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The Beloved Devil

GeschichteThriller, Familie / P18 / Gen
Barney "The Schizo" Ross Hale Caesar Hector
30.11.2013
20.05.2014
18
89.028
 
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30.11.2013 6.264
 
Lilith La Cruze


Am nächsten Morgen wankte ich wie ein Zombie durch das Haus. Es war schon nach 9 Uhr am Morgen aber ich war noch immer nicht wach. Wie denn auch? Zu Schlaf war ich letzte Nacht ja kaum gekommen. Smilee verschwand beim Morgenanbruch aus den Fenster und 2 Stunden später kam Ethan ohne Anklopfen in mein Zimmer, um mich zum Frühstück einzuladen. Nur mühesam ein Gähnen unterdrückend, betrat ich die Küche, durchquerte den Raum und ließ mich auf einen Hocker am Thresen fallen.

"Du siehst furchtbar aus", bemerkte Ethan.

"Danke", antwortete ich.

Ich betrachtete die dunklen Ringe unter seinen Augen und begann mir Sorgen zu machen. Zwar war es hauptsächlich ich, die permanent unter Stress und Druck stand, aber ich wusste, dass Ethan sich selten schonte.

"Hast du letzt Nacht nicht genügend geschlafen?"

Er stellte mir einen Kaffee auf den Tisch und schenkte mir ein dünnes Lächeln.

"Nur sehr wenig. Hector hat mich gebeten Details über Steven Harris und Dale Haward rauszubekommen"

Meine Lebensgeister kehrten langsam wieder. Ich zog eine Augenbraue hoch und fragte gedehnt: "Warum?"

"Weil sie gestern ein Mädchen in der Stadt angegriffen haben"

"Zusammen?"

"Jep. Sie waren ein Team"

"Seltsam"

Ich runzelte die Stirn, während ich einen vorsichtigen Schluck von meinem Kaffe nahm. Seit wann waren die beiden wieder in der Stadt?
Und seit wann spielten sie im gleichen Team?

"Und was hat Hector mit ihnen angestellt?"

"Sie umgebracht! Was sonst"

Ich neigte lächelnd den Kopf auf seine Bemerkung und schlurfte an meinen Getränk. Natürlich, dachte ich zufrieden. Hector würde sie keineswegs unbestraft davon kommen lassen.

Ich stellte die Tasse wieder auf den Tisch und blickte zu Ethan.

"Und was hast du rausgefunden?"

Er griff hinter sich und zog eine Schreibtischschublade auf, aus der er einen kleinen Stapel Papiere nahm. Er legte sie vor mir auf den Tisch und sagte: "Es ist ziemlich interessant"

Ich warf einen prüfenden Blick auf das Gedruckte und zog erstaunt eine Augenbraue hoch.

"Sie arbeiten mit den Sang zusammen?"

Ethan schenkte mir ein schiefes Lächeln. "Arbeiteten!", ergänzte er zufrieden.

Ein Schauer der Angst überkam mich.

Die Sang waren das wohl grausamste, was der Welt zustoßen konnte. Abgesehen von meinem Vater. Die Sang waren eine gefürchtete Truppe aus Söldern und Terroristen und bekannt für ihre Herangehensweise. Für sie waren Menschen bedeutungslos, ob Frauen, Männer oder auch Kinder. Wenn sie etwas wollten, nahmen sie es sich einfach....Ohne Rücksicht....

"Lil?"

Ich hob meinen Kopf.

Ethan betrachtete mich besorgt, und mir wurde klar, dass er schon mehrmals meinen Namen gesagt hatte.

"Ähm..." Ich schüttelte meinen Kopf und versuchte neutral zu klingen. "Was haben die Sang vor?"

"Keine Ahnung, und das würde mich auch wundern, wenn es darüber irgendwelche Information zu lesen gebe"

Ethan holte seinen Laptop aus der Tasche und stellte ihn auf den Tisch. "Aber was es auch ist", fuhr er in einem ernsten Ton fort. "Wir sind auf der Hut"

Ich stieß einen Seufzer der Frustration aus. Wenn die Sang tatsächlich nach St. Spreengs kommen würden, würde sicher alles aus den Ruder geraten. Vater verabscheute die Gruppe zwar aber er selbst wollte keinen Finger rühren. Seltsam.

"Guten Morgen alle zusammen"

Ich lächelte, als Hector und David die Küche betraten. Es war immer schön und beruhigend Davids ausgeglichene Miene zu sehen. Gerade wenn einem selbst, die Zweifel plagten.

Hector allerdings erschien mir erschöpft und rastlos zu sein, als er sich neben mir setzte und ungefragt meine Tasse nahm.

"Ich habe hervorragende Neuigkeiten", sagte David grinsend, während einen Blick in den immer vollen Kühlschrank erhaschte.

Ich lenkte meinen flammenden Blick von Hector zu David. "Was gibt es denn?"

"Das Virus ist fast fertig", verkündete er noch immer grinsend.

Alle waren sprachlos, bis auf mich.

"Oh"

In mir wühlte ein Gefühl der Enttäuschung. Der Tag gestern war so unsagbar schön und befreiend gewesen, dass ich mich auf eine Wiederholung gefreut hatte. Wieder ein Tag als normales Mädchen, ohne den ständigen Stress im Rücken. Nun eine unbedeutende Vorstellung. Ab heute war ich wieder Lilith LaCruze- Die furchtlose und unberechenbare Mafias Tochter.

"Okay", gab ich mich entmutigt geschlagen und kassierte direkt skeptische Blicke.

"Warum das Trauerspiel?", fragte mich Ethan verwundert.

"Ja", kam es nun skeptisch von Hector. "Seit wann so bedrückt?"

"Es ist immerhin deine Arbeit", schloss David, was mich zum Raseb brachte. Seine Bemerkung war ganz und gar unangebracht.

Zornig hob ich meine blauen Augen.

"Vielleicht will ich ja heute wieder einen ganz normalen Tag verbringen? Ohne Virus? Ich kann nicht immer nur die Rechte Hand von Vater sein. Manchmal möchte ich einfach nur Leben haben und diesen ganzen Scheiss vergessen"

Ich hielt inne, als ich die Gesichter meiner Freunde sah. "Vergesst es. War keine gute Idee. Ich hab das nie gesagt", murmelte ich grimmig.

"Ich glaube sie meint damit, dass sie auch mal einfach nur Leben will", erklärte Hector, ohne von seinen (Eigentlich Meinen!!!!!!!) Kaffee aufzuschauen.

"Leben? Was um alles in der Welt meinst du damit?", fragte David, erstaunt über die Gewaltigkeit dieses Begriffs.

"Ja, Lil. Was meinst du bloß damit?", neckte Ethan mich. "Wir haben doch unseren Spaß, oder?"

"Lil, hast du so'ne Art Karriere im Sinn?", erkundigte sich David.

Langsam wurde ich wütend.

"Oder hast du ein Motivationsproblem?", fragte Ethan und grinste mich freudig an. "Ein Actionfilm würde dich schnell auf andere Gedanken bringen. Da läuft 'n brandneuer Streifen mit Silvester Stallone und Arnold Schwarzenegger. Wir können ja heute abend reingehn"

Ich seufzte und unterdrückte den Impuls, ihnen wie ein Panzer übers Gesicht zu fahren.

"Nein danke", erwiderte ich schroff und rutschte vom Hocker runter. Hector schenkte mir ein mifühlendes Lächeln, welches ich nur kurz erwiderte. "Ich hatte mir nur gerade eingebildet, dass ich irgendwann mal so 'ne Art Privatleben haben könnte, wenn ich ein paar meiner Gedanken für mich behalte. Hätt's ja besser wissen müssen."

"Du bist die Rechte Hand von Charles", sagte David sehr ernst. "Da gibt es nun mal kein Privatleben."

"David, du musst mal ein bisschen unter die Leute", meinte ich.

"Ich versuche dich zu nur inspirieren"

"Schon in Ordnung. Ich glaube, ich schaffe es noch gerade so, mich selbst zu inspirieren"

Ich gähnte und schenkte David und Ethan ein Blick voller Verachtung.

"Wo soll das ganze stattfinden?"

"Im alten Lagerhaus!", antwortete Hector.

"Warum dort?"

Ich spazierte zu Couch, um meine Jacke zu nehmen und sie mir über die Schulter zu legen.

"Ian hat die Anweisungen gegeben"

"Ian?" Überrascht weiteten sich meine Augen. "Seit wann ist Ian wieder in der Stadt?"

"Seit gestern", sagte Ethan mit einen Groll in der Stimme, welches ich nur zu gut verstehen konnte.

Ian Lambers war 26 und ebenfalls ein Vertrauter meines Vaters, und dazu noch ein Arschkriecher auf hohem Nieveau. Neben seinen permanenten perversen Bemerkungen, sorgte auch sein ständige aufmüpfiges Benehmen für Brechreiz. Glücklicherweise kümmerte er sich um die technischen Verfahrensweisen, wodurch ich ihn nicht so oft zu Gesicht bekam.


"Er übernimmt die Überwachung", sagte David.

"Schön." Frustriert warf ich meine Hände durch die Luft und durchkreuzte dann das Wohnzimmer. Als Ethan, Hector und David keine Anstalten machen, sondern sich wieder dem Essen zuwandten, verschränkte ich meine Arme vor die Brust und sah sie mit tödlichen Blick an.

"Was ist? Lasst uns den Scheiss endlich beenden. Ich hab die Schnauze voll"

Grummelnd folgten sie mir.






Smilee


Kleine, sanfte Hände berührten meine Brust, wodurch sich eine Gänsehaut auf meiner ganzen Haut ausbreitete. Der Takt meines Herzens schlug schneller und mein Blut schoss mir erbarmungslos in meine Wangen und in andere Regionen. Ich hob meinen Blick von ihren zierlichen Finger und schaute auf in ihre blauen Augen, die mich sanft anlächelten. Ihre blonden Haare umschmeichelten ihr schmales, perfektes Gesicht. Auf ihren Wangen bildeten sich kleine Grübchen, als ihr Lächeln breiter wurde. Sie sah im Schein des Mondes aus wie ein Engel.

"Du bist unglaublich", hauchte ich wie benommen. "Sehe ich dich wieder?"

Plötzlich wurden ihre Züge schärfer, auf ihren Lippen erschien ein gefährliches Lächeln.

"Wir werden uns bestimmt wiedersehen, Smilee", sagte sie in einem ungewohnten Ton. "Und du wirst mich begehren, bis ans Ende deiner Tage."

Da lachte sie auf und langsam verschwomm das Bild eines Engels. Ihre Miene wurde grauenhaft böse, ihre Finger fuhren wie Rasierklingen durch meine Haut und ich spürte neben dem stechenden Schmerz, das warme Blut über mein Unterleib fließen. Doch ich konnte ihr nur weiter in die Augen sehen. Es waren die Augen eines Dämons.


Ich schrie auf....

...und erwachte in der Morgensonne in meinem eigenen Zimmer.

Mein Herz raste mir bis zum Hals, während meine Gedanken im schnelldurchlauf versuchten, den Traum zu analysieren.

Lilith ein Dämon?

