Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Bis der Tod uns eint

von Sky Luke
Kurzbeschreibung
KurzgeschichteAllgemein / P6 / Gen
Lyra Mary Malone Pantalaimon Serafina Pekkala Will
24.11.2013
24.11.2013
3
1.786
5
Alle Kapitel
4 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
 
24.11.2013 823
 
Farder Corams Herz hätte für einen kurzen Moment ausgesetzt, wenn es nicht bereits aufgehört hätte zu schlagen vor langer Zeit. Doch die Nachricht die „Sanfter Flügel“ zu der kleinen Gruppe, ja was waren sie eigentlich, Menschen trug, wärmte sein Innerstes. Lyra, Will und Serefina waren auf den Weg zur Insel der Toten. Alle drei wurden über das Wasser gebracht, für ihr letztes Treffen.

Er rappelte sich auf und suchte Mary, die kluge Wissenschaftlerin die beinah schon so lange wie er selbst auf die Drei wartete. Es fühlte sich an wie eine Ewigkeit, welche die Beiden bereits hier unten verbracht hatten und wiederrum nur wie ein Tag. So lange hatten sie die Gesellschaft des Anderen genossen und gemeinsam mit den Harpyen den Geschichten der Verstorbenen gelauscht. Mary´s Mann war am Anfang auch dabei gewesen, George wenn er sich richtig erinnerte. Es hatte einige Zeit gebraucht bis die Beiden zusammen mit „Sanfter Flügel“ ihm die ganze Geschichte erzählt hatten, ehe Mary ihn kennen gelernt hatte. Anfangs hatte er ihr nicht glauben wollen, doch mit der Zeit hatte er die Wahrheit erkannt. Er war bereits durchs Fenster gegangen, die lange Wartezeit war ihm zu viel gewesen und er hatte sich nach Frieden gesehnt. Farder Coram war dabei gewesen als die Beiden sich vorm Fenster verabschiedet hatten und Mary ihm versprach, sobald sie ihm nachfolgte seine Atome zu finden und ihn niemals loszulassen. Sie hatte diese Worte von Lyra behalten und die Vorstellung gefiel ihnen allen. Sobald sie diese, nun wahrlich letzte Reise, antraten, würden sie ewig im Kreis geliebter Freunde durch die Welten kreisen und Leben sein.

Dann entdeckte er Mary in der Menge der anderen Menschen und winkte ihr zu. Scheinbar hatte „Sanfter Flügel“ ihr schon die Nachricht gebracht, denn sie rauschte an ihm vorbei und ergriff im Vorbeigehen seine Hand. Ehe er wusste was mit ihm geschah hechteten die Beiden bereits zur Anlegestelle, über ihnen die Harpyien die Lyras und Wills Rückkehr kaum erwarten konnten. Als sie endlich am Ufer ankamen sahen sie die Drei bereits, die ihnen aus der Ferne zuwinkten. Nie zuvor war jemand so glücklich auf die Insel der Toten gekommen und niemals wieder würde jemand so voller Glück die Insel betreten wie diese Drei.  

Als ihre Füße endlich den festen Boden berührten, fiel man einander in die Arme. Die Freude war unbeschreiblich, man drückte und küsste sich, wie es nur die innigsten Freunde tun konnten die sich so lange nicht gesehen hatten. Lyra und Will glühten am meisten, so lange hatten sie auf den jeweils anderen gewartet nur um jetzt endlich vereint zu sein. Nachdem die erste Euphorie ruhiger Freude gewichen war, setzte sich die kleine Truppe auf den Boden und erzählten wie es ihnen ergangen war. Lyra kuschelte sich an Will, fühlte sich glücklich in seinen Armen, während sie berichtete, wie sie ein eigenes College gründete und sich ganz dem Studium des Aletheometer widmete. Will erzählte von seinem Medizinstudium, seiner Tätigkeit als Arzt und über die vielen Leben die er gerettet hatte. Serefina von den Wäldern der Hexen und so ging es weiter. Je mehr sie erzählten, desto mehr Harpyen fanden sich um sie herum ein und auch viele Menschen setzten sich in den Kreis um den Geschichten zu lauschen. Als die Geschichten langsam ihrem Ende zugingen, zupfte ein kleines Mädchen an Lyras Arm und fragte sie, woher sie einander eigentlich alle kannten. Und ein letztes Mal erzählte Lyra die Geschichte des Staubes, sprach vom magischen Messer, von Engeln, Gallivespiern, Mulefas. Von ihrem Vater und ihrer Mutter, der Schlacht gegen den Himmel, von Liebe und vor allem vom Staub und dem Fenster aus der Unterwelt in die Welt der Lebenden. Das kleine Mädchen starrte sie mit offenen Mund an. Eine so unglaubliche Geschichte hört man bis zum heutigen Tag nichtmehr in der Unterwelt, doch die Harpyen berichten jedem den sie hier in Empfang nehmen von Will und Lyra und der Geschichte der Beiden.

Sekunden, Minuten, Stunden, Tage, Wochen, Jahre vergingen und die Freunde freuten sich an der Gesellschaft des Anderen. Doch jede Zeit muss irgendwann enden und irgendwann war es soweit. Gemeinsam, Hand in Hand traten sie die Reise zum Fenster an. Farder Coram und Serefina gingen als Erstes. Sie gaben sich einen letzten Kuss, ehe sie durch das Fenster stiegen und sich langsam auflösten. Mary folgte ihnen und jeder der ging, ging mit einem Lächeln dessen Ausdruck reinster Freude sich niemand entziehen konnte. Lyra und Will griffen einander bei der Hand. Lyra weinte vor Freude, Will drückte sanft ihre Handfläche an seine. Sie besahen noch einige Sekunden wie ihre Freunde sich auflösten, diesen wunderschönen Prozess, und wie sie eins mit der Welt und allen anderen Welten wurden. Sie sahen sich an. Beide nickten, sie wollten Pantalaimon und Kirjava wiederfinden, sie wollten für immer und ewig vereint sein. Bis zum Ende der Zeit, bis zum Ende aller Dinge, würde es nur noch sie und ihre Liebe geben. Dann machten sie gemeinsam den Schritt und vergingen im Licht.
Review schreiben
 
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast