Bis der Tod uns eint

von Sky Luke
KurzgeschichteAllgemein / P6
24.11.2013
24.11.2013
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Vorwort

Eine Geschichte die ich vor ein paar Jahren begonnen hatte und nun zum Ende bringe. Es ist meine Vorstellung davon, wie die ganze Triologie irgendwann ihren Abschluss findet. Ich hoffe sie gefällt euch ;)

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Serefina Pekkala schwebte über den Wolken und sah hinab auf ein Grab. Hexen werden, wie allgemein bekannt alt, sehr alt und eine menschliche Lebensspanne erscheint ihnen daher  nur wie eine kurze Zeit. Doch für Serefina war die Zeit noch schneller vergangen, die letzten Jahre waren ihr wie ein einziger Wimpernschlag vorgekommen. Sie wusste sie könnte noch für viele Jahre und Jahrzehnte weiterleben, genauso wie sie wusste, dass ihre Zeit heute ein Ende fand. Kaisa schwebte neben ihr in der Luft. Ein lautes Schweigen herrschte zwischen Beiden, denn jeder für sich wusste was nun kommen musste. Beide liebten und hassten einander dafür.

In der Ferne erschien eine Gruppe von Menschen, die sich mit dem kalten arktischen Winden abmühten und nur langsam vorankamen. Nur wenige Menschen hätten sich einfach so zum Grab von König Iorek Byrnison getraut, dem letzten großen Helden der Panzerbären. Doch dies waren auch keine gewöhnlichen Menschen, es waren allesamt Schüler und Schülerinnen des Belaqua-Colleges in Oxford. Sie trugen eine Urne mit sich, die letzten Überreste von Lyra. Eine Träne rollte von Serefinas Gesicht in die kalten Tiefen unter ihr und mit warmen Herzen führte sie sich einmal mehr vor Augen wie die kleine Lyra ihre Welt verändert hatte. Sie hatte das Aletheometer besser lesen gelernt als je ein Mensch zuvor und ein College in Oxford extra für diese besondere Kunst gegründet. Ihr restliches Leben lang hatte sie damit verbracht anderen Menschen das Nachzudenken beizubringen. Sie war nicht so glücklich gewesen wie sie es hätte sein können, doch zusammen mit Serefina und Iorek war das Leben doch insgesamt ein Schönes gewesen.

Dann war Iorek, der größte König der Panzerbären aller Zeiten, verstorben und hatte das Herz seiner Freunde in Trauer gestürzt. Lyra hatte bitter geweint, nicht wegen seines Todes, immerhin wusste sie ja was nach dieser Etappe des Lebens kam sie hatte es ja selbst erlebt, wie der Übergang geschnitten worden war. Nein, sie weinte aus Einsamkeit, denn außer Iorek war Serefina die Einzige, mit der Lyra das gemeinsam des Staubs jemals geteilt hatte. Es war ein Geheimnis, das sie niemanden hatten mitteilen können und das hatte es schwer gemacht in der Welt zu Leben. Sie hatte versucht Freundschaften zu schließen, doch ein Teil von ihr konnte sie nie offenbaren und so waren die Drei allesamt einsam Geblieben. Jetzt war auch Lyra verstorben und fand ihre letzte Ruhe neben dem Panzerbären. Zumindest in dieser Welt.

Stumm beobachtete Serefina wie die Menschen ihre Urne zum Grab des großen Königs brachten, innehielten um Lyra zu gedenken und sich dann auf dem beschwerlichen Rückweg zu machen. Im Gegensatz zu den Menschen trauerte die Hexe jedoch nicht um Lyra. Denn nur sie wusste, dass das Mädchen endlich das bekommen hatte, was sie sich immer gewünscht hatte. Im Tod alleine würde sie endlich Will wiedersehen. Ab und zu hatten sich die Beiden geistig durch die Welten berührt, doch die Kunst zwischen den Welten zu wandeln kostete selbst den Engeln Jahrtausende. Es war nie mehr als ein schwacher Trost gewesen und schnell war klar geworden, sie würden in ihrer Lebensspanne diese Kunst niemals meistern. Nun jedoch würden sie sich alle wiedersehen und Serefina wollte dabei sein. Doch es gab nur einen Fahrschein ohne Rückfahrticket. Ein letztes Mal blickte die Hexe zu Kaisa, ihrem besten Freund. Er verstand sie, er wusste, warum sie gehen musste. Es war das Richtige, das fühlten sie Beide.

Kaisa stürzte sich Serefina Pekkala von ihrem Wolkenkieferstab und in den Tod. Um einem letzten Versprechen beizuwohnen. Sie freute sich.
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