Abgesehen davon, dass es keine Dämonen gab, war sie keineswegs ein Vergleich zu diesen unberechenbaren und tödlichen Wesen aus der Hölle.

"Was zum?", pesste ich mühesam heraus. Scheiß Alptraum, dachte ich und verzog wütend das Gesicht.

Ich spähte zu dem Wecker neben meinem Bett und stöhne auf. 9:45 Uhr. Vor gerade einmal zwei Stunden war ich schlafen gegangen.

Ich versuchte mich etwas zu entspannen und schloss meine Augen. Genau in diesem Moment öffnete sich meine Tür und eine fröhliche Stimme donnerte wie eine Planierraupe durch dem Raum.

"Hey Kumpel"

Erschrocken schoss mein Kopf hoch, blinzelte eine Sekunde lang und stöhne abermals auf, als ich Lee und Ceaser grinsend auf mich zukommen sah. Ihre Mienen waren so besonnen und ungewohnt heiter, dass ich mich einen Moment fragte, was der Auslöser war.

Doch ich verbiss mir jede Fragen und ließ mich genervt zurück auf mein Kissen fallen.

"Ceaser und ich haben bemerkt, dass du erst heute morgen nach Hause gekommen bist", sagte Lee.

"Und wir möchten sehr gerne erfahren, wo sich unser Badboy rumgetrieben hat", stimmte ihm Ceaser zu.

Die Stimmen kamen vom Fenster. Ich drehte meinen Kopf zu Seite und funkelte sie an.

"Ernsthaft?" Meine Stimme klang genauso katastrophal, wie sich mein Kopf anfühlte.

Lee grinste mich diabolisch an.

"Darauf kannst du Gift nehmen, Kumpel"

"Verschwindet ihr dann wieder?"

Die beiden Männer tauschten einen triumphierenden Blick und sagten dann zu mir: "Nein"

Das war doch klar!

Kaum witterten meine Freunde eine Gelegenheit mich aus der Reserve zu locken, schon standen sie wie Soldaten stramm auf der Matte. Ich erklärte mir ihr Benehmen nur so, weil sie sonst kaum etwas spannendes in ihren schon fast verbrauchten Leben erleben durften. Lee gab seine ganze Lebenskraft seiner Lacy, die jede Sekunde, die sie von einander getrennt waren, dazu nutzte, fremden Männer schöne Augen zu machen. Ceaser widmete sich ganztags seiner Leidenschaft; seinen Geschossen. Es war fast zum heulen, wie sie um einen herum tanzen, wenn du etwas Aktion in deinem Leben hast. Aus diesen Grund war Billy auch vor etwa drei Monaten zu seiner Freundin nach Frankreich gezogen.

Mit einen unterdrückten Stöhnen wegen meiner pochenden Kopfschmerzen, versuchte ich mich aufzusetzen.

"Ich war mit jemandem zusammen", sagte ich schließlich und rieb mir meine Augen.

"Mit einem Mädchen?"

"Nein." Verständnislos blickte ich zu Ceaser und sagte im scharfen Ton: "Mit einem Kojoten ihr Schwachköpfe. Natürlich mit einem Mädchen!"

"Und?"

"Bist du nicht zum Zug gekommen?", stellte Lee fragend fest, ohne auf meine Bemerkung einzugehen.

"Was?"

Also langsam war ich am Rande meiner Geduld.

War ich hier im Kindergarten oder was?

"Also....wegen deine schlechten Laune", erklärte Lee zögernd.

Ceaser nickte zustimmend. Auch seine Miene drückte Vorsicht aus.

Ich seufzte. Vielleicht war ich etwas zu hart zu den Jungs. Normalerweise war es Routine uns gegenseitig auf dem Arm zu nehmen. Das sorgte für eine spaßige Abwechslung in unseren sonst so bescheidenen Leben. Aber heute war es etwas anders!

"Ja...also nein...Es war ein schöner Abend" Meine Stimme war schwach aber ein Lächeln umspielte meine Lippen, als ich sagte: "Sehr schön um es genau zu sagen. Aber das war nur eine Nacht und ich werde sie anscheinend nie wieder sehen"

"Hast du ihre Nummer?"

Lee und Ceaser setzten sich ans Fußende meines Bettes und blickten mich erwartungsvoll an.

Ich senkte bedauernd den Kopf.

"Nein"

Warum war mir das auch nicht früher eingefallen? Es wäre nur eine simple Frage gewesen; vier simple Worte >Bekomme ich deine Nummer?<

Dann wäre mir bestimmt auch einiges an Leid erspart geblieben.

"Ja, so spielt das Leben", seufzte ich bedrückend und fuhr mir mit geschlossenen Augen rastlos durch die Haare. Es war zum verzweifeln.

Da hörte ich Ceaser seufzen.

"Frauen sind ungeheure Lebewesen", sagte er abwesend. "Sie packen dich mit Leidenschaft und Liebe, und wenn du dich auf das Spiel eingelassen hast, werden sie dich demütigen und warum? Sie beherschen die Spielregeln immer besser als wir"

Stille!

Lee und ich starrten ihn fassungslos an. Was zum Teufel war das?

"Ceaser?"

Lee wagte einen Versuch zu sprechen. Sehr zögernd legte sich seine Hand auf seine Schulter, als würde er vermuten, dass Ceaser jeden Moment in Tränen ausbrechen würde.

Gespannt beobachtete ich die Szene.  

Dann sagte Lee sehr eindringlich zu Ceaser: "Du hast eine sehr verworrende Vorstellung von Frauen, mein Freund. Du solltest ab und zu die Waffe aus der Hand legen und schauen was draußen so los ist"

Apropo draußen: "Wie seid ihr eigentlich rein gekommen?"

