The truth about Varia and Eve Part 1 - Die Unterirdischen

GeschichteDrama, Horror / P18 Slash
23.11.2013
23.11.2013
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Disclaimer: Alle Charaktere aus XWP gehören MCA/ Universal & Ren Pics, ich habe nicht vor mit dieser Geschichte irgendein Copyright zu verletzen, geschweige denn, das Ansehen der Charaktere bzw. der Darsteller. Es ist eine rein erfundene Geschichte, welche lediglich die Fantasie der Leser beflügeln soll.
Sexwarning: Im ersten Teil gibt es noch keine sexuell, graphisch dargestellten Handlungen, die Liebe zum gleichen Geschlecht wird jedoch angedeutet.
Violence/Gewalt: Es gibt ein hohes Maß an Gewalt in dieser Geschichte, welche teilweise detailliert beschrieben wird, deshalb sollte sie nicht unter 18 Jahren gelesen werden.
Anmerkung der Autorin:
Inspiriert wurde ich, als ich das erste Aufeinandertreffen von Eve und Varia in der Episode "Fast wieder daheim" sah. Wer die Folge gut kennt weiß, was mit Eve passiert, als Varia herausfindet, wer ihr da eigentlich gegenüber steht. Was viele aber nicht wissen ist, was danach wirklich geschah. Glaubt es oder nicht, was ihr hier lesen werdet. Die Geschichte spielt nach "Fast wieder daheim", sowohl nach "Blutrache" vor "Jagdzeit."
Auch diese Story enthält sehr viel Dialog. Ach und das ist keine üblich langweilige Amazonengeschichte.
Sie spielt zwar dort,(logisch) aber ab Staffel 6 ist die Struktur, Geschichte und Besetzung des Edlen Volkes mit viel Ernst und jungem, neuen Blut verknüpft und die erwachsene Eve trägt ihren Teil dazu bei, aber das wisst ihr ja. Das Thema Xena und Gabrielle wird hier mit angedeutet, sie sind ein fester Bestandteil dieser Geschichte, jedoch nicht die eigentlichen Hauptfiguren. Dies ist meine zweite Story. Ich hoffe ihr habt Spaß beim Lesen. Part 1 ist der erste Teil dieser Serie, ich werde nach und nach, alle Teile hier veröffentlichen.
Eure Blue :o)



The truth about Varia and Eve Part 1


*Die Unterirdischen*



"Vergangenes kann man nicht ändern, doch man kann sich für die Zukunft ändern, denn die Zukunft gehört denen die an ihre Träume glauben, weil einzig und allein die Liebe, nicht der Hass die Welt heilen kann. Man sollte nie vergessen, das die Liebe viele Gesichter hat, denn jeder Mensch begegnet einmal dem Menschen seines Lebens, aber nur wenige erkennen ihn rechtzeitig....."

Rückblick: Nachdem die Sache mit Ares ausgestanden war, verfügte Marga nach langer Diskussion, das Eve verschont werden sollte, sie dürfe jedoch niemals mehr das Land der Amazonen betreten. Sollte sie dies doch tun, würde sie mit dem Tode bestraft werden. Xena erklärte sich damit einverstanden und sie verließen das Gebiet von Artemis Kindern.

1 Jahr später

Die Nachricht kam plötzlich und mit höchster Dringlichkeit...

Die Sache mit Gurkan war gerade erst ausgestanden. Zurück in der Heimat war Gabrielle froh, wieder festes Land unter ihren Füßen zu spüren.

Ihr zufriedenes Gesicht ließ Xena schmunzeln, denn auch sie hatte das ewige Wasser und die Langeweile satt. Virgil hatte sich bereits, als sie den Steg verließen, verabschiedet. Zu oft bei Gabrielle, wie Xena fand. Dreimal hatte er sie in den Arm genommen und es schien, als wolle er gar nicht gehen oder Gabrielle bitten, mit ihm zu kommen. Xena wusste um die Gefühle, die er für sie hatte. Er sprach es nie offen aus, doch sie sah es an seiner Mimik und Gestik. Sie fragte sich, ob Gabrielle es auch wusste...

Manchmal erwischte sie sich dabei, wie sie die Beiden beobachtete und sich fragte, in wie weit die Beziehung zueinander war, sofern man das Wort Beziehung überhaupt benutzen konnte. Doch das erste Mal konnte sie ihre langjährige Weggefährtin und Freundin nicht richtig einschätzen.

Die gesamte Gruppe hatte beschlossen, Sarah zu ihrer Mutter, Gabrielles Schwester zu bringen und dann weiterzureisen. Lila hatte geweint vor Freude, als sie endlich ihre Tochter in den Arm nehmen konnte. Sie blieben die Nacht und zogen am Morgen weiter. Eve war sehr ruhig, seit sie aus Mogador zurück waren. Xena war das nicht verborgen geblieben. Eve wurde ständig mit ihrer brutalen Vergangenheit konfrontiert, doch Xena wusste, dass ihre Tochter darüber reden würde, wenn sie bereit dazu war.

Das Geräusch trabender Pferdehufe riss alle aus ihren Gedanken, Eve sah hochkonzentriert in die Richtung. Da leichter Nebel über dem Waldstück lag, dauerte es eine Weile bis man die verschwommene Silhouette eines Pferdes erkennen konnte.

Es näherte sich langsam und bedächtig, doch eine plötzliche Bewegung auf dem Rücken des Tieres, ließ sie aufmerksam werden. Es hatte den Anschein, als würde der Reiter Mühe haben, sich auf dem Pferd zu halten. Abrupt hielt es in der Bewegung inne und verlor die Person, die hart auf dem Waldboden aufschlug.

Fast gleichzeitig gaben alle ihren Pferden die Sporen...

Eve erreichte das Mädchen zuerst. Sie gab kein Lebenszeichen von sich, sowohl Xena als auch Gabrielle erkannten sie als eine Amazone, ein sehr junges Mädchen höchstens 16 Jahre alt. Sie hatte tiefe Kratzspuren an Armen und Beinen und schien viel Blut verloren haben. Eve kniete sich neben das Mädchen und hob behutsam ihren Kopf an.

"Gabrielle! Gib mir den Wasserschlauch, schnell!"

Vorsichtig, ließ sie die klare Flüssigkeit in den Mund des Mädchens laufen, als dieses kurz darauf mit einem tiefen Stöhnen hochschreckte. Entsetzt und mit ängstlichen Augen sah sie Eve an.

"Es ist alles in Ordnung, du bist in Sicherheit.", versuchte sie das völlig verstörte Mädchen zu beruhigen.

"Bist du... bist du Xena?", fragte sie mit brüchiger Stimme.

Xena hatte sich nun ebenfalls neben Eve gekniet und sah auf die junge Amazone herab.

"Ich bin Xena."

"Bitte... du musst... die Amazonen. Wir wurden angegriffen... du musst sofort ins Tal... bitte!!"

Ihr Kopf sackte zurück...

Gabrielle hatte die Szene mit Schrecken verfolgt und blickte Xena aufgeregt an.

"Sie ist sehr schwach aber sie lebt, ich kümmere mich um sie, ihr solltet so schnell wie möglich zu den Amazonen aufbrechen.", sprach Eve ohne aufzusehen.

Xena sah kurz zu Gabrielle, die ihr schnell zunickte.

"Gut. Wir kommen zurück zu dir sobald wir können."

"Mutter... ich komme gut zurecht und kann auf mich selbst aufpassen.", Eve lächelte sanft, "... los! Geht schon!"

(xxx)

Sie ritten schnell, gönnten sich keine Pausen und erreichten die Grenze zum Amazonengebiet.  Xena fiel sofort der schwere Geruch auf, der in der Luft lag.

"Xena?", Gabrielle sprach leise.

"Pssst, hörst du das nicht?"

Gabrielle lauschte angestrengt.

"Nein, ich kann nichts hören..."

"Das ist es ja eben... es ist absolut still."

"Was kann das bedeuten? Und wonach... riecht es hier?", Gabrielle hielt sich die Hand vor die Nase, während Xena ihre in die Höhe reckte.

"Das ist der Geruch des Todes. Er ist mir von früher sehr bekannt. Nach einer großen Schlacht mit vielen Toten oder Verwundeten, roch es nach einigen Stunden so. Es ist eine Mischung aus Blut, verwesendem Fleisch und Exkrementen.", Gabrielle fröstelte innerlich, "... doch diese Stille. Oft ist sie ein Zeichen dafür, dass irgendjemand oder irgendetwas in der Nähe ist. Etwas Gefährliches. Was es ist kann ich nicht noch nicht sagen, doch wir sollten uns beeilen..."

Je näher sie dem Dorf kamen, desto beißender wurde der Geruch. Xena spürte das Gefahr im Verzug war, konnte fühlen, dass sie nicht alleine waren. Kaum hatte sie ihre Gedanken beendet, bot sich beiden ein schreckliches Bild. Auf der Lichtung vor ihnen lagen die Körper unzähliger toter Tiere. Kleinere und größere Waldbewohner bis zur Unendlichkeit zerfetzt. Gabrielle erkannte alle Arten von Getier, ja sogar riesige Hirsche von denen die Hälfte der Körper fehlte, oder nur noch eine blutige Masse übrig war.

"Was in Hades Namen... ", Gabrielle versagte für Sekunden  die Stimme, "... kann denn so etwas anrichten?", vollendete sie den Satz nach einigen Sekunden.

"Ich weiß es nicht...", flüsterte Xena.

Sie stiegen von ihren Pferden und nahmen die Tiere, die sehr unruhig geworden waren bei den Zügeln, um sie bestmöglich um den Schlachtplatz herumzuführen. Xenas Gefühl nicht mehr allein zu sein verstärkte sich mit jedem Schritt, den sie vorwärts gingen.

"Gabrielle bleib stehen! Sofort!!!!"

Gabrielle, die in all den Jahren gelernt hatte auf jegliche Warnungen der Kriegerin zu hören, stoppte auf der Stelle und stand völlig bewegungslos. Xena nahm einen langen Ast der auf den Boden lag und zog damit an einem Stück Rankpflanze, dass fast unsichtbar über dem Boden gespannt war. Kaum hatte sie die Pflanze berührt, gab es ein lautes Knacken. Die Vorrichtung löste sich schnell und mit so ungeheuerer Wucht, das sie die Körper, die auf ihr lagen, mit hochriss und die stinkenden Überreste genau in die Richtung der Beiden schleuderte.

Gabrielle konnte, trotz des flinken Ausweichmanövers nicht verhindern, dass sie einige Fleischbrocken an der Hüfte und am Bein erwischten. Die Falle war von absolut tödlicher Größe. Vor ihnen ragte ein aus Holz gefertigtes Gitter in die Höhe. Xena schätzte es auf etwa 3 Meter. Auf der Frontseite waren riesige, pfahlartige Spitzen angebracht, die alles hätten aufspießen können was dumm genug war, sich zu nähern...

"Gabrielle, sei bitte vorsichtig. Ich denke, dass diese Falle nicht die einzige hier war. Geh genau hinter mir."

"Xena, hätten wir nicht schon auf Wachen treffen müssen? Normalerweise wären wir längst auf Amazonen gestoßen.", Gabrielle sah sich um, immer noch damit beschäftigt, sich von den verfaulten Fleischresten zu säubern.

"Ich weiß. Hier stimmt etwas ganz und gar nicht. Komm, ist es nicht mehr weit."

