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The Beloved Devil

GeschichteThriller, Familie / P18 / Gen
Barney "The Schizo" Ross Hale Caesar Hector
30.11.2013
20.05.2014
18
89.028
 
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Dieses Kapitel
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30.11.2013 3.744
 
Smilee


"Du bist also in Begleitung erschienen" Lilith Stimme klang belustigend, während sie unsere Gruppe mit weniger wertschätzbaren Blicken musterte. Ihre Lippen verzogen sich zu einem bösen Lächeln, als sich unsere Blicke kreuzten und ein Schauder des Unbehagens meinen Körper durchlief. "Wie reizend", fügte sie hauchend hinzu.

Ja! Wie es schon beinahe zu erwarten war, war Barney keineswegs alleine zu dem Treffen gekommen. Auch wenn Barney es versucht hatte zu protestieren und immer wieder argumentierte, wie waghalsig und dumm es außerdem war, wenn alle Beisamen zum Treffen erschienen, zog es keiner auch nur eine Sekunde in Erwägung den Mann alleine gehen zu lassen. Zumal es um Tessa ging.

Ihre Gefangenschaft war keine Lapalie und wir allesamt waren bereit, für ihre Freilassung zu kämpfen.

Und nun war Moment gekommen. Die Expendables und Lilit LaCruze - Die Tochter des Bürgermeisters und dem Kopf der Nosa Costra- standen sich bei Dämmerung gegenüber. Um uns herum der dichte Wald; die ohrenbetäubende Stille und der glasige See, der augrund seiner sauberen Erscheinung und der stillen Atospäre schon immer eine Scharr von Besuchern anlockte.

Schon früher, als ich noch Kind war, verbrachte ich meine freien Tage gerne hier am See. Dieser Ort schien mich zu beruhigen, mich zu trösten....

Ich verbiss mir ein ironisches Lächeln. Ruhe, Trost...Keine passenden Ausdrücke, um das zu beschreiben, was gerade durch meinem Kopf ging.

Ich schluckte den Zorn herunter und lenkte meine Aufkerksamkeit auf das Hier und Jetzt.

"Lassen wir die Spielchen, Lilith." , sagte Barney und trat einen großen Schritt vor. "Ich bin gekommen. Was also sollte mich davon abhalten, dir eine Kugel zu verpassen?"

Noch eine Tatsache, die mich verwunderte. Lilith war alleine gekommen; ohne Beistand und ohne Beschützer. Sie war praktisch verwundbar.

Das Mädchen grinste uns verschwörerisch an und kam uns ebenfalls näher. Automatisch versteiften sich meine Glieder. Wenn mich eines die Erfahrung lehrte....Dann war es, dass Lilith ohne Zweifel immer einen Trumpf aus den Ärmel ziehen konnte. Sie war so unberechenbar, das es fraglos riskant war, ihr gegenüber zu stehen.

"Hm..." , säuselte sie. Meine Augen lenkten sich auf das kleine Ding in ihren Händen. Eine Art Fernbedienung? Mein Herz zog sich zusammen, als eine Vorahnung mich überkam. "Nun, ich habe deine Tochter, Barney.", fuhr sie gleichmütig fort: "Und solltest du vorhaben, mir zu schaden, werde ich ganz einfach den hübschen roten Knopf drücken und mein Freund wird das Leben deiner Tochter ein Ende setzen"

Ein abscheuliches Lachen zeriss die Luft: "Dachtest du, ich wäre so dumm und würde unvorbereitet an die Sache herangehen? Du würdest Augen machen, wenn du wüsstest, welche Kaliber ich noch im Kasten habe"

Ihr Grinsen war so abschreckend und finster gleichermaßen, dass mich der Wunsch heimsuchte, es ihr aus dem Gesicht zu schlagen. Sie war das mit Abstand grausamste Mädchen, dass ich kannte und ich verfluchte mich jeden beschissenen Abend dafür, sie so nahe an mich herankommen gelassen zu haben.  Ich war sogar soweit zu sagen, dass mehr zwischen uns hätte sein können, als nur eine einfache Nacht.

Unbewusst drang ein Knurren aus meiner Kehle.

Sie hatte mich belogen. Mich ausgenutzt.....

Stopp! schalte ich mich. Um Fassung ringend schaute ich zu Barney und bemerkte sein vor Wut verzerrtes Gesicht. Ich schaute mich in der gesamten Gruppe genauer um und erkannte die gleichen Ausdrücke. Sie...nein! Wir alle waren stocksauer!

"Genug"  Barney erhob seine Stimme. Seine Augen glimmten den unausgesprochen Hass. "Was willst du?"

Lilith' Grinsen erstarb. Sie nahm einen langen Atemzug und ging rückwärts einen Schritt zurück.

"Ich will dir einen Deal vorschlagen", sagte sie zu Barney.

Stirnrunzelnd warf ich einen Blick zum Boss, dem die selbe Skeptzis auf der Stirn stand.

Gehe niemals einen Deal mit dem Teufel ein, ging es mir durch den Kopf. Was in Anbetracht der Umstände keine sonderlich schlechte Idee war.

"Einen Deal?", kam es langsam über Barneys Lippen. Seine Augen waren zu Schlitzen verengt.

"Ja" , stimmte das Mädchen besonnen und lächelnd zu. "Du bekommst deine Tochter unbeschadet zurück. Zusammen werdet ihr ein schönes Leben haben und eine gesunde Vater-Tochterbeziehung pflegen. Im Gegenzug verlange ich Imunität."

Diesmal war es Lee, der sich irritiert zu Wort meldete.

"Imunität?"

Lilith seufzte, als würde ihr das Fragespiel allmählich auf den Geist gehen.

"Ja" , wiederholte sie und verdrehte die Augen, bevor sie Barney anschaute und langsam sagte: "Ihr werdet euch von St. Spreengs verabschieden und für immer eure Finger aus unseren Geschäften lassen. Verstanden?"

Es sollte ein Schock sein. Doch für mich war es nur eine Bestätigung zu meiner schon langen angestauten Vermutung. Sie wollte uns loswerden, wollte, dass wir ihnen keine Bedrohung mehr waren und durch Tessas Entführung, gingen eie den ersten und durchdachten Schritt.

Eine eisige Stille legte sich um den See.

Sekunden verstrichen, bis Lee vor Verärgerung auflachte und sie mit giftigen Blicken betrachtete.

"Was? Wir sollen euch und eure grausamen Machenschaften einfach ignorieren? So tun, als wäre das alles bedetungslos?" Wieder ein hurmorloses Lachen; gefolgt von einen heftigen und entschiedenen Kopfschütteln. "Damit ihr weiterhin Menschenleben zerstören könnt?"

"Genauso habe ich es ausgedrückt!"

Lilith' Lächeln verlor keine Spur. Ganz im Gegenteil. Sie schien äußerst vergnügt zu sein.

Wäre der Umstand anders; wäre sie nur ein normales Mädchen, würde mich ihr Selbstvertrauen beeindrucken. Doch anscheinend waren Hemmungen in ihren Geschäft verboten.

"Wie kannst du es wagen?!", knurrte Barney.

"Nein", spuckte das Mädchen; ihre Augen bedrohlich zu Schlitzen verengt, kam sie einen gezielten Schritt auf uns zu. Ihre Stimme war so schneidend, dass ich für eine Sekunde wie betäubt war.
"Wie könnt ihr es wagen? Das hier ist kein Spiel meine Herrschaften. Das hier ist Realität und ihr nehmt euch einfach Recht, eure Finger in Angelegenheiten zu stecken, die euch durchaus das Leben kostet. Ihr spielt mit dem Feuer, Jungs. Und ihr seid dem in keinster Weise gewachsen."

Sie atmete tief und lange durch und setzte dann wieder ihr falsches Lächeln auf.

"Also Barney.", sagte sie und drehte sich lässig zu ihm um. "Entscheide dich! Deine Tochter oder das Leben der Menschen"

Barney hielt ihren Blick ruhig Stand und schwieg. Es war, als würde er die Situation vollkommen im Griff haben und zugegeben, es beruhigte mich. Wenn die Entscheidung auf mich lasten würde - Tessa oder das Leben der Menschen von St. Spreengs, ich würde mit Sicherheit durchdrehen. Zudem war Tessa seine Tochter; sein Schatz, den er stets hütete.

Sekunden verstrichen. Mein Herz klopfte mir bis zum Hals, die Aufregung war kaum noch auszuhalten.

Dann endlich, seine Worte.

"Deinen Worten alle Ehre, Lilith" , sagte er seelenruhig und schaute geradewegs in ihre erwartungsvollen Augen. "Aber es war dumm, alleine herzukommen und solche Forderungen zu stellen. Ich werde mich niemals gegen meine Tochter entscheiden, doch genauso wenig, kann ich es verantworten, das Leben der Bürger zu riskieren. "

UN-BE-ZAHL-BAR!

Lilith' Züge entgleisten wie ein Zug und für einen Moment empfand ich große Genugtuung. Mit dieser Entscheidung, war für sie alles aus den Ruder gelaufen, doch abwarten, wie sie gleich auf unsere Überaschung reagieren würde.

Still und heimlich zauberte sich ein Lächeln auf meinen Lippen.  

Barney trat einen weiteren, größeren Schritt auf sie zu und zu meinem Erstaunen wich sie zurück.

"Scheisse, oder?", sagte Barney grinsend und zog seine Pistole aus dem Holster. "Ich werde dich und deinem Vater zeigen, was es bedeutet, mich wütend zu machen. Darauf kannst du Gift nehmen, Kleines. Los, Männer"

Und das Zeichen genügte uns. Wir zogen unsere Waffen und richteten sie geradewegs auf Lilith; bereit zu schießen.






Lilith LaCruze


Zugegeben, seine Entscheidung kam überraschend, doch....

Dachte sie allen Ernstes, ich würde mich so leicht geschlagen geben?

Dachten sie tatsächlich, ich - Lilith LaCruze, wäre so leicht aus dem Konzept zu bringen?

Dass mich ihr heimtückisches Reagieren auch nur eine Sekunde lang schockieren würde?

Ich blickte die Männer nacheinander in die Augen und ganz langsam, um den selbigen Triumph auszukosten, verzogen sich meine Lippen zu einem böshaften Lächeln.

Barney stutzte, und auch die Blicke der anderen, gerieten ins Wanken.

"Oh Barney", säuselte ich mit sanfter Stimme. Beudauernd schüttelte ich den Kopf. "Das war sehr, sehr dumm".

Und dann passierten mehrere Dinge auf einmal.

Ethan und Hector traten aus dem Wald; die Mündung ihrer Kaliber auf die Expendables gewandt.

Die Stille rund um den See wurde von einem leisen aber bedrohlichen Klicken durchbrochen und nur eine Sekunde später ragten Läufe aus dem dichten Büschen und richteten sich zielbewusst auf die Expendables. Beim genaueren Hinsehen, bemerkte ich, es handelten es sich um 20 versteckte Scharfschützen. Beachtliche Leistung, Hector! Sehr beeindruckend.

Aus der Ferne vernahm ich Motorengeräusche. David war samt seinem Auto gekommen, um uns falls nötig aus der Gefahrenzone zu bringen.

Lächelnd und schulterzuckend drehte ich mich zu Barney.

Er sah keinesfalls begeistert aus.

"Ich habe doch schon gesagt, dass ich einige Kaliber im Kasten habe. Ich brauche den Jungs - Die  nebenbei bemerkt an jeder Ecke sind- nur ein Zeichen geben und schon sind ein paar hübsche  Löcher in euren Köpfen."

"Was ist los, Lilith?"  Ich schaute zu Lee, der mich wütend anschaute. "Bist du zu feige um dich uns alleine zu stellen?"

Lachhaft!

"Feige?"  Amüsiert zog ich meine Augenbrauen hoch, rührte mich jedoch kein Stück.     "Nein, nur vorsichtig. Also Barney? Ich gebe dir eine letzte Chance, dich richtig zu entscheiden!"

War ich nicht gütig?

Trotz, dass Barney und seine Leidensgenossen es wagten, mich anzugreifen, bot ich ihm eine letzte Gelegenheit seine Entscheidung zu überdenken.

Und diese sollte er gründlich überdenken. Hier stand das Leben seiner Tochter auf dem Spiel, seines eigen Fleisch und Blutes und sollte er denken, ich würde bluffen, so würde ihm seine Vermutung noch Leid tun.

Ich ballte meine Hände zu Fäusten, als noch immer keine Worte über seine Lippen kam. So langsam wurde ich das Warten Leid. Verdammt! Sie war seine Tochter und laut Tessas Erzählungen, war er ein grandioser Vater. Wo bleibt dann seine verfluchte Courage?

Ich verzog wütend das Gesicht und wollte gerade nach vorne treten, als ein Schuss ertönte und ein warmer Luftzug meine Wange streifte.

Wie gelähmt blieb ich stehen, während sich alles um mich herum zu Chaos verwandelte.

"NIMMT IHNEN DIE WAFFEN AB"  , hörte Hectors aufgebrachte Stimme. "SOFORT"

Soldaten stürmten aus den Wald, hezten auf die Expendables zu und rissen ihnen unter lauten Schreien die Waffen aus den Händen. Grob wurden die Männer auf den Boden gestemmt und ihre Arme brutal auf den Rücken gedreht. Unter Schmerzen keuchten sie auf, doch ihre enttäuschten und zugleich wütenden Blicke ruhten auf mich.

Und da realisierte ich es.

Nur um eine Haaresbreite hatte mich Ceasers Kugel gestreift. Nur ganz knapp entkam ich einen tödlichen Kopfschuss.

"Lilith? Bist du verletzt?" Ethans Finger strichen meine Haare aus dem Gesicht und er schaute sich besorgt die Wunde an.

Geistesabwesend brachte ich ein leichtes Nicken zustande und schob ihn kurzerhand zu Seite, um Barney in seine Augen zu schauen.  

Es war nur ein Kratzer, doch ich war wütend.

"Nun, Barney.", sagte ich emotionslos. " Ich werte deine Handlung als Entscheidung"

"Nein", knurrte er und versuchte sich aus dem festen Griff zu befreien. Doch der Soldat ließ ihn keine Gelegenheit und drückte ihn noch fester auf dem Boden.

Ich schenkte ihn einen letzten herablassenden Blick, dann drehte ich mich um und ging zum Auto, Ethan und Hector folgten mir schweigend.

"Solltest du ihr nur ein Haar krümmen, werde ich-"

"Ich richte Tessa deine Grüße aus", war alles was ich dazu sagte, ehe ich aus seinem Blickfeld verschwand.

Die Entscheidung war gefallen.






Tessa Ross


Meine Augen drohten immer wieder zuzufallen, und es brauchte meine ganze Selbstbeherung nicht auf Stelle einzuschlafen.

Gott! Ich war so müde, so elend müde. Ich hatte das Gefühl, eine Woche lang durchschlafen zu können oder sogar 2. Sobald ich wieder Zuhause war, würde ich einfach nur noch duschen gehen, etwas ordentliches essen und dann schlummern wie ein Baby.

Ich lächelte bei den Gedanken. Ein warmes Gefühl tobte in meinen Magen.  

Das war auch der Grund, warum ich so wacker gegen meine Müdigkeit ankämpfte: Ich würde heute Abend wieder Zuhause sein; ich konnte es kaum noch abwarten.

Als die Tür sich zu meinem Gefangenenzimmer öffnete, blickte ich mit pochenden Herzen auf. Ein mir fremder Mann schaute lächelnd auf mich herab. Er schien kaum älter als Hector zu sein; sein Haar war braun, seine Statur war schlacksig und er trug eine modische Brille. Doch seine Augen glänzten so seltsam auf mich nieder, dass mir schlagartig kalt wurde.

Reflexartig verschränkte ich meine Arme und rieb meine Schultern.

"Hallo, meine Hübsche. Hast du gut geschlafen?", sagte er im fröhlichen Plauderton.

"Wer sind Sie ?"

Der Junge schenkte mir ein strahlendes Lächeln und entblösste seine weißen, gepflegten Zähne. Mein Magen zog sich unangenehm zusammen.

"Oh, ich bin ein Freund von Lilith."

Ah. Hat Lilith Sie geschickt um mir zusagen, das ich gehen kann" , fragte ich hoffnungschöpfend.

Doch in meiner Euphorie bremsend, sank ich in mich zusammen, als Ian hurmorlos auflachte. Sein Lachen war so grausam, dass mich unendliche Furcht packte. Als unsere Blicke sich trafen, sagte er:

"Die Verhandlungen sind fehlgeschlagen"

In den ersten Sekunden, nachdem er diese Worte ausgesprochen hatte, konnte ich ihn nur anstarren. Kein Laut drang über meine Lippen. Ich konnte nicht einmal atmen.

Die Verhandlungen sind fehlgeschlagen?

Bedeutete das, dass Barney sich-?

""Nein", brachte ich mühesam hervor, obwohl ich noch immer das Gefühl hatte, den Boden unter den Füßen zu verlieren.

Nein! Nein! Nein!

"Oh doch, Liebes. Dein Vater hat sich gegen dich entschieden, was allerdings nicht anders zu erwarten war", höhnte er säuselnd. Wutschnaubend ging er im kleinen Raum auf und ab. "Wie oft habe ich Lilith eingeredet, es wäre eine absurde Idee. Aber immer wieder beteuerte sie: >Nein! Es wird schon klappen< Dabei war ich von Anfang an dafür, dich einfach um dein jämmerliches Leben zu bringen. Wer sollte dich schon vermissen, Hm? Dein Vater scherrt sich anscheinend einen Dreck um dich!"

Seine Worte trafen mich und ich keuchte vor Schmerzen auf. Irgendwas war bei der Verhandlung schief gegangen; mein Vater würde sich niemals gegen mich entscheiden. Genau! Irgendwas war faul.

"Aber, in Anbetracht der Lage..." Ians Stimme verstummte und ich hob meinen Blick und es raubte mir die Luft zu Atmen.

Seine hungrigen Augen glitten über mein Körper. Über meine Beine, zu meinen Hüften, zu meinen Brüsten und schließlich zu meinen Augen.

"Lilith wird dich sowieso umringen", raunte er. "Warum sollte ich mich dann nicht noch ein bisschen amüsieren können"

"Nein"

Schützend legte ich meine Arme um die Beine und rückte noch etwas näher an die Wand. Ein heftiger Stromschlag durchlief meine Glieder, als er grinsend und langsam auf mich zukam.

"Bitte", flehte ich und krabbelte hysterisch in eine Ecke.

"Was bringt das schon, Kleines. Dir wird es bestimmt Spaß machen"

Ich schrie auf, als seine rauen Finger mein Gesicht umfassten und er mich zu einem ungestümen Kuss heran zog. Seine Lippen waren grob, fest und einnehmend. Der Kuss schmerzte, ich empfand mit jeder Faser Ekel und alles in meinem Körper spannte sich an und ich versuchte ihn Vergeblich von mir zu drücken.

"Oh Baby", hauchte er zwischen meinen Lippen. "Deine Versuche dich zu wehren turnen mich regelrecht an"

Tränen der Verzweilung rannen über meine Wangen; ich schmeckte sie, den Salz auf meiner Zunge und schluchzte auf. Dann...endlich ließ er von mir ab.