"Barney hat deinen Zweitschlüssel", verkündete Ceaser stolz grinsend, als wäre er gerade in keiner dramatischen Liebesschnulze der Hauptdarsteller gewesen.

Verwirrt kratzte ich an meiner Wange.

"Und den hat er die gegeben weil?"

Lees Miene wurde schlagartig ernst. "Wir haben heute einen anonymen Anruf bekommen, wo die Fertigstellung des Virus stattfinden soll"

"Was?", schrie ich beinahe und riss meine Augen auf.

Mit einem Schlag war meine Müdigkeit gewichen. Meine Muskeln spannten sich an.

"Ja", sagte Ceaser und setzte sich auf, um zum Fenster zu gehen. Mit dem Blick auf die Ferne gerichtet, fuhr er fohrt. "In etwa einer Stunde sollen wir am Lagerhaus in der Hamiltion Street sein. Sieht ganz so aus, als würde sich Blatt wenden"

"Darauf kannst wetten" Lee sah mich herausfordernd an. "Die werden bestimmt mit keiner Komplikation rechnen und das können und werden wir ausnutzen"

"Und wenn das eine Falle ist?", zweifelte ich und strich über mein Kinn.

Es wäre durchaus im Rahmen des Möglichen, dass die Nosa Costra unsere Beobachtung bemerkt hatten. Und das würde auch bedeuten, dass sie sehr wohl mit Komplikationen aus dem Feindeskreis rechnen müssen und um das zu verhindern, täuschten sie einfach eine ahnungslose Operation vor. War es denn überhaupt möglich, dass der Junge schon fertig war?

Doch für Lee lag der Fall anscheinend klar auf der Hand. Und er hatte auch Argumente:

"Daran haben wir auch schon gedacht". Er zögerte. Nach einen kurzem Atemzug sprach er schnell: "Aber darauf müssen wir es wohl ankommen lassen. Wir kriegen kein zweites Mal diese Gelegenheit. Und wenn alles nach Plan verläuft, ...."

Würden wir den schrecklichen Geschäften ein Ende setzen, schloss ich in meinen Gedanken.

Ich schluckte bei dem Gedanken.

Ein schreckliches, unangenehmes Gefühl kletterte mir langsam dem Rücken hinauf.






Lilith LaCruze


"Wurde ja auch langsam Zeit", war der grimmige Kommentar, welcher mich begrüßte, sobald ich mit Hector und Ethan das verfallene Lagerhaus betrat. Ich lenkte meine Aufmerksamkeit von den massiven Gerüsten an der Wand auf die Stimme, und meinen Lippen entwich ein leises Zischen.

Der starke, dunkle und gemein labile Ian Lambers stand an der einzigen Treppe und lächelte mich überheblich an.

"Verzieh dich Ian", sagte ich bedrohlich leise. Neben mir spürte ich wie Ethan und Hector sich verspannten, auch sie konnten den unverschämten Proleten in keinster Weise leiden.

"Oh, Lilith", sagte er in seiner aufdringlich gedehnten Stimme. Einladend hob er seine Hände, wie zu einer Umarmung. "Wie schön dich zu sehen."

Schön traurig, dachte ich und verzog verächtlich das Gesicht, während ich mich skeptisch umschaute.

An diesem Ort schien alles zu verwesen, die Tapeten bröckelten von den Wänden ab, Geländer schon halb verfallen hingen gefährlich in der Luft herum. Und die Wendetreppe, auf der Ian stand, war alles andere als stabil. Ich fühlte mich nahezu, als wäre ich in einer schutzlosen Ruine. Und es war verdammt unangenehm.

Um mich von den Gedanken loszureißen, meinen eigenen Tod vor Augen zu haben, konzentrierte ich mich auf Ian.  

"Wo ist Stefan?", fragte ich.

Ians Lippen verzogen sich zu einen seiner Meinung nach, unwiderstehlichen Grinsen.

"Folge mir Liebling", höhnte er und ging leise lachend die Treppen hoch.

Ich schluckte, als ich die gefährlich quietschenden Geräusche hörte. Meine Augen fixierten jeden kleinsten Zentimeter des brüchigen Stahls, als würde es jeden Moment in sich zusammenbrechen.

Neben mir vernahm ich wage einen genervten Seufzer.

"Irgendwann werde ich ihm die Fresse polieren", brummte Ethan.

"Bin ganz auf deiner Seite", stimmte Hector ihm zu.

Beide legten sie eine Hand auf meinem Rücken und zusammen bestiegen wir vorsichtig die Stufen des Todes.

"Bringen wir es zu Ende"

~

Nachdem wir den - für mich ewigen - Weg der Todestreppe überstanden hatten, führte uns Ian durch einen langen, dunklen Gang, an dem einzeln ein paar Räume angrenzten, die früher anscheinend als Büros oder kleine Lagerräume benutzt wurden. Ein seltsamer Geruch aus modrigen Papier lag in der Luft und obwohl draußen die Sonne scheinte, war es drinnen stockfinster, was womöglich daran lag, weil die Fenster mit Pappe und Zeitungen aus dem Jahre 1965 verdeckt wurden.

Als wir letztendlich in das kleine Labor, was Stefan zu Verfügung gestellt wurde, hineinspazierten, erblickte ich den Jungen an einem großen Tisch. Er schaute konzentriert auf 2 Bildschirme und um ihm herum standen jedemenge Laborinstrumente herum.

"Guten Morgen Chérie", sagte ich fröhlich. "Wie lautet die Diagnose"

Stefan war nun schon seit geraumer Zeit beschäftigt, und sein Gesicht sah müde, aber immer noch  entschlossen aus.

"Es ist fast fertig", sagte er nickend. "Aber ich kann euch keine Garantie geben"

Ich zog mir ein Stuhl zu ihm heran, schaute auf den Monitor und runzelte die Stirn.

"Was? Was soll das heißen", fragte ich, nur leicht verärgert.

Stefan seufzte, während er sich müde über das Gesicht fuhr.

"Für gewöhnlich werden Viren durch die Organismen, die sie anstecken, wie tierische Zellen, in verschiedenen sogenannten Betrieben oder Bakterien Arten eingestuft."

Logisch!, dachte ich und hörte ihn aufmerksam zu.

"Da Viren klassisch gesehen nicht durch Betriebszellwände eindringen können, werden praktisch alle  Betriebsviren durch Insekten oder andere Organismen übertragen, die sich in die verschiedensten  Betriebe einnisten können."

"Was zum Teufel soll das bedeuten?", fragte Ethan, der anscheinend kein Wort verstand.

Ich warf ihm einen genervten Blick zu und sagte dann zu Stefan.

"Aber du hast einen durchdachten Prozess erschaffen, was den Viren gelingt, sich auch über den  Sauerstoff zu verbreiten! Das besagt jedenfalls deine Formel!"

"Ja schon..." Er wand sich unbehaglich auf seinen Stuhl.  "Aber Theorie und Praxis gehen bekanntlich zweierlei Wege. Ich kann euch keine Garantie geben, ob es tatsächlich zu einem Ergebnis führt"

Darüber dachte ich einen Moment nach. Niemand hatte sich Gedanken darüber gemacht, was passieren würde, wenn das Virus keine erfolgreichen Abschlüsse liefern würde. Wie würde Vater darauf reagieren Ob er mich für das Versagen beschuldigen würde?

Ich tauschte einen besorgten Blick mit Hector.

"Das werden wir dann sehen", hörte ich Ethan. Er legte mir eine Hand auf die Schulter und drückte sie sanft. "Sieh einfach zu, dass du fertig wirst, verstanden?"

"Verstanden"

Verstanden, dachte ich und versuchte mich zu entspannen.






Smilee


Ich konnte es in der Luft spüren. Es war fast Herbst und der war Tag angenehm Kühl und die Straßen waren wie ausgestorben. So auch die kleine, verlassene Gasse vor dem Lagerhaus, in der ich mich skeptisch umschaute, während Barney seine letzten Vorbereitungen traf.

"Sobald es Probleme gibt, nimmst du das Auto und verschwindest"

"Okay"

Barney reichte seiner Tochter die Autoschlüssel. Tessa gab ein zaghaftes Nicken von sich, aber ihre Miene drückte Sorge um ihren Vater und um ihre Freunde aus.

Niemand konnte es dem Mädchen verdenken. Die Nosa Costra waren nur ein Katzensprung entfernt. Und auch wenn unser Besuch eine Überraschung war, waren sie verdammt gerissen und es wagte niemand von uns zu beweifeln, dass wir uns auf verflucht dünnen Eis bewegten.

"Aber seid vorsichtig", bat Tessa.

Barney schenkte ihr ein dünnes Lächeln und sagte: "Immer"


Sekunden später reihten wir uns in einer Formation auf und bewegten uns lautlos zum Eingang des Lagerhauses. Es war pures Glück, dass der Himmel so verschleiert war, der Nebel bot uns ausreichend Deckung.

Die Berettas zum Anschlag, pressten wir uns an die Wand, hielten Ausschau nach rechts und links , während Barney sich um die verschlossene Tür kümmerte.

"Also Boss? Wie lautet der Plan?", flüsterte Lee, ohne die Aufmerksamkeit von der Straße zu nehmen. "Das Gebäude hat 2 Stockwerke und wir haben keine Ahnung wo sie sich befinden"

Barney schaute kurz auf den Boden und nahm eine Brechstange, die neben einen großen Container stand. Schließlich sagte er mit einen Blick auf die Tür: "Ceaser, Gunnar, Toll Road und ich werden im 1 Stock suchen"

Sein Blick fand mich und ich sagte entschlossen: "Ich werde mit Yang und Lee in den zweiten Stock gehen"

Barney nickte zustimmend. Er steckte das Stück Eisen zwischen Tür und Angel und rüttelte vorsichtig daran.

"Und dann?", fragte Gunnar. "Was werden wir unternehmen, wenn wir sie gefunden haben?"

"Unser Ziel ist es den Jungen zu befreien und seine Forschung der CIA zu übergeben"

Ein schauriges Gefühl überkam mich.

"Und die Nosa Costra?"

Ich stellte es heftig in Frage, dass die Nosa Costra sich einfach in Luft auflösen würden, wenn der Junge in unseren Händen wäre. Das 1. Problem war: Bisher erwogen sie garantert keinen Wiederstand und es würde ihnen auch bestimmt missfallen. Das 2 Problem war: Die Nosa Costra waren aufgrund ihres Ranges sehr bekannt und genauso gefürchtet wie gefährlich. Die Regierung würde ohne zu zögern jeden ins Nirva schicken, der den Nosa Costra auch nur ansatzweise zu nahe kommen würde. Also war es in dem Fall äußerst unbedacht, ihre Aufmerksamkeit auf sich zu lenken.

"Ja" Yang sprach meine Gedanken aus. "Sie werden den Jungen nicht kampflos übergeben"

"Wir auch nicht", sagte Barney kalt und setzte die Stange nun fester an. Auf seinen Gesicht erschien ein angestrengter Ausdruck. "Aber seid vorsichtig. Sie sind gefährlich und haben genug Ausrüstung, um uns alle zu Staub zu verwandeln."

Schön!

Alle in unserer Runde tauschten einen vielsagenden und besorgeniserregenden Blick.

Aber keiner vermochte es nach Worten, denn in diesem Augenblick brach Barney die Tür auf und eine Welle aus Staub und bleiernder Luft drückte uns die Kehle zu.

Das Geräusch von zermarternen Holz echote in der leeren Halle wieder und das einzige woran ich dachte, war, dass das Einbrechen hoffentlich unbemerkt blieb.

Doch bei unseren Glück.....






Lilith LaCruze


Erschrocken fuhren unsere Köpfe hoch, als wir ein verdächtig, krachendes Geräusch im Inneren des Lagerhauses hörten.

"Was war das?", wandte sich Ethan an Hector. Der jedoch zuckte die Schultern.

Ich runzelte die Stirn, während ich alamiert auf den finsteren Flur schaute.

Es hörte sich beinahe so an....

"Warte", sagte ich und schob den Jungen kurzerhand mit seinem Stuhl zur Seite. Ich drückte auf Escape und öffnete ein anderes Programm und nur eine Sekunde später, erschien das Bild einer Überwachungskamera.

Und es zeigte genau das, was ich erwartet hatte.

Meine Miene wurde düster.

"Wir haben Besuch bekommen", sagte ich und deutete auf die Schatten auf dem Bild.

Ich rückte etwas zur Seite damit Ethan und Hector einen Blick darauf werfen konnten.

Im Moment waren nur 2 Männer, ganz in Schwarz zu erkennen, doch ich bezweifelte, dass sie waghalsig genug waren, um als Duo aufzukreuzen. Was mich auf die Frage brachte: Wer zum Teufel war das?

Wer war so leichtsinnig, um sich uns in dem Weg zu stellen?

Neben mir hörte ich das Geräusch einer gereade geladenen Pistole und ich blickte auf.

"Bleib bei den Jungen, Lil. Wir übernehmen das", sagte Hector bestimmend und mit grimmiger Miene.

"Ich glaube ich werde Lilith Gesellschaft leisten", mischte sich Ian ein.

Oh nein!

Hilfesuchend sah ich zu Ethan, der Ian sofort einen tödlichen Blick zuwarf:

"Du!" Er drückte ihn befehlend eine Waffe gegen die Brust. "Bewegst dein Arsch und zwar sofort"

Ich ließ mir meine Erleichterung nur wage anmerken. Mit Ian alleine zu sein, war genauso graumsam für mich, wie tagelang mit Schlangen in einem kleinen, einsamen Raum eingesperrt zu sein. Lieber würde ich mich lachend in den Tod stürzen, als-

"Lilith?"

Ich schüttelte den Kopf, um den Gedanken an Ian und meinen Tod zu verdrängen und wandte mich fragend an Ethan.

Er stand mit Hector und Ian an der Tür und blickte mich eindringlich an.

"Wenn es Komplikationen gibt, dann verschwinde mit Stefan"

"Ja", sagte ich. "Seid vorsichtig"

"Du auch!"

Und damit verschwanden sie in den Schatten des Korridors. Ich sah ihnen noch einen langen Augenblick nach, dann seufzte ich und setzte mich frustriert auf den Tisch, worauf der Computer stand.

Das war doch das Letzte! Ich hasste es tatenlos zu sein!

Stefan widmete sich wieder seiner Arbeit zu und für einen ewigen Moment war es vollkommen ruhig.

Und wenn sie ihnen überlegen sind? schoss die Frage durch meinen Kopf. Ethan und Hector waren zwar ausgezeichnete Kämpfer, aber weder sie noch ich wussten genau, wer die Eindringlinge waren. Wenn sie also stärker wären?

Innerlich schnaupte ich. Lächerlich. Niemand war stärker als die Nosa Costra. Sowohl Ethan als auch Hector hatten eine herausragende Ausbildung genossen. Sie würden sich wacker schlagen und wenn die Eindringlinge sich bis zu Stefan vorkämpfen würden, würde ich die Sache in die Hand nehmen.

"Darf ich dich etwas fragen?"

Dankbar über Stefans leise Frage sah ich zu den Jungen, der wie gebannt auf seine Forschung starrte.

"Was?", fragte ich schroff und zog meine Beine auf den Tisch.

Nun trafen seine Augen mich und ich konnte ein Hauch von Angst sehen. Nach einen tiefen Atemzug fragte er: "Was will dein Vater mit dem Virus?"

Gute Frage!

Ich wich seinen Blick aus und seufzte. Wer konnte schon genau sagen, was mein Vater mit all seinen Geschäften bezweckte.

"Ich habe schon lange aufgegeben Fragen zu stellen", sagte ich abwesend. "Daran solltest du dir ein Beispiel nehmen"

"Sie sind gefährlich", sagte er mit Nachdruck in der Stimme "Verdammt gefährlich. Sie können eine Epedemie auslösen, so wie es die Welt noch nicht gesehen hat. Milliarden Menschen werden sterben"

Mit Jedem Wort wurde seine Stimme resoluter. Ich blickte ihn an und verengte drohend meine Augen.

"Versuchst du an mein Gewissen zu appelieren?", fragte ich scharf.

Plötzlich wurde sein Gesicht ganz bleich und jede Entschlossenheit verflüchtigte sich.

Was dachte sich der Junge denn? Dass mich das Schicksal der Menschen so sehr interessierte, dass ich mich gegen mein Vater stellen würde? Alles im Anschein schien er mich noch immer keineswegs zu kennen. Schade!

