Das Phänomen Cesar Millan: Eine wissenschaftliche Betrachtung

von Kailyn
GeschichteAllgemein / P16
18.11.2013
12.03.2017
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Cesar Millan und sein Weg zum „Hundeflüsterer“


Cesar Millan wurde 1969 in Mexiko geboren und wuchs dort auch auf.
Millan hatte schon sehr früh Kontakt zu Tieren, besonders zu Hunden. Sein Großvater besaß eine Farm, auf der Millan erste Erfahrungen mit Hunden sammelte, die sich weitestgehend frei bewegten. Er beobachtete die Hunde und stützte seinen Umgang mit ihnen auf ebendiesen Beobachtungen. In seiner Heimat nannte man ihn el Perrero, „the dog boy“, da er dazu in der Lage war, mehrere Hunde ohne Hilfsmittel zu führen. Schon als Kind wollte er Hundetrainer werden – der beste, wie er immer wieder gegenüber seiner Mutter betonte.

Als er schließlich die US-Grenze ohne ein Visum überquerte, war einer seiner ersten Tätigkeiten auf US-amerikanischem Boden eine Ausübung als Hundefrisör, wo er auch mit häufig sehr aggressiven Hunden in Berührung kam. In seiner Nachbarschaft führte er oft Hunde als „Dog Walker“ um die Häuserblöcke und war zunächst verwirrt über die Halsbänder, Leinen und Geschirre, denn er selbst hatte all diese Hilfsmittel nie gebraucht, um Hunde zu führen. Dabei bemerkte er auch, dass er dazu in der Lage war, die oftmals sehr unausgelasteten und dadurch häufig aggressiven Hunde anzuleiten und ihnen beizubringen, ihn als Rudelführer zu akzeptieren. In diesem Zusammenhang wurde er auch für sein Motto inspiriert: Bewegung, Disziplin, Zuneigung.
Cesar begriff schnell, dass die Aggressivität der „Stadthunde“, die so anders waren als die Hunde in seiner Heimat Mexiko, daher rührte, dass die Menschen ihre Hunde stark vermenschlichten, ihnen zu wenig Auslauf boten und gleichzeitig zu wenig Disziplin von ihnen forderten.


Prominente Unterstützung

Während einer Arbeit als Limousinenchauffeur traf er auf Jada Pinkett Smith, die einer seiner ersten Kunden wurde und ihn mit einem Englischlehrer unterstützte, damit er in den USA Fuß fassen und seinen Traum vom Hundetrainer verwirklichen konnte.
In der Folgezeit gründete Millan die Pacific Point Canine Academy, das Dog Psychology Center und die Millan Foundatio. Das Dog Psychology Center in Los Angeles wird umgangssprachlich auch als „Bootcamp“ bezeichnet. Er bietet dort sogenannte "Board & Train" Programme an. Hundehalter können ihre Hunde für einige Zeit dort ins Training geben.

Millans Serie „Der Hundeflüsterer“ (Original: „Dog Whisperer with Cesar Millan“) lief erstmals auf National Geographic im Jahre 2004, die letzte Folge dieser Serie lief im Herbst 2012. In Deutschland wird die Serie in geschnittener Form auf dem Sender Sixx ausgestrahlt. In dieser Serie fokussiert sich Millan auf die Rehabilitation aggressiver Hunde, von ihm bezeichnete „Red Zone Dogs“. Millan betont immer wieder, dass diese Serie keine Anleitung zum Hundetraining ist, daher wird in jeder Folge davor gewarnt, die gezeigten Methoden zu Hause nachzumachen. Die Serie wurde in mehr als 80 Ländern ausgestrahlt.

Nach der letzten Folge von „Der Hundeflüsterer“ bekam Millan 2013 ein neues Serienformat namens „Cesar Millan’s Leader of the Pack“, welches in Deutschland unter dem Namen „Cesar Millan: Auf den Hund gekommen“ ausgestrahlt werden wird. In dieser Sendung nimmt er sich problematischen Tierheimhunden an, um sie auf eine Vermittlung vorzubereiten und begleitet die neuen Hundebesitzer die erste Zeit.
Sein aktuellstes TV-Format heißt "Cesar Millan 911".

Millan ist der Autor mehrerer Bücher, wovon einige Bestsellerstatus erreichten:

- Tipps vom Hundeflüsterer: Einfache Maßnahmen für die gelungene Beziehung zwischen Mensch und Hund (Original: „Cesar’s Way“)
- Du bist der Rudelführer: Wie Sie die Erfahrungen des Hundeflüsterers für sich und Ihren Hund nutzen (Original: „Be the Pack Leader“)
- Welcher Hund passt zu uns?: Ein Beziehungsratgeber für Familie und Hund (Original: „A member of the Family“)
- Cesar Millans Welpenschule: Die richtige Hundeerziehung von Anfang an (Original: „How to Raise the Perfect Dog“)
- Cesar Millan: Die Glücksformel für den Hund - 98 Tipps vom Hundeflüsterer (Original: „Cesar Millan’s Short Guide to a Happy Dog“)


Cesar Millans Bücher sind sogenannte "erzählende Sachbücher" und deshalb nicht als fachlich fundierte Ratgeber zu betrachten. Sie sind zu großen Teilen autobiografisch und es gibt darin keine direkten Lehranleitungen. Die Bücher bieten mehr eine Grundlage von Millans Art und Weise, Hunde zu betrachten und zu erziehen, für den individuellen Gebrauch bei Problemverhalten sind sie jedoch nicht geeignet. Sie erläutern zudem keine Zusammenhänge über das grundlegende Lernverhalten des Hundes.


Cesar Millan ist heute Multimillionär, ein US-amerikanischer Bürger und arbeitet nicht nur mit bekannten Prominenten zusammen, sondern auch mit der Yale Universität, mit der er einen Lehrplan für Kinder erstellte, der sich auf seine Arbeit mit Hunden bezieht.
Zum gegenwärtigen Zeitpunkt ist Cesar Millan der bekannteste Hundetrainer der Welt und hat eine große Anhängerschaft hinter sich. Allerdings besitzt er auch nicht minder wenige Kritiker.
Von vielen wird Cesar Millan nicht als Trainer, sondern vielmehr als Hundepsychologe bezeichnet, ein Begriff, den er auch selbst benutzt. Er besitzt jedoch keine Ausbildung oder ein abgeschlossenes Studium in Tierpsychologie oder einem akademischen Fach/Schwerpunkt wie Verhaltensbiologie, Biologie oder Zoologie. Cesar Millan ist offiziell als Hundetrainer zu bezeichnen, da er keine formale oder private Ausbildung in anderen Fachbereichen absolviert und auch bisher keine Fortbildungsseminare besucht hat.

(Stand: März 2017)
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