Ich bin Arzt und kein Weihnachtsmann!

von Bibi77
GeschichteHumor, Parodie / P16
21.11.2013
27.12.2013
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Dieses Kapitel
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Ich weiß, es sind noch ein paar Tage bis Weihnachten, aber da hier bei mir gerade der erste Schnee fällt und die FF ein Mehrteiler ist, den ich dann pünktlich zum "Fest der Feste" abschließen will, fang ich einfach schon mal an mit dem 1. Kapitel ;)! Die Geschichte ist sowohl was für Weihnachts-Fans als auch Weihnachts-Muffel (wie mich XD). Meine Absicht ist, bestimmte charakter-typische Eigenschaften und "berühmt-berüchtigte" Handlungsweisen der Star Trek-Charas vor dem Hintergrund des Weihnachtsfestes ein bisschen zuzuspitzen und auf die Schippe zu nehmen; ebenso den alljährlichen Weihnachts-Hype unseres Jahrhunderts. Das ganze wird also keine reine "Sinnlos-FF", auch wenn der Spaßfaktor natürlich an 1. Stelle steht ;)!
Vielleicht kann ich dem ein oder anderen Trekkie damit ein bisschen die bevorstehende Adventszeit versüßen und/oder die Stimmung erhellen, wenn euch das trübe Wetter gerade genauso deprimiert wie mich!
Ich wünsche euch auf jeden Fall viel Freude beim lesen =)!
*Glühwein und Kekse bereit stell*
Bibi

(Charaktere sind natürlich stellenweise OOC, erinnern aber hoffentlich doch noch ein bisschen ans Original XD)
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„Ich verstehe einfach nicht, was die Menschen an diesem so genannten „Weihnachten“ so faszinierend finden?!“ meinte Spock nachdenklich, als er gemeinsam mit Dr. McCoy durch die Korridore der Enterprise schritt.
Da dies der einzige Ort war, an dem noch keine Glitzerkugeln und Tannenzweige im Weg hingen und der Chefarzt auch der einzige zu sein schien, der nicht mit Bommelmütze herumlief und andächtige Lieder sang, hatte Spock sich bei seinem Rundgang an dessen Versen geheftet.
„Fragen Sie mich was Leichteres!“ brummte Pille zustimmend. „Bloß weil der liebe Gott angeblich vor was-weiß-ich-wie-vielen tausend Jahren diese Maria geschwängert und die ein Kind von ihm gekriegt hat, drehen seit dem die Leute jedes Jahr zur selben Zeit komplett durch und machen sich mit albernen Kostümen und Bräuchen zum Affen- egal ob Christ oder nicht Christ! Wenn ICH Geburstag habe, macht keiner so ein Gewese!“
„Um genau zu sein war es vor etwa Zweitausendzweihundertund....“
„Es ist mir egal, wann es war!“ fuhr Pille dem Vulkanier über den Mund.
„Wie dem auch sei...,“ fuhr Spock fort. „Ich habe mich jedenfalls extra belesen, um diesen Weihnachtsmythos ergründen zu können. Leider entbehrt die ganze Geschichte in meinen Augen nach wie vor jeder Logik.“ sagte Spock.
„Da gibt`s auch keine Logik, Spock!“ antwortete Pille. „Wissenschaftlich und medizinisch gesehen ist das alles nach wie vor nicht beweisbar! Aber gut. Soll jeder glauben, was er will! Ich verstehe jedenfalls nicht, warum man sich deswegen mit Honigkuchen und Glühwein vollstopfen, Lieder trällern und alles und jeden beschenken muss....“
In diesem Moment blieb er plötzlich an einer Lichterkette hängen, die sich irgendjemand vor das Quartier gehängt hatte.
„....und warum überall so ein unnötiger Plunder herumbaumelt!?!“ ergänzte Pille verärgert und riss die blinkende Plastikkerzen-Pracht, bei dem Versuch sich zu befreien, von der Wand.
Spock hob eine Augenbraue.
„Diese menschlichen Gebräuche sind jedenfalls überaus faszinierend; wenn auch gleichzeitig sehr fragwürdig, da die heutige Art dieses Fest zu feiern nichts mehr mit dem ursprünglichen Grundgedanken zu tun zu haben scheint.“ kommentierte er das Ganze. „Es ist allerdings sehr erleichternd zu wissen, dass Sie da offenbar der selben Meinung sind wie ich?!“
„Ja...auch das kann ja mal vorkommen.“ brummte Pille.
Doch im Großen und Ganzen war er ebenfalls froh, dass wenigstens Spock seine Abneigung gegen das Weihnachtsfest zu verstehen schien und er in ihm einen Gleichgesinnten gefunden hatte.

Während sie sich weiter darüber ausließen, kamen sie schließlich am Transporterraum vorbei.
Gerade als sie die Tür passierten, schnellte diese plötzlich auf und ein Schneeball kam herausgeflogen...direkt in das Gesicht des Chefarztes.
Sofort lief sein Gesicht vor Zorn feurrrot an, während die kalte Schneemasse an seiner Wange abwärts rutschte und auf den Boden klatschte.
Zwei Techniker kamen lachend und mit roten Schals und Pudelmützen aus dem Transporterraum gestürzt und klopften sich den Schnee von den farblich passenden Uniformen.
Als sie den Doktor sahen, hielten sie abrupt inne und zogen ein bestürztes Gesicht.
„Oh! Ver-verzeihung, Doc! Das...das war nicht unsere Absicht!“ stammelte Wilson und schluckte krampfhaft.
„SIND SIE WAHNSINNIG??!!“ brüllte Pille.
Er war völlig außer sich.
„Das hätte ins Auge gehen können!!!“
„`schuldigung, Doktor!“ murmelte Scotty kleinlaut, als auch er in diesem Moment aus dem Transporterraum kam und das Unheil sah. Seine Nase und Ohrspitzen waren ebenso rot wie seine Uniform und in seinem schwarzen Haar hingen noch immer vereinzelte Schneeflocken.
„Wir kommen gerade vom Planeten. Waren Schlitten fahren auf Alpha-Vulgaris, wissen Sie?!“ versuchte der Ingenieur sich zu rechtfertigen. „Da liegt herrlich viel Schnee! Naja, und da war die Stimmung eben ein bisschen zu ausgelassen.“
„Schlitten fahren?“ fragte Spock irritiert.
„Nun, ja.“ bestätigte Scotty. „Haben ein paar Drehstühle umgebaut und die Unterteile abgeschraubt! Auf den Sitzen kann man prima rutschen! Sollten Sie auch mal versuchen?!“
„Nein, vielen Dank.“ lehnte Spock eiskalt ab.
„Das ist noch lange kein Grund, mir eine Ladung Schnee mitten ins Gesicht zu werfen!!!“ beschwerte sich Pille. „Und überhaupt! Wie sehen Sie überhaupt aus, Scotty?! Sie haben weder eine Jacke an, noch eine Mütze auf und da unten auf dem Planeten herrschen -7°C! Ich als ihr behandelnder Arzt befehle Ihnen auf der Stelle, sich aufzuwärmen!“
„Sofort, Doktor!“ sagte Scotty und grinste. „Hab mich schon den ganzen Tag auf meinen Glühwein gefreut!“
„Sie sollen nicht soviel Alkohol trinken, Mr. Scott! Ihre Leberwerte waren bei der letzten Hauptuntersuchung bereits eine einzige Katastrophe! Trinken Sie lieber einen heißen Tee...oder Kinderpunsch!“ schlug Pille vor.
„Hm.“ brummte Scotty missmutig und wandte sich ab. „So eine Spaßbremse!“
„Das hab ich gehört, Scotty!“ rief Pille ihm nach. „Aber machen Sie nur so weiter! Das werden Sie noch bereuhen!“
„Kommen Sie, Doktor!“ sagte Spock und zog den aufgebrachten Arzt mit sich fort. „Sie müssen unbedingt viel ruhiger werden! Vielleicht sollte ich mich doch dem alten Weihnachtsbrauch anpassen und Ihnen ein Buch schenken: „Vulkanische Meditationstechniken für mehr innere Gelassenheit“ zum Beispiel?!“
„Lassen Sie mich bloß in Ruhe mit ihrem Anti-Emotions-Hokuspokus!“ fuhr Pille ihn an und schon war es mit der friedlichen Einigkeit der beiden wieder vorbei.
Pötzlich rutschte er auf dem nassen Boden aus und stürzte beinahe zu Boden.
Spock konnte ihn in letzter Sekunde noch abfangen und aufrecht halten.
„Vorsicht, Doktor! Durch den getauten Schnee ist der Boden sehr schmierig!“
„Das hab ich auch schon gemerkt, Sie Besserwisser!“ wetterte Pille und riss sich wieder aus dem stützenden Griff des Vulkaniers los.
Seine Laune war endgültig im Keller.
„Ich brauch jetzt erstmal einen extra-starken Kaffe zur Beruhigung!“

Spock folgte Pille in die Messe.
Sie bereuhten jedoch schnell, diesen gewagten Schritt unternommen zu haben: dort wimmelte es nur so vor Frauen und Männern, die zu ihren roten, blauen und gelben Uniformen die jeweils farblich passende Weihnachtsmann-Mütze auf dem Kopf trugen.
An den Tischen wurden Weihnachtsdekoration gebastelt, bunte Geschenke verpackt, gelacht, getratscht und nebenbei süßes Gebäck verköstigt. Die Replikatoren spuckten im Minutentakt Plätzchen, Honigkuchen und Glühwein aus und der Geruch von Zimt, Anis und Gewürznelken hing in der Luft.
In der hinteren Ecke des Raumes war eine kleine Gruppe eifrig damit beschäftigt, den großen Weihnachtsbaum aufzustellen und mit rot, blau und gelb leuchtenden Kugeln, Lametta und elektrischen Kerzen zu schmücken. An den Wänden und der Decke hingen bereits Girlanden aus Tannengrün, Mistelzweigen und Weihnachtsternen aus Bastelkarton.
Drei Wissenschaftler stritten gerade darum, wer heute das Türchen vom Adventskalender aufmachen durfte und Pavel Chekov demonstrierte Sulu und Mr. Farrell seinen original-russischen Nussknacker.
Lauthals diskutierte er dabei mit Scotty darüber, ob nun die Russen oder die Schotten dieses Gerät zuerst erfunden hatten.
Währenddessen erhitzte der Chefingenieur gerade einen großen Kessel mit einem Handphaser und wies sein Team aus Technikern an, den hochprozentigen Inhalt diverser Flaschen hinein zu schütten.
Uhura untermalte das bunte Treiben mit traditionellen Weihnachtsliedern, die sie gerade mit ihrem kleinen Frauenchor einstudierte.

Pille konnte darüber nur verständnislos mit dem Kopf schütteln.
Leise vor sich hin grummelnd ging er zum Replikator und bestellte sich einen Kaffee. Spock ließ sich einen Kräutertee aushändigen.
„Jetzt wird`s verrückt!“ rief Pille fassungslos, als er plötzlich einen dampfenden Pappbecher in der Hand hielt, der mit golden-glitzernden Sternen verziehrt war und die Aufschrift: „Merry Christmas!“ trug.
„Faszinierend.“ bemerkte Spock und schnupperte prüfend an dem Inhalt seines Bechers. „Aber immerhin alkoholfrei und ohne Zusatz von Zimt und ähnlichen Gewürzen.“
„Pah! Alkoholfrei?!“ rief Scotty verächtlich dazwischen. „Das ist doch nur was für Weicheier! Hier! DAS müssen Sie mal probieren!“
Mit einer Schöpfkelle füllte er eine gold-braune Flüssigkeit aus seinem Punsch-Kessel in einen Pappbecher und hielt ihn einladend in die Höhe.
„Was ist das?“ fragte Spock, nahm den Becher entgegen und borgte sich einen Tricorder zur Analyse.
„Das ist original-schottischer Weihnachtspunsch!“ verkündete Scotty stolz. „Scotty-Deluxe! Nach einem besonderen Geheimrezept!“
„Und was ist da, außer Scotch, noch drin?“ erkundigte sich Spock, nachdem er die Tricorderdaten ausgewertet hatte.
„Na, nix!“ sagte Scotty wie selbstverständlich. „Das is ja eben das besondere daran!“
Alarmiert stellte Spock den Becher wieder auf den Tisch zurück und lehnte eine Kostprobe dankend ab.
„Sie wissen ja gar nich, was Sie da versäumen!“ behauptete Scotty und trank seinen „Scotty-Deluxe“ allein aus. Nun fühlte sich Pille wieder auf den Plan gerufen.
„Ich habe Ihnen doch verboten, Alkohol zu trinken!“ wetterte er. „Wenn Sie so weiter machen, werden Sie das Weihnachtsfest bei mir auf der Krankenstation verbringen müssen und nicht unter`m Weihnachtsbaum!“

Während er dem trinkfesten Schotten nun einen weiteren Vortrag über erhöhten Alkoholkonsum und dessen Folgen hielt, begann Spock dem Chor zu lauschen, der inzwischen ein neues Lied angestimmt hatte.
„I`m dreaming of a white christmas
With every christmas card I write....,“ sang Uhura in den höchsten Tönen vor und lächelte dem Vulkanier dabei augenzwinkernd zu.
„Lieutenant?!“ wurde sie von Spock unterbrochen. „Darf ich Sie darauf aufmerksam machen, dass Ihr Traum von einer weißen Weihnacht absolut unrealistisch ist? Wir befinden uns hier an Bord eines Raumschiffes. Und Ihnen müsste doch klar sein, dass es im Weltraum nicht schneit?! Das ist physikalisch völlig unmöglich. Außerdem sind handschriftliche Weihnachtskarten im 23. Jahrhundert ja wohl etwas überholt, oder?!“
Uhura schmollte.
„Sie können einem aber auch jede Freude verderben!“ beschwerte sie sich und wandte sich von Spock ab.
„Das ist es!“ rief Pille und buffte dem Vulkanier auffordernd in die Rippen.
Mit gedämpfter Stimme fuhr er fort: „Vielleicht können wir diesem ganzen Spuk hier ein Ende bereiten, wenn wir der Mannschaft das Weihnachtsfest erstmal so richtig mies machen?! Kommen Sie! Ich habe eine Idee!“
Er packte Spock am Oberarm und zog ihn hinter sich her aus der Messe.
Sein Ziel war die Krankenstation, wo er mit Spock in Ruhe einen Plan austüfteln wollte, wie sie die festliche Stimmung an Bord sabotieren konnten.
Dort wartete allerdings schon die nächste böse Überraschung auf die beiden....

TBC