Ich sprang vom Tisch und ging auf ihn zu. Ich hielt seinen Blick ruhig stand und sagte noch einmal, um es endgültig klarzustellen:

"Stefan, du solltest dir über eines in Klaren sein. Ich habe kein Gewissen. Für mich sind andere Menschen vollkommen bedeutungslos. Sie interessieren mich null, weswegen es für mich immer einfach sein wird, sie um die Ecke zu bringen. Also spar dir deine Mühe, in mir ein Menschen zu sehen, der von seinen jämmerlichen Emotionen abhängig ist, okay?"

Stefan zögerte und studierte meine ernste Miene. Allmählich dämmerte ihm wohl, dass ich keine Scherze machte. Dass es mir todernst war.

"Okay"

"Oh Stefan." Die Wut wich meinen Zügen. Meine Lippen schürzten sich zu einem gefährlichen Lächeln.  "Dir sollte es langsam dämmern, dass ich keine Problem damit habe, dir auf der Stelle eine Kugel in dein klugen Kopf zu jagen"

Und genau in diesem Augenblick erklang ein Geräusch in unseren Ohren. Ein Geräusch eines ratternden Maschienengewehrs und es war verdammt nahe.

Zu nahe...

Alamiert zog ich meine Waffe aus den Holster und richtete sie auf die Tür.

"Irgendjemand ist hier!", sagte Stefan ängstlich.

Ich versuchte alle meine Sinne zu schärfen, versuchte etwas zu verstehen oder etwas zu erkennen; der kleinste Laut oder eine geringe Bewegung. Doch vor mir lag nur gähnende Leere.

"Verdammt", fluchte ich verärgert, während ich vorsichtshalber ein neues Magazin in meine Beretta steckte.  

Zu Stefan sagte ich: "Du solltest ein Zahn zulegen, du Genie", bevor ich aus dem Raum stürmte.

Ausser einem schwachen Lichtschein, der durch die verdeckten Fenster drang, war es im Gang so dunkel wie in der Nacht. Ich schob mich vorsichtig Millimeter um Millimeter weiter in die Düsternis. Unentwegt suchte ich mit den Augen die Umgebung ab. All meine Sinne warnten mich, dass dort etwas im Verborgenen lauerte.

Ich tastete mich bis zu einer Tür am andere Ende des Flures vor und drückte die Klinke herunter. Diese Tür führte wiederum in einen anderen Gang und ich verharrte für eine Sekunde, um meine Umgebung zu mustern.

Feuchte, übelriechende Luft wehte über mich hinweg, und aus weiter Ferne hörte ich das Echo fallender Tropfen. Als mir eine Ratte über den Fuss huschte, zuckte ich nicht einmal zusammen.

Stattdessen griff ich zu meinen Funk.

"Hector?"

Nur eine Sekunde ertönte seine flüsternde Stimme. "Lilith? Bist du bei den Jungen?"

"Nein. Ich habe Geräusche gehört"

"Verschwinde Lilith!"

Nun war die Stimme lauter und panischer und..... Sie war von Ethan.

"Ethan?", rief ich, doch es kam keine Antwort.

In Panik wirbelte ich herum und erblickte noch gerade so die große Hand, die mich zu Boden schlug.






Smilee


"Erster Stock ist gesichert. Zielperson nicht gefunden", hörte ich Barneys gedämpfte Stimme durch mein Mikro.

Ich legte eine Hand an mein Ohr und gab mir ebenso gedämpfter Stimme zurück: "Bin im zweiten Stock".

An einer Biegung hielt ich an und spähte um die Ecke. Dieser Durchgang schien ebenfalls verlassen zu sein, und doch zögerte ich noch einen Moment länger und strengte meine Ohren an, um in der unheimlichen Stille einen Laut auszumachen. Dann setzte ich mich wieder in Bewegung, die Nerven zum Zerreißen gespannt.

"Leute?" Ceaser Stimme erklang in meinen Ohren "Ich habe ein Mädchen außer Gefecht gesetzt, sie war bewaffnet, sieht aus wie eine Zivielperson"

"Lass dich nicht blenden, Ceaser", sagte Barney grimmig. "Sie kann das Mädchen sein, von dem Tessa gesprochen hat"

"Behalt sie im Auge", hörte ich Lee zustimmen.

"Verstanden. Irgendwo müssen ihre Begleiter sein. Ich werde-"

Seine Stimme erstarb in einem verkrampften Keucher und nur eine Sekunde später erklang ein dumpfes Geräusch. Ein schrecklichen Augenblick war ich wie erstarrt. Mein Körper spannte sich an.

"Ceaser?" Barney schien genauso panisch zu sein.

"Hale?"

Geraume Zeit kam kein Lebenszeichen von meinen Freund. Indes durchquerte ich vorsichtig den Gang und spähte in jeden einzelnen Raum. Die Luft war von der Erwartung drohender Gefahr erfüllt und ich schauderte, während ich die Dunkelheit mit besorgten Augen durchsuchte.

"Jungs"

Ich stieß einen erleichterten Seufzer aus, als ich Ceaser Stimme hörte. Sie klang schwach und müde, doch er war am Leben.

"Sie ist mir entwischt", krächzte er.

"Scheisse", zischte ich und rannte los.

Wenn sie ihm entwischt war, würde sie mit den Jungen fliehen wollen und das konnte ich unter keinen Umständen zulassen.

Ungeduldig blickte ich mich um.

Vor mir lag eine kleine, düstere Seitenkammer. Ich konnte eben noch die Umrisse der Türöffnung erkennen, doch was dahinter lag, blieb meinen Blick verborgen.

Nach einem hastigen Blick zurück, näherte ich mich dem Raum. Ich zog eine Taschenlampe hervor und ließ den Strahl langsam über den Boden wandern. Das Licht erhellte die bewegungslose Masse einer Körpers, dessen Gesicht zum Boden gekehrt war.

"Stefan Bricks?", fragte ich zaghaft.

Der Junge sah vom Boden auf.

"Ja?"

Ich presste meine Lippen zusammen. Gott sei Dank!

Ich lief auf den Jungen zu und als ich ihm erreichte, streckte ich meine Hand aus, um ihm aufzuhelfen.

"Komm schon Junge. Lass uns verschwinden"

Mit einem Ausdruck schierer Erleichterung stand Stefan auf. Er taumelte langsam auf mich zu: "Sind Sie von der Polizei?"

"Fast", flüsterte ich, während ich meinen Blick über die verschiedenen Laborinstrumente schweifen ließ. Alle Achtung, die Nosa Costra schienen sich große Mühe gemacht zu haben.

"Wir sind hier um dich hier rauszuhol-" Ich verstummte, als ich Stefans entsetzen Ausdruck bemerkte. Er hob seinen Finger, deutete auf einen Punkt hinter meinen Rücken und schrie:
"Vorsicht!"

Doch es war zu spät. Noch bevor ich mich umdrehen konnte, spürte ich einen dumpfen Schlag auf meinen Hinterkopf und das letzte was ich hörte, war eine weibliche Stimme, die mich an einem Dämon erinnerte.

"Hier wird niemand verschwinden"






Lilith LaCruze


Zufrieden lächelte ich auf den bewegungslosen Körper herab, dessen Gesicht auf den Boden gedrückt war. In einem anderen Umstand würde ich das Gesicht des Mannes noch sehen wollen, um genau zu wissen wer uns Steine in den Weg legte, doch die Zeit die uns noch blieb, war totale Mangelware.

Atemlos richetete ich meine Aufmerksamkeit auf den Jungen, der eine bläuliche Flüssigkeit in einem Reagenzglas in den Händen hielt.

"Ist es das Virus?", fragte ich und nickte zu seiner Hand.

Mit schreckensgeweiteten Augen starrte er auf den regungslosen Körper auf den Boden.

"Du hast ihn umgebracht!", quitschte er panisch.

Ich seufzte genervt. Für sows hatte ich echt keine Zeit!

Ethan, Ian und Hector waren weiß Gott wo und irgendjemand versuchte uns das Virus wegzunehmen. Ausserdem war der Mann bestimmt noch am Leben, dass verriet jedenfalls seine schwachen Bewegungen des Brustkorbes.

"Schockiert? Gib mir das" Ich griff zu dem Glas in seinen Händen und deutete zum Fenster.  "Und jetzt spring"

"Was?"

"Los!"

Ich packte grob seinen Arm und schob ihm zum Fenster. Aus den Augenwinkel bemerkte ich, wie der Mann am Boden sich regte und schon bald auf die Beine kam.

Als der Junge noch immer keine Anstalten machte, meine Befehle zu folgen, öffnete ich das Fenster und zog ihm nahe an mich heran. "Du springst jetzt oder ich werde dich eigenhändig erschießen, klar? Erschossen werden oder sich im schlimmsten Fall die Beine brechen, entscheide dich Junge!"

Der Junge zögerte, kam meinen Befehl aber nach. Ich beobachtete ihn, wie er erst ein Bein und dann das zweite aus den Fenster streckte. Dann sprang er und genau in diesem Augenblick hörte ich ein vertrautes Klicken hinter meinem Kopf.

Das Entsichern einer Pistole.

Die Beretta fest in meiner Hand drehte ich mich langsam und lächelnd um.

"Leide zu spä-"

Meine Stimme versiegte jedoch, als mein Blick auf sein Gesicht fiel. Erschrocken zog ich die Luft ein und für einen winzigen Bruchteil einer Sekunde war ich wie gelähmt.


Auch mein Gegenüber zuckte vor Schreck zusammen. Sein Gesicht wurde kreidebleich. Von Sekunde zu Sekunde mehr.

"Lilith"

"Smilee", kam es stockend über meine Lippen, während ich versuchte das Zittern meiner Hand zu bändigen.....






Tessa Ross


Ich behielt trotz der Angst, die das Auftauchen von Schussgeräuschen in mir auslöste, einen kühlen Kopf. Nur mein Herz pochte permanent.


Schon seit einer qualvollen Stunde stand ich am Auto und wartete vergebens auf die Jungs. Sie sagten zwar, dass ich fahren sollte, sobald es verdächtig wurde, doch was sollte dann aus ihnen werden?

Ich konnte sie unmöglich alleine lassen und wenn sie Hilfe brauchten, würde ich ihnen zur Seite stehen.

Ich seufzte, denn in Anbetracht der Umstände war es alles andere als einfach ihnen zu helfen. Schließlich waren Dad und seine Jungs die Soldaten, ich war nur eine unbedeutende Studentin, die weder Kampferfahrung noch andere hilfreiche Aspekte dazu bei tragen konnte.

Prüfend schaute ich über meine Schulter. Dem Himmel sei dank war es am Tag, denn abends würden hier bestimmt noch andere Kreaturen rumlungern.

Ich richetete meine Aufmerksamkeit wieder auf das Haus und zog meinen Mantel enger zusammen.

Plötzlich hörte ich jedoch ein Geräusch vom Rasen neben den Auto. Ein Kratzen, dachte ich. Vielleicht auch eine Stimme.

"Tessa"

Jemand hatte meinen Namen gerufen, aber es war kaum mehr als ein Flüstern gewesen. Ängstlich wirbelte ich herum.

"Tes-sa"

Lauter. Mein Name klang fast musikalisch, mit melodisch an- und abschwellenden Silben. Doch diesmal war sie verdächtig nahe.

Mit pochenden Herzen drehte ich mich um.....

....und hielt erschrocken die Luft an....



~~




David, 34 Jahre

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