Time to be alive

von Kicky
GeschichteDrama, Romanze / P16
Jared Leto Shannon Leto Tomislav "Tomo" Milicevic
23.11.2013
18.03.2017
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4
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Halli Hallo,
dies hier ist meine erste 30STM - FF und ich bin auch noch relativ neu dabei, also seid nicht allzu streng mit mir ;) Es kann sein, daß ich das mit den ganzen Events, Daten usw. durcheinander gebracht habe, aber im Grunde spielt es ja auch keine Rolle, es ist schließlich eine Fan FICTION :D
Ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen!

Gruß,
Kerstin
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Dezember 2011

~Shannon~

Konzentriert blickte er durch den Sucher seiner Kamera, während er etwas ranzoomte und mit einer Hand die Bildschärfe am Objektiv einstellte. Das hektische Treiben der Menschen um ihn herum nahm er kaum noch wahr. Wenn er mit seiner Kamera unterwegs war und passende Motive gefunden hatte, die er unbedingt festhalten wollte, blendete er wirklich alles um sich herum aus und konzentrierte sich nur auf das, was er gerade vor sich sah, um es bestmöglich einzufangen. Die Fotografie war eine seiner beiden großen Leidenschaften, der er, wann immer er auch nur ein bißchen Zeit freischaufeln konnte, fröhnte und die er in vollen Zügen genoß.
Shannon drückte den Auslöser und und ein zufriedenes Lächeln tauchte auf seinen Lippen auf, als er sich das Foto auf dem Display der Kamera ansah. Perfekt. Er sah sich kurz um, ehe er ein paar Schritte weiterging und das nächste Motiv ins Visier nahm. Es war Vorweihnachtszeit in New York, es  waren noch 4 Tage bis Heiligabend, und überall hetzten Menschen in Geschäfte hinein, um auf den letzten Drücker Geschenke für Freunde und Familie zu besorgen, und um vollbepackt und mit leeren Geldbeuteln hinauszuhetzen. Es war wirklich jedes Jahr das Gleiche. Als wenn Weihnachten wieder einmal ganz unerwartet und ohne sich vorher anzukündigen vor der Tür gestanden hätte. Glücklicherweise kannte Shannon dieses Problem nicht. Er besorgte die nötigen Geschenke immer viel zu früh im Voraus und zudem hatte er sowieso nur seinen Bruder und seine Mutter zu beschenken, was alles extrem vereinfachte.
Deswegen konnte er seinen Ausflug in die Stadt hier in New York auch ganz entspannt genießen und seinem Hobby nachgehen. Die Hektik an sich störte Shannon auch nicht wirklich, da er diese Hektik von seinem eigenen Leben gewohnt war. Gerade deswegen genoß er es, sich eine kleine Auszeit zu nehmen und diese kleinen Szenen inmitten der Hektik der Großstadt einzufangen. Ein älteres Ehepaar, das Hand in Hand aus einem der Geschäfte kam und sich einen verliebten Blick zuwarf. Ein kleines Mädchen, an der Hand seiner Mutter, wie es vor Santa Claus stand und mit einem ehrfürchtigen Gesichtsausdruck zu ihm aufsah. Ein Baby im Kinderwagen, das beim Anblick der vielen bunten Lichter der Weihnachtsbeleuchtung über das ganze Gesicht strahlte und sein Händchen danach ausstreckte. Shannon liebte es, solche Momente und Szenen einzufangen. Momente, die in der Hektik normalerweise völlig übersehen wurden und Szenen, denen einfach niemand Bedeutung oder Beachtung zukommen ließ, weil jeder mit seinen eigenen Sachen beschäftigt war. Er liebte es überhaupt, Menschen zu fotografieren oder auch zu filmen. Es gab für ihn im Grunde nichts Interessanteres, das er fotografieren konnte, denn wobei hatte man schon die Möglichkeit, so viele verschiedene Motive zu finden, die eigentlich nur von einem einzigen Motiv, dem Menschen, stammten? Jedes Gesicht war anders, jede Mimik, jede Gestik. Shannon fand es einfach unheimlich faszinierend, diese verschiedenen Aspekte von verschiedenen Menschen einzufangen und die Schönheit in jedem einzelnen der Gesichter zu erkennen und hervorzuheben. Natürlich fotografierte er auch gerne Landschaften und Architektur, doch das war eben schon alles dagewesen und schon 1000 mal eingefangen worden. Was man bei den Menschen nicht sagen konnte.
Die Fotos, die er schoß, blieben zum größten Teil in seinem Besitz. Ab und an verkaufte er ein paar an Zeitungen und Magazine, aber des Geldes wegen brauchte er das eigentlich nicht zu tun. Hauptberuflich, wenn man es überhaupf als Beruf bezeichnen konnte, wenn etwas so sehr zum eigenen Leben gehörte, daß es schon sein Leben war, war er Drummer einer Band, die er 1998, also vor 13 Jahren, mit seinem Bruder Jared gegründet hatte. Zusammen mit dem Gitarristen Tomo Milicevic waren sie „Thirty Seconds to Mars“. Das Drummen war neben der Fotografie seine zweite Leidenschaft und er liebte es genauso sehr, wenn nicht sogar mehr. Es war auch die perfekte Art und Weise, eventuell aufgestaute Aggressionen loszuwerden. Jedes Mal, wenn Shannon einen schlechten Tag hatte oder mal wieder von dem fast schon krankhaften Perfektionismus seines Bruders angenervt war, setzte er sich hinter sein Schlagzeug, das er liebevoll „Christine“ genannt hatte, und ließ es an den Drums aus. Hinterher war er immer vollkommen entspannt und konnte seinem Bruder gegenübertreten ohne ihn in seinen begehbaren Kleiderschrank einschließen zu wollen, damit er mal seine Ruhe hatte. Wohlgemerkt ohne Jareds heißgeliebtes Blackberry, das auf wundersame Weise noch nicht an seinen Händen festgewachsen war.
Seine Art und Weise Aggressionen loszuwerden war wahrscheinlich auch der Grund, weshalb er gerade, wenn sie auf Tour waren, immer tiefentspannt war und sowohl von den Fans als auch von der Presse als jemand beschrieben wurde, der in sich ruhte und diese Ruhe auch ausstrahlte. Shannon selbst konnte dies nicht beurteilen, aber er hatte es schon oft gelesen, also mußte es wohl stimmen. Doch so sehr er das Bandleben und das Drummen auch liebte, er brauchte diese Zeit, in der er sich mit seiner Kamera davonstahl, diese Flucht aus dem stressigen Alltag, mochte sie auch noch so kurz sein. Manche brauchten ein ganzes Wellnesswochenende in einem 5 – Sterne – Hotel mit Massagen und allem Drum und Dran, während er einfach nur glücklich und zufrieden war, wenn er auf eigene Faust in den verschiedenen Städten, die sie besuchten, mit seiner Kamera losziehen konnte. Jared sah es nicht so gerne, wagte aber auch nicht, etwas dagegen zu sagen, da er wußte, daß er, Shannon, es brauchte. Außerdem war Shannon immer noch der Ältere und mußte sich von seinem kleinen Bruder nichts sagen lassen. Daß dieser nur läppische 21 Monate jünger war, spielte da keine Rolle.
Wie aufs Stichwort und kaum hatte Shannon den letzten Gedanken über seinen Bruder zuende gebracht, vibrierte auch schon sein Handy in der Hosentasche, um ihn daran zu erinnern, daß es langsam aber sicher Zeit wurde, zum Hotel zurückzukehren. Er hatte es sich angewöhnt, den Wecker zu stellen, damit er die Zeit nicht vergaß, wenn er mal wieder auf Fotojagd war. Es war ihm in der Vergangenheit mehr als einmal passiert und er hatte deswegen auch mehr als einmal fast Termine oder Flüge verpasst. Etwas, das er gerade heute nicht riskieren sollte, da sie am Tag zuvor das für dieses Jahr letzte Konzert gegeben hatten und sie zurück ins sonnige Los Angeles, also nach Hause, flogen und er mußte noch seine Sachen zusammenpacken und diese in den Van laden, der sie zum Flughafen brachte. Shannon freute sich darauf, nach der wochenlangen Tour endlich wieder nach Hause zu fliegen und er hoffte, daß es in Los Angeles wenigstens einigermaßen warm war, denn mit dem verschneiten Winter, wie es ihn beispielsweise in New York gab, konnte er sich so gar nicht anfreunden.
Seufzend schaltete Shannon die Kamera ab und verstaute sie in seiner Kameratasche. Ein kurzer Blick auf seine Uhr verriet ihm, daß ihm gerade noch Zeit blieb, sich einen Kaffee für den Weg zu besorgen. Zum einen, um sich von innen etwas aufzuwärmen und zum anderen, weil er ganz einfach ein Kaffeejunkie war. Er liebte Kaffee. Er vergötterte Kaffee. Er betete Kaffee an und wenn es die Möglichkeit geben würde, würde er Kaffee sogar heiraten. Ein Tag ohne Kaffee war für ihn schlichtweg undenkbar . Ein Glück für ihn, daß er nicht unweit von sich ein Starbucks entdeckt hatte, sein ganz persönliches Paradies.
Während er schnell eine Nachricht an seinen Bruder tippte, daß er so gut wie unterwegs zum Hotel sei, achtete er nicht darauf, wo genau er hinlief. Er verließ sich da ganz auf seine Nase, die ihn bisher immer zum Kaffee geführt hatte. Was jedoch in diesem Fall ein Fehler war, denn das Nächste, das er merkte, war ein relativ weicher Aufprall und Sekunden später heißer Kaffee, der sich auf seiner Hose ausbreitete. Ein Fluch entfuhr ihm und er machte einen Satz nach hinten, obwohl es natürlich längst zu spät war. Seine Hose war von oben bis unten nass und auch seine Schuhe hatten eine Kaffeedusche abbekommen. Glücklicherweise war es so kalt, daß ihn der heiße Kaffee nicht verbrannte, sondern gleich abkühlte, was jedoch ein ekeliges Gefühl auf seiner Haut hinterließ. Karamellduft stieg ihm in die Nase und er mußte trotz des unglücklichen Zusammenstoßes leicht grinsen. Dieser angenehme Karamellgeruch machte diese Situation irgendwie völlig absurd.
„Fuck, verdammt…“ hörte Shannon nun eine Frauenstimme fluchen.
Zum ersten Mal sah er auf, um zu sehen, wem er diese Kaffeetaufe überhaupt zu verdanken hatte und blickte in ein Paar wunderschöner, blauer Augen, die ihn mit einer Mischung aus Verärgerung und Entsetzen anstarrten.
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