Das Dorf glich nicht mehr dem vertrauten Bild, dass Gabrielle sonst kannte, es glich eher einer Festung. Die Amazonen hatten es von außen mit einem riesigen Baumwall umgeben. Xena konnte hoch oben ein paar Wachen erkennen.

"Pass bitte auf ja, dass sieht nicht gut aus."

Gabrielle trat vorsichtig aus dem Dickicht, gut sichtbar für jede Wache. Ein Pfeil schoss durch die Luft und bohrte sich direkt vor ihren Füßen in den feuchten Boden.

Eine unmissverständliche Warnung...

"Wer seid ihr?", rief eine Stimme, die von oben zu kommen schien.

"Mein Name ist Gabrielle. Königin Gabrielle und das ist Xena die Kriegerprinzessin. Wir sind Freunde es Amazonenvolkes!!"

Es dauerte eine Weile, bis sich ein kleines Tor öffnete. Gabrielle erkannte Marga sofort. Die Königin wirkte schwach und müde. Sie legte den Finger auf den Mund und bedeutete beiden, ihr möglichst geräuschlos zu folgen. Auf einen Wink der Königin wurde das Tor sofort wieder geschlossen.

"Gabrielle... Xena. Wie gut das ihr hier seid."

Marga nahm Gabrielle sanft in die Arme und reichte Xena die Hand zum Gruß. Sie sah schrecklich aus. Ihre Augen waren geschwollen und rot, ein Zeichen von zu wenig oder überhaupt keinem Schlaf, wie Xena vermutete. Ihre Haare hingen wirr in ihr Gesicht und sie war deutlich abgemagert. Auch die anderen, wenigen Amazonen, die ihnen nun entgegen kamen, sahen nicht wirklich besser aus.

"Marga, was ist hier passiert?", fragte Gabrielle noch immer geschockt von dem Anblick, der sich ihr bot.

"Das kann ich dir vielleicht beantworten...", antwortete eine Stimme hinter ihr.

Gabrielle hatte Varia gar nicht bemerkt und auch Xena schien ein wenig überrascht, vom plötzlichen auftauchen der Kriegerin. Sie begrüßten sich mit einem Handschlag.

"Lasst uns in die Hütte dort gehen, dort können wir in Ruhe reden."

(xxx)

"Also... was ist hier los?!", fragte Gabrielle wenig später mit Nachdruck.

Varia sah Marga kurz an die ihr zunickte.

"Es begann vor etwa 7 Tagen. Ich war mit einer kleinen Gruppe auf der Jagd, als wir angegriffen wurden. Zuerst bemerkten wir nicht, dass plötzlich zwei Frauen spurlos in der Dunkelheit verschwanden."

Marga hustete nervös.

"Wir fanden kaum noch Wild in den Wäldern, um uns zu ernähren. Die Vorräte waren bald aufgebraucht und...", Varia räusperte sich, „... als wir bemerkten, dass einige fehlten machten wir uns auf die Suche nach ihnen. Wir fanden sie... wir fanden DAS, was von ihnen übrig war, in einem Loch im Boden, bis zur Unendlichkeit verstümmelt. Wir konnten, trotz intensiver Suche, nichts finden was so etwas anrichten kann. Kein Tier schafft so etwas in so kurzer Zeit. In den darauffolgenden Nächten hörten wir entsetzliche Schreie. Wie von Tieren im Todeskampf, sowie ein Jaulen oder Heulen. Es war sehr nahe am Dorf. Der Wald war so still, dass man das Knacken von Knochen hören konnte und dann folgten die Fressgeräusche."

Eine junge Amazone betrat die Hütte und stellte eine Kanne Wasser auf den Tisch.

"Was geschah dann?", fragte Xena interessiert.

Marga übernahm das Wort.

"Als wir am nächsten Morgen nachsahen, entdeckten wir unzählige Kadaver. Große Tiere, völlig abgefressen. Wir stellten am Abend mehr Wachen, auf insgesamt sechs von uns. Wir fanden am Morgen ihre Überreste in mehreren Erdlöchern unweit des Dorfes. Ihr könnt euch denken, dass sich niemand mehr aus dem Dorf traute, weder zur Jagd noch um Wasser zu holen."

Das Feuer knisterte als Marga verstummte. Varia sah Xena an und fuhr fort...

"Sahlia und ich meldeten uns freiwillig, um Nahrung und Wasser zu besorgen. Wir gingen in der Frühe in Richtung des Flusses. Wir beeilten uns, um vor Einbruch der Nacht zurück zu sein, doch wir mussten sehr tief in die Wälder gehen um Wild zu finden und vergaßen die Zeit. Zu spät bemerkten wir, das die Sonne schon sehr hoch am Himmel stand. Eilig machten wir uns auf den Rückweg, schafften es aber nicht rechtzeitig ins Dorf. Wir bewegten uns so leise wie möglich durch die Dunkelheit, um nicht gehört zu werden. Und dann geschah es..." , Varia war aufgestanden, um sich einen Schluck Wasser zu holen, "... zuerst hörten wir ein Rascheln, fast so, als würde jemand in der Erde graben. Das Geräusch schien von überall zu kommen. Auf einen Wink von mir, kletterten wir in so lautlos wie möglich in die Bäume und versteckten uns im Geäst. Als die Wolken den Mond freigaben, sahen wir sie in seinem Licht. Sie kamen aus mehreren Löchern in der Erde, ich zählte etwa Fünf von ihnen. Sie waren nackt, ihre weiße Haut glänzte und sie waren unglaublich schnell. Sie hielten für einen Moment inne und schienen in die Nacht zu lauschen. Das taten sie eine ganze Weile, dann verteilten sie sich in alle Richtungen. Wir wagten nicht die Bäume zu verlassen, geschweige denn, uns zu bewegen. Man konnte sie hören, wie sie umherliefen und jagten. Kurz bevor die Sonne aufging, kamen sie zurück mit ihrer Beute, sie schleiften die blutigen Kadaver in die Erdlöcher und verschlossen sie wieder..."

Gabrielle war jegliche Farbe aus dem Gesicht gewichen...

"Was geschah dann?", fragte Xena schließlich.

"Wir stiegen völlig unterkühlt vom Baum, nahmen das Fleisch und das Wasser und liefen ins Dorf um..."

Xena unterbrach sie.

"Moment. Varia willst du sagen, sie haben das Fleisch nicht angerührt?"

"Nein. Worauf willst du hinaus?"

"Nun ich denke, dass sie es nicht sehen konnten..."

"Wie meinst du das?"

"Ich habe vor sehr langer Zeit, in einem fernen Land, von einer alten Frau eine Legende über solche Kreaturen gehört. Am Anfang deiner Erzählungen war ich nicht sicher, aber nun denke ich, dass es sich um eben diese Wesen handelt."

Im Raum war es still geworden.

"Die Bewohner der kleinen Stadt nannten sie die Unterirdischen. Sie kamen in der Nacht immer nach Sonnenuntergang, rissen das Vieh der Bauern, Pferde und Menschen. Es gibt einige Kulturen in denen diese Wesen bekannt sind. Sie kommen nur zu bestimmten Zeiten aus ihren Höhlen, sie hinterlassen das pure Chaos und hören nicht auf, bis ihr Drang nach Blut und Fleisch gestillt ist. Dann verschwinden sie schlagartig wieder und man sieht sie Jahre nicht. Sie scheinen unter der Erde von Gebiet zu Gebiet zu wandern. Wenige haben sie überlebt und konnten davon berichten. Das sie jedoch soweit wandern, ist selbst mir neu. Irgendwas muss sie hergelockt haben, was das ist und wie wir sie wieder loswerden, sollten wir so schnell wie möglich herausfinden."