"Keine Sorge", sagte er verschwörerisch. "Ich werde sanft sein"

"Nein!"

Ich stöhnte vor Schmerzen auf, als er meine Beine zu sich heran zog und mein Kopf auf den kalten Boden geschlagen wurde. Ich blinzelte hilflos und benommen und rang mühesam um Atem, während ich aus gläsernden Augen zu Decke empor starrte. Nur wage realisierte ich, wie Ian meine Beine um seine Hüfte spreizte, dann hörte ich ein Geräusch; das Geräusch eines geöffneten Reissverschlusses und ein grausames Lachen.

Oh, mein Gott. Ich schloss wimmernd die Augen. Seine Hände fuhren bereits über mein Hosenbund. Das ist es. Das ist das Ende.

Dann schien der ganze Raum zu explodieren. Lautes Krachen ertönte, gefolgt von polternden Schritten und wildem Geschrei. Ian wurde von mir weggerissen.

Rasch setzte ich mich auf und brüllte: "Hector!"

Aber es war nicht Hector. Es war Lilith, und Sie sah verdammt wütend aus.






Lilith LaCruze


"Idiot", fauchte ich, als Ian sich duckte und zurück wich. Bedrohlich setzte ich ihm nach. "Was ist dein verdammtes Problem? Ich habe dir schon tausend Mal gesagt, dass Tessa für deine Triebe nicht zu haben ist"

Eine Welle des Zorns packte mich. Wie konnte es nur den bloßen Versuch wagen Tessa zu Missbrauchen? Wir waren die Nose Costra, durchaus für Gewaltverbrechen verantworlich und in Munde aller sogar recht brutal und unberechenbar, doch Vergewaltigung war eine Sache, die absolut gegen mein Verständnis lief.

"Sie hat mich doch angefleht", versuchte er sich zu verteidigen und hielt sich seine blutende Nase.

"So?" Ich zog eine Augenbraue hoch und sah zu Tessa. Sie verstand meine unausgesprochene Frage und schüttelte heftig blinzelnd den Kopf.

Die Arme in die Hüfte gestemmt, schaute ich zu Ian. "Keine Frau würde dich anflehen, Ian", schnaupte ich. "Sie müssen schon mächtig unter Drogeneinfluss stehen, um dich überhaupt anzufassen."

"Daran habe ich meine Zweifel", keuchte er und kam auf die Beine. Mit schmerzverkrampften Gesicht sah er in meine Augen.

Abwertend schüttelte ich den Kopf über sein Benehmen. Ian war schon immer ein notgeiler, von sich eingenommener Mensch. Schon, als ich noch ein kleines, unverdorbenes Mädchen war, versuchte er permanent mich zu verführen. Einfach ekelerregend.

"Verschwinde" Meine Stimme war leise, aber sie war gefährlich.

Ian verstand meine stumme Drohnung und setzte sich in Bewegung. Kaum berührte sein Fuß den Gang, drohte ich: "Wenn du es noch einmal wagen solltest, ein Mädchen, ob Tessa, meine Schwester oder ein vollkommen fremdes gegen ihren Willen zu nötigen, werde ich dich umbringen"

Und das war mein purer Ernst!

Schon viel zu lange, habe ich seine Spielchen schweigend ertragen. Mag schon sein, dass er eine bedeutende Rolle für meinen Vater und seine Geschäfte spielte, doch für mich war Ian durchaus ersetzbar. Niemand brauchte ihn. Niemand mochte ihn. Weder ich, noch Hector, noch Ethan, der ihn aus irgendeinen Grund noch mehr zu hassen schien.

Als er verschwunden war, wandte ich mich seufzend an Tessa.

"Alles in Ordnung?"

Sie saß zusammengekauert in einer Ecke, Tränen rollten über ihre geröteten Wangen und ihre Schultern bebten von den unablässigen Schluchzen. Nur mit Mühe brachte sie ein leichtes Nicken zustande.

"Gut", sagte ich und schaute sie stirnrunzelnd an.

Ob sie schon wusste, das Barney und seine Truppe den Deal abgeschlagen haben?

Bestimmt! Und ich brauchte kein Phsychologin zu sein, um zu wissen, was ihr durch den Kopf ging. Sie fühlte sich elend, verraten von den eigenen Vater und furchtbar alleine. Aber das gute war, dass Hector noch eine längere Zeit ihre Gesellschaft genießen durfte.

Hector! Verdammt!

Wieder kam ein Seufzer über meine Lippen und ich schaute abwesend zum Fenster.

"Hector scheint einen Narren dich gefressen zu haben", stellte ich nach einer Weile fest. "Du gehst ihm unter die Haut"

Tessa zögerte. Dann sagte sie schwach. "Ich mag ihn. Auch wenn das schwer zu glauben ist"

"Schwer zu glauben?", wiederholte ich und ein kleines Lächeln umspielte meine Lippen. "In der Tat. Aber Hector hat ein reines Herz, was viele in dem Geschäft verloren haben"

Ich schloss für einen Augenblick meine Augen und dachte an die zahlreichen Geschichten mit Hector zurück. Im Laufe der Jahre und der absoluten Emotionslosigkeit schaffte er es dennoch, mich am Leben zu erhalten. Er war niemals nur ein Partner; er war ein wahrer Freund.

Ich öffnete meine Augen und atmete tief durch. Es war Zeit ihm genau das wiederzugeben, was er all die Jahre mir gegeben hatte.

Ich ging vor Tessa in die Hocke und begenete ihren ängstlichen Blick. Sie war ein ganz normales Mädchen, mit ganz normalen Wünschen und Träumen. Warum ausgerechnet sie dazu auserkohren wurde, den ganzen Scheiss über sich ergehen zu lassen, war fragwürdig. Sie war bestimmt ein nettes Mädchen, half anderen stets und baute sie auf. Sie würde bestimmt eine liebe ehefreu und eine perfekte Mutter abgeben, wenn-

Ja! Was wenn?

"Was hast du vor?", hörte ich Tessas schüchterne Stimme.

Ich presste die Lippen zusammen; kämpfte gegen meine innere Stimme, die unaufhörlich schrie: >Dein Vater wird dich büßen lassen, vergiss es. Lass sie sterben< und gewann den Kampf.

Ich senkte meinen Kopf.

"Geh", sagte ich leise aber verständlich.

Ich hörte Tessa erschrocken nach Luft schnappen. "Was? Ich dachte mein Vater-"

"Seine Entscheidung ist unwichtig", unterbrach ich sie forsch. "Dein Vater hat seine Prinzipien, verstanden? Er kann sich nicht gegen die Menschen entscheiden, ohne dass ihm das schlechte Gewissen zerfressen wird. Und er kann sich nicht gegen seine Tochter entscheiden, ohne dass es ihm umbringen würde. Du hast Glück, so einen Vater zu haben. Er kämpft für das Gerechte und stellt seine eigenen Prioritäten in den Hintergrund. Wirklich bewundenswert!"

Tapfer lächelnd reichte ich ihr meine Hand und half ihr auf die Beine. Noch immer sah sie mich geschockt an. Als würde sie gleich erwarten, in eine Falle zu tappen. "Und jetzt verschwinde", sagte ich mit Nachdruck in der Stimme und deutete auf die Tür.

Als sie sich noch immer nicht regte, lachte ich sanft auf und schob sie zum Ausgang. "Verschwinde schon Tes",bewusst sprach ich ihren Spitznahmen aus. "Genieß die Zeit mit deinen Vater"

Und als sie sich endlich in Bewegung setzte und ihre schlappen Füße, sie zum Ausgang führten, blieb sie ein letztes Mal stehen und drehte sich um.

Mit Tränen in den Augen, sagte sie : "Danke Lil"

Ich lächelte sie an und als sie schlussendlich verschwunden war, ließ ich mich erschöpf an der Wand zu Boden sinken. Was für ein Tag!
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