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The Legend of Zelda - Dunkles Verlangen

von OdessaLp
GeschichteAbenteuer, Thriller / P18 / MaleSlash
17.11.2013
28.11.2013
2
3.564
 
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17.11.2013 1.639
 
Bereits seit Stunden starrte Link an die Decke des hoheitlichen Schlafgemachs und fand keinen Schlaf. Zeldas Wange ruhte auf seiner Brust, einer ihrer Arme auf seinem Bauch. Ihre ruhigen Atemzüge strichen warm über seine Haut. Mit einem Blick zur Seite und einem Lächeln befreite er sich aus der sanften Umarmung und verließ die heimelige Wärme des gemeinsamen Bettes.
Zelda murrte kaum hörbar, zog die Knie an den Körper und die warme Felldecke dichter um sich herum.
Link streckte sich und legte schließlich einen trockenen Holzscheit in  die schwache Glut des Kamins an der gegenüberliegenden Wand. Bevor er das Zimmer verließ, warf er der Prinzessin einen liebevollen Kuss zu und schloss leise die Tür hinter sich.
Auf den Schlossfluren war es ruhig und nur wenige Kandelaber erhellten ihm den Weg. Aus der Küche drang das Echo flüsternder Stimmen zu ihm, die sich über das Frühstück unterhielten. Link vermied es, diesen Weg einzuschlagen und begab sich von der Halle aus in den Garten.

Ebenso ruhig und gebadet im Mondlicht lag die  bei Tage prachtvolle    Anlage vor ihm. Im Zwielicht jedoch, wirkten die Bäume und Büsche wie schwarze Schatten und manchmal wie schlafende Monster mit ausgestreckten Klauen. Es war nicht kalt, doch trotz dessen und   seines warmen Nachtgewandes fröstelte es Link und er schlang seine Arme um den Körper.
Link ließ sich auf eine Bank fallen und sah zu den blassen Sternen hinauf. Seit Wochen ging es nun schon so. Des Nachts bekam er kein Auge zu und wenn doch, so streiften seltsame Träume durch seinen Geist. Bilder, Geräusche und Gerüche die er nicht verstand, die aber ein vertrautes Gefühl in ihm auslösten. Zumindest war er sich sicher, dieses Gefühl kennen zu müssen.

Es war ähnlich dem, welches er empfand,wenn er mit Zelda das Bett teilte, am Morgen ihr Lächeln und ihre blauen Augen sah und ihre Haut an der seinen spürte. Und doch war anders. Dieses innere Sehnen war verdorben, verboten, von merkwürdig süßer und gleichsam bitterer Würze.
Nie gelang es ihm, eines der Traumbilder zu greifen, oder sich daran zu erinnern. Alles blieb vage, verborgen zwischen Schatten und Licht in diffuser Dunkelheit.
Seit einem Jahr lebte Link bereits im Schloss und seit neun Monaten war er immer an der Seite der Prinzessin. Um dies gefahrlos zu können, hatte Zelda ihn in den Ritterstand erhoben. Eine Ehre auf die er gerne verzichtet hätte.  All die kleinen und größeren Dinge, auf welche er nun zu achten hatte, waren ihm bereits nach kurzer Zeit zuwider.
Für alles   gab es Regeln und höfische Protokolle und Link würde es kaum wundern, wenn es irgendwo eine Schriftrolle oder eine Anweisung gab, die ihm vorschrieb, in welcher Position er mit Zelda den Beischlaf zu vollziehen hatte.

Zelda. Sinnierend kostete er ihren Namen auf seiner Zunge. Sie war ein herzensguter Mensch und eine wundervolle Regentin, die von ihrem Volk geliebt und verehrt wurde. Er selbst liebte sie von ganzem Herzen, doch Sex fand nur unter der Bettdecke statt und das missfiel ihm, wobei er kaum zu sagen vermochte, warum.
Einige Male hatte er bereits versucht, das eine oder andere auszuprobieren, Zelda ein wenig aus ihrer Verklemmtheit und Reserve herauszulocken, doch es brachte nichts. Blümchensex im Dunkeln  war langweilig. Wieso verstand sie das nicht?
Letztlich wollte er sich jedoch auch nicht mit ihr streiten und so hatte er schließlich aufgegeben.  
Eine Windböe strich durch die Bäume, ließ die Blätter rascheln und Äste knarren. Im Geäst gurrte eine Eule und Link hörte ihre Flügel rauschen. Gleich darauf schrie ein kleines Tier und es wurde wieder ruhig. Bis auf den Wind, der unablässig die Blätter zum Flüstern brachte.

In Links Ohren vermischten sich die Geräusche der Nacht zu einem Lockruf.
»Finde mich, finde mich«, raunten ihm die Blätter zu.
»Du weißt doch, was du vermisst und was du suchst«, sangen die von der Brise bewegten Blumen in den Rabatten. Langsam erhob er sich von der Bank und sah an der Fassade des Schlosses hinauf. Inzwischen waren einige der Fenster erleuchtet, was hieß, dass der morgendliche Betrieb seine Aufnahme fand.
Doch Link ging noch nicht ins Schloss zurück, sondern wählte den Weg zum Friedhof, der in der Dunkelheit weit unheimlicher war, als bereits bei Tage.
Jeder der verwitterten Grabsteine warf einen langen Schatten, in den Link nicht zu treten wagte, als fürchte er, irgendein Etwas könnte daraus hervorspringen und ihn in einen Strudel aus Finsternis ziehen. Ein Strudel voller verdrängter dunkler Emotionen.
Einerseits war dieser Gedanke jedoch verlockend, von verführerischer Süße. Doch auf der anderen Seite war er mit unüberblickbaren Gefahren gepflastert.
Wie ein mahnendes Glimmen leuchtete ihm von einem der Gräber eine abgedeckte Kerze entgegen, auf die Link zielstrebig zuhielt.
Er selbst hatte sie dort aufgestellt, ohne zu wissen, warum eigentlich. Das Grab war ungeschmückt, der Stein von Moos überzogen und an mehreren Stellen bereits verwittert.
Von der Inschrift war nicht mehr viel zu erkennen, lediglich ein paar verwaschene Worte, die Link als „Herz der Wüste“ las.

Es war das Wort „Wüste“ was ihn wie magisch anzog und vorsichtig strich er mit seinen Fingerspitzen darüber, erspürte die Vertiefung der uralten Gravur.
»Komm, komm zu mir...in die Wüste...«
Erschrocken sprang Link auf und sah sich nach allen Richtungen um. Diese Stimme war keine vom Wind verursachte geräuschliche Einbildung gewesen!
Obwohl sie auch nicht aus einer identifizierbaren Richtung gekommen war, sondern vielmehr aus seinem Inneren.
»Finde mich...«, setzte die Stimme nach und schnell, mit klopfendem Herzen, lief er zurück ins Schloss.
Auf dem Flur kam ihm sein Leibdiener entgegen, bereits Links Tageskleidung auf  den Armen, und verbeugte   sich.
»Mylord? Guten Morgen. Kann ich etwas für Euch...«
Link winkte ab und wollte an dem Mann vorbei eilen, überlegte es sich dann anders und bat ihn, dafür zu sorgen, dass sein Pferd nach dem Frühstück gesattelt bereitstand.
Der Diener nickte, verbeugte sich erneut und entschwand den Flur hinab.

Eine Stunde später saß Link, eingekleidet und unter Zeldas fragenden Blicken, an der gedeckten Tafel.
»Konntest du wieder nicht schlafen?«, fragte sie und er nickte bestätigend, wich einem anstehenden Gespräch über seine Schlaflosigkeit jedoch aus, indem er sich eine dicke Scheibe Schwarzbrot  und Pökelfleisch nahm und hinein biss.
Er brachte die gemeinsame Mahlzeit ohne weitere unangenehme Fragen hinter sich, verabschiedete sich von der Prinzessin und ging in die Ställe.
Wie von ihm gewünscht, war Epona vor dem Stall angebunden und bereits gesattelt. Ein junger strubbelhaariger Stallbursche schob eine Schubkarre voller dampfendem Mist an ihm vorbei und grüßte fröhlich.
Link erwiderte den Gruß, nahm Eponas Zügel und schwang sich in den Sattel.

Er gab der Stute die Sporen und lenkte sie aus der Stadt und in die Ebene. Dort empfing ihn leichter Morgennebel, der sich unter den wärmenden Sonnenstrahlen rasch auflöste. Link gab seiner Stute mehr Zügel und ließ sie laufen. Dicht über die weiße Mähne gebeugt, flog er in schnellem Galopp über die Ebene und als Epona über einen kleinen Bach sprang, blitzte für den Bruchteil einer Sekunde ein Erinnerungsfragment vor ihm auf. Zumindest hielt er es dafür.
Ein Pfeil sauste durch die Luft und bohrte sich in seinen Bauch. Ein undeutlicher dunkler Schemen raste an ihm vorbei.
Link riss an den Zügeln und Epona bremste mit einem entrüsteten Wiehern. Unwillkürlich hielt er sich beide Hände auf den Bauch, an jene Stelle, an welcher der Pfeil ihn getroffen hätte. Schwer atmend ließ der sie schließlich sinken, klopfte Eponas warmen Hals und lenkte sie zurück. Inmitten der Ebene ließ er sie wieder anhalten und stieg ab. Es war nicht irgendein beliebiger Ort, sondern jener, auf dem er, Midna und Zelda ihre letzte entscheidende Schlacht gegen Ganondorf schlugen.

Noch immer schien ein Hauch seiner Aura über dem einstigen Schlachtfeld zu liegen, auch wenn nichts mehr davon zeugte. Das Gras war grün wie eh und je, das Wasser in den Teichen und Bächen klar und rein.
Und doch: Sobald Link seine Augen schloss, hörte er die donnernden Hufe von Ganondorfs Phantomreitern, fühlte erneut die Anspannung, als er ihm gegenüberstand.
Diesem Mann   von solch beeindruckender Größe und Kraft, dass er sich selbst winzig dagegen vorkam. Ihm war bewusst, dass er es ohne die Hilfe seiner Freunde niemals geschafft hätte, diesen Dämon in Menschengestalt zu besiegen.
Und wenn er trotzdem verloren hätte? Was wäre dann wohl geschehen?
»Finde mich...in der Wüste...und du wirst deine Antworten erhalten.«
Unwillkürlich packte Link Eponas Zügel fester und die Stute schmiegte ihren Kopf an seine Schulter, schnaubte weich und scharrte mit einem Vorderhuf.
Lächelnd streichelte er ihre samtene Nase und legte nachdenklich den Kopf in den Nacken.
Was mit Ganondorfs Leiche geschehen war, wusste er nur aus dem Bericht der Prinzessin und der war nicht sehr ausführlich gewesen. Alles was Zelda ihm erzählte, war, dass man den Körper verbrannt und in alle Himmelrichtungen verstreut hatte. Doch ob das die ganze Wahrheit war? Wieso zweifelte er seit jeher daran?

Nein, von ihm konnte nichts mehr übrig sein. Nichts mehr von seiner Macht, nicht mal ein noch so kleiner Fetzen seiner Kleidung.
Aber warum lockten ihn seine Gedanken und die unvertraute innere Stimme ihn dann in die Wüste? Es gab noch eine Möglichkeit, die er noch nicht in Erwägung zog. Nämlich, dass es auch eine Nachricht von Midna sein konnte. Eine sehr verquere Nachricht.
Außerdem war der Schattenspiegel doch zerstört.
»Na, was denkst du?«, wandte er sich an seine Stute, die wiehernd den Kopf hob. Lachend kraulte Link sie zwischen den Ohren. »Und? War das jetzt eine Zustimmung, oder eine Warnung?«
Eine genauere Antwort gab Epona ihm nicht und Link straffte seine Schultern. Er würde der Sache auf den Grund gehen müssen, wollte er wissen, was es mit seinen Träumen und seiner unbestimmten Sehnsucht auf sich hatte.
Leise seufzte er. Zelda würde nicht begeistert sein...



A/N Fortsetzung von LostSilvers „Obsession“
http://www.fanfiktion.de/s/4f5f7765000227db06a01770/1/Obsession von ihr genehmigt.
PFF mit FlowerPetals.
Die Story ist ein wenig anders, als die, welche Silver hier anfing, aber wir hoffen, ihr habt trotzdem Spaß!
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