"Varia, sind das alle Amazonen, die noch übrig sind?“, fragte Gabrielle mit trockenem Mund.

"Nein, Sahlia schlug vor die Schwachen, Alten und alle die kein Schwert führen können, in die Höhlen oberhalb der Klippen zu bringen. Der Fels dort ist sehr massiv so das es den Kreaturen nicht gelingen sollte, sich dort durch zu graben. Ich war dagegen, denn der Weg dorthin dauert mehr als einen Tag, doch Sahlia wollte es unbedingt versuchen. Ich wollte sie begleiten doch sie meinte, ich würde hier gebraucht werden..."

"Wer ist Sahlia, ich glaube ich kenne sie nicht?", fragte Gabrielle.

Varia schloss die Augen und stützte die Arme am Tisch ab.

"Ich fand Sahlia vor zwei Jahren am Rande unseres Gebietes, bewusstlos und halb tot am Fluss liegen. Später erfuhr ich, das ihr Vater sie schwer misshandelt hatte und versucht hat, sie mit ein paar anderen Männern zu Schänden. Eines nachts ist sie ausgerissen, weil sie es bei ihm nicht mehr ertragen konnte. Er hatte sie, am Tag davor, im Rausch geschlagen und ausgepeitscht. Sie ist die ganze Nacht umher geirrt, bis sie am Fluss zusammenbrach, ich sie fand und mich ihrer annahm. Sie war erst 14 Jahre alt und wurde wie eine kleine Schwester für mich."

Stille beherrschte den Raum...

Xena konnte in Varias Augen sehen, dass ihr das Mädchen sehr am Herzen lag. Die sonst so starke Kriegerin schien unendlich schwach und von Sorge gezeichnet.

"Sie wollte alle in den Höhle unterbringen und so schnell wie möglich zurückkommen, das war der Plan. Als sie endlich wieder im Dorf ankam war sie zu Fuß, ihr Pferd wurde gerissen, sie hatte Glück. Als ich wenig später nach ihr sehen wollte war sie spurlos verschwunden mit meinem Pferd. Ich weiß nicht warum sie mitten in der Nacht davon geritten ist, verflucht!"

Verzweifelt rieb sich Varia die Stirn.

Xena sah zu Gabrielle herüber. Offenbar hatte sie den gleichen Gedanken.

"Wie sah das Mädchen aus?", fragte Xena.

"Warum fragst du?"

"Nun, wir sind nicht zufällig hier. Auf dem Weg zu euch ist uns eine junge Amazone auf einem Pferd schwer verletzt entgegengekommen. Sie fragte nach mir und bat uns um Hilfe."

Varias Augen weiteten sich...

"Wie sah das Mädchen aus?", sie versuchte ruhig zu klingen.

"Sie war etwa 16, hatte schwarzes langes Haar und eine kleine Narbe über dem linken Auge. Ihr Pferd hatte einen weißen Fleck auf der Stirn.", Varia sah Xena geschockt an.

"Das war sie! Verdammt... wo ist sie? Habt ihr sie zurückgelassen? Rede!!"

Die Worte der Amazone überschlugen sich.

"Varia, sie ist in Sicherheit!", versuchte Gabrielle die völlig aufgelöste Kriegerin zu beruhigen.

"WO IST SIE??", schrie Varia. Marga war aufgestanden und mahnte sie zur Ruhe.

Xena wusste, dass es Ärger bedeutete, wenn sie Varia verriet wo Sahlia war. Die Amazone war nicht gerade die beste Freundin ihrer Tochter, was nach deren Verbrechen an dem stolzen Volk kein Wunder war. Varia hasste Eve...

"Xena, wo ist sie?", fragte Marga sanft.

" Ah nun..."

"??!!"

" Nun ja... also...", Xena räusperte sich, "... sie ist bei Eve..."