Star Trek - Into X-mas  (2013)

von Enem
KurzgeschichteRomanze, Freundschaft / P12 Slash
01.12.2013
24.12.2013
24
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Obwohl ihr euch zu 0,0% für einen Kalender ausgesprochen habt, bekommt ihr nun trotzdem einen. Vor allem, weil Melui und ich so unglaublich Spaß daran hatten, ihn zu schreiben und weil ihr euch ja eigentlich auch zu 0,0% gegen einen Kalender ausgesprochen habt. Verdammte Logik :p
Jede von uns hat zwölf kurze Geschichten beigesteuert, alle irgendwie weihnachtlich, besinnlich, nett, süß, lustig, wie wir hoffen und welche von wem ist, steht jeweils am Anfang des „Türchens“. Bleibt uns noch viel Spaß zu wünschen und euch allen eine schöne Vorweihnachtszeit.
LG
Melui und Enem
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Türchen 1 – Melui

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Sternzeit: 2261,335

2261.12.01




Adventsattacke


Der Tag begann wie viele andere. Leonard war müde und entsprechend schlecht gelaunt, nachdem er in der letzten Nacht gefühlt jede halbe Stunde wegen Notfällen aus dem Bett geschmissen worden war, die natürlich alle unbedingt seiner Meinung bedurft hatten. Zu blöd, dass er auch nur ein Mensch war und eine entsprechende Dosis Schlaf brauchte. Spocks Kommentar dazu konnte er sich lebhaft vorstellen und als er dem spitzohrigen Bastard dann prompt über den Weg lief, war seine Laune auf einem ersten Tiefpunkt.

„Sie sehen erschöpft aus, Doktor“, stellte der Vulkanier fest und blieb an seiner Seite. Leonard rollte mit den Augen.

„Sehr scharfsinnig, Spock, wirklich, Ihre Beobachtungsgabe ist überwältigend“, knurrte er außerdem.

„Wenn ich Ihnen etwas empfehlen darf-“

„Dürfen Sie nicht“, unterbrach Leonard ihn harsch. „Sie dürfen mich allein lassen.“

„Wie Sie wünschen“, stimmte Spock zu, aber er klang ziemlich angepisst dabei, fand Leonard, so weit ein Vulkanier eben angepisst klingen konnte. Fast hätte er nun doch gegrinst.

Es verging ihm noch vor den Türen der Krankenstation wieder.

Er stolperte über etwas Langes, es wickelte sich um seine Beine und brachte ihn fast zu Fall. Leonard fluchte, trat sich eine bunte Glitzerschlange von den Füßen und starrte recht verständnislos darauf.

„Nicht!“, zeterte jemand und als Leonard sich umdrehte, sah er Christine auf sich zueilen.

„Oh, Doktor McCoy.“ Sie erstarrte und wurde ein bisschen rot. Sie wirkte insgesamt recht… aufgewühlt? Was auch immer, er hatte jetzt keinen Kopf für so etwas.

„Was soll das?“, fragte er recht unwirsch und deutete auf die Glitzerschlangen. „Waren Sie das, Christine?“

„Nein – ja!“ Sie war ja ganz aufgeregt. Leonard stöhnte innerlich. Sie sollten ihn einfach in Ruhe lassen. Er hatte das untrügliche Gefühl, egal, was es war, er wollte es nicht wissen. Leider bekam Christine davon nichts mit, sondern plapperte einfach weiter. „Wir sind fast fertig, eigentlich müssten sie jetzt sogar schon fertig sein, es ist wirklich schön geworden. Kommen Sie, sehen Sie selbst.“

Sie lief neben ihm her, hüpfte fast vor Enthusiasmus, oder es hätte Leonard zumindest nicht gewundert, wenn sie es getan hätte. Kaum durch die Tür blieb er wie angewurzelt stehen. Er sah – Glitzer, überall Glitzer!

Christine wirbelte herum, als sie merkte, dass er nicht mehr neben ihr war. Sie strahlte regelrecht, mit vor Aufregung noch immer geröteten Wangen. „Ist das nicht wunderschön?“

Leonard öffnete den Mund, schloss ihn wieder, dann hatte er sich so weit gefangen, dass er reagieren konnte.

„Ja, wirklich wunderschön. Ich wollte schon immer wissen, wie es ist, in einem Prinzessinnenschloss zu arbeiten“, erwiderte er bissig und riss an der Glitzerschlange, die direkt über seinem Kopf in einem langen Bogen von der Decke baumelte. Das Lächeln bröckelte von Christines Lippen, obwohl sie sich bemühte, es aufrechtzuerhalten. Leonard ignorierte das.

„Was – zum Teufel – ist das?!“, fragte er laut und nun sahen auch einige der anderen Schwestern und Pfleger auf, aber es war erneut Christine, die rasch antwortete.

„Lametta“, erklärte sie hastig. „Und ein paar Lichterketten. Weil doch bald Weihnachten ist.“

„Weihnachten!“ Ja und jetzt hörte er auch die leise festliche Musik. Das war wirklich zu viel. Er explodierte regelrecht. „Wegen einem albernen, nostalgischen Fest verwandeln Sie meine Krankenstation in einen Ballsaal?!“

*


„Jim!“ Das war die einzige Warnung, dann stapfte Pille schon zeternd über die Brücke. Die halbe Mannschaft sah sich irritiert um, die andere Hälfte tat unbeteiligt. Jim rollte mit den Augen und drehte sich mitsamt seinem Stuhl zu Pille. „Sieh dir das an!“, fauchte sein bester Freund und da prustete Jim los.

„Was ist denn mit dir passiert?!“, brachte er heraus und musste noch mehr lachen. Pille sah aus wie ein Weihnachtsbaum, mehrfach eingewickelt in silber- und goldglitzernde Lamettagirlanden. Der Blick, den Jim jetzt abbekam, war absolut tödlich, dann ging das Gezeter weiter. Es hätte Jim kaum gewundert, wenn er angefangen hätte, Feuer zu spucken.

„Ich kann so nicht arbeiten!“ Pille riss an der goldenen Lamettaschlange und erdrosselte sich damit beinahe selbst. Nur mit Mühe unterdrückte Jim ein erneutes Lachen, stand dafür auf und half Pille aus dem Glitzer-Wirrwarr.

„Christine war das“, Pille zerrte nun an der silbernen Schlange. „Christine und weiß Gott wer noch alles und-“ Mit einem angewiderten Gesichtsausdruck pflückte er sich einen kleinen glitzernden Fellball von der Schulter.

„Ist das ein Tribble?“ Uhura tauchte plötzlich neben ihnen auf und nahm Pille das Fellknäuel aus der Hand. „Sie bringen ihn ja um“, sagte sie vorwurfsvoll.

„Besser wäre es, sonst ertrinken wir hier bald in den Viechern“, erwiderte Pille scharf. „Aus meiner Krankenstation wird jedenfalls keine Tribble-Zuchtfarm! Ich kann dich lachen sehen, Mistkerl“, wandte er sich gleich darauf knurrend an Jim. „Da ist man die halbe Nacht auf den Beinen und rettet irgendwelche Leben und muss sich am Morgen noch mit einem Haufen Wahnsinniger rumschlagen! Verdammt noch mal, ich bin Arzt, Jim, keine Weihnachtsfee!“

Jim grinste und klopfte ihm auf die Schulter. „Ich finde, du wärst eine ganz wundervolle Weihnachtsfee, du musst nur noch an deiner Einstellung arbeiten.“

~*~