „Pst!“ war die ganze Reaktion, ohne daß er sich in seiner Tätigkeit stören ließ.
      „Tracy, da ist Licht!“ stieß Jake etwas vehementer hervor. Jetzt erst sah der Gorilla auf, und Jake deutete in die Richtung, aus der der Lichtschein kam, der sich langsam über einen Weg fortzubewegen schien. Nun riß Jake der Geduldsfaden. „Wenn wir hier erwischt werden, dann haben wir verdammt schlechte Karten! Also, laß uns zusehen, daß wir hier irgendwie unbeschadet wieder rauskommen, bevor wir erwischt werden!“
      Tracy warf einen prüfenden Blick in den Beutel, wodurch er Jake nur noch nervöser machte.
      „Es ist egal, ob wir schon genug haben oder nicht, wir gehen jetzt!“ bestimmte er, den die stoische Ruhe des Gorillas langsam aggressiv machte. Im nächsten Moment sah er sich hastig um, als das Licht die Richtung wechselte und direkt auf sie zukam. Jake reagierte sofort, drückte Tracy den Sack in die Hand und verschwand in den Schatten des Friedhofsgeländes, zwischen Komposthaufen und Hecke, während er schon überlegte, was er dem Menschen, der sie hier fand sagen wollte. Er sah sich schon stotternd vor dem Friedhofswärter stehen in der Hoffnung, daß der es glaubte, wenn er erzählte, daß sie nach dem Grab seiner Oma suchten, um es mit Tannengrün zu belegen, in der weiteren Hoffnung, daß er nicht auf die ungewöhnliche Uhrzeit angesprochen wurde. Ihm gingen schon die wildesten Argumentationen für diverseste Eventualitäten durch den Kopf und spielte Szenarien vor seinem inneren Auge durch, die größtenteils in Katastrophen endeten.
      Tracy hatte nun endlich auch Deckung gesucht, nachdem er hastig noch zwei Grünzweige aus dem Berg gefischt hatte und tauchte ebenfalls in die Schatten ein. Der Gorilla war im Dunkel fast nicht zu sehen, und für einen Augenblick hatte Jake fast mehr Angst vor ihm, als vor dem Licht.
      ‚Vielleicht können wir ihn als Friedhofs-Schreck einsetzen, um hier rauszukommen.’ fuhr es Jake durch den Sinn, verbannte den Gedanken aber schnell wieder aus dem Kopf. Es mußte eine andere Möglichkeit geben, aus dieser mißlichen Lage zu entkommen. Am besten wäre es sicherlich, gleich die Initiative zu ergreifen und ganz unbedarft den Weg entlangzuschlendern, als wäre nichts ungewöhnliches dabei, bevor sie durch Zufall entdeckt wurden und alles nur noch schlimmer wurde.
      Jake hatte gerade diesen Entschluß gefaßt und wollte ihn sogleich ausführen, bevor er sich selbst Gelegenheit gab, sich umzuentscheiden, als Tracy ihn zurückhielt. Auf Jakes elektrisierten Blick hin schüttelte er leicht den Kopf. Dann starrte er wieder geradeaus, fast wie eine Aufforderung.
      Als Jake nun seinem Blick folgte, stockte ihm der Atem. Die Lampe war ihnen ganz nahe gekommen. Doch der Träger hatte sie vermutlich nicht einmal bemerkt. Sie sahen einen Jungen in einem langen hellen Gewand, und er schien… durchzuschimmern! Jake hielt den Atem an. Dies war kein Friedhofswärter oder nächtlicher Passant, nicht einmal ein anderer Friedhofsplünderer, den Jake auf der Liste seiner Möglichkeiten gehabt hatte! „Ist das… ein Geist?“ wisperte er Tracy zu.
      „Vermutlich!“ gab der Gorilla zurück.
      Die beiden wechselten einen verblüfften Blick.
      Tracy gab Jake einen Wink, der soviel bedeutete wie, daß sie ihm folgen sollten.
      Jake biß die Zähne zusammen und versuchte, seinem Kameraden wortlos deutlich zu machen, die Gelegenheit zu nutzen und zur anderen Seite zu verschwinden.
      Doch Tracy machte sich bereits in den Schatten auf den Weg hinter dem Jungen her, so daß Jake nur die Augen rollte und ihm folgte.
      Sie hielten sich im Schatten, hinter Kompostkisten, Büschen und Grabsteinen verborgen, als sie dem Geist in gebührendem Abstand bis zu einem Grab folgten, in dem der spektrale Körper lautlos verschwand. Die beiden hielten noch einen Augenblick unschlüssig inne, da siegte jedoch auch bei Jake die Neugierde, und so ging er aus der Deckung zu dem Grabstein herüber. Vorsichtig leuchtete er die Inschrift in dem Grabstein an, während Tracy sich hinter ihn stellte.
      „Den Namen kenne ich…“ sagte Jake nachdenklich. „Ich habe in der Zeitung einen Bericht gelesen. Das ist jetzt schon einige Zeit her. Der Junge wurde bei einem Autounfall getötet.“
      Tracys Blick ruhte auf der Grabstätte. „Scheint nicht viele Angehörige zu haben.“ bemerkte er, als er das ungepflegte, bald schon vergessene Grab betrachtete.
      „Er kam aus einem Waisenhaus.“ erzählte Jake betroffen, als er mit der Hand über die kalte Erde strich. „Wahrscheinlich hatte er nie jemanden, der sich richtig um ihn gekümmert hat.“ Unwillkürlich mußte er an seine eigene Familie denken. Szenen spielten sich vor seinem inneren Auge ab, und für einen Moment hatte er das Bild seiner Mutter vor Augen, ihr fröhliches Lachen, die Liebe in ihren Augen… Das war nun schon viele Jahre her. Er war noch ein Kind gewesen, als ein Autounfall ihm seine Mutter genommen hatte. Doch er hatte zumindest immer noch seinen Vater, bei dem er jederzeit Liebe, Geborgenheit und Verständnis fand. „Halt mal!“ wies er Tracy bald schon automatisch an und gab ihm die Taschenlampe.
      Überrascht über die plötzliche Wendung nahm Tracy die Lampe und beobachtete Jake dabei, wie er, so gut er unter den bestehenden Bedingungen konnte, das Grab des Jungen ein bißchen freundlich herrichtete – und er sagte auch nichts dazu, als Jake sich dazu des Tannengrüns bemächtigte, das er gerade eingesammelt hatte.
      Sämtliche Vorsicht war in Vergessenheit geraten, als Jake seinem Werk nachging, und einige Augenblicke später wirkte das Grab nicht mehr einsam und verlassen, sondern strahlte eine ruhige Wärme aus; mit dem Tannengrün und einigen Accessoires, die Tracy noch in seinem Ghostpack dabei gehabt hatte, hatte Jake eine harmonische Atmosphäre geschaffen, die von dem Licht einer Kerze unterstrichen wurde.
      Einen Augenblick standen die beiden noch da, dann sah Jake seinen Kameraden an. „Laß uns gehen, Tracy.“
      Der Gorilla nickte, und so nahmen sie den Weg zurück, den sie gekommen waren, doch diesmal über offizielle Wege.
      Jake war noch immer in Gedanken versunken, als sie wieder bei den Tannenschnitten ankamen, wo Tracy seinen zweiten Versuch startete, das Material für seinen Adventskranz zusammenzusuchen. Schließlich nickte der Gorilla zufrieden, und so gingen die beiden zurück zu dem Tor, wo Tracy nach dem Seilwerfer suchte.
      Jakes Blick ruhte auf dem großen Eisentor, und plötzlich ging er einer Eingebung folgend ein paar Schritte vor, während der Gorilla noch in seinem Ghostpack kramte. „Ach, guck mal, Tracy! Das Tor war die ganze Zeit offen!” bemerkte er erstaunt.
      Überrascht sah Tracy auf.
      Jake lächelte, als er das Tor öffnete und eine einladende Geste machte.
      Tracy kämpfte noch etwas Erstaunen nieder, hob dann aber kurz die Schultern und ging hindurch auf die andere Seite.
      Jake schloß das Tor leise wieder und folgte dem Gorilla zum Ghostbuggy.

Es war bereits früher Morgen, als sie schließlich wieder im Ghostkommando ankamen, und zu ihrer Überraschung war Eddy bereits wach, als sie mit ihrer Beute in’s Büro kamen.
      Eddy sah die beiden sprachlos an. „Wo seid ihr denn gewesen…“ entfuhr es ihm, als er Tracys verdrecktes Fell und Jakes schmutzigen Anzug betrachtete.
      Jake mußte nun doch noch einen Schock niederkämpfen, als er in seinem eigenen Haus so schamlos ertappt worden war, so daß er jetzt noch zu stammeln anfing: „Ja… ähm… also… Das war so…“
      Tracy packte derweil seelenruhig das Tannengrün aus, unter dem kritischen, etwas fassungslosen Blick von Eddy.
      „Naja, Tracy wollte doch unbedingt einen Adventskranz…“ verteidigte sich Jake weiter, und fügte dann fließend an: „Wieso bist du eigentlich überhaupt schon wach?“
      „Ich konnte nicht schlafen.“ bemerkte Eddy. „Ich dachte mir, ich lese noch ein bißchen. – Ihr ward nicht auf dem Friedhof, um Tannengrün zu klauen, oder?“
      Jake spürte, wie ihm die Röte in die Wangen schoß, und selbst Tracy mußte etwas Verlegenheit niederkämpfen. Die beiden wechselten einen Blick. Doch, genau so war es – und doch hatte es in irgend einer Form einen Sinn ergeben. Jake ließ es umkommentiert und sah auf die Kiste mit dem Bastelmaterial. „Warte, Tracy, ich helfe dir